Nr. 140. Dienstag den 20 Juni 1882. icßcncr Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Bureaur Echukstraße B. 18. Erscheint täglich mit Ausnahme des MoutagS. Preis viertetfithrlich 2 Mark 20 Pf. mit Kringerlvhn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Marl 50 Pf. Amtticher Hheit. Betreffend: Kreis-Lehrer-Conferenz. Gießen, am 19. Zuni 1882. Die Großherzogliche Kreis-Schul-Commission Gießen an die Schulvorstände des Kreises. Mit Bezug aus unsere Bekanntmachung vom 12. er. benachrichtigen wir Sie, daß die auf Mittwoch den 21. d. Mts. anberaumte Kreis-Lehrer-Conserenz eingetretener Hindernisse wegen verschoben werden mußte. — Sie wollen die Lehrer Ihrer Gemeinden sofort hiervon in Kenntniß setzen. ___________________________Dr. Boekmann.__ Betreffend: Das Ober-Ersatz-Geschäst für 1882. Bekanntmachung. Das Ober-Ersatz-Geschäft für 1882 wird im Kreise Gießen Dienstag den 27. Juni, im Gasthaus zum Rappen zu Grünberft, Vormittags 9 Uhr, Mittwoch den 28. Juni, in dem alten Rathhause zu Giesten, Vormittags 8 Uhr, Donnerstag den 29. Juni, daselbst, Vormittags 8 Uhr, Freitag den 30. Juni, im Rathhause zu Lich, Vormittags 9% Uhr, stattfinden. Es haben sich nach Maßgabe der besonders ergehenden Vorladungen an den genannten Tagen vor der Großherzoglichen Ober-Ersatz-Commission im Bezirk der 49. Infanterie-Brigade in sammtlichen Aushebungsorten zu gestellen: a. die zur Ersatz-Reserve I. Klasse in Vorschlag gebrachten Militärpflichtigen; b. die von der Ersatz-Cominission als tauglich und einstellungsfähig erkannten Militärpflichtigen, einschließlich derjenigen aus früheren Jahrgängen; c. die von den Truppentheilen zur Disposition der Ersatz-Behörden entlassenen Soldaten; d. die von den Truppentheilen abgewiesenen einjährig Freiwilligen. „ Den Großherzoglichen Bürgermeistereien werden besondere Ladungen für die Militärpflichtigen k. H. zugehen, welche den Betreffenden unverzüglich zuzustellen sind. Der Vollzug der Ladungen ist innerhalb 14 Tagen anzuzeigen. Die Militärpflichtigen sind außerdem anzuweisen, ihre Loosungsscheine mit zur Stelle zu bringen. Die zur Beurtheilung von Reclamationen in Betracht kommenden Personen haben ebenfalls zu erscheinen. Sollte eine Ladung nicht vollzogen werden können, so ist der Grund hiervon berichtlich anzuzeigen und ist, wenn ein Militärpflichtiger von seinem bisherigen Wohnorte weggezogen ist, zugleich anzugeben, wohin derselbe verzogen ist. ... .. . Die Großherzoglichen Bürgermeister haben bei dem Ober-Ersatz-Geschäst selbst anwesend zu sein und sich darum zu bemühen, daß die Militärpflichtigen rechtzeitig zur Stelle sind. Gießen, am 2. Juni 1882. Der Civilvorsitzende der Großherzoglichen Ersatz-Commission des Kreises Gießen. Dr. Hofsmann, Negierungsrath.__ Deutschland. Darmstadt, 17. Juni. Se. König!. Hoheit der Großherzog nahmen heute militärische Meldungen entgegen und empfingen den Obersten und Com- mandanten der Residenz Frhrn. Röder v. Diersburg, den Obersten v. Treskow, den Obersten v. Westernhagen, Commandeur des 3. Großh. Infanterie-Regiments (Leib-Regiments) Rr. 117, den Oberbetriebs-Jnspector der Main-Neckar-Bahn, Baurath Geßner, den Kammerherrn Frhrn. v. Amerongen, den Kammerjunker Regierungsassessor Frhrn. v. Gagern, den Garnisonsauditeur Wolf von Rastatt; zum Vortrag den Ministerial-Präsidenten Schleiermacher, den Geh. Staatsrath Finger und den Ministerialrath v. Werner. Darmstadt, 17. Juni. Der König von Sachsen trifft am 21. Juni zum Besuche des Großh. Hofes hier ein. Berlin, 17. Juni. Der Kaiser conferirte gestern Nachmittag mit dem Reichskanzler und verblieb Abends in seinem Arbeitszimmer. — Der „Reichs-Anz." pubticirt das Gesetz, betr. die Einsetzung von Bezirkseisenbahnräthen und eines Landeseisenbahnrathes. — Der „Reichs-Anz.-" schreibt: Die Angaben des Reichskanzlers in seiner Rede vom 12. Juni über die Menge der Klassensteuer-Executionen haben einen starken Eindruck gemacht, obwohl das Material, wie der Reichskanzler hervorhob, bereits in den Motiven des Verwendungsgesetzes enthalten ist. Es fehle nicht an Versuchen, die Bedeutung jener Zahlen zu verringern und überhaupt Den Eindruck seiner Ausführung abzuschwächen. Der „Reichs-Anz." wiederholt daher jene summarischen Angaben etwas specialisirter und recapitulirt, daß vom 1. April 1879 bis zum 1. April 1881 zusammen 1,617,831 vollendete Pfändungen stattgefunden haben, davon in der untersten Stufe 855,230 oder 52,9 pCt., fruchtlose Pfändungen 1,686,234, davon 1,124,427 oder 66,7 pCt. in der untersten Stufe. Im Ganzen sanden in den drei Jahren 3,304,065 Pfändungen, davon in der untersten Stufe 1,979,657 oder 59,9 pCt. statt. Berlin, 16. Juni. Die „Norddeutsche" schreibt: „In neuerer Zeit wird wiederholt darauf aufmerksam gemacht, datz geschäftliche Beziehungen zu Genf, obwohl diese Stadt im Allgemeinen ein sehr solider Geschäftsplatz ist, doch nur mit einer gewissen Vorsicht anzuknüpfcn sind. Namentlich wird es als unvorsichtig bezeichnet, Bestellungen dahin auszuführen, ohne die betreffenden Häuser genau zu kennen. Es vergeht fast keine Woche, wo nicht an das dortige deutsche Consulat Anfragen über Firmen oder protestirte Wechsel mit der Bitte um Intervention eingehen. Es gibt in Gens mebr als anderswo Jndustrieritter, die sich Maaren schicken lassen, aber wenn es an's Zahlen geht, nicht zu finden sind. Die aus den heterogensten Elementen zusammengesetzte flottante Bevölkerung und die Nähe der französischen und italienischen Grenze erleichtert dieses Treiben ungemein. Auch wird zur Warnung deutscher Bankhäuser bemerkt, daß Börsendifferenzen wohl im (Santon Genf, nicht aber im Waadtlande eingeklagt werden können, wo sie als Spielschulden behandelt werden." Leipzig, 17. Juni. Der Präsident des Reichsjustizamtes, Staatsfecretär v. Schelling, ist mit dem Geh. Oberregierungsrath Meyer hier eingetroffen, um ai Gemeinschaft mit dem Präsidenten des Reichsgerichts, Simson, und dem Oberreichsanwalt, Freiherrn v. Seckendorf, eine Localbesichtigung des Bauplatzes für das neue Reichsgerichtsgebäude vorzunehmen. Hesterreich. Wien, 16. Juni. Der Fürst von Bulgarien stattete gestern dem Minister des Aeußern, Grafen Kalnoky, und heute dem deutschen Botschafter, Prinzen Reuß, einen Besuch ab und empfing am Nachmittag deren Gegenbesuch. Am Sonntag wird der Fürst die Weiterreise nach Sofia antreten. Krankreich. Paris, 16. Juni. Hiesige Zeitungen berichten, die Mächte hätten der Türkei eine Frist von 48 Stunden gestellt, um ihre Zustimmung zu der Con- ferenz zu erklären. England. London, 17. Juni. Die Polizei legte heute im hiesigen Stadtthell Clerkenwell bedeutende, für Irland bestimmte Waffenvorräthe mit Beschlag. — Wie dem „Reuter'schen Bureau" aus Alexandrien gemeldet wird, hat Ragheb Pascha die Neubildung des Cabinets übernommen. Portsmouth, 17. Juni. Ihrer Maj. Schiffe „Hecla", „Dee" und „Don" haben Befehl zur Abfahrt nach Alexandrien erhalten. KoLand. Haag, 16. Juni. Das Kriegsschiff „Marnix" vom holländischen Mittelmeergeschwader hat Ordre erhalten, unmittelbar nach seiner Ankunft in Matta zum Schutze der holländischen Staatsangehörigen nach Alexandrien avzugeyen. Außland. Petersburg, 17. Juni. Das „Journal de St. Pötersbourg" schreibt anläßlich der Entsendung der Schiffe fremder Machte nach Akxandnen Rußland habe analoge Dispositionen wie die übrigen Mächte zum Schutze der Lonsuln und Staatsangehörigen durch die Entsendung von Kriegsschipen in bte egyptp schen Gewässer getroffen. Sollte di- Landung türkischer Truppen er orderlich fein, so würde sie unter der Control- der Machte und für eme bestimm e ^auer stattfinden Die Conferem fei unvermeidlich, aber sie muffe sich ausichliefilich einen Artikel der „Mosk. Ztg.", welcher sich m höchst schmeichelhafter Weise über den Minister des Innern, Grasen Tolstoy, ausspricht. Der „Reg.-An,. veröffentlicht ein Dekret, welches die Expropriation von Petr°ceuui.Landereien für eine Baku und Saturn mittelst der Kaukasusbahn verbindende Linie anordnet sowie ferner die Reglements über die Reorganisation der Kronsbaueru von Ost'-Sibiren — Die Suspendirung der Zeitung „Minuta" erfolgte wegen eines Ausfalles gegen Trepow, welcher von den Zeitungen als designirter Eh-f für das in Aussicht genommene Reichs-Polizeidepartement genannt wird. Aegypten. Alexandrien, 17. Juni. (Telegramm des „Reuter'schen Bureaus"). Das Gerücht, daß das englische Kanalgeschwader in Malta Truppen aufnehmen werde, ist unbegründet. Die englische Regierung wird einige weitere Transportdampfer hierher senden zur Aufnahme englischer und deutscher Flüchtlinge. Ein russisches Kriegsschiff ist in den Hafen eingelaufen. Alexandrien, 14. Juni Es waltet nur wenig Zweifel darüber ob, wirb Reuter's Bureau von hier gemeldet, daß, obwohl die Ruhestörungen vom Sonntag in erster Reihe durch einen Streit zwischen einem Malteser und einem Araber verursacht worden, die (Smtuie eine vorher verabredete gewesen. Der Pöbel war durchweg mit schweren