Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags- Bnveanr Schul st raße B. 18. Gießen, den 14. Januar 1882. Betreffend >urS' 16 -20 16 16 9 4 v Großherzogliches Kreisarni Gießen. Dr. Boekmann. 1' der einf. Züchtig, ett unter :n r» über.- Lten unter W. ds. S? mit sehr fc e H°us- bttti?1***' M' °»die Exwerden wird. Gießen, den 14. ^anuar 1882. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark L0 Pf. ih.) Januar. )onne|lien^ al' . r S0HN. i 7 Bild-rn A ier von Ä in", SSr Deutschland. Darmstadt. 16. Januar. Se. König!. Hoheit der Großherzog haben mittelst Allerhöchster Entschließung vom 12. Januar l. Js. allergnadigst geruht, die Gerichtsaccessisten Fritz v. Ho mb ergk zu Vach und Max v. Bregeleben :u Hofjunkern zu ernennen. f Darmstadt, 17. Januar. Se. König!. Hoheit der Großherzog haben '^e ^(m^U^^anuar den Gerichtsvollzieher mit dem Amtssitze zu Mainz, Andreas Pitzer, auf fein Nachjuchen seines Dienstes zu entlasten. tTiArmWrthi 17 ^aTtiiar Dem bereits k'.irz M!tgetheilikn Anträge de. macht, aber nicht bem u-b-l als solchem g-st-u-rt B-.sPt-lsw-is-Ibat :ber »crembet Gemeinde Pfeddersheim innerhalb des Sonimerhalbiahrs vom 18.^Mat b>. ber 1881 1000 Ortsgeschenke ausgetheilt und zwar nur an vollständig legstim rte Personen und mit geringen Ausnahmen an dieselben in dieser Zelt nur einmal g^ Eine Abnahme des Zuganges ist nicht bemerkbar. Unter d'eser Zahl befinden sich , denen es wirklich um Arbeit zu thun ist; allein mindestens die Halste, wenn nicht.noch mebr sind Landstreicher von Gewerbe Sie treiben sich jahraus lahrem umher,orbe^ten auck hier und da einige Wochen, um dann um so sicherer herumbummeln zu können. Und ihre Kneipen sind wahre Hochschulen des Lasters. Was dem Einzelnen an Ausbildung noch fehlt, kann er dort leicht erlangen. — man rmd) der Ui fache der unbestreitbaren Zunahme des Landstreicherthums, so ist solche zunächst auf die Leichtigkeit irgend ein Legitimationspapier zu erlangen, zurückzuführen. Die Einführung von Arbeitsbüchern und die strengste Controle derselben würde wenigstens ersehen lasten, ob der Betreffende gearbeitet, wo er gearbeitet und wie lange er sich arbeitslos herum- aetrieben Der Mangel eines Buches müßte außer der Bestrafung ein Zurückschieben mLfVine Äetmatb aur haben. Die Arbeitsbücher dürfen nicht von den Gemeinden ausaes/ell/ werden weil dies leiä t dazu führt, daß sie damit suchen, arbeffsscheue Sub- m werbin wie es jetzt durch einfache Ausweise u. b w. vielfach geschieht. Als eine weitere Ursache der Zunahme des m Frage stehenden Nebels find die allzu "ne weuere u furg ber Zeit nach und leicht zu ertragen bei dem StnrKrSn nnm3aTD6er Humanitätsrückffchten. Ein paar Tage Ruhe in einem Haft- Atr wärme^arßnbtid)er Reinigung und Anschaffung neuer Bekleidungs- Noch nicht eine Berufung ist mr nprtp« nnn Berurtbeilungeii bekannt geworden, welche ich als Amts Btbie„der Art. 362 des Strafgesetzbuchs eine £anb; niht hp« ober Bettler zur Arbeit anzuhalten, so ist dies seither nicht habe gibt, ^n^ndstre ch l^mnsäckltch aus Mangel an Raum in den Arbeits- ifta&nbe arbeitSU^Önnln XVraVVrÄ "°s n «rheHSbäuler möae man fie ftecfen fonbern auch ,um Straßenbau, zu Forst- unb 5,rKtaren müfien fk Unb sollt- auch bi- Sache schwer aus- hen zegen 1. i M. -ziehen durch die lagshandlung if- —----- ar» ter Nr. 411 an Hujaflen, ußsack M£jr.Ji3 en, welche sich bms-, Aus- ^erßcherunaen dlenst schaffen 'on der Bremer Bremen gffucht. uit Laden er zu vev- sofort be: cheres bei Blitz. assen d. Gymn. ill. Nachhülfe er itzped.d.Bl. apier, Nsen, pfer, Blei, lauft von Neuenweg 193. lben die Röcke wonnen.___ti.9 'M 23. 3anuar Isen, Zu- rtigeuvon ern Sonnenftr. 57. gange der enbtätter" Jahrgang bis 1814, inge 1816, 35 werden ,on der Ex- zu kaufen i-l ILeo uv (ii\ 16-zu l6 Donnerstag ben 19 Januar 2 Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. . Dmimrung >» zlu, IV. X, XI. XII ,md Xlll ter ®™««8 »"««”■ Bekanntmachung E»tw»ff«r»»g d-r 0runbflu«e tetr, (f* ReMemW-blatt-»» S. ^ ter Betheiligteii mit Soften . UeterfdlUg m» «ter« Dar, XII und XIII der Gemarkung Mngen gelegen stnd, sammt auf dem Bureau der Großherzoglichen Bürgermeisterei Mngen legung des ) - ' Srtfe hip SM. bfttmmuna über die Ausführung dieses Planes ""ramL'"den L z-brmN I Vornuttag- non 10-12 Ulm auf den. Nachhause m Hunzen dem genannten Termine bewirkt werden. des Unternehinens ein Schaden entstehe, oder welche es vorzögen, daß ehre Grundstücke Alle diejenigen, welche glauben, daß ihnen durch die - ye tz^lben abgetreten werden, oder welche, ohne im Plane und m der Liste ganz, oder zu dem zur Ausfiihrnng der Entwasferungsanstali: erf^rltchm^heils^qe J,, Sache etwas vorzubringen haben können ihre der Stimmberechtigten aufgeiuhrt zu fern, dem Unterneh .. Vortrag bei uns einreichen, müssen solche aber spätestens m dem festgesetzten.Lermme Erklärungen während der angegebenen vierwochtgen Frist durch fchtlsmcyen ^umuu, HÄ i- — t^’“c* ü’^ÄÄ^r.tH.n.onlaa« *— "*”■ «*• — »*«« - *% ** y„‘ M-KASL•- d" “* *-* - «*■*• ** •** DerieUte.- Staat, welcher am schnellsten zu energischen Maßregeln gegen die L-mb- str-ich-7ei grestt, wirb jebensalls ben Voitheil genießen, baß s-m Gebiet von bem ®e- finbe! ^A^wirb^ Die von einer Seite gebrachte Nachricht über die Erhöhung der Tabakgewichtssteuer um das Drei- bis Vierfache des gegenwärtigen Satzes, welche die Reichsregierung beantragen will, w.rd den „Bert. Polit 3iad)r" als auf bloße Combination beruhend beze.chnet RlchUg ift es ja daß die Reichsregierung nach wie vor daran festhält, daß der Ertrag aus dem ~abat bedeutend erhöht werden müsse, und daß m dieser Beziehung u. . auch äne Gewichtssteuer in>s Auge gefaßt ist. Vor Allem aber ist es das Tabatsinonovol, aus welches das meiste Gewicht gelegt wird; aber erft nach eventueller Ablehnung des Monopols durch den Reichstag würde dem Pro,ecte der Erhöhung der Gewichtssteuer näher getreten werden lieber die hierbei in Betracht kommenden Sätze sind bisher keinerlei Entschließungen gemacht worden. Gleichzeitig wollen wir bemerken, daß die Nachricht, die elsaß-lothrmgischk: Ne- aieruna sei entschlossen, im Falle das Tabaksrnonapol nicht zur Durchstihrung kommet auf den weiteren Betrieb der Straßburger Manufaktur zu verzichten, eine jener Enten ist, ivelche ein süddeutsches Blatt, das vorgeblich die Interessen " 'wwti,' oertrltt, m SWMt.it -ter durch I«. -»--r.-te» Mittheilungen diese Industrie am meisten beunruhigt von Zett M. Pe» au - flattern läßt. Es ist ja glaublich, daß der verstärkte Betrieb und dre Anhäufung von Vorräthen an fertiger Maare in der Straßburger Manufaktur auf die Einführung des Dionopols berechnet sind; damit ift aber gewiß mcht stefagt, daß die Regierung das Institut aufheben würde oder mußte, weni. wir das öl*8etU« Nach der neuesten Militär-Rangliste für ISS- zählt das preußische Heer 5 General-Feldmarschälle (den Kronpnnzen Pnm "driedrick, Karl Grasen Aloltke, v. Nianteustel, Herwarth v. Bittenfeld, t-etz teren jewoch nur als charakterisirten), 1 General-Feldzeugmeister (Prmzen Katt und 2 General-Obersten: Prinzen August von Württemberg d-r Kavallerie) und Großherzog von Mecklenburg-Schwerm (der ^i"^2ttichen. Der dem rate der Infanterie und Kavallene, worunter keinen B 3 yirrntnVAmeia Dienstalter nach älteste General ist der regierende Herzog v ^^ dessen Patent vom 27. Juni 1848 datirt; ^mnachst 85 General^iMten worunter 5 Bürgerliche, 128 Generalmaiorsältesten Generalmajors ältesten General-Lieutenants find am 22. JJiarj , 1876 ernannt. WI-». Ite q-.mr. 'teSte»«- angeblich aus Dalmatien hier vorligen s 1 in Dalmaüen absolut ruhigten, wird von bestunterricyteter Gerüchte der Begründung nichts Besonderes vorgekommen ist und aut o i « durchaus entbehren. England. . Mie der „Globe" ineldet, hat der türkische London, 16. Januar Sonnabend dem auswärtigen Amte eine Botschafter, Musurus Pasch», vu Schluß 43/4 Uhr. < ** Ä?>' daß W J statten d iDinfelni Jahre 181 hem Spitz fiannt ® BautechN" Vvrdrn je der Hoble eines rn-’ü aas kleinem Eingangs 4 bis o P ähnliche -V Do Veranlag durchtzeher der M1 verlautet, werben- baulotteri stlb'N tra andern Ä Äl- herstelluna belach" fi1 besWn, von Kenn besinnen u: der Wder Beiche fir Mai Lier eine R Mi Jahre öU5 her & den Midi Mieden. - das schon lr endgültig gc bäumchen B Gietz kndw g Din für viele un hin, welche Aatt schreib bamoii'.schei flfunben. * Schubert, bi iiadwig Din feroatorium endet bat n ausgerüstet Orchester ss phantasievo brr ßonctDt Note der Pforte zugestellt, in welcher die Pforte England und Frankreich das Recht, eine Controle über die egyptischen Angelegenheiten auszuüben, abspricht und dieses Recht für die Türkei in Anspruch nimmt. Der Minister des Auswärtigen, Granville, ist gestern wieder nach London zurückgekehrt; im Laufe dieser Woche soll ein Cabinetsrath stattfinden, um über die Antwort auf die Note der Pforte Beschluß zu fassen.___________________________________ -M 2, MW ’M SÄ .M bte Absicht haben den Allerhöchsten Erlaß hier zur Diskussion zu bringen, daß sie aber bte heutige Veranlastung nicht für genügend halten. Nach einer weiteren Discussion, an welcher sich noch die Abg. Rickert, Dr. Windthorst, u. Heeremann, o Kardorff, u. Brauschitsch und Dr. Braun betheiligen, wrrd der Antrag der Commission vom Hause angenommen; desgleichen der weitere Antrag der Commrpwn, den Herrn Reichskanzler zu ersuchen, über die in dem vor- lregenden Proteste behaupteten Thatsachen Ermittelungen anstellen zu lassen. «. Gesetzerrtwurss, betreffend die Erhebung einer Berufs- statrstlk, sonne bte Vornahme einer Viehzählung im Jahre 1882 und über den Entwurf eines Nachtragsetats. r.. . S 1 lautet: Im Jahre 1882 findet die Erhebung einer allgemeinen Berufsstatistik für den Umfang^des Reiches statt. Referent Frhr. v. Göler empfiehlt die Beschlüsse der Commission, während Reg.-Comm Geh. Rath Bodick er bittet, die in 8.1 gestrichene Viehzählung wieder rn das Gesetz arlfzunehmen. Es empfehle sich diese Ausnahme der Kostenersparniß wegen und zur Vollständigkeit der Berufsstatistik. . So6me ift für die Trennung der Viehzählung von der Personenzählung und bittet um Berücksichtigung der Hausindustrie bei Aufnahnie der Berufsstatistik. Auf Anfrage des Abg. Sonnemann erklärt Staatssecretär v. Bötticher, es lape sich noch nicht positiv entscheiden, ob eine Frühjahrssession überhaupt stattfinden w^be .Es in der Absicht der Reichsregierung, die sozialpolitischen Gesetzesvorlagen nach Möglichkeit zu fordern. Der Entwurf eines Gesetzes über die Alters- und ^nvalidenveriorgun^ soll allerdings unter allen Umständen von der Erledigung der geplanten Berufsstatistik abhängig gemacht werden. Die Unfallversicherung glaube die Regierung, auch ohne den Abschluß dieser Statistik abzuwarten, an den Reichstag bringen zu tonnen. Aber selbst, wenn die Regierung in dieser Beziehung auch zu einer anderen Ansicht gelangen sollte, so würde es dem Reichstag an Material für die Früb- Deutscher Reichstag. 27. Sitzung vom 17. Jaituar. Präsident v. Levetzow eröffnet die Sitzung um liy4 Uhr. Am Bundesrathstische: v. Bötticher, v. Verdy u. A. Tagesordnung: I. Wahlprüfungen: a. Abg. Hoffmann berichtet Namens der 3. Abtheilung über die Wahl des Abg- Schwarzenberg im 2. Wahlkreise Kassel. Das Haus beschließt dem Anträge der Abtheilung gemäß: Die Wahl für gültig zu erklären und dem Herrn Reichskanzler von den bei derselben vorgekommenen Unregek mäßigkecken mit der Bitte um Remedur Kenntmß zu geben. b. Namens derselben Abtheilung referirt Abg. Hoffmann über die Wahl des Abg. Fließ im vierten Wahlkreis Kassel. Auch hier beschließt das Haus debattenlos noch den Beschlüssen der Commission in demselben Sinne wie ad a. c. Abg. Frhr. v. Beaulieu-Marconnay beuchtet Namens der 7. Abtheilung über dre Wahl des Abg. Frhr. v. Maltzahn-Gültz im 1. Stetstnrr Wahlkreis. Die Wahl wird für gültig erklärt und an den Herrn Reichskanzler das Ersuchen ge- nchter, über die in der Beschwerdeschi ist behaupteten Unregelmäßigkeiten Erhebungen anstellen zu lassen. d. Abg. Frhr. v. Maltzahn-Gültz berichtet über die Wahl des Abg. v. Dohre im 2. Wahlkreise Stettin. Auch diese Wahl wird für gültig erklärt und über d'e angeblich bei diesen Wahlen vorgekommenen Unregelmäßigkeiten Ermittelung angeordnck Zugleich wird an den Reichskanzler das Ersuchen gerichtet, eine Rektifikation derjenigen Behörden zu veranlassen, welche nach Schluß der ersten Wahlhandlung noch Nnch- tragungen in die Wählerlisten vorgenommen haben. 6. Die Wahl des Abg v. Kleist-Retzow (2. Mindener Wahlkreis) wird für gültig erklärt. f. die Wahlprüfungscommission hat die Wahlen der Abgg. Löwe und Dr. Virchow im ersten und zweiten Wahlkreise der Stadt Berlin geprüft und beantragt, beide Wahlen für gültig zu erklären. In Betreff der Wahl des Abg. Löwe beantragt die Kommission außerdem, den Herrn Reichskanzler unter Mittheilung des Protestes zu ersuchen, Ermittelungen darüber anzuftellen: ob in Berlin Polizetreviervorstände nach der am 27. Oktober 1881 stattgehabten Wahl Wählerlisten unter Benutzung amtlicher Acten und Register einer Revision unterzogen und von dem Resultate derselben rn der aus den Protestbeilagen ersichtlichen Weise die ersuchenden Privatpersonen Mittheilung gemacht haben, — im Falle der Feststellung dieser Thatsache aber das zur Vermeidung der Wiederkehr solcher Vorkommnisse Erforderliche veranlassen und dem Reichstage von dem Geschehenen Kenntniß geben zu wollen. Auf Vorschlag des Präsidenten gelangt zunächst die Wahl des Abg. Löwe zur Berathung. Abg. Frhr. v. Minnigerode erklärt sich zunächst gegen den letztgenannten Antrag. Abg. Stöcker wendet sich gegen die Aeußerungen des Abg. Dr. Virchow in der bekannten Abendsitzung. Er beklagt sich über eine Aeußerung des „Börsencourier" die derselbe m Bezug auf jene Abendsitzung gebrauchte: „Hrn Stöcker's Wangen brannten' obgleich sie nicht nach Gebühr berührt worden wären." Der Staatsanwalt .habe auf seine Destunzration es abgelehnt, gegen den „Börsencourier" emzuschreiten,' da kein öffentliches Interesse vo> liege. Er habe diesen Fall angeführt, um zu zeigen, welche Sprache sich die Organe der Fortschrittspartei bedienten, gegen politische/Gegner. Herr Virchow habe in jener Sitzung ihm den Vorwurf der „Selbstüberschätzung" gemacht; er gebe denselben Herrn Virchow zurück. Präsident v. Levetz ow unterbricht den Redner mit der Bemerkung, daß er diese Aeußerung des Henn Virchow bereits gerügt und deßhalb dem Redner nicht gestatten könne, auf dieselbe jetzt noch zurückzukommcn. t, Abg. Stöcker hält sich berechtigt, an geeigneter Stelle auf die Angriffe des Herrn Virchow zurückzukommen, wird jedoch von dem Präsidenterf darauf aufmerksam gemacht, daß die Wahl Virchow's noch gar nicht zur Debatte stehe. (Heiterkeit.) Abg. Richter (Hagen): Die Polizei hat mit den Wahlen nichts zu thun. Der Magistrat von Berlin gestattet dm Parteien ohne Unterschied, Abschriften der Wählerlisten zu nehmen, was der Regierungspräsident von Gumbinnen sich ernstlich verbeten habe. Er glaube, die Behörden hätten die Verpflichtung, Jedermann es zu ermöglichen, sich von der Richtigkeit der Wahllisten Ueberzeugung zu verschaffen. Jedenfalls diene das auch zur Erleichterung der Wahlprüfungen. Was die gegen den Abg. Virchow erhobenen Vorwürfe anlangt, so habe Herr Stöcker die Gewohnheit, Personen zu citiren und anzugreifen, wenn sie persönlich nicht anwesend find; wenn sie anwesend sind, so bringt er nur Aeußerungen vor, ohne die Personen zu nennen. Als Beweis für diese seine Behauptung verweist Redner auf die in verschiedenen Versammlungen Herrn Ludwig Löwe in den Mund gelegte Aeußerung, daß Diejenigen, welche für obligatorische Innungen schwärmten, ein feiges Volk seien. Herr Stöcker gebe jetzt die Unwahrheit dieser Behauptung selbst zu und beruft sich dafür auf irgend einen anbei en Herrn, der ihm das gesagt. Redner thut dar, daß höchstens 87 Wähler mit Unrecht an der Wahl theil- aenommen haben und characterisirt den Protest des conservatwen Central-Wahlcomttes durch die fernere Ausführung, daß mehrere Wahllocale jüdischer Besitzer im ersten Wahlbezirke exiftirt haben und daß der Protest beweise, mit welcher Frivolität hier in Berlin antisemitische Wahlagitationen betrieben werden. Er müsse es ais eine Frechheit bezeichnen, mit solchen Dingen an die OeffmllichMit zu treten. Die Conservatwen hätten alle Ursache, sich von diesem Gebühren loszusagen. Redner führt ferner an daß im ersten Wahlbezirk Placate mit den Namen der conferontioen Candidaten geduldet, solche mit den Namen der fortschrittlichen Candidaten aber von der Polizei verboten seien. Die Polizei hat sogar geduldet, daß Placate mit der Bezeichnung- Wählet nicht den jüdischen Gründer Ludwig Körne!" angeschlagen wurden. Die Polüei habe wegen groben Unfugs angeklagt, die solche Placate abgerissen; das Schöffengericht habe freilich die Placate selbst für groben Unfug erklärt. (Beifall.) 0 9 StaatSfecretär «.Bötticher nimmt das Berliner Polizeipräsidium gegen den Vorwurf Richters in Schuh und erklärt, daß nach einer allgemeinen Verfügung des Ministers des Innern in Zukunft der Polizei allgemein untersagt sei, irgend einer Paickei Auskunft über bte Wahllisten zu ertheilen. Die Diskussion wird geschlossen. Es folgen persönliche Bemerkungen. Der Aba Stöcker bemerkt dem Abg. Richter, daß er auf seine Aeußerungen „frech" und frivol" nicht antworten könne. Er müsse zugeben, daß Herr Richter auf diesem Gebiete und in diesem Genre dem ganzen Hause über sei. (Oho! links.) Abg. Löwe erklärt die Aeußerung Stöckers, er hätte gesagt, daß er es nicht für eine Ehre halte, diejenigen Handwerker zu vertreten, welche sich nach der 3unft sehnen, für eine Unwahrheit. Er habe das niemals gesagt. Der Präsident ruft den Redner dieser Aeußerungen wegen zur Ordnung Abg. Löwe hält sich für berechtigt, eine solche Behauptung energisch zurück- zuweisen. Abg. Richter (Hagen): Wenn Leute noch nicht Gelegenheit gehabt hätten die Wahrheitsliebe Stöckers kennen zu lernen, heute sei es der Fall. Abg. Stöcker fordert den Abg. Löwe auf, den Beweis zu führen daß er (Redner) in Frankfurt a. O. die Aeußerung, welche er als Unwahrheit bezeichnet ge- than habe. Im klebrigen sei ihm gleichgültig, was Herr Richter über seine Person denke Abg. Löwe bleibt dabei stehen, daß Stöcker jene Aeußerung in Frankfurt gethan Abg. Stöcker bestreitet dies und konstatirt, daß er in Frankfurt nur eine Aeußerung des Abg. Kropatfcheck richtig gestellt habe. Herr Löwe möge sich mit seinen Angriffen gegen Herrn Landtagsabgeordneten Kropatscheck wenden. Der Anttag der Commission wird hierauf angenommen; ebenso der bezüglich der Virchow'schen Wahl. Es folgt: g. Der Bericht der Wahlprüfungskommission über die Wahl des Abg. Dr. Clanswitz (1. Merseburger Wahlkreis), deren Beanstandung beantragt wird Abg. Utz geht auf die Wahl näher ein und zieht dabei auch den Erlaß vom 4. Januar in Erörterung, worauf Abg. Hänel erklärt, daß seine Freunde allerdings I anderen Ansicht gelangen sollte, so jahrssession nicht fehlen. An der weiteren Debatte betheiliaen sich noch die Abgg. Dr. Franz, Frhr. ü- w u?u> ^r^ Paasche, dann wird §1 in der Fassung der Commission genehmigt, cm- c ^lin9 • Mittwoch 12 Uhr. Tages-Ordnung: Nachtragsetats, Antrag Windthorst und Antrag Buhl. m«ch-r^>on R-ichtttbE, Ächk? sich-fe'jner Lam pertheim. Die Direciion der chemifchen Fabriken oon SDeiifrfiTnfc * T MU°gn°m,e des Bearbeiters deutlich wiedergibt ^Auslibn- ücher Ursache konnte das Werk auch kaum -inen glücklicheren Interpreten finden als Herrn Ludwig Dingeldey, denn dieselben physiognomischen KbaradeniiaJ auch seine Claviertechnik und Vortragsweise,’wtibÄn Ära" "Zungen innerhalb der Grenzen, die vom träumerischen Versunkensein bis in ra ch emporwirbelnder, dämonisch drohender. Alles vor sich niederwerfender erthöicfelung. vom Emfach--Naiven bis zur brillantesten Bravour sich übtr hna n >»,«» Gebiet technischer und seelischer Ausdrücksmittel erftrerffn wirb feine? lann/n großen Styles bedürfen, um Henn Dingewey auch d?e Zu" fehlbare Siche.heit zu verleihen, die durch keinerlei äußere Einwirkungen zu erschüttern lst. Und darf man chm nach dem glänzenden Erfola fehvr Ptiftitnn ~ Tn Oeffentlichkeit das Horoskop stellen, so steht ihm eine sehr verheißungsvolle Hukuntt bevor, zu der man dem talentvollen jungen Künstler aufriräfin c Schließlich sei noch besonders hervorgehoben, daß Herr Dingeldey viermal hrnteretnander stürmisch hervorgeru en wurde und sein dankbares Glücksgefühl in einer anmuten Träumerei am Clavier als Zugabe austönen ließ. H M anmutigen Welches Mädchen eine tüäftißeHausfrau zu werden, welche Frau nicht eine solche zu sein. Was eigene Erfahrung nicht bietet, ersetzt oft ein Rath Anderer und wenn sich eine Reihe von bewahrten Hausfrauen, Müttern, Erziehern Stenten' rc vereint Erfahrungen und Rathschlägc den Strebsamen unserer Frauenwelt mitiu- theilery so verdient em ,olchcs Unternehmen wohl Unterstützung seitens der' S™ unb Manner. Dorner s „Haussraucn-Zeitung" ist ein solcher Ratbaeber für grauen und Mädchen, sie lehrt, unter besonderer B°"ücksichtiq,tng b-r für uns r ^eit so nothwendigen Sparsamkeit, alle Zweige des Hauswesens, indem st- Aul ituna gibt für d,e Pflege Geiunder tute Erkrankter, für Erziehung rc. Außerdem bietet fi? gediegenen Unterhaltungsstoff in Romanen, Novellen, Erzählungen -cund das Alles für den^ Preis von 10 für die Wochennummer. Abonnement ( u 30 viertelt Mhi lich) nehmen alle Buchhandlungen und Postämter an, letzteren ist die Nr 2050 d-r_Ze-tungs-Preisli,te anzugeben. Probenummern sind auch vom fierauäaeber g. Dörner m Berlin W„ Landgrafenstraße 2, gratis zu beziehen Herausgeber 7?!) 7Ueber die Höhe d,er Kosten. weltbe die Einrückung einer Anzeige in eine mehre Zeitungen verursacht, ynrd man sich niemals enttäuscht sehen, wenn man ron der Annoncen - Expedition von MAASHRSTEgR.' «$. VOLLER in auchnh' a’ (rarkaUhe’ Stu“Sart oder München) zuvor Auskunft einfordert, die auch hmsichts der lur den jeweiligen Zweck geeigneten Blätter auf Grund reicher Erfahrungen und gründlicher Beobachtungen zuverlässigen Rath ertheilt Kirchliche Antigen der evang. Gemeinde Gießen. Donnerstag den 19. Januar, Abends 6 Uhr: Im Saale des Gymnasiums: Bibelstunde. Pfarrer Schlosser. -Die bösen Wetngärtmr. Math. 21,33-41.) Buchen-Scheit, 23.62 Buchen-Knüppel, Buchen-, Eichen- u. Nadel- 3100 Wellen Buchen-Reisig, 20 442 8.17 2.64 ir ft if tf ir tf ff ft ii it 6 14 10 14 61 22 89 Eichen- Nadel- n n tf II ff Stöcke, Eichen- Birken- Nadel- Rmtr. fr tr n it tr ir tt ft tt Rmtr. ii ii n Eichen- Nadel- Holzversteiqerung. Freitag den 20. ds. Mts, Vormittags 9V2 Uhr anfangend, soll im Leihgesterner Gemeindewald Holzversteigerung. Montag den 23. Januar soll im Gemeindewald, District Kreuzholz, Abteilung 10 und 11, nachfolgendes Gehölz öffentlich meistbietend (ver- steigert werden: Großherzogliches Kreisbauamt Nidda. Grimm. 82 31 256 38 Der Anfang geschieht um 9 Uhr im genannten District. Die Zusammeu- kunft im Ort. e Bemerkt wird noch, daß sämmtliches Gehölz von ausgezeichneter Qualität, gute Abfahrt vorhanden ist, und daß bei genügender Concurrenz eine weitere Quantität Holz int District Buchwald zur Versteigerung kommt. Albach, am 16. Januar 1882. Großh. Bürgermeisterei Albach. 433 Schäfer. 325 82 38 36 12 40 74 22 4 1750 1780 200 650 42 47,2 10 18 Wellen Buchen-, Eichen - und Nadel-Reisig, Eichen-Stämme mit 27,61 Fstm. Nadel- „ „ 10,32 „ „ -Derbstangen mit 13,36 Fstm. „ -Reisstangen mit 0,35 Fstm. Zusammenkunft am Schindanger. Leihgestern, am 15. Januar 1882. Großh. Bürgermeisterei Leihgestern. 434 Lest. nachverzeichnetes Holz versteigert werden: Rmtr. Bkrsteigenmg von Straßenunterhaltungs-Materialten. . , , J?’/,«W» “db bas 3erfd)laflcn ber für bas Rechnungs- >ahr 1882/83 erforderlichen Unterhaltungssteme soll an nachstehenben Terminen loos- weffe unter den bet ben Versteigerungen bekannt gemacht werdenden Bedingungen öffentlich vergeben werden: “ H L Zu Sttdda, Dienstag den 24 Januar, Vormittags »Uhr, im „Darmstädter sur die Straße» G.eßen-Gelnhaus-n, Abth, 125-168 und Herbstein-Nidda, 2. Zu Hungen, Mittwoch den2 5. Januar, Vormittaas 9 Ubr im Vrinr Abth 1?2-122^^^ Gießen-Geluhausen, Abth. 63-113 und Berstadt-Friedbergs 3. Zu Bingenheim, Donnerstag den 26. Januar, Vonnittaas in itfir u,; -Alstwirth Winter" für die Straßen Gießen-Gelnhausen, Abth?113—125'und Schwalhermer Hof-Nonnenstümpfen, Abth. 120—162. 4. Zu Ranstadt, Freitaa den 27. Januar, Vormittags 10 Uhr, bei Gast- 5- ÄWÄ’iSÄÄiSlKWSir12 * ■w,‘ 6- Zu Gedern, Mtttwoch den 1. Februar, Vormittags 9 Uhr, bei „Gastwirth He1kf-ld-M,° MtNWZZ''^^^ Hammer-Gedern, Abth. 217-240 und ’■ »ws wäsasas « 162—217 und Herbstein-Nidda, Abth. 185—260. ' ’ Nidda den 46. Januar 1882. 55 Eichen-Stämme mit 17.92 Fstm., 57 Nadel- „ „ " 120 Nadel-Derbstgn. „ Nadel-Neisstgn. „ Fensterleder, Sehwämme, Scheuertücher, Bürstenwnaren billigst bei Fr. Seibel Eichen- „ Birken- „ Nadel- „ Buchen-Stöcke, Eichen- „ Birken- „ 9^adel- i, Buchen-Scheit, Eichen- „ Birken- „ Nadel- „ Buchen-Knüppel, --- — -TT -nrru TTi’"’Tnrr VW -V- Oeffentliche Zustellung. Der evangelische Pfarrer Nebel in Groß-Gerau, vertreten durch Herrn Rechtsanwalt Dr. Muhl, klagt gegen den Schuhmacher WilhelmMoxter und dessen Ehefrau, vormals in Gießen, der Ehemann jetzt unbekannt wo abwesend, aus Darlehn mit dem Antrag auf Verurtheilnng der Beklagten zur Zahlung von 250^. nebst 5pCt. Zinsen seit 11. Oktober 1878 undvorläufigeVollstreckbarkeitserklärung und ladet die Beklagten zur mündlichen Verhandlung des Rechtsstreits vor das Großh. Amtsgericht zu Gießen aus Dienstag den 14. März 1882, Vormittags 9 Uhr. Zum Zweck der öffentlichen Zustellung wrrd dieser Auszug der Klage bekannt geinacht. Gießen, den 16. Januar 1882. 455 Neidhart, Gerichtsschreiber des Gr. Amtsgerichts. Holsvkrstkigrrung. Mittwoch den 25. Januar soll im Steinbacher Gemeindewald, District Embach und Todtenzipfen folgendes Gehölz versteigert werden: 253 Rmtr. Buchen-Scheitholz, $4 „ „ Knüppelholz, 163 „ „ Stockholz, 4500 Wellen „ Reisholz, 19 Rmtr. Eichen-Knüppelholz, 1050 Wellen „ Reisholz, 56 Rmtr. Fichten-Stockholz, 1350 Wellen „ Reisholz, 8 Eichen-Stämme für Wagner, 2,25 Cbm., 15 Buchen-Stämme für Wagner 14,08 Cbm., 189 Fichten-Stämme v. 15—28 Ctm. Durchm., 10—17 Mr. Länge, 61,75 Cbm., 280 Fichten-Derbstangen bis 15 Mr. Länge, 26,89 Cbm., 68 Fichten-Reisstangen bis 10 Mr. Länge. Der Anfang ist Morgens 9 Uhr am Buchen-Brandholz bei Nr. 1 an der Chaussee nach Oppenrod. Das Bau- und Werkholz kommt nach 12 Uhr zur Versteigerung. Steinbach, den 17. Januar 1882. Großh. Bürgermeisterei Steinbach. 453 Nicolaus. Aeitzeöoterres. 318 Einige sehr gut gelegene Bauplätze zu verkaufen. Näh. bei der Ez°ped. ds. Bl. Schlittschuhe. Billige eiserne Schraubsn- schlitrschuh,», sowie die neuesten Hebel- und Schraubenschlittschube. 425 Emil Pistor. Zum nächsten Markt treffen wir schon Montag den 23. ds., früh, mit einem großen Transport bester hochtragender und frischmilchender Kühe im Rheinischen Hof in Gießen ein. 454 Gebr. Meininger, Göttingen. Zur Ball Saison empfiehlt in großer Auswahl Blumen, Krausen, Spitzen, das Neueste in Spitzen- und Atlaskragen, Fichus, Vorsterker, Handschuhe u. s. w. Robert Raas, Lettersweg C. 59. NB. Die noch vorräthigen Wolltücher, weiß und farbig, werden zu herabgesetzten Preisen verkauft. 428 Cokes. 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