18858. Donnerstag den 20. April nzerger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Erscheint täglich mit Ausnahme des «O«tagS. NUvrarr: Schulstratze B. 18. ,tcr' sicherer Msim PreiS vierteljährlich 2 Älark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. stmrenkWnZms ■ bei ZW Eahnhchtratzxj ^?es, mit outen; M°bche° fürK °uf 1.3)lai WanDrjj^ 'tWhränbite lographie? W A ,ä- "”"«5'3 SE?5' Mr. 91 Des Gr°ßh«rz°gs Königliche H°h-it haben zu bestimmen geruht, daß die Polizeivermaltung der Pr°°inzial.tza»ptstadt Gießen statt dieser ihrer bisherigen dienstlichen Benennung die amtliche Bezeichnung „Polizeiamt Gießen" zu fuhren hat. 1 « e ben nm 18. April 1882. Großherzogliches Kreisamt Gießen. 0 ' l)r. Bo ermann.____ "■ Nr. 9 des Reichs-Gesetzblatts, ausgegeben den 14. d. M., enthält: , Nr 14671 Verordnung, betreffend die Einberufung des Reichstags. Vom 14. Apttl 1882. Gießen, den 18. April 1882. Großherzogliches Kreisamt Gießen. p ' !>r. Boekmann. August AckermiUß Elches Lienstmäti ühn, Seltersweg. ldchenfirKücheiß *g Mai gesucht ibtt, Seltersweg li Fge Erdarbeiter rt dauernde BesWc lhal-Bahn bei bemllti esbach in Struchi len. I. April IW IHM zuriick^ekehifi iM bekannten | i LM Tyrol's). em Innthal? Aeulschland. Darmstadt, 17. April. Das Gutachten der hiesigen Handelskammer über den Tabakmonopolgefetzentwurf lautet in seiner Einleitung. m ( Hnfei Bezirk — wir rechnen dazu altem Herkommen gemäß die ganze Provinz Starkenburg mit Ausnahme des Kreises Offenbach — ist einer von denjenigen tm Matche W^che in Bezug auf Tabakbau, Tavakhandel und -Fabrikation einen hervor- raaenden Platz einnimmt. Eine nicht geringe Anzahl von Producenten, Handel- und Ge^verblreibenven sind auf das Lebhafteste an der Heranziehung des Tabaks zur Steuer und noch mehr an der Monopol>sirung interessirt. Wir haben d.ßhalb gleich bei dem ersten Auftreten des Projectes des Tabakinonopols Stellung zu denpelben genommen und unsere Ansicht in den Jahresberichten für 1879 und 1880 motimrt dargetegt Wir erlauben uns zunächst aus diese Auslassungen ehrerbietig hinzuwetlen, da aus denselben zu ersehen ist, daß wir von Anfang an Gegner des Monopols waren und ferner Em- Uhrung widerstrebten. Alle diese früh ren Auslastungen waren indtß mehr theoretischer Natur da das Monopol selbst noch keine greifbare Erscheinung geworden war- Jetzt ist dies indessen der Fall. Trotz aller früheren, von maßgebendster Seite gegebenen Zusicherungen und Erklärungen, trotz der vielfach ausgesprochenen Gegnerfchajt des aesammten deutschen Handels- und Gewerbestandes und ferner Vertretungen und trotz- dem bst im Jahre 1879 beschlossene erhöhte Besteuerung des Tabaks in ihren vollen Wirkungen noch nicht erprobt werden konnte, hat man der Tabakindustrie die zu ihrer Entw'üelung erforderliche Ruhe nicht vergönnt. Es wurde vielmehr m aller Snlle der Entwurf eines Tabakmonopolgesetzes ausgearbeltet und dem preußuchen Volk.'wirth- schäft ^h ^^^g beigegebenen Erläuterungen entwerfen ein lichtvolles Bild von den Erträgnissen eines Tabaksmonopols. t sßon fachmännischer Seite werden indesten die ausgestellten Berechnungen als durchaus unrichtig bezeichnet- Zunächst soll aus dem Tabakmonopol sich ein Ueber- schutz für den Staat von netto 165 Millionen M. per Jahr ergeben Stellt man dieser Summe die Erträgnisse von Tabaksteuer und Zoll, die Gewerbe- und Einkommensteuer, welche die Tabakindustriellen zahlen, sowie die Ausfälle an Einnahmen der Post, Telegraphie und der Eisenbahnen gegenüber, so wird kaum eine Mehr-Em- naöme von 25—30 Millionen jährlich aus dem Tabakmonopol entstehen. Eines jolchen aerinasügigen Betrages wegen aber eine Industrie zu vernichten welche, wie keine andere dis in die verkehrsärmsten Gegenden für die Arbeiter Bi od und Erwerb tragt, das kann doch unmöglich bte volkswirthschastliche Aufgabe des Staates sein. Eine volkswirthschaftliche Idee liegt dem Monopol unseres Erachtens überhaupt Nicht zu Grunde. Die Anhänger desselben betonen lediglich — sie können nichts weiter betonen — d>e finanzielle und die politische Seite der Frage. Abgesehen davon, daß die finanziellen Ergebnisse bei dem Mangel jeglicher practischen Erfahrung immerhin sehr problematischer Natur sind und daß die politischen Erfolge, wenn es solche über; bauvt aibi, auch auf andere Weise herbeigeführt werden könnten, scheint es uns auch im höchsten Grade bedenklich, nur um des Geldes und der Politik willen mit dem Funvamentalgesetz einer richtigen Volkswirthschaft zu brechen. Denn seither galt es allgemein und unbestritten für bte Aufgabe unb den Zweck einer praktischen Volks- wiltbsckaft, den Erwerb des Einzelnen zu heben, den Verkehr zwischen den Individuen ,u vermehren und dadurch das Gedeihen des Staates in dem Gedeihen seiner Mit- olieder tu fördern. Das Monopol basirt auf dem umgekehrten Grundsatz. Es will der Kefammtheit nützen, indem es den Einzelnen vernichtet. Wir bezweifeln den Nutzen und die Heilsamkeit eines solchen Verfahrens auch für die Gesammtheit und rnüffen uns deßhalb entschieden gegen die Einführung des Tabakmonopols erklären, das gerade in der Industrie und dem Handel unseres Bezirks