hrer Entlassung mit dem Zeugniß der Reife, pochend 'auf die ihnen eingepaukten fünf Klavierconcerte mit Orchester und etwa doppelt so vielen Solopiecen, peinigen sie die Kapellmeister und Comiteemitglieder der verschiedenen Abonnements-Concert-Directionen um Engagement; sind sie irgendwo mit einem halben Erfolg geklönt worden, erneuern sie dieses Anliegen alljährlich. Ging es dagegen mit dem öffentlichen Auftreten schief, so resigniren sie sich, falls ein günstiger Zufall sie nicht unter die Haube bringt, zum Vegetiren als Klavier- mamsellen" — Um einen Begriff von der großartigen Ausdehnung der Anlagen der Firma Friedrich Krupp in Essen zu geben, the len wir mit, daß dieselbe 439 Dampfkessel, 450 Dampfmaschinen von zusammen 18,500 Pferdekrait, 82 Dampfhämmer von 100 bis 50,000 Kg., 21 Walzenstraßen, 1622 Werkzeugmasch nen, 1556 verschiedene Oefin, darunter 14 Hochöfen, 25 Locomotiven und 5 Schraubendampfer von zusammen 78,000 t (ä 20 Ctr.) Tragkraft besitzt. Die Jahresproduction beträgt ungefähr 130,000 t Stahl und 26,000 t Eisen. Die Kruppffche Arbeiterstadt ist bevölkert von beiläufig 15,700 Arbeitern. — Bei der nunmehr im Freien beginnenden Biersaison sei auf den zersetzenden Einfluß der Sonnenstrahlen auf das Bier aufmerksam gemacht. Dus den Sonnenstrahlen ausgesetzte Bier bekommt nämlich einen bitteren Nachgeschmack und kann für den Magen, zumal einen schwächeren, die nachthelligsten Wirkungen hervorbringen. Um dem vorzubeugen, trinkt man in vielen Gegendeu das Bier aus steinernen Ki ügen, Pokalen rc. (z. B. in Bayern), während wir es vorziehen, dasselbe aus Hellen Flaschen refp. Gläsern zu trinken. Es wäre daher zu wünschen, wenn seitens der Brauereien oder Wrrthschasten die Bier-Consumenten auf diesen Umstand aufmerksam gemacht würden. In Westfalen haben, schon einige Brauereien damit begonnen, indem sie an jeder Flasche das Notabene anbringen: „Vor Sonnenstrahlen zu schützen." — fEin drolliger Druckfehlers Edmund Höfer, der jüngst in Cannstatt starb, hatte während seiner Schriftsteller-Laufbahn viel unter dem Fluche der Druckfehler zu leiden. „Denken Sie", so erzählte er einem Freunde, „was mir da in einer Novelle passirt, wo ich mich darangemacht hatte, mit allen Farben und Eigenthümlichkeiten einen alten Kirchhof zu schildern. „In der Ecke — sagte ich — hatte ein Hollunder seine zahlreiche Nachkommenschaft herangezogen", und was kriege ich in dem fertigen Buche zu lesen? ... Ein alter „Holländer" grinste mir mit seiner zahlreichen Nachkommenschaft aus der Friedhofsecke entgegen. — So etwas kann blos mir passiren." — sNachträgliches pon der Berufszählung.) Die Aufnahme hat, wie sich das voraussehen ließ, manche curiose Eintragung ergeben- So suchten rnanche Rentiers, wahrscheinlich aus Angst vor Steuererhöhung, ihre Stellung dadurch zu einer „beschäftigten" zu machen, daß sie sich als „Hausbesitzer" oder „Hauswirthe* eintrugen. Einer brachte es sogar dazu, sich als „Hausverwalter bei sich selbst" einzuzeichnen „ Pommern „ Westfalen . „ Sachsen . Rheinprovinz . . Daß einzelne Ehemänner, deren Ehefrauen durch Waschen oder andere Arbeiten die Familie ernähren helfen, ihre Frauen in der Weise eintrugen, daß sie schrieben Hauptberuf: „Wäscherin", Nebenberufungszweig: „Ehefrau", wirft ein mteressantes L-cht auf die sociale Stellung der Frau tn einzelnen Schichten der Bevölkerung. Auch vorsorg liche Väter giebt es in Bersin; so hat ein auf die Zukunft bedachter Vater, ein Kutscher, bet seinem halbjährigen Sohne in die Rubrik Haupiberufszweig die Worte gesetzt: „Kann Schuster werden." Auch „Familienverhältnisse" lernte der Zähler kennen. In einem Bezirk des Nordens sah der Mann, der nicht auf Arbeit gegangen war, etwas übernächtig aus, wahrscheinlich lag ihm der Sonntag noch in den Glievern. Als der Zähler an die Rubrik Hauptberufszweig kam, mischte sich die Frau in das Zählergeschäft, indem sie ausrief: „Schreiben Se man Haupt-Bummler, er ist Nächtens erst wieder um Dreien anjeschliddert jekommen! Jcjen so wat müßte die Polizei inschreiten, schreiben Se's man uff!" Der Mann soll zwar etwas entrüstet ausgesehen, aber keinen Widerspruch gewagt haben. — Der Baron mit den 83 Hosen wird seit Kurzem an der Berliner Börse ein geadelter Finanzmann genannt und Folgendes weiß das „D Migs.-Bl." als die Genesis dieser Bezeichnung zu berichten: Der Baron sah eines Tages bei seinem Schneider einen neuen, etwas eigcnthümlichen Hosenstoff, der seinen Beifall fand. „Ich möchte davon ein Beinkleid haben," sagte er zu dem Bekleidungskünstler, „aber es wäre mir nicht angenehm, wenn der Nächstbeste dasselbe Beinkleid trüge; haben Sie von dem Stoff schon eins gemacht?" — Der Schneider verneinte. „S e sind der Erste, Herr Baron!" — „Gut, ich will aber auch der Einzige bleiben " — Der Meister lächelte verlegen: „Entschuldigen Sie, Herr Baron, es ist ein ganzes Stück, ich muß sehen, es los zu werden " — „Herr, wie viel Hosen machen Sie daraus?" — Der Schneider sab in feinen Büchern nach — „Dreiundachtzig Stück, Herr Baron!" — „Gut, die nehme ich!" war die entschlossene Antwort des Mannes, der jetzt jedenfalls der Hosenreichste seines Jahrhunderts ist. — (Die billigste Reife um die Welt.) Ein grelles Streiflicht auf unsere hadervolle Zeit wirit die folgende phantastische Notiz des „Figaro". Das Pariser Blatt schreibt: „Wer b'llig nach Amerika reisen roiQ, werde ein Jude und gehe nach Rußland. Da wird er sofort ausgewiesen und gelangt nach Lemberg, wo der Agent für die sofortige unentgeltliche Weiterreise nach Amerika sorgt. Wem es in Amerika dann nicht gefällt, der verwandelt sich dort in einen Chinesen und kommt sofort nur Kosten einer phllantropischcn Gesellschaft nach China, wo er sich nur für einen Russen auszugeben braucht, um nach Rußland zurück ausgewiesen zu werden. Von dort als Jude abermals nach Oesterreich verjagt, hat er die schönste Reise um die Erde gratis absolvirt" — Nach einer Mittheilung des Gefängniß-Directors in Washington hat Guiteau sich dort etwa 1300 Dollar gesammelt, wovon allein 800 Dollar durch Autographen. Kürzlich nahm er on einem Sonntage 38 Dollar ein. Auch nur in Amerika möglich! — (Gutenberg in Straßburg.) Wer kennt nicht die Geschichte vom Junker Johann Gutenberg, der wegen eines Streites der Patrizier mit den Str-aßburger Bürgern seine Vaterstadt Mainz verließ, in Straßburg einen Mainzer Stadtschreiber gefangen nahm, weil ihm die Mainzer die Auszahlung seiner Revenuen verweigerten, dann großmüthig auf das Lösegeld verzichtete und in Straßburg unter Kummer und Noch die Buchdruckerkunst erfand? Diese schöne Erzählung soll jetzt der historischen Forschung zum Opfer fallen. Professor Faulmann hat tn seiner „Jllustrirten Geschichte der Buchdruckerkunst"-dieselbe auf den kritischen Secirtisch gelegt und an der Hand der Actenftücke nachgewiesen, daß es mehr als em n Johann Gutenberg gab, daß somit nicht Alles, was einen Gutenberg betrifft, sich auch auf den Erfinder der Buchdruckerkunst bezieht. Zum besseren Verständniß wollen wir vorausschicken, daß der eigentliche Familienname Gutenberg's Johann Gensfleisch (richtiger Gänsefleisch) ist, welcher sich schon im 14. Jahrhundert in zwei Linien theilte, von denen eine später den Namen „zur Laden", die andere den Namen „Sorgenloch" annahm. Beide Linien hatten im Jahre 1411, als der erste Auszug der Patrizier erfolgte, einen Johann Gcnsfleisch, ober der „zur Laden" war 1419 tobt und dessen Neffe, der 1430 noch nicht mündig mar, weil fs<. walde aufgestellten Tabelle von je einer Million Gebäuden durchschnittlich jährlich durch den Blitzstrahl betroffen, und zwar in den Jahren 1854/57 1858/61 1 in der Literarisches. Nikolaus Lenaus sämmtliche Werke. Mit Biographie, Einleitungen und Anmerkungen. Leipzig, Bibliographisches Institut 2 Bände, 1882. Bei allen bisher erschienenen Ausgaben der Werke von Nikolaus Lenau wurde es unliebsam empfunden, daß ihnen jede erklärende Anmerkung über die in den Gedichten enthaltenen Beziehungen, meist aber auch eine eingehende Biographie des Dichters fehlte. Wenn diese vorhanden war, wurden darin die Namen der wichtigsten Persönlichkeiten, welche in näherem Verkehr mit Lenau standen, vermißt Besonders unangenehm waren diese Lücken deshalb, weil bas reiche innere Leben Lenaus unb sein unglückliches Geschick beinahe ebensoviel Interesse für den Menschen rare für den Dichter erregten. Es ist überdies eine sehr naheliegende und ebenso gegründete Forderung, daß man wisse, welchen Einflüssen die deutsche Literatur Poesien von so eminentem Werth wie die „Schilflieder" und „Wild verwachsne, dunkle Fichten" zu verdanken habe. De Lenau-Ausgabe des Bibliogiaphischcn Instituts kommt allen diesen Wünschen in ausreichender Weise entgegen. Die zwei handlichen Bande im Format der übrigen Klassiker dieses Verlags enthalten sämmtliche Werke des Dichters; voraus geht eine ausführliche Lebensbeschreibung, in welcher alle von den bisherigen Biographen sorgfältig und mit überflüssiger Ängstlichkeit geheim gehaltenen Namen gegeben und d-e traurigen Lebensschicksale des Dichters in würdiger Form dargelegt sind. Wo es nöthig, orientiren die Anmerkungen unter d m Text über die Abfassungszeit und etwaige Beziehungen der einzelnen Gedichte und (worauf wir besonders aufmerksam macken möchten) den größern Werken „Faust", „Savonarola" und „Albigenser", sind aussühr- liche Einleitungen beigefügt, welche hmsichtlich der beiden letzten Dichtungen auch über deren gsfchichtsmäßigen Inhalt in möglichster Kürze Hinweise bieten. Wird dadurch eimstheils das Verständniß der Dichtung erleichtert, so wird anderseits das Interesse daran um so mehr erhöht, als die Gewissenhaftigkeit des Dichters in der Festhaltung der historischen Thatsachen so viel deutlicher erhellt. Einen sehr werthvollen Beitrag hat die Ausgabe in einem Anhang erfahren, welcher eine Reihe geistreicher, den Briefen unb Gesprächen Lenaus entnommener Bemerkungen enthält Wir zweifeln nicht, daß b'e Werke des wortgewaltigen Dichters in dieser Gestalt sich zahlreiche neue Freunde erwerben werden. Lenau bildet enen schätzbaren Zuwachs zu den rühmlichst bekannten Klassiker- Ausgaben des Bibliographischen Instituts in Leipzig, welche sich ebensowohl durch gediegene innere unb äußere Ausstattung als durch Billigkeit auszeichnen. Auch der sehr geschmackvolle Einband verdient hervorgehoben zu werden. zugeben , „ , größer gewordenen Blitzgefahr gelten die fortgesetzte Verwüstung und Niederlegung von Wäldern und Bäumen 'n der Nähe bewohnter Orte (die zahlreichen Spitzen unb Wipfeln bewirkten eine Vertheilung der Eleciricität), ferner unser moderner Häuserbau, der ganz übermäßig unb mehr, wie das srüher geschehen ist, dlitzanzichende Stücke, wie Fahnenstangen, Wetterfahnen rc. anbringt. Es scheint dringend geboten, daß die als Gegenmittel gegen die Gefahr des Blitzschlages geltenden Anordnungen, wie gute Blitzableiter, Beschränkung der Entwaldungen, mehr Anwendung finden möchten, als das bisher, insbesondere von privater Seite, geschahen ist. Unsere Behörden lassen nickt nur sämmtliche öffentliche Gebäude m't Blitzableitern versehen, sondern lassen auch alljährlich durch hervorragende Techniker die Einrichtungen prüfen St. Ottilien bei Lichtenau, 6.Juni. Hier 'st am letzten Sonntag ein wunderbarer Fall vorgekommen. Dem dortigen Lehrer Müller, welcher nebst emem Kinde während eines Gewitters am offenen Fenster seiner Wohnung stand, fuhr der Blitz in d.e halb offen stehende Weste, sengte etwas das Tuch derselben an der inneren Seite und gmg dann durch das Hosenbein, einen Brandstreifen am Fleisch hinterlassend, wieder in's Freie. Außer der unbebiiitenben Brandwunde und einer cuca viertelstündigen Betäubung Beider hat Herr M. merkwürdiger, aber auch glücklicher Weise 1862/65 1866/69 1870/73 1874/77 49 90 93 157 54 100 104 157 81 231 161 258 109 335 251 365 59 81 109 142 58 81 104 123 102 155 186 222 104 212 294 353 60 65 81 94 84 314 110 206 wird, in den letzten Jahren bedeutend IliilWiilze Oie werden: JL Maurerarbeit, veranschlagt zu 3738.94 •< aber 1882. 3943 Leichte 3611 Lacke, Firnisse, Pinsel etc. 3445 empfiehlt Fr. Seibel, Mäusburg. H. Rübsamen. 3421 4035 Reste reinwollener Beiges. 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Dornseiff, Rechtsanwalt. 3006 In meinem neuerbauten Hause (Bahnhofstraße) ist ein Laden mit Logis, sowie zwei Familienwohnungen, bestehend aus 4 Zimmern, Küche und Zubehör, sofort zu vermiethen. Wilh. Plank. NEUE (13.) UMQEARBEITETE I L LUST R I RTE AUFLAGE. O m T O z CD © er LU o o ei - JEDER BAND GEB IN LEINWAND 9 M„ HALBFRANZ 9‘S M. Conversätiöns Lexikon. Mit Abbildungen und Karten; '' Preis ä Heft 50 Pf.