Ar 2^2. Dienstag den 17. Oktober 1882. Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für dm Kreis Gießen. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Bureaur Schulstraße 7. Gießen, am 13. Oktober 1882. haben Rödel- zu er- Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Deutschland. Darmstadt, 14. Octbr. Se. Königl. Hoheit der Großherzog Illlergirädigst^gench^r^ ben eöang, Pfarrer Rudolph Trümpert zu heün zum Lehrer an dem Ludwig - Georgs - Gymnasium zu Darmstadt neunem $je ge Tarif-Eommission der deutschen Eis-nbahnverwaltung-n batte sich m ihrer letzten Conferenz u. A. auch mit dem Anträge ^oßherzogltchen Direktion der oberhessischen Bahnen, betreffend die Versetzung von Petroleum in den Sveeialtarif II. zu befassen. Veranlassung hierzu hatte eine Vorstellung des Alfens bahnraths für das Großherzogthum Hessen an die dortige Regierung gegeben, dahin zu wirken, daß für Petroleum allgemein billige Frachtsätze eingeführt würden, weil Petroleum auf Grund der für deutsche und auch für ausländische feeeljofen be? stehInden AusnahMttarife nach einzelnen begünstigten Stationen , zu Frachtsätzen befördert werde welche nicht allein niedriger als bte des Specialtariss II. jelen, sondern auch die weiter belegenen Stationen ungerechtfertigter Weise vor anderen Statwmn^b^evorzugten.^i i^^n Generaldirection der sächsischen Staatsbahnen, welcher das Referat über diese Angelegenheit übertragen war, wurde bemerkt, daß es sich bet Herstellung der in einer großen Zahl deutscher und ausländischer Verbandverkehre bestehenden Ausnahmetarife für Petroleum entweder um bte Aufnahme der Concurrenz aeaen die Wasserstraßen oder um die Stärkung der deutschen Seehäfen gegen die aus- wärtiaen Seehäfen, niemals aber um die Hebung des Verkehrs eines größeren Con- sumtionsplatzes gehandelt habe. Dabei sei durchgängig der Grundsatz festgehalten, daß auf der birecten Route, auf welcher die Ausnahmetarife Geltung haben, vorgelegene Stationen in keinem Falle theurere Frachten hätten, als die weiter gelegenen und m der Regel der für die durch die Schtsifahrt beeinflußte Station angenommene Satz so lanae zmückwirke, bis die normale Berechnung nach dem Satze der allgemeinen Wagen- ladunasklassen eine billigere Fracht ergebe. Anormales liege in dem Satze nicht und in dem Bestände der Ausnahmetarife auch, keine Begünstigung der betreffenden Stationen, da diese das Petroleum auch ohne dieselben auf dem Wasserwege zu denselben ober noch billigeren Sätzen erhalten würden. Selbst bei Aufnahme des Petroleums in Sveeialtarif II. blieben noch Ausnahmetarife vorhanden. Jede Deklassification würde bei den Massentransporten des Petroleums mit bedeutenden Einnahmebußen für die Eisenbahnen verbunden fein, ohne daß den Consumenten daraus Vorlheil erwachse, letzterer würde lediglich den Zwischenhändlern zufallen. Im Uebrigen bedürfe das Petroleum der Unterstützung durch Frachtermäßigung nicht. Der Referent des Verkehrsausschusses, Commerzienrath Haker, erklärt, daß der Ausschuß in seiner Majorität sich wegen der den Eisenbahnen voraussichtlich entstehenden Einnahme-Ausfälle gegen die Versetzung des Petroleums aus der allgemeinen Wagenladungsklasse ausspreche. Persönlich empfehle er die Versetzung in ben (Specialtarif L, njeil Petroleum ein Massenartikel und billiger als viele andere — z. B. Häringe, Reis — dem Specialtarif I. angehörende Maaren sei. Es sei zu berücksichtigen, daß der Verbrauch von Petroleum bet den unbemittelten Klassen dem der besser situirten aleichkommeu und daß Frachtermäßigungen voraussichtlich auch dem ärmeren Th eile ber Bevölkerung zu Gute kommen würden. Schließli ch wünsche er im Interesse des. Stettiner Platzes die Deklassifikation nach Specialtarif I., welcher Ausnahmetarife für Petroleum nicht habe und in einer großen Anzahl von Relationen Hamburg und Bremen aeaerüber benachthetligt sei. Der Vertreter ber Berlin-Hamburger Eisenbahn konstatirte, daß Hamburg in einer Reibe von Relationen, so auch nach Berlin, keine Ausnahmetarife habe. Die Sacke liege bet Petroleum überhaupt so, daß, so lange die Schifffahrt offen sei, alles Petroleum nach Berlin per Wasser, im Uebrigen per Bahn transporlirt werde. Die Eisenbahnen behalten immer noch namhafte Transporte, für welche Frachtermäßigungen zu schaffen, ihnen nicht zugemuthet werden könne, zumal diese nur den Zwischenhändlern zu ^^^Vntreter von Elberfeld bemerkt, daß die Berechnungen so gehalten seien, daß die Ermäßigung ausschließlich auf belgisches Gebiet falle; diese Tarife ließen sich nicht beseitigen. Die Ausnahmetarife müssen beibehalten werden, wenn die Eisenbahnen nicht ganz auf die Transporte verzichten wollen. Der Antrag der oberhessischen Bahn, Petroleum in den Specialtarif II., wie der Antrag Haker, Petroleum in den Specialtarif I. zu versetzen, wird sodann vom Ausschuß und ber Tarif-Commission abgelehnt. München, 16. Octbr. Mit dem gestrigen Sonntag sind die Doppel- Ausstellungen hier und in Nürnberg zu Ende gegangen, beide mit einem die Erwartungen weit übertreffenden Erfolge. War die Nürnberger insofern eine territorial beschränkte, als nur Erzeugnisse des bayerischen Inlandes zugelaffen waren, sodaß der Ruhm des Erreichten dem bayerischen Kunst- und Gewerbefleiß voll und ganz zu gute kommt, so nimmt doch auch auf der electrischen Ausstellung das specifisch bayerische Element eine hervorragende und anerkannte Stellung ein, wie ja auch der ganze Gedanke und das gute Gelingen des Unter- nehmens auf hiesige Kräfte zurückzuführen ijt. Dies werden auch solche Kritiker zuaeben, welche mit besonderm Nachdruck darauf verweilen, daß alles Wißen Stückwerk und aller Anfang schwer ist. Die Münchener interessirt setzt ganz besonders die Frage, ob sie als praktische Folge dieses Rendezvous ver W> sen>cha,t und Kunst der Electricität bald ihre Stadt auf diesem Wege beleuchtet sehen werden, wozu schon ein unternehmender einheimischer Industrieller em Angebot gemacht hat, dessen Erwägung einem gemeinsamen Ausschuß beider städtischen Colleaien überwiesen wurde. Daß die Vorbedingungen fuv oiefe Zurichtung gerade in Milchen besonders günstig liegen, scheint unzweifelhaft. Aber auch die Nürnberger Gewerbe-Ausstellung, bei der die über Preisvertheilung ausgebrochenen Streitigkeiten und Klagen nur emen vorubergehendm Mißton darstellten wie dergleichen ja auch andern Unternehmungen gleicher Art nicht erspart worden ist, wird sich in ihren Folgen für Bayern und ganz Deu chland segensreich erweisen, und nicht zum wenigsten darin, daß sie dem deutschen Gewerbe- fleiß wohlbegründetes Vertrauen in die eigene Kraft und Fortentwickelung gegeben und gestärkt hat. Und wenn für das Gedeihen der Industrie namentlich im Weltwettbewerb ein gutes Verhältniß zwischen Arbeügebem und Arbeitern eine wesentliche Vorbedingung ist, so verdient ganz besonders h-rvo^oben zu werden, daß die bayerischen Arbeitgeber in sehr großer Zahl ihren Arbeitern zum Theil mit sehr erheblichem Kostenaufwand, deu Besuch der Nürnberger Ausstellung ermöglicht haben. Solch freundliches Entgenkommen bring den