Stöcken bewaffnet und erschien in Stärke an vielen Punkten zu gleicher Zeit. Uebrigens wurde ein Fanatiker in eine grüne Robe gekleidet in einem Wagen herumfahrend und den Pöbel anfeuernd gesehen- Die Soldaten und Polizeldiener waren fünf Stunden lang passive Zuschauer des Blutvergießens und Plünderungswerkes und erst als schließlich das Militär requirirt wurde, zerstreuten sich die Unheilstifter. — Die Londoner Zeitungen fahren fort, Einzelheiten über die Metzeleien in Alexandrien am letzten Sonntag zu veröffentlichen. Die Zahl der ermordeten Europäer wird jetzt auf 115 veranschlagt. Eine Schätzung der getödteten Eingeborenen ist noch unmöglich. Ein Berichterstatter des „Daily Telegraph" meldet: Ein Augenzeuge der Massacre erstattet einen fürchterlichen Bericht über die erlebten Scenen. Er sagt, daß die Köpfe der Europäer in vielen Fällen zu einem Brei zerschlagen wurden, während andere Opfer Ausschreitungen unterworfen wurden, gegen deren Beschreibung die Feder sich sträubt. Allenthalben wurden die Körper der Erschlagenen beraubt. Die Läden wurden ebenfalls geplündert. Ein anderer Zuschauer war Augenzeuge der Ermordung von drei Europäern auf dem Grand Place. Die Köpfe derselben wurden gegen die Pflastersteine geschlagen, bis der Tod eintrat, und dann wurden die Leichen ihrer Kleidungstücke beraubt. Dieser Zeuge behauptet, daß er Eingeborene in Amtsgewändern < grün) die Araber zu brutalen Thaten ermuntern sah. Die meisten Todes wunden scheinen durch Knüttel und Keulen zugefügt worden zu sein. Türkei. Konstantinopel, 17. Juni. (Telegramm des „Reuter'schen Bureaus"). Der Sultan hat gestern dem französischen Botschafter gegenüber seine Bedenken gegen die Conferenz von Neuem ausgesprochen. Der Botschafter wies darauf hin, daß alle Mächte darüber einig seien, daß auf der Conferenz nur die egyp- tische Frage behandelt werden fall. Der Sultan verharrte indeß dabei, daß die Conferenz Unzuträglichkeiten mit sich bringe. Telegraphische Depeschen. Wolff'S telegr. Corresponderrr-Brrreair. Kassel, 18. Juni. Se. Maj. der Kaiser traf heute Morgen 8 Uhr wohlbehalten hier ein. Nachdem auf dem Bahnhofe der Kaffee eingenommen worden war, begab sich Se. Majestät um 8‘/2 Uhr zum Besuche Sr. Königl. Hoheit des Prinzen Karl nach dem Schlosse und setzte nach etwa dreiviertelstündigem Verweilen die Reise nach Ems fort. Auf der Fahrt in die Stadt wurde Se. Majestät überall mit enthusiastischen Kundgebungen begrüßt. Ems, 18. Juni. Se. Maj. der Kaiser ist kurz nach 2 Uhr mittelst Extrazuges hier eingetroffen. Zum Empfange am Bahnhose waren anwesend: Prinz Nicolaus von Nassau, Prinzessin Eugenie von Oldenburg, Oberpräsident v. Bardeleben, Regierungspräsident v. Wurmb, Landrath Ralshoven, Badecom- miffar v. Lepel, Amtmann Schlosser, Bürgermeister Spangenberg, die Generalität von Coblenz, die Geistlichkeit, mehrere Kriegervereine und eine große Anzahl distinguirter Badegäste. Der Kaiser, welcher sehr wohl aussah, begab sich alsbald , von den Badegästen und der zahlreichen Bevölkerung sehr lebhaft begrüßt,' in offenem Wagen über die mit Blumen und Fahnen festlich geschmückte Brücke nach dem Kurhaus. Auf dem Wege dahin bildeten die Schulen Spalier. Petersburg, 18. Juni. Eine an Allerhöchster Stelle bestätigte Resolution der Synode untersagt den Nicht-Christen den öffentlichen Handel mit Heiligenbildern, Kreuzen und christlichem Kirchengeräth. — Das „Journal de St. P6tersbourg" bezweifelt die Richtigkeit der von Pariser Zeitungen gebrachten Meldung, daß die Mächte der Pforte eine Frist von 48 Stunden zur Annahme der Conferenz gestellt hätten, und bemerkt bezüglich der Politik Gambetta's, daß Frankreich, wenn es diese Politik angenommen hätte, isolirt gewesen wäre. Aus Patriotismus müsse es vielmehr bei den gegenwärtigen Schwierigkeiten das Cabinet Freycinet unterstützen. — Der Seehasen der Eisenbahn-Station Putilow und der Petersburger Seekanal sind nunmehr für Fahrzeuge mit einem Tiefgange bis 15 V3 Fuß dem Verkehr übergeben worden; mithin können Maaren nach und aus Petersburg ohne Umladung in Kronstadt verschifft werden. Die Eisenbahn-Station Putllow steht in directer Verbindung mit dem allgemeinen Eisenbahnnetze. Berlin, 19. Juni. (Privatdepesche). Die deutsche Negierung nahm den Vorschlag der Westmächte aus Zusammentritt einer Conferenz am 22. Juni in Konstantinopel behufs Verhandlung über Egypten an. Nach eingegangenen Telegrammen ist die Annahme auch durch die Cabinete in Nom, Wien und Petersburg sicher. Die Conferenz wird nach Maßgabe ihrer Resultate mit der Pforte in Verhandlung treten. In Egypten erklärten der Khedive, Derwisch und Arabi Pascha den europäischen Vertretern gegenüber, daß sie die Garantie für Erhaltung der Ordnung übernähmen. Die letzten Monopoldebatten im Reichstage. ^^'^berfülle von politischem Material, Thesen und Antithesen, Hoffnung:n und Befürchtungen liegt vor unseren Augen, wenn wir sichtend und prüfend die Verhandlungen durchblättern, welche uns die viertägige Redeschlacht im Reickstaae lur ^weiten Berathung des Tabakmonopols geliefert hat. Achtzehn Redner hatten sich mm Wort gemeldet und die meisten sprachen auch wirklich, von allen oratorischen Le ftunaen hoben sich aber die zweistündigen Reden des Fürsten Bismarck und sein Redeturnier mit den Abgeordneten Richter und Bamberger ab. Man müßte ein kleines Buck schreiben, wenn man alles Wesentliche in diesen großen Debatten anführen und erläutern wollte, wir beschränken uns daher auf eine Wiedergabe des Grundrisses der großen Nedekämpfe. Im Vordergründe des Streites stand neben dem Tabakmonovol unsere gesammte Wirthschaftspolitik mit dem birecten und indirecten Steuersystem dem Freihandel un> Schutzzoll. Es zeigte sich im Lause der Debatten, daß in dieser Richtung die alten Gegensätze geb ieben sind und obwohl der Reichskanzler außerordentlich bemüht war, das Drückende der birecten Steuern unb bie gerechtere Vertheiluna sowie bie größere Ergiebigkeit ber inbirecten Steuern nachzuweisen, so machte er bock wenig Eindruck auf feine Gegner; ähnlich erging es ihm auch bei feinen Argumenten für bas Tabakmonopol. Hierbei ging ber Kanzler, bie allgemeine Abneigung aeaen das Monopol würbigenb, sehr vorsichtig zu Werte, indem er nachbrücklich hervorhob daß er in dem Monopol an und für sich durchaus keine vortheilhaste und empfehlens- werthe Institution erblicke, wohl fei aber das Monopol als das kleinere von mehreren liebeln zu betrachten, das heißt als bie am wenigsten nachtheilige neue Besteuerung bie dazu cmgethan sei, die Steuerreform unb einige socialpolitische Reformen ;u voll- enben. 2(m Schlüsse seiner Rebe bemerkte auch Fürst Bismarck w-eberholt, baß bie bc.-n c en Regierungen von dem einmal betretenen Wege ber Steuer- unb Wirth schastsresorm nicht abweichen unb nach Ablehnung ber Monopolvorlage jebenfalls in die Lage kommen würben, ein anberes Mittel, wenn es auch ungeeigneter erscheinen müsse, zur Erreichung o-S vorgesteckten Zieles Vorschlägen zu müssen. Als außerorbent- lich charakteristisch für die große Unbeliebtheit des Tabakmonopols heben wir hervor, daß sich von allcn Rednern des Reichstags nur zwei, d'e Abgeordneten o. Treitschke und v. Minnigerode, fanden, welche im Sinne des Fürsten Bismarck dem Reichstage die Annahme des Monopols empfahlen, alle anberen Rebner waren aus vorwiegend wirthschaftlichen Gründen gegen das Monopol. Ganz besonders fiel darunter bie Rede des freiconservativen Abgeordneten Ackermann auf, ber sonst mit seiner Partei treu zur Wirthschaftspolitik bes Fürsten Bismarck hält, in bem Tabakmonopol aber entschieden ein verfehltes Project erblickt, welches eine blühende, bis in die weitesten Kreise greifende Privatindustrie vernichte und noch eine Menge Unzuträglichkeiten unb Nachtheile im Gefolge haben werde. Der Abg. Ackermann hob auch hervor, daß überall im deutschen Volke eine wirkliche Abneigung gegen das Taoakmonopol vorhanden wäre unb daß es wünsckenswerth sei, ber Monopoloorlage ein möglichst tiefes Grab zu graben. Daran hat es nun auch bet ber Abstimmung nicht gefehlt, benn mit 276 gegen 43 Stimmen würbe ber § 1 ber Tabakmonopoloorlage unb bamit bie ganze Vorlage in zweiter Lesung abgelehnt. ___________________________________________ Lokale-. 19' 3unL Se. Majestät Kaiser Wilhelm traf gestern Mittag 12 Uhr nebst großem Gefolge mittelst Extrazugs auf hiesiger Station ein, um nach Bad Ems weiter zu reifen. Auf dem Bahnhofe, woselbst bas Diner eingenommen würbe, waren die Herren Provinzial-Director Dr. Boekrnann, Oberst v. Westernhagen und Gendarmerie-Major Beck anwesend, welche Herren auch von Se. Majestät zur kaiserlichen Tafel befohlen wurden. Unter Hurrahrufen des zahlreich anwesenden Publikums fuhr ber kaiserliche Extrazug 12^2 Uhr nach Ems weiter. — Präcis 1 Uhr 2 Minuten traf sobann Se. Königl. Hoheit unser Großherzog nebst hoher Familie hier ein, um bem Gesangsfeste in hiesiger Stabtkircke anzuwohnen. Am Bahnhof wurde Se. Königl. Hoheit von