^uilter- 7532 ir~ 'k. dingungrn Ax, 268. Donnerstag den i6. November L88L. Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. - PreiS vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Bureau - Schulstraß- 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des M««tag». Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. mlage. It ibet unserer s Wort die eriwk 1 erschienen; Das können i wirb durch n,eiben, von elsachen und daß gerade iten Zwecken unsere Rein- Sch on am len wir auch Erhebung von is zugedachten >n: Fräulein platz), Frau ckge), Frau Neuen Baue), serschleben intolt. erer $eamt& Mrche 29 7537 , *» »M gM. (9encral»er' 2 «, äbenbs des alten 9* und 1 ZU® Au . ; =8 r* es' r-' Amtlicher Hheil. Bekanntmachung. In Gemäßheit des § 9 des Gesetzes vom 13. Februar 1875 über die Naturalleistungen für die bewaffnete Macht im Frieden werden hiermit nachstehende Durchschnittsmarktpreise vom Monat Oktober 1882 veröffentlicht: Hafer Jt. 14,20, Heu Jt. 6,50, Stroh 4 per 100 Kilogramm. Gießen, am 14. November 1882. “ Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Boekmann. ___________ -----------Betreffend: Reinhaltung und Wegsamkeit der Straßen und Plätze rc. in der Provinzialhauptstadt Gießen. Bekanntmachung. Wir sehen uns veranlaßt, die zur Winterszeit bezüglich der Reinhaltung und Wegsamkeit der Straßen rc. geltenden Vorschriften m nachstehendein Auszug aus dem Local-Reglement vom 10. November 1879 wiederholt zur öffentlichen Kenntniß zu bringen. Gießen, den 14. November 1882. Großherzogliches Polizeramt Greßen. Fresenius. a) Sobald Glatteis entsteht, muß, soweit die Hofraithen mit Einschluß der Höfe, Gärten und sonstigen Grundstücke an der Straße oder an öffentlichen Plätzen liegen, der Fußpfad, oder wenn kein Fußpfad vorhanden ist, die Straße zwei bis drei Fuß breit mit Afche oder Sand genügend bestreut werden. Entsteht das Glatteis zwischen 7 Uhr Morgens und 9 Uhr Abends, so muß sogleich, längstens mit Ablauf der ersten halben Stunde nachher, entsteht es aber in der Nacht, bis 7V2 Morgens gestreut sein. bj An den auf die Straße gehenden Dachkandeln, Gossensteinen und sonstigen Ableitungen des Wassers nach der Straße rc. muß das auf den Seitenpflastern oder Fußpfaden angesetzte Eis auf Aufforderung Großherzoglichen Polizemmts aufgehauen und weggeschafft werden. c) Außerdem ist bei Frostwetter dafür zu sorgen, daß das etwa vom Innern der Hofraithen ausgeschüttete Wasser nicht durch die Floß- rinnen auf die Straße laufen kann. d) Vor den öffentlichen Brunnen ist, so ost es nöthig erscheint, auseisen und mit Asche oder Sand streuen zu lassen. e) Bei eintretendem Thauwetter sind nach Aufforderung der Localpolizeibehörde ohne Verzug die Straßen, öffentlichen Plätze und insbesondere Floßrinnen auseisen, kehren und Schnee und Eis alsbald von den Straßen rc. entfernen zu lassen. f) Das Fahren mit kleinen Schlitten und das Schleifen aus den öffentlichen Plätzen und Fußpfaden ist untersagt. Wenn diesem Verbot zuwider dennoch Schleifen entstehen, fo sind diejenigen, welchen die Reinigung überhaupt obliegt, auf Auffordern der Polizeibehörde verbunden, die Schleifen entweder mit Sand oder Asche tüchtig bestreuen oder aushauen zu lassen. . g) Beim Schueefall muß längs der Hofraithen mit Einschluß der Höfe, Gärten und sonstigen Grundstücke auf dem Banket, oder wo kein solches vorhanden ist, auf der Straße ein 3 bis 4 Fuß breiter Pfad rein gekehrt und dieß bei fortdauerndem Schnefall so oft, als nöthig, wiederholt werden. h) Schnee und Eis darf aus dem Innern der Hofraithen nicht auf die ' Straße gebracht werden, ohne daß für augenblickliche Wegschaffung gesorgt wird. Deutschland. Darmstadt, 13. Novbr. Vor einem Jahre, als der für die Budgetperiode 1882/85 fungirende hessische Landtag zusammentrat, wurden u. A. von der Regierung Vorlagen für Erbauung von Secundärbahnen im Lande in Aussicht gestellt. Nicht wenige Wünsche und Interessen richteten sich erwartungsvoll darauf, ohne daß bis jetzt Näheres darüber zu erfahren war. In Preußen z. B. spricht man von einer neuen Anleihe von 60 Mill. für die Weiterführung des dort schon nicht mehr kleinen Secundärbahn-Netzes. Auch herrscht, vielleicht nicht mit Unrecht, einige Besorgniß darüber in unserm Lande, ob die etwa zum Vorschlag gelangenden Secundärbahn-Bauten entsprechend richtig auf die einzelnen Provinzen und zugleich den dringendsten Bedürfnissen genügend vertheilt sein würden. Endlich, so hört man, soll diese Ungewißheit ihrem Ende nahe sein. Noch in diesem Jahre würde die betr. Vorlage an die Stände gelangen und erscheine es nur zweifelhaft, ob mit dem allgemeinen Gesetz über Anlage, Baulast u. s. w. der Secundärbahnen zugleich Vorschläge auf den Bau gewisser Einzel-Bahnlinien verbunden seien, oder ob letztere erst nachträglich gemacht werden sollen, nachdem, wie z. B. in Bayern, die Principien über den Vicinal- oder Secundärbahnbau generell festgestellt wären. Eine Beschleunigung der ganzen Angelegenheit ist erwünscht, nachdem deren gesetzliche Realisirung jetzt doch außer Zweifel steht. Die dafür voraussichtlich im Wege der Anleihe zu beschaffenden Geldmittel werden allerdings kaum geringe sein. (Fr. Journ.) m. Darmstadt, 14. November. Der Abgeordnete Schroeoer Hal tn Gemeinschaft mit 20 den verschiedenen Parteien angehörigen Abgeordneten zu Beginn des gegenwärtigen Landtages auf Orunb des Art. 19, pos.2 der landständtschen Geschäftsordnung in der zweiten Kammer wiederholt einen Gesetzesentwurf beantragt, dessen einziger Artikel lautet: „Das Gesetz vom 3. Mai 1858, die Bildung der .Orts-, vorstände betreffend und der Absatz 3 des Art. des Gesetzes vom 22. November 1872 die Mitwirkung der Forensen bei der Festsetzung des Gememdevoranschlags betreffend, sind aufgehoben." Nach dem erstgenannten Gesetze soll außer den gewählten Mitgliedern des Ortsvorstandes auch derjenige höchstbesteuerte Grundbesitzer, welcher wenigstens ein Viertheil der in der Gemeinde aufzubringenden Grundsteuer entrichtet, oder eventuell mindestens ein Grundsteuerkopital von 1500 fl hat, mit voller Stimm- berechtigung zum Gemeinderath gehören. Nach dem Gesetz von 1872 soll ein von den Forensen gemeinschaftlich zu wählender Vertreter in den Orisvorstand mit vollem Stimmrecht zu allen Verhandlungen und Beschlußfassungen über die Erhebung einer die Forensen betreffenden Umlage zugezogen werden- Die Großh. Regierung, von dem Referenten des Gesetzgebungsausschusses, Abg. Muhl, um ihre Meinungsäußerung gebeten, beharrt auch jetzt auf ihrem bereits im Oktober 1880 eingenommenen Standpunkt , wonach, da aus der damaligen Lage der Gesetzgebung den Gemeinden noch keinerlei erweislicher Nachtheil erwachsen, die Regelung der Materie füglich bis zu einer allgemeinen Revision der Verwaltungsgesctze ausgesetzt bleiben könne. Der Gesetzgebungsausschuß empfiehlt dagegen lediglich eine Wiederholung des auf dem vorigen Landtage gefaßten Beschlusses und beantragt demgemäß, den von den Abgg. Schroeder und Genossen vvrgeschlagenen Gesetzesentwurf der Großh. Regierung zur Ertheilung der verfassungsmüßigen Genehmigung zu empfehlen. Berlin, 13. Novbr. Die „Bert. Polit. Nachr." schreiben: Die Nachricht eines hiesigen Blattes, inhalts deren in der bevorstehenden Session des Landtages kirchenpolitische Vorlagen von entscheidender Bedeutung eingebracht werden sollen, entspricht nach unseren Informationen lediglich dein Sensations- Vedürfniß und entbehrt der thatsächlichen Richtigkeit; vielleicht handelt es sich auch überhaupt nur um ein bloßes Mißverständlich einer oftmals infpirirten auswärtigen Correspondenz, welche mit vollem Recht darauf hinwies, daß Preußen sich unmöglich länger von der Curie dilatorisch behandeln lassen könne. Zu einer Klarlegung dieses Sachverhalts und zur Beseitigung von Täuschungen, welchen man sich in Rom augenscheinlich über die Folgen des Ausfalls der Wahlen hingiebt, wird der freilich bereits angekündigte Principalantrag Windthorst über das Freigeben der Sacrament-Spendung und des Messelesens ohnehin ausreichenden Anlaß geben. Inzwischen darf man doch nicht mit Sicherheit darauf rechnen, daß bezüglich dieses Antrages der Ankündigung die That wirklich folgt. Jrn Frühjahre war die Ankündigung bekanntlich eines der Hauptmittel, um die Conservatwen zu dem Compromiß zu bewegen; letztere scheuten den im Fall der Einbringung unausbleiblichen Bruch mit dem Centrum und zogen es vor, mittelst des Compromisses die Einbringung zu verhüten. Jetzt dürfte das Centrum sich bald überzeugen, daß auf eine ähnliche Wirkung nicht zu rechnen ist. Der Antrag Windthorst würde also nur dazu dienen, das Tischtuch zwischen dem Centrum, der Staatsregierung und den Conservativen zu zerschneiden. Ein solches Vorgehen liegt so wenig im Charakter der Windt- horstffchen Politik, daß man gut thun wird, der Ankündigung der großen Action zunächst nur den Werth einer Demonstration, eines bloßen Schreckmittels, beizumessen. — Die vorjährige Kanalvorlage wird im preußischen Abgeordnetenhaus völlig unverändert und nur in Bezug auf die Begründung ergänzt roieber eingebracht werden. Dieselbe betrifft bekanntlich die Kanalverbindung zwischen dem westfälischen Kohlenrevier und den Emshäfen; die Herstellung dieser Linie prä- judicirt der Frage an sich nicht, ob die Verbindung mit der Wefer und der Elbe über Minden, Hannover, Magdeburg oder über Bremen und Hambuig erfolgen soll. Ebensowenig aber hängt damit die beabsichtigte Erweiterung des Kanals zusammen. Dieselbe bezweckt zunächst lediglich die Abmessungen diefer Verbindungsstraße zwischen der mittleren Elbe und den märkischen Wasserstraßen mit den dort planmäßig durchgeführten Wassertiefen in Übereinstimmung zu bringen und sie auch sonst für den Verkehr der großen Elbfchiffe einzurichten. — Wie man aus einer Regierungs-Verfügung ersieht, besteht im Regierungsbezirk Frankfurt a. d. O. der kaum glaubliche Mißbrauch, schulpflichtige Knaben zu Treibern bei Jagden zu verwenden! Die Regierung verbietet eine solche Verwendung (durch Erlaß vom 25. v. Mts.) auf das Nachdrücklichste und ordnet Strafen sü? den Uebertretungsfall, sowohl gegen die Veranstalter von Jagden als gegen die Eltern und Pfleger der betroffenen Schulkinder an. Die Schulinspectoren dürfen in keinem Falle die Beurlaubung fchulpflichtiger Kinder zu diesem Zweck gestatten und müssen diese auch den Lehrern streng untersagen. Berlin, 11- November. Eine Petition an den Reichskanzler wnd in an der Landindustrte b-th-iligt-n Kreisen vorbereitet, um die diplomatisch- Intervention des bürsten Bismarck in folgender Angelegenheit in Anspruch zu nehmen, " Seit einiger Reit haben die deutschen Gerbereien, resp, Sohlleder Industriellen über di- Verschlechterung ihres Rohmaterials Klage zu sühren. Da die im Inland- geschlachteten Rinder b-, Weitem nicht ausrerchen, di- für den Bedarf erforderlichen Helle M liefern, fo werden feit Jahren sehr groß- Quantltaten von Hauten aus Südamerika und besonders aus den Staaten der arg-ntimsch-n Republik bezogen. Die großartigen Rindviehheerden, welche dort im Freien gezüchtet werden, wurden früher tast ausschließlich der Häute wegen gehalten, während man m neuerer Zett angesangen bat auch das Fleisch durch Herstellung von Li-big'sch-m Fleisch-rtract und neuerdings auch durch Garne pura zu verwerthen. Um nun die Eigenthumsverhaltnisse bet den tm Kreien gezüchteten H-erden i-ststellen zu können, ist durch dortiges Gesetz angeordnet, daß bei jedem Eig-nthumsübergang d-r Name d-s neuen Eigenthümers durch ein Brandzeichen auf das Fell des Thieres vermerkt weiden muß, und da dort em schwung- bafter Vlebhandel betrieben wird, so haben die Felle oft eine so kffvße Anzahl von Brandzeichen, daß sie dadurch wesentlich entwertet werden und day das darai^ gewonnene Leder für viele Zwecke unbrauchbar wird. Da der jährliche Export an Rind- viehbäuten sich aus viele Millionen Mark stellt, so hat auch bie dortige Regierung ein Interesse daran, daß d.eser unökonomischen Behandlung vorgebeugt werde Leder- industriellen wollen nun den Reichskanzler bitten, eine Einwirkung nach der Richtung zu üben, daß die erwähnte, in Argentinien bestehende Verordnung geändert werde, etwa dahin, daß die Brandzeichen an den weniger werthvollen Theilen der Felle, wie an den Kops- und Fußenden angebracht werden. — Die Aussichten, welche dem deutschen Exporthandel nach Italien und der Levante durch Eröffnung der Gotlhardbahn geboten werden, erregen den Concurrenz- neid der französischen Interessenten desto heftiger, als die Wahrnehmung hinzutritt, daß auch der englische Transitverkehr, soweit er bislang den Ueberlandweg durch französisches Gebiet benutzte, eine wachsende Tendenz bekundet, sich den mit der Gott- hardbahn kommunicirenden deutschen Schienenwegen zuzuwenden. Ein unlängst dem französischen Minister der auswärtigen Angelegenheiten unterbreiteter Bericht lenkt das Augenmerk der Regierung auf die vorstehend angedeuteten Gesichtspunkte und auf die Mittel der drohenden Ablenkung des Verkehrs der französischen Route vorzubeugen. Weder Verkehrserleichterungen, welche durch Modifikation deszFahrbetriebs auf den vorhandenen Bahnlinien, noch solche, die durch Tarifermätzigungen bewirkt werden konnten, schaffen nach Meinung des Berichterstatters, Herrn Amede Martenu gründliche Abhilfe, sondern nur die Verstellung einer neuen Alpenstraße, und zwar mit Durchbohrung des Simplon. Zu diesem Zwecke regt der qu. Bericht eine Vereinbarung zwischen der interessirten französischen Bahngesellschaft einerseits, der Verwaltung der oberitalienischen Eisenbahnen und der Gesellschaft der wefischweizerischen Bahnen andererseits an. Die politische Seite der Frage anlangend, müsse das französische Cabmet die Initiative in die Hand nehmen. Es handle sich um die Bekämpsung der Superiorität Deutschlands auf den Märkten Italiens und der Levante, um die Erhaltung der großen Veriehrs- siraße nach dem Orient in der Machtsphäre Frankreichs und um die Wahrung der Prosperität Marseilles gegenüber der stetig steigenden handelspolitischen Bedeutung Genuas. Als ein Zeichen der Zeit verdient es bemerkt zu werden, daß die Umgebung Gambetta's diesem Projekte eifrig das Wort redet. Gelegentlich seiner Schweizer Villegiatur hat der Exdiktator jedenfalls hinreichend Muße zu allerhand Studien gesunden. Karlsruhe, 13. Novbr. Der Großherzog nahm gestern bie ihm anläßlich der glücklichen Entbindung der Kronprinzessin von Schweden dargebrachten Glückwünsche der Minister, des commandirenden Generals v. Obernitz mit den Generälen und Regiments-Commandeuren der Garnison, des gejammten Hofstaates , des preußischen Gesandten Grafen v. Flemming, sowie des Stadtrathes persönlich entgegen. Die Stadt ist festlich geschmückt. Hesterreich. Wien. Ueber die Krawalle in Wien wird den „B. P. N." von competenter Seite geschrieben: „Es ist eine alte Anekdote, welche man zur Charakteristik der Wiener zu erzählen pflegt. Der ungarische Gras Sandor, ein lebenslustiger launiger Cavalier, war in den dreißiger Jahren der populärste Mann in Wien. Ernes Tages ging er die Wette ein, daß er, ohne irgend etwas Absonderliches zu thun, auf dem StefanSplaye einen „Auflauf" herbeiführen werde, welcher den Verkehr in's Stocken bringt. Er schritt auch sofort zur Probe. In Gesellschaft eines Freundes stellte er sich auf dem St fansplatze Dem Dorne gegenüber auf, zeigte einige Male mit erhobenem Arme zum Thurmknauf hinauf und starrte denselben einige Minuten lang unverwandt an. Ehe eine Viertelstunde verging, war der Stefonsplatz vollgepfropft mit Leuten, die alle staunungsvoll zum Knauf emporstarrten, ohne daß Einer den Grund dafür anzugeben vermochte. Der Verkehr war unmöglich gemacht worden und Graf Sandor hatte seine Wette gewonnen. Diese eigenthümliche Schaulust, ja, kindische Neugierde der Wiener ist seitdem auch im Strome der Cultur nicht untergegangen und Graf Sandor konnte ähnliche Wetten heute noch dutzendweise gewinnen. Das hat sich eben in den jüngsten Tagen in einer unserer Vorstädte gezeigt. Einem Vereine von Schustern wurde wegen soctaltftischer Umtriebe die Lesehalle geschlossen. Arn Abende darauf sammelte sich eine Anzahl von Mitgliedern des Vereins vor dem versperrten Locale. Wo aber bei uns fünfzig Leute stehen bleiben, rotten sich bald tausend neugierige Gaffer zusammen. Die Polizei schritt ein und wurde insultirt. Aber charakteristisch war es, daß sich die p. t. Krawallmacher pünktlich vor Thorsperre verliefen. Am nächsten Abend fanden sich natürlich noch mehr Neugierige, die den Spektakel mitansehen wollten, in den betreffenden Straßen zusammen. Aber mit ihnen kamen diesmal auch schon Elemente, welche immer bereit sind, bei jeder „Hetz" werklhätig mitzuarbeiten. Die heranrückenden Ulanen werden mit Steinwürsen empfangen. Ein Ulanenpferd wird gestochen. Schusterjungen trugen eifrigst das Ihrige bei, um den Rummel zu erhöhen. Sie brennen mitten in der Volksmasse sogenannte „Frösche" ab. Die Detonation steigert die Verwirrung, lockt frische Schaaren Neugieriger herbei. Die Polizei findet Widerstand. Sie und die Truppen müssen Ernst zeigen. Es kommt zu Verwundungen, zahlreiche Verhaftungen werden vorgenommen. Aber wieder vor Thorsperre leeren sich die Straßen. Am nächsten Abend regnet es und — cs gibt keinen Tumult mehr. Gestern und vorgestern Abend war auch ohne Regen, Alles ruhig. Die „D. Z." hat Recht, wenn sie sagt: „Der Unverstand ist ansteckend, sonst wäre es unbegreiflich, daß ein so ziel- und zweckloser Tumult nicht schon längst an seinem eigenen Widersinn zu Grunde gegangen ist. Das Erstaunliche an dem Tumulte ist die absolute Ziellosigkeit. Nur der Janhagel niederster Sorte, die rohe Freude am Exceß ist's, was da draußen sein Unwesen treibt* Indessen ist es stadtbekannt, daß der Tumult bald sein sehr positives Ziel erlangt hätte, wenn die Behörden nicht volle Energie entwickeln. Bereits trafen Anarchisten, ganz besonders aber Antisemiten, alle Anstalten, um die „Hetze" sich dienstbar zu machen. Schweiz. Zürich, 14. November, 2 Uhr 18 Min. Nachts. Gottfried Kinkel ist gestern Nachmutag gestorben. Vor 8 Tagen traf ihn ein Schlafluß, der die ganze linke Körperseite lähmte. England. Portsmouth, 13. Novbr. Der Hamburger Postdampfer „Westfalia" ist mit einem großen Loche im Bug hier eingetroffen; derselbe war bei der Insel Wigt mit einem unbekannten Dampfer zusammengestoßen. Portsmouth, 14. Novbr. Die Passag'ere der „Westfalia" sind alle wohlbehalten in Portsmouth gelandet und werden heute über London nach Hamburg befördert Die Post ist schon Abends expedirt worden. Wußkand. Moskau, 14. November. Aus Kasan melden Privatnachrichten von bedeutenden Studentenunruhen, welche zu der vorläufigen Schließung der Universität führten. Die Tumulte nahmen derartige Dimensionen an, daß Militär requirirt wurde. Es verlautet sogar, der Universitätsrcktor sei mißhandelt worden. Die Motive sind bis jetzt unbekannt. Türkei. Konstantinopel, 13. Novbr. Die Pforte verharrt dem Vernehmen nach dabei, die Anwesenheit des türkischen Commissars in Kairo für nothwendig und nützlich anzusehen und hat den Botschafter in London, Musurus Pascha, beauftragt, diese Anschauung dem Staatsjecretär des Aeußern, Lord Granville, gegenüber zu wiederholen. — Das Journal „Stambul" wird morgen wieder erscheinen. Die Eröffnung des preußischen Landtags. Berlin, 14. November. Der Landtag wurde heute Mittag 12 Uhr durch den König eröffnet Die von Sr. Majestät verlesene Thronrede lautet: Erlauchte, Edle und Geehrte Herren von beiden Häusern des Landtags! Indem ich die Gesammtvertretung der Monarchie am Eingänge einer neuen Legislaturperiode begrüße, ist es meinem Herzen Bedürfniß, vrn dieser Stelle aus nochmals meinem Volke zu danken für den einmüthigen Ausdruck der Liede und Anhänglichkeit, welchen es mir und meinem Hause bet der Geburt meines Urenkels dargebracht hat. Der durch die Gesetzgebung des Reiches angebahnte Aufschwung der Gewerb- thätigkeit begründet gemeinsam mit einem für die meisten Landestheile gesegneten Ausfall der Ernte die Hoffnung auf fortschreitende Entwickelung des Wohlstandes aller Volksklassen. Das Mißverhältniß zwischen dem Bedürfniß und den Mitteln des Staates, welches seit Jahren meine Regierung zu Anträgen auf Einführung neuer indirekter Steuern beim Reich veranlaßt hat, besteht in Folge der bisherigen Ablehnung fast aller dieser Anträge auch jetzt noch fort. Dasselbe ist ein so erhebliches, daß es ohne die endliche Eröffnung solcher Hilfsquellen nicht ausgeglichen werden kann. Schon das beschränkte, in dem bisherigen Rahmen des Staatshaushaltsetats nur zur Geltung gebrachte Ausgabebedürfniß hat nicht ohne außerordentliche Mittel gedeckt werden können. Auch für den Etat des nächsten Jahres sind solche erforderlich und durch Benutzung des Staatskredits zu beschaffen. Ein entsprechendes Anleihegesetz wird Ihnen zugleich mit dem Etat vorgelegt werden. Was das weitergehende Staatsbedürfniß anlangt, so wird meine Regierung sich bemühen, durch besondere Gesetzesvorlagen, welche die beabsichtigten Erleichterungen der Communal- und Schullasten, sowie die Verbesserung der Beamtenbesoldungen in Verbindung mit wünschenswerthen organischen Neuordnungen bringen, bie Theilnahme und Zustimmung zu gewinnen, welche dem wiederholt vorgelegten Entwürfe des Ver- wendungsgesetzetz für die vom Reich zu erlangenden Mehreinnahmen leider versagt geblieben ist. Hoffentlich wird es so gelingen, dem Bedürfniß Anerkennung zu verschaffen und auch seinen Umfang gemeinsam mit Ihnen festzuftellen, damit dann die Reichsgesetzgebung mit besserem Erfolge für die Abhülfe in Anspruch genommen werden kann. Nur in einem Punkte kann dieser zeitraubende Weg nicht eingeschlagen werden; die Entlastung der ärmeren Klassen der Bevölkerung von dem Drucke der Klassensteuer muß nach meiner Ueberzeugung ohne Verzug herbeigeführt werden. Es ist mein Wunsch, die mit der Erhebung dieser Steuer verbundenen Härten und die Noth der steigenden Exekutionen bald beseitigt zu wissen. Es wird Ihnen ein Gesetzentwurf wegen sofortiger vollständiger Aushebung der vier untersten Stufen der Klassensteuer vorgelegt werden, welcher daher auch die einstw eilige Deckung für den Ausfall vorzusehen hat- Das nunmehr in dem größten Theile der Monarchie zur Durchführung gelangte Staatsbahnsyftem rechtfertigt zu meiner Genugthuung schon durch die seitherigen Erfolge die Erwartungen, welche an diese große Maßregel geknüpft werden dürften- Wegen Herstellung einer weiteren Reihe wichtiger Schienenverbindungen in verschiedenen Theilen des Landes wird Ihnen eine Vorlage zugehen. Der in der letzten Session nicht erledigte Gesetzentwurf zur Ausführung der ersten Abtheilung eines Canals, welcher die großen Ströme in dem westlichen Theile der Monarchie unter sich verbinden soll, wird von Neuem vorgelegt werden. Es werden Ihnen Gesetzentwürfe zugehen, welche dazu bestimmt sind, die Organisation der Verwaltung in einer durch das Bedürfniß gebotenen Weise zu vereinfachen. Dadurch wird zugleich die begonnene Reform zu einem Abschluß gebracht werden, welcher es gestattet, sie demnächst auf das gesammte Staatsgebiet auszudehnen. Zur Beseitigung der Mängel und Härten, welche sich bei der Zwangsvollstreckung in unbewegliches Vermög n herausgestellt haben, wird Ihnen ein Gesetzentwurf vorgelegt werden. Die Wtederanknüpfung des diplomatischen Verkehrs mit der römischen Kurie ist zu meiner Freude der Befestigung freundlicher Beziehungen zu dem Oberhaupte der katholischen Kirche förderlich gewesen und ich hege die Hoffnung, daß die versöhnliche Gesinnung, welche meine Regierung zu betätigen nicht aufhören wird, auch ferner günstigen Einfluß auf die Gestaltung unserer kirchenpolitischen Verhältnisse üben werde. Inzwischen fährt meine Regierung fort, auf Grund der bestehenden Gesetze und der ihr ertheilten Vollmachten den Bedürfnissen meiner katholischen Unterthanen auf kirchlichem Gebiete jede Rücksicht angedeihen zu lassen, welche mit den Gesammtinteressen des Staats und der Nation verträglich ist. Zur besonderen Befriedigung gereicht es mir, Ihnen mittheilen zu können, daß die Beziehungen des deutschen Reiches zu allen auswärtigen Regierungen mir die Ueberzeugung gewähren, daß die Wohlthaten des Friedens uns gesichert bleiben werden. Meine Herren! Wiederum ist der Landesoertretung ein ausgedehntes Feld wichtiger Arbeit eröffnet. Ich hege das Vertrauen, daß diese Arbeit durch Ihre bereitwillige Unterstützung meiner Regierung auch in der neuen Session zu einer fruchtbringenden sich gestalten werde. Telegraphische Depeschen. Wolff'S trlegr. Eorrespondenr-Bnreau. Berlin, 14. Novbr. Der Eröffnung des Landtags durch den Kaiser wohnten der Kronprinz, die Prinzen Wilhelm, Friedrich Karl, Leopold und Albrecht bei. Als der Kaiser die Stellen der Thronrede über die Aufhebung der vier untersten Klaffensteuerstufen und über die Beziehungen zum Auslande verlas, ertönte lauter Beifall. Die Feier begann und schloß mit einem dreifachen Hoch auf den Kaiser. Im Abgeordnetenhaus berief der Alterspräsident Bockum-Dolffs provisorische Schriftführer und ließ die Verloosung der Mitglieder in die Abtheilungen bewirken. Nächste Sitzung Donnerstag. Im Herrenhaus ergab der Namensaufruf 87 anwesende Mitglieder. Das Haus wählte durch Acclamation den Herzog v. Ratibor zum Präsidenten und den Grafen Arnim zum ersten Vicepräsidenten. Bei der Wahl des zweiten Vicepräsidenten erhielt Dr. Beseler 47, Graf Brühl 45 Stimmen. Befeler nahm die Wahl an. Nächste Sitzung morgen. Portsmouth, 14. Novbr. Der Kapitän des Hamburger Postdampfers „Westfalia" berichtet über den bereits gemeldeten Zusammenstoß: Die Collision fand heute früh halb 2 Uhr statt. In der Dunkelheit konnte man von dem anderen Dampfer wenig sehen, doch war derselbe ein großer. Der Kapitän ließ ein Boot mit einem Osficier und 6 Mann herabsetzen, um Auskunft über die Lage und den Namen des Dampfers zu erlangen. Dieses Boot wurde nicht wiedergesehen. Die „Westfalia" hat ein großes Leck und wird morgen in's Dock gebracht werden. . London, 14. Novbr. Die „Times" veröffentlicht einen Brief Arabi's, worin derselbe erklärt, daß der Krieg in Gemäßheit eines Decretes des unter dem Vorsitze des Khedive und im Beisein Derwisch Pascha's versammelten Cabu I netsconseils beschlossen worden sei. ” Bernehmki T no^roenbin UM Ste, ril ©ranoiße °rgen roiebtt ■»»mitt. ^nt1, Ak gon nbtag§! ’je einer neuen eser Stelle aus dtt Liebe und netnes Urente !ß der Gervnb- gckgneten Äs- iohlstandes aller in de? Staates, neuer indirekter hnung saß aller daß es ohne die m. Schon das zur Geltung ge- t werden können durch Benutzung d Ihnen zugleich ie Regierung sich Erleichterungen nbesoldungrn in dre Theitnahme üwmse des Ver- leibtr versagt ge rkennung zu ver len, damit dam spruch genommei eschlagen werben: der KlassenstM ist mein Wunsch oth der steigende° f wegen sosortiger vorgelegt werden, ien hat. hsührung gelang!! die seitherigen Seen dürften. rschiedenen TW Führung der erb Wen TM-n ?nb, bkOrgaab m MM ks * Gesetzentwurfw römischen Kuck' m Oberhm e « aß die versah^ wird, auch Ier»; S!Z sJfiB ffl in !»"”*; u SSK öiri 8 2i>6 J m lCt b* Ailiö? fjr#-* * W Mlnen- Alexandrien, 14. Novbr. Die internationale Sanitäts-Commission empfing heute ein Telegramm des türkischen Jnspecteurs in Mekka, in welchem gemeldet wird, daß seit dem 4. ds. keine weiteren Cholera-Erkrankungen in Mekka vorgekominen sind. Lokales. Gießen, 15. November. (Sterblichkeit in Gießens Die Zahl der Todesfälle in hiesiger Stadt während der Woche vom 5. bis 11. November betrug im Ganzen 6, wovon sich 3 bet Kindern, 3 bei Erwachsenen ereigneten. Ein Kind (Zwilling) starb kurz nach der Geburt in Folge allgemeiner Schwäche, von 2 Kindern im 2. Lebensjahre erlag das eine Krämpfen, das andere emer Lungenentzündung. Bei den 3 verstorbenen erwachsenen Personen war Lungenschwindsucht, Lungenentzündung, Krebs je einmal Todesursache. G. Gießen, 15. November. Der gestrige Vortrag des Herrn Professor vr. B u ch n e r im VolksbUdungsverein war leider nicht so sehr besucht als es das interessante Thema: „Uebcr Gl asfabrikat ton" erheischte. Jedenfalls hielt wohl das schlechte Wetter manchen Besucher von dem Vortrage ab. Herr Professor Buchner erläuterte an der Hand von zahlreichen Producten der Glasindustrie und trefflichen Zeichnungen den Proceß der Glasgewinnung und die verschiedensten Fabrikate des Glases. Reicher Beifall lohnte am Schluß den sehr lehrreichen Vortrag. Eingesandt. Einsender dieser Zeilen glaubt den Lesern Ihres Blattes, resp. den Besuchern des nächsten Concertes, einen kleinen Dienst zu erweisen, wenn er auf die große Bedeutendheit der in dem nächsten Concerte zum ersten Male hier auftretenden Sopranistin aufmerksam macht. „Fräulein Dyna Beumer, schreiben die Mainzer Blätter, ist eine eminente Coloratursängerin, wie wir sie feit der Charlotte Pattt in dem Concert- saale nicht mehr gehört." — Wir geben hier eine Recension aus Wiesbaden wieder, die wir aus vielen herauswählen, weit die gewählten Gesänge dort wie hier dieselben sind. Der „Rheinische Courier" schreibt (1. November 1881): Theater-Symphonie-Concer t Daß man es an maßgebender Seite versteht, auch dem Interesse für solisttsche Kräfte entgegenzukommen, bewies das Auftreten von Fräulein Dyna Beumer aus Brüssel, einer Sängerin, die auf dem ihr eigensten Gebiete des Coloraturgesanges ihres Gleichen sucht. Wir haben das Auditorium selten so enthusiasmirt gesehen, als nach den Vorträgen dieser Künstlerin. Sie sang die bekannte Nachtigallenarie aus „Les noces de Jeanette“ von V. Massä und die Proch'schen Variationen. Man sieht an der Wahl dieser Pidcen, daß es Fräulein Beumer hauptsächlich darum zu thun war, ihre Kehlfertigkeit zu zeigen, was ihr auch in der vollkommensten Weise gelang. Sie verfügt über eine staunenerregende Gesangstechnik und führt Legato- wie Staccatopassagen, Triller und andere Verzierungen mit einer Accuratesse und Sicherheit aus, wie man sie von Jnstrumentalkünftlern kaum klarer und runder hören kann. Dabei ist ihre Stimme nicht etwa dünn und zwirnig, sondern ein Sopran von bedeutendem Umfange und von vollem und weichem Klange, durch die Schule in allen Tonlagen vollkommen egalistrt. Besonders tragfähig ist die Stimme in den tieferen Tonlagen, die Töne e, es, d, des und o der eingestrichenen Octave streifen in ihrer Klangfarbe an das sonore Alttimbre. Das Ueberraschende und Brillante der Vortragsweise, die schöne Tongabe und tadellose Reinheit der Intonation verhalfen der Sängerin zu einem sensationellen Erfolge. Ein warer Beifallsorkan brach aus und beruhigte sich erst dann, als Fräulein Beumer die letzte der Proch'schen Variationen da capo sang. Handel und Verkehr. Herborn, 13. November. Auf den heutigen Markt wurden gebracht: 427 Ochsen, 619 Kühe und Rinder, 1056 Schweine. Der nächste Markt ist Montag den 4. Dezember l. Js. Gelnhausen, 14. November. Der heutige Viehmarkt war mit Rücksicht auf die vorgerückte Jahreszeit gut befahren. Angetrteben waren: 355 Stück Ochsen, Kühe, Rinder und Kälber und 130 Schweine. Die Anfuhr bestand zumeist in schönem Vieh, der Verkehr war ein ungemein reger. Frischmelkende Kühe waren sehr gesucht und wurden gut bezahlt. Ueberhaupt waren die Preise hoch und fand sämmtliches gute Vieh raschen Absatz. In Schweinen war das Geschäft ebenfalls gut, es wurde viel von Händlern zu nicht übertriebenen Preisen gekauft. Der nächste Viehmarkt findet am 13. Februar 1883 statt. fttantfttrt a. M., 15. November, Nachmittags 2 Uhr — Min. (Telegraphischer Kursbericht. Mrtgetheilt durch das Bankgeschäft Albert Kaufmann in Gießen.) Creditactten 255V«, Staatsbahnactien 298, Galizier —, Lombarden 117V-, Rord- westbahnactien 172%, Darmstädter-Bankactien 155%, Oberschlesische E.-B.-Act. 258V«, Silberrente 65%, 4% Ungar. Goldrente 73%, 4% 1880er Russen 69%, 5°/(,1877r Rusftn 86%, 2. Orient-Anleihe 54«/16, Spanier 62, 5% Rumänische Rente 93%, 40/g Umfic. Egypter 69%, Drsconto Comm. 201%, Gotthardbahnactren 104%. Tendenz schwach. O, helft dem Aand Tyrot! Vom Himmel sah hernieder Andreas Hofer jetzt, Da hat ihm eine Thräne die Wange wohl benetzt. Es blutete sein treues Herz, Well er da sah in Noth und Schmerz Sein schönes Land Tyrol. Die Hände that er falten und Hub zu beten an: „O heilige Mutter Gottes, wollst unserm Land Dich nah'n, „Sieh unsrer Thäler große Zahl, „Verwüstet sind sie allzumal „Im armen Land Tyrol". Drauf kam der alte Blücher, der war ihm wohlbekannt, Er sprach nur wenig Worte und drückte ihm die Hand. „Im Deutschen Reich vergißt man nicht, „Das Helfen hier ist Christenpflicht „Jnl Bruderland Tyrol. „Und könnt' man dir nicht danken, so wie du es verdient, „An Kindern und an Enkeln wird heut' die Schuld gesühnt. „Im Unglück standet ihr uns bei. „Zag nicht! Die alte deutsche Treu' „Hilst jetzt dem Land Tyrol!" Da hat der alte Sandwirth die Thräne schnell zerdrückt Und feurig hat nun wieder sein Heldenaug' geblickt. „Das war ein Trost in herbem Schmerz, „Schlägt so wie Deins jed' deutsches Herz, „Dann hoff' mein Land Tyrol!" Kirchliche Antigen der evangelischen Gemeinde Gießen. Donnerstag den 16.November, Abends LUhr, imGymnasium: Bibel- stunde, Brief Pauli an die Galater, Kapitel 3,15—29. Pfarrer Dr. Naumann. Am Sonntag, den 19. November, Feier des hl. Abendmahls, in Verbindung mit der Beichte, im Abendgottesdienst. OdertMche Eisenbahnen. Mit dem 1. Januar k. Js gelangt ein neuer Güter- und Vieh- rc. Tarif zwischen Stationen des Eisenbahn-Directionsbezirks Hannover und der Oberhessischen Eisenbahn zur Einführung. Der Gütertarif enthält theilweise ermäßigte, theilweise erhöhte Frachtsätze, worüber unser Tarifbureau jede gewünschte Auskunft ertheilt. Vom 15. Dezember ab sind der Güter- wie auch der Vieh-Tarif bei sämmtlichen Verbandsstationen und bei unserer Magazinsverwaltung dahier käuflich zu haben. Gießen, den 11. November 1882. 7546 Grohh. Direktion. yerkauf eines Gebäudes auf den Abbruch. Montag den 27. November, Nachmittags 2 Uhr, soll in dem Pfarrhof zu Winnen das dortige alte, abgängige Pfarrhaus öffentlich an den Meistbietenden verkauft werden. Der Verkauf geschieht zuerst in einzelnen Thellen, als Holz, Thüren, Fenster, Dielen, Ziegel, Treppen rc., und dann auf Verlangen auch im Ganzen. Nordeck und Winnen, 10 Nov. 1882. Die Bürgermeister: 7541 Wisker. Fischer. AeitzeSotmes. Kinderschlitten wa§l empfiehlt '550________W. Ferber, Lindenplatz. Holzschuhe mit Filzfutter und Ledersohlen (für Knaben u.Mädchen von 8—18Jahren) wegen Aufgabe dieses Artikels zu «AL. 2.80 per Paar. 7553 J. A. Busch Söhne. Allgemeiner Anzeiger. Aus der Landrichter Dr. Müller'schen Stiftung in Darmstadt ist an einen bedürftigen elternlosen totubiofen der Rechtswissenschaft aus Starkenburg oder Oberheffen ein Unterstützungslegat von jährlich 500 JL von uns zu ver- geben. Zur Bewerbung, mit Nachweis über die QuaÜfication, wird hiermit Frist von mer Wochen gesetzt. Darmstadt, am 8. November 1882. Großherzogliche Civlldiener-Wittwenkasse-Commission. "543___________________Draudt________ W. Lembke. Evangelische Gemeindevertretung. Die geehrten Mitglieder der Genieindevertretung lade ich, vorbehältlich der an die einzelnen Herrn ergehenden besonderen Einladung, hierdurch ergebens! ein zu einer ordentlichen Sitzung, die am Sonntag, den 19. November «S«, Vormittags 11 Ühr, in der Stadtkirche stattfinden soll mit der Tagesordnung: „Voranschlag der evangelischen Kirche für das Rechnungsjahr 1883/84." Gießen, den 15 November 1882. Der Vorsitzende des Kirchenvorstandes: ___Dr. Naumann, Pfarrer. Winterüberzieher, Kaifermäntel sowie eomplete Anzüge für Herren und Knaben empfiehlt billigst Z Heuzeroth, Mzrkiplsh. Wollene Strickgarne teI ausschließlich Fabrikat der renommirtesten Spinnerei ; ftf# ß36 *, 1212*. Marbura 624, 721. Cafsel 22«, 513 * 819*, U29, 429, 659*, 11«. Wetzlar 727, 94°, ll33, l2*, 3«, 432, 6 3, 910* 1120, 12* Ems-Coblenz 94«, l2*, 3«, 653 O49, 12*. Dentz ll33, 432, ll29. Bulda 1125, 4", 10 auterbach 8«, ll35, 429, 10. Gelnhausen 929, 330, 656. Nidda 63«, 920, 330 656. * bedeutet Schnellzug. 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Nachschüsse haben auch die mit Anspruch aus Dividende Versicherten niemals zu leisten. v Wegen ihrer bedeutenden Sicherhertssonds empfiehlt fich dre Gesell- schast auch zum Abschluß von Leibrenten-Versicherungen (Rentenbestand utt 1881: 329 Versicherungen mit Mk. 135967 jährl. Rente. Agent: