Freitag den 15. September Nr. 2LS. 1882. Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Bureau r Schulstraße B. 18. Erschemt mit Ausnahme des Montag*. Prei- viertetführlich 2 Mark 20 Pf. mit Briugerlohn. Durch die Post bergen viertetjälirlich 2 Mark 50 Pf. Politische Ueberflcht. Gießen, 14. (September. lieber die bevor st ehende parlamentarische Campagne in Preußen sind eine Menge Gerüchte verbreitet, deren Bestätigung aber noch abzuwarten bleibt. In dem Circular-Erlaß des preußischen Ministers des Innern vom 4. d. Mts. ist zwar der Termin für die Landlagswahlen noch nicht angegeben, aber ausdrücklich daraus hingewiesen, daß die Wahlvorbereitungen überall derart zu beenden wären, daß die Wahl der Wahlmänner Anfangs October stattfinden könne. Der Reichstag soll dann trotz dessen Vertagung bis zum 30. November schon Ende October oder Anfangs November einberufen werden, um seine Arbeiten fortzusetzen und namentlich den Etat für die nächsten zwei Jahre fertig zu stellen. Der preußische Landtag würde Anfangs December zusammentreten und seine Arbeiten bis Mitte Februar beendigen, zu welcher Zeit der Reichstag in seiner nächsten ordentlichen Session einberufen werden würde. Wir geben diese Nachrichten unter allem Vorbehalt und müssen hierbei besonders diejenige von dem früheren Wiederzusammentritte des Reichstages, als ursprünglich beabsichtigt, bezweifeln, denn wie erinnerlich, sind die verschiedenen Nerchs- tags-Commissionen mit ihren Arbeiten noch sehr im Rückstände und es ist nicht wohl anzunehmen, daß vor deren Beendigung das Plenum wieder zusammentreten sollte. Der königliche Erlaß, betr. die Auflösung der Berliner Stadtver- ordneten-Versammlung, ist zwar noch nicht erschienen, doch wird er in allernächster, Zeit erwartet. Die Neuwahlen auf Grund der Neu-Eintheilung der städtischen Wahlbezirke, worüber der Berliner Magistrat dem Ober-Präsidenten Vorschläge zu machen hat, sollen unmittelbar nach der Auflösung vor sich gehen. Herr von Schlözer, der Gesandte Preußens beim Vatikan, soll sofort nach seiner Ankunft in Rom die Mischehen-Frage zur Sprache gebracht haben. Die Angaben über die Aufnahme, welche die Wünsche der preußischen Regierung nach dieser Richtung hin in den leitenden Kreisen des Vatikans gefunden haben, lauten jedoch widersprechend. Auf der einen Seite wird behauptet, Herr v. Schlözer habe in Rom wenig Geneigtheit vorgefunden, in dieser Angelegenheit nachzugeben, anderseits wird aber gemeldet, daß der Papst einer milderen Auffassung in der Mischehen-Frage zuneige, als der Fürstbischof von Breslau und daß darum Herr v. Schlözer Seitens der römischen Kurie auf Entgegenkommen zu rechnen habe. Welche Annahme die richtige ist, dürfte sich wohl bald zeigen. Für Oesterreich bildet die Reise des Kaisers Franz Josef nach den südlichen Provinzen seiner Monarchie zur Zeit den Gegenstand der allge- ineinen Aufmerksamkeit. Bisher ist der österreichische Herrscher an allen Orten, die er passirte, enthusiastisch ausgenommen worden, wodurch das österreichische Volk von Neuem den Beweis lieferte, daß seine Stämme trotz aller sie trennenden Unterschiede sich in der Treue und Ergebenheit für ihr angestammtes Herrscherhaus gleich sind. Besonders glänzend war der Empfang des Kaisers in Klagenfurt, der Hauptstadt Kärnthens, wo der Monarch einen mehrtägigen Aufenthalt nahm und von hier aus verschiedene Orte der Umgegend besuchte Herr Duclerc, der französische Minister-Präsident, hat schon zu wiederholten Malen versichert, daß er weder ein Diener Gambetta's fei, noch in seinen Maßnahmen durch die Deputirtenkammer sich beeinflussen lassen werde. Eine ähnliche Versicherung hat Herr Duclerc neulich auch dem Pariser Berichterstatter der „Times" gegeben, indessen wird man wohl thun, alle diese Versicherungen mit Vorsicht aufzunehmen. Der neue französische CabinetS-Chef thut schließlich doch nur, was Gambetta, hinter den Coulissen stehend will davon giebt es trotz der erst kurzen Amtsthätigkeit des Cabinets Duclerc hinlänglich Bewege, und solche Beweise werden nach dem Wiederzusammentritte der französischen Kammern jedenfalls noch mehr hervortreten buglische Constabler-Strike kann nunmehr als vollständig beendigt betrachtet werden, nachdem sämmtliche sinkenden Constabler mit Ausnahme der 12 bis 15 Rädelsführer, vom Vicekönig von Irland straflos wieder in Amr und Wurden eingesetzt morden sind. Die englische Regierung hat sich in dieser Bewegung tm Allgemeinen sehr klug benommen; durch die Entlassung der unzufriedenen Polizisten zeigte sie Energie und diese Energie verfehlte ihren Eindruck nicht, wie das Begnadigungsgesuch der entlaffenen Constabler bewies Zur rechten Zeit ließ dann die Regierung wieder Milde walten, indeni sie wie schon erwähnt, die sinkenden Constabler fast sämmtlich wieder zu Gnaden annahm. Das Interesse, mit welchem die englischen Blätter den Sinke verfolgten, hat sie wahrscheinlich abgehalten, den während dieser Zeit vorgefallenen agrarischen Ausschreitungen die gleiche Aufmerksamkeit zu widmen, und doch sind auch derartige Gewaltthaten wiederum zu melden, von denen die größte die in voriger Woche erfolgte Ermordung des Pächters Quinn bei Edenderry ist, welcher den Kugeln mehrerer verkleideter Männer zum Opfer fiel. Abermals treten Gerüchte über die Krönung des russischen Kaiserpaares auf, nach denen die Feier am 1. October (neuen Styls) d. I. in Moskau stattfinden soll. Jedenfalls sind diese wiederholten Meldungen über den Zeitpunkt der Krönung vorläufig nur als Symptome der schnell wechselnden Stimmungen und Absichten des russischen Hofes zu betrachten. Ob hierbei auch die Absicht mit unterläuft, die Nihilisten durch diese sich fortwährend erneuernden Gerüchte irre zu führen, lassen wir dahingestellt sein. Aus dem Fürstenthume Bulgarien kommen Nachrichten, welche ms Ueberhandnehmen des russischen Einfluffes in Bulgarien in einem bedenklichen Lichte erscheinen lasten. So vollzieht sich gegenwärtig die Umwandlung der bulgarischen Miliz in ein russisches Corps,' zu dessen Oberbefehlshaber im Geheimen ein russischer General ernannt worden sein soll. Man darf demnach nicht daran zweifeln, daß im Falle eines abermaligen russisch-türkischen Krieges die bulgarische Armee dazu bestimmt ist, die Vorhut des russischen Heeres zu bilden. Das Possenspiel der englisch-türkischen Militär-Convention zieht sich in ermüdender Länge hin. Jetzt lehnt plötzlich England die schon zu- gestandene Forderung der Pforte, daß die türkischen Truppen in Port Said landen sollen, wieder ab; wird der Pforte nicht endlich die Gedulh reißen? Heber das zweite Gefecht bei Kassassin am 9. Septbr. liegen zwar immer noch keine erschöpfenden Mittheilungen vor, so viel aber scheint gewiß, daß der Zusammenstoß keine bloße Recognoscirung der Egypter gewesen ist, wie der englische Oberbefehlshaber, General Wolseley, berichtet. Die angreifenden Egypter sind 13,000 Mann und 22 Geschütze stark gewesen; der Angriff erfolgte mit großer Kühnheit und erst als die englische Kavallerie mit eingriff, wichen die Egypter zurück, auf dem Gefechtsfelde über 100 Todte zurücklastend, während ihr Verlust an Verwundeten und Gefangenen noch nicht genau bekannt ist. Zwei Tage nach dem Zusammenstöße trafen die schottische Brigade und indische Infanterie in Kaffasin ein, so' daß General Wolseley's Armee nunmehr vollzählig ist und wurde deshalb der allgemeine Angriff auf Tel-el-Kebir bereits für Mittwoch, den 13. Septbr., erwartet, welcher auch an genanntem Tage mit bestem Erfolge stattgefunden hat. Die Gesammtstärke der hier stehenden egyptischen Truppen wird auf 26,000 Mann mit ca. 70 Geschützen unter Ali Fehmi Pascha geschätzt; in Salahieh sollen 5000 Egypter stehen. Nach Aussagen von Gefangenen erfolgte der Angriff Arabi Pascha's am Sonnabend zu dem Zwecke, das englische Lager bei Kassassin zu nehmen , welches die Egypter nur schwach besetzt glaubten. Arankreich. Paris, 11. Septbr. Fast jeden Tag noch werden uns französische Blätter voll boshafter Ausfälle, Verdächtigungen und Dummheiten verdrehter Kopse zugeschickt. Nach den Heldenthaten der Liga der Patrioten wendet sich die Rachsucht jetzt wieder mit besonderer Bosheit gegen die Armee. Sogar das Unglück von Hugstetten wird dazu ausgebeutet und eine Stelle aus einem Berichte des „Alsacien-Lorrain" geht durch die Provinz-Blätter, in welchem folgende Stelle im „Petit Nicois" roth angestrichen uns zugeschickt wurde: „Die Linie, auf der das Unglück geschah, ist eine strategische Linie. Man wollte wissen, ob sie eine starke Ladung im Nothfalle vertrage. Der Versuch hat viele Menschenleben gekostet. Endlich ist man über die Fürsorge, welche die deutsche Gesellschaft dem Leben der Reisenden widmet, im Klaren." Als ob in Frankreich niemals ähnliche Unfälle vorgekommen wären! Und gerade in den letzten Jahren im Süden Frankreichs, auf der Paris - Lyon - Mittelmeer - Bahn zumal, wo ganz genau dasselbe mit dem Vergnügungszuge der Liedertafeln vorkam. Doch dem Blödsinn und der Rachsucht Vernunft zu predigen, ist eitel Mühe. Im Süden ist es besonders Nizza und Marseille, wo die kleinen Blätter gegen Deutschland Wuth schnauben, im Norden Roubaix und Calais. In Paris machen sich neuerdings die „France", die „Liberi" und der „Gaulois" Con- currenz als Apostel der französischen Gefühlsreinheit und Zartfühligkeit. Es spielt viel Reclame dabei mit. Die „France" bringt aber auch heute einen sehr anerkennenden Artikel über „Deutschlands Hauptstadt" von C. Simonin. Das „Journal des D6bats" predigt den französischen Industriellen, daß sie bei dem jetzigen Kampfe um den Weltmarkt die Ohren steif halten und nicht verzagen mögen, daß in allen solchen großen Wendezeiten die Ausdauer und Arbeitskraft den Sieg davon trage. (Köln. Ztg.) Telegraphische Depeschen, Wolff's telegr. Correspondenz-Burea«. Breslau, 13. Septbr. Die „Brest. Ztg." ist autorisirt, die Behauptungen der Blätter über die Abwesenheit des Großfürsten Wladimir bei Ankunft des Kronprinzen Rudolf für jeder Begründung entbehrend zu erklären. Es sei nicht Sitte, einen fremden Fürsten auf fremdem Boden, wo er Gast des Landesherrn fei, zu empfangen. Trotzdem beabsichtigte der Großfürst, den Kronprinzen zu empfangen, es stand ihm aber im Augenblicke, wo er sich zur Bahn begeben wollte, eine österreichische Uniform nicht zu Gebote. Die russischen Officiere sind jedoch zum Empfange des Kronprinzen erschienen, namentlich General Scalon. Von politischen Motiven für das Fernbleiben des Großfürsten könne demnach gar keine Rede sein. — Der Kronprinz und die Kronprinzessin von Oesterreich beabsichtigen heute Abend 8’/2 Uhr nach Prag zurückzureifen. Großfürst Wladimir wird Se. Maj. den Kaiser morgen nach Dresden begleiten, während die Großfürstin sich nach Koburg begeben wird. Heute früh 9 Uhr begab sich Se. Majestät mit dem Kronprinzen Rudolf und der Kronprinzesstn Stephanie zum Manöver nach Groß-Raake. Das Befinden des Generals v. Tümpling hat stch gebessert. — Se. Maj. der Kaiser hat dem Oberbürgermeister Friedensburg den Rothen Adlerorden 3. Klasse mit der Schleife, dem Stadtverordneten-Vorsteher Beyersdorf den Rothen Adlerorden 4. Klasse verliehen. — Der Kronprinz und die Kronprinzessin Stephanie von Oesterreich empfingen gestern Abend eine plaren verbreitet. , ~ __ . . . fY. Wasdirrgton, 13. Septbr. Im Staate Marne wurde der repuvlr- konische Candidat mit 5000 Stimmen Majorität zum Gouverneur gewählt. In die Repräjenlantenkamnier des Congresses wurden gleichfalls vier Republikaner gewühlt. Die Republikaner haben in der Legislatur des Staates ebenfalls eine große Majorität. Befehl gegeben worden sein, im Falle einer Niederlage Arabi's bei Tel-el^Kebir alles Europäern gehörige Eigenthum in Brand zu stecken. Alexandrien, 13. September. c93et Ramleh uno Mex ist Alles ruhig. Alexandrien, 13. Septemoer. (Meldung von „Rcuter's Bureau".) Sultan Pascha hät dem Kheoive den Angriff der Engländer gegen Tel-el-Kebn angezeigt; der- selbe begann heute Morgen um 4Vs Uhr. Aegypten. London, 13. September. General Wolseley hat heute Morgen Tel-el-Kebir mit 40 Geschützen eingenommen und hierbei zahlreiche Gesangene gemacht; die Truppen Arabi's scheinen vollständig zersprengt zu sein. Kavallerie verfolgt die Flüchtlinge. (Wiederholt, weil nicht in allen Exemplaren der qestr. Nr. enthalten.) London, 13. September. Die englischen Truppen begannen ihre Vorwärtsbewegungen um Mitternacht in einer ßtnte, welche im Norden des Canals drei Meilen weit sich ausdehnn Südlich vom Canal stehen sieben Batterien Artillerie mit den reitellden Batterien und die Schiffsbrigade mit den Vterzigpfündern. Der Geist der Mannschaften ist ausgezeichnet, sie sehen dem nahen Zusammenstotz muthig entgegen. — Letzten Berichten vom Schlachtfelde zufolge sind viele englische Ofsictere gelodet. Die Hochlander-Bngade befand sich im hitzigen Gefecht. Die Verluste der Egypter werden auf 2000 Mann geschätzt. (F- Z-) London, 13. September. Wolseley berichtet, daß er das Lager bet Kassastn um halb 2 Uhr des Morgens abbrach und gegen die stark befestigte Stellung Arabi's vorrückte welche von 20,000 Mann regulären Truppen, darunter 2500 Mann Cavallerie, 70 Kanonen und 6000 Beduinen besetzt war. Die englischen Streitkräfte bestanden aus 11 000 Mann Infanterie, 2000 Mann Cavallerie und 60 Kanonen. Wenn die starke Stellung des Feindes bei Tage in offener Gefechtslinie von den Truppen angegriffen worben wäre, so würden sehr große Verluste die Folge gewesen sein. Wolseley beschloß daher schon vor Tagesanbruch anzugreifen, indem er sechs Meilen während der Nacht vorrückte. Die Cavallerie und zwei Batterien reitender Artillerie streiften auf dem rechten Flügel um die feindliche Linie; auf dem linken Flügel befanden sich 7 Batterien Art-llerie mit 42 Kanonen und eine Brigade zu ihrer Unterstützung, sodann die Hochländer-Brigade; das indische (Kontingent ging im Süden des Canals vor, die Schiffsbriaade an der Eisenbahn. Es herrschte großer Wetteifer, zuerst in den feindlichen Werken zu sein. Alle gingen direct auf dieselben los, besonders zeichneten sich die Irländer aus. Arabi's Werke und Lager wurden genommen mit vielen Kanonen, deren W noch nicht bekannt ist. Außerdem wurden mehrere Eisenbahnzüge und eine ungeheure Mnige Lebensmittel erbeutet. Der Feind floh zu Tausenden, indem er die Waffen wegwarf, rotnn er von der Cavallerie eingeholt wurde. Arabi ist zu Pferde in der Richtung auf Zagasig geflohen. Dre Cavallerie geht jetzt auf Belbers los, das indische (Kontingent auf Zagazig. Der Süßwasserkanal ist durchbrochen, dre Eisenbahn ist unbeschädigt. General Willis wurde leicht verwundet- (Fr. Z.) — D'e Verluste der Eaypter bei Tel el-Kebir werden auf 2000, diejenigen der Engländer auf 200 einschließlich vieler Officiere geschätzt. Die Demoralisatiou der Armee Arabi's ist eine vollständ'ge Die Infanterie flieht nach der Wüste zu, wirksam verfolgt von der engl'schen Kavallerie. Alexandrien, 13. Septbr. Die Nachricht von der Einnahme von Tek-el-Kebir' hat hier großen Jubel hervorgerufen. Die hiesige europäische (Kolonie beabsichtigt, ihrer Freude durch einen heute Abend stattstndenden Aufzug mit Musik Ausdruck zu geben, an der Spitze stehen mehrere Italiener und Griechen. Said, 13. Septbr. Der Gouverneur hat einen Verberscheik, der beschuldigt wird, das Gerücht von einem Siege Arabi's verbreitet zu haben, gefangen setzen lassen. — Nachrichten aus Zagazig zufolge soll daselbst Deputation des, Hirschen Hülfsvereins „Austria." Der Kronprinz spendete der ! Unterstupunaskafse des Vereins 1000 vM#- ««Slatt. 13- September. Der Dberpräfiöent von Seydewch veröffentlicht tolaenden Dank Sr. Majestät des Kaisers an bte Provm, Schlesien: fol0ent>en j Anwesenheit 'n Breslau und In Schlesien wahrend der dies- jahrlaen aroßen^Herbslüdungen ne,gen sich zu Ende und will Ich aus d eser Stad, und aus der schönen Provinz Nicht scheiden, ohne aus bewegtem He^en Meine Freude und Meinen Dank zum Ausdruck zu bringen für die »°hlr-'chen Beweise von Liebe und treuer flnbänaltcbtelt welche Mir aus Schlitt und Tritt aus allen Kreisen der Ein- w-hnerschast?ntgegengebracht worden sind. Indem Ich Sie beauftrage, dies allgemein bekannt zu machen, füge Ich hinzu, wie auch die Meldungen über die durchweg freundliche und gute Aufnahme, welche den Truppen der beiden zu den Hebungen vereinigt gewesenen Armeeeorps überall in der Provinz zu The» geworden ist, Meine warme anCrten$nre^u8,efÄSr 1882. (g--0 Wilhelm. 1 B Netend'e Allerhöchste Cabtne.sordre zur öffentlichen Kenntntß bringen zn können. Breslau, den 13. September 1882. Der Oberpräsident Watt. Geh. Rath v. Seydewitz. Breslau, 13. September. Das Feldmanöoer des 5- und 6 Armeecorps bet Groß- und Klein-Raake nahm einen höchst glänzenden Verlauf. Se. Maj. der Kaffer, welcher auch heute wieder den Truppen die Directivc gab, hatte ben Kronprrnzen Ru» bolf den Felbmarsckall Grafen Moltke unb ben General ^1^ « an seiner Seite und folgte ben Bewegungen ber Truppenkorper bis zum entschcibenben Moment«^mit größter Spannung. Das Manöver enbtgtc mit einem Siege bes 6. (schlesischen) Armeecorps unter General v. Blumenthal, ber für seine Fürsorge etn allgemeines Lob hes Kronprinzen als obersten Schicbsrichter erntete. Die heutigen Manöver bilbeten den Beschluß der diesjährigen Herbstübungen. Nock auf dem Manooerterrain fanben Seitens Sr Maj. bes Kaisers, bevor Allerhöchstberselbe mit bem Kronprinzen Rudolf zur Stadt zurückkehrte, eine größere Anzahl Beförderungen und Orbensverleihungen statt. Die Truppen bes 5. unb 6. Armeecorps haben ben Rückmarsch in ihre Garnisonen angetreten, resp. werben per Bahn borthin zurückkehren. Bromberg, 13. Septbr. Reichstagswahl. Bis jetzt sind für Hempel (Fortschr.) 5143, für v. Schenck (conserv.) 4349 Stimmen gezählt, aus einigen Ortschaften fehlt das Wahlergebniß noch, die Wahl Hempel's dürfte aber schon jetzt als sicher zu betrachten sein. London, 13. September. Heute finbet ein Cabinetsrath statt. — Reuter- Melbung aus Kassasin von heute früh: Die Armee verließ gestern Abend das Lager unb marschirt gegenwärtig gegen Tel-el-Kebir. Der Angriff wirb noch vor Sonnenaufgang erwartet. — Die Times'' glaubt ble letzten Hindernisse bezüglich der Militarconoention überwunden unb bicfelbe werbe unverzüglich unterzeichnet werben. In dem Ent- fcbiune eine beschränkte (Kooperation ber Türkei anzunehmen, ließ bte britische Regierung sich durch bte Erwägung beeinflussen, baß die (Kooperation bes Sultans ber Gefahr der Unzufriedenheit oder der religiösen Agitation unter den muse man NischenUnter; tbanen der Königin ein Ende mache und die Verbindung ber Türkei mit ber britischen Sache weniger Gelegenheit für eine zeitige ober künftige Einmischung irgend einer europäischen Macht darbiete. Durch eine nachträgliche Abmachung werbe bas türkische (Kontingent nicht 3000 Mann übersteigen, bte nach Port-Said Aen und dort Wolse- ley's Weisungen betreffs des Landungsortes empfangen. — Oberst Wilson ist zum britischen Comrnissar bei bem türkischen (Kontingent ernannt. Derselbe reift nach Kon» ftanttnopel, um bte Details ber Expebition ju regeln. Konstantinopel, 13. September. Der Ministerrath legte bem Sultan das Arrangement mit (Knglanb bezüglich ber Landung der türkischen Truppen in Egypten vor; der Sultan genehmigte den Vorschlag noch nicht. . — Die Publikation der Proklamation gegen Arabi machte m Mekka unb in Medina keinen Eindruck auf die Bevölkerung, da dieselbe für die Sache Arabi s nicht Partei ergriffen hatte. Das arabische Journal El Jarvaib" publ drt die Proklamation tonftatirt die Notwendigkeit derselben wegen der Rebellion Arabi s unb beglörfwünf^t bte Reaieruna dazu; bte Türken würden Arabi wte seinerzeit die Rebellen Hedscha s behandeln müssen. Die betreffende Nummer des „(Kl Jawatd" wird in 30,000 Exem» Iserlohn über Futterbau. , Q o -Mackt. östlichen Aeschäst- ihl tintS n toi# fatonb- gsortes- 1 Uhr- m Aus- fthschast- jung der auf die )tr Weise flr.chtung -östlichen , gemacht sident des Wetter- ung be§ luara^t dMags «1 W. 18 3 Uhr: gs 1 Uhr: ri, n, in ichmitlags : Traube". s 3 Uhr- uSstellung. ichnng über ,§wg§? Kretas W , trockenes osmarstau- tw oertheiluns ^Mittags i? Arbe-ler Ml. dem . Nerrtner karten M ^ateurt® As Zugeet’ .,1.1 n. eine iue w n m» fiedLer- begebt ^ren del 7Ämed. ta'kcn Freitag den 15. September, Nachmittags 3 Uhr, werden in der Flett'schenHofraithe dahier 1 Schrank, 1 Glasschrank mit Aufsatz, 1 Küchenschrank, 1 Kommode und sonsttge Gegenstände, auch eine Bretterhalle öffentlich meistbietend versteigert. Gießen, den 13. September 1882. Handel und Verkehr. Limburg, 13. Septbr. Rother Weizen X 18.60, Weißer Weizen X —, Korn «FL 12.05, Gerste X 9.—, Hafer X 6.—, Erbsen JL. Kartoffeln X —. Frankfurt, 13. Sept. Auf dem heuttgen Markt kostete der Centner Heu X 3.00-3.80, Stroh X 1.50—1.70, Eier das Hundert X 5.50—6.50, Stück 6-7 X Butter 1. Qualität X 1.40, 2. Qualität X 125, Kartoffeln per Centner X 2.50—3.50, ausgek. Erbsen das Pfund 00 H, Bohnen per Pfund 8—12 Wirsing 8—10 H, Blumenkohl 10—30 das Stück, 1 Hahn «XO, 1 Suppenhuhn X 1.00—1.50, 1 Poularde X 0-0.00, 1 Ente X 1.40-1.70, 1 Taube 40—50 H, 1 Welschen X 00, 1 Gans X 4.50-6. Gas-Koch- und HchapMratk bewährtester Construction und in allen Grössen, wovon auch Herr Wilhelm Reiber hier eine ‘emp«utoraa^rTdnmftUnc"rcä Ausw^il auf Lager hat, empfehlen wir bestens. 30 Liter Gae, also mit einem , Aufwand von etwa 8/4 Pf. tiieSSeUeF OflÄWCFK. zum Kochen gebracht. 5244 ___________645_________________________________ Verkauf von Bier in Flaschen. 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