Doppelgewinn, daß es die rein menschliche persönliche Seite m dem Verhaltmste Zwischen Arbeitaeber und Arbeitnehmer, die besonders un Großbetrieb zuruckge- treten ist wieder in den Vordergrund rückt, und daß der Arbeiter in der wur- diaen Ausstellung von seiner und der Arbeitsgenossen Hände Werken eine innere Geuuqthuung empfinden muß. Möge auch in dieser Beziehung die am 15. ds. abschließende Nürnberger Ausstellung, wie sie sonst in jeder Richtung gelungen war, fortfahren, gute Früchte zu tragen. ,, . Bremerhaven, 14. Octbr. Aus dem Dampfer „Frankfurt des Nordd. Lloyd brach heute Abend 6 Uhr bei der Hinteren Luke Feuer aus. Die Leute sind alle gerettet, die Dampsspritzen in voller Thätigkeit. Hesterreich. Wien, 13. Octbr. Der hiesige Gemeinderath hat beschlossen, die im nächsten Jahre in Berlin stattfindende hygieinische Ausstellung abermals zu beschicken und zu diesem Zweck einen Credit bis zum Betrag von 5000 $1. bewilligt. Außerdem sollen die bei der diesjährigen Ausstellung °erbm"n^ Aquarelle der Hochquellen-Leitung und die Pläne des Central-Friedhofes zur Verwendung für die nächstjährige Ausstellung ersetzt werden. England. London, 14 Octbr. Eine von der „Times" veröffentlichte Zuschrift des Generals Havelock, welcher das englische M°die BehaWtuna' lffche Soldaten auf g g Woblthäter aeschossen und mehrere Osficiere, Ä»“ -- «* nehmen, wenn solchen Verwundeten der Garaus gemacht wurde. Rußland. 14 Octbr. Der Kaiser und die Kaiserin sind mit ihren Kindern und kem Hoflager gestern Nachmittag von Peterhof zum standi- gen ®anrtbra ^Gestern hat hier die Eröffnung des deutschen Bekanntmachung. Gießen, am 13. Oktober 1882. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Pr. Doermann. _____—--- Betreffend: Die Aufstellung der Voranschläge der evang. und kath. Kirchenfonds des Kreises Gießen. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen nn die betreffenden evana. Kirchenvorstände des Kreises. 5W.W* * SS -7m 1. December d. I. durch Vermittelung der Großherzoglichen Dekanate entgegen. . 1’1. «xD oct ni 011 TT • ___ Theaters stattgesunden. Zur Aufführung gelangte „Emilia Galotti." Das Theater war ausverkauft und der Erfolg ein vollständiger. Türkei. Konstantinopel, 14. Octbr. (Meldung des „Reuter'fchen Bureaus") Der Premierminister hat dem Sultan ein Programm unterbreitet, dessen Hauptpunkte sind: 1) Herstellung gleicher Beziehungen zwischen der Türkei und allen Mächten, 2) Ministerverantwortlichkeit, 3) Verminderung der Ausgaben für das Mlitär, aber weitere Entwickelung der Gensd'armerie, 4) Ausführung von Reformen in Armenien. Der Sultan hat sich über diesen Programm-Entwurs noch nicht geäußert. Aegypten. Kairo, 14. October. (Meldung des Reuter'fchen Bureaus"). Die Vertheidigung Arabi's vor dem Kriegsgericht wird durch Mark Napier geführt werden, nachdem die egyptische Regierung Arabi gestattet hat, sich einen Advokaten selbst auszuwählen, sei es nun ein eingeborener oder fremder. Man glaubt, daß sich in Folge dessen der Proceß bedeutend in die Länge ziehen wird. — In diplomatischen Kreisen verlautet, das egyptische Ministerium werde dem sranzösischen General-Controleur keine Einladung zu den Sitzungen des Ministerraths zustellen, sodaß auf diese Weise die Wiederaufnahme der Functionen des General-Controleurs als eine rein nominelle erscheint. Alexandrien, 13. Octbr. In Damanhur sind 17 Eingeborene, die in die Ereignisse vom 11. Juni er. verwickelt sind und entkommen waren, verhaftet worden. Amerika. New-Uork, 14. Octbr. Der Bericht des Landwirthschafts-Departe- ments pro October zeigt an, daß die Baumwollpflanze außerordentlich groß und stark und daß die Fähigkeit zu einer großen Production vorhanden fei. Die verzögerte Entwickelung aber vermindere die Wahrscheinlichkeit einer außerordentlich großen Ernte. Der Durchschnittsstand betrage 88. Reichlicher Regen sei eingetreten, die Verluste in Folge Austretens von Brand und Insekten seien unbedeutend. Telegraphische Depeschen. Wolffs telegr. Eorrespondenz-Bureau. Bremerhaven, 15. October. Das auf dem Lloyddampser „Frankfurt" entstandene Feuer ist noch gestern Abend gelöscht worden. Der Schiffskörper ist durch das Feuer, die Ladung durch das eingedrungene Wasser stark beschädigt. Kairo, 15. Octbr. Fast alle bei dm internationalen Tribunalen vertretenen und große Handels-Interessen in Egypten besitzenden Staaten haben dem Dekret des Khedive, betr. eine dreimonatliche Fristverlängerung der Wechsel, zugestimmt. Die Zustimmung Rußlands, der Vereinigten Staaten, Portugals und Dänemarks steht noch aus. — Die Anklageakte gegen Arabi und Genoffen ist noch nicht abgeschlossen, die Untersuchungs-Commission meint, das Kriegsgericht könne vor der nächsten Woche nicht zusammentreten. — General Wolseley schifft sich am 21. d. Mts. nach England ein. — Auf Anordnung der britischen Behörden sind gestern Abend die hiesigen Spielhäuser von der einheimischen Polizei geschlossen worden. Petersburg, 15. Oktober. Das „Journal dc St. Petetsbourg" sagt in einer Polemik gegen den Petersburger Corresponoenten der Berliner „Tribüne", derselbe habe Familienähnlichkeit mit dem Korrespondenten der „Morningpost" und zeige sich sonderbar genau unterrichtet über Alles, was General Tschernajeff auf der Reise nach Turkestan gethan und gesagt und vielleicht gar gedacht- habe. Die dem General zugeschriebenen Reden seien ganz in dem Style der Corresponoenzen der „Morningpost" abgefaßt, sie athmeten Haß gegen England und sprächen die Ueberzeugung aus, Rußland habe nur eme Sorge, nämlich die englische Herrschaft in Indien zu beseitigen, was auch der Hauptgegenstand der Mission Tscheri ajeff's sei. Das „Journal de St. Petersburg" will nur den flagranten Widerspruch betonen zwischen dieser Sprache und den verständigen und kategorischen Petersburger Reden des Generals Tschernajeff. Die „Tribüne" gibt weiterhin ein so trauriges Bild von dem Zustande der Truppen in Turkestan, von decimirenden Krankheiten unter denselben, von einer aussaugenden Verwaltung re-, daß die „Mornmgpost" vor der Gefahr einer russischen Invasion m Indien völlig gesichert erscheint- Es ist immer dieselbe Taktik: Bald wird Rußland als ein Drohgespenst, bald als ein Coloß mit thönernen Füßen hingestellt. Wir beschränken uns darauf, beide Bilder einander gegenüberzustellen, sie neutralisiren sich gegenseitig. Es ist „la demonstration par l'absurde“. Vermischte K. Friedberg, 12 Okiober. Den 18. Oktober, Vormittags 10 Uhr. findet die Einweihung der katholischen Pfarrkirche dahier durch Domcapitular Dr- Moufang von Mainz statt. Offenbach, 12. Oktober Ein Selbstmord aus verschmähter Liebe wurde gestern Abend in der Loulsenstraße verübt. Um 7 Uhr fiel dort an der Mauer der Haas'schen Hofraitbe plötzlich, während die Arbeiter, welche aus den Werkstätten und Fabriken kamen, die Straße passirten, ein scharfer Schuß und lautlos sank ein menschlicher Körper an derselben nieder. Die sofort hinzugeeilten Leute fanden den entseelten Körper eines jungen Mannes, der sich mit einem noch fast neuen Revolver, welcher noch fünf Schüsse