Nr. 90. Mittwoch den 19. April 1882. ichener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Sttrutl! Schul st raße B. 18. Erscheint täglich mit Ausnahme des MonlagS. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Ps. i—iiiuiymuiMjiwiiwmwiii Politische Ueberskcht. Gießen. 18. April. Der preußische Finanzminister Bitter ist vom Sultan durch die Verleihung des Großkreuzes des Osinanie-Ordens ausgezeichnet worden. Der feierlicheEmpfang des Königs von Württemberg ourch den Papst in voriger Woche hat den Gerüchten von einem beabsichtigten lieber» tritt des Königs zur römisch-katholischen Kirche neue Nahrung gegeben. Es wurde sogar behauptet, daß der Papst selbst König Karl in den Schooß der katholischen Kirche aufnehmen werde. Es braucht indessen wohl kaum besonders hervorgehoben zu werden, daß diese Gerüchte in keiner Weise auf einer sicheren Basis beruhen und sind sie vielmehr als tendenziöse Ausstreuungen zu betrachten. Nach dem Empfang beim Papste, bei welchem auch der preußische Gesandte, Herr v. Schlözer, zugegen war, stattete König Karl dem Cardinal-Staatsseeretär Jacobini einen Besuch ab und empfing am Freitag den Cardinal Fürst Hohenlohe. — König Humbert hat dem König von Württemberg den Annunciaten- Orden verliehen. Am vergangenen Sonnabend sind die österreichisch-ungarischen Delegationen nochmals zu einer außerordentlichen Session zusammengetreten. die sich wegen des von der österreichischeil Regierung verlangten Nachtrag-Kredits nothmendig gemacht hat. Die Negierung will denselben hauptsächlich zur Anlage von Befestigungen in den oeeupirten Provinzen, sowie in Süd-Dalmatien verwenden; bezüglich der Höhe des Kredits lauten die Angaben noch verschieden, doch wird sich derselbe schwerlich unter 20 Millionen Gulden belaufen. Die von den Delegationen zu bewilligende Summe soll jedoch nicht den Bedarf für das ganze laufende Jahr umfassen, vielmehr wird eine hierauf bezügliche Vorlage den Delegationen erst zu ihrer ordentlichen Session, welche Mitte October beginnt, gemacht werden. In Frankreich mühen sich die Schleppträger Gambetta'S mit wunderbarer Ausdauer ab, dem Lande zu demonstriren, wie schlecht es bei dem Ersatz des „Großen Ministeriums" Gambetta durch das Cabinet Freyeinet gefahren sei. Namentlich die „Republique franeaise", das Leib-Organ des Ex-Dietators, kann sich über den Sturz desselben vom Ministersessel, obwohl dieses Ereigniß schon 3 Monate alt ist, noch gar nicht beruhigen und fragt sich immer wieder, rote das ja allen Würstchen der Nation entsprechende Cabinet Gambetta so plötzlich fallen konnte. Indessen verhallen diese Jeremiaden fast ungehört und roird roohl auch die Gambettistifche Presse zu der Erkenntniß kommen, daß die Zeit ihres Herrn und Meisters, vorläufig wenigstens, vorüber ist. Die englischen P a r l a m e n t s - M i t g l i e d e r werden nach ihrer Rückkehr aus deu Osterferien sich wohl ernstlicher als bisher mit der irischen Frage zu beschäftigen haben. Gerade in der letzten Zeit haben die Verbrechen und Ausschreitungen in Irland so rapid zugenommen, daß man sich zu der Frage veranlaßt fühlt, ob denn in der That die englische Regierung noch Herrscherin in Irland ist oder ob die Landliga sich in dem factischen Besitz der Gewalt be- finvet. Der Premier Gladstone und der Staatsseeretür für Irland, Dir. Forster, werden von den irischen Gutsbesitzern mit den bittersten Klagen über die dortigen Zustände bestürmt, aber weder der Eine noch der Andere haben in bestimmter Weise Abhülfe zugefagt. Aber selbst in der liberalen Partei ist die Unzufriedenheit über die Schwäche der englischen Regierung den Iren gegenüber so groß, daß schließlich das Cabinet Gladstone doch energischer in Irland wird vorgehen müssen. In Rußland haben sich in voriger Woche wieder einmal Ausschreitungen gegen die jüdische Bevölkerung ereignet. Der Gouverneur von Podolien (West-Rußland) meldete nach Petersburg, daß am 11. und 12. April Excesse gegen die jüdischen Einwohner von Balta begangen worden seien, welche jedoch durch das Einschreiten der Truppen unterdrückt worden wären. Auch in der Stadt Letitschewo wurden die jüdischen Einwohner beunruhigt und stellte hier ebenfalls das Militär die Ruhe wieder her. In beiden Fällen ist die Unterfuchung eingeleitet morden. — Die wirklichen Namen und die Persönlichkeiten der Mörder des Generals Strelnikoff sind jetzt ermittelt. Der Eine, Namens Nicolai Schelwakoffst mar Hörer der Universität Petersburg, und sein Genosse, Namens Stephan Chalturin, ein Wjätkascher Bauer. Letzterer wurde schon seit der Explosion int Petersburger Winterpalais vom Jahre 1880 polizeilich gesucht. — Die lange Anwesenheit des russischen Botschafters in Paris, Fürsten Orloff, in Petersburg und die Berufung des russischen Botschafters in London, Fürsten Lobanofi, nach Petersburg, deuten auf bevorstehende Personalveränderungen in den Ministerien und im diplomatischen Dienste Rußlands hin. Vielfach roird Fürst Lobanofi als der Nachfolger des Grafen Jgnatieff des russifchen Ministers des Innern, dessen Stellung ernstlich erschüttert sein soll, bezeichnet; doch bleibt die Bestätigung dieser Nachricht abzuwarten. Die rumänische Regierungspresse bringt die Donaufrage wieder in Anregung. Der „Romanul" sagt in einem Artikel über diese Angelegenheit, daß die rumänische Regierung an dem Standpunkte festhalte, der in der Thronrede des Königs angegeben