den Herren Provinzial- Director Dr. Boekrnann, Oberst v. Westernhagen und Gendarmerie-Major Beck sowie einer außerordentlich zahlreichen Menschenmenge begrüßt. Die Eingänge zu den Fürstenzimmern waren prächtig in ben hessischen Farben unb mit Kränzen unb Guirlanden becorirt. Die Fahrt in bie festlich geschmückte Stabt erfolgte mittelst zweier Hof-Equipagen. In ber ersteren saßen Seine Königliche Hoheit nebst Erbgroßherzog und die beiden Prinzessinnen. Im zweiten Wagen saß das Gefolge. Die Herrschaften fuhren mm „Hotel Einhorn", von wo aus Se. König!. Hoheit den Weg nach der Kirche zu Fuß nahmen. Am Portale ber Kirche feierlich begrüßt, verweilten Se. Königl. Hoheit bis zum Schlüsse ber kirchlichen Feier unb fuhren sodann wieder nach bem Seltersthor unb von ba um bie Stabt herum, ben neuen Staatsgebäuden, Justizpalast unb neue Aula Höchstseine Aufmerksamkeit schenkenb. Um 5V2 Ubr reiste Se. König!. Hoheit in eigenem Salonwagen mittelst bes Personenzuges nach Darmstabt wleber zurück. Gießen, 19. Juni. Das gestrige Krrchengesangfest verlief, von schönem Wetter besonbers begünstigt, in überaus glänzenber Weise. Wer betreiben angewohnt hat, wirb sich schwerlich bem Strom ber Begeisterung, bie auf allen Gesichtern leuchtete, haben entziehen können. Nicht wenig trug zu bem schönen Erfolge natürlich die Gegenwart unseres allergnädigsten Lanbesberrn unb seiner Familie bei. Jnbem wir einen ausführlichen Bericht für morgen in Aussicht stellen, sprechen wir jetzt nur bie lieber; Zeugung unb Hoffnung aus, baß bas Fest das Verständniß unb ben Eifer für bie Sache des Kirchengesangs erheblich gefördert haben werbe. B erwischte Darmstabt. 16. Juni. Herr Hofgerichtsdirector i. P. Dr. Zimmermann feierte am 14. d. M. sein 50jähriges Doctorjubiläum. — Am Mittwoch verlor ein Dragoner von ber 2. Escabron 2. Drag.-Regts. Namens Ackermann auf traurige Weise sein Leben. Derselbe hatte einen Wagen zu leiten unb gingai ihm bie Pferbe durch, in Folge dessen ber Mann zu Boben fiel. Das schwere Fuhrwerk ging ihm über bie Brust unb war ber Unglückliche sofort tobt. Derselbe biente bereits im zweiten Jahre unb soll der einzige Sohn wohlhabender Eltern aus Klein-Bieberau sein. Walldürn, 11. Juni. Ein sonderbarer Pilger, der aus Lohrbach fein soll, traf gestern hier ein. Derselbe trug eine Dornenkrone auf dem Kopf, war barfuß unb mit einem sehr großen schweren Kreuz beloben; er sprach nichts, sondern suchte sich durch Schreiben verständlich zu machen. Man hielt denselben für einen Geisteskranken ober Schminbler, nahm ihm Kreuz unb Krone ab unb schickte ihn in seine Heimath zurück. Damit war bei ihm auch bie Rolle eines Stummen ausgespielt unb zeigte es sich, baß ber Mann ein ganz gutes Mundstück besaß. Berlin, 14. Juni. In ber „Deutschen Tabakzeitung" finben wir solgenbes Inserat: „Zur grfl. Beachtung! Ein in sehr bebrängter Lage sich befinbenber Inhaber einer Verk-Stelle von ber Kaiserl. Tab.-Manufoctur, ber burch den Betrieb eines solchen (Geschäftes sein ganzes Vermögen beinahe zugesetzt hat unb noch burch Vertrag unb (Kaution gebunben ist, bittet als Familienvater eble Tabakfabrikbesitzer um Aufträge in Cigarren unb Tabak genannter Manufactur, ba er Gelb nöthig hat unb sich ihm zum Absatz ber Straßburger Tabakfabrikate keine Gelegenheit mehr bietet Preise unter Einkauf. Briefe unter Nr. 622 an bie Expebition dieser Zeitung." — Folgenbe hübsche Kinbergeschichte wirb ber „Nieberschles. Ztg " erzählt: Ein Görlitzer Beamter besitzt einen jungen Knaben unb einen alten Hund, bie treue Spielgenossen sinb. Der Hunb pflegt burch Bellen anzuzeigen, wenn Jemanb an ber Wohnung klingelt, was in ben entfernt liegenben Zimmern oft nickt gehört wirb. Der Knabe spielt nun eines Nachmittags im Corribor unb ber Hunb schläft. Es klingelt, aber Sultan hört es nicht. Da steht bas Kinb leise vom Spiele auf, steckt seinen Kopf in bie Stube unb macht „Wau, Wau!" Sultan erwacht bavon unb hebt ben Kopf, ber Knabe aber sagt: „Schlaf nur weiter, Sultanchen, ich hab schon." Nürnberg, 16. Juni. sBay rische Lanbes-Jnbustrie-Gewerbe- unb Kunst- Ausstellung in Nürnberg 1882.] Als ein großer Fortschritt gegenüber ben früheren Ausstellungen erscheint auf ber Bayrischen Lanbes - Ausstellung in Nürnberg bie Arrangirung einer Reihe von Collectiv-Ausstellungen, b. h. bie Zusammenorbnung ber Gegenstänbe mehrerer Aussteller eines unb beffeiben Gewerbes in einem gemeinschaftlichen Tisch, Schrank ober Pavillon, so baß ber Besucher bie gleichartigen Erzeugnisse gleichsam mit einem Blicke zu überschauen vermag. Dies wirb namenttich von jenen Leuten als Wohtthat empfunden, welche die Ausstellung zu Zwecken des Studiums und der Belehrung besuchen. Man kann schon jetzt behaupten, daß dieser Gedanke zu ben wirksamsten gehört, welche bie gegenwärtige Ausstellung gezeitigt hat; er verbient baher bei künftigen Ausstellungen eine sorgsame Wetterbilbung Auch bie anbere Art von Collectiv-Äusstellungen, welche bie Münchener Ausstellung 1876 in's Leben rief, bie Zimmereinrichtungen nämlich, erfuhr auf der Nürnberger Ausstellung eine hervorragenbe Berücksichtigung, unb es ist erfreulich, zu sehen, baß gerabe biese verschiebenen Zimmer unb Stübchen die Besucher am meisten anziehen. Der Ausstellungsplatz hat nun ein anderes Aussehen bekommen; die Blüthen der Kastanienbäume sind abgefallen und die ersten Blumen haben andern Platz gemacht. Gegenwärtig ziehen namentlich die herrlichen Bananen und Palmen, welche über den ganzen Platz hin zerstreut sind, die Besucher an. Das Laub der Bäume ist dichter unb dunkler geworben; aber leibet braucht jetzt Niemand ihren Schatten zu suchen, ba bie Witterung seit einigen Tagen unfreunblid) kalt ist. Trotzdem ist ber Besuch ber Ausstellung sowohl von Seiten ber Stabtbevölkerung, wie ber Fremben, welche theilweise weise burch bie hier gastirenben Meininger angezogen werben, ein sehr zahlreicher. In ben letzten Tagen besuchte auch eine Reihe von Schulen unter Aussicht ber betreffenben Lehrer bie Ausstellung; ebenso fanben sich bereits bie Arbeiter von mehreren größeren Etablissements ein. Unter ben hervorragenben Persönlichkeiten, welche in ber letzten Woche ber Ausstellung einen Besuch abftattden, ist ber Regierungspräsibent von Niederbayern, Herr v. Lipowsky, bie Frau Fürstin von Hohenlahe-Schillingsfürst in Begleitung ber Prinzen Moritz unb Alexanber unb der Prinzessin Elisabeth, zwei Mitglieder ber Züricher Ausstellungs-Commission, Herr Ebuarb Geyer und T. Harbmeyer- Jung u. s. w. zu erwähnen. In ben nächsten Tagen erscheint ein großer kolorirter Plan bes ganzen Ausstellungsplatzes, herauSgegeden vom Bayrischen Gewerbemuseum. Ebenso erscheint bem- nächst bie 2. Auflage bes Hauptkatalogs und gleichzeitig auch im Verlage von Rubolf Mosse bie 2. Auflage bes Officiellen Führers. Die 2. Auflage bes Kunstkatalogs ist bereits erschienen unb ftnbet, wie ber Katalog überhaupt, einen über alle Erwartung raschen Absatz. “LM gestern Mittaa L*‘*$ an®tf«nbin unfer Stofe 'Mitfaer Steffi & 'fatt Srooiitjiob K?aior «-<- ;• ®,e Eingänge zu den und mit Kränzen und ft zweier Hos-Equipagen WWg,und . die bMn Herrschaften fnhren mm u°ch der Kirche zu Fuß ; Se. tionigl. Hohch bis ach dem Sellersthor und inzpalast und neue Aula 'onigl. Hoheit in eigenem >er zurück. lief, von schönem Mer emselben angewohnt hat, Uen Gesichtern leuchtete, olge natürlich die Gegen- ; bei. Indem wir einen wir jetzt nur die Heben z und den Liier iür die ols bihe/^^Orbent; -ordnet wir her/o!, 'Marck bem &Wte ?aren au?Dnre ^tQ8e nÄ darunter bk®? '"Ner Par^i. in°pol aber en ilU iUt ^Esten Kreist?^En ■n und Nackt^^de B überall im E ’® binäre unk7'^" rab m°bund baß es >nze ifa43 stimmen lQfte 'n zweiter Dr. Zimmermann feierte iscadron 2. Drag.-Negts. t batte einen Lingen zu r Mnn zu Soden iieL UngWe W tobt, je §ohn wohlhabender us Löhrbach Wjott voox n wL Envern luchte p Mx einen Geisteskranken tt ih» in feine MÄ aU3lt|p:!lt Md |sch°A ;es IN e^/Zrzeugnisse ^.ZS'2 O-A- W/h e andere A» j( t fÄ*‘‘ S'nKSd-. ÄÄ tt ol>""lche i" ’W -KM ist»«" ,.(11 < AS- Schiffsbericht. Mitgetheilt von dem Agenten des Norddeutschen Lloyd in Bremen, E- W. Dietz Nachfolger Gießen. Bremen, 16. Juni. sPer transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer America, Capt. F. Hamelmann, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 31. Mai von Bremen abgegangen war, ist heute wohlbehalten in Baltimore ange- kommen. Bremen, 17. Juni. Der Postdampfer Habsburg, Capt. F. Warnkes, vom Norddeutschcn Lloyd in Bremen, welcher am 6. Juni von Newyork abgegangen war, ist heute 8 Uhr Morgens wohlbehalten in Southampton angekommen und hat nach Landung der für dort bestimmten Passagiere, Post und Ladung 10 Uhr Morgens die Reise nach hier fortgesetzt. Derselbe überbringt 82 Passagiere und volle Ladung. Handel und Verkehr. Frankfurt, 17. Juni. Auf dem heutigen Markt kostete der CentnerHeu je nach Qualität JL 4.00—4.70, Stroh JL 3.00, Eier des Hundert JL 4.30—5.50, Butter 1. Qualität «X 1.20, 2. Qualität «X 1.10, Neue Kartoffeln das Pfund 16—18 H, Erbsen 30—50 X Bohnen JL 0.90.—1 das Pfund, Wirsing 8—12 H, Blumenkohl 30—60 ,3. das Stück, Schinken per Pfund J4 1.10—1.20, Ochsenfleisch per Mund 70^, Kuh- und Rindfleisch 45—60 H, Kalbfleisch 50—60 H, Schweinefleisch '0—80 H, Hammelfleisch 45—65 H, 1 Hahn JL. 1.70—2.30, 1 Huhn JL 2.—2.50, 1 Poularde JL 2.50—3, 1 Ente JL 3—3.50, 1 Taube 45—50 .H, 1 Welschen «X 8—12, 1 Gans JL 6.00—8. Frankfurt a. M., 19. Juni, Nachmittags 2 Uhr — Min. (Telegraphischer Coursbericht. Mitgetheilt durch das Bankgeschäft Ajlbert Kaufmann in Gießen.) Credttactten 275Vg, Staatsbahnactten 274, Galizier 270, Lombarden 121V«, Nord- westbahnactien 175% Darmstädter-Bankactien 159V2, Oberschlesische E.-B^Act. —, Oesterr. Silberrente 65Vig, 4o/o Ungar. Goldrente 753/„ 4°/o 1880er Russen 70, 5°/° ^b77r Russen 853/e, 2. Orient-Anleihe 56‘/e, Spanier —, 5% Rumänische Rente 903/g, 4% Uni ft c. Egypter 60. Tendenz |—. Wafferwärme der Lahn. Am 19. Juni, Mittags zwischen 11 und 12 Uhr: + 11V? R., Luftwärme + 15V? R- w L- Ehr. Rübsamen. Allgemeiner Anzeiger. Heu- und Grummetgras- versteigerung von den Wiesen der Stadt Laubach. Freitag den 23. Juni l. I., Morgens 9 Uhr anfangend, soll das Heu- und Grummetgras von den städtischen Wiesen, ca. 300 Morgen, an Ort und Stelle versteigert werden. Die Zusammenkunft ist am Rams- berg. Laubach, den 16. Juni 1882. Großh. Bürgermeisterei Laubach. 4166 Ritter. Ardeitsversteigerung. Donnerstag den 22. I. M., Nachmittags 1 Uhr, sollen in dem Rathhaus zu Mainzlar nachstehende Arbeiten an die Wenigst- fordernden in Accord gegeben werden: Planirung und Chaussirung zweier Wegstücke im untersten Erlenweg, veranschlagt zu . . . «X. 111.—, Eine Mulde mit sauberem Schichtpflaster, veranschlagt zu . . . . «A 14, Lieferung von 30 Cbmtr. Basaltsein, veranschlagt zu . . . . JL 120, Auffetzen derselben, veranschl.zu „ 9. Die Voranschläge und Bedingungen können auf dem Bürgermeistereibureau eingesehen werden. Mainzlar, den 15. Juni 1882. Großh. Bürgermeisterei Mainzlar. 4165 Vogel. Heugras - Versteigerung. Freitag den 23. ds. MtS. soll das Heugras von den zur Konkurs- maffe des Ludwig Bingel zur Mittelsttnühle gehörigen Wiesen und zwar Vormittags um 8 Uhr von ca. 6 Normalmorgen bei der Neumühle zu Beuern, und Nachmittags um 2 Uhr von' ca. 13 Normalmoraen in den Gemarkungen Alten-Buseck und Rödgen in Abtheilungen an Ort und Stelle, unter Gestattung von Zahlungsfrist, versteigert werden. Die Zusammenkunft ist Vormittags 8 Uhr bei der Neumühle und Nachmittags 2 Uhr vor der Au an dem Weg von Wieseck nach Trohe. Alten-Buseck, den 18. Juni 1882. H. Seuling, 4210 Konkursverwalter. Dienstag den 1. August, Nachmittags 2 Uhr, sollen auf hiesigem Ortsgericht die Immobilien der Konrad Krausch Eheleute dahier, Flur 1/824 , 531 Mtr. Hofraithe in der Schloßgasse, 1/825, 362 Mtr. Grabgarten daselbst, in 84, 2100 Mtr. Acker am Krof- dorferweg, XXXII/51, 2138 Mtr. Wiese am Hegstrauch bei der Schwalbachischen Wiese am Pfad meistbietend versteigert werden. Gießen, den 16. Juni 1882. Großh. Ortsgericht. 4219 Müller. Versteigerung von alten Falzziegeln Dienstag den 20. Juni, Morgens 10 Uhr, bei M. Weiner, Mcrktstraße. 4224 Kirschen-Versteigerung. Die diesjährigen Kirschen auf den Bäumen an Staatsstraßen des Baubezirks Friedberg sollen an Ort und Stelle an den unten genannten Tagen an den Meistbietenden öffentlich versteigert werden: 1) Samstag den 24. Juni l. I Nachmittags 1 Uhr, auf der Straße von Friedberg nach Nieder-Mörlen, in der Nähe des Stationshauses bei Bad- Nauheim, Abth. 113—124. 2) Montag den 26. Juni I I., Vormittags 11 Uhr, auf der Straße H essenbrücker-Hammer-Butzbach, hinter und vor Eberstadt, von Abth. 73 bis 92, und Nachmittags gegen 3 Uhr bei Griedel, Abth. 94—111. Friedberg, den 17. Juni 1882. Großh. Kreisbauamt Friedberg. 4204 Reuß. Gras-Versteigerungen. Mittwoch den 21. Juni wird das Heugras von den Wiesen der Herren Heinrich Busch Erben, Karl Löber Wittwe, G. Ehr. Sprnck Erben, Medicinalrath Dr. Kehrer, Dr. Melchior in Butzbach, Friedrich Schwan, Ehr. Jughardt, Karl Kempff und den meinigen öffentlich meistbietend versteigert. Der Anfang ist Vormittags 9 Uhr am Gänsacker und Nachmittags 2 Uhr an der Stefauömark. Gießen, den 16. Juni 1882. 4149___Müller. Heugras - Bersteigerung in der Oberförsterei Treis a. Lda. Donnerstag den 22. d. M., Nachmittags um 1 Uhr, soll bei Wirth Walter zu Daubringen das Heugras von der cameral-fiscalischen Sorauwiese in 21 Loosen von je l1 k Morgen versteigert werden. Treis a. Lda., den 18 Juni 1882. Großh. Oberförsterei Treis a. Lda. 4209 A mendt. Heugras-Versteigerung. Freitag den 23. Juni I. I. ioll das den v. Grolman'schen Erben gehörende Heugras in der Gemarkung Burkhardsfelden und Reiskirchen an Ort und Stelle meistbietend versteigert werden. Der Anfang ist des Morgens 9 Uhr in der Kiswiese zwischen Burkhardsfelden und Albach. Burkhardsfelden, den 18. Juni 1882. In Auftrag: 4207 Rechner Heuser. Unterzeichneter hat von der Stadt Gießen die Erlaubniß, die Ludwigs- straße vor seinem neugebauten Hause auf ca. 50 lfd. Mtr. ausbauen zu dürfen und fordert deshalb über- nehmungslustige Accordanten für Auffüllung, Lieferung von Trottoirwangen (circa 35 Mtr.), Basaltsteinlieferung (ca. 125 Cbm.), sowie für Chausfirarbeit, zur Abgabe ihrer desfallstgen Offerten auf. 4195 Koch, Bauunternehmer. Nhte Pfänder-Versteigerung. Die nicht ausgelösten Pfänder, bestehend in Silber- und Goldsachen, Kleidungsstücken, Weißzeug und sonstigen Gegenständen, werden Montag den 26. d. M., von Mittags 1 Vhr an, im Saale des Gastwirth Bramm öffentlich versteigert. 4215 K. Grünebaum. Dienstag den 20. d. Mts., Nachmittags 2 Uhr, werden in der Flett'schen Hofraithe 1 Nähmaschine, 1 Consolchen, 2 lackirte Kleiderschränke, 1 Küchenschrank, 1 Nachttisch, 2 Bilder, 1 Handwagen öffentlich meistbietend gegen Baarzahlung versteigert. Gießen, den 17. Juni 1882. Bühner, 4221__Gerichtsvollzieher. Dienstag den 4. Juli, Morgens 9 Uhr, wird in der Hofraithe des Unterzeichneten 1 norddeutsches Pferd, 91/? Jahr alt, ganz zuverlässiger, starker Einspänner, 1 fast neues Phaeton-Coupö, modernster Fa§on, 1 ganz neues Dog-car, Naturholz, amerikan. Räder, Sättel, Geschirre, 1 einspänn. Schlitten, Möbel, Hausgeräthe rc. meistbietend versteigert. Bei Beträgen über 20 Jl. wird gegen genügende Sicherheit halbjährige Zahlungsfrist bewilligt. Lich, den 17. Juni 1882. 4203____________Dr. Jhring. Heugras-Versteigerung. Donnerstag den 22. Juni, Nachmittags 5 Uhr, soll das Heugras von der Neuftädter- Schäfereiwiese, die kleine Weide genannt, 1993 Klafter haltend, bei der Wiese selbst öffentlich versteigert werden. Tie Zusammenkunft ist bei der Pulvermühle. Gießen, den 19. Juni 1882. 4216 Wilhelm Lindenstruth. Keilgeöoknes. 4217 Stachelbeeren zum Einmachen und Ziegenmilch verkauft ______Frau Koch, Kirchenplatz A. 22. Sinclair-Seife per Pfd. engl. 45 empfiehlt 4212________Emil Fischbach. 4171 Heugras von zwei Wiesen im Heegstrauch, sowie zwei Acker weißer Klee in den Rödern verkauft _________ Karl Malkomefius. 4123 Gine Parthie zurückgesetzter Waaren, als: Schleifen,, Karalieres9 Kragen 9 Kinder- Strümpfe etc. etc* empfehlen 3344 Eine gut erhaltene Ladeneinrichtung billig abzugeben bei Robert Stuhl, Neustadt. Die so beliebten Met-Unterkleider (Jacken und Hosen), sowie leichte Unterhosen und Unterjacken in Seide, Wolle und Baumwolle in allen Größen und Weiten empfiehlt zu billigen Preisen 3419 H. Kübsamen. 3484 Eine eiserne Rahme nebst Lhür für ein Petroleumlager billig abzugeben. ________Robert Stuhl, Neustadt 60. Bohnenstangen & Spalierlatten vorräthig bei 4153 Karl Hensel, Wallihorstraße. 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Bei ungünstiger Witterung im Saale, Thicrschuh-Zweigverein;u Giehcn. Zur Bildung eines Tbierschutz-Zweigvereins für Gießen werden v hiermit die hiesigen Mitglieder ves Hauptvereins, sowie sonstige Freunde ves Thierschutzes zu einer Freitag den 23. l. Mts., Abends 8 Uhr, in dem „Cafe Schwinn“ stattsindenden Generalversamm- I. lung mit dem Anfügen eingeladen, daß die Berathung des von einer Commission abaet'aßten Statutenentwutfs und die Wahl des Ausschusses Gegenstand der Tagesordnung bilden wird. Gießen, den 13. Juni 1882. Das Comite für dm Gießener Werschutz- Zweigverein. Beck. Büchner. Gngisch. Fresenius. F. Gail. Gebhardt. Hoffmann. F. C. B. Koch. Dr. Kübel. Mitzenius. Langsdorf. Neuenhagen. G. Noll. Patz. Dr. Pflug. Scheyda. Soldan. Dr. Stammler. Bigelius. Dr. Winkler. Th. Wortmann. 4135 Ein freundl. Familienloais, im ganzen oder getrennt zu vermiethen bei ________Wwe. Plank, Wolkengasse. 4178 Ein schönes möbl. Zimmer per 1. 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M , Abends 8V2 Rhr, 4222 in der Restauration Spieß. Tagesordnung: Corpsangelegenheiten.Der Vorstand-^ PöscÄeFs” Hierimiie. Dicnftag den 20. Juni, Abends 8 Uhr, bei voller Beleuchtung: