srr. 189 Mittwoch den 16. August 1882 Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen : Schulstraße 8. 18. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Preis vierteljährlich 2 Mart 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. gegen die dortigen Christen und ist deshalb das englische Kriegsschiff „Thetis" zum Schutze derselben von Port Said nach Beirut abgegangen. In Egypten kann man den Beginn größerer Operationen Seitens der Engländer als unmittelbar bevorstehend betrachten. Die von England abgegangenen Truppen sind zum Theil in diesen Tagen in Alexandrien eingetroffen, auch in Suez ist der größte Theil des indischen Expeditions-Corps in voriger Woche eingetroffen. Was die Mitwirkung desselben anbelangt, so wird angenommen, daß das indische Corps nach Kenneh an der großen Nilbeuge in Ober- Egypten soll, um hierdurch Arabi Pascha den eventuellen Mckzug nach Ober- Egypten zu verlegen. Da. die Engländer hierbei die zwischen dem Nil und dem Rothen Meere gelegene Wüste passiren müssen, so haben sie bereits eine große Anzahl von Transport-Kameelen zusammengestellt. — König Johannes von Abessinien hat, als alter Gegner der Egypter, den Engländern seine Bundes- genoffenschast gegen Arabi angeboten, unter der Bedingung, daß Abessinien eine Landerweiterung bis zum Meere erhalte. Ob England die Allianz mit der abessinischen Majestät eingehen wird, ist noch ungewiß. Die Befürchtung, daß die Mohamedaner Indiens durch das Vorgehen Englands in Egypten in eine bedenkliche Stimmung gegen England versetzt werden könnten, hat sich bis -jefct nicht bestätigt. Die hervorragendsten indischen Lehnsfürsten haben sogar der englischen Regierung ihre sehr beträchtlichen Streitkräfte zur Bekämpfung Arabi Pascha's zur Verfügung gestellt, doch lehnte die Negierung diese Anerbietungen dankend ab. An der Aufrichtigkeit der letzteren ist jedoch nicht zu zweifeln, denn gerade die mittelbaren Lehnssürsten Indiens haben in dem furchtbaren indischen Aufstande von 1857 treu zu England gestanden und an der Seite der Engländer kämpften die Sikh- und Sepoy-Regimenter der treugebliebenen Fürsten auf das Tapferste gegen ihre aufständischen mohamedanischen Brüder. Deutschland. Darmstadt, 14. August. Am 9. August wurde der Secondelieutenant der Landwehr Emil Oswald Gustav Walter zum Verwalter an bem- Provinzialarresthause zu Darmstadt ernannt. Darmstadt, 14. August. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: Am 12. August den Kreisrath des Kreises Lauterbach, Julius v. Kopp, auf sein Nachsuchen mit Wirkung vom 1. October l. Js. an — unter Anerkennung seiner langjährigen und treuen Dienste, sowie unter Verleihung des Charakters als „Geheimer Negierungsrath" — in den Ruhestand zu versetzen. Rußland. Petersburg, 13. August. Mit Rücksicht auf die Broschüre des Professors Martens über Egypten bemerkt das „Journal de St. Petersbourg", daß Egypten, welches wohl das Recht habe, unabhängig zu sein, wie jedes andere Land, nicht unabhängig werden könne infolge seiner geographischen Lage. Einerseits seien europäische Interessen in Egypten sehr engagirt, andererseits bildeten die Egypter keine Nation, sondern eine Zusammenwürfelung von Nationalitäten, welche unfähig se! zur Eroberung wie zur Vertheidigung. Auch sei die gegenwärtig normale Ordnung der Dinge in Egypten, welche sich als das Resultat der rivalisirenden Triebkräfte charak- terisiren, eine solche, daß es schwierig sein dürfte, eine bessere zu finden für die Wohlfahrt des Landes, die Interessen des Friedens und das Gleichgewicht Europas. Einige Verbesserungen könnten wohl vorgenommen werden, aber im Grunde müsse diese Ordnung der Dinge aufrecht erhalten werden. Egypten werde auch ferner einen Theil des ottomanischen Reiches bilden mit einigen autonomischen Privilegien. Die Beziehungen Egyptens zu der europäischen Cioilisation würden in gerechter Weise geregelt werden und die beste Garantie für seine ruhige Existenz werde immer darin bestehen, daß es das Interesse der Mächte sei, es nicht in die Herrschaft ausschließlich einer einzigen Macht gerathen zu lassen; der Suez-Canal vergrößere dieses Interesse noch. Politische Ueberstcht. Gießen, 15. August. Der „Reichs-Anzeiger" veröffentlicht einen kaiserlichen Erlaß, datirt Gastein, 4. August, an den Reichskanzler, worin der Kaiser seine lebhafte Befriedigung über die Ergebnisse der Reichspost- und Telegraphen- Verwaltung während der Jahre 1879—1881 und über die in allen Zweigen dieser Verwaltung gemachten Fortschritte ausspricht. Die Aufmerksamkeit des Kaisers sei besonders durch das erfolgreiche Streben erregt worden, dem stets wachsenden Verkehrsbedürfnisse des Publikums auf diesen Gebieten mit einer durch Erfahrung gereiften Einsicht durch fortgehende Ergänzung der Organisation und Anwendung zweckentsprechender Mittel unter alsbaldiger Benutzung technischer Verbesserungen gerecht zu, werden. Der Kaiser spricht schließlich allen bethei- ligten Beamten, durch deren umsichtige Leitung wie treue Pflichterfüllung diese Resicktate gewonnen worden sind, seinen Dank aus. Unsere Reichspost- und Telegraphen-Beamten können mit Recht auf eine derartige schwerwiegende Anerkennung aus dem Munde des Kaisers stolz sein. Die deutsche Reichsregierung scheint entschloffen zu sein, sich von eventuellen weiteren Ereignissen in Egypten nicht überraschen zu lassen. Zu den zwei in den egyptischen Gewässern bereits befindlichen deutschen Kriegsschiffen, den Kanonenbooten „Habicht" und „Möve", werden noch drei andere Schiffe unserer Marine stoßen, nämlich die Corvette „Gneisenau", der Aviso „Zielen" und das Kanonenboot „Cyclop", welche Schiffe bereits in der Ausrüstung begriffen sind. Die Interessen Deutschlands in Egypten erscheinen sonach jetzt genügend gewahrt. Noch hat sich die Aufregung über die bekannte Affaire Meiling kaum gelegt, als schon wieder von einem nicht minder sonderbaren Vorfälle berichtet wird. Zwei russische Officiere sollen in den letzten Tagen beim Zeichnen der Festungswerke von Friedrichsort (Kiel) betroffen und verhaftet worden sein. Das Gerücht hiervon war in Kiel mit größter Bestimmtheit verbreitet, selbstverständlich muß man erst nähere Mittheilungen von competenter Seite über diese fast unglaublich klingende Nachricht abwarten. In Hamburg wurde in diesen Tagen das dritte deutsche Sängerbundesfest unter lebhafter Betheiligung der deutschen wie auch auswärtiger Gesangvereine in glänzender Weise gefeiert. In Oesterreich hat sich die Erregung über das Triester Bomben- Attentat endlich gelegt und wieder der Erörterung der schwebenden inneren politischen Tagesfragen Platz gemacht. Vor Allem ist man auf den Ausgang der bosnischen Reise des Reichs-Finanzministers v. Kallay gespannt, denn von dem Berichte, welchen Herr v. Kallay nach seiner Rückkehr dem gemeinschaftlichen Ministerium über die Verhältnisse in den occupirten Provinzen vorlegen wird, hängt wesentlich die Reorganisation der Verwaltung in Bosnien und der Herzegowina ab. Etwas Näheres über die bisherigen Resultate der Reise Herrn v. Kallay's ist jedoch noch nicht bekannt. Das neue französische Cabinet Duclerc ist durch die Ernennung des Bauten-Ministers und der Unterstaatssecretäre in. allen seinen Theilen nunmehr vollständig gebildet. Das Portefeuille der Bauten erhielt der Depu- tirte H^risson, von der radikalen Linken, durch dessen Ernennung auch den noch weiter links stehenden Ultraradikalen (Clemenceau und Genossen) gewissermaßen eine Concefsion gemacht worden ist. Zu Unterstaatssecretären wurden Labuze (Finanzen), Baihant (öffentliche Bauten) und Lozerotte (Unterricht) ernannt. Da auch die neuen Unterstaatssecretäre, mit Ausnahme des Herrn Labuze, als Anhänger Gambetta's gelten, so erscheint dessen Einfluß im neuen Cabinet mehr als gesichert. Welche Consequenzen sich hieraus für die innere und äußere Politik Frankreichs ergeben, wird schon die nächste Zukunft lehren. Die in England drohende parlamentarische Krisis ist durch die unerwartete Nachgiebigkeit des Oberhauses in der irischen Pachtrückstandsbill nicht zum Ausbruch gelangt. In feiner Sitzung vom 9. August nahm das Oberhaus die Pachtrückstandsbill ohne weitere Abstimmung nach den letzten Anträgen des Unterhauses an, womit es auf die Amendements Salisbury's verzichtet hat. Letzterer erklärte, er habe seine Ansichten über die Unzweckmäßigkeit der betr. Bill nicht geändert, aber in Hinblick auf die Zustände in Irland und Egypten gab er, und mit ihm die conservativen Pairs, die weitere Opposition gegen die Vorlage auf. Dieser Mißerfolg Lord Salisbury's in Sachen der Pachtrückstandsbill dürfte den Lord wahrscheinlich bewegen, die Führerschaft der Conservativen im Oberhause niederzulegen, wenigstens wissen Londoner Blätter zu melden, daß er sich mit diesem Gedanken trage. In Rumänien ist eine Ministerkrisis ausgebrochen, welche jedoch anscheinend von keiner erheblichen Bedeutung ist. Wie es heißt, würden nur zwei oder drei Minister aus dem jetzigen Cabinet Vratiano ausscheiden und dafür neue Persönlichkeiten eintreten; im Uebrigen würde jedoch das Cabinet intact bleiben. Ueber die türkisch-englischen Abmachungen bezüglich Egyptens ist noch immer nichts Definitives bekannt. Der Sultan hat allerdings Arabi Pascha als einen Rebellen erklärt, vielleicht aber blos pro forma, nun, dies wird sich wohl bald zeigen. Bezüglich des Abschlusses der englisch-türkischen Militär-Convention herrscht jedoch vollständige Ungewißheit, selbst die Conferenz scheint hierüber nicht näher unterrichtet zu sein, so daß es wohl Zeit wäre, wenn England hierüber einmal Farbe bekennen wollte. — In Beirut (Syrien) herrscht in Folge der Ermordung eines Muselmanns eine bedenkliche Aufregung Telegraphische Depeschen. Wolffs telegr. Eorrefpondenr-Burearr. Berlin, 14. August. Der Kaiser nahm heute auf Schloß Babelsberg die gewöhnlichen Vorträge entgegen. Um 5 Uhr findet daselbst ein kleineres Diner statt, zu welchem mehrere Generale und höhere Officiere geladen find. Die Kaiserin ist durch einen Fall im Zimmer auf einige Tage am Ausgehen behindert, sie konnte deshalb auch gestern dem Gottesdienste nicht beiwohnen. Kassel, 14. August. Heute Vormittag hat Se. Königl. Hoheit der Prinz Karl zum ersten Male das Stadtpalais verlassen und ist in einem Rollwagen auf der Bellevue-Straße spazieren gefahren. Wiesbaden, 14. August. Der König von Griechenland ift gestern Abend 10 Uhr hier eingetroffen und am Bahnhofe von dem König und der Königin von Dänemark und dem Regierungs-Präsidenten v. Wurmb empfangen worden. St dttff utt, 14. August. Die hier stattfindende 13. allgemeine Ver- sammlung der deutschen anthropologischen Gesellschaft wurde heute von Pros. Lucae eröffnet, der einen Ueberblick gab über die Leistungen aus dem Gebiete der Anthropologie seit der ersten im Jahre 1861 abgehaltenen Veyammlung. Hierauf wurde die Versammlung Namens der Stadt Frankfurt vom Ober- Bürgermeister Miquel begrüßt. Dr. Schliemann berichtete über seine neuesten Ausgrabungen Prof. Dr. Virchow hielt einen Vortrag, in welchem er die praktisch-empirische Thätigkeit der Gesellschaft im Gegensatz zu der constructiven Phantasie vieler Gelehrten hervorhob. Um 12>/3 Uhr wurden die Verhand, lungen vertagt. — Mit dem (Songreffe ist eine Ausstellung neu aufgefundener Alterthümer verbunden. Paris, 14. August. Nachrichten aus Konstantinopel, welche der „Agence Havas" zugehen, versichern, der italienische Botschafter Graf Corti bereite einen Zusatzartihel zu dem italienischen Antrag auf Schutz des Suezkanals vor, durch welchen die Ausführung desselben geregelt werden soll, die betr. Verhandlungen würden unter den Mächten fortgesetzt werden. London, 14. August. Wie verlautet, werden vom Departement des Kriegs Anstalten getroffen, um das nach Egypten gesendete Expeditions-Corps nöthigenfalls durch eine dritte Division zu verstärken. — Die heutigen Morgen- blätter melden aus Alexandrien von gestern: Am Sonnabend wurde eine Ab- theilung Seesoldaten und Matrosen, die mit der Zerstörung von jenseits des Forts Mex aufgefundenen Munitionsvorräthen beschäftigt war, von einer starken Anzahl Araber angegriffen. Die Araber wurden nach kurzem Gefecht mit Verlust zurückgeworfen. Konstantinopel, 14. August. Dem Vernehmen nach befürwortet Said Pascha beim Sultan die Zustimmung zu der von England vorgeschlagenen Militär-Convention, doch sollen andere Würdenträger der Pforte von einem Abschlüsse der Convention in der von England vorgeschlagenen Form abrathen und auch daran sesthalten, daß die Proklamation gegen Arabi Pascha nicht vor der Landung türkischer Truppen publicirt werde. Lord Dufferin ist fortdauernd um die sofortige Publication der Proclamation bemüht. Konstantinopel, 14. August. Dem Vernehmen nach enthält der britische Entwurf der Militär-Convention die nachstehenden Hauptpunkte: Die Leitung der strategischen Bewegungen wird dem englischen Commandanten anvertraut; dem türkischen Commandanten wird ein englischer Commissär betgegeben; der Ort, wo die türkischen Truppen landen, wird vorher bestimmt und der auf 6000 Mann festgesetzte Effectivbestand der türkischen Truppen soll nur im Einvernehmen beider Mächte erhöht werden dürfen. Wie verlautet, richtet sich die Opposition der Pforte besonders gegen den ersten Punkt, indem sie verlangt, daß die englischen und türkischen Truppen getrennt, aber parallel nach dem zwischen beiden Commandanten zu treffenden Einvernehmen operiren sollen. Außerdem wünscht die Pforte die Aufnahme einer Bestimmung, daß nach Wiederherstellung der Ordnung die beiderseitigen Truppen Egypten gleichzeitig zu räumen haben. _____________________ Die Weiterentwickelung unserer Marine. Der Wettkampf zwischen Panzerschiff und Geschütz ist zwar noch immer unentschieden, da erst in einer Seeschlacht der Werth der Schiffspanzer gegenüber den mobeinen Geschütz-Ungeheuern sich erproben muß, aber schon neigt man sich auf fachmännischer Seite der Ansicht zu, daß selbst der stärkste Panzer den schweren Schiffsund Küstengeschützen gegenüber auf die Dauer nicht Stand halten könne. In kluger Zurückhaltung hat denn auch die deutsche Reichsregierung den Bau von weiteren schweren Schlachtschiffen einstweilen sistirt und mehr den Bau solcher leichter gepanzerter Schiffe begünstigt, welche sich besonders zum Kreuzen und zur Küstenverthetdtgung eignen. Außerdem berücksichtigte aber die Retchsregierung hierbei noch einen schwerwiegenden Factor, welcher in allen Seekriegen der Zukunft unzweifelhaft eine bedeutende Rolle spielen wird, nämlich das zu so rascher Entwickelung gelangte Torpedowesen. Seitdem sich in dem letzten russisch-türkischen Kriege die Torpedos als eine furchtbare Angriffswaffe gegenüber den schwergepanzerten türkischen Monitors erwiesen haben, hat der Torpedo schnell in der Kriegsmarine aller größeren seefahrenden Nationen die ihm gebührende Berücksichtigung gefunden und in Deutschland sogar in hervorragendem Maße. In den Erläuterungen zum Marine-Etat für 1882/83 sind die Pläne der Admiralität in Bezug auf das Torpedowesen ausführlich dargelegt. Es geht hieraus zunächst hervor, daß von den im Flottengründungsplan vorgesehenen 17 Millionen für den Bau von 10 großen und 12 kleinen Torpedobooten bis zum Ende des vorigen Etatsjahres überhaupt nur 3,136,000 JL thetls verbaut, theils für die Torpedoarmirung von Schiffen verbraucht sind, 14 Millionen würden also nach dem Anschlag des Flottengründungsplanes noch zur Verfügung stehen. Der Plan der Admiralität geht nun dahin, sämmtliche 64 Schiffe unserer Kriegsmarine mit einer Torpedoarmirung zu versehen und da 26 Fahrzeuge bereits vollständige Torpedoarmirung besitzen, so würden noch 38 Schiffe zu armiren sein und zwar soll die Armirung mittels der sogenannten Fischtorpedos geschehen. Endlich hat sich die Admiralität entschlossen, noch 12 kleine Torpedoboote zu bauen, welche sämmtlich noch vor Ablauf des nächsten Jahres fertig gestellt werden sollen und es scheint, daß diese Zahl sogar verdoppelt werden wird, da hierdurch der vom FlottengründungSplan gezogene Rahmen durchaus nicht überschritten wird. Von den Leistungen der russischen Torpedos in den Donaumündungen darf man indessen noch keinen Schluß auf die Leistungsfähigkeit dieser Waffe auf offenem Me^re ziehen, hier kann aus verschiedenen Gründen die Verwendung der Torpedos nur als eine bedingte bezeichnet werden, auch ist der Torpedo trotz seiner Furchtbarkeit nicht im Stande, die Artillerie als Hauptwaffe zu ersetzen. Aber da, wo es sich um Blokaden, Landungen oder Angriffe auf feindliche Schiffe innerhalb des Küstengebietes handelt, itt der Torpedo eine beachtenswerthe Waffe und würde dieselbe gerade für die deutsche Marine vortrefflich ihrer Bestimmung genügen, denn der Lage unserer Küsten nach ist unsere Flotte mehr auf die Defensive, als auf die Offensive angewiesen, und dies ist auch der unserem Flottengründungsplan zu Grunde liegende leitende Gedanke; zur Vertheidigung unserer langgestreckten Küsten und der Nord- und Ostseehäfen bietet aber der Torpedo neben den Küstenforts ein vortreffliches Mittel, dessen Anwendung allein im Kriege 1870—71 die gewaltigen französischen Schlachtschiffe in respectooller Enh fernung von unseren Küsten hielt, daß die deutsche Regierung bestrebt ist, gerade nach dieser Seite hin unsere Kriegsmarine immer kräftiger zu entwickeln, kann daher nur mit Befriedigung constatirt werden. Lokale-. Gießen, 15. August. Mit Freuden können wir heute unfern Lesern die Mit- theilung machen, daß der Gießener Turnverein bei dem Preisturnen in Neuwied den 2. Preis errungen hat. Ein kräftiges „Gut Heil!" dem braven Sieger. — Auf dem Schiffenberger Wege sind in der Nacht von Sonntag zu Montag wiederum eine Anzahl Lindenbäumchen angehauen worden. Möchte es doch gelingen den elenden Buben ausfindig zu machen, der an solchen Zerstörungen seine Freude findet. — Ein junger Mann, der die Kasse einer Gesellschaft gestern Abend mitgehen hieß, wurde dieserhalb alsbald verhaftet. — Verkauft wurde gestern die Nau Heimer'sche Besitzung an der Südanlage um 23,600 JL Der Abschluß geschah durch Herr Wilh. Krämer. Vermischtes. Darmstadt, 12. August. Seine Excellenz der Großherzogltche Staatsminist-.r Freiherr von Starck sind gestern nach mehrwöchiger Abwesenheit wieder hier eingetroffen. Frankfurt, 11. August. Bet einem großen Thetle unserer Metzger macht sich ein Culturfortschritt bemerkbar. Dieselben wickeln die verlangte oder bestellte Waare nicht mehr in Makulatur ein, sondern legen dieselbe auf aus Papierstoff gepreßte weiße Teller, von denen gestern Tausende unter den Schirnen verkauft wurden. — Die Mitglieder der hiesigen Bäcker-Genossenschaft beabsichtigen eine Herabsetzung des Preises ihrer Brodfabrikate von der nächsten Woche ab eintreten zu lassen Dietzenbach, 11. August. Vor etwa 4Wochen ereignete sich hier ein bedauerlicher Unfall. Beim Herabgehen aus der Schule während der Zwischenstunde sprang ein 12jähriger Knabe einem Anderen von gleichem Alter so auf den Rücken, daß diesem die Wirbelsäule oder der sogenannte Rückstrang zerbrach. Der Knabe wurde in das Elisabethenstift nach Darmstadt gebracht, nun den Eltern aber als unheilbar zurückgegeben. Der Knabe hat im Rückgrad nicht das geringste Gefühl mehr und ist überhaupt in einem Zustande, daß der Tod als der einzige Erlöser betrachtet werden kann. Frankfurt, 11. August. Inhaltlich eines von dem hiesigen Polizeipräsidium erlassenen Ausschreibens hat ein angebliches Ehepaar, welches sich Becker aus Bingerbrück nannte, mehrere Geschäftsleute in Mainz um goldene Uhren, sonstige Schmucksachen und Kleidungsstücke geprellt, auch erscheint es der gedachten Behörde zweifellos daß dieselben Personen am 1. d. M. ein Confectionsgeschäft in Frankfurt a M. in folgender Weise um 500 Mark betrogen haben: Unter dem Namen Belitz logirte sich die au Frau in einem Hotel ein und nahm dort ein Zimmer mit zwei Ausgängen- in einem Confectionsgeschäft wählte die Fremde einen schwarzseidenen reich garnirten Damast- mantänU^ ctrn ebenso reich ausgestattetes schwarzes Cachemirkleid, im Gesammtwerthe von 500 Mark aus, ließ sich bte Sachen nach bem Hotel bringen und nahm dieselben unter dem Vorgeben solche anprobiren zu wollen, dem im Vorzimmer wartenden Bediensteten des Confectionars ab, worauf sie durch die Nebenthür sich davon machte Die Frankfurter Behörde vermuthet mit Bestimmtheit, daß das Gaunervaar mit den Musikus Sch.'schen Eheleuten in Hannover identisch ist und hat d7ren FeLhm7 beantragt01 "$ann'ß'ur/< zufolge gestern auch durch die dortige Criminalpolizei erfolgtes o ** Der Verein „Concordia" veröffentlicht seit dem 1. Januar 1880 vierteljähr- "^"/^menstellungen über Arbeitslöhne und die Preise der nothwendigen Lebensmittel in den verschiedenen Gegenden Deutschlands. Das Material zu den Tabellen wird auf Grund der vom Vereine alle Quartale ausgesandten Fragebogen von den OrISbch°rd-n und wo sich diese zu den -rb-.en-n MMHeilungen nicht bereit find n lassen, durch sachverständige Vereinsmttglieder geliefert. Verein ist zu diesem Unternehmen bewogen worden im Hinblick darauf, daß eine möglichst gesicherte und detalllirte Kenntniß der wirthschafiltchen Lage der Arbeiter- ^?olkerung für jede gedeihliche Soctalreform staatlicher wie privater Natur die unent- behrltche Umerla^ zu bilden hat. Zu den wesentlichsten Elementen dieser Kenntniß Statistik des jeweiligen Standes und der Bewegung der Arbeitslöhne, sowie des Verhältnisses, in welchem dieselben zu den Kosten der Lebenshaltung der Arbeiter stehen. An einer solchen, nicht blos sporadisch, für einzelne Distrtcie hin und wieder ausgestellten, fonbern über das ganze Reich sich erstreckenden und in regelmäßigen Perioden wiederkehrenden Statistik hat es bisher in Deutschland gefehlt und diesem Mangel will der Verein, so weit feine Kräfte und Mittel reichen, durch-die in Rede stehenden Tabellen abhelfen. . Die Anzahl der Orte, aus welchen für diese Tabellen Daten eingesendet worden, ist fortwährend gewachsen; es waren: Orte aufgeführt. n„ fonnte nicht fehlen, daß namentlich anfangs mehrfach irrthümliche und mißverständliche Angaben unterliefen. Die Verwaltung des Vereins ließ es sich jedoch angelegen sein, durch wiederholte Ausschreiben und erneute Jnstruirungen die Fehler nach Möglichkeit zu beseitigen, und wenn auch die späteren Tabellen noch immer nicht frei von Irrungen sind, so finden sich solche, wie eine genauere Prüfung bestätigen wird, doch !nur noch in erheblich geringerer Anzahl darin vor, als in der zuerst veröffentlichten. 0 ' in der Tabelle vom 1. Januar 1880 . . 52 ir II 1. April 1880 . . 130 ,, ir II 1. Juli 1880 . . 156 u ff 1. October 1880 . . 156 ,, n II 1. Januar 1881 . . 232 ii tf 1. April 1881 . . 286 ii II 1. Juli 1881 . . 286 ,, n 1. October 1881 . . 316 ii 1. Januar 1882 . . 344 n u 1. April 1882 . . 344 Daß überhaupt die Tabellen im Ganzen brauchbar und der Wirklichkeit entsprechende Angaben bringen, dürfte vor allem aus der erstaunlich großen Gleichmäßigkeit zu schließen sein, welche, trotz des vielfachen Wechsels der Orte, aus welchen vergleichbare Daten vorliegen, sowie der steten Zunahme ihrer Gesammtz'ffer, die Durchschnittsergebnisse aufzeigen. Die Berechnung findet sich in den Aufsätzen, welche in der Zeitschrift „Concordia" nach feder Tabelle gebracht und worin ihre Resultate, versteht sich mit der gebührenden Vorsicht, einer Beleuchtung unterzogen werden. In der Art der Zusammenstellung der Tabellen ist vom 1. April ds. Js. an insofern eine Aenderung eingetreten, als die einzelnen Orte nicht mehr zusammen und alphabetisch, sondern nach Staaten und Provinzen geordnet werden, um dadurch d'e Gewinnung von Schlüssen auf die Verhältnisse in den einzelnen Landschaften und Bezirken zu erleid) ern Für die Tabelle pro 1. Juli 1882 sind bis jetzt schon aus 495 Orten — 324 seither schon in der Tabelle aufgeführten und 171 neuen Orten — Notizen emgelaufen, so daß diese neueste, demnächst zur Veröffentlichung gelangende Zusammenstellung noch wett brauchbarere Zahlen liefern wird, als die vorhcrgegangenen. Es dürfte im Interesse der >L>ache zu wünschen fein, daß auch aus den bis jetzt nicht vertretenen Städten und Orten dem Verein die entsprechenden Mittheilungen für die Folge regelmäßig geliefert werden. ö D b — Von einem sehr merkwürdigen Mittel, die mütterliche Autorität einem widerspenstigen Kmde gegenüber zu behaupten, welches vor nicht allzu langer Zeit in Minden angewendet wurde, erzählt uns ein Freund unseres Blattes wie folgt: „Mein Vater ttaf D°n Bielefeld nach Hagen unterwegs bei hinein Emsteigen in das Coup6 ein altes Mütterchen mit einer riesigen Posaune. Auf seine Frage, wohin sie mit dem Instrumente wolle, erzählte die Frau: Das will ich Ihnen sagen. Ich bin aus Deutz und habe emen Jungen so von 19 Jahren, der ist gegen meinen Willen nach Minden zur Militär- mufik gegangen, und da bin ich hingereist und habe ihm, als er nicht zu Haus war, die Posaune fortgenommen. Der Junge soll mir nun einmal gehorchen, dafür bin ich reclamVrt habe^ ^ ro0^ das Regiment bald recht nachdrücklich die Posaune — sEin Todesgruß.j Wie der Londoner „Daily Merkur" meldet, erschien vergangenen Donnerstag Abend ein elegant gekleideter Mann mit verstörter Miene im Redactionsbureau des Blattes und bat um Auskunft, ob keine Telegramme angekommen seien, welche in Alexandrien gefallene Offiziere namhaft machten. Als er vernahm, baß tm Laufe des Tages keine diesbezüglichen Nachrichten eingelaufen, erzählte ber Besucher unter Thronen ben Grunb feiner Nachfrage: „Die Mutter und bie Frau eines in -““-Eanbrien befinblichen Offiziers, namens Revington, hatten in der Dämmer- ftun.de den Abwesenden dreimal nacheinander mit kläglicher Stimme „Mutter" rufen geyort und seien darüber im höchsten Grade alterirt." Wie das genannte Blatt nun meiter erfahren, ^at die Admiralität bie Familie bes Capitäns Revington am nächsten Tage verständigt, baß bieser zur gleichen Stunde, wo sie seine Stimme zu hören glaubten, in den Straßen von Alexandrien erschossen wurde. -1. — ^Vorsicht ist die Mutter der Weisheit.j In Gatschina werden bereits Vor- k^runsen zur Wiederaufnahme der russischen Kaiferfamilie für den Winter getroffen. Aue Arbeiter, die gegenwärtig dort zu thun haben, mußten vorher unter Aufsicht ihrer Arbeitgeber photographirt und ihre Photographien eingereicht werden, auch die daselbst zeitweilig beschäftigten Näherinnen und die angestellten dienstbaren weiblichen Geister sind portraitirt worden und ihre Bilder befinden sich bei der Sicherheitspolizei des kaiserlichen Schlosses, welche sich bet jedesmaligem Ein- und Ausgehen ber Angestellten mit ber Photographie in ber Hanb davon zu überzeugen hat, daß kein fremdes Gesicht mit unterlauft. _ .. “ ©inen seltenen Heroismus zeigte, so schreibt die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung , ein junger Arbeiter in Suhl anläßlich einer schweren Verstümmelung, bte er in Folge seiner Unvorsichtigkeit erlitt Derselbe kroch in unglaubhaft leichtsinniger Weise unter bte im Gange befindliche Welle ber Mühle einer Porzellanfabrik. Der £inCm"°t; raiLm ?ur^e gefaßt und viermal gebrochen unb ber Oberarm etwa inmitten ber Rohre gebrochen und völlig ausgerissen. Der Verstümmelte verlangte unmittel; bar daraus in geradezu bumoriftischer Weise Straßengarberobe, damit er nach ber ? flr^n2Wn bO Minuten Entfernung — zum Doctor gehen könne. Währenb n /c n - ?teAudung, Amputation rc. würbe ber Verunglückte viermal sehr n » ^roformtrt, zahlte babei selbst eins, zwei, brei rc., war aber nicht zu betäuben. Cafonifch erklärte er. „Ach was? Schneiben, sägen unb nähen Sie nur immer zu, ich werbe gewiß ruhig zugucken!" Unb bas hat ber Mann auch wahrlich gethan, ohne nurr?!i! Einem Auge zu zwinkern. Vier Tage nach ber Amputation ging ber Verunglückte, von bem keine Klage, kein Schmerzenslaut zu vernehmen gewesen, schon wieder ganz vergnüglich im Zimmer auf und ab. — [@ine Höllenmaschine als Postsendung.) lieber das Resultat der Untersuchung anläßlich des versuchten Attentats gegen den spanischen Ministerpräsidenten Sagafta berichtet die Madrider „Iberia" Folgendes: Vor einigen Tagen kam aus Granada ein Gensdarmeneofficier nach Madrid, der dem Grafen Xiquena ein Packet übergab, welches ein Buch in Großoctav zu sein schien. Gleichzeitig kam dem Grafen ein Schreiben der Behörde jener Provinz zu, in welchem ein schwerer Verdacht ausgesprochen wurde, daß dieses Packet Explosionsstoffe enthalte. Der Gouverneur von Madrid übergab dasselbe mit den von der Natur der Sache gebotenen Vorsichten dem Deputaten Don Gabriel de la Puerta, Professor der Chemie, zur Verificirung des darin enthaltenen Stoffes. Puerta legte das angebliche Buch einige Stunden in's Wasser, bis sich der Umschlag erweichte, der in Fetzen herabgenommen wurde, worauf man entdeckte, daß von den Siegeln Bindfaden ausgingen, welche sich im Innern des Packets verloren. Unter dem ersten Umschlag befand sich ein zweiter von rother Seide und gleich darauf einer von farbigem Papier. Nach Abnahme dieser drei Umschläge erschien eine ziemlich starke Blechcassette, an deren drei Enden viele Nadeln angebracht waren, in welche diese Bindfäden eingefädelt waren- Außer diesen mit Fulminat überzogenen Fäden war der dritte Umschlag durch einige Seidenfäden befestigt. Nach Eröffnung der Cassette fand man darin eine sehr stark zusammengeschnürte Patrone, umgeben von derselben Qualität Fulminat wie die Bindfäden, vier kleine Glasfläschchen, mehrere Papierstreifen und Glasstückchen neben den Nadeln, durch welche die Bindfäden der Siegel mit den Patronen in Verbindung standen. Diese enthielten etwa 8 Unzen Pulver. Von den vier Fläschchen war eins zerbrochen, die drei anderen enthielten Schwefelsäure. Die Maschine war so construirt, daß bet Abnahme des Umschlages die mit Fulminat überzogenen Bindfäden das comprimirte Pulver entzündet und die Schwefelsäure explodiren gemacht hätten. Nach der Meinung des Professors de la Puerta hätte die durch die Petarde heroorgebrachte Explosion nicht blos den Tod Desjenigen verursacht, der das Packet öffnete, sondern auch jede, wenn noch so große Wohnung in die Luft gesprengt. — [@in sinkender Berg.) lieber eine höchst merkwürdige Naturerscheinung wird aus Prag berichtet: Einer Meldung der „Bohemta" zufolge hat sich der südliche Abhang des Berges, worauf die imposante Burgruine Hasenburg bet Libochowitz (Bezirk Naudnitz) steht, in Folge der letzten Regengüsse unter donnerndem Getöse gesenkt. Der Senkungsproceß hielt bet stets wachsender Hebung des umgebenden Erdreichs volle 10 Stunden an und versetzte die Einwohner des unten liegenden Ortes Klappai in Angst und Schrecken- Eine Bodenfläche von 2Vz Joch, die mit der riesigen Basaltmasse des Berges beladen ist, wurde durch das angesammelte Wasser gelockert und -urch die ungeheure Steinlast abwärts geschoben, wodurch gewaltige Bodenrisse entstanden. Man bemerkt die Senkung bis zu 5 Meter Tiefe und die wallartig herausgedrängte Erdmasse von bedeutender Höhe- Man befürchtet bei einer neuen Wasseransammlung eine ernste Gefahr für den Ort Klappai. Gewerbliche und technische Notizen. m — (Deutscher Kohlenhandel in Italien.) Trotz der Differenzen zwischen der Gotihardbahn und den italienischen Anschlußbahnen macht sich der günstige Einfluß der neuen Weltstraße auf unseren Export nach dem Süden in wohlthuendfter Weise geltend. In erster Lime participirt an diesen Vortheilen der deutsche Kohlenhandel, dem bis dahin Italien ein verschlossenes Land gewesen und der jetzt stetig, wenn auch nur langsam, den Kampf mit der englischen Concurrenz durchführen zu können scheint. Die ausnehmend niedrigen Tarife für Kohlen von Saarbrücken nach Chiasso, der ersten italienischen Station der Gotthardbahn, haben sich vortrefflich bewährt. Im Ganzen sind bis jetzt gegen 3500 Tonnen Kohlen und 300 bis 400 Tonnen Coaks von den fiscalischen Gruben Saarbrückens nach Brescia, Mailand, Bergamo, Chiasso, Venedig, Turin rc. abgegangen. Alles kommt nun darauf an, ob die Qualität der Sendungen dauernd eine so gute bleibt, um den Italienern die Bevorzugung der deutschen vor der englischen Kohle, die sie trotz der Gotthardbahn noch immer um ein geringes billiger haben können, räthlich erscheinen zu lassen. Handel und Verkehr. Gießen, 15. August. Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter per Pfd. JL 0.90—0.95, Hühnereier per Stück 5 — 6 Enteneier per Stück 6 — 7 Ä Käse per St. 5—9 X Käsematte per Stück 3 H, Erbsen 1 Liter 24 H, Linsen 1 Liter 30 H, Tauben das Paar 70—75 H, Hühner per Stück .AL 0.90-1.20, Hahnen per Stuck JL 0.55—1.00, Enten per Stück JL 1.50—1.80, Ochsenfleisch per Pfund 66—70H, Kuh- und Rindfleisch 54—60 H, Kalbfleisch 50 bis 54 H, Schweinefleisch 62—64 H, Hammelfleisch 60—66 H, Kartoffeln per 100 Kilo AL 4.00—6.00, Zwiebeln per Gentner JL 6—7, Milch per Liter 14—18^, Kirschen per Pfund 25—30 Gänse JL 0.00—00. ^ranffnrt, 14. August. (Getreide-Preise.) Weizen eff. hiesiger und Wetterauer •AL 22, fremder «AL 22% Roggen eff. hiesiger AL 16^—17, fremder AL 16—17, Gerste eff. hies. und Wetterauer «AL 18% fremde «AL 19% Hafer eff. hiesiger •AL 151/z, fremder «AL 15—16. Rüböl eff. ohne Faß hiesiges in Parthien von 50 Ctr. «AL 33% Branntwein eff. ohne Faß 45. 731) Ueber die Höhe der Kesten, welche die Einrückung einer Anzeige In eine oder mehre Zeitungon verursacht, wird man sich niemals enttäuscht sehen, wenn man von der Annoncen - Expedition von HAA.SEÄ8TEI1V A VOGLEB in Frankfurt a. M. (Karlsruhe, Stuttgart oder München) zuvor Auskunft einfordert, die auch hinsichts der für den jeweiligen Zweck geeigneten Blätter auf Grund reicher Erfahrungen und gründlicher Beobachtungen zuverlässigen Bath ertheilt Bezirksbauaufseher. 5348 ii II II II II II II II II II II II II II II II II II II II II II I) 75, 126, 12, 441, 66, 25, 10, 135, Dachdeckerarbeiten, Schreinerarbeiten, Schlosserarbeiten, Weißbinderarbeiten, Spenglerarbeiten, Steinlieferung, Chaussirarbeiten, Aeitzeßotenes. Ein Dampfdreschwagen in gutem Zustand, sowie eine Handdreschmaschine zu verkaufen. Balthasar Weller II., Bevollmächtigter, Wieseck. 5355 Fuhrlöhne, Fertigen v. Faschinen, „ „ „ 20. Voranschlag und Bedingungen liegen auf der Großh. Bürgermeisterei daselbst zur Einsicht der Interessenten offen. Groß-Buseck, den 15. August 1882. Dorn, Donnerstag den 17. d. M., Nachmittags 2 Uhr, werden im Magazin des Herrn I. M. Schulhof — Burgaraben — folgende Gegenstände gegen Baarzahlung meistbietend versteigert: — 2 Sophas, 1 runder Tisch, IKtttder- schrank, 2 Kommoden, 2 vollständige Betten mit Sprungfedermatratzen, 6 Stühle, 1 Regulator, 1 Waschtisch und 1 Nähmaschine. Die Versteigerung findet bestimmt statt. Gießen, den 14. August 1882. Geißler, 5358 Gerichtsvollzieher zu Gießen. Obkrhcsfische Wndchlell. Mit dem 1. Oktober d- I. gelangt ein neuer Gütertarif 1) für den Verkehr zwischen Stationen des Eisenbahn - Directionsbezirks Frankfurt a. M. und der Oberhessischen Bahn 2) für den Main-Neckar-Oberhessischen Verkehr, sodann ein neuer Vieh- rc- Tarif für den Verkehr zwischen Stationen des Eisenbahn- Directionsbezirks Frankfurt a- M. und der Oberhessischen Bahnen zur Einführung. Die Gütertarife enthalten theilweise ermäßigte, theilweise erhöhte Frachtsätze, während unser Tarifbureau bis zum Erscheinen der Tarife, welche vom 15-. Sept- ab käuflich zu erhalten sind, jede gewünschte Auskunft ertheilt. Gießen, den 12. August 1882. 5361___________Grotzh Direktion. Arbeits-Vergebung. Nachfolgende Arbeiten sollen Sams' tag den 19. ds. Mts., Nachmittags 2 Uhr, in dem Rathhaus zu Groß- Buseck durch öffentliche Versteigerung vergeben werden: Maurerarbeiten, veranschlagt zu JL. 54, Allgemeiner Anzeiger. Gießen, den 12. August 1882. Betreffend: Mißbrauch der öffentlichen Mildthätigkeit durch Schulkinder. Der Schulvorstand Gießen an die verehrtichen Einwohner der Stadt Giehen. Es ist in letzter Zeit öfter vorgekommen, daß Schulkinder in verschiedenen Häusern Gaben gefordert und erhalten haben. Wir fühlen uns verpflichtet, das Publikum zu ersuchen, Kindern, die den Gebern unbekannt sind, auf keinen Fall etwas zu verabfolgen, da wir häufig die betrübende Erfahrung gemacht haben, daß Kinder in den betreffenden Häusern Diebstähle verübt, die erhaltenen Geldspenden zu Näschereien verwendet haben u. s. w. Es erscheint darum sowohl im Interesse wahrer Mildthätigkeit, wie der Schulzucht geboten, alle Kinder abzuweisen, die auf diese Weise die Gutmüthig- keit und Mildthätigkeit des Publikums in Anspruch nehmen. Für den Schulvorstand: A. Bramm, Vigelius, 5362 Bürgermeister. Schulinspector. Salz von der Großherzogl. Saline Bad-Nauheim aus grabirter Soole dargeftellt, ausge- .^urch feine Schärfe und Leicht- loslickKit Kochzalz, Viehfalz, Badesalz, Eisfalz, Mutterlauge, letztere in Salinenkannen, alles bester Qualität, wie allgemein anerkannt, ist stets vorräthig und zu den billigsten Preisen zu beziehen bei Herrn Kaufmann J. G. ». Banst auf dem Markt in Gießen. 2792 Grossh. Salinen- und Bergamt _________Bad-Nauheim._________ 5354 Sehr schönes Kornstroh empfiehlt Karl Lony. Einmachfässer empfiehlt billigst H. Becker, Küfer, Löwengasse 153. 1882er lacaroat-Kleesamen empfiehlt Wilh. Seibert, 5233_________Marktstraße.___ Abtritts-Tonnen nach Vorschrift, in jeder Größe, fertigt auf vorherige Bestellung _ .. 5084 I. Thoma, Küfer, Lowengaffe. Grossh. technische Hochschule zu Darmstadt mit folgenden Fachabtheilungen: Bauschule, Ingenieurschule (für Bau- und für Cultur-Ingenieure), Maschinenbauschule, Chemisch - technische Schule, Mathematisch-naturwissenschaftliche Schule. Anmeldungen bis zum 14. October. Beginn der Vorlesungen 17. October. Programme gratis vom Secretariat. 5351 WH I I I I I I I 1000-1 1 I I I I I I I W | Einen posten ! J rein wollene Buckskin-Anzüge t 4- für Herren und Knaben verkaufe, um x ± damit rasch räumen, bedeutend unter J Z dem preis. I Jö053 Hermann Katz, t ■H l 1 I I I 8 I I I IOOOI I I I I 1 1 I n I I > Cf DR-- Patent Schreibfedernf T. .SL « 2 . aW £ © £ Bier-Mtdruck-Apparat (Bierpression). Ein sehr guter, gegenwärtig noch in Thätigkeit befindlicher Bier - Luftdruck- Apparat größten Kalibers, 3läufig und mit Kühlapparat, complet, nach sanitätspolizeilicher Vorschrift, ist verziehungshalber preiswürdig zu verkaufen. 5349 Näheres bei Fritz Grell, Wetzlar. Gasmotor^ ohne Wasserkühlung, 3 3 solidester. vielf. verbesserter ;= ec Construction. ‘g £ Auf Probe und unter :cd Garantie von q, Bass. 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September eine Familienwohnung zu vermiethen. _______________Franksurterstraße 3Qi/iy. 5227 Ein Familienlogis zu vermiethen. ____________Karl Heil, Schützenstraße. 5229 Möbl. Zimmer mit und ohne Pension. Gartenwohnung. _________________Seltersweg 66. 5264 Ein Logis, Stube, Kabinet und Küche nebst Zubehör, zu vermiethen. ______Gg. Unverzagt, Kaplansgasse. 5133 Ein Familienlogis im Vorder- haus zu vermiethen. _________Louis Lony, Marktstraße. _ 4992 In meinem neuerbauten Hause in der Marktstraße ist der 2. Stock per 1. September an ruhige Leute zu vermiethen. ___________________Karl Merkel. 4280 Ein gut möbl. Zimmer zu ver- miethen bei C. Fr. Conrad, Friseur. 3509 Laden mit Wohnung zu vermiethen. ______Chr. Zimmer, Bahnhofstraße. 4267 Eine große Scheuer mit Stallung billigst zu vermiethen bei ___________Robert Stuhl, Neustadt. 5157 Ein Laden mit oder ohne Logis zu vermiethen. Näh, bei der Exped. d. Bl. 4956 Laden zu vermiethen, auf Wunsch mit Logis. Ein Logis im 1. Stock zu vermiethen Marktstraße D. 25. Vermischte Anzeigen. 5346 Scheuer oder Lagerraum für Tabaklager gesucht. Näh, b. d. Exped. d. Bl. 5347 Einer: zuverlässigen Arbeiter suchen Mettenheimer & Schultheis. Landwirthfch. Verein Wetzlar. Der landw. Verein für Rheinpreußen wird seine 50. Generalversammlung in der Zeit vom Sonntag den 10. bis incl. Mittwoch den 13. September 1882 in Wetzlar abhalten. Mit derselben sind folgende Ausstellungen verbunden: 1) Eine Provinzial-Thierschau auf der großen Promenade. 2) Ausstellung landw. Maschinen und Geräthe auf dem Schillerplatz. 3) Ausstellung von Producten des Acker-, Obst- und Gartenbaues sowie der Bienen- und Seidenzucht und Geflügel in der Franziskaner- Schule und 4) Eine Ausstellung von Waldproducten in der Turnhalle und auf dem Hofe des Königl. Gymnasiums. Die Sitzungen der einzelnen Sectionen rc. sowie die stattfindenden Vergnügungen sind in dem bereits ausgegebenen Programm speciell aufgeführt. Indem wir daher hiermit auf dasselbe verweisen, bemerken wir nur noch, daß an Prämien 7940 Mark und 38 stlberne und 75 bronz. Medaillen zur Verthellung kommen und daß am Sonntag den 17. Septbr. e. Seitens der Lokal-Abtheilung Wetzlar eine Berloosung landw. Thiere und Geräthe abgehalten wird. Zu recht zahlreicher Betheiligung beehrt sich hiermit ergebenst einzuladen 5350 Das JFest-Vomtte. I Oerren-Zugsliefel I | ea. 200 Paar | S in vorzüglicher Qualität empfiehlt sehr billig 8 I ™ Hermann Katz, j Pferde-Bennen des Rheinischen Rennvereins in Frankfurt a. M. am 20. und 21. August, Nachmittags 2 Uhr, am Forsthaus. 16 Rennen mit Preisen zusammen im Werth von ca. 42 000 Mk. Turnverein Gießen. 5357 Heute, Dienstag Abend 8 Uhr: Abholen der Preisturner mit Musik vom Bahnhof. (Zusammenkunft und Abmarsch Punkt 8 Uhr von der Restauration Schnell aus.) — Hierauf Banket in der Restauration Schnett. Eintrittspreise: Erster Platz für Herren jeder Tag 10 JL, Zweiter Platz jeder Tag . . . 2 JL, „ „ „ Damen „ „ 5 „ Dritter Platz jeder Tag . . . 1 „ Ein Herrenbillet für 2 Tage . .20 „ Stehplatz ......... 50 4 Kinder bis zu 10 Jahren zahlen zur ersten Tribüne 2 per Tag. „ v, „ 10 „ „ „ zweiten „ (2. u. 3. Platz) 50 H pro Tag. Equipagen per Tag 20 Reiter 5 Jt. Sämmtliche harten sind sichtbar zu tragen. 5293 Das Direktorium des Rheinischen Rennvereins Turnverein. 5359 Georg Möhl. Mathilde Möhl, geb. Busch. Heute Nacht 21/2 Uhr verschied nach kurzem aber schwerem Krankenlager unser innigst geliebtes Söhnchen Georg im Alter von 14 Monaten, was wir Freunden und Bekannten mit der Bitte um stille Theilnahme hiermit anzeigen. Gießen, den 15. August 1882. Mittwoch den 16. August d. Js., Abends S1/? Uhr: flußerorö. flcncrnfoerfammumfl bei Restaurateur Heinrich Schnell. Tagesordnung: 1) Stiftungsfest. 2) Mittheilungen. 5292 Der Vorstand. Gesucht Jemand, der in den Ferien Repetition in der Physik ertheilt. Briefe erbeten sub E. H. 215 „Hotel Einhorn". 5364 5345 Gesucht wird ein kräftiger Junge von ca. 16 Zähren als Hausbursche und zur Wartung eines Pferdes. Näheres in der Exped. ds. Bl. - @in tüdjtißcr Pferdeknecht ge- sucht- Wo? sagt die Exped. ds. Bl. 5363 Ein gesetztes, sehr zuverlässiges Mädchen, welches in Küche und Hausarbeit gut erfahren ist, sucht sogleich Stelle. Näheres bei Vermiethfrau B ä r r n, Wallthorstraße.___ '5278 Ein Kindermädchen für Anfang September gesucht. ________Frau Lonis Lony. 1ÜSTEIN IM TAUNUS Stadt. Baugewerkschule Staatlich subventionirt 5291 Semester-Anfang 2. sioo. Vorkursus 2. Gkt. Programme kostenlos d. d. Direction. 5224 Bohnen werden geschnitten bei A. Wenzel. Wohnung: Filialpost, Ecke der Flügelsgasse, 4. Stock. Daselbst auch Bohnenschneidmaschinen zu verleihen.___________ 5261 Bezüglich beabsichtigter Neuanlagen , Erweiterungen und Aenderungen von Gas-Einrichtungen bitten wir uns behufs rechtzeitiger Ausführung baldmöglichst Mittheilung zu machen, da sich diese Arbeiten mit dem Vorschreiten der Jahreszeit anhäufen. Gi-iessener G-aswerte«. 5316 Clavierunterricht wird ertheilt. Näheres in der Exped. ds. Bl. Lehrling gesucht zum alsbaldigen Eintritt. 5298 C. Standinger & Co., Anstalt z. Verfertigung wissensch. Apparate. „5290 Gesucht für Michaeli ein zuverlässiges Mädchen mit guten Zeugnissen für Küche und Hausarbeit. Frau Regierungsrath Hoffmann, ___Bahnhofstraße C. 125. a §*S" Die Nr. 45 enthält: Das Ringlein. Erzählung von Marc. Boyen. — Beim Frühschoppen. Maurer und Mörtelweiber in einem Münchener Biergarten frühstückend. Bild von Oskar Wergeland. — Indianische Buchführung. Mit Illustration. — Kleine Bilder aus England. Von Ludwig Freiherrn von Ompteda. V. Zwei Kramläden. — Ein deutsches Hospital im Ausland- — Aus Vergangenheit und Gegenwart des Pharaonenlandes. H. Von M. Lüttke. Mit drei Illustrationen. — Der Afrika- reisende- Humoreske von Th- H. Pan- tenius. (Forts.) — Am Familientische: Wallenstein auf der Bühne. — Panzerschiffe- — Ein Noth- und Hilfsbüchlein für deutsche Krieger. — Gesundheitsrath. Mit zwei illustrirten Beilagen: Die Segelregatta auf der Kieler Bucht. Von Hermann Vogt. Mit Abbildung: Segelregatta auf der Kieler Bucht am 23. Juli 1882. Umsegelung der äußersten schwarzen Boje bei Bülk. — In unserer Spielecke. .faljrplmi. Abfahrt von Gießen nach: Frankfurt 2", 420, gi8*, gso, 8^*, IV® 156 444 76 * 750. Marburg 83*, 854' Cassel 12«*, jao, 3,3, 953* 1153, ltct 4*5, 8" * Wetzlar'.^, 6", 8-2, 12, 156, 442, 451 78* 750 905. EmEoblenz 522, 6", 8-2*, 12, 156 442, 78*, 7.50 (geht nur bis Diez). Deutz 64-, 12, 451. Fulda 730, Uso, 734. Alsfeld 7-o, 1150, 500, 734. Gelnhausen 8-0, 1210, 44«. Nidda 820, 12WZ 440, 840. Ankunft in Gießen von: Frankfurt l12, 813, 939 *, 1l