große Verwüstungen anrichten würd^ eben hervorgehobene allgemeine Gesichtspunkt läßt uns in dem Monopol keinen Vortheil für das wirthschaftliche Leben unseres Volkes sehen, auch an den Emzelbcstimmungen des vorgelegten Gesetzesentwurfes läßt es sich nachweisen, daß die Nacktbeile des Monopols die Vorthelle desselben überwiegen." Rerickt gebt sodann auf diele einzelnen Bestimmungen unb jucht dies nachzuweisen, indem er dabei oft Gelegenheit nimmt, auf die Verhältnisse des Bezirks zu exemplisiciriM bem Gesetzentwurf über die Krankenversicherung der Arbeiter, welcher dem Bundesrathe vorgelegt worden, ist nun auch die Begründung ersckienew Wir entnehmen derselben die folgenden allgemeinen Satze, welche dm Kernpunkt unb bte Richtung bes Entwurfs bezeichnen: „Soll bte Krankenversicherung eine ausreichende Ergänzung der Unfallversicherung bilden, so muß durch die Gesetzgebung Soige daM^getragen werden, daß alle Arbeiter, welche gegen Unfall zu versickern sind auch gegen Krankheit versichert werden, daß bte Krankenunterstützung eine ausreichende ist und^daß d^Lenzze't ganz beseitigt oder auf .eine minimale Dauer beschrankt wird. Eine Revision der Krankenkassengesetzgebung in der bezeichneten Richtung erscheint aber auch unabhängig von , dem Beburfwsjeeiner ©raanjung ber Unfall’ Versicherung im Interesse einer Verbesserung der wirthschöstlichen Lage der Arbeiter und e.ner Erleichterung ber öffentlichen Armenlast dringend geboten und kaum minder wichtig als die Regelung der Unfallversicherung. Die Verarmung zahlreicher Arbe.ter- famtom hat ihren Grund darin, daß sie in Seiten ber Krankheit ihrer Ernährer eine ausreichende Unterstützung nicht erhalten- Sind diese, weil gegen Krankheit nicht ° r- sichert ledialick auf die öffentliche Armenpflege angewiesen, so erhalten sie eine Unterstützung in^ber Regel erst bann, wenn alles, was sie an Ersparnissen, an häuslicher Einrichfirng Arbeiisgeräth unb Kleibungsstücken besitzen, für die Krankenpflege und den nothdürfiigsten Unterhalt der Familie geopfert ist. Und selbst bann, wenn die öffentliche Armenpflege mit ihrer Hilfe früher eintritt ober der Erkrankte einer Krankenkasse angehört, ist bie Unterstützung meistens so ungenügend, daß sie eine ausreichende Pflege des Kranken nicht ermöglicht und den Ruin seiner Wtrthschast nicht zu verhindern vermag. Bei vielen Arbeitern ist daher eine ernstliche Krankheit die Quelle einer Minderung ber Erwerbsfähigkeit, wenn nicht völliger Erwerbsunfähigkeit für bte ganze Lebenszeit, unb selbst biejenigen, welche ihre volle Erwerbsfähigkeit roteber erlangen, können meist nur burch jahrelange Anstrengung unb Entbehrung das wahrenb der Krankheit Verlorene soweit ersetzen, baß sie roieber zu einem geordneten Haushalte gelangen. Dazu fehlt aber der MchrzahUunferer Arbeiter die erforderliche Energie und Umsicht. Eine durch Krankheit und namentlich durch wiederholte Krankheit heruntergekommene Arbeiterfamilie gelangt daher nur selten wieder zu geordneten wirthschaft- licken Verhältnissen Die Zahl der Arbeiterfamilien sowie der Wittwen und Waisen, welche ber Roth unb der 'öffentlichen Armenpflege dauernd anheimfallen, weil ihre Wtrthschast durch mangelhafte Unterstützung in Krankheitszeiten zerrüttet ober ihr Ernährer in Folge mangelhafter Pflege erwerbsunfähig geworben ober gestorben ist, dürfte größer sein als bie Zahl berjemgen, welche burch bie Folgen von Unfällen be- büistig werben." Es folgt biefer trefflichen Darlegung ein Nachweis, baß bre allgemeine Durchführung ber Krankenversicherung, welche hiernach als eine ber wichtigsten Maßregeln zur Verbesserung der Lage ber Arbeiter bezeichnet werben muß, burch bie Gesetzgebung vom Jahre 1876 nicht erreicht werben kann. Unter Hinweis daraus, daß bie weit Überwiegende Mehrzahl von Krankenkasjen für Arbeiter ihre Entstehung nicht dem eigenen Antrieb ber letzteren verdankt und nach Begründung der Bedurfniß- frage wende» sich bie Motive zu ber Begrenzung des „Krankenversicherungszwanges" zu den Gruppen solcher Personen, welche ttn stehenden Gewerbebetrieb? besckattigt werden und von dem Zwange ausznschließen sind, und ganz besonders zu den Gründen, weßhalb die landwirthschastlichen Arbeiter dem Zwange nicht zu unterwerfen sind. Bei diesen sei das Bedürfniß ber Krankenversicherung in ber Regel nicht so bnngenb wie für die gewerblichen Arbeiter. Für die landwirthschaftlichen Arbeiter kommen Familienhilfe und Nachbarhilfe, Unterstützung in Form von Dienstleistungen und Verabreichung von Naturalien in Betrackt, und diese Formen der gegenseitigen Unterstützung allgemein durch ein noihwendig auf Geldwirthschaft zu stützendes System von Kranken- kaffen zu verdrängen, dürfte im Interesse möglichster Erhaltung der dm ländlichen Verhältnissen am meisten entsprechenden Naturalwirthschaft nicht erwünscht und um ber moralischen Wirkungen willen nicht unbedenklich erscheinen. Ueberdies sei die Durchführbarkeit des Versicherungszwanges hier nicht zu erreichen und erscheine der häufige Wechsel der Beschäftigung der ländlichen Arbeiter bei verschiedenen Arbeitgebern als eine weitere Schwienakeit. Schließlich werden die Grundlagen des Gesetzes be- zeichn-'t. Der Krankenversickerungszwang wird unmittelbar durck gesetzliche Vorschrift für alle der Unfallversicherung unterliegenden und daneben für alle diejenigen in gewerblichen Betrieben beschäftigten Personen ausgesprochen, für welche gleichzeitig durch allaemeine gesetzliche Vorsckrift, ohne besondere von örtlichen Verhältnissen abhängige Regelung, die Durchführung des Zwanges gesichert werden kann. Auf diejenigen in gewerblichen Betrieben beschäftigten Personen, für welche diese Voraussetzungen nicht zutreffen, sowie auf die landwirthschastlichen Arbeiter kann der Kranken- versicheruiigszwang im Wege örtlicher Anordnung ausgedehnt werden. Als organisirte Krankenkassen werden vorgesehen die Ortskrankenkassen, Fabrik-, Baukrankenkassen, Knappschaftskassen, Jnnnngskrankenkassen und die freien Hilfskassen. Berlin, 17. April. Heute Nachmittag sand eine Sitzung des Bundesraths statt, in welcher neben einigen Gegenständen minderer Bedeutung der Gesetzentwurs betreffs der Fürsorge für die Wittwen und Waisen von Angehörigen des Reichsheeres und der Marine, und ein Verordnungs-Entwurf betreffs der Verwendung giftiger Farben bei Herstellung von Nahrungsmitteln debattirt wurden. Erstgenannter Entwurf wurde den Ausschüssen überwiesen. Die ersten Berathungen über den Gesetzentwurf, betr. das Tabakmonopol, werden — nue wir erfahren — in der am Mittwoch stattsindenden Sitzung der Bundesrat) - Ausschüsse statthaben. An den betr. Berathungen der bundesstaatlichen Finanz- ininister im Bundesrath ivird höchst wahrscheinlich Fürst Bismarck, kehr nach Berlin in dieser Woche zu ermatten ist, Theil nehinew — Die schweizerische Regierung hat den Gefammtvorstmc tages zu der am 22. Mai d. Js. stattsindenden Eröffnung cc ' 9 — Durch Überschwemmungen ganz besonders ^fahidtt^nnd bekanntttch die längs der Rhein-Ufer liegenden Ortschaften , un U . . ^ qu wieder- ohne daß nicht ein größeres oder kleineres ^atun'reign b Rheinstromes zur holten Malen ist schon im Reichstage eme ReguM kennbar ge- Sprache gebracht, ohne daß jedoch lange Zer p^tens des Ministeriums fiir wesen wären. Jetzt scheint mau nun en - rooüeilf wenigstens weist öffentliche Arbeiten dieses Nothjtandes s ch -A ()in Derselben Zeitung darauf eine Meldung der amtlichen „Elf b ^d wirksamen Sicherheitsdienstes zufolge ist zur Herbeiführung ^ne« ge 8 einer telegraphischen Verbindung gegen Rhein-Ueberschwemniungen ^^burg in Vorbereitung begriffen, und von Hunmgen den Rhem emu 9 ber ncuen Linie binnen Kurzem begonnen, wird mit den Arbeiten jur Ä 3 wie Breits gemeldet, behufs Re- Auch mit der Großh. Bad eg ^i^Rheinau gepflogenen Verhandlungen zum gulirung der <5tronwcri;uuiun Abschluß gelangt. des 2874 2. 3. 4. . Der h 9Wn epi! “n*> schwere R in empfi' m Die r i $• bk ei KtSunsah < rftnntnfff j Obermühle. , Gesuch der Gewerkschaft Schalter Gruben- und Hüttenvereni zu Bülmke um Erlaubnitz zur Verlegung der Ilsbach in der Gernarkuna Flensungen rc. Beschwerde der Gemeinde Wohnbach und Eons wegen der Entwässerung o r Fluren VI., VII. und VIII. der Gemarkung Wolfersheim Wahl eines Mitgliedes der verstärkten Brandversicherungs-CommiiNon. Samstag den 22. April: 5. Die Einstellung des sog. K rchenweges von Orleshausen nach Budmgen. 6. Ansinnen Gr. Kreisamtes Büdingen an die Gemeinde Büdingen wegen Lr- höhung des Gehalts des Stadtrechners Albrecht. 7. Klage des Ortsarmenverbandes Gelnhaar gegen den Ortsarmenveroand Conradsdorf wegen Unterstützung der Martin Moser Wittwe. 8. Klage des Ortsarmenoerbandes Nidda gegen den Landarmenverband Büdingen wegen Unterstützung des Andreas Abt Gießen, 19. April, teilte Morgen 735 Uhr passirte Se. Majestät ,ber Kaiser den hiesigen Bahnhof und setzte die Reise um 8 Uhr nach Wiesbaden fort. — Wie unsere Leser aus dem amtlichen Thest des Anzeigers ersehen, hat Se. Königliche Hoheit der Großherzog zu bestimmen geruht, daß die hiesige Polizei- Verwaltung für die Folge den Titel „Polizeiamt Gießen" suhrt. — (Sterblichkeit in Gießens In der Woche vom 9. zum 15. 2lpril hatten wir hier im Ganzen 9 Todesfälle zu verzeichnen, wovon wieder der größte Thest auf Kinder entfiel nämlich 6. R rei von den Kindern lebten in Folge angeborener Schwache nur kurze Reit. Von 4 Kindern im 3. bis 8 Lebensjahre starben 2 an Diphtherie, ems an Scrophelsucht, eins an Keuchhusten. Die drei verstorbenen erwachsenen Personen erlagen sämmtlich Lungenentzündungen. G — Freitag den 21. und Samstag den 22. d. Mts. finden öffentliche Sitzungen Provinzialausschusses statt. Es kommt zur Verhandlung: Freitag den 21. April: 1. Beschwerde des L. Steller auf der Obermühle bet Hungen gegen eine Verfügung Gr. Kreisamts Gießen wegen Erhöhung des Wehres bei der Hanau, 16. April. Bei keinem Zweig der Landwirthschaft werdeni dem Land- wirth so ost unerwartet, ja, im wahren Sinne des Wortes über Nacht dieschonst . Hoffnungen auf eine gesegnete Ernte vernichtet, als gerade bei der, ObÜki ttur- D großen Lück.n, welche die beiden vorletzten kalten Winter m den Obstbaumpflanrung gerissen haben, sucht der Landmann mit verdoppelt>m Ester auszusüllen, um mt Zeit auf den früheren Bestand von Obstbäumen zu kommen damit. er darini wieder eme Quelle des Wohlstandes und reichlichen Lohn für lahrelangen Fleiß und Muhe rinde. Noch n.e waren die Aussichten auf eine reiche Obsternte günstiger als 'n diesem Frühjahre. Die sämmtlichen Steinobstarten und verschiedene B'rnsorten standen bereits in einer Blüthenpracht, wie man sie voller und reicher n'chi denken kann. Doch in unserer Gegend nicht seltenen schlimmen Nachtfröste haben namentlich m der Nacht vom 11. auf d n 12. April, wo das Thermometer auf 6—7« unter Null sank, alle Hoffnungen vernichtet. Auch der Weinstock hat theilweise schwer gelitten; welchen Schaden die spater blühenden Obstarten genommen haben, laßt sich noch mcht ubersehm^riin fur(ofer $ovfa[i versetzte, wie der „B. B.-C" erzählt, am Mittwoch Abend die Passanten der Alsenbrücke iu Aufregung. »Kutscher, anhalten, rief mit lauter Stimme ein Mann, der wenige Minuten vorher m der Karlstraße mst einer schwarzgekleideten, verschleierten Dame eine Droschke bestiegen hatte. Der Kutscher StiS'i ’i lÄ* & ii«‘Ä ere** te* atnitn und c »ider, als wan fling i>'e linott ip4* ob der Mann sardan'.Wastz jche desonde ffd; in einer stMhabttn ,i itm Freun Nied n-rmiSt; 5e* gdbfimorb i rjch nur anin unglücklichen - btt „Frankst dort: „Geb praktischer A' Aerztin bab'e - [8 aus: „Wenn sitzen bleiben, kanisches Bla Washington V Besucher bis i W sehen, daß Äetthe von jd inbtrMb Dol führen" - Untei braut, befand ine Vifftkaüe okschrnk von The Sonnensi bas andere E -sSs Übung zu eii der gegen ein die Sache g hweikampf u anklagenden nicht znfriedei den jsäusten. Zeugen dieses i'IPtbirt unb b ßtfaütn. 23’t «mpttenter, wi -Mk nach dem pr Ächelwand mit W, ivähreud aleich uachhn Mtgeardeiist. Wx Melbt • luchter Mhe _ Wegen Beschimpfung einer Einrichtung der christlichen Kirche ist gestern der Redacteur des „Deutschen Montagsblattes", Dr. Levyfohn, zu 14 Tagen Gefängniß verurtheilt, diese Strafe jedoch als Zusatzstrafe zu einer dreimonatlichen Gefängnißstrafe, die der Verurtheilte noch zu verbüßen hat, auf eme Woche herabgesetzt worden. Das „Deutsche Montagsblatt" hatte dem Pariser Intransigeant einen Artikel entnoimnen, in dem Gambetta mit Christus verglichen und ihm bei einem Banket Worte in den Mund gelegt waren, welche der Priester bei Spendung des heiligen Abendmahls anwendet. Straßburg, 17. April. Zu dein vom elsaß-lothringischen Landesaus- schusse in seiner letzten Session bewilligten provisorischen Landesausschuß-Gebäude ist am vergangenen Freitag der erste Spatenstich erfolgt. In dem provisorischen Gebäude, welches außer dem Sitzungssaal für das Plenum nur die nothwen- digen Nebenräumlichkeiten, ein Arbeitszimmer für den Staatssecrätär, ein Be- rathungszimmer für die Regierung, vier Commissionszimmer re. erhalten wird, wird auch zum ersten Male im elsässischen Parlament eine Zuhörer-Tribüne herqestellt werden, nachdem bisher bekanntlich die Sitzungen dieser Körperschaft unter Ausschluß der Oeffentlichkeit stattgefunden hatten. Die Fertigstellung dieses provisorischen Gebäudes ist noch im Laufe dieses Sommers zu erwarten; es steht aber auch zu hoffen, daß in der nächsten Landesausschuß-Sesfion die Mittel für ein der Würde des Reichslandes entsprechendes definitives reichsländisches Parlamentsgebäude bewilligt werden, und daß damit ein wichtiger Schritt auf dem Wege geschieht, der das reichsländifche Parlament denen der übrigen deutschen Bundesstaaten gleichstellt. England. London, 16. April. Die Königin von England, welche sich in Bientone aufhält, hat die berühmten schönen Anlagen von Monte Carlo mit keinem Fuße betreten und einen prächtigen Blumenstrauß, der ihr von dem Besitzer der Spielbank gesandt wurde, nicht angenommen. Sie billigt die Bemühungen des internationalen Vereins zur Unterdrückung dieses letzten Schlupfwinkels des hohen Glückspiels in Europa. Präsident dieses Vereins ist der durch feine großartige Wohlthäügkeit berühmte Herr Henry Thompson. Der Verein, dessen Hauptsitz London ist, beabsichtigt, nachdem er von der italienischen und französischen Regierung Beweise der Sympathie erhalten hat, sich auch an den deutschen Reichs- tanzler zu wenden Da fortwährend Selbstmörder aus allen Nationen Europas dem Spiel von Monaco zum Opfer fallen, so haben alle Regierungen ein Interesse an der Unterdrückung dieses öffentlichen Aergernisses. Von den Freunden des Spiels wurde unlängst die Nachricht verbreitet, der Fürst von Monaco sei kürzlich in Paris gewesen und habe Herrn v. Freycinet erklärt, wenn man das Spiel aufheben wolle, so werde er den Rest seines Ländchens, dessen größten Thell er vor 20 Jahren Napoleon III. für 4 Millionen abtrat, an Rußland oder Nordamerika verkaufen, worauf dann der französische Minister beschlossen habe, von allen Schritten gegen das Spiel von Monte Carlo abzustehen. _ Alles das ist erfunden. Die einzige Schwierigkeit der Sache ist die zweifelhafte Stellung des Fürstenthums Monaco. Es wurde 1875 unter italienischen Schutz gestellt. Jetzt ist es rings von französischem Gebiet umschlossen, aber Kaiser Napoleon 111. hat versäumt, sich bei der Abtretung von Nizza von dem größeren Theil des Fürstenthums das Schutzrecht übertragen zu lassem Indessen, wenn Italien und Frankreich sich vereinigen und die übrigen Staaten sie unterstützen, so wird der Fürst von Monaco sich der Aufhebung des Spiels schwerlich widersetzen können. Uebrigens ist der Fürst gar nicht in Paris gewesen, sondern nur sein Sohn, der durch seinen Ehescheidungsproceß bekannte Prinz, der sich auf der Durchreise nach.England kurze Zeit in Paris aufgehalten hat. Italien. Nom, 16. April, lieber die Audienz des Prinzen Heinrich am 12. ds. in Rom beim Papst Leo XIII. im Vatikan berichtet die „Osservatore Romano" wörtlich folgendermaßen: Heute um 12 Uhr Mittags begab sich Prinz Heinrich von Preußen, Sohn des deutschen Kronprinzen, in den apostolischen Palast „Vatikan", um Sr. Heiligkeit, unserem Herrn Papst Leo XIII., seine Ehrerbietung zu bezeugen. Se. Hoheit war begleitet von Sr. Excellenz Herrn v. Schlözer, Geheimerath des deutschen Kaisers, vom Fregatten-Capitän Baron v. Seckendorff, dem Linienschiffs-Lieutenant v. Heeringen und Stabsarzt v. Braun, welche sänuntlich ihre Uniform angelegt hatten. Se. Königl. Hoheit gingen den Mitgliedern des päpstlichen und weltlichen Hofstaates, sowie den Herren der „Geheimen Kammer" Sr. Heiligkeit unter Beobachtung des üblichen Ceremoniells entgegen; beim Durchschreiten der Vorzimmer erwiesen die dort aufmarschirten Truppen dem Prinzen die militärischen Ehren. Der heil. Vater empfing den Prinzen äußerst liebevoll, indem er sich längere Zeit mit demselben unterhielt. Nachher gestattete Se. Heiligkeit die Zulassung des Gefolges, dessen Mitglieder dem Papst vorgestellt wurden, Nach Aufhebung der Audienz wurde der Prinz mit gleichem (Zeremoniell wieder bis an die Schwelle der päpstlichen Gemächer geführt, von wo denselben der päpstliche Ober-Ceremoniennieister und die Schweizergarden in die Residenz des Kardinal-Staatssecretärs Jacobini begleiteten, welcher ihn mit den üblichen vorgeschriebenen Ehrenbezeugungen empfing. — Der „Fracassa" meldet, daß fünf als Soldaten verkleidete Briganten bei Caccamo in Sicüien den Generaldirector der sicilianischen Bank, Notar Bartolo, entführten und 75,000 Lire als Lösegeld verlangen. Außkand. Petersburg, 16. April. Der neu ernannte russische Minister des Auswärtigen, Herr v. Giers, hat seine Laufbahn im ConsulatSdienste begonnen. Er war zunächst als Secretür dem Consulate von Jassy beigegeben und wurde von da nach Bukarest versetzt, wo er zum Generalconsul vorrückte. Sein Uebertntt zur Diplomatie erfolgte mit seiner Ernennung zum ersten Botschafts- secretär in Konstantinopel. Darauf erhielt er den Gesandtschaftsposten zunächst in Teheran, und dann in Bern, wo der jüngere Gortschakofs an seine Stelle trat, als Giers als Gesandter nach Stockholm ging (1872). In Schweden wachte er sich durch die Tüchtigkeit seiner Dienstleistungen so bemerkbar, daß er nach dem Tode des 'Ministergehilfen im Auswärtigen Amte, Westmann, nach Petersburg berufen wurde, wo er zunächst die Stelle eines Directors des asiatischen Departements bekleidete (1875). Von da an ist seine Laufbahn bekannt. Herr v. Giers steht in verwandtschaftlichem Verhältnisse zum Fürsten Gortscha- koff, dessen Nichte, eine Prinzessin Kantakuzener, er geheirathet hat. Er ist schwedischen Ursprungs, aber seine Familie ist längst völlig russificirt. Zwei seiner Brüder nehmen im Staatsdienste geachtete Stellungen ein, einer seiner Söhne 'S ist Legatioussecretär. Herr v. Giers wird als ein kenntnißreicher, befähigter, gewissenhafter Mann und als sehr fleißiger Arbeiter gerühmt. Amerika. New-Hork, 16. April. Da die Pankees in den Vereinigten Staaten der ChinJen-Einwanderung Schwierigkeiten bereiten, wendet sich dieselbe nach British-Nordamerika. Eine Depesche aus Victoria meldet, daß am 3 April zwei Dampfer, mit 3000 chinesischen Auswanderern an Bord, von Hongkong nach Victoria absegelten. Die Chinesen sollen nach ihrer Ankunft an dem Bau der canadischen und Pacisic-Eisenbahu beschäftigt werden. Telegraphische Depeschen. Worff's telegr. Correspondeirz»Bureair. Berlin, 18. April. Das Abgeordnetenhaus erledigte eine Reihe kleinerer Vorlagen und beschloß, zur Denkschrift über die Ausführung des Noth- standsgesetzes in Oberschlesien die Regierung um Beschleunigung der Regulirung der oberen Oder von Oderberg bis Kofel zu ersuchen. — Der „Reichs-Anz." macht bekannt, daß die unmittelbare telegraphische Verbindung zwischen Deutschland und Amerika in Folge der Kabel-Legung zwi- scheil Emden und Valencia (Irland) hergestellt ist und am 23. ds. für den allgemeinen Verkehr eröffnet wird. Die Telegramm-Gebühren ermäßigen sich damit um ein Viertel des bisherigen Betrages. — In der am 17. ds. unter dem Vorsitze des Staatsministers v. Bötticher abgehaltenen Plenarsitzung des Bundesraths nahm die Versammlung Kenntniß von der Ernennung und dem Ausscheiden mehrerer Bevollmächtigten zum Bundesrath. Dem Entwürfe einer Verordnung, betr. die Verwendung giftiger Farben zur Herstellung von Nahrungsmitteln, Genußmitteln und Gebrauchs-Gegenständen, wurde in der oon den Ausschüssen beantragten Fassung die Zustiimnung ertheilt. Die Versammlung beschloß sodann, den Entwurf eines Gesetzes, betr. die Fürsorge sür die Wittwen und Angehörigen des Reichsheeres und der kaiserlichen Marine, sowie mehrere Eingaben von Privaten den zuständigen Ausschüssen zur Vorberathung zu überweisen. München, 18. April. Die Kammer der Reichsräthe hat heute mit allen gegen 10 Stimmen den Beschluß der Abgeordnetenkammer betreffs der Tegernsee'er Erklärung abgelehnt. Neapel, 18. April. Großsürst Wladimir tritt heute Abend seine Rückreise nach Petersburg an und begiebt sich zunächst nach Deutschland. Petersburg, 18. April. Wie ein Telegramm des „Golos" aus Cherson vom 17. ds. meldet, sind in den Ortschaften Beresnegowatoje und Wissunsk im Kreise Cherson am 10. und 11. ds. Ausschreitungen gegen die jüdischen Einwohner vorgekommen, doch beschränkten sich dieselben auf das Einwerfen der Fenster. Plünderungen 'haben nicht ftattgefunden, auf Grund aus dem ersteren Orte weiter eingetroffener Nachrichten sind aber Maßregeln zur Entsendung von Truppen getroffen woröen. Auch in Dubaffu sind am 12. ds. Ruhestörungen vorgekommen, so daß Truppen dorthin entsandt wurden; ein dortiger jüdischer Bewohner ist an den erlittenen Mißhandlungen gestorben. In Nowaja Praga erhob sich gestern gleichsalls ein Tumult, indem eine zahlreiche Volksmenge damit begann, Schenken, Buden und Häuser, welche den Juden gehörten, zu demolireu. Zur Wiederherstellung der Ruhe wurden Truppen aus Elisawetgrad beordert. Washington, 18. April. Das Repräsentantenhaus hat nnt^ 201 gegen 37 Stimmen die Bill, welche die Einwanderung der Chinesen auf 10 Jahre suspendirt, angenommen. Lokales. 2870 F. Holberg, Kirchenplatz. 1805 Früh-Gemüsepflanzen Karl Berger. (2737) aller Sorten empfiehlt t hüt hMe mit mtt Wrefis bä M Reihe klei- ^n9 des Roth- Abend seine W ichland. >es „Golos" liiis esnegowatoje und tagen gegen die ihen ans das Ein- , ans Gmnd w er Maßregeln jur u sind am 12.1 mdt wurden; e gen gestorben, j» nein eine zaM ft btn 3iM gi‘ ien TnihM M hat mit 201 tejen aus 10 3^' Frankfurt a. M., 19. April, Nachmittags 2 Uhr — Min. (Telegraphischer Coursbericht. Mitgetheilt durch das Bankgeschäft Albert Kaufmann in Gießen.) Creditactten 294Ve, Staatsbahnactien 281V4, Galizier 267‘/8, Oesterr. Silberrente —, 4o/o Ungar. Goldrente 76, 4% 1880er Russen 71"-/8, 2. Orient-Anleihe 57ll/)6, 5% Rumänische Rente 90Vz, Lombarden 123%, Oesterr. Localbahn —. Tendenz fest. sich weithin gebieterisch geltend gemacht hat. Bereits sind auch von verschiedenen Eenen Schritte geschehen, um diesem dringenden Bedürfniß abzuhelfen. Der Frauen verein hat m der Ueberzeugung, die ihm im vorigen Jahre zur Verfügung gestellten Mittel nicht besser verwenden zu können, eine dritte Diaconissin zum Dienst in der Gemeindepflege angestellt. Freilich mußte er dabei das Vertrauen hegen, daß ihm die erhöhten Beiträge künftig nicht nur nicht entzogen werden, sondern, da ja seine Ausgaben damit gewachsen sind, deren Zahl dem Wachsthum der Stadt entsprechend sich vermehren werde. Zu gleicher Zeit hat em Comitö von Aerztcn einen Aufruf zur Anstellung einer jiuelten Altcepflegerin erlassen Wir konnten dabei nur zweierlei nicht umhin zu bedauern. Einmal, daß die Herren nicht alsbald eine größere Anzahl ins Auge faßten, da selbst zwei solcher Pflegerinnen für die Privatpflege völlig ungenügend sind, und zum andern, daß sie den Weg vorschlugen, sich an die öffentliche Wohlthätigkeit zu wenden, wahrend cs sich doch nicht um einen Akt der Wohlthätigkeit, scmd in um das wohlverstandene Interesse grade der wohlsituirten Leute handelt. Wir möchten vielmehr den unmaßgeblichen Vorschlag machen, daß den Mitgliedern des Aliceverems gegen einen bestimmten, nicht zu niedrig bemessenen Beitrag ein Vorrecht auf die Dienste der Pflegerinnen gegeben werde. Wir sind der Meinung, daß auf diesem Wege Die Mittel für die Unterhaltung mehrerer Pflegerinnen unschwer ausgemacht werden könnten. Endlich hat ein katholisches Comit4 sich die Aufgabe gestellt, katholische barmherzige Schwestern hierher zu berufen und läßt gegenwärtig eine Liste zur Zeichnung von Beiträgen für dieses neue Unternehmen in der Stadt circuliren. Es kann bedauert werden, daß auf diese Weise die Kräfte unserer immerhin kleinen und nicht allzu reichen Stadt zersplittert werden, da zwei getrennte Unternehmungen immer viel kostspieliger sind, als eins. Andererseits steht aber zu hoffen, daß die Concurrenz auch auf diesem Gebiete, wenn sie weiter so loyal geübt wird, roie es eben auf diesem Gebiete eigentlich selbstverständlich ist. insofern sich günstig erroe sen wird, als dadurch solche Kreise, welche bisher noch unbetbeiligt waren, in das Interesse gezogen werden. Jedenfalls ist es erfreulich, daß es sich auf diesem wichtigen Arbeitsfelde bei uns zu regen anfängt, nachdem bisher vielfach nur mühsam das allgemeine Interesse für die bereits bestehenden Arbeiten der Armen- und Krankenpflege wach erhalten werden konnte. Möchten bei den sich erhöhenden Ansprüchen die Wohlhabenden es bedenken, daß nach dem jetzigen Stand der Gesundheitspflege die den Armen gewährte Hilfe auch in ihrem eigenen Interesse liegt. g—z Das Neueste in Krausen, Kragen und Manschetten, Vorsteckern, Cor- settS, Unterröcken und Unterhosen, Schürzen, Glacs- und Sommer-Handscbuken rc. in großer Auswahl, sowie Strickgarne aller Art empfiehlt billigst ?9ten Iw* N er « rt _■> V V Wallthorstraße 223. Dickwurz verkauft billig Karl Sack I., 2876 ___________Seltersweg. Ein gesandt. Zur hiesigen Kranken- und Armenpflege. Mittheilungen und Gedanken. Der hinter uns liegende Winter ist ungewöhnlich reich an Krankheiten, besonders gewissen epidemischen Krankheiten gewesen. Vor Allem hat die Diphtherie zahlreiche und schwere Opfer gefordert und ist auch jetzt noch lange nicht erloschen. Dabeimachte sich in empfindlicher Weise der Mangel an geschulten Pflegerinnen geltend. Die wenigen vorhandenen Kräfte waren über alles Maß überbürdet, so daß z B- die eine Diaconissin unter der Ueberlast zusammenbrach und seit Wochen völlig arbeitsunfähig ist. Diese Erfahrungen haben w-nigstens das Gute gehabt, daß die Erkenutntß der Rothwendigkeit, die Zahl der vorhandenen Pflegerinnen zu vermehren, X^-Wu..... OrtsarlNiN"^ *$»**■ Frühjahr- und Sonimerftoffe, L A w größte Auswahl, von 50 H per Meter Besätze, bis zu den feinsten, empfiehlt Äbel-Legung 5 für,ben all- taigen sich damit Ministers v. M Versammln^ BevollnHüM bie Sermenbuna, Mitteln ta Getanen Wnz >en Entwurs eines des Reichsheeres Daten ben Män- hielt und der Fahrgast, ein Herr von ungefähr 40 Jahren, mit großem dunklem Vollbart und gut gekleidet, stieg aus, indem er die Dame, die anscheinend kraftlos war, bald und halb zu tragen schien. Einen Augenblick darauf sahen die Vorübergehenden nut Entsetzen, wie der Mann im Scheine der Laterne, immer noch seine Begleiterin mit sich ziehend, auf die Brüstung der Brücke stieg und, ehe Jemand zu Hilse eilen konnte und ubne daß die Dame nur einen Laut von sich gegeben hätte, diese in die Fluth hinabstürzte. Er selbst blieb auf der Brüstung stehen, streckte beide Arme theatralisch in die Luft und schrie mit lautem Affekt: „So soll es allen Schwiegermüttern ergehen!" Run stürzten sich die für einen Moment erstarrten Passanten auf den sich >uhig Ergebenden und mit Hilse einiger herbeigeeitter Schutzmänner wurde derselbe festgehalten und nur mit Mühe vor dem Gelynchtweiden geschützt. Inzwischen hatten andere hilfreiche Hände versucht, die Ertränkte zu retten und dieselbe mit Hilfe von Stricken und Stangen an das Land gezogen. Wie groß war jedoch das Erstaunen Aller, als man in der mit so schwerer Mühe Gereiteten eine elegant gekleidete, lebensgroße — Puppe erkannte! Mit Blitzesschnelle verwandelte dieser tragikomische Aus- g.ing die Stimmung des Publikums und lachend und mit Fragen bestürmend, um- 'ingte man den still dreinschauenden Attentäter Derselbe wurde zur nächsten Pol-zei- wache gebracht. Ob es sich hier um einen vielleicht symbolischen Scherz handelt, oder ob bei Mann nicht völlig bei ©Innen war, wird die Untersuchung ergeben. — Mit Jordan-Wasser wurde in den letzten Tagen, wie der vollziehende Geistl'che in der Peiri- f rche besonders hervorhob, ein junger Berliner Weltbürger getauft. Das Wasser, das sich in einer dicht verschlossenen Zinkkapsel befand, war bei einer der im letzten Jahre stattgehabten Stangen'schen Gesellschaftsreisen aus dem Jordan geschöpft und von ti iem Freunde der betreffenden Familie mitgebracht worden- Rieder-Mörlen, 15. Apr'l. Seit ehrgen Tagen wurde ein hiesiger Mann D -rmifet; gestern sand man seine Leiche im Nauheimer Teiche. Da ein Grund mm Selbstmord nicht vorliegt und die Leiche auch ke ne Spuren von Gewalt zeigt, so läßt sich nur annehmen, daß der Mann vielleicht in der Dunkelheit oder durch sonst einen unglücklichen Zufall in das Wasser fiel und ertrank- — Eine interessante Heiraths-Anzeige findet sich in einer der letzten Nummern brr „Frankfurter Nachrichten" unter den standesamtlichen Meldungen. Es heißt dort: „Getraute: Walter, Otto, Dr. med., von Limburg (Königreich Sachsen), praktischer Arzt dahier, mit Adams Hope, Bridget, von London, Dr. med. und praktische Aerztin dahier. — (Vorsicht und Etikette.) Ein französisches Journal stellte kürzlich die Frage auf: „Wenn eine Dame ben Besuch eines Herrn empfängt, soll sie sich erheben ober sitzen bleiben, wenn der Besucher eintritt unb wenn er sich beurlaubt?" Ein amerikanisches Blatt beantwortet biefe Frage in folgenber Weise: „Wenn eine Dame in Washington lebt, wird sie sich ohne Rücksicht auf die Pariser Etikette erheben und den Besucher bis in die Vorhalle des Hauses begleiten, schon aus dem Grunde, um darauf za sehen, daß er nicht einen Regenschirm von Seide und mit Elfenbe ngriff im Werthe von zehn Dollars mitnimmt statt des eigenen baumwollenen Schirmes für mderthalb Dollars, wie solche unsere Staatsmänner bei Besuchen gewöhnlich mit sich führen." — Unter ben Hochzeitsgeschenken für ein neuoermähltes Paar, respective für bie 11 raut, befanb sich kürzlich in Newyork, von einer Dame gefenbet, ein Besen, woran eine Vffitkarte mit folgenber Widmungsschrift befestigt war: „Nehmen Sie bieses kleine beschenk von mir an, beffen Gebrauchsweise ich Ihnen empfehlen will; wenn in Ihrer Ehe Sonnenschein ist, gebrauchen Sie ben unteren Theil zum Kehren; wenn es stürmt, das anbere @nbe.* — sSchlagenbe Beweise.) In Jersey City kam^es kürzlich bei einer Schulrathssitzung zu einer regelmäßigen Keilerei- Die Herren Schulräthe konnten sich bezüglich der gegen eine Lehrerin erhobenen Anklage U'cht einigen unb sanden es am bequemsten, die Sache gleich im Sitzungssaale durch eine Art Gottesgericht, einen persönlichen Zweikampf unter sich auszufechten. Der Vertheidiger der Angeklagten applicirte seinem anklagenden Collegen emen Faustschlag ins Gesicht, so daß er zu Boden stürzte, und mcht zufrieden damit, kniete der Thäter noch auf ihn und bearbeitete ihn gehörig mit den Fäusten. Mehrere Lehrerinnen, die man zur Sitzung eingcladen hatte, waren Zeugen dieses höchst unerquicklichen Vorgangs- Zuletzt wurde der Geprügelte hinaus- ijpebirt und der Rest setzte die Sitzung fort, als wenn gar nichts Ungewöhnliches vorgefallen. W-'e herrliche Blüthen muß die amerikanische Volksschule treiben unter so competenter, würdevoller Leitung! — (Lösung des Kesselsteins.) Ein einfaches Mittel zur Lösung des Kesselsteins ist nach dem praktischen Maschinen-Constructeur das sorgfältige Anstreichen der inneren Kesselwand mit gutem Theer. Man überläßt dann den Kessel eine Stunde lang sich selbst, während welcher Zeit der Theer etwas angetrocknet ist, damit er n cht durch das gleich nachher einzufüllende Wasser weggespült wird; darnach wird wie gewöhnlich fortgearbeitet. Ist nun ein Vieiteljahr verstrichen, während welcher Zeit ein gewissenhafter Kesselbesitzer immer reirrgt, so wird sich finden, daß der anhaftende Stein mit lichter Mühe sich fchuppenförmig ablösen läßt- Majestät N 8* ven fort- .eiaers ersehe», ) ' ; Stiel** Hit- 15 Apnl h--tt-n M W Th-il .Lr Schaaf» n Berit, ® s3**n SffM- S'M — sGartenbau-Kalender für April ) Die aufgegangenen Gemüsepflänzchen sind vor den Sperlingen zu schützen, entweder durch aufgelegte Reiser oder, noch besser, durch darüber gezogene weiße Fäden (etwa 2 Zoll hoch über dem Boden, damit sie weder bar uni er noch barüber gehen können.) Ebenso stellen sie den Blüthenknospen der Obstbäume, besonbers ber Pyramiben, m unangenehmster Weise nach; umwinbet man aber bie Bäume recht kreuz unb quer mit weißen Fädeso setzt sich kein Sperling mehr barauf. Die Erbsen sind gegen Ende bes Monats zu behacken, zu behäufeln unb zeitig mit Reisern zu versehen. Zu pflanzen kann man versuchen etwas Salat unb Überwinterten Blumenkohl, in wärmeren Lagen auch alle durchwinierten Kohlarten; der Blumenkohl ist aber etwas tiefer zu pflanzen, als er vorher gestanden hat, um das Herz der Pflanzen gegen etwaigen Frost besser zu schützen. Mitte des Monats sind Kürbisse und Gurken in Töpfe oder Aesche zu stecken, Ende des Monats auch Bohnen. Spargelbeete können von jetzt an bis zum Juni angelegt werden, entweder mit Dünger als Unterlage oder, was zuweilen mit Glück versucht worden, mit Brecharneu, die man in Flachsspinnereien ziemlich billig haben kann; bei letzterer Unterlage darf bann aber künstliche Düngung nicht fehlen. Die vorhanbenen Spargelbeete mögen ja erst bestellt (Dünger untergehackt, gute Erbe barüber gebreitet) werben, wenn bie Erbe recht trocken ist; erfolgreiche Düngung giebt auch schwffelsaures Kali und Salz; letzteres kann in ziemlicher Menge (auf 4 Qu.-Mtr. würbe vor Kurzem 5 Kilo Kochsalz zu bringen empfohlen) gleichmäßig aufgestreut werden. Schnittlauch wird jetzt durch Theilung der Pflanzen vermehrt; auch sind nun die Steckzwiebeln zu legen; man hänge sie vorher in die Nähe des heißen Ofens, denn stark abgetrocknet treiben sie keine Samenstengel und bringen besonders große Früchte; man wähle zum Stecken die kleinsten aus und stecke sie bis an den Hals in bie Erbe. — Rabatten mit Perennen ftnb zweckmäßiger Weise erst dann zu bestellen, wenn man die jungen Keime ber letzteren sieht, bamit man die Stöcke nicht zersticht. Die Rosen können bei einhetenber Wärme von ihrem Deckreisig befreit werden Buxbaum kann noch umg pflanzt und beschnitten werden; ebenso wird das Verschneiden derjenigen Ziersträucher, die es bedürfen und vertragen, foi tgesetzt. Spältreibende Gehölze können auch jetzt noch verpflanzt werden, Nadelhölzer erst dann, wenn sie zu treiben begonnen haben. Zu pflanzen sind gegen Ende des Monats: Stiefmütterchen Tausendschönchen, Nelken, Veilchen, Primel, Aurikel, Gentianen, Zwergschwertlilie (Iris pumila), Gedenkemein (Ornphalodes verna), Frühlingsphlox. Die nun zu blühen anfangenden Frühlingsblumenbeete möge man durch — auf HoJunlerlage gelegte — Matten oder Decken vor etwa noch kommendem Schnee, längerem Regen und ebenso vor greller Sommerhitze schützen, damit man ihre Blüthe länger genießen könne. Ebenso empfiehlt man neuerlich, den Boden dieser Beete mit einer Schicht gebrauchter Gerberlohe zu bedecken; die Blüthen heben sich so wirkungsvoller ab und weiden bet Regen nicht so mit Schmutz bespritzt. Die Zimmerpflanzen fahre man fort, umziiseren; Stecklinge können jetzt von fast allen gemacht werden, insbesondere von Fucbsien, Heliotrop, Lantane, Pelargonie und wo die Zweige noch nicht getrieben, von Camelien und Azaleen. iM!Ä* bä Weh"? » ■, m uflt der 0bstkL»se» ’ mit er ba Jb biefen» « als}> "iw o