Sonntag den 21. Mai Erstes Blatt. 1882. srr. 117. Meßmer Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. nimmt! rta.U "d &>gii tage ge- 6771 an •tffyt, MrßW ‘tawtt- "lt Solje iction. 3543 Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Wdm».a« » Schul straße B. 18. Preis vierteljährlich 2 Mar! 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Marl 50 Pf. KT anterie- leisten AMllicher HHsil. Bekannimach u n g. Gr. Ministerium des Innern und der Justiz hat dem Ceiltral-Ausschuß der im September 1882* zu Darmstadt stattfindenden landwirthschastlichen Landesausstellung gestattet, in Verbindung mit dieser Ausstellung eine Verloosung von Maschinen, Geräthen und sonstigen Gegenständen, welche der Viehzucht, Land-, Forst- und Hauswirthschaft, Gärtnerei, Fischerei, Bienenzucht -c. dienlich sind, abzuhalten und die betreffenden Loose im Großherzogthum abzusetzen. Es dürfen nicht inehr als 120,000 Loose ü 1 Mark zur Ausgabe gelangen und es müssen — einschließlich der Reichsstempelabgaben — wenigstens SO pCt. der Brutto-Einnahmen aus dem Loosverkauf zur Anschaffung von Gewinngegenständen verwendet werden. Gießen, den 17. Mai 1882. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Bookman n. V )t, das ick Wwf, und «5 in & it mÄlink ptijlit. ch vom atmks -llckAk, umcr «nSl WgoM Mkch5 togiä Iti*«- !au«anO 'iuttttjll . yttmirtdli. (igtll- „ tu Nnt 2.8. IiäI . - ! , «d b S-N ml jöd iBL_— rthet ' Betreffend: Die Aufficht über die Ausführung neuer Bauten, sowie Feuerungs-Anlagen. Gießen, am 17. Mai 1882. Das GrMerZogliche Kreisamt Gießen an die Grotzberzoglichen Bürgermeistereien, beziehungsweise die Ortspolizeibeamten mit Ausnahme von Gießen. Wie wir bereits in unterem Ausschreiben vom 13. April l. I. (Anzeiger Nr. 88) angegeben haben, sind die Bauenden nach Art. 77 der neuen Bauordnung vom 30. April 1881 verpflichtet, Ihnen von der Beendigung des RauhbaueS vor dem Beginn der Verputzarbeiten Anzeige zu machen (bei Meidung der in Art. 80 angedrohten Strafe), damit zur Prüfung der plan- und vorschriftsgemäßen Ausführung des Bauwesens eine Besichtigung desselben rorgenommen und je nach dem Ergebniß weitere Verfügung getroffen werden kann. Diese Bestlhtigung ist von den neu ernannten Bezirksbauauffebern vorzunehmen, lvelche dafür nach § 102 der Verordnung vom 1. Februar 1882 dieselben Gebühren, wie die Feuervisitatoren, zu blichen haben (am Wohnort 3 außerhalb 5 Jl. für den ganzen Tag, eventuell die Hälfte für den halben Tag). Ebenso haben die neu angestellten Bezirköbauaufseher in ihren Bezirken auch die Untersuchung der neu angelegten oder wesentlich veränderten Kamine, Feuerungsanlagen re. (s. Art. 138 des Polizeistrafgesetzbuchs) gemeinschaftlich mit dem zuständigen Kaminfeger gegen Bezug der für diese Geschäfte festgesetzten Gebühren vorzunehmen. In beiden Fällen sind auch die Gebühren der Bezirksbauaufseher auf die Gemeindekasse anzuweisen und von den betreffenden Hanseigenthümern wieder zu erheben. Die regelmäßig alljährlich vorzunehmenden Feuer Bisttationen und Nachrevifionen haben durch die hierzu besonders bestellten Experten, an deren Dienstbezirken eine Aendernng nicht eintritt, wie seither stattzufinden. Wir weisen Sie an, hiernach zu verfahren und bei Abgabe der Baupläne an die Bauenden, diese noch besonders auf die Eingangs erwähnte Vorschrift der neuen Bauordnung aufmerksam zu machen. Die Bezirke der Bauaufseher wollen Sie aus Nr. 85 dieses Blattes entnehmen. ______Dr. Boekman -i.____ Betreffend: Die Herstellung des Straßenpflasters in der Neustadt. B e k a n n L m a ch u n g. Wegen Veränderung des Straßenpflasters bleibt die Straßenstrecke der Neustadt von der Bahnhofsstraße bis zur Mühlgasse für Fuhrwerke und Reiter von Montag den 22. l. Mts. an bis auf Weiteres gesperrt. Gießen, am 20. Mai 1882. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. ________Fres enius._________________________________________________ Gefundene Gegenstände: 1 Notenheft, 1 Handschuh, 1 Brille, 1 Päckchen Surrogat, 30 Mark, 1 Portemonnaie mit Inhalt, 1 Spindelnhr, mehrere Schlüssel. Gießen, am 20. Mai 1882. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius. Deutschland. Berlin, 17. Mai. Ein wichtiger Beschluß des Reichstags aus voriger Session, bett. die Wahlagitation, hat jetzt seine Erledigung gefunden. Bekanntlich hatten die Wahlen der Abgg. Dr. Löwe und Virchow zu einer Debatte Veranlassung gegeben, well die liberalen Parteien sich beschwert hatten daß die Polizeibehörde Berlins dem conservativen Central-Com tö eine Abschrift der WAR1*-,’ welcher gleichzeitig Bemerkungen Über die acttve Wahlbetheiligung der einzelnen Wähler enthalten waren. Der Reichstag beschloß m Folge dessen , den Re.chÄanzler zu ersuchen, in Bezug auf diese Vorgänge amfllche Ermittelungen anzustellen. Jetzt ist nun ein Antwortschreiben Reichskanzlers auf diesen Beschluß eingegangen, in welchem mitgetheilt wird, daß der Reichskanzler das Verfahren der Berliner Polizeibehörde nicht billigen könne und daß auch der preußische Minister des Innern sich in gleicher Weise ausgesprochen und das Verfahren der Berliner Polizeibehörde rectificirt habe _ Ts Der Kaiser hat wie hiesige Blätter melden, dem Vorsitzenden des Kinderheilstatten an den deutschen Seelüften", Geh. Medicinalrath Prof Beneke m Marburg, zur Errichtung eines mustergültigen Nationalhospizes auf Norderney 250,000 Jl. zu Gebot gestellt, falls die sonstigen Sammlungen und Spenden bis zum Ende des Jahres 1883 den Rest der auf 500 000 veranschlagten Baukosten und die Kosten der Verwaltung des Hospizes decken W,rfm^ethtt' 2,ia'- Die „B. P. N." schreiben: Zu den charak reichsten ^kmalen einer an diplomatischen Winkelzügen so überaus reichen Politik wieste S-rr Wmdthvrst d-lr-ibt, gehört ohne Zweifel sein am Schluß der vvraestr-en R-icks Knmmnr9 s Licht getretener Vorschlag, auch das Tabakmonoool durch eüie ßwischen- mL^Aui^rso^r" U1b f° d'-.B-schlußnahme über oosselbe bis sum HLst aus- S •x». "r'ot9 konnte er mit dieser Anregung schwerlich relbnen kenn kem Kelchskanzler liegt offenbar daran, ein dezisives Volum der Reichsoertretuna in er- UtXk die Angelegenheit nicht bis nach den Landtagswahlen schweben zu lassen dmnit, neben der vorauszusehenden Ablehnung des Monopols selbst nicht noch dm *“ 'N eben der Weise ungünstig beeinflußt werden, wie die lebten Reichstaos- toer "’n-?*11 ,ef, doch non Interesse, den Motiven nachzu püren, welchen ihorst sche Vorschlag entspringt. Daß er die Möglichkeit offen halten sollte PN den Preis weitgehender kirchenpolitischer Concessionen für das Monovol °rsch-'nt uns nicht wahrscheinlich. Dagegen &tnebenber 1 Zentrum auf dieser Grundlage zu einer einheitlichen Aktion zu vereinigen d.- entschieden persönliche Gegnerschaft des Herrn Windihorst'sgegeneinen Plam welcher in erster Linie die Befestigung des mit 1866 begonnenen Werkes der deutschen Einheit bezweckt. Aber es paßt dem M-tster der Politik der freien Hand offenbar nicht, durch eine Ablehnung die Fäden zur Regierung zu zerreißen, bis nicht neue Anknüpfungspunkte gesunden sind. Für die planmäßige Sorgfalt, welche von den Herren im Centruin darauf verwandt wird, einen Bruch zu vermeiden, ist es bezeichnend, daß fiert Schröder-Lippstadt, indem er Herrn Windihorst sekundirte, zugleich selbst für das Monopol sich aussprach. Solche neue Anknüpsungspunkte würde der Ersatz des Monopols durch eine andere Form der Tabakssteucr bieten, durch welche die gegenwärtigen Einnahmen aus diesem Steuerobjecte erheblich gesteigert werden könnten. Die Möglichkeit der Vereinbarung eines solchen Gesetzesvorschlages würde natürlich davon abgehangen haben, daß die Commission ausreichende Zeit für sich und die unerläßliche Mitwirkung der Regierung erhielt. Für einen Vermittelungsvorschlag dieser Art würde das Centrum, ausreichende kirchenpolitische Compensationen vorausgesetzt, geschlossen eintreten können, kurz, es würde so die Perspektive aus eine Politik des do ut des eröffnet, roie man sie sich nicht weiter denken kann. Daß hierbei der von der Linken ausgehende, jede weitere Besteuerung des Tabaks ausschließende Antrag wiederum Wasser auf Herrn Windthorst's Mühle geliefert hat, ist klar. Inzwischen bat dieser, soweit zu übersehen, doch die Rechnung ohne den Wirth gemacht, indem die Reichsregierung nach wie vor entschieden Werth auf die Beschlußfassung über das Monopol noch in dieser Session legte. — In Bezug auf die gemeinsame Aktion der Westmachte in der ägyptischen Frage schreibt man den „B P. N." von unterrichteter Seite, daß dieselbe weniger den Charakter einer Intervention, als die einer Demonstration habe, weil das englisch- französische Geschwader, das in die Gewässer von Alexandrien beordert ist, keine Landungstruppen an Bord habe, wie mehrsach irriger Weise behauptet worben ist. Es sei demnach sehr unwahrscheinlich, daß Arabi Bey mit fernem Anhänge ftm ben Jtaps schlagen, bezw. Befehlen Tefik Paschas, zu dessen Unterstützung das westmachtliche Geschwader abgeschickt ist, auf die Dauer fügen werd- und werde deßhalb eine Intervention des Sultans fchwerlich ausbleiben. Diese letztere, welche sich des moralischen Beistandes der deutschen wie der österreichisch-ungarischen Regierung zu erfreuen habe, wurde in der Absendung einer starken türkischen Gensdarmerie-Abtheilung bestehen, welcher die C-vil- und Militärbehörde Egyptens den Gehorsam nicht verwergern wurde. Auch se> es keinem Zweifel unterworfen, daß die Westmächte die Intervention der Pforte acceptiren würden, da der Sultan nicht entfernt daran denke, die Autonomie Egyptens irgendwie zu beschränken, vielmehr nur den Zweck verfolge, als oberster Souverän Egyptens dort die Ruhe und Ordnung neu herzustellen und zu verhindern, daß das revolutionäre Auftreten Arabi Beys England oder Frankreich oder beiden zugleich zum Ausgangspunkte von Unternehmungen diene, welche den Hoheitsrechten des Sultans und den Interessen der übrigen Mächte nicht entsprechen können. Berlin, 18. Mat. Die „®erl. Pol. Nachr.» schreiben angesichts der Ablehnung des Tabak-Monopols Seitens der Commission: Die Nachrichten, daß — nachdem die Mehrheit im Reichstage sich gegen das Tabak-Monopol erklärt und die Commission Mr Vorberathung des betr. Gesetzentwurfs die Vorlage in allen Paragraphen abge- lchm Haden — d-e ReiÄSreperung biefe Angelegenheit nunmehr ad acta legen würde und daß die preußische Staaisregierung währens der bevorstehenden Landlagswahlen die Monopolangelegenheit möglichst wenig berührt zu sehen wünsche, sind nach unseren Informationen durchaus unrichtig. Die Reichs-, wie die StaatSregierung bleiben vielmehr der Ueberzeugung, daß einerseits die Finanzlage im Reiche wie in den Einzelstaaten eine Finanz- und Steuerreform zur zwingenden Nothwendigkeit machen und daß andererseits das Lrystem der Matrikulardeiträge beseitigt werden müsse, um die Selbstständigkeit und Unabhängigkeit d-s Reiches zu gewährleisten. Als der Reichstag die Commission zur Vorberathung deS Monopols einsetzte, war schon nicht mehr zweifelhaft, daß die überwiegende Mehrheit der Volksvertretung gegen die Regierungsvorlage stimmen würde. Wenn trotzdem von der Mehrheit des Reichstages die Einsetzung einer Commission beschlossen wurde, so geschah dies, damit alle Einzelheiten der Regierungsvorlage auf das Eingehendste geprüft und erwogen würden. Die Commission hat aber, im Widerspruch hiermit, mit stürmischer Eile ihr Mandat zu erledigen gesucht, und solch ein beschleunigtes, ebensowenig der Würde des Parlaments wie der Wichtigkeit des Gegenstandes entsprechendes Verfahren muß von jedem Standpunkt aus höchst bedauerlich genannt werden. Nach wie vor bleibt die Nothwendigkeit, in dieser noch immer offenen Frage Partei zu ergreifen und offen Farbe zu bekennen, bestehen, und jeder Kandidat für die bevorstehenden Landtagswahlen hat die Pflicht, den Wählern gegenüber klar und deutlich seine Stellung zum Monopol zu präcisiren, damit in dieser Beziehung jedem Zweifel und jedem Vorwurf unklarer Wahlpolitik vorgebeugt werde. Wußland. Petersburg, 16. Mai. Gestern Nachmittag wurden die Redacteure aller Petersburger Blatter zum Chef der Preßverwaltung Fürsten Wjasemsky beschieden, welcher ihnen eröffnete, daß Graf Jgnatieff streng verbieten ließe, irgend etwas über Judenverfolgungen in den Blättern zu veröffentlichen und überhaupt fernerhin über die Juden zu schreiben, ob für oder wider, weil das die Aufregung vermehre. Auf die Frage, ob auch der Nachdruck solcher Artikel aus andern russischen (Provinz-) Blättern untersagt sei, entgegnete Wjasemsky: Das Circular des Ministers verbietet ein- für allemal, diesen Gegenstand zu berühren; weder ausländischen noch inländischen Blättern darf darauf Bezügliches entnommen werden. Jedenfalls wird der Provinzial-Presse dasselbe Verbot zugehen, sonst dürfte der angestrebte Zweck doch nicht erreicht werden. Telegraphische Depesche«. Wolff's telegr. Corrcspondcnz-Nureau. Berlin, 19. Mai. Der „Reichs-Anz." veröffentlicht das Gesetz, betr. die neue Packhossanlage, ferner eine Bekanntmachung des Reichscommissärs der australischen Weltausstellungen, Reuleaux, worin derselbe sich erbietet, von den Behörden Australiens Duplicate der durch den Brand der Hygieine-Ausstellung vernichteten australischen Diplome zu beschaffen. — Der Geh. Rath Göppert, vortragender Rath am Cultusministerium und Dezernent in Universitäts-Angelegenheiten, ist gestern Mittag gestorben. Berlin, 19. Mai. Die Tabakwonopol-Contmifsio» beendete ihre Arbeiten, lehnte die Vorlage ab und nahm sodann, nachdem der Antrag Ausfeld vor der Abstimmung zurückgezogen war, den Antrag Lingen's mit 21 gegen 3 Stimmen an. Derselbe lautet: Der Reichstag beschließt zu erklären, daß nächst der erst durch das Gesetz vom 16. Juli 1879 erfolgten Erhöhung der Tabaksteuer eine weitere Belastung und Beunruhigung der Tabakindustrie umsomehr unstatthaft erscheint, als die vorhandenen in der Zunahme begriffenen Einnahmen geeignet sind, sowohl im Reiche wie in den Einzclstaaten die öffentlichen Bedürfniffe zu befriedige» und die bestehenden Mängel in der Steuer- und Zollgesetzgebung auszugleichcn. Berlin, 19. Mai, 9 Uhr Abends. Ueber bie Verhandlungen der Tabak-Monopol Commission wirb der „Franks. Zig." telegraphirt: Die Berathung der rückstanrngen §§ 39 bis 72 der Monopol-Vorlage dauerte nur eine halbe stunde in der Commission. Sämmtliche Paragraphen, sowie bie ganze Monopol-Vorlage, wurden schließlich mit 21 gegen 3 Stimmen abgelehnt. Dafür stimmen nut Hammerstein, v Massow und Reiniger. Der Antrag LingenS wurde allein zur Beraihuug gestellt, nachdem der Adg. Tirichlet den fortschrittlichen Antrag Ausseld und Adg. v. Benda seinen mobtficirten Antrag zu Gunsten bes Antrags Lingens zurückgezogen hatten. Reiniger (Württemberg) sprach sich für eine höhere Besteuerung bes Tabaks aus. eine Anschauung, welcher Adg. Dinchlel auf baS Entschiedenste widersprach, v. Benda erklärte das Monopol für einen der wildesten Eingriffe in die wirthschastlichen Verhältnisse der Nation und da kein Nothstand vorhanden sei, dürse man dem Volke eine solche Maßregel nicht zu- mutfjen. Staats,eeretär Scholz trat dieser Anschauung entgegen und hob hervor, daß man gegen Nothstände bei Zeiten Vorkehrungen treffen müsse. Auch seien die Schädigungen bei Einführung des Monopols lange nicht so groß, als dies im Schooße der Commission bargestellt worden sei. Er könne zugeben, daß der Reichshaushalietat vollständig georbnei sei, falls die auf 16 Millionen berechneten lleberschüsse aus zwanzig Millionen gestiegen und deßhalb der Etat von 1883—84 mit lieberschuß und ohne jede Erhöhung der Mattikularbeiträge abschließen werde. Auf eine Anfrage Lingens, ob aus der Tabaksteuer nicht höhere Ertragnisse gezogen seien, als man allgemein angenommen, erwiderte der ©taatSfecretär Scholz, daß hierüber noch nichts DefiniliveS festgestellt fei. Darauf wird der Antrag Lingens mit 21 gegen 3 Stimmen angenommen. womit bie Monopol Commission ihre Arbeit beenbet hat. Der vom Ädg. Dr. Barth erstattete Bericht wirb am 5. Juni 1 Uhr Mittags, verlesen werden. Die Commission ging über zur Berathung der eingegangenen Petition n. Nachdem der StaatSfecretär Scholz erklärt hatte, daß, nachdem bie Commission bie Berathung zu Enbe geführt habe, ohne bie etwa zu ermartenbe Antwort der elsaß-lothringischen Lanbesregierung bezüglich ber Vorlegung ber Bilanz ber Straßburger Tabak-Manufaktur ab.turoarten, er sich nicht veranlaßt sehe, bicfelbe eventuell noch bem Referenten zu überweisen. Abg. Lingens conftatirt, daß die Commission schon am 16. Mai den bezüglichen B.schluß gefaßt habe, also bis heute wohl auf eine Antwort habe rechnen können. Leipzig, 19. Mai. Das hiesige Landgericht hat den Landtags-Abgeordneten Bebel wegen Beleidigung des Bundesraths und Verächtlichmachung der Staatseinrichtungen, begangen durch ein von ihm verfaßtes Flugblatt, zu einem Monat Gefängniß verurtheilt. Stettin, 19. Mai. Se. Maj. der Kaiser, Se. K. K. Hoheit der Kronprinz und Se. Königl. Hoheit der Prinz Wilhelm sind heute '.Wittag 12 Uhr hier eingetroffen und am Bahnhofe von der Generalität und den Spitzen der Civilbehörden empfangen worden. In der Perronhalle stand als Ehrenivache die erste Compagnie des Grenadier-Regiments König Friedrich Wilhelm IV. (1. Pommer'schen) Nr. 2 mit der Fahne und der Regimentsmusik. Unter den Klangen des Präsentirmarsches schritt Se. Maj. der Kaiser die Front ab und bestieg sodann mit Sr. K. K. Hoheit dem Kronprinzen die bereit gehaltene vierspännige offene königliche Equipage. Die dem Bahnhofe gegenüber ankernden großen Seeschiffe sind bis in die Mastspitzen beflaggt. Unter nicht enden wollen- dem Hurrah der dicht gedrängten Volksmenge begaben sich die Herrschaften durch die festlich geschmückten Straßen der Stadt nach dein Exercierplatz bei Krekow zur Jnspicirung des 34. Landwehr-Bataillons. Se. Maj. trägt die Uniform des Leibregiments, Se. K. K. H. die der Pasewalker Kürassiere. Das Wetter ist prachtvoll. — Se. Maj. der Kaiser ist heute Nachmittag um 3Vz Uhr wieder nach Berlin zurückgereist. Zur Verabschiedung hatten sich die Spitzen der Civil- und Militärbehörden und etwa 200 Officiere auf dem Bahnhofe eingefunden. Als der Zug sich in Bewegung setzte, intonirte die Musik der Ehrencompagnie die Nationalhymne. Vor der Abreise hatte Se. Maj. bei dem cominandirenden General v. Dannenberg das Dejeuner eingenommen, während deffelben concer- tirten die Musikcorps des Grenadier-Regiments, der Pioniere und des Artillerie- Regiments. Se. Maj. hat sich sehr zufrieden über die Besichtigung der Landwehr geäußert und eine kurze Ansprache an dieselbe gehalten. Petersburg, 19. Mai. Fürst Alexander von Bulgarien ist in Begleitung des Gencralgouvernerus von Moskau, Fürsten Dolgorukoff, gestern Abend nach Moskau abgereist. Die Eröffnung der Ausstellung in Moskau ist auf den 29. ds. festgesetzt. — Der Minister des kaiserlichen Hauses hat dein Vernehmen nach den Hofchargen mittelst Circulars mitgetheilt, daß die Krönung am 3. September stattfindet und daß die Festlichkeiten 2 Wochen dauern sollen. ~ L oka l e S. Gießen, 20. Mai. [Dünsb er g-V er ein.) Der auf morgen Nachmittag proficttrte Ausflug wirb, allem Anschein nach, recht lebhafte Bethelligung finden. Fuhrwerke finb trt ber Stadt Nicht mehr uufjutrriben. Hoffen wir, daß ber Ausflug von günstigem Wetter begleitet, einen hübschen Verlauf nehme. — Wegen Verübung von großartigen Wechselfälschungen wurde ein Müller von einer Mühle des Buseckerthales in Hast genommen. — Die Straßburger Tabokmanusactur scheint momentan auch in unserer Stadt i! ich Hmgeg n» nach Niederlagen Indien zu wollen. Nachdem, wie man uns mitthellt, verschiedene hiesige Handlungen eine Niederlage abgelehnt haben, versucht es eben ein Agent in Lich, Hungen, Nidda re. die Gdmmstengel der ManufarMr einzubürgern. Ob mit Erfolg, kimmn wir nicht mittheilen — Zwei Gemüsehändlerinnen aus Sieb erheiterten heute Morgen auf bem Ge- müfemarft das Publikum durch eine regelrechte Keilerei. Ein Schutzmann verschaffte schließlich Ruhe, nachdem die Haarzöpfe gründlich in Unordnung geratben waren. Vermischtes. Mainz, 15. Mai. (Entdeckung von Sprengstoffen.) In dem belebtesten Thei! unserer Neustadt hat bie PoUzeibehörbe g-flern eine Entbeckuug gemacht, bie begreiflicherweise in der Stabt eine nicht geringe Aufregung hervorgebracht hat. In einer halb verfallen n Scheune — das Sigentbum eines Fuhrunternehmers — wurden ohne bie geringste Aussicht nicht weniger als 50 Gentner Schießpulver und circa 2 Gentner Dynamit auf einem Wagen liegend vorgefunden. Der Fuhrunternehmer bat diese gefährliche Ladung vor circa 3 Wochen erhalten und dieselbe der Polizei gegenüber für Gement ausgegeden, bis durch eine Declaration der wehre Thatbestand an die Oeffent- lichkeit kam Die Militärbehörde hat die unheimliche Sendung heute Morgen in ein Fort untergebracht. Welches Unheil hatte die @emiffeulofigfeit dieses Menschen über unsere Stadt bringen tönnen; es sind jetzt gerade 25 Jahre ber, daß ein ganzer Stadt- tbeil durch die Explosion eines Puloerthurmes — des sog. Mmtinsthiirrnes — zerstört wurde. Mainz, 15 Mai. [Steife.] Kaum ist der Sinke der Arbeiter der Bembe'schen Möbelfabrik beendet so in schon wieder eine neue Arbeitseinstellung zu melden. Die Möbelschreiner der Rauch'schen Möbelfabrik, 40 an der Zahl, haben heute Mittag ihre Arbeit eingestellt. Es scheint, daß diese Leute etwas unvorsichtig zu Werke gegangen sind, da noch ein großer Thell der Arbeiter sich bem Strike nicht anschloß, so daß ein Voitheil für biejenigen Arbeiter, welche bie Fabrik verlassen Haden, nicht erwachsen dürite. Wanne, 14 Mai. Die Beerdigung der am 10. d. M auf der Zeche „Pluto" verunglückten Bergleute fand gestern Nachmittag um 3 Ubr von ber Zeche aus statt. Tauscnbe von Menschen batten sich cingefunbrn, um ben Opfern der Catastrophe bie letzte Ehre zu erweifcn, bie sämmtlichcn Knappen-, Krieger- und Turnvereine der Umgegend waren mit ihren Fahnen erschienen und in bem unabsehbaren Leichenzuge ili- tonirten 6 Musikkapellen Trauerwc ftn. Es wurden im Ganzen 54 Leichen beerdigt, von denen 33 auf dem katholischen und 21 auf bem evangelischen Friedhöfe in einem Massengrab-' ihre letzte Ruhestätte sanden. Die übrigen 6 (es sind bis jetzt 60 Leichen zu Tage gefördert) tarnen auf Friedhöfe benachbarter Orte. DaS Jammern ber Frauen, Kinder, Eltern und Geschwister der Verunglückten war während des Be-rbigungsaktet geradezu ents chlich, viele Frauen mußten ohnmächtig vom Platze getragen werden. Dit Leiche eine? Verunglückten war gar nicht recognosc rt worden, ber betreffende Sarg trug einen Zettel mit bem Worte „unb-fannt". Wie schon erwähnt, betrug bie Zahl der bis zum gestrigen Tage herausbesörberten Tobten 60, es werben aber nun noch drei bis vier Leute vermißt, die wahrscheinlich in der Strecke liegen, wo der ExplosionS herb zu suchen ist. In biefe Strecke kann man noch nicht gelangen, weil dieselbe fast ganz zu Bruche gegangen und auch mit schädlichen Gasen angefüllt ist; es werde« noch mehrere Tage vergehen, ehe man die unter den Trümmern liegenden Leichen an'i Tageslicht befördern kann. Don den in den Krankenhäusern liegenden Schwer- verwundeten sind bis jetzt zwei gestorben, so daß zur Zeit also 62 Tobte zu verzeichne« finb. Die Zahl ber Wittwen unb Waisen ist noch nicht festgestellt, ba bie Leut! zu vertheilt wohnen unb manche ihre Familien noch in Posen ober Oberschlesien haben Mannheim, 15. Mai. lieber bie Entstehungsursache bes ZeughausbranbeS haben bie bisherigen umfangreichen Erhebungen einen positiven Anhalt noch nicht ergeben. Der nunmehr festgestellte Schaben an verbrannten, resp. Beworbenen Gegen- ftänben beläuft sich auf ca. 210,000 M. — Von einer seltenen Jagdbeute wird aus dem Hannöverschen berichtet.' In ber Haibe, In ber ®egenb von Bissendorf, gelang es jüngst einem unserer gewaltigste« Nimrods, einen schwarzen Storch zu erlegen, welcher schon seit langer Zeit alljährlick sich dort zeigt, um als einsamer Hagestolz seine Tage zu oct bringen, denn niemals wollte es ihm gelingen, trotz eifrigen ßiebcroirbenS sich eine Störchin zu erringen, all- flohen beharrlich den schwarzen Eindringling. Eine geschickt oerfenbete Büchsenkugel holte ihn noch lebenb aus bebeutenber Höhe herab; erst nach großer Mühe gelang ihn vollenbs zu tobten, ba er sich als geschickter Fechter mit Hieb unb Stoß gegen Mensch unb Hund eine geraume Weile verthttdigie. Es ist ein selten schönes Exemplar Die Brust ziert eine prächtige Halskrause von Federn, die in allen Farben des Regenbogens schillern. Das ttesschwarze Gefieder geht unter den Flügeln in Grauschwarz über, Schnabel und Stender sind dunkelrolh, die unteren Schnabeldecken und der Kropf rosa. — Ein leider Gottes in der jetzigen Zett recht häufig vorkommender geschäsi- licher „Kniff" hat vom Reichsgericht jetzt feine gerechte Bemtheilung erhalten. Entzieht Jemand einem bestehenden Geschäfte dessen vorbandenc Kundschaft durch die Vorspiegelung falscher Thatsachen, um diese Kundschaft an fein eigenes Geschäft herau zuzieben, so ist er nach einem Urfljeile des Reichsgerichts. 2. Strafsenats, vow 28. Februar 1882, wegen Betrugs zu bestrafen. Die Entscheidung ist für die kauf männische Welt nicht nur interessant, sondern von sehr hoher Bedeutung, Sie reformirt vielleicht die jetzige Geschäftsmaxime etwas. — [Die Kosten des Lotteriespielens.] Vor Kurzem starb in Glogau ein als leidenschaftlicher Lotteriespieler bekannter Herr. Seit zwanzig Jahren fofelte derselbe nicht nur in allen Staatsklassenlotterien, sondern nahm Loose zu allen möglichen Pferde-, Gewerbe , Wohltbätigkeits Lotterien des In- unb Auslanbes. Seine Schränke enthielten ganze Packele solcher blauer, grüner, weißer Anweisungen auf das Haus „Fortuna". Nummernverzeichn sse und Berechnungstabellen vervollständigten die Hinter- lass-nschast b'ifc§ Mannes, ber über Gewinn und Verlust Buch unb Rechnung geführt In zwanzig Jahren häufte sich die Ausgabe für Lotterieloose auf bie Summe von 14,000 JL. Dagegen waren in ben Büchern nur acht Gewinne vermerkt im Gesammt- werih von — 500 M.. — [Bretter aus Stroh ] Nach vielfachen Versuchen ist es in Amerika gelungen, künstliche Bretter aus hybraultsch gepreßtem Stroh herzustellen, welche sich besonders für Parquetsußböben. boch auch ebenso gut für anbere Zwecke eignen. Dieselben haben ' Norm! >°s S&ttB? *r ibett. W MgMk di, nbtrenbtn M concet/ ^rtületie. >er M, in Beglej, n Abend 4 auf de» «Mimen Nichwüiq u»g finben da tefhi| Mlla tot «ferer Statt n8 mltMt ed ebm eit inMiM tuf dem @t m vnslhiK waren. »testen Ijitl die begrtf :. In mr warben ijir ca 2 6* ner UHifi gegenüber fr ; ine Deffent: 'orgn In ein knffri ütr anjir 6W mti - D JemieH« eiben. Du Wag i(n ■ «(««»je» f, /i>M M a- ,V°' ati ftatt- ta# a btr to: tzmM nein deeckjt !t in «w it 60 8* bet Stauen Derben- ® 'ssmde 6«[l . ■uj die Kf in nun M f @£plefii” I I dieselbe [» . (8 mric . 'Leichen an- d-n SW u »eriei»« d- d'- M jlefieni* si« Sg iWh?a ’«««*£ KL- nW> Stotz 6eS ■ (Srentpl01, Srau'i’® len »®‘* feit Zier-W' 1<« S ill1' 7A- jjicfjt nur das Süßere Ansehen, sondern auch die Festigkeit und Dauerhaftigkeit von Brettern auS feinem gutem Holze, man kann sie nach Belieben hobeln. Nägel halten darin fo fest wie im Holz, und dabei haben sie noch den Vvrthcil, weder Astknoten noch Verwertungen, noch Risse und Spalten zu besitzen Ebenso wenig hat man bei diesen Strohbrettern ein Wersen oder Schwinden zu befürchten, sie sind keiner Fäul- rniß, keinem Hausschwamm und keinen Angriffen holzzerstörender Insekten ausgesetzt und ihre Tragsähigkeit übertrifft bei Weitem jene der gewöhnlichen hölzernen Bretter. Schiffsbcricht. Mitgetheilt von dem Agenten des Norddeutschen Lloyd in Bremen, C W. Dietz Nachfolger Gießen. Bremen, 18. Mai (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Rhein, Capt. H. A- F Neynaber, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 5. Mai von Bremen abgegangen war, ist gestern 4 Uhr Nachmittags wohlbehalten tn Newyork angekommen. Handel und Verkehr. Gießen, 20. Mai. Auf dem heutigen Wochenmarkte kostete: Butter per Psd jL 1.05—110, Hühnereier 1 Stück 5 4 und 2 Stück 9 4, Enteneier per Stück 5—6 4 Ganseeier per St. 0-00 4, Käse p. St. 5—10 4, Kasematte per Stück 3 4, Erbsen 1 Liter 26 4, Linse» 1 Liter 30 4. Tauben das Paar 75-80 4, Hühner per <5tüd X 1.30—1.50, Hahnen per Stück X 1.10—170, Enten per Stück X 2 00—2 20 Ochsenfleisch per Pfund 64-66 4, Kuh- und Rindfleisch 54—56 4, Kalbfleisch 44 bis 50 4. Schweinefleisch 62—64 4, Hammelfleisch 60—66 4, Kartoffeln 100 Kilo X 3 00—3-80, Zwiebeln der Beniner X 12-15, Milch per Liter 16—18 4. Gießen, 20. Mai. Auf dem am 16. und 17. d. M. dahier abgehaltenen Markte waren aufgetrteben: 1256 Stück Rindvieh und 1786 Stück Schweine. Die Preise waren gegen denen der vorherg-henden Märkte etwas gedrückt. Nächster Markt Dienstag den 13. Juni i>. I Frankfurt a. M., 20. Mai, Nachmittags 2 Uhr — Min. (Telegraphischer Coursbericht. Mitgetheilt durch das Bankgeschäft Albert Kaufmann in Gießen.) ■Srebitactien 232«,«, Staatsbahnaetien 282«/«, Galizier 266>/r, Oesterr. Silberrente 657/e, 4u/o Ungar. Goldrente 75’/e, 4% 1880er Ruff en 70'3/«e, 2. Orient-Anleihe 57‘/16, »°/o Rumänische Rente 91V,, Lombarden —. Tendenz schwach. Auszug aus den Standesamtsregistern des Standesamts Gießen. Aufgebote. Mai. 15. Bierbrauer Franz Günther von Görzig mit Elisabethe Strock von Wetzlar. 16. Schreiner Christian Orb'g, Wittwer von Gießen mit Anna Elisabethe Büttner, Tochter des Maurers Heinrich Büttner von Höckrrsdors. 19. Schneiber Johann Martin Hoß von Wankheim mit Pauline Plappert, Tochter des Hauptzollamtsdieners Johann Wilhelm Plappert von Heilbronn 19- Kreisassistenzarzt Dr. Carl Georg Eduard Julius Gottfried Spamer mit Julie Karoline Pistor, Tochter des Kaufmanns Emil Pistor von Gießen. Ghefchließungen. Mai. 13. Gendarm Peter Schaffnit mit Marie Margarethe Becker, Tochter des Schneiders Heinrich Becker III. von Brensbach. 13. Oeeonom Wilhelm Schantz vom Krayerhof bei Andernach mit Anna Schwarzentraub, Tochter des verstorbenen Gutsbesitzers Daniel Schwarzentraub von Hof Strupbach. 18. Gerbermeister Wilhelm Karl Johann Balthaser Plank mit Maximiliane Anna Friederike Marie Jodannette Hirschseld, Tochter des verstorbenen Schlossermeisters Philipp Hirschfeld von Gießen. 19. Taglöhner Johann Georg Krombach, Wittwer von Krofdorf mit Wilh Imine Schwab geb. Lentz, Wittwe des Zimmermanns Johann Georg Schwab von Oppenrod. Geborene. Ma«. 6. Eine Tochter von auswärts, Margarethe. 10. Eine Tochter von auswärts, Dorothea. 11. Dem Archstect Jacob Stein eine Tochter. Pauline Margarethe. 12. Dem Schmied Jacob Waldschmidt eine Tochter. 13. Dem Fabrikarbeiter Eduard Lind eine Tochter, Emma. 13. Dem Agent W'lhelm Mosler ein Sohn, Wilhelm. 13. Dem Fuhrmann Wilhelm Bonarius eine Tochter, Henriette. 15. Dem Maschinenmeister Heinrich Belz eine Tochter, Anna Marie. 16 Dem Bierbrauer Wilhelm Schupp em Sohn. 16. Dem Schreiner Georg Lang eine Tochter, Wilhelmine Marie. 17. Dem Schmied Heinrich Spengcl eine Tochter. 17. Dem Vicefeldwebel Ka,l August Tennstädt tim Sohn. Gestorbene. Mai. 13. Sopbe Mauer, geb. Schäfer, 30 Jahre alt, Ehefrau des Wagners Wilhelm Mauer. 13- Karoline Braubach, 52 Jahre alt. 14. Emma, 5 Stunden alt Tochter des Fabrikarbeiters Eduard Lind 15. Elisabethe Wagner, geb. Laucht 25 Jahre alt,' An T«is'a ? Lda^ Wagner. 18. Taglöhner Johannes Agel, 61 Jahre Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde. Getraute. „ , Den 13, Mai. Peter Schaffnit, Gensdarm zu Gießen und Marie Margarethe Becker, des Schneider Heinrich Becker III in Brensbach eheliche Tochter. B V k Den 18. Mai. Wilhelm Carl Johann Balthasar Plank, @ei bermeifter dahier und Maximiliane Anna Friederike Marie Johannctte Hirschfeld, des verstorbenen Schlossermeisters Philipp Hirschfeld eheliche Tochter. ™ Den 19 Mai. Johann Georg Krombach, Taglöhner dahier, ein Wittwer und Wilhelmine Schwab, geh. Lentz, des verstorbenen Zimmermanns Georg Schwab Wittwe. Getaufte. geborenem1» ™prit ®Srtner 3fatot’ efne Tochter, Anna Georgine Marie, Denselben- Dem Fuhrmann Conrad Hofmann eine Tochter, Marie, gehörenden ly. April. Denselben. Dem Heizer Georg Oertel eine Tochter, Karoline Katharine Margarethe, geboren den 18. Marz. Den 16. Mai. Dem Großh. Gymnasiallehrer Dr. Peter Dettweiler ein Sohn. Gustav Hermann Carl, geboren den 24 April. ‘ M . ?en48J??al' Dem Wagenrevisor Robert Hertwig ein Sohn, Emil Karl, ge° ooren den 26. Marz. „,.r Denselben. Dem Metallwaarenfabrikanten Heinrich Schaffstädt eine Tochter, Elisabeth Marie, geboren den 17. April. . ,. D-nselben Dem Hauptmann im II. Großherzogl. I santerie-Regiment Nr. 116 dahier, Karl Cullmamt ein Sohn, Friedrich Ludwig, geboren den 3. März. Den 19. Mai. Dem Heizer August Giffey ein Sohn, Ludwig Wilhelm Heinrich, geboren den 17. April- ' Beerdigte. Den 13. Mai. Helene Ehrhardt, geb. Junker, Ehefrau des Schneiders Johannes Ehrhardt, alt 39 I. 6 M- 13 T, gestorben den 11. Mat. Den 15. Mai. Sophie Mauer, geb- Schäfer, Ehefrau des Wagners Wilhelm Maner, alt 30 I. 9 M. 12 T, gestorben den 13. Mai. Den 16. Mai. Karol-ne Braubach, des verstorbenen Großh. Professors Wilhelm Braubach eheliche Tochter, alt 51 I. 10 M. 12 T., gestorben den 13^ Mai. a a -Dm 17- Mai. Elisabeth Wagner, geb. Laucht, Ehesrau des Eisenbahnarbeiters Justus Wagner, alt 25 I. 6 M- 2 T, gestorben den 15. Mai. Brodpreise vom 21. Mcti bis 4. Juni 1882. der Bäcker 2 II. Sorte 3 1 2 1 2 73 I75 78 u l32 64 ;29 58 (26 52 54 1 2 1 2 3 1 2 3 ' (4 ,, j ,, „ bei Konrad Rinn III. .... , (6 Pfd.) Schwarzbrod II. Sorte bei K. Haas, K. Wallenfels, M. Lenz, Eduard Noll....... „ F. W. Hartmann u. L Schneider „ L- Kroneberg, E. Wallenfels, und L. Keil....... (2 „ ) Schwarzbrod I. Sorte 1 Kgr. (2 Pfd., Weißbrod . 2 „ (4 „ ) „ der Brodverkäufer und Karl Möser 73 78 32 64 29 58 bei Emil Sauer „ I. Thomas j Schwarzbrod I. Sorte Kgr. (2 Pfd.) Weißbrod » (4 „ ) „ „ (2 » (4 ,, (6 Kgr. (2 Pfd.) Schwarzbrod IL Sorte |26 u ) » „ 52 NB. Schwarzbrod II. Sorte wird von Aug. Noll nicht verkauft. Gießen, den 20. Mai 1882. Großherzogliches Polizeiamt Gießen F r esenius. Waffcrwätwe der Lahn. Am 20. Mai, Mittags zwischen 11 und 12 Uhr: + 10«/«" R., Luftwärme + 11° R. L. Chr. Rübsamen. Tagesordnung: 3590 C. Weber, Weinhandlung 3592 3532 Nur echt, wenn die oorgcbrudite Schutzmarke auf den Stiquetten sieht. Husle-Nieht Der Vorstand des Gesellschaftsvereins. ____________Engisch. 1881t „ „ „ 60 „ 1880t Rothweine pet 3/t Sitet 110 Pfg. Aeltere Jahrgänge zu entsprechend ebenso billigen Preisen. Für die Reinheit sämmtlicher Weine wird jede Garantie geleistet und jedes Quantum frei ins Haus geliefert. — Auch einzelne Flaschen werden abgegeben. Bleichetrasse C. 39,5. 1879t Weine pet Litet 70 Pfg. 1880t „ „ „ SO „ Malz-Exlrart u. (Karamellen*) von L. H. Pietsch & Co., Breslau. Caratncllcu. — Ich war so heiser, daß ich kaum sprechen konnte, bm aber nach Gebrauch von zwei Palleten (Huste-Nichts Malz -Extract- Caramellcn von L. H. Pietsch & Co. wieder vollständig hergestellt, was ich hierdurch gern bekannt gebe. Breslau, Alexandcrstraße 8. Otto Schmeidel, Kaufmann. *) Extract a Flasche 1 X, 1.75 u. 2.50. (Karamellen ä Beutel 30 und 50 4- — Zu hoben in Gießen bei Gg. Wilh. Wcidig. 653 Gcsellschafts-Vercin. Da wegen baulicher Veränderungen die Bibliothek des Gesellschastsvereins dahier für einige Zeit geschlossen werden muß, so sind die sämmtlichen aus derselben entliehenen Bücher nächsten Donnerstag, den 25. ds. Mts., zurückzuliefern. Wer diese Frist versäumt, hat an den Gesellschaftsdiener für das Abholen der entliehenen Bücher statutengemäß 25 4 zu entrichten. Die Wiedereröffnung der Bibliothek wird besonders bekannt gemacht werden. Gießen, den 20. Mai 1882. Zur gegenwärtigen Saison springe mein mit allen Neuheiten assortirtes Lager in Herten- und Knaben Kleidern . m empfehlende Erinnerung. Gleichzeitig offerire mehrere zurückgesetzte .. n- Sommer-Uebersieher »o:n 11 brs 15 Mark. Ferner erlaube mir mein in den elegantesten Eistern zum Unfertigen nach Maß bei billigsten Preisen und unter Garantie 111 emp*n" . 3136 M, Weiner. 1. Jahresbericht des Kirchenvorstandes über den kirchlichen und sittlichen Zustand unserer Gememde tut Jahre 1881 2. Wahl eines dritten Abgeordneten zur Dekanats-Synode Gießen und emes Stellvertreters de,,e ben. Bemerkt wird, daß nach der Kirchen- verfaffung die Abgeordneten zur Dekanats-Synode aus der RaM der gegenwärtigen oder früheren Kirchenvorsteher zu wählen sind 3. Verkauf eines Stückes «ner Pfarrwiese an die Aktien-Brauerei Gießen 4. Einführung des neuen Gesangbuchs. B ’ 5. Die kirchliche Armenpflege. Gießen, den 17. Mai 1882. ®er Vorsitzende des Kirchenvorstandes __Dr- Naumann. Evangelische Gemeindevertretung. Die geehrten Mitglieder der evangelischen Gemeindevertretung lade icb rorbehältlich der an die einzeMen Herren ergehenden besonderen Einladung! hierdurch ergebenst em zu einer Sitzung, die am Sonntag, den 21 Mai =>• 2" Vormittag» u Uhr, in der Kitche stattfinden soll mit folgen! Der Tagesordnung: 1 J Bekanntmachung. 3573 Unter Bezugnahme auf die Art. 34 und 35 des Berggesetzes vom 28. Januar 1876 wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß die Handelsgesellschaft Gebrüder BudcruS zu Lollar unterm heutigen Tage mit dem Eisen-und Manganerz-Bergwerke „Ober-Hörgern II" in der Gemarkung Ober-Hörgern, Kreises Gießen, beließen worden ist. Etwaige Einwendungen gegen diese Verleihung müssen bei Vermeidung des Verlustes des Vorzugsrechtes binnen drei Monaten durch gerichtliche Klage gegen den Bergwerkseigenthümer geltend gemacht werden. Während dieser Frist ist die Einsicht des Situationsrisses bei der Bergmeisterei Gießen Jedem gestattet. Darmstadt, den 24. Januar 1882. Großherzogliche Obere Bergbehörde. Jaap. ______________ Tecklenburg. Bekanntmachung. Unter Bezugnahme auf die Art. 34 und 35 des Berggesetzes vom 28. Januar 1876 wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß das Fürstliche HauS SolwS-HohensolmS-Lich unterm heutigen Tage mit dem Braunkohlen-Bergwerk „Oranien" in der Gemarkung Ober-Hörgern, Kreises Gießen, beliehen worden ist. Etwaige Einwendungen gegen diese Verleihung müssen bei Vermeidung des Verlustes des Vorzugsrechtes binnen drei Monaten durch gerichtliche Klage gegen den Bergwerkseigenthümer geltend gemacht werden. Während dieser Frist ist die Einsicht des Situationsrisses bei der Bergmeisterei Gießen Jedem gestattet. Darmstadt, den 24. Januar 1882. Großherzogliche Obere Bergbehörde. Iaup. 3574 Tecklenburg. Bekanntmachung! Unter Bezugnahme auf die Artikel 34 und 35 des Berggesetzes vom 28. Januar 1876 wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß die Herren Karl Kinzenbach zu Weilburg und August Reinhardt zu Münster unterm heutigen Tage mit dem Braunkohlen-Bergwerk „Philippine" in der Gemarkung Ober-Hörgern, Kreises Gießen, beliehen worden sind. Etwaige Einwendungen gegen diese Verleihung müssen bei Vermeidung des Verlustes des Vorzugsrechtes binnen drei Monaten durch gerichtliche Klage gegen die Berg- werkseigenthümer geltend gemacht werden. Während dieser Frist ist die Einsicht des Situationsrisses bei der Bergmeisterei Gießen Jedem gestattet. Darmstadt, den 24. Januar 1882. Großherzogliche Obere Bergbehörde. Jaup. 3575___________________________________ Tecklenburg. _ Grassamen Versteigerung. Donnerstag den 1. Juni d. I., Vormittags 11 Uhr, soll der Grassamen aus den Waldungen des Großherzoglichen Hauses der Oberförstereien Feldkrücken, Grebenhain, Nidda, Ortenberg, Schotten und Eichelsdorf und den Gräflich Stolberg'schen Waldungen der Oberförsterei Gedern, im Rathhaussaale dahier öffentlich versteigert werden. Wegen näherer Auskunst wolle man sich an die genannten Oberförstereien wenden. Nidda, am 18. Mai 1882. Im Auftrag: 3579 Rohr, Großh. Oberförster. Mittwoch den 24. Mai, Nachmittags 1 Uhr, werden in dem Bramm'schen Saale (Restauration Albold) dahier 1 Pferd, 2 Küchcnfchriinke mit Glasaufsatz, 1 Konsolschrankchcn, 1 Weiß- zeugschrank, 6 nußbaumlackirte Bettstellen, 1 alte Bettstelle, 2 rrußbaum- polirte ovale Tische, 6 Kleiderschränke, 1 Sopha, 1 Kommode, 1 P>lt, 12 Petroleumherdchcn, 1 Kinderbettstelle öffentlich meistbietend versteigert. Die Versteigerung findet bestimmt statt und bemerke hier, daß die Pctroleum- hcrdchen freiwillig zur Versteigerung gebracht werden. Gießen, den 19. Mai 1882. Bauer, 3594 Großh. Gerichtsvollzieher. Jeikgeöotenes. 3444 Eiserne Garte,»dank und gebrauchte Sophos zu verkaufen. ______I. Rothenvcrgcr, Lindenplatz. Falzziegel 1. Sorte (Conturier) Jt. HO pro Mille, 2. „ 100 pro Mille, Tuffsteine (Rohre wie Wandsteine) empfiehlt billigst S. Katzenstein, 2634____________Holzhandlung. Herren - Sonnenschirme in allen Farben, von /, . IC 20-24 Englische Souvereigns . 20 *87—42 Russische Imperiales . 16 72-76 Holländische fl. 10-Stücke 16 76- 72 Dueaten ...... 9 53—58 Dollar? in Gold . . . 4 20-24 Verantwortliche Redaction: A. Scheyda. - Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen. Hierzu ein zweites Blatt und eine Beilage.