sei. Runtänien werde sich durch keinerlei Drohungen einschüchtern lassen, es werde aber nicht aus Furcht einen Selbstmord begehen. Nach diesen officiöfen Auslassungen zu urtheilen, hat die rumänische Regierung ihre ablehnende Haltung gegenüber Oesterreich in der Donaufrage, welche bekanntlich darauf hinausläuft, ob Oesterreich oder Rumänien das Schutz- und Aufsichtsrecht auf der untern Donau ausüben foll, nocht nicht aufgegeben. Deutschland. Berlin, 17. April. Die Abreise des Kaisers nach Wiesbaden ist nunmehr auf Dienstag Abend 10 Uhr 45 Minuten mittelst Extrazuges vom Potsdamer Bahnhofe aus festgesetzt. Die Fahrt geht über Magdeburg, wo der Zug Mittwoch Nachts 12 Uhr 50Minuten zu kurzem Aufenhalt einläuft, zunächst nach Gießen, wo der Kaiser auf dem Bahnhof den Kaffee etnnimmt. Die Ankunft in Wiesbaden ist auf 10 Uhr 20 M nuten Vormittags bestimmt. Empfang findet während der Kaiserreise nirgends statt- Die Kaiserin wird auf dieser Reise ihren Gemahl nicht begleiten, sondern ihm erst einige Tage später nach Wiesbaden folgen, nachdem sie noch ihren fürstlichen Verwandten in Weimar einen kurzen Besuch abgestattet haben wird. Von Wiesbaden begibt sich die Kaiserin, nack der Rückreise des Kaisers nach Berlin, direct nach Baden-Baden zu ihrer Tochter, der Frau Großherzogin von Baden. Darmstadt, 17. April. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: Am 15. April dem Mitinhaber der Weinhandlrmg C. Lauteren Sohn in Mainz, Louis Lauteren, den Charakter als „Comifferzienrath" zu verleihen; am 16. April dem Forstmeister des Forsts DarMadt, Karl Reiß, das Ritterkreuz 1. Klasse des Ludewigs-Ordens zu verleihen/ Berlin, 15. April. Man fit so ziemlich einig, daß der Reichstag das Monopol verwerfen werde; aber darüber, ob der Reichstag deshalb eine Auflösung zu erfahren habe, gehen die Meinungen auseinander. — Nachdem im kaiserlichen Gesundheitsamte Hie Arbeiten der Commission zur Revision der Deutschen Pharmakopoe zu Ende gebracht worden sind und die Untersuchungen über Wein, Farben und Gifte ihren weiteren Fortgang nehmen, gelangten die neuen Untersuchungen des Regierungsrathes Dr. Koch über die Ursachen der Lungen-Tuberculose zu Epoche machenden Resultaten, zum evidenten Nachweise, daß die Tuberculose in ganz ähnlicher Weise wie Scharlach, Diphtherie und Typhus durch Uebertraguug von Pilzen hervorgerufen und weiter verbreitet wird. Seit dem Vortrage des genannten Herrn in der Berliner physiologischen Gesellschaft fit das Laboratorium desselben von Besuchern 'hervorragender medicinischeu Koryphäen, selbst von bisherigen Gegnern des Amtes, nicht leer geworden, welche sich durch den Augenschein von der Wahrheit des Gesagten überzeugen wollen. Auch der aus Paris hier anwesende Assistent Pasteur's, der in hiesiger Stadt Versuche zu Gunsten Der Pasteur'schen Jmpfungstheorie anstellen will, überzeugte sich in persona von der Nichtigkeit der Koch'schen Behauptungen. In allen medicinischeu Kreisen der Nachbarreiche Deutschlands, vor Allem in Oesterreich-Ungarn, aber auch in Nußland, Belgien, Frankreich, England, Italien und in der Schweiz ist diese neueste Entdeckung sympathisch begrüßt und auf dem Gebiete der Medicin zur Tagesfrage geworden. Hat doch der in der nächsten Woche in Wiesbaden tagende Congreß der Aerzte für innere Medicin in Anbetracht der kolossalen Wichtigkeit des Gegenstandes gewünscht, daß der unermüdliche gründliche Forscher mit seinem ganzen Apparate dort erscheine und außerhalb des Programmes, durch seinen Vortrag, den Congreß illustrire. Rußland. Moskau, 15. April. In Moskau erleben wir gegenwärtig eine umfassende Judenausweisung, mit anderen Worten: eine gesetzliche Judenverfolgung, welche eine allgemeine Aufregung hervorrust. Die Polizei verfährt dabei mit unerbittlicher Strenge. Der Befehl der Ausweisung erfolgt plötzlich, für die Betreffenden meist ganz unerwartet; die Geschäfte müssen mit großen Verlusten sofort aufgegeben werden; bei den Ausgewiesenen bleibt nichts anderes übrig, als ihr Brod in der Ferne zu suchen und ein neues Leben anzufangen. Es ist schwer, sich in die Lage Deljenigen zu versetzen, welcben nicht einmal das Recht eines gesetzlichen Protestes gegen solche Maßregeln zusteht, schwer, das wiederzugeben, was sie physisch und moralisch zu erdulden haben. Ohne Ausnahme werden Greise, Kranke, Frauen und Kinder ausgewiesen. Erst vor Kurzem hat sogar zwei Choristen vom Theater jüdischen Glaubens dieses Loos ereilt, 2Bte solche weder zweckmäßigen noch menschlichen Maßregeln zur Beruhigung der öffentlichen Meinung beitragen sollen, ist freilich schwer zu begreifen. — Aus Kow no wird mitgetheilt, daß säinmtliche an der Warschauer Eisenbahn angestellte Beamte, die nicht russische Unterthanen sind, entlassen werden sollen. An der Warschauer Bahn dienen von der Zeit des Baues derselben sehr viele Ausländer; diese Maßregel hat, wie natürlich, große Aufregung hervorgebracht und soll zur Folge gehabt haben, daß eine Menge von Gesuchen um Aufnahme in den russischen Unterthanenverband eingereicht worden sind. Das Gerücht, welches indessen noch keineswegs bestätigt ist, spricht von „Ausländern" im Allgemeinen — die meisten derselben sind natürlich Deutsche. Telegraphische Depeschen. Wolff's telegr. Correspondenz-Bureau. Berlin, 17. April. Der Kaiser ertheilte heute den Botfchasteru v. Keudell und Graf Münster Audienz. Die Kaiserin reist am Mittwoch nach Weimar, begießt sich dann nach kurzem Aufenthalt nach Wiesbaden, wo ite mit dem Kaiser zusammen Aufenthalt nimmt uno von wo sie sich spater naci) Baden-Baden begiebt. Der Großfürst Wladimir wird nn -ause der Woche zum Besuche der Majestäten in Wiesbaden eintreffen und am Sonnabend über Berlin nach Petersburg zurückreisen. , . Karlsrube 17 Avril In der heutigen Sitzung der zweiten Kammer wurden di- P-tition'-n iin« großen Zahl der Bod-ns-e-G-m-inden, betr. den Ban der Bodensec-GÜ-t-ldahn oer Regierung zur K-nntmßnalnne ub-rwr-,-w Schwerin 17 April. Das s-uer un Schansxr-lhau,- brach gelten, Abend zwischen 8 und 9 Uhr aus dem obersten Boden des nördlichen Anbaues aus mn Nersekstücke und andere Theater-Utensilien aufbewahrt wurden. Die Feuersgefahr wurde dem im Haufe befindlichen Publikum von der Bühne aus rechtzeitig mitgetheilt. Der Großherzog felbst richtete beruhigende Worte an das Publikum, so daß die Räumung des Hauses ohne jede Ueberstürzung und ohne jegliche Gefahr erfolgte. Das rasch um sich greifende Feuer hat das ganze Innere des Laufes zerstört, nur die Ringmauern sind stehen geblieben. Bald nach Mitternacht wurde man des Feuers Herr, ohne daß die in der Nähe liegenden Gebäude befchädigt wurden. Die Bibliothek und die Mustkalien fallen gerettet sein, die Garderobe ist zerstört. Straßburg, 17. April. Wie die „Elfaß-Lothr. Ztg." meldet, hat der Statthalter, Feldmarschall v. Manteuffel, abermals die Option, bezw. die Auswanderung von 509 Personen als giltig anerkannt. Paris, 17. April. Heute Nacht hat auf dem Centralpostamt em bedeutender Diebstahl von Werthsendungen und charchirten Briefen stattgefunden. Details fehlen noch. m t . _ . , _ „ . Paris, 17. April, lieber den in der vergangenen Nacht im Central-Postamt verübten Diebstahl wird weiter gemeldet: Die Diebe erbrachen den mit Panzerplatten versehenen Schrank, in welchem sich die Säcke mit den Werthsendungen befanden, und bemächtigten sich 180 chargirter Briefe, welche theils aus der Provinz, theils aus dem Auslande gekommen waren und heute früh den Adressaten zugestellt werden sollten. Der Weith der gestohlenen Postsachen wird auf etwa 1 Million Frcs. geschätzt- Die Nachforschungen nach den Dieben dauern noch fort. Palermo, 17. April. Garibaldi hat sich gestern, von fernen Famllren- angehörigen begleitet, von hier nach Caprera zurückbegeben. Bon der Bevölkerung wurden demselben bei seinem Scheiden zahlreiche enthustastische Ovationen dargebracht. . London, 17. April. Die Hinrichtung des wegen Giftmords zum Tode verurtheilten Dr. Lamson ist auf Veranlasstmg des Präsidenten Arthur abermals bis zum 28. d. Mts. verschoben morden. Dem Verurtherlten wnrde dabei die Eröffnung gemacht, daß kein weiterer Aufschub stattfinden werde und daß die bis jetzt dem Minister des Innern unterbreiteten Beweisstücke einen Eingriff in die Vollstreckung des Urtheils nicht rechtfertigten. Wien, 17. April. Osficiell. Das 14. Jägerbataillon, welches am 7. d. gegen die Mestrovac-Planina streifte, stieß in Ravnagora auf einige Bewaffnete, welche nach kurzem Gefechte in die Mestrovac-Planina flohen. Die Colonne des Majors yaager, welche von einer größeren Streifung durch das obere Kobuna-Thal und das Praca- Thal in ihre frühere Stellung auf der Romanja-Planina zurückzukehren hatte, trat am 12. ds Nachmittags, bei heftigem Schneegestöber in der Nähe von Jabuka ein und überraschte dort eimge Bewaffnete, von denen einer erschossen und zwei gefangen wurden- In den Häusern wurden größere Mengen Munition und Waffen gefunden. Major Haager rückte am 13. ds nach elfstündigem Marsche in Praca ein, ohne auf Insurgenten zu stoßen. In den Ortschaften, welche er passirte, wurden fast sammtliche Einwohner angetroffen. Vermischte-. Mainz, 14. April. Das Großherzogliche Ministerium hat den Bau und den Betrieb einer Pserde-Eisendahn für die Stadt Mainz genehmigt, so daß der Ausführung dieser Bahn nichts mehr im Wege steht. Die Ausschreibung der Pferdebahn wird auf dem Submissionswcge erfolgen. Im Ganzen werden 4 Linien nach den verfchiedenen Richtungen mit einer Länge von Id,800 Metern erbaut werden. Frankfurt, 14. April. Die „französische Ehrlichkeit", von der ein Beispiel (siehe Dir. 88, 2. Blatt des Anzeigers) berichtet wurde, ist doch nicht so ganz „zweifelsohne". Abgesehen davon, daß der selige französische Apotheker, welcher das Ersuchen des deutschen Soldaten um Uebersendung der in Feindesland gebliebenen Werthpapiere (Frankfurter Bankscheine) unberücksichtigt ließ, auf keinen Fall ehrlich gehandelt hat, so muß auch darauf hingewiesen werden, daß höchstwahrscheinlich weder er selbst, noch seine Erben mit dem übrigens inzwischen werthlos gewordenen Gelde etwas anzufangen wußten. Die Ehrlichkeit war al|o ziemlich billig. Erbach, 14. April. Der um halb 6 Uhr gestern Morgen dahier abgelassene Arbeiterzug hatte auf dem Hetzbacher Bahnhofe in Folge unrichtiger Weichenstellung einen Zusammenstoß mit mehreren auf dem Geleise stehenden Güterwagen. Einemder Arbeiter, Joh. Schäfer aus Erbach, wurde der eine Fuß zerquetscht und auch bereits abgenommen, die übrigen Arbeiter — insgesammt etwa 50 — kamen mit kleinen Csn- tusionen und dem Schrecken davon. Mehrere Wagen gingen in Trümmer und auch die Maschine erlitt kleine Beschädigungen. Wen die Schuld dieses bedauerlichen Unfalles, der leicht verhängnißvollere Folgen hätte haben können, trifft, wird wohl die Seitens der Ludwigsbahn bereits angeordnete Untersuchung ergeben. Friedberg, 13. April. In der am 8- d. M. stattgehabten Sitzung des Ge- meinderathes wurde der mit A. Aird in Berlin abgeschlossene Vertrag über Errichtung eines Wasserwerks genehmigt und untei zeichnet. Aus Nassau. Der alte »Dickstein" in Heringen hat seinen letzten Geburtstag nicht lange überlebt; am 7. April ist er, 107 Jahre alt, sanft verschieden und wurde am 9. unter Begleitung der gesummten Einwohnerschaft und unter Glockengeläute zur ewigen Ruhe bestattet- Der Kriegerverein ehrte den Dahingeschiedenen mit 3 Salven. Rabbiner Hochstäiter aus Ems hob in seiner Grabrede hervor, daß Dickstein in dem russischen Feldzug gegen Napoleon I. an der Beresina als Kosackenoffizier ruhmvoll gekämpft- Er besaß schon über 30 Jahre das Ehrenbürgerrecht der Gemeinde Heringen. — In Köln hat, ebenso wie in Mainz, die Niederlage der Straßburger Kaiserlichen Tabakmanufactur vor einigen Tagen in aller Stille den letzten Seufzer ausgehaucht. Witten, 13. April. Im Fieberwahnsinn beging gestern Abend ein auf einem hiesigen industriellen Werk beschäftigter junger Kaufmann einen gräßlichen Selbstmord- Nachdem er um 9 Uhr Abends Medicin eingenommen — er litt feit einigen Tagen am gastrischen Fieber — erklärte er dem Hauswirth, großen Schlaf zu haben, und schlief auch wirklich gleich ern- Als der Hauswirth bann um 11 Uhr wiederkam, um ihm Medicin zu reichen, fand er ihn im Blute schwimmend vor; mit einem Rasirrnefser hatte der Kranke sich das Leben genommen, indem er die Lust- und Speiseröhre mit einem kräftigen Schnitt durchtrennte. Nach Ansicht des Arztes wurde die That im Fieberwahnstnn vollbracht- Der junge Mann war aus Hessen und gehörte einer geachteten Familie an. Nihilisten und Anü-Nihilisten. Bei der großartigen revolutionären Bewegung, welche gegenwärtig die russische Gesellschaft zersetzt und dem Staat? Rußland wie dem Throne des Zaren die größten Gefahren ber stet, konnte man eigentlich niemals genau conftatiren, ob sich auch im russischen Volke eine starke Gegenpartei der Nihilisten befinde, die Nation der Russen erschien in dem Kampfe auf Leben und Tod, den die Regierung mit den Nihilisten führt, viel eher als gleichgiltigc Zuschauerin, die Alles gehen läßt, wie es eben geht. Daß in einem solchen Zustande eine inbirecte Billigung ber nihilistischen Propaganba seitens der Mehrheit des russischen Volkes liegen mußte, ist klar, und nahezu ohne alle Aussichten, mit dem Nihilismus einmal fertig zu werden, mußte Rußland dastehen, wenn wirklich die Nihilisten im russischen Volk keine namhaften und zahlreichen Gegner hätten Nachrichten aus Petersburg besagen aber nun doch, daß eine große Anzahl einflußreicher Personen einen Bund, die heilige Druschina genannt, gegen die Nihilisten mit Aufwand großartiger Organisationen in's Leben gesetzt haben, lieber die Erfolge der heiligen Druschina im Kampfe gegen den Nihilismus müssen wir uns allerdings noch jedes Unheils enthalten, da ja auch die Druschina noch in ihrer Organisation begriffen ist, aber dasjenige, was über die Einrichtungen und Ziele des Anti-Nihilisten- Vereins erforscht worden ist, wollen wir unfern Lesern mittheilen. Ihren Hauptsitz hat die heilige Druschina in Petersburg. An der Spitze derselben steht ein Hauptcomite, welchem ein Executivcomite, eine Finanzabtheilung und die Redaction unterstehen. Ein merkwürd'ges Zusammentreffen ist es, daß das Versammlungslocal und das Bureau der heiligen Druschina sich auch an der Ecke der Newskn-Prospect und der kleinen Sadowaja befinden, ebenso rote die Bäckerei Jssakow's, in welcher die Nihilisten vor dem März-Attentate allnächtlich zusammenkamen. Die Stadt Petersburg ist von der Druschina in 39 Bezirke eingekeilt, jede größere Provinzialstadt in 12. Denn in solchen Städten existiren Filialen, eine besonders große und mächtige in Moskau, wo seit dem Eintritt Äksakoff's auch die Altgläubigen, welche vorher sich principiell von der Druschina fernhielten, jetzt ber Genossenschaft beitreten, neuerbings auch 120 ber reichsten Kaufleute ber Stabt, von denen jeder sich verpflichtete, jährlich nicht weniger als 1000 Rubel für die Zwecke der Gesellschaft bei: zutragen. Das machte also mindestens 120,000 Rubel oder ungefähr den dritten Theil der ganzen für Moskau veranschlagten Ausgaben. Für Petersburg hält man jährlich eine Summe von l‘/4 Millionen Rubel für nöthig- Alle diese Details und die ganze Organisation wurden in einer Sitzung vom 13. März dss. Js. festgesetzt- Chef der ganzen Association ist Graf Paul Schuwalow, Chef des Executivcomites der Kammer- Herr Fürst Dolgorukt, Director der Finanzabtheilung der vereidigte Börsennotarms Holm, Redacteur Katkow- Die von ber heiligen Druschina ausgehenden Documente sind mit dem Siegel des Ministeriums des kaiserlichen Hofes versehen, sie erscheint also als eine Art kaiserliche Institution. Die Agenten der heiligen Druschina sind mit sehr weitgehenden Vollmachten ausgerüstet, alle übrigen Ressorts der Staatsverwaltung haben ihnen unbedingt Beistand zu leisten, wo sie denselben fordern Die heilige Druschina ist also eine direct von ber Regierung protegirte Partei, was, wenn sie in Rußlanb nicht als regierungsgefährlich gelten will, nicht anders sein kann, denn freie Bewegungen ans der Mitte des Volkes heraus zu Gunsten des Volkes kennt man in Rußland noch nicht- Lokales. Gießen, 18- April. Tagesordnung für die Stadiverordneten-Sitzung am Donnerstag den 20. April 1882, Nachmittags 4 Uhr. 1. Die allgemeine Berussstatistik. 2. Die Wahl ber Mitglieder der Einschätzung?.Commission zur Einkommensteuer für bas Jahr 1883- 3- Wirthschaftsplan über ben Gießener Stadtwald pro 1883. 4. Klage gegen den Ortsarmenverband Heuchelheim wegen Uebernahme des Ludwig Kröck VHI. von da- 5. Klage gegen den Ortsarmenverband Roth wegen Ersatz von Pflegekosten. 6. Ableitung des Inhalts der Abtrittsgruben des academischen Hospitals in die Wieseck. 7. Das Nivellement der Löberstraße. 8. Die Pumpe vor ber Turnhalle. 9. Die Verpachtung b-r Wieseckböschungen- 10. Die Verwerthung städtischen Geländes. 11. Anlagen auf dem Kirchhof betr. 12. Herstellungen am alten Rathhaus. 13. Anschaffungen für die höhere Mädchenschule. 14. Gesuch des Fuhrmanns Heinrich Stühler dahier um Erlanbniß zur Anlegung einer Abfahrt. 15. Gesuch der Firma Mettenheimer u. Schultheis dahier um Erlanbniß zum Belegen des Trottoirs vor ihrem Hause mit Cementplatten. — In vergangener Nacht wurde ein Gartenhäuschen am Rodberge erbrochen und nebst anderen Gegenständen ein Handwagen gestohlen. — (Die Anklageschrift im Ringtheater-ProzesseF Der Ringtheater-Prozeß gelangt am 24. April vor dem Landesgerichle zu Wien zur Verhandlung. Da es sich nur um Vergehen und Uebertretungen handelt, werden nicht Geschworene zu Gericht sitzen. Die Angeklagten, gegen welche die Staatsanwaltschaft den Vorwurf erhebt, daß sie theils durch „furchtbare Versäumnisse, durch grenzenlosen Leichtsinn und unverantwortliche Nachlässigkeit" das Unglück herausbeschworen, theils dasselbe durch „Mangel an Besonnenheit und Pflichtgefühl" in verhängnißvoller Weise vergrößert haben, sind: der frühere Bürgermeister von Wien Ritter von Newald, Director Franz Jauner, Beleuchtungs- inspector des Rmgtheaters Ritsche, sein Gehilfe Breithofer, der Haus-Jnspector und Commandant der Feuerwehr des Rmgtheaters Geringer, der Polizeirath Landsteiner, der Chef ber stäbtischen Feuerwehr Herr. Alle acht ftnb angeklagt bes Vergehens gegen die Sicherheit bes Lebens; Jauner, Ritsche, Breithofer unb Geringer außerbem noch ber Uebertretung gegen die Sicherheit des Lebens. Die Anklageschrift, entworfen von dem Staatsanwalt Dr. Pelser, umfaßt 130 engbeschriebene Folioseiten. Hinter den Coulissen des Ringtheaters herrschte, der Anklageschrift zufolge, eine Lottermirthschaft sondergleichen. Director Jauner, der sich, als er das Rmgtheater gepachtet und das Theater an der Wien gekauft hatte, rühmte, er werde alle Theaterdirektoren Wiens zu Grunde richten, fing dieses edle Werk bei sich selbst an. Während er das Gelb auf ber einen Seite, um ber Concurrenz die L-pitze zu bieten, förmlich zum Fenster hinausroarf, suchte er auf ber anberen Seite in ebenso unkluger W-'ise zu sparen. Wohl rühmte er sich, baß er für die technische Leitung lauter Virtuosen engngirt habe, aber bie Anklageschrift führt den überzeugenden Nachweis. daß er mit zwei ober bret Ausnahmen, wahrscheinlich aus Ersparungsrückfichten, unfähige, unzuverlässige Dilettanten aufgenommen Ijatte, bie ihren verantwortungsvollen Poften weder durch ihre Kenntnisse, noch durch ihre Charactereigenthümlichketten gewachsen waren. , , , Der Hausinspector und Commandant ber Theaterfeuerroache, der Angeklagte Franz Geringer, ein Tischler von Profession, war etwa em Jahr Wiener Feuerwehrmann, dann Handlanger, hieraus Bühnenthürsteher im Hofoperntheater. Im September vorigen Jahres wurde er von Jauner für das Ringthmter engagirt, Anfangs als Portier, später in ber erwähnten Doppeleigenschaft Obgleich „Hausinspector", hielt er es nicht der Mühe für werth, sich mit der inneren Einrichtung des Theatergebäudes bekannt zu machen; so hatte er beispielsweise keine Ahnung von den vier Ventilationsschläuchen, die im Hause angebracht waren Noch weniger begriff er seine Obliegenheit als Commandant ber Feuerwehr; er war außer Staube, bie Disciplin bei dem ihm unterstellten Personale, unter welchem sich zwei Brüber feiner Frau befanben, aufrecht zu erhalten; er bulbete bei seinen Arbeitern Unbotmäßigkeit unb Trunkenheit- Da biefelben außerbem zu allerlei Hanblangerdiensten verwendet wurden, geschah es, daß fast nie ein Feuerwehrmann an seinem Platze war. Die Anklageschrift macht über die Entstehung des Feuers folgende Mittheilungen: Die Beleuchtung jedes der fünf ©offfttengange wurde mittelst eines Beleuchinngskasteno hergestellt, in welchem sich 48 Brenner für Leuchtgas befanden- Die Entzündung geschah auf elektrischem Wege durch eine Art Explosionszündung, indem der electrische Funken an beiden Seiten des Beleuchtungskastens zugeleitet wurde. Am 8. Decemder versagw nun bei Beleuchtung der vierten (Soffitte der Anzünde-Apparat theilweise, indem sich nur die Hälfte der Gasflammen entzündete. Anstatt hieraus das Zuleitungsrohr abzu- fperren unb den Beleuchtungskasten vom Schnürboden herabzulassen, ließ man neuerdings unter Zuleitung zu den Brennern Gas in großer Menge in die Aufsatzrohre einftrömen- Bei neuerlicher Anwendung der electrischen Zündung war eine solche Menge Gas in ben Beleuchtungskasten geströmt, daß derselbe Feuer fing und die Flammen durch das Drahtschutzgitter des Beleuchtungskastens schurgen. Ern Saal- profpect mit Vorhängen und Fransen von Jute wurde zuerst von den Flammen ergriffen. Das Feuer, welches durch 30 Prospekte reichlich Nahrung erhielt, verbreitete sich nut großer Schnelligkeit. Alle Löschungsversuche mißlangen, ob aus Unfähigkeit ober Feigheit der Arbeiter, läßt die Anklageschrift unentschieden- . Ü Was die Anklage gegen Jauner selbst betrifft, so wird demselben m erster Lime zum Vorwurf gemacht, baß er feine Pflichten als technischer Direktor durch das Em gagement von Persönlichkeiten, die ihrer Aufgabe nicht gewachsen waren, verletzt habe, sodann wird er beschuldigt, die Anordnung der Behörde wegen Anbringung von Roth- Oelbeleuchtung unb wegen Regelung des geuerroebibtcnfte§ n'd)t beamtet ZU haben. Sehr scharf rügt die Anklage Jauners Verhalten am Abend 8, December. Obgleich sich der Director ausdrücklich die Regie des zur Aufführung bestimmten Stuckes Vorbehalten hatte, erschien er erst wenige Minuten vor 7 Uhr Seme Abwesenheit war Schuld, daß vom Dienstpersonale zahlreiche Exkursionen in die benachbarten Gasthäuser unternommen wurden und daß beim Ausbrucy des Brandes lebe einheitliche Leitung fehlte, vielmehr ein plan- und zielloses Hin- und Herlaufen, wodurch bie Gefahr nur vergrößert werden konnte, entstand. Auch ^9 es seiner Abwesenheit ^UAuschreiben, daß eine rechtzeitige Avisirung des Publikums unterblieb; fehlte doch in seiner Person der Direktor und der Regisseur. Höchst eigenihümlich war bas Benehmen Jauners, al^ er endlich wenige Minuten vor 7 Uhr erschien Fast gletcbgtlhg auf das Dach seh nb, sagte er: „Run ja, es ist ein Unglück!" Bald darauf entfernte er sich „Wie eine Ratte das sinkende Schiff", sagt die Anklageschrift, „hat er die Nahe des brennenden Hauses, das Grab seiner eigenen Habe, aber auch so vieler^ Menschen verlassen und sich um die weiteren Schicksale der Theaterbesucher gar nichts gekümm rt. Und doch wäre es seine Pflicht gewesen, seinem eigenen Personale an Aufopferung und SSL ■ Tuende wr'6 Vitts wb* wochen- und vic - tu lophaü) emMlc Ln. DieAM ion Arsenik, Str h.r Stur 5das j £ C SeisP : d-m - r" iS di- M?" Wenn". Seinen, Meisen £ mut ‘"Äj der M°n' -eines Äunbet 1 •*.*£.»* 2815 ®; wie für bieStai I in ben nähten 1 i’wdj ohne Kosten Das W b. fi Bei dem Mern ermähn das öritte uns zahlenden Betri e. tut bie Sei bem ermaßt sich ba dritte und jedes Betrags. 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April 1882, von Vormittags 9 Uhr an, soll im Gießener Stadtwald in dem District 2681 Ein Geschäftshaus, Spezerei- und Flaschenbier-Verkauf, in bester Lage ist unter günstigen Bedingungen zu verkaufen und bald zu übernehmen. Näheres bei W. Krämer. '■ E'nem der ? °Ufh bereits Ul-'nen C-k- M und auch ^uüasalles, die >nz des Gelber Errichtung len Geburtstag >en und wurde lkengäaute zur mit 3 Salven. Mitein in dem rzin ruhmvoll emdehenngen. er StrGnrgn letzten Seuszrr 1 ein auf einem en Selbstmord, 'gen Tagen am 'n, uni> fdjlitf kam, um ihm m Rastrmesfer bväfnöhre mit de dre Thai im .ehvrti einer ge- Hrozeß gelangt es sich nur um richt sitzen. Die ßsietheils durch Aditliche Nach- an Besonnenheit rd: der frühere , Beleuchtungs- s-Jnspecior und caih Landsteiner, Bergehens gegen t außerdem not rr, umfaßt 130 der Än- urer, der srch, i izM, rühlliie, edUWerk bä sch urenz die Spitze [ Seite in ebenso technische ßeitung rzeugenden Nach- irung5rüi|t(6ien, ntivortnngsvollen Bau-, Werk- und Nutzholz. 8 Rmtr. Eichen-Nutzscheitholz, 16 Eichen-Stärnrne mit 21,51 Fstm. und von 34^-70 Ctrn. Durchmesser. Die Zufaminenkunft ist aus dem Weg nach Daubringen am Steinbruch. Gießen, den 18. Aprll 1882. Großherzogliche Bürgertneisterei Gießen. Holzversteigerung im Allendorfer Stadtwald. Donnerstag den 20. und Freitag den 21. l Mts., jedesinal Vormittags 9 Uhr angehend, sollen in den hiesigen Waldungen, Districten Kringelsbach undLange- seif versteigert werden und zwar: Donnerstag den 20. April. Bau- und Nutzholz. ■‘Äs ;*inNw .S'^ipine l^andelr hQt ;,dbt noch § "Wangen rf, Änsan^ als ginfpector“, Theatergidnadrs vierV-ntilatMs- itineW* lin bei denlttz Trunkenheit JJ , geschah es, w äecttAgte IttwQ! neu«5 -tz- S-J# ’S*- * ■ irftet binle jen'«En- tot bn^gt habe: beachl l ^dgle-ch le^Stftefe» A* ibartivl steitans einAfahc g I- Heinrich Kuhlmanns Wittwe von Muschenheiin hat in dem gegen sie anhängigen Concursverfahren den nicht bevorzugten Gläubigern 20 Procent des Hauptgeldes, zahlbar Pelrttag 1883, vergleichsweise angeboten und Bürgen für Erfüllung des Vergleichs gestellt. — Die überwiegende Mehrzahl der Con- cursgläubiger hat den Vergleich bereits angenommen und sich dem auf Einstellung des Verfahrens gestellten An- trag angeschlossen. — Widerspruch gegen > . bleien Antrag ist binnen einer Woche, Itn O-leßener Stadtwalo. welche Frist mit der öffentlichen Be- ™ ' ' ",oon kanntmachung beginnt, zu erheben. — Einsicht der Acten kann von den Eon- ________ cursgläubigern auf der hiesigen Gerichts- Hangelstein nachverzeichnetes Holz ver- schreiberei genommen werden. Lich, den 8. April 1882. Großherzogliches Amtsgericht £id). Scheith. Knüppelh. Stockh Reish. - - “ ■ Wellen. Glace-Handschuhe für Confirmanden per Paar Jt. 1.—, 2knöpf. in allen Farben per Paar 1.50, Krausen, Vorstecker, Corsetts, Hosen, Röcke re. empfiehlt in großer Auswahl 2852 Juliux Schulze. 2853 8—10 Ctr. Grummet verkauft Georg Franz. „ Nadel- Rmtr. Bucheu-Stockholz, 12 „ Eichen- u. Nadel-Stockh. Zusammenkunft jedesmal an der 16,67 Fstm., Nadel-Derbstangen mit zusammen 20,97 Fstm, Nadel-Reisstangen mit zusammen 15,79 Fstm. Freitag den 21. April. Brennholz. Rmtr. Buchen-Scheitholz, Kettung von Effectm - sogar 2 Kvamere wu o » i§ flebenen Menschen und deren xn die vielen dem Flammen- und iLNircrungsloo v v vertrauten Personen dachte Ktoi-Ä SÄÄ'Ä bMbk '--bs- d-r°uIM°,chw°r.n. >ibauratb Kramer^von Mmnz mit der Locomoii und von da ab bis Mi, <°g»ch Z«--N m jeher sausstrSflinge von einem Pfund w°gütlich a bk £ @atlen nod) öieIe Bolksblatt" meint hierzu: »Es gibt in der gemordet, die überhaupt Lassende von braven Bürgern, die nid)tg ’ arbeiten müssen als die Sträflinge, aber nichts verbrochen haben unb nog f& nur nicht gejammert." wohen- und monatelange gar kein Ftegcy oeromm .. .. , facacia - Als wirksames wird ^^balb sie diesen Samen nur angenagt lophata) empfohlen. Der Tod dtt Mause Mo gi zo .efährl'ch sem, als die Anwendung °u. b-ib-n. Handel und Verkehr. Gießen, 18. April. Auf dem heutigen Wochenmarkte kostete: Butter per Psd. X 1.10-115, Hühnereier 1 Stück 5 und 2 Stück 0^ Enteneier per Stück 5-6 X Gänseeier per St.8-lO Käse p. St. 4-8 X Kaiematt- per Stück 3 Erbsen 1 Liter 25 Linsen 1 ßtUr 32 Tauben das Paar 80-0C4, Hühner per Stück X 1.40-1.80, Hahnen per Stück X 1.80—2.00, Enten per Stück 2-OO-2.5O Ochsenfleisch per Pfund 64-66 H, Kuh- und Rindfleisch 50-56 Kalbfleisch 40 b s 48 & Schweineflelsch 62—64 4, Hammelfleisch 60—66 H, Kartoffeln 100 Kilo X 3.50-4 50, Zwiebeln der Centner X 12, Milch per Liter 16—18 X Frankfurt a. M-. 17. April- Der heutige Viehmarkt war gut befahren. Angetrieben waren circa 385 Ochsen und Stiere, 304 Kühe, 266 Kälber, 47 Hammel und 399 Schweine. Die Preise für 100 Pfund FIcifchgewicht stellten sich. Ochsen 1 Qualität X 69-00, 2. Qualität X 63-00, Bullen 1. Qualdat o3, 2. Qua itat V 46, Kühe 1. Qualität X 60—00, 2. Qualität X 54—00, Kalber 1. Qualität 65—00, 2. Qualität 3L 50—00, Hämmel 1. Qualität X 68—00, 2. Qualität X 00—00, Schweine X 62. Frankfurt, 17. April- (Fruchtpreise.) Weizen, effectiv hiesiger und Wetterauer X25.75-26 00, fremder X 24.75-25.50. Roggen effectiv hiesiger ^20^-20.50 fremder X 18.00-20.25. Gerste effectiv hiesige und Wetterauer X00.00.-00.00, fremde 00 bis 00.00. Hafer effectiv hiesiger und Wetterauer 00.00-00 00, fremder X 16—17.50 per 100 Kilo. _________ . _ Eichen- t, Nadel- „ Buchen-Knüppel, Eichen- n Nadel- „ Buchen-Reisholz, Eichen- „ Bekaniltmachung. 9o(R Die Scbulaelder für die höhere und erweiterte dNädchenfchule, sowie sür^die Stadt-Knaben- und Stadtmädchenschule pro l. Quartal 1882 können in den nächsten 8 Tagen an den Zahltagen: Dienstag Donnerstag und Samstag noch ohne Kosten zur hiesigen Stadtkasse bezahlt werden. Das Schulgeld beträgt von einem Kmd : a. für die höhere HRadchrnfchuie. 1) in der I. und II. Klaffe 18 I nehmer Mudersbach in Struthüti ' bei Herdors.______________________ Weiizel’s Garten Julius Schulze, Fonn^nstraße 58. 2851 Carneval von Venedig etc. etc. aus dem Innthale (4 Damen und 2 Herren). Entree &O Pfy* .2771 2833 Hebamme. Geld Cours. a Verantwortliche Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen. Anfang V2S Uhr 2790 3Ä- B D- dienstlichen Hochachtungsvoll Ferd. Schmidt * 18-2 18-2 39-tt 67-72 70-72 51—56 20—2] beginnt und daher mein aus nur reellen Maaren bestehendes Lager zu außergewöhnlich billigen Preisen verkaufe. W ohnungs - Veränderung. ^Von heute au befindet sich meine Wohnung Löwengaste, im HaÄ der Frau Wittwe Gebhard. Schelle befindet sich am Hause. Lina Herbert, Durch bauliche Veränderung im Laden bin ich veranlaßt mein Lager in Herren- und Knaben-Anzügen re Damen- und Mädchen-Confeetion, Schuh- und Stiefelwaaren zu verringern, weshalb von heute an ein Ausverkauf* Das Neueste in Knöpfen, Perlbesätzen Fransen, Spitzen, Knasten re. re empfiehlt zu sehr billigen Preisen Ansznleihen 36000 M. zu 5pCt. auf 1. Hypothek. Näheres bei der Exped. ds. Bl. 2807 Darinst Tabalnmopoh Unjti B cgtartinbuTQ n Reiche, welche ragenden Pla' Gewerbtrerber und noch met ersten Auftret und unsere A erlauben uns zu ersehen ist führuntz roibi Natur, da bi ist dies indes Zusicherunge, gesammten di dem bin im L ÜBirlungen nm ffntmiätlung e Entwurs eines schastsrath vor. Die den Md non den1 Don sa durchaus unri ichuß sitr der dieser tzurmr kommensteuei der Post, 1 nähme von andere, bis; das kann di volkswirlhsch Grunde. Di 7 bl( finan tinanjitHen । Problem Rt flibi, ü höchsten ÄmentaL ^ßemein und '"^hschast, b6 ^.firmehren f^er zu föri Jen und bi An uns di ^.gerade in gNten tDüri sm„ Nicht bl Sy feine; SNdbcflir ^"chtheste । 6 schein, 7° Si Mi er ° ’nirÄ"“ *8 * 'oiuiiin ?bfe H|jt W Ur MLJ drr b Ä-% 2777 Zu Dem bevorstehenden Schulwechsel empfehle ich sämmt- liche Schulbücher, Schreibhefte, sowie alle in dieses Fach einschlagende Artikel. Wüh. Klee, am Markt. Tanz-Unterricht. Hierdurch die ergebene Anzeige, daß ich am 24. April einen Taltz Cursus eröffne. Bitte geschätzte Reflectauten sich baldigst bei mir mW zu wollen. 2680 Ein Loyis, 4 Zimmer, Bleichplatz und alles Zubehör, ist in der Grünberger- Straße zu vermiethen und bald zu beziehen. Näheres bei W. Krämer._________ 2294 Ein möbl. Zimmer zu vermiethen. Friedrich Kühne 8en., Wallthorstraße. 2765 Ein kleines Familienlogis zu vermiethen. Heinr. Schmidt II., ___________________Grünbergerstraße. 2728 Zwei schön möblirte Parterre- Zimmer sind sofort zu vermiethen. Schillerstraße A. lll3. UermietsiunKen. 2840 Ein möbl. Zimmer mit Kabinet zu vermiethen. L- Moller, Sonnenstr. 103. 2834 Ein Lagerraum per Ende Juni zu vermiethen._______Alicestraße 10Q3/10. 2832 Der 2. Stock in meinem Hause zu vermiethen. Heinr. Balser, Grünberger-Straße. 2830 Möblirte Zimmer zu vermiethen. _______________Wilh. Rudolph. 2846 Eine Werkstätte, sowie ein kleines Familienlogis zu verm. I. Wagner, Mach. 2845 Möbl. Zimmer mit Kabinet zu vermiethen. Seltersweg C. 46, 2. Sti 2844 Möbl. Zimmer zu vermiethen. __ Neuen-Weg B. 186, Vorderhaus. 2829 Ludwigsplatz 170 ein gut möbl. Zimmer zu vermiethen. 2843 Studentenzimmer sind zu haben im Hause des Herrn Brück am Brand (Möbelmagazin), im mittl. Stock._______ 2841 Möblirte Zimmer zu vermiethen. _______Sonnenstraße JB. 74. 2847 Ein Zimmer mit Kabinet"sowie ein kleines Zimmer, beide möblirt, ver- miethct_______H. Kühn, Seltersweg. 2849 Ein möbl. Zimmer zu vermiethen'. Frau Oberförster Eigenbrodt Wwe., __________West-Anlage E. 87\ 2835 Möblirte Zimmer mit und ohne Kabinet zu vermiethen. W. Ferber^ __________________Lindenplatz. 2705 Ein kleines Familienlogis, sofort beziehbar, zu vermiethen bei ___Friede. Rüger, Kreuz. ZU vermiethen: Eine Wohnung im Vorderhaus und eine Wohnung im Nebenhaus bei 2702 August KrölbScltersweg. Wermischte Anzeigen. 2824 Ein tüchtiges, mit guten Z nissen versehenes Mädchen für Hausarb sucht zum Eintritt auf 1. Mm ______Frau Rechtsanwalt Dr, Dittmar, 2839 Wer ertheilt gründlichen Unit richt in der Orthographie? Offerten unter 8.12 postlagernd erbeb 2831 Zur Aufsicht u. Controle wird ein gewandter, sicherer Mann: 1500 AL Einkommen pr. a. dauernd gesui __L. Heinicke, Prinzessinnenstr. 4, in Berl 2827 Eine Cigarrenkistchen Bereis« per sofort gesucht bei ____________August Ackermann. 2842 Ein ordentliches Dienstmädch ge sucht von H. Kühn, Seltersweg. 2854 Ein Mädchen für Küchen- u Hausarbeit per Anfang Mai gesucht __C. Reiber, Seltersweg 161 2838 Tüchtige Erdarbeiter find gegen guten Lohn dauernde Beschäftig!! an der Kunster-Thal-Bahn bei dem Unti 2744 Eine Wohnung von 4—8 ginm, per 1. Juni zu vermiethen. __________G* * Volk am Ludwiasvlld 2749 Ein möbl. Zimmer zu vermied _____________Marksstraße D. 27, 3. Z 2764 Möbl. Zimmer zu vermied _________Obere Ludwigsstraße E, 11« " 2766 Der untere Stock meines Hol ist per 1. Juli an eine ruhige Familie vermiethen. Joh. Fischer, Alicestraße E. 16 Ein größeres Zimmer "zu" h miethen und gleich beziehbar bei 2730 Jacob Dörr, MühlgaffeI ,2461 Ein kleines Familienlogis zu, mrethen. Rothenberger, Kaplansgc 2670 Ein möbl. Zimme^u vermiet! Bahnhofstraße 91 2692 Ein auch zwei Schüler fir® gute Pension.__Mäusburg D. j. "2798 Ein Realschüler aus höh. Klus mit gutem Zeugniß wünscht Stellung ab Schreiber auf dem Bureau eines Reckte anwalts, eines Gerichts oder Verwaltung amts. Auskunft ertheilt die Expedilw ds. Blattes.___ 2821 An einem gründlichen Vorb reitungsunterricht für die höheren Schult können noch mehrere Knaben Theil nehme! Wo? sagt die Exped. ds. Bl. IS 080 Mk. erste Hypothek, auf ein Geschäftshaus zu leihen gesucht durch I. Blitz. 2848 2763 Einem Studenten oder Lehrer (klaff. Philolog, Theologen) bietet sich die Gelegenheit, Stunden im Griechischen und Lateinischen, event. noch Französischen für die höheren Gymnasialklassen gegen freie Wohnung und Kasse zu ertheilen. Offerten find an die Exped. ds. Bl. unter Nr. 2763 zu richten. ' 2759 Ein junger, zuverlässiger Mann, 24 Jahre alt, guter Pferdepfleger, Sohn braver Eltern, sucht als Hausbursch oder Kutscher Stellung. Auf hohen Lohn wird nicht gerechnet, dagegen auf gute Behandlung. Gefl. Offerten unter 8. E. 210 an die Exped. ds. Bl.__ 2443 Zwei schöne Zimmer sind zu vermiethen bei Frau Louise Hanner, Bahn- hofstraße(im M e r z' scheu Hause). ,2485 Möblirte Zimmer, auf Wuusch mit Pension, billigst im „Frankfurter Hof". 2620 Zwei ineinandergehende, schöne, möblirte Zinrmer zu vermiethen. _________Heinr. Kiescr, Neuenweg. 2697 Ein möbl. Zimmer zu vermiethen. Eugen Kauffmann, Alicestraße. 2699 . Ein Familienlogis, sowie ein Zimmer im Hinterhaus zu vermiethen. __L. Wolf, Wallthorstraße. ' '2823 West-Anlage, Möhl- fchen Garten, ein gut wöb- Urtes Zimmer billig zu ver- mietben. ______ 2819 Möblirte Zimmer, sowie Schlafstellen zn vermietheir. Caplansgasse C, 219. Neue-Bäue 88 zwei möblirte Zimmer, event. Zimmer mit Kabinet zu vermiethen._________2817 2805 Ein möbl. Zimmer in der Nähe der Aula, Parterre, B. 1647, zu vermiethen 2799 Ein möbl. Zimmer zu vermietheu. __Beichstraße C. 373. 2797 Nkahe der Aula ein gut möblirtes Zimmer zu vermiethen im Hause des Herrn Petri v., Löberstraße.__________ 2773 Schön möbl. Zimmer zu vermiethen. Wilh. Herbert am Markt. 2442. Freundl. möblirte Zimmer sind zu vermiethen mit od. ohne Pension im Hause des Hrn. Otto Schmidt, Seltersweg «6. 2669 Ein Familienlogis mit 5 Zimmern zu vermiethen und bis 15. Juli, aus Wunsch auch früher, zu beziehen. __ __Pi». Bauer II,, Bahnhofstraße. 2767 Eine kleine Familicnwohnung ist zu vermrethen bei W. Wagner, Frankfurterstraße. Donnerstag den 20. und Freitag den 21. April 1882: Grosses Tyroler National ■ C« der aus den Vereinigten Staaten von Amerika zurückgekehrtei hier in Wenzel's Garten von früher rühmlichst bekannten SlMM-Messschast „Hans Lechner (Grösster Holz- und Stroh-Virtuose Tyroks). .ä 20-Francs-Stücke . . . 16 do in Va • 16 Englische Souveretgns . 20 Russische Imperiales 16 Holländische fl. 10-Stücke 16 Ducaten...... 9 Dollars in Gold . . . 4