Nr. 1LS Zweites Blatt. Donnerstag den 18. Mal L88L. Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. »wv«ei* t Schulfiraß- ß. 18. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit «ringer! »hn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Ps. Amtlicher Tßeil. Betreffend: Aufsicht über das Faffelvieh. Gießen, am 17. Mai Das Großherzogliche Kreisamt Gießen >r. Boekmann. Betreffend: Die vom landwirthschaftlichen Bezirksverein Gießen in Aussicht gestellten Unterstützungen. Bekanntmachung. . Der landwirthschastliche Bezirksverein Gießen hat für 1882 folgende Unterstützungen bewilligt: 1) Zum Besuche eines Lehrcursus für Obstbaumwärter '. . . 200 Ji. 2) ,, „ „ „ „ Huffchmiede..... 200 Ji. 3) „ „ einer Ackerbauschule......... 200 JC. Bewerbungen uni solche Unterstützungen sind mit einem amtlichen Zeugnisse über die Verhältnisse des Bittstellers versehen bei mir einzureichen. Die Herren Bürgermeister werden ersucht, dies auf geeignete Weise bekannt zu machen. Gießen, den 16. Mai 1882. Der Director des landwirthschaftlichen Bezirksvereins Gießen. -- -------- Ur. Boekmann. Die Lage in Irland. Durch die Ermordung der Staatssecretäre Cavendish und Bourke ist in Verbindung mit den häufigen agrarischen Verbrechen und der gleichzeitig von der englischen Regierung unternommenen Versöhnungsversuche der Unzufriedenen die Lage in Irland recht schwierig geworden, doch giebt man weder in den Kreisen der Regierung, noch in denjenigen des Parlaments die Hoffnung auf Erreichung leidlicher Zustände in Irland durch glimpfliche Mittel aus Alle Parteien haben eingesehen, daß die Regierung in Irland eine äußerst prekäre Aufgabe zu lösen hat, um den Ausbruch eines allgemeinen Bürgerkrieges oder eine vollständige Versumpfung des unglücklichen Landes zu verhindern, deshalb stimmte auch das Parlament einer Vertagung der Behandlung der irischen Angelegenheiten bei, um sich in denselben erst ein ruhigeres Urthell zu bilden und alle Parteien haben auch dem Cabinet Gladstone ihre patriotische Unterstützung zugesagt. Gelingt es daher Gladstone einigermaßen, die Autorität der Regierung in Irland zu wahren und außerdem für die anerkannt schlimmsten Uebelstände dieses Landes einige Abhülfe zu schaffen, so ist es möglich, daß eine Reqiemngs- krisis nicht eintritt. Das Bedauern und die Verlegenheit der irischen Landliga wegen der Ermordung der Staatssecretäre Cavendish und Bourke scheint aufrichtig zu sein denn man hat bis jetzt nicht den geringsten Anhalt dafür entdecken können, daß die Landliga eine Mitschuld an der Mordthat hat. Von den Mördern ist überhaupt keine Spur entdeckt worden und ist es sehr wahrscheinlich, daß es einige fanatische, von Amerika gekommene Fenier, Mitglieder der alten irischen Revolutionspartei, waren, welche Cavendish und Bourke ermordeten und inzwischen wieder über den Ocean entkommen sind. H§Eräubend sind und blieben bis jetzt die Zustände in Irland und wird Meisterstück der Regierungskunst fein, dem Lande Ruhe und Ordnung zuructzugeben. In diesem Jahre haben die agrarischen Verbrechen in Irland im verflossenen Jahre hat die Gesammtzahl der in Irland ko» n^i ^ ^chen Verbrechen einem offtciellen Ausweise zufolge 4439 betragen, doch hatten in 39o3 Fällen die Thäter nicht entdeckt oder nicht überführt wer- December 1881 allein kamen 547 agrarische Verbrechen, ^or(be' 10 Mordanfälle und 38 Brandstiftungen vor. Dieses ver- . elbe1 wurde in den ersten Monaten dieses Jahres fortgesetzt, und -ur Kenntmß der Polizei gelangten agrarischen Gewaltthaten betrugen im ^9, m Februar 407 und int März 531. Selbst Frauen wurden °^ 7??'bgesellen nicht verschont, wenn sie sich gegen deren Verbote ver- g mgen hatten. Am 4. Januar d. Js. wurden in Jrischtown die Eigenthümerin einer Milchmeierei, Wittwe Crophan, und deren Tochter.Esther ermordet. Ende Januar erhielt endlich die Regierung in Dublin Kunde von der Existenz einer weitverzweigten gefährlichen Verschwörung m den Grafschaften Clare, Limerick und Cork. In Folge dieser Entdeckung mußte eine große Zahl von Verhaftungen mit Hülfe bewaffneter Macht vorgenommen werden. Auch wurde im Februar bereits der Versuch geplant, den vorigen Staatssecretär, Mr. Forster, in die Luft zu sprengen. Die vollständige Erschütterung der moralischen Bande in der irischen Bevölkerung ist daher eine offenbare Thatsache. Berlin, 13. Mai. Gegenüber den vielfachen ungenauen Meldungen über den Eintritt einer größeren Anzahl deutscher Osfictere in die türkische Armee verdient, wie man der „Straßb. Post" aus Konstantinopel meldet, ausdrüctltch h.roorgehoben zu werden, daß die tüiklsche Regierung vorläufig von der deutschen Armee nur die Commandirung von 1 Generalstabsofficicr, 1 Infanterie-, 1 Artillerie-, 1 Cavallerie-Osficier, 2 Ofst- cteren zur Neugestaltung des türkischen MUitär-Erziehungswesens und 1 Osficier zur Einrichtung der Intendantur verlangt hat. Die vier zuerst bezeichneten Osfictere sind bereits commandtrt und werden in diesen Tagen in Konstantinopel eintreffen. Die Commandirung der übrigen Osfictere steht ebenfalls binnen Kurzem zu erwarten. Die Wahl, Beurlaubung u. s. w. der betreffenden Osfieierc geht lediglich von der deutfchcn Regierung, bezw. deren zuständigen Behörden aus; die türkische Regierung mischt sich in die Personensrage durchaus nicht. Deutsche Osfictere, welche zeitweise in türkische Dienste überzutreten wünschen, würden deßhalb nicht an die türkische Regierung, sondern lediglich an ihre vorgesetzte Behörde sich zu wenden haben. Bis jetzt sind für den zeitweisen Uebertritt in türkische Dienste auscrsehen: 1) Oberst Kähler, bisher Commandeur des Schlesischen Husaren-Regiments Rr. 6 in Neustadt, Obeischlesien, 2) Hauptmann Kamphöoener, Ches der 11. Comp. 3. Hannoo. Infanterie-Regiments Nr. 79 in Hameln, 3) Rittmeister p. Hobe vom 1. Schles. Dragoner-Regiment Nr. 4, Adjutant der 3. Division in Stettin, 4) Hauptmann Ristow, Chei der 6. Batterie 2. Pomm. Feld-Artillerie-Regiments Nr. 17 in Stettin. Man hat absichtlich besonders erfahrene, nicht zu junge Osfictere so. Hobe ist ältester Rittmeister in seinem Regiment, Kamphöoener und Ristow sind zweitälteste Hauptleute) zu diesen, wenn auch angenehmen und einträglichen, so doch besonders verantwortungsvollen Posten ausgesucht. Die betreffenden Osfictere werden vorläufig auf drei Monate nach Konstantinopel beurlaubt, nach Ablauf dieser Zeit müssen sie sich darüber entscheiden, obste in türkische Dienste übertreten wollen. Im Falle des Uebertritts bleibt ihnen der Rücktritt in die preußische Armee unter Wahrung ihrer Altersrechte u. s. w. gesichert. Für die Dauer des Commandos nach der Türkei scheiden sie aus der preußischen Armee aus. Eine einfache Beurlaubung erschien nach einer Entscheidung Kaiser Wilhelms in diesem Falle nicht angängltch und zwar wegen des Conflictes, in den die Osfictere möglicherweise hätten gerathen können, wenn sie zu gleicher Zeit dem Könige von Preußen und dem Groß-Sultan der Türkei als ihrem obersten Kriegsherrn zu gehorchen gehabt hätten. Der Brand der Hygieine-Ausstelümg. Der „Frankfurter Zeitung" wird von Berlin untcim 13. Mai geschrieben: Unseren Epccialtelegraminen über den Biand der Hygieinc-Aussftltung ist wenig hinzuzufügen. Daß sie vom Erdboden verschwunden ist, wie unsere erste Depesche mini)eilte, bleibt die traurige Hauptsache. Denn was den Flammen entging, bildet nicht nur den kleinsten, sondern auch den bei Weitem unwichtigeren Theil des Terrains. Das Ausstellungsterrain liegt in einem Kessel hart an den Geleisen der Lehrter Bahn; von der Stadtbahn ist es wie von einem Walle durchschn tien; nördlich von der Stadtbahn dehnt sich der größere Theil des Terrains hin; dieser ist eingeäschert, mit dem Hauptgebäude und mit allem, was sonst daraus stand. Südlich von der Stadtbahn ist der kleinere Theil; dieser ward erhalten, seine Pavillons und Kiosks sind mit einer dicken Anschwärzung davongekommen. Ueber den Ursprung des Feuers ist bis jetzt nichts ermittelt worden. Die allgemeine Vermuthung coneentcirt sich auf das m den Bogen der Stadtbahn gelegene Caft Bauer. Ein Kellner soll im Keller mit der Spirstuslampe Unglück gehabt haben und in der Verwirrung außer Stande gewesen sein, den um sich greifenden Flammen zu wehren. Leicht entzündliche Stoffe im nächsten Bereiche der Flammen ihaten das Uebrige, und der Nordwestwind stellte sich in den Dienst des Zerstörungswerkes Es läßt sich schwer beschreiben, wie sehr die Ungewißheit über die Entstehung und Verbreitung des Brandes viele Gemüther bedrückt. Daß die Feuerwehr sich mit Ruhm bedeckt hat, ist allgemein bekannt uno anerkannt. Ader Allen schwebt die Frage aus den Lippen, ob die Verwaltung einer „Ausstellung für Hygieine und Rettungs- wesen" wohl Alles gethan haben möchte, was zur eigenen Errettung aus Feuersgesahr erforderlich gewesen wäre. Und wenn diese Frage auch künftig mit aller Gewißheit bejaht werden sollte, so bleibt doch zu bedauern übrig, daß man es nicht für mißlich hält ober hielt, ein Hauptgebäude, das kostbare Erzeugnisse des Erfindungs- und Gewerbefleitzes bergen sollte, aus Holz und Pappe auszuführen. Der Einwand, datz ein derartiger Bau nur für das flüchtige Bediirfnitz etlicher Monate und detzhalb nicht massiv errichtet werde, kann doch wohl kaum die Erwägung entkräften, datz er feuersicher fein müsse, um seinen durchaus nicht für das flüchtige Bedürsn ß ersonnenen und hergestellten Inhalt zu schützen. Wäre ein feuersicheres Ausstellungsgebäude nicht ein wirksameres Modell gewesen, als die Modelle von feuersicheren Theatern und Sälen, welche in der Ausstellung waren und mit verbrannt sind, gleich der gesammten Ab- theilung von Feuerspritzen und Löfchwerkzeugen? Datz wir mit diesen Gedanken Niemand verletzen möchten, brauchen wir sicher nicht zu betonen, aber es ziemt sich, vom Unglück die Anregungen und Lehren anzuaehmen, die es leider so strengen Blickes onbietet. . . . Menschenleben wenigstens sind diesmal nicht zu beklagen. Ein gestern Abend vermitzter Feuerwehrmann hat sich heute zur Stelle gemeldet. Mittelbar hat der Brand den Tod eines fünfjährigen Knaben verursacht Weit von der Brandstelle war's; der Kleine, auf dem Stratzendamm spielend, wurde von einem dahersausenden Feuerwehrwagen überfahren. Das Köpfchen gerieth unter das wuchtige Vorderrad, der Tod erfolgte augenblicklich. Die herbeigerufene Mutter brach bewußtlos zusammen. Groß und bis jetzt unberechenbar ist der materielle Verlust, abgesehen von dem unwiederbringlichen Verluste an geistigem und physischem Kraftaufwand, an Zeit und Enthusiasmus. Ein großer Theil der Ausstellungsgüter war noch nicht versichert. Die Angaben über die Summe der vorhandeneu Versicherungen schwanken zwischen 2 und 4 Millionen X- Die Namen der beteiligten Versicherungsgesellschaften haben unsere Depeschen mitgeteilt. Ueber das Quantum des vernichteten Ausstellungsgutes schreibt', das „Berliner Tageblatt": „Die überwiegende Mehrzahl der Kojen war schon — zum Theil sehr kostbar — betorirt unb etwa ber fünfte Theil ber Gegenstänbe an Ort unb Stelle placirt. Namentlich bie Ausstellungsobjecte der verschiedenen Regierungen, Behörden und Vereine waren bereits in großer Anzahl vorhanden. Modelle, Zeichnungen unb Pläne von hohem Werthe ftanben in allen Ecken. Die Ausstellung des Kriegsministeriums, welche zahlreiche Krankenwagen, Lazareth-Einrichlungen u. s. w., ferner eine höchst werthvolle Sammlung von Veterinärgegenständen enthielt, war vollkommen fertig. Ebenso waren in der vom Kgl. Ministerium für öffentliche Arbeiten veranstalteten Ausstellung von Bergwerks- und Hüttengegenständen bie Arbeiten schon beenbet. Die Eisenbahnausstellung war beinahe complet. Die Gruppen für Meteorologie, Canalisation, Wasserleitung unb Beleuchtung, Ventilation, Babe-Einrichtungen, Lehrmittel, Haushaltungsgegenstände, Lebensrnittel unb Maschinenwesen, welche meist von Piioatausstellem beschickt würben, waren beinahe fertig. Im Normal Wohnhaufe, welches einen Glanzpunkt ber Ausstellung bilben sollte, waren noch verschiebene ber Zimmer unvollendet; doch ist die unbezahlbare Mühe, welche die besten architektonischen Kräfte und die leistungsfähigsten Firmen von Berlin auf die Einrichtung und Ausstattung des Wohnhauses verwandt haben, für immer verloren. Das Wllberg'sche Panorama das in einem Halbkreis die römischen Thermen des Caracalla darstellt und den vorspringenden Anbau auf der Ostfeite des Hauptgebäudes einnahm, war bis auf den letzten P nselstrich vollendet. Der herrliche Flaggenschmuck, welcher die Ausstellung ber Stadt Kiel verzierte und die wenigen Erwählten, welche die Ausstellung betreten durften, entzückte, ist ein Raub des Elements geworden. Vor Allem aber ist — ein Hohn des Schicksals — die gelammte Ausstellung von Hydranten, Gptintteuren, Feuerspritzen und sonstigen Feuerlösch-Gegen- ständen. welche sich in den besonders für diese Gruppe des Rettungswesens bestimmten Abtheilung des Hauptgebäudes befanden, ein Raub der Flammen geworden, denen sie zu wehren bestimmt waren." Daß unter den geretteten Gütern die österreichische Betheiligung sich befindet, ferner bie Ausstellungsbibliothek unb einige Eisenbahn-Waggons, haben wir ebenfalls schon berichtet. Daß ber Ausschuß, welcher heute eine lange, anftrengenbe Sitzung hielt, beschlossen hat, bie Ausstellung unter allen Umftänbcn zu Staube kommen zu lassen, baß der Kronprinz wesentlichen Einfluß auf btefen Entschluß geübt hat, bestätigt sich. Dieser Beschluß hat einen großen unb kühnen Zug. Sich im Angesichte eines völlig eingeäscherten, ber Erbe völlig gleich gemachten, trostlos leer gebrannten Unglücksplatzes zu neuem Wirken aufzuraffen, ist vornehm unb stark unb verbietst bie allgemeine Sympathie, auf welche bie Mitglieber bes Hofes hoffen unb an welche ber Ausschuß avpellirt. Ob aber bie Ausstellung noch in biefem Jahre unb gar schon im Juli wird eröffnet werden können, wie von manchen Seiten zuverlässig erwartet wird, muß billig in Zweifel gezogen werden. Denn wenn auch die Bauten schnell wieder herzurichten sind — freilich wieder aus Holz — so wird doch der größte Theil ber verlorenen Ausstellungsgüter, von benen Doubletten nicht vorhanben sinb, keineswegs so schnell zu ersetzen sein. Sollte es bennoch möglich werben — um so ruhmreicher. Allgemeine Anzeige. Die Geschäftslokalitäten des frankfurter Waaren BaM's (Specialität Herren und Knaben-Kleider) befinden sich vom 15. d. Mts. an in der Neustadt vis-ä-vis Oswald s Restauration. 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Kreisrath des Kreises Büdingen diesen Beschluß als ungesetzlich in Gemäßheit des Art. 96 der lianbgemeinbeorbnung unb Art 48, III 3 ber Kreisordnung beanstandet hat; daß nach dem Ergebnisse der Verhandlungen in Betreff der Eigenschaft dieses Weges als eines öffentlichen Weges ein Zweifel nicht obwalten kann; H daß an einem öffentlichen Wege IN irgend welcher Beziehung ohne Vorwifsen und Genehmigung b-§ mit ber Fürsorge für den unbehinderten allgemeinen Verkehr auf öffentlichen Straß-n unb W gen sowie mit der gelammten Landes- und Polizeiverwaltung im Kreise beauftragten Kreisamtes (Art. 77 der Kreisordnungl von dem Vorstande einer Gemeinde in deren Gemarkung eine Aenderung nicht vorgenommen werden kann, auch wenn bie veränberte Wegstrecke in bem Eigenthum ber betr Ge- meinbe steht; vergl. Entscheibung bes Provinzialausschusses ber Provinz Oberhesfen vom 20. Oetober 1880, Mainzer Zeitschrift V. pag. 132 unb bes Gr. DerwaltungsgerichtS- hofes vorn 8. Juni 1881 eod. VI. pag. 50; baß hiernach bie erhobene Beanstanbung als begrünbet unb das angefochtene Urtheil der ersten Instanz als gerechtfertigt erscheinen müssen, dahin, baß ber Recrrrs als unbegrünbet zu verwerfen unb Recurrent in bie Kosten bes Verfahrens sowie zur Zahlung enes Aversionalbetrages von 40 X in bie Prov'nzialkasse zu verurtheilen sei. In Betreff bes Ansinnens bes Gr. Kreisamtes Bübingen an bie ®emeinbe Büdingen wegen Erhöhung des Gehaltes des Rechners Albrecht war als Vertreter des Gr. Kreisamtes Büdingen der Gr. Kreisassessor vr. Melior, als Vertreter ber Stadt Büdingen im Auftrage des Rechtsanwaltes vr. Guts lei sch der Gerichisaccefsist Braun erschienen. Als Sachverständiger wurde der Rechnungsgehülfe Döring vernommen. Der Provinzialausschutz entschied In Erwägung, daß die Befugniß des Kreisausschuffes, einem auf Grund des Art. 48 II. 2 ber Kreisorbnung gestützten Antrag bes Kreisrathes auf Erhöhung des Gehaltes eines Gemeinberechners tm öffentlichen Interesse stattzugeben, nach ben oorliegenben Ent- scheibungen ber beid-n höchsten Instanzen einer weiteren Begrünbung nicht mehr bebatf Dgl. Mainzer Zeitschrift B. II. p. 117 V. p. 75; daß es im öffentlichen Interesse einer ©emeinbe begrünbet erscheint, wenn ein als tüchtig bewährter Rechner in seinen Dienstleistungen entsprechenber Weise bezahlt unb hierdurch dem Dienste erhalten wirb; daß dem Stadtrechner Albrecht von seiner vorgesetzten Behörde ein sehr günstiges Zeugniß ertheilt worden ist; datz der dem Stadtrechner dermalen verwilltgte Gehalt von 1028 X nach bem Gutachten des vernommenen Sachverständigen als ein dessen Dienstleistungen und den allgemein üblichen Normen nicht entsprechender zu erachten ist; datz nach demselben Gutachten der vom Gr. Kreisamte angefonnene Gehalt von 1450 X als zu hoch gegriffen und auch der Ansatz des Kreisausschuffes mit 1300 X nicht vollständig gerechtfertigt erscheinen; baß bei billiger Abwägung der Verhältnisse ein fixer Gehalt von 1250 X als ein angemessener zu erachten ist, zumal da ber Kreisausschutz in ber von bem Provinzlal- ausschusse als nichtig erklärten Entscheidung vom 21. April 1877 auf diesen Betrag erkannt bat; baß, wenn auch ein Theil der Kosten des Verfahrens durch den von dem Gr. Kreisamte Büdingen verfolgten Recurs veranlaßt und dieser als unbegründet verworfen worden ist, dennoch die sämmtllchen baaren Auslagen des Verfahrens ber ©emeinbe Bübingen aufjuerlegm sind, weil das Kreisamt in dem vorliegenden Falle bas öffentliche Interesse ber Gemeinde Büdingen vertreten, deshalb als deren Organ gehandelt hat und demzufolge die Bestimmungen des Art. 71 ber Kreisorbnung Anwendung finbe'n müssen, noch benen im Falle eine öffentliche Behorbe unterliegt, bie Kosten außer Ansatz bleiben, für die baaren Auslagen des Verfahrens unb bes obfiegenben Thelles aber derjenige Communalverbanb aufkommen muß, als dessen Organ die öffentliche Behörde gehandelt hat, vgl. Entscheidungen des Provinzial-Ausfchufses der Provinz Oberhesfen und des Gr. Verwaltungsgerichtshofes, Mainzer Zeitschrift VI p. 169, dahin, baß ber von Gr. Kreisamte Bübingen verfolgte Recurs als unbegrünbet zu verwerfen unb dem Recurse des Stadtvorstanbes nur insoweit stattzugeben fei, baß ber Gehalt anstatt auf 1300 X, wie vom Krelsausschufse bestimmt, auf 1250 X jährlich normirt werbe, unter Verurtheilung ber Gemeinde Büdingen in die Kosten des Verfahrens, sowie zur Zahlung eines Aversionalbetrages von 20 X in die Provinzialkaffe. Verwischte». — Bei einer zu Luppurg in der Oberpfalz am letzten Sonntag abgehaltenen großen Bauernhochzeit wurden nach beendigtem Gottesdienste die üblichen drei Tanztouren im sog. alten Schlosse vorgenommen. Plötzlich brach der Boden unter ihren Füßen und die ganze Hochzeitsgesellschaft stürzte in den Abgrund unb zwar so außerordentlich unglücklich, baß, wie erzählt wirb, Einige schwer verwundet und Einige getöbtet würben. Ein Laien-Evangelinm, ein Volksbuch im besten Sinn des Wortes, ist die Schrift über Dr. Liebaut's Re- generationStur. 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Den geehrten Bewohnern von Gießen und Umgegend hiermit die ergebene Mittheilung, daß ich unterm heutigen Tage in der Neustadt im neuerbauten Bernhardt'schen Hause ein Colonial- und Manufacturwaaren- Geslhast eröffnet habe. Ich werde stets bemüht sein, meine verehrt. Kunden auss Beste und Reellste zu bedienen und empfehle mich, indem ich um geneigten Zuspruch bitte Gießen, den 17. Mai 1882. Hochachtungsvoll 3446 Ferd. Drebes. Burgruine Staufenberg Am Himmelfahrttage: CONCERT von einem Theil der Giessener Regimentsmusik. Anfang I hr. von 6 Uhr ab Tanzmusik. 3391 Ein kleines Familienlogi». Schloßgasse B. ■>■ 3462 Der 3. Stock, ganz oder gethellh zu oermiethen. E. Krausch, Schloßgaste. 1120 Ein Familienlogis (6 Zimnur nebst Zubehör) per sofort zu vermiethea. Marcus, RuÄensand 224. —2962 Ein schönes Familienlogis, 3 bis 4 Zimmer, abgeschloss. Korridor und alles Zubehör, per 1. August zu oermiethen. Näh. bei Karl Weidig, Sonnenffr. 2861 Ein kleines Logis im Borderhaus zu oermiethen. Karl 8ony. 3042 Ein kleines Logis mit Zubehör für 2—3 Personen (im Borderhaus) sofort zu oermiethen. I. G. Unverzagt, Gartfeld. 3104 Der zweite Stock meines Hauses, 5—6 Zimmer mit allem Zubehör, pro Suni zu oermiethen. Dr Kübel, Bahnhofstraße^93^ ~2238 Ein gut möblirtes Zimmer mit Kabtuet zu oermiethen. Karl Lehrmnnd, Neuenweg. 2173 Ein freundl. Logis sofort zu oermiethen. F. Felstng, Neuenweg. 1529 Die oon Hrn. Dr. B l u m bewohnten Räume sind per 1. Juni ander- weit zu oermiethen. Nähere Ansonst ertheilt G»Ehr. Sprach» 1505 Ein Familienlogis ist bis 1. Juni event. auch früher zu oermiethen bei Wilh. Barthel, Grunbergerstraße. 1524 Eine freundliche Mansardenwohnung, 4 Zimmer, Bodenkammer, Küche, sonstiges Zubehör und oerschließbarem Corridor zu oermiethen bei Bros. Wilbrand, Marb.-Stt. 161. 1475 Eine schöne, größere Familienwohnung mit Gartenantheil (auch Pferdestall oder Lagerraum) auf Ium oder Juli zu oermiethen. Dr. Weber^ 779 Eine Wohnung, 3 Zimmer mit Küche und abgeschlossenem Corridor, per sofort zu oermiethen bei Georg Stichler, Grunbergerstw^ 649 Die'oon Frau Kirchenrath Görtz seither bewohnte Wohnung, bestehend m 5 Zimmern und sämmtlichem Zubehör, M anderweitig zu oermiethen und per 1. JuM he>iehhar_KalV._Boael, Nordanlage 11H1 1940 Südanlage 30 ist der unterste Stock oom 1. Juli ab zu oermiethen. Pros. Naumann. 3162 Der erste Stock, 5 Zimmer, Wasserleitung, Bleichplatz ic. per 1. August SSS-e**etL. Mein xadm ÄSJÄ3 weit zu oermiethen. 3485 Emil Lotz, Kirchenplatz. , nebst Wohnung zu ver- VOPVll miethen bei 3458 Georg Bogt, Seltersweg. Wermielstungen. 2485 Möblirte Zimmer, auf Wunsch mit Pension, billigst im „Frankfurter Hof . 2830 Möblirte Zimmer zu oermiethen. Wilh. Rudolph. 3161 Familienlogis zu oermiethen. Weruh. Brück,_Flugelsgasse.__ 3261 Ein Familienlogis, 4 Zimmer und Zubehör, zu oermiethen im „Darm- städter Haus". _ . 3515 Ein Logis, 3 Zimmer und Zubehör, zu oermiethen. Frau, Gerbode, Kaplansgasse. 2856 Ein Mausardenlogis mit Garten- antheil alsbald zu oermiethen. Näheres Frankfurter-Straße 32-. 3221 Eine Wohnung im zweiten Stock, 4 Zimmer mit Küche und Speisekammer unter verschloss. Corridor, eigner Abtritt, Bodenkammer, Keller, Holzstall, oerschliegd. Waschküche, Bleiche und Trockenplatz. Aula, Gymnasium und Realschule in nächster Nähe. Helm, Bismarckstraße. 1483 Kleines Logis zu oermiethen. ____Adolf Hotz, Schützenstraße. Eine Wohnung, bestehend aus 4 Zimmern ic., und ein schön möblirtes Zimmer nebst Cabinet zu oermiethen bei 155 Dr. Köuiger, Grünbergerstraße. 3406 Eine kleine Wohnung im Vorderhaus zu oermiethen. Wilh. Kohlermauu Wwe., __________Neustadt D. 56._________ 3459 Der 2. Stock meines Hauses, 6 Zimmer re., sowie die Mansardenwohnung zu oermiethen. G. K. Simon, Bahnhofftr. 92-. 3450 Eine neuhergerichtetes Logis, mit oder ohne Werkstelle, alsbald zu oermiethen. ________________________Löwengasse 153. 3440 Ein Logis zu oermiethen bei Fr. Blnmöhr, Schützenstraße. 3308 Der untere und mittlere Stock meines Hauses per August zu oermiethen. _______Karl Jughardt, Kanzleiberg. 3139 In meinem neuerbauten Hause ist ein großer Laden mit Wohnung, sowie der 2. Stock, bestehend aus 7 Zimmern mit Zubehör zu oermiethen; kann auch als zwei ganz getrennte Logis vermieühet werden. 8. Klinket.