enthielt, in den Mund geschossen hatte, so daß der Kopf gespalten wurde und der Tod sofort erfolgen mußte. Der Unglückliche war anständig gekleidet und führte eine ganze schachtel Patronen 9 Milllmcier-Callber bei sich; er ist ein aus Darmstadt gebürtiger, zuletzt in Frankfurt thätig gewesener ca. 26 Jahre alter Mann, Namens Dreißigacker. Als Motiv der That dürfte die Seitens der Braut erfolgte Auflösung eines seit ca. 7 Jahren gehegten Verhältnisses anzusehen sein- Der junge Mensch wurde kurz vor seiner verzweifelten That in der Nähe des Hauses, ja sogar im Hof desselben, in dem seine Braut wohnt, bemerkt. Im Hofe des Hauses wurde er in seinem Vorhaben durch den dazwischen gekommenen Herrn Reviervorsteher Amberg gestört, weshalb er an der nur wenige Schritte entfernten Wohnung seiner gewesenen Braut seinen Entschluß ausführte. Die Leiche wurde auf den Friedhof verbracht. Hanau, 10. Oktober. Heute Morgen versuchten auf dem Kanalplatz zwei Frauenzimmer (Zigeuner) ein zweijähriges Mädchen zu rauben. Durch das Schreien eines größeren Mädchens wurde ein des Weges kommender Herr, welcher mit Cylmderhut bekleidet gewesen sein soll, hierauf aufmerksam gemacht und nahm den Weibspersonen, welche leider hierauf entflohen, den Raub wieder ab. Genannter Herr ist freundlich gebeten, sich bei Königlichem Landrathsamt dahier zu melden und näheren Aufschluß zu geben, da von der Behörde Alles aufgeboten wird, dieser beiden gefährlichen Personen habhaft zu werden. (H. A) Worms, 12. Oktober. Beim Bau des städtischen Canals, welcher gegenwärtig in der Mainzerstraße zugelegt wird, stießen die Arbeiter gestern auf einen römischen Lteinsarg, welcher in einer Tiefe von etwa 3 Metern offengelegt werden konnte. Der Sarg ist nicht sehr hoch, aber Über 2 Meter lang und Meter breit. Auf dem Deckel befinden sich an den vier Ecken auadrat-fche Ausläufer, während die beiden Längseiten in geschweifter Form zugerichtet sind. In dem Sarge selbst befanden sich die Neberreste eines Skelettes, dessen Kops in der Mitte des Sarges lag, daneben fand sich ein guterhaltener Steinkrug und eine röm-sche Münze. Der ganze Fund wird in unserem Paulusmuseum zur Aufstellung gelangen. Mülhausen t. E-, 10. Oktober. Eine jedenfalls seltene Feier wird am 30. Oktober der Reichstagsabgeordnete Johann Dollfuß begehen, nämlich die diamantene Hochzeit, d- t- den 60. Jahrestag seiner Verheirathung. Daß dieses Fest großartig wird, namentlich auch für die Arbeiter im Andenken bleibt, dafür bürgt der Name des Mannes, welcher der Stifter der Arbesterftadt und noch vieler anderer Wohlthätigkeits- anftalten ist. Sämmtliche Arbeiter seiner Fabrik werden ihrem langjährigen Arbeitgeber eine werthvolle Gabe überreichen, um ihre Anhänglichkeit zu beweisen Mengerskirchen, 11. Oktober. Einen Bettler eigenster Art hat das nahe Oberrod aufzuweisen; zugleich dient derselbe als Beispiel, bis zu welchem Grade sich die Zudringlichkeit einzelner erstreckt- Der Mann lebt trotz seines großen Reichthums und der vielen ausgeliehenen Kapitalien in den denkbar ärmlichsten Verhältnissen. Allein in seiner alten, verfallenen Hütte wohnend, denkt der ,arme" Mann nicht daran, sich etwas zu kochen, bezw. kochen zu lassen, vielmehr geht er eine Stunde vor dem Mittag- ober Abendessen ober um die Zeit des Kaffeetrinkens in die Häuser seiner Schuldner (deren sind nicht wenige) u b ba, wo der Tisch am besten gedeckt wird, bleibt er, setzt sich uneingeladen an den Tisch und vertilgt nicht etwa den Inhalt eines Tellers, sondern zweier, ja dreier großer Schüsseln- Auf diese Art fristet er fein Leben und spart dadurch jede Ausgabe, nur um immer mehr Geld zu bekommen. — Die Wagentrümmer des bei Hugstetten verunglüclten Eisenbahnzuges, auf 14 Lowrys verladen, sind am Samstag in Straßburg angekommen und sofort nach der Hauptreparaturwerkstätte bei Bischheim verbracht worden. Die Ladungen der einzelnen Wagen waren während der Fahrt in vorsorglicher Weise mit grauen Plandecken verhängt, um so die schmerzlichen Eindrücke, die sie beim Anblicke gewährt haben würden, zu verhüten Bekanntlich war das Fahrmaterial des verunglückten Zuges, mit Ausnahme der Locomotwe, Eigenthum der elf -lothr. Bahnen. — Die Pariser Morgue macht der städtischen Verwaltung von Paris schon seit längerer Zeit viel zu schaffen, ba sich die Räume des Leichenhauses als viel zu klein herausgestellt haben, so daß man ernstlich daran denkt, den Pariser Selbstmördern und Verunglückten ein neues, prächtigeres und umfangreicheres Haus zu errichten. In der Pariser Morgue fanden während der Jahre 1806—10 alljährlich 250 Leichen Aufnahme, von 1846—50 jährlich 450 (diese starke Vermehrung ist zum Thell eine Folge des Revolutionsjahres 1848), von 1866—70 jährlich 750 Leichen. Im vorigen Jahre wurden sogar 920 ausgenommen, also fast viermal so viel als vor 75 Jahren. Eine sehr wichtige Aenderung hat man seit einiger Zeit auch schon in der alten Morgue ein- geführt. Während man früher die Leichen, die ja Wochen lang ausgestellt bleiben müssen, durch Ueberriefelung mit Wasser zu conseroiren suchte, was aber mit vielen Unzuträglichketten verbunden war und die Zersetzung nicht lange aufzuhalten vermochte, läßt man jetzt die Leichen in einem von Doctor Brouardel construirten Apparat gefrieren Man bedient sich dazu einer sehr kräftigen Kältemischung (Ammoniak), durch welche man eine Temperatur von —15° zu erzielen vermag. Die Gefrierung nimmt etwa v'er bis zehn Stunden in Anspruch und die Leichen verändern dabei ihr Aussehen in keiner Weise. Schiffshericht. Mitgetheilt von dem Agenten des Norddeutschen Lloyd in Bremen, C W. Dietz Nachfolger, Gießen. Bremen, 13. Oktober. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Oder, Capt. C. Undütsch, vom Norbdeütschen Lloyd in Bremen, welcher am 1. Oktober von Bremen und am 3. Oktober von Southampton abgegangen war, ist heute 6 Uhr Morgens wohlbehalten in Newyork angenommen. Kandel und Verkehr. Grün berg, 14. Oktober. (Fruchtpreise.) Weizen X 19.74, Korn X 15-96, Gerste X 14.48, Hafer X 12.50, Erbsen X —-—, Lein X —, Samen X 26.00, Kartoffeln X 6.00. Frankfurt, 14. Okt. Auf dem heutigen Markt kostete der Centner Heu X 0.00—0.00, Stroh X 1.80—0.00, Eier das Hundert X 5—7.00, Stück 7—8 Butter 1. Qualität X 1.20, 2. Qualität X 1.10, Kartoffeln per Centner X 2.50—3.50, Bohnen per Pfund 00 H, Wirsing 0—8 Rothkraut 15—20 H das Stück, Gans X 5.00—8, Huhu X 0.90—1.30, 1 Ente X 2.00—3.00, 1 Taube 00 H, Hahn X 1.20—50. 731) Lieber die Höhe der Kosten, welche die Einrückung einer Anzeige in eine oder mehre Zeitungen verursacht, wird man sich niemals enttäuscht sehen, wenn man von der Annoncen - Expedition von fifi.AASEIVSTEUU lldgefälligst an mich gelangen lassen. Hochachtend 6 508 Werd. Schmidt. Zucht- u. Nuh-Uch-Mrirte in Frankfurt a. M. D-r Landwirthschaftliche Verein in Frankfurt a. M. hält in Zeitabschnitten von vier Wochen oder nach Bedürfmß alle vierzehn ^aae Zucht- und Nutz-Bieh-Märkte sür Rindvieh, an§ ftinitären getrennt vom Schlachtvieh-Markt, tn Mnen neuerbauten Lokalitäten an der Ostend- straße ab. — Der nächste Zucht- und Nutz-Bieh-Markt findet statt: Dienstag den 24. October und die folgenden am 28. November d. I., 9. Januar, 6. Februar und 13 März 1883. Der Markt beginnt Vormittags ,6 Uhr und endet Mittags 12 Uhr. Der 8u- und Auftrieb erfolgt schon am Nachmittage vorher und am Markttage selbst und wird nur gegen Abgabe zuverlässiger Ursprungs - Gesundheitsscheine gestattet.^ n, Bestellungen auf Stallung, welche auch außer den Markttagen g^egen ein Stallgeld von oO H per ©tue! Großvieh und Tag, in Miethe genommen Eden können, sind tranco zu richten an das Secrctariat dcö Landwirthschast- l ichcn Vereins in Frankfurt a. M.___________________6782 kaufmännischer Verein. Im Winterhalbjahr 1882/83 wird Herr Dr. jur. Hof regelmässig jieden Dienstag, Abends von 8y2 Uhr an, im Vereinslocal für die Mitglieder Vorträge halten über Handelsrecht und die kaufmännisch wichtigsten Fartieen des Gerichts-Verfassungsgesetzes und der Civilprozess-Ordnung Der erste Vortrag findet Dienstag den 17 October statt. Todes-Anzeige Heute Morgen um 5 Uhr verschied nach langem Leiden unser unvergeßlicher Gatte, Vater und Schwiegervater der GroHmogliche Bürgermeister Wagner, welches wir Verwandten und Freunden mit der Bitte um stille Theilnahme mitthellen. Großen-Buieck, den 15. Oktober 1882. 6785 Die trauernde Familie. Die Beerdigung findet Dienstag Nachmittag um 2 Uhr statt. zu übertragen 6806 6764 „Stadt Mainz." vermieden. 6803 Ein freundl. Logis zu vermiethen- Schlosser Noll, Neustädter-Thor. 6809 Gießen, am 16. Oktober 1882. Verantwortliche Redaction: A. Scher) da. 6614 Familienlogis zu vermiethen bei Wwe. Hofmann, Kaplansgasse. 6616 Möblirte Zimmer mit Pension zu Kost, zu vermiethen. Näheres bei der Exped. ds- Bl. B. Allier’s Circus und Affentheater (Oswalds Garten). Täglich 2 große Gala-Brillant-Borsiellungen. Nachmittags 5 Uhr und Abends 8 Uhr. 0816 In jeder Vorstellung Auftreten der berühmten drefsirten Feldhasen. inter-Mäntel, Paletots rc im Mortis; Heichelheim Comptoir: Selter sm eg 2O, 1. ^L-tvek. ß Beerdigung Dienstag den 17. d. M, Nachmittags 2'/- Uhr, 8 vom Sterbehause, Mäusburg 18. 8 Todes-Anzeige. Freunden und Bekannten hierdurch die schmerzliche Nachricht, daß meine liebe Frau , Margaretha Werner, geb. Stimmer, gestern Abend 8 Uhr sanft entschlafen ist. Um stille Theilnahme bittet „ , , August Werner, Korbmacher. Gießen, den 16. Oktober 1882. oo0 Die Beerdigung findet Dienstag Nachmittag 4 Uhr vom Ster Haufe, Löwengasse 19, aus statt. ,—— Brühl'schen Druckerei (F!r. 8hr. Pietsch) in Gießen. 8 Gebrüder Hessel aus Inmkliirl a. 1. g 8 Moutaa de« 16., Dienstag den 17. «nd Mittwoch den 18. «etober a. « | § unserer neuen Modelle für Herbst- und WiMer-Costüme, | Freunden und Bekannten die Trauernachricht, daß gestern Abend 3/.10 Uhr unser unvergeßlicher Sohn und Bruder Bouis nach langem Leiden sanft entschlafen ist. Um stille Theilnahme bittet Familie Emil Gart. Ich beehre mich mitzutheilen, daß ich mein seit vielen Jahren bestehendes Manufiu-Im-Waiiren-Gesehält mW und d,n»»« ül>*u ®** "***• 3iibcm ich für das mir bisher geschenkte Bertrauen bestens danke, bitte ick solches ans mein neu gegründetes Bank, und Wechsel-Geschäft Hotel zum Rappen in Giessern g Seocoaooooooooooooooo^oQ^^QQQSQgQQOQQ^oocMjQQoesggg 6800 Eine schöne Mansardenwohnung an eine ruhige Familie zu vermiethen und gleich beziehbar im »Hessischen Hof". 6798 Ein Parterrelogis von 5 Zimmern rc., sowie ein kleines Mansardenlogis zu vermiethen bei L. 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