Rr. ao. Donnerstag de» 16. Februar 1SS2. ■WiT PRP|I PT J1 lliPTnPT V/JF Ov-f-’rV'V Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Bitrearrr Schulstraße B. 18. «WWW»WW«MW»**M Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. »^WW>»«»WWWWWW»W»WW0WWWMWWWS«WW»W«« MW I« > VIM» Amtlicher Hheik. Betreffend: Vorkehrungen gegen Befchädigungen durch Fuhrwerke und Zugthiere. Gießen, am 11. Februar 1882. Das Großherzogliche Kreismnt Gießen an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises (mit Ausnahme von Gießen), sowie an die Großherzogliche Polizeiverwaltung Gießen. Unter Bezugnahme auf die nachstehende Bekanntmachung weifen wir Sie an, dem Polizeipersonal strenge Ueberwachung der Vorschriften und sofortige Anzeige der Zuwiderhandlungen aufzugeben. Dr. Boekmann. Bekanntmachung. Es ist die Wahrnehmung gemacht worden, daß die zur Verhütung von Beschädigungen durch Fuhrwerke und Zugthiere bei dem Verkehr auf öffentlichen Wegen gegebenen Vorschriften, insbesondere die nachstehend abgedruckten, häufig übertreten werden. In Auftrag Großherzoglichen Ministeriums des Innern und der Justiz machen wir auf diese Vorschriften aufmerksam und scharfen die genaue Befolgung derselben ein. r Gießen, am 11. Februar 1882. Großherzogliches Krersamt Gießen. § 366 des Reichsstrafgesetzes. Mit Geldstrafe bis zu zwanzig Thalern oder mit Haft bis zu vierzehn Tagen wird bestraft: 2) wer in Städten oder Dörfern übermäßig schnell fährt oder reitet, oder auf öffentlichen Straßen oder Plätzen der Städte oder Dörfer mit gemeiner Gefahr Pferde einfährt oder zureitet; 3) wer auf öffentlichen Wegen, Straßen oder Plätzen das Vorbeisahren Anderer muthwillig verhindert. Art. 271 des Polizeistrafgesetzes. Hinsichtlich des Ausweichens der Fuhrwerke und Reiter sind folgende Bestimmungen zu beachten: 1) alle Fuhrwerke, besetzte oder leere Chaisen, beladene oder leere Wagen, welche sich auf öffentlichen Wegen begegnen, müssen, insofern es die Beschaffenheit und Breite der letzteren gestatten, einander zeitig zur Hälfte rechts ausweichen, d. h. rechts auf die Seite so weit einlenken, daß für das andere Fuhrwerk die Hälfte der Fahrbahn frei bleibt. 2) Gestattet die Beschaffenheit des Wegs das Ausweichen nicht, so muß derjenige Leiter eines Fuhrwerks, welcher den ihm entgegenkommenden Wagen zuerst bemerken kann, an einem schicklichen Orte so lange mit seinem Fuhrwerke halten, bis das andere Fuhrwerk vorübergefahren ist. Fuhrleute haben sich daher auf solchen Wegen durch Rusen oder Klatschen mit der Peitsche, die Postillons mit dem Horne Zeichen zu geben. 3) Namentlich finden die Vorschriften unter 2 bei Hohlwegen Anwendung. Kommen aber gleichwohl zwei Fuhrwerke in einem Hohlwege zusammen wo ein Ausweichen nicht möglich ist, so muß dasjenige von Beiden zurückfahren, für welches dies, lueU es das leichtere ist, oder weil es dem Anfänge des Hohlwegs sich am nächsten befindet, mit den wenigsten Schwierigkeiten verknüpft ist. Erlaubt die Beschaffenheit des Hohlwegs, daß ein Fuhrwerk auf den Rain gehoben werden kann, so muß solches mit dem leichteren vorgenommen werden, um das schwerere vorüber zu lassen, wobei die Fuhrleute sich wechselseitig zu unterstützen verbunden sind. 4) Viehheerden, welche in Hohlwegen oder auf anderen Wegen, wo sie nicht ausweichen können, mit Fuhrwerken Zusammentreffen, müssen von ihrem Führer zurückgetrieben werden. 5) Bei dem Vorbeifahren nach einerlei Richtung, welches überhaupt nur dann, wenn der Weg das Ausweichen gestattet, zulässig ist und nur mit der gehörigen Vorsicht geschehen darf, muß der Leiter des zurückbleibenden Wagens auf die rechte Seite so ausweichen und langsam fahren, daß das andere Fuhrwerk auf der anderen Seite vorbeifahren und auf die Mitte der Fahrbahn gelangen kann. Das Vorbeisahren im Jagen und das Wettfahren ist ganz untersagt und das Vorbeifahren von schwer geladenem Fuhrwerke nach einerlei Richtung nur im Schritt gestattet. 6) Wenn sich Fuhrwerke auf steilen Wegen, an deren einer Seite ein Abhang sich befindet, begegnen, so hat das hinauffahrende, es mag beladen sein oder nicht, gegen den Abhang hin auszuweichen; wenn aber auf beiden Seiten ein Abhang sich befindet, fo äst 'dasjenige zu beobachten, was unter 1 dieses Artikels vorgeschrieben ist. Zuwiderhandlungen gegen die Vorschriften dieses Artikels werden mit 30 fr. bis 5 fl. bestraft. Betreffend: Consolidation der Grundstücke in Flur L, XI. und XII. der Gemarkung Lollar. Gießen, am 14. Februar 1882. Es wird zur Kenntniß der Betheiligten gebracht, daß folgende Arbeiten vom 18. l. Mts. bis zum 4. März auf dem Bureau der Gr. Bürgermeisterei Lollar zur Einsicht offen liegen: 1. Die Karte mit dem eingezeichneten neuen Wege- und Gräbennetze; . 2. die Protokolle der Commission, welche sich auf den Entwurf des Wege- und Gräbennetzes, auf die sonst auszuführenden Arbeiten, msbesondere eme Drainage und Deckung der Kosten derselben, auf die Lage und Richtung der Gewanne und der neuen Grundstücke und auf die Bildung der Zusammenlegungsbezirke beziehen; 3. die Nachweisung der reinen Theilungsmasse und die Anspruchsberechnung; 4. die zum Zwecke der Abschätzung aufgestellten Gütergeschosse; 5. das Begutachtungsprotokoll des Gemeinderathes. „ _ ,r, , ri „ Reclainationen gegen die vorgenannten Arbeiten können während der oben angegebenen Frist bei der Gr. Bürgermeisterei Lollar, muhen aver tpare, o im Termine, Samstag den 4* März, Vormittags von 9 bis 12 Uhr, auf dem Berathungszimmer des Gemeinderathes (rm WW- am Bahnhofe) zu Lollar bei Meidung späterer Nichtberücksichtigung und der Annahme des Einverständniffes vorgebracht werden, indem eme Wiedereinsetzung in vorigen Stand wegen Versäumniß der oben angegebenen Frist gesetzlich nicht zulässig ist. Gießen, am 14. Februar 1882. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Boekmann. Betressend: Die Ausführung des Gesetzes über den Bau und die Unterhaltung der Kunststraßen im Großherzogthum. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großherzoglichen Bürgermeistereien Allendorf a. d. Lda., Alten-Buseck, Beuern, Burktmrd^e en^ ^^ ^ ^^ Daubringen, Dorf-Gill, Ettingshausen, Garbenteich, Gießen, Gropen«Buseck, Grün ^^Eershausen, Steinbach, Lang-Göns, Lich, Lollar, Mainzlar, Münster, Ober-Besfingen, Oppenrod, Rodgen, ^urrersyau^en, Trohe und Wieseck. „ . fiir Umvendunq des Absatz 2) des Artikel 7 Nachdem der Kreisausschuß für den Kreis Gießen in seiner Sitzung vom 11. d. M. allgemeine ' ^^ ^n Straßenstrecken ohne vorherige Behebung rubr. Gesetzes aufgestellt hat, wonach die Uebernahme der in unseren Verfügungen vom vorigen Atonatnamhatg > Ortsvorstand gesonnen ist, die hierzu der ebendort ausgeführten Mängel ausgeschlossen erscheint, wollen Sie bis längstens 23. d. M. darüber derchten ob der -rlsvorpano geion i, ) 5 erforderten Arbeiten, einschließlich des etwa erforderten Geländeerwerbes, noch vor 1. April d. I. in Ausführung z 3 Dr. Bookmann. Bekannt m a ch u n g. Auf dem gestrigen Wehmarkt ist ein Kalb zurückgeblieben, dessen Eigenthümer sich bis jetzt nicht gemeldet hat. Derjenige, der Ansprüche an dieses Kalb machen zu können glaubt, wird aufgefordert, seine Ansprüche binnen 4 Wochen bei der unterzeichneten Behörde anzubringen, widrigenfalls das Kalb als gefundener Gegenstand behandelt werden wird. 1063 Gießen, am 15. Februar 1882. Großherzogliche Polizeiverwaltung Gießen. Fres eniu s. ____ Deutschland. in. Darmstadt, 15. Februar. (Zweite Kammer). Bei der eben stattgefundenen Präsidentenwahl wurde Kugler als erster und Muhl als zweiter Präsident gewählt. Darmstadt, 14. Februar. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: Am 25. Januar dem Schnllehrer Karl Kayser zu Ober-Mockstadt, im Kreise Büdingen, das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift: „Für langjährige treue Dienste" zu verleihen. Darmstadt, 13. Februar. Wie verlautet, soll die Absicht bestehen, das Landeszuchthaus Marienschloß als solches aufzuheben und in ein dringend nothwendiges Arbeitshaus umzuwandeln, dafür natürlich ein neues Zuchthaus zu erbauen, bei welchem dem Zellensystem mehr Rechnung getragen werden soll. (Neue Hess. Volksbl.). Aus dem Grostherzogthum Heffen wird dem „Frkftr. Journ." über die obligatorische Fortblldungsschule geschrieben: Der von den Abgg. Racke und Genossen bei der zweiten hessischen Ständekanuner eingebrachte Antrag auf Aufhebung der obligatorischen Fortblldungsschule, der wohl in nicht allzuferner Zeit im Plenum der Kammer zur Berathung gelangen dürfte, hat weder im hessischen Lehrerstande, noch bei der Bevölkerung diejenige Sympathie gefunden, auf welche die Antragsteller vielleicht gerechnet haben. Wenn auch der hessische Lehrerstand die obligatorische Fortbildungsschule in ihrer jetzigen Gestalt für verbesserungsfähig hält und zugiebt, daß ihr manche Mängel ankleben, so ist er aber doch in seiner llnmensen Majorität nicht gewillt, ein halbes Ei gegen eine leere Schale einzutauschen. Er betrachtet vielmehr die jetzige obligatorische Fortblldungsschule als einen Uebergangszustand oder als Vorstadium für einen organischen Verband derselben mit der Volksschule. Da die gegenwärtige Zeitperiode nicht geeignet ist, eine solche Gliederung zu schaffen, so wartet er ruhig ab, bis das mehr und mehr wach gerufene Bildungsbe- dürfniß des Volkes selbst eine solche Organisation anstrebt. Diese Zeit kommt, weil sie konnnen muß; tausend und abertausend Erscheinungen im Volksleben weisen darauf hin, daß die heutige Durchschnittsbildung im Volke der Gesetzgebung für Staat, Kirche und Gemeinde, den großartigen und verwickelten Verkehrsverhältnissen, welche die Neuzeit in Handel und Wandel geschaffen, ebenso wie der ausgedehnten Verwendung der elementaren Kräfte in Gewerbe und Land- wirthfchaft nicht zu folgen versteht und daß nur eine durchschnittliche Erhöhung der Elementarbildung dem Volke wieder -diejenige politische, religiöse und witth- fchaftliche Sicherheit bietet, welche nöthig ist, um die Culturstaaten auf der Bahn des modernen Entwickelungs-Princips weiter zu führen. Also darum keinen Rückschritt! Was nun die Bevölkerung in Heffen betrifft, so herrscht unter neun Zehntel der Familienväter die gesunde Ansicht, daß die Fortbildungsschule für die jungen Leute eine große Wohlthat sei, einmal weil sie sich während derselben in guter Gesellschaft befänden und obendrein noch Kenntnisse sammelten. Die'Furcht vor der Scholarchie, eine altbayerische Krankheit, existirt in Hessen nicht, dagegen sind wir etwas mehr auf der Hut gegen den Appetit der Ultramontanen. Wir wissen nur zu wohl, daß, wenn es ihnen gelänge, die obligatorische Fortbildungsschule als Frühstück zu verspeisen, ihr Heißhunger sich dann um so gieriger auf das achte und dann auf das siebente Schuljahr werfen würde, ja sie würden nach und nach das ganze Schulgesetz, obwohl es ein liberales Gericht ist, aufessen. Im hessischen Lehrerstande herrscht einstweilen die einstimmige Ueberzeugung, daß die hessische Staatsregierung nicht gewillt sei, auch nur den kleinsten Theil des Schulgesetzes nachzulassen und daß die liberale Kammer - Majorität sie in diesem Bestreben einmüthig unterstützen werde. Berlin, 13. Februar. In der heutigen Sitzung der Commission für die Kirchenvortage wurden die Anträge des Centrums zu § 1 bezüglich des Eides der Bisthumsverweser und Aufhebung der cornrnissarischen VerrnögenS- verwaltung und Aufhebung des, Sperrgesetzes mit allen gegen 6 Stimmen abgelehnt. § 1 der Regierungs-Vorlage wurde mit 11 gegen 10 Stimmen abgelehnt. Das Centrum, der Fortschritt und die Secessionisten stimmten gegen die Vorlage, die Conservativen und Freiconservativen für die Regierungs-Vorlage. Die Nationalliberalen stimmten getheilt. Die Discussion über die §§ la und 2 wurde verbunden. Der Cultusminister sprach sich gegen den Antrag Bruel aus, wonach in den Fällen, wo auf Amtsentlassung erkannt, die Stelle, sofern dieselbe nicht inzwischen wieder besetzt, nicht mehr als durch Erkenntniß erledigt gelten soll. Der Antrag Grimm (cons.), wonach die rechtlichen Folgen der ergangenen Erkenntnisse auf Unfähigkeit zur Bekleidung des Amtes beschränkt bleiben sollen, sei zwar eine Verbesserung, doch verdiene die Fassung der Regierungs-Vorlage den Vorzug. Die Commission nahm § la nach dem Anträge Grimm, den § 2 nach dem Anträge der Confervativen, wonach für einen durch den König begnadigten Bischof es einer erneuten staatlichen Anerkennung nicht bedarf. — Die Eisenbahn-Commission genehmigte mit 10 gegen 7 Stimmen den Ankauf der Thüringer Bahn. — Der „Kreuz-Ztg." zufolge ist es die Absicht der schweizerischen Bundesbehörden, zur Thellnahme an der Feier der Vollendung des Gotthardt- Tunnels u. A. die Mitglieder des deutschen Reichstages einzuladen. — Bekanntlich haben sich an vielen Orten unseres Vaterlandes, veranlaßt durch die von mehreren patriotisch denkenden und fühlenden Männern in Wien hervorgerufene Bildung eines „Deutschen Schulvereins", auch solche Vereine gebildet. Diese Vereine haben sich das edle und hohe Ziel gesteckt, die Deutschen außerhalb des Reiches, besonders aber in Oesterreich, an den' deutschen Sprachgrenzen und auf den deutschen Sprachinseln, dem Deutschthum zu erhalten und sie nach Kräften in ihren Bestrebungen, Deutsche zu bleiben, oder wieder zu werden, zu unterstützen. Wie dringend nothwendig eine solche Unterstützung unserer Landsleute, nicht nur durch das Wort, sondern auch durch die That, geworden ist, dafür sprechen doch wohl zur Genüge die bekannte Pesther Theater-Affaire und die berüchtigten Vorgänge in Böhmen. In rücksichtsloser Weise werden in Ungarn die Gesetzes-Bestinunungen über die Gleichberechtigung der Nationalitäten mit Füßen getreten. In Siebenbürgen kämpfen die 220,000 Sachsen, vertrauend auf ihr gutes Recht, gegen die Uebermacht der Magyaren den Verzweiflungkampf für ihr Deutschthmn. Es ist somit die Pflicht eines jeden Deutschen, seine Landsleute draußen, besonders in Ungarn und Siebenbürgen, in dem entbrannten schweren Kampfe für deutsche Sprache und deutsche Sitte energisch zu unterstützen. Vereinzeltes Vorgehen aber würde den gewünsch- tcii Erfolg nicht haben können. Deshalb haben sich solche „Deutsche Schulvereine" gegründet und wird nunmehr ein Verband aller bestehenden derartigen Vereine angestrebt, um sich mit vereinten Kräften dem Deutschenhasse und den aus ihm fließenden deutsch-feindlichen' Bestrebungen entgegenzustemmen. — Aber diese Aufgabe ist groß und kann nur dann gelöst werden, wenn das deutsche Volk die Sache zu der seinigen macht, d. h. wenn möglichst viele, ohne Unterschied der Confession und der Partei, die Bestrebungen des „Deutschen Schulvereins" thatkräftig unterstützen, sei es durch Beitritt zu einem bereits bestehenden Vereine, sei es durch Neubildung von Zweigvereinen. Berlin, 13. Februar. Von mehreren Seiten wird neuerlich versucht, glauben zu machen, es seien Anregungen zur Berufung einer europäischen Conferenz oder eines Congresses gegeben worden. Nach den, den „Berl. Polit. Nachr." zukom- rnenden Berichten beruht all' dies nur auf leeren publicistischen Combinationen, und zwar sowohl mit Bezug auf die egyptische, als die herzegowinische Frage. Weder bezüglich der einen noch der anderen Angelegenheit ist in irgend welchen diplomatischen Kreisen der Gedanke einer Conferenz aufgetaucht. — Wie aus London berichtet wird, standen die Dinge dort einen Augenblick so, daß Lord Granville bereits in vertraulichen Kreisen mitgethellt hatte, er würde seine Demission geben, falls Gladstone von seinen Absichten eines activen Vorgehens in Egypten nicht zurückkäme. Karlsruhe, 13. Februar. Nach dem heutigen Bulletin über das Befinden des Großherzogs ist der Verlauf des Augenleidens ein sehr befriedigender, auch hat sich das Allgemeinbefinden in Folge mehrerer gut durchschlafener Nächte sehr gehoben. England. London, 13. Februar. Der Herzog von Albany und dessen Braut, die Prinzessin Helene voll Waldeck, werden am 31. k. Ms. in Windsor erwartet; die Königin wird bis dahin Osborne nicht verlassen. Telegraphische Depeschen. Wolffs telegr. Correspondenz-Bureau. Christiania, 14. Februar. Die gestrige Festvorstellung im Theater zu Ehren des Kronprinzen und der Kronprinzessin nahm emen äußerst glänzendell Verlauf. Bei dem Erscheinen des Königs und der Königin, sowie des Kronprinzen und der Kronprinzessin im Saale wurde die Nationalhymne ange- ftimmt; die Vorstellung eröffnete mit der Vorführung von volksthünllichen lebenden Bildern, all welche sich ein Epilog und Darstellungen mit einem nationalen Schauspiel anschlossen. Das Hoch auf den Kronprinzen und die Kronprinzessin wurde von dein Leiter des Theaters ausgebracht; die Anwesenden stimmten begeistert und wiederholt ein. Der für heute angesetzte Fackelzug ist der nicht günstigen Witterung wegen verschoben wordell. London, 14. Februar. Wie das „Reuter'sche Bureau" erfährt, haben die Regierungen von England und Frankreich in der egyptischen Frage an die übrigen Mächte eine Collectivnote gerichtet, in welcher sie ihre Haltung in dieser erläutern. Die Note, welche durchaus freundlich gehalten ist, soll das Resultat des am Sonnabend abgehaltenen englischen Cabinetsrathes sein. Paris, 14. Februar. Der ehemalige Präsident des Senats, Märtel, und das Mitglied der Akademie, Barbier, sind gestorben. — Der aus Frankreich ausgewiesene Nihllist Navroff hat sich, wie es heißt, nach England begeben. Zara, 14. Februar. Wie die Zeitung „Narodni listy" meldet, sind die Truppen in der Krivoscie gegenwärtig hauptsächlich auf die Befestigung der gewonnenen Position bedacht. Es werden daher fortdauernd Materialen zur Befestigung, Proviant und sonstige Bedürfnisse von der Küste in das Innere transportirt. Diese Transpotte gehen ungehindert, wie im tiefsten Frieden. — Aus Stolac wird die Verhaftung einiger gegen die Ordnung und Sicherheit agitirenden Individuen signalisirt. Dank den hervorragenden Führern des Aufstandes gegen die Türken im Jahre 1876, Bogdan Zimonics und Serdar Grga, hält sich der Bezirk Gaczko vollkommen friedlich, Berlin, 14. Februar. D e Commission für die Kirchenvorlage hat den Antrag Brüel auf Aufhebung der wissenschaftlichen Staatsprüfung der Geistlichen mit 11 gegen 10 Stimmen angenommen, ebenso das Amendement Brüel, wonach der Minister ermächtigt sein soll, von den Erfordernissen der SS 4 und 11 des Gesetzes vom 11. Mai 1873 zu dispensiren und ausländischen Geistlichen die Vornahme von Amtshandlungen zu gestatten. — L. v Ranke empfing anläßlich seines 50jährigen Jubiläums als Mitglied der Akademie der Wissenschaften ein Schreiben vom Kaiser und dem Fürsten Bismarck. In dem Schreiben des Kaisers heißt es: Mir ist diese Dankbai keit aber noch aus besonderem Grunde in's Herz geschrieben denn Sie haben sich namentlich um die Geschichte meines königlichen Hauses ein unvergeßliches Verdienst erworben. — Die Eisenbahn Commission genehmigte den Ankauf der Cottbus-Großenbainer Bahn mit 12 gegm 7 und den der Märk-sch-Posener m't 10 gegen 6 Stimmen. — Der „Reichsanzeig^-" veröffentlicht ergänzende Anordnungen des Cultus- ministers zu den Circularverfügungen, welche das Verfahren bei Revisionen der in gerichtlichen Gemüthszustands- und Leichenuntersuchungen aufgenommenen Protokolle und Gutachten näher bestimmen. — Das Abgeordnetenhaus erledigte in zweiter Berathung den Domänen-Etat, einen Theil des Forst-Etats, wovon emige Positionen an die Budget-Commission ver- wiesen.,wurden und vertagte sich schließlich auf Donnerstag.____________________ Lokales. Gießen, 15. Februar. ^Sterblichkeit in Gießens In der 6. Jahreswoche (vom 5.—H. Februui) wann hier im Ganzen 14 Todesfälle zu verzeichnen. Es vertheilen sich dieselben auf 6 Kinder und 8 Erwachsene. Von 2 Kindern die das erste Lebensjahr noch nicht zurückgelegt hatten, starb das eine an Bronchienentzündung, das andere /> -in ctpfimar lieber den schon gemeldeten fünffachen Kindermord Heilsbeig, 10. Fevruar- ue°er o-n i^u v bereits zwei Kinder der WM-ZMWD-MB Berlettetjer" Beihänpnih scheint über den Offenbüch'schen „Contes d'H°ffw°nn" -MMMSMZW Wdliche ^«p^bmnVbegann. °Die°dÄth°benden Pompiers hatten die Gefahr 1°gleich deseiti«t. Bahnverwaltung Daß die Neustadt-Oldenburger> E.s.n- än.^-re«en kann Niemand sagen/ und es darf ihnen auch nicht übel ge- nommen w" Wozu sollten sie sich ouch abhasten? Sie nehmen alles m,t was -sie frieam können, und Gemüthlichkeir ist die Parole, wie nachstehender der ',Schle.w.- " entnommener kleiner Vorfall bezeugt. Bei der Haltestatlon Haiselbl'g stcht der Führer des Zuges emen Mann stehen, der harmlos seinen Regenschirm , a nfffren Kindern erlagen wieder 3 der Diphtherie (darunter an ^armcatyr^.^ $on 4^altemi n ^8 ben erwachsenen Personen DwesuN^che^ Lungenschwmdsucht zweimal, Lungenentzündung zweimal, Alters- £*mäd)e Schlagfluh, Leberentzündung, Nierenentzündung K einmal. ' schwache, b, 3 12 ™är. b5. gibt der berühmte lmksarmtge "trag zur |* , n “ unsirer Leser auf dieses Concert zu lenken |et es uns ge- s s »«ms» eine Besprechung des Herrn Bros- B i r t n osen gan, eigener, ja einziger Art “SS»'«»? wärtig Präses des ungarsichen Co eenrubüßen Leidenjchasllrcher Clavier- das Unglück, auf der Jagd ^nen'chi raftlofe Uebung der linken Hand feieler, nachtete er nunmehr, öte r Sedult buiq b(n\!utel Um fernen nuszugleicken und so (rote tm atten M l * . erstaunlichen Ausbildung Jang zu prellen. Und wirklich hat es Gra. q , ,u e^ Arpeg- u0 J -chenl zu erregen, als ,pl ^ehn u H^gel in Paris erschienen em Hest Etüden sur die linke r ^im'Durchblätiern des Heftes kaum, wie es und Liszt d kd lcir t ist M an b g b e^ burd)^ü^rcn und bringt der Compomst möglich fei, dies Alles mit e ner ) gzortrag einer dieser Etüden (eine Art dieses Mnakel zui Starro, wn d ck^d finflon: „Küssen ist das Aufemanderslüssen zweier gliichgesiiinter^^chnüffen ultramontQner Journalistik.) Das Münchener „Vaterland" nimmt von dem Tode Auerbach's mit folgenden Worten Notiz: „Der bekannte Feder- jud Berthold Auerbach ist in Cannes gestorben." _______________ Handel und Verkehr. Sfrrnitffuti a. M., 15. Februar, Nachmittags 2 Uhr — M^. (Telegrafischer Coursbmcht. ^Mitgetheilt durch das BankgeM Albert^. Kaufmann m Großen) 5% Rumänische Rente 86^/g, Lombarden . Tendenz ge^chaftlos^^^^E___^E^^^^^^» I Kirchliche Ameigen der evang. Gemeinde Gießen. Donnerstag den 17. Februar, Abends 6 Uhr: Im Saale des Gymnasiums: Bibelstunde. Pfarrer Sck lo sser. • Qrj I (Die anvertrauten Minen und die ^^Etrauten Talente. Luc. 19,11-2/. Holz-Versteigerung. Dienstag den 21. ds. Mts., von Vormittags 9 Uhr an, sollen im hiesigen Gemeindewald, District Buchwald, nach verzeichnete Holzsortimente versteigert werden, als: 176 Eichen-Stämme von 13 bis 35 Ctm. Durchm., 4 bis 10 Mr. Länge = 36,41 Fstm., 2 dradel-Stämme — 1,24 Fstm., 176 Eichen- und Nadel-Derbholz- und Neisig-Stangen = 2,94 Fstm., 60 Rmtr. Buchen-Scheitholz, 6 „ Eichen- „ 123,4 „ Buchen-, Eichen- u. Nadel- Knüppelholz, 59 Rmtr. Buchen-, Eichen- u. Nadel- Stöcke, 4689 Wellen Buchen-, Eichen- u. Nadel- Reisholz. Die Zusammenkunft ist m der ^cahe der Heldeswiesen bei der sogenannten Gänstränk. Reiskirchen, den 13. Februar 1882. Grotzh. Bürgermeisterei Reiskirchen. 1016 Jünger. Donnerstag bei 16. Februar, Nachmittags 2 Uhr, werden in der Hofraithe des Fr. Müller II- — Wallthorstraße — 2 Rollwagen, 1 Schreibpultchen, 1 Copirpresse, 1 viereckiger Tisch, 1 Waschtisch, sowie sonstige Möbel meistbietend versteigert. Die Versteigerung findet bestimnit statt. Gießen, den 14. Februar 1882. Geistler, 1020 Gerichtsvollzieher. Allgemeiner Anzeiger. Holzvcrsteigerung. Mittwoch den 22. und Donnerstag den 23. d. Ms. soll in dem Stadtwald zu Hungen nachstehendes Bau-, Werk- und Nutzholz 22. Februar 2—17 m von Fichten-Derbstgn. 23. Februar: Donnerstag cm Durchmesser 7—11 6—10 9—22 4—14 6—16 49 2 3 60 240 500 ir n n if h 130 7 3 130 120 100 n n ii ii ii ii n ii ii ii ii n ii ii und ii ii ii ii ti von ii n ii n ii 12—50 55—64 26—31 12—24 12—34 6—11 und ii n ii ii ti 12—62 48—65 25—27 12—33 12—34 6—11 Länge, II II 11 II II Länge, ii n n u Uhr, m ii n 11 n TI 10 2—18 8—10 6—00 8—16 4—20 6—16 Durchmesser u ii ii u II cm ' n ii ii ii ii den Eichen-Stämme Buchen- „ Hainbuchen „ Fichten- „ Kiefern- „ Eichen-Stämme Buchen- „ Hainbuchen „ Fichten- „ Kiefern- „ Derbstangen versteigert werden: Mittwoch den Der Anfang der Versteigerung ist jedesmal Vormittags ersten Tage im District Buchwald, am zweiten ^age un Distrikt Wellhau. Hungen, den 12. Februar 1882. Großherzogliche Bürgermeisterei Hungen. am 1037 Bender. Meinen geehrten Kunden hierdurch die Mittheilung, daß ich von heute an meine geschlossen habe und bitte ich, die bei mir noch liegenden reparirten Gegenstände gest. bald abholen zu lassen. Für das mir seither geschenkte Wohlwollen sage besten Dai und zeichne Achtungsvoll § Carl Jaber 11. Wülwe. Bauhost-Versteigerung. Montag den 2«. Febr. I. J„ von Vormittags 9 Uhr an, sollen in der Nordecker halben Gebrauchs-Waldung, Schlag Gleich und Trist 413 Stück Fichten- und Kiefern-Bau- uud Nutzholzstämme, 609 Stück Nutzstangen 1—3. Klasse, 63 Rmtr. Nutzrollen 1. Klasse an Ort und Stelle meistbietend versteigert werden. Die Ahfahrt ist sehr-gut. Die Zusammenkunft ist bei der Stelzenbach'schm Wirthschaft in N o r d e ck, woselbst bei ungünstiger Witterung auch der Verkauf stattstndet. Marburg, den 11. Februar 1882. Freiherr!, v. Rau'sche Revenuen- Verwaltung. 1059 Röhr. B. 54 Sonnenstraße B. 54. 1053 Polirstein (bestes Putzmittel für Messing, Blech, Kupfer, Eisen, Stahlsrc.) empfiehlt Karl Koscy, Frisch eingetroffene Schellfische aufCis empsehien ee 1060 j. A. Btisch^Sohnee Bienenhonig per Pfund 60 H empfiehlt 1054 Karl Hosch, B. 54 Sonnenstraße B. 54. 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