Nr 13 Zweites Mart. Sonntag den 15. Zanmir L8«2. Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. SUMM: Schulstraße B. 18. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Amtlicher Hheit. Bekanntmachung Betreffend: Das Ersatz-Geschäft für 1882. Mit Bezug auf die Bestimmungen der Deutschen Wehr-Ordnung, fordern wir alle im Jahr 1862 geborenen Militärpflichtigen, sowie die in früheren Jahren geborenen, welche sich noch nicht zur Musterung gestellt haben, oder welche hinsichtlich ihrer Verpflichtung zum Eintritt oder ihrer Befreiung vom Militärdienste noch keine definitive Entscheidung erhalten, und entweder im Kreise Gießen ihren dauernden Aufenthalt haben, oder in demselben als Studenten, Gymnasiasten und Zöglinge anderer Lehranstalten, oder als Haus- und Wirthschaftsbeamte, Handlungsdiener, Lehrlinge, Handwerksgesellen, Lehrburschen, Dienstboten, Fabrikarbeiter oder in ähnlicher Eigenschaft sich aufhalten, hiermit auf, sich behufs Eintragung ihrer Namen in die Stammrolle in der Zeit Dom 18. Januar bis zum 1. Februar I. I. bei der Bürgermeisterei ihres Wohnortes, beziehungsweise ihres Aufenthaltsortes, zu melden und dabei, wenn sie an diesem Orte nicht geboren sind, ihren Geburtsschein und wenn sie sich bereits bei einer früheren Musterung gestellt haben, ihren Loosungs-Schein vorzulegen. Wir machen zugleich darauf aufmerksam, daß Diejenigen, welche die Anmeldung unterlassen, zu gewärtigen haben, daß sie mit einer Strafe bis zu 30 Mark oder mit Haft bis zu drei Tagen belegt, von der Theilnahme an der Loosung ausgeschlossen und ihrer etwaigen Ansprüche auf Zurückstellung rc. verlustig erklärt werden. Bezüglich derjenigen Militärpflichtigen, welche zur Zeit abwesend sind, sind j>eren Eltern, Vormünder, Lehr-, Brod- und Fabrikherrn zu diesen Anmeldungen verpflichtet. Die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises werden beauftragt, Vorstehendes in ihren Gemeinden noch besonders auf ortsübliche Weise bekannt machen zu laffen. Gießen, am 3. Januar 1882. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Boekmann. Bekanntmachung. Betreffend: Theater in Gießen. Wir sehen uns veranlaßt, zur öffentlichen Kenntniß zu bringen, daß zur Erreichung der möglichsten Sicherheit vor Feuersgefahr stc. während der in dem Leib'schen Saale derrnalen stattfindenden Theatervorstellungen nachstehende Anordnungen von uns getroffen worden sind: 1) die drei aus dem Saale ins Freie führenden Thüren sind so eingerichtet, daß sie sich nach Außen öffnen lassen; 2) für die Gallerte ist ein besonderer Ein- und Ausgang hergestellt; 3) außer der Gasbeleuchtung ist eine genügende Beleuchtung Mit Oellampen eingerichtet; 4) die Handhabung der Gaseinrichtung ist einem Bediensteten des Gaswerks übertragen; 5) während der Vorstellungen versieht ein Theil einer der hiesigen Feuerwehren mit Handspritze den Feuerwachedienst im Theaterlocal. Gießen, am 14. Januar 1881. Großherzogliche Polizeiverwaltung Gießen. Fresenius, «■rnuii nun ir niniini mm ■■ m iiiiihb ii .....iiiiiii irnnwmmmbmbmbbb—mm Wochenschau Mit dem am vergangenen Montag erfolgten Wiederzusammentritt des Reichstages ist wieder ein frischerer Zug in unser gesummtes politisches Leben gekommen, in welchem bislang die durch die Weihnachtszeit verursachte Pause sich mehr oder minder bemerkbar gemacht hatte. Fast unmittelbar nach der Wiederaufnahme seiner Thätigkeit sah sich der Reichstag vor eine hochwichtige Entscheidung gestellt, nämlich ob das int Mai 1874 im Reichstage gegen die Stimmen des Centrums und seiner Anhängsel zu Stande gekommene Jnternirungsgesetz gegen renitente katholische Geistliche auch fernerhin noch Giltigkeit behalten solle. Im Rainen der Centrumspartei hatte der Abg. Windt- horst am Mittwoch den Antrag auf Aufhebung dieses Gesetzes gestellt und war dieser Materie der größte Theil der Mittwochs- und Donnerstags-Sitzung gewidmet. Nachdem der gewandte Führer der Centrums-Fraktion in geschickter Weise seinen Antrag kurz motivirt hatte, mußten die übrigen Parteien ihre Stellung zu dem Gesetze wohl oder übel darlegen, indessen bekannte sich nur die nationalliberale Partei geschlossen gegen den Antrag Windthorst, wie aus den Ausführungen des Abg. Hobrecht hervorging, die übrigen Fraktionen waren in dieser Frage fast sämmtlich gespalten. Sehr unklar waren die Erklärungen des Vertreters der preußischen Regierung, Staatssecretärs v. Bötticher, über die Stellung der verbündeten Negierungen gegenüber dem Antrag Windthorst, aus denen aber hervorging, daß man sich in Regierungskreisen über diese Frage noch nicht schlüssig gemacht hatte. Die Verhandlungen über den beregten Gegenstand nahmen, wie schon erwähnt, auch die Donnerstags-Sitzung in Anspruch und ist die Annahme des Antrages Windthorst mit 233 gegen 115 Stimmen erfolgt. Die übrigen Gegenstände der Reichstags-Verhandlungen am Mittwoch und Donnerstag waren von geringerem Interesse und ist vom Mittwoch nur noch nachzutragen, daß der Antrag des socialistischen Abg. Rittingshausen auf Vermehrung der Reichstags-Wahlkreise mit großer Majorität abgelehnt wurde. Der neue Bischof von Fulda, Dr. Kopp, wurde am Dienstag vom Reichskanzler Fürsten Bismarck und am Donnerstag von Sr. Majestät dem Kaiser empfangen. Bereits vorher hatte der Bischof den zur Zeit in Berlin anwesenden Staatsministern seinen Besuch gemacht. Der „Kölner Zeitung" zufolge finden Verhandlungen betreffs des westpreußischen Bisthums Kulm statt. Bekanntlich ist der zeitige Bischof von Kulm, Herr v. Marwitz, hochbetagt (er gehört zu den Veteranen der Kriege von 1813 bis 1815 und feiert am 8. November d. Js. sein 50jähriges Bischofs-Jubiläum» und man spricht von der Bestellung eines Coadjutors mit dein Rechte der Nachfolge. Auch ist dort die durch Tod erledigte Stelle eines Probstes und Weihbischofs zu besetzen und sind Lücken im Dorncapitel auszufüllen. In Oesterreich beschäftigt man sich fortgesetzt vorwiegend mit der Lage der Dinge in Süd-Dalmatien. Es ist kaum ein Zweifel daran übrig, daß die Aufständischen in der sog. Krivoscie fortwährend durch herzegowinische und bosnische Banden verstärkt werden, denn sonst könnte die Krivoscie, deren gesummte Einwohnerzahl sich auf kaum 4000 Seelen beläuft, unmöglich den dort bereits stehenden Truppen einen so hartnäckigen Widerstand leisten. Bezüglich der gegen die Aufständischen geplanten weiteren militärischen Maßregeln verlautet nur, daß das bisherige Einschließungs-System auch nach dem Eintreffen der erwarteten Verstärkungen aufrecht erhalten werden solle. Von einer eigentlichen Campagne dürfte" also vorläufig abgesehen werden und begünstigt auch die gegenwärtige rauhe Jahreszeit kaum eine andere Politik, als die der vollständigen Einschließung der Krivoscie und der Abschneidung jeder Unterstützung für die Insurgenten. In Frankreich sind die Kammern am 10. Januar, also nur zwei Tage nach den Ersatzwahlen für den Senat, zu ihrer ordentlichen Session zusammengetreten. Die letztere verspricht jedenfalls sehr interessant zu werden, da verschiedene wichtige innere Fragen zur Verhandlung kommen werden, unter denen das Project, betr. die Revision der Verfassung und die vielbesprochene Angelegenheit des Listen-Scrutiniums, die Hauptrolle spielen. Daß Gambetta nach wie vor auf der- Durchführung des Listen-Scrutiniums entschieden besteht, beweist die Mittheilung Pariser Blätter, wonach Gambetta entschlossen _ wäre, zu demissioniren, falls die Kammern das Listen-Scrutinium verwerfen sollten. Ob diese Drohung ernst gemeint sei, mag dahin gestM bleiben, sie beweist aber, daß der französische Ministerpräsident nicht wählerisch in seinen Mitteln ist, wenn es gift, seine Ideen durchzusetzen. Welche Vorbereitungen die Anhänger der irischen Landliga bereits für einen eventuellen Aufstand getroffen haben, erhellt aus dem Umstand, daß die Polizei in der Nähe von Kork ein geheimes Waffenlager mit 30 Snidergewehren, 500 scharfen Patronen und 300 Dynamit-Patronen entdeckt hat. Es ist anzunehmen, daß derartige versteckte Waffendepots über ganz Irland zerstreut sind und die Polizei wird fortgesetzt ihre ganze ^hattgrett entfalten müssen, um den Umtrieben der Landligisten zu begegnen. Die augenblicklich am meisten interessirende Nachricht aus Rußland ist die Enthebung des Generals Tscherewm von semem Posten als Gehilfe Jgnatieff's, des Ministers des Innern. Dieselbe soll allerdings auf Wunsch Tscherewin's erfolgt sein, doch ist es wahrscheinlich daß dahinter em Jntriguenspiel Jgnatiefss steckt, der in Tscherewm einen bevorzugten Rivalen erblickte und alle Hebel ansetzte, um denselben zu entfernen. Die Aufregung in der egyptischen Rationalpartel über ne dein Mceköniq überreichte Collectivnote der Westmächte hat abgenommcn. Der Vicekönig telegraphirte der Pforte den Wortlaut der englisch-französischen Collectivnote. Die egyptische Regierung bereitet eine Antwortnote vor, in welcher fie, wie es heißt, den Regierungen von Frankreich und England für ihre Sorgfalt dankt, ^aber hinzufügt, daß Vesorgniß unnöthig sei. In Tunis wird nach Meldungen englischer Blätter der Ausbruch einer Hungersnoth befürchtet, weil vielfach die Bebauung des Landes in Folge der Unruhen unterblieben fei. Sobald sich der Nahrungsmangel im Innern des Landes fühlbar machen wird, befürchtet man einen heftigeren Ausbruch der Unruhen. Die „Pacificirung" von Tunesien scheint demnach noch gute Wege zu haben. Zm Ausverkauf. Mit den gesteigerten Bedürfnissen der Jetztzeit, die in Folge des veränderten Geschmacks, der umgewandelten Lebensweise, der Sitten und Lebensgewohnheiten unseres Jahrhunderts, abgesehen von der an ihnen immer weiter gehenden Verfeinerung, an Zahl außerordentlich zugenommen hab.n, mußte auch das Streben nach ihrer Befriedigung e,n vulseitigeres werden, die Form des Angebots in vielgestaltigerer Weise hervortreten. Dies wurde möglich durch die Einführung der Gcwerbefrelheit. Wie mit der Vermehrung und Vervollkommnung der Verkehrsmittel der Handel allerorten seine Schwingen freier zu regen vermochte, so entäußerte sich auch das Gewerbe der beengenden Fesseln, die ihm die Zünfte auch unter ganz veränderten Zeitverhättnissen noch immer anzulegen bestrebt waren. Das erlösende Wort von der „Selbsthülfe" des Gewerbtreibenden war schon längst ausgesprochen, als es durch die Einführung der Gewerbefreiheit auch gesetzliche Sanction erhielt. Leider erwies sich eine der Hauptvoraussetzungen für die Einführung dieser zeitgemäßen Inst tutlvn als nicht ganz zutreffend und erweckte dadurch letzterer selbst zahlreiche Feinde, die gerade in der gegenwärtigen Zeitlage kühner ihr Haupt erheben als je. Man hatte nämlich g'glaubt, daß das kaufende Publikum schon selbst so viel Einsicht chabe oder diese alsbald gewinnen würde, die durch die unbeschränkte Freiheit in dcr Erzeugung allerhand gewerblicher Producte fast mit Nothwendigkeit hervortretende Unreellität zu erkennen und za bekämpfen. Und doch bewährt sich der kernige Ausspruch des bekannten Prof. Bock: „Die Dummen werden nicht alle!" noch alle Tage ganz besonders auf diesem Gebiete. Darum konnte es auch nicht fehlen daß mit der Zeit die Zahl der unreellen, gewissenlosen Speculanten auf diesem ergiebigen Felde immer größer werden mußte. Zwar suchte die Gesetzgebung die modernen Auswüchse des Kleinhandels und Gewerbes zu beschneiden, indem sie dem Psuscherthum zu Leibe rückte, die Wanderlager fast unmöglich machte u. s. w.; aber die Sache selbst blieb, sie wechselte nur das Aus- hangeichild. Wer wollte z. B. leugnen, daß die in großen und kleinen Städten immer und immer wieder angezeigten „Ausverkäufe" nicht auf's Auge den eben verschwundenen Wanderl'-gern gleichen? Die grellfarbigen Placate, auf welchen mit Sirenensang die fabelhaft billigen Preise des „großen Ausverkaufs" in Lapidarschrift weithin sichtbar zu lesen sind, halten den Provinzler, den wenig bemittelten Arbeiter, das sparsame Dienstmädchen, die sorgsame Hausfrau auf und — nun, probieren kann man's ja. Außerdem verfehlen die in den Schaufenstern und bis auf's Trottoir he>aus ausgelegten und mit billigsten Preisen versehenen Waaren nicht, ihren Beruf, das Publikum in den Ausverkaufsladen selbst zu führen, zu erfüllen. Sind sie aber einmal drin, so gehen sie kaum wieder heraus, ohne ihr gutes Geld gegen — billige Waare eingetauscht zu haben- Das „Billig und gut" erfährt freilich in diesem Falle eine eigenartige Deutung, da sich diese Attribute nicht vereint bei der Waare finden. Es gibt natürlich auch wirkliche und reelle Ausverkäufe, in welchen, durch irgend welche äußere Umstände veranlaßt, die Losschlagung der vorhandenen Waarenbestände und damit em völliges Aufhö eu des betreffenden Geschäfts beabsichtigt wird. Bel einer solchen Gelegenheit werden dann Waaren, die durch langes Liegen etwas an ihrem Aussehen eingebüßt haben, zu einem Preise abgegeben, der die Waaren auch tn diesem Zustande noch immer höchst annehmbar erscheinen läßt; aber auch die gangbaren guten Waaren müssen — und darin gleicht ein derartiger Ausverkauf ganz einer nothwendigen Subhastation — zu wohlfeilen Preisen abgegeben werden Wer wollte es in einem solchen Falle dem Publikum verdenken, wenn es einen derartigen wirklichen Ausverkauf fleißig fiequentirt? Aber ein anderes Bewandtniß hat es mit jenem unreellen Ausverkauf, welcher auf die Unerfahrenheit und das unzureichende Urtheil des großen Publikums rechnet und unter der schwindelhaften Verkehrung des Grundsatzes: „Die Menge muß es bringen", dem Publikum Waare aufhängt, die ein empfehlendes Aeußere hat, über deren Qualität aber recht bald dem betrogenen Publikum die Augen aufgehen und übergehen müssen. Zwar scheint sich auch in dieser Beziehung das Urtheil des Publ kums etwas geklärt zu haben; aber noch gibt es Leute genug, welche dem ehrlichen Deta lgeschäft den Rücken kehren, um in dem „Ausverkauf" ihre Bedürfnisse zu befriedigen. Daß hier selbst das Sprüchwort: „Der Gebrannte fürchtet das Feuer" immer und immer wieder zu Schanden wird, darf nicht Wunder nehmen; denn die Entrepreneure jener unreellen Ausverkäufe wissen Zeit und Umstände, sobald diese sich ihrem Geschäfte günstig erweisen, sofort in ausgiebigster Weise zu benutzen. Zur Jahrmarktszeit, wenn das Gesinde mit dem Lohn des letzten Vierteljahrs in der Tasche nach der Stadt strömt, oder zur Weihnachtszeit, wenn die Herrschaft den „heil. Christ" für die Dienstboten einkaufen will oder letztere durch den zum neuen Jahre bevorstehenden Dicnstwechsel verschiedene Kleidungsstücke benothigen, da wird der Ausverkauf eröffnet. Wohl weiß der Knecht, daß der dicke Flaußrock, den er im vorigen Jahre gekauft hat, nach kaum einem Jahre recht fadenscheinig geworden ist; wohl ist das Kleid, das die Magd im vergangenen Jahre einem Ausverkäufe entnommen hat, bereits bedenklich verbuchen; aber doch kaufen beide wieder in dem Ausverkauf, denn sie rechnen nur auf den augenblicklichen Bedatf und dieser kann tn dem „Ausverkauf" auf billigste Weise befriedigt werden. Erft dann, wenn einmal auch in die weitesten Kreise des Publikums die Erkenntlich gedrungen sein wird, daß Schundwaare noch mit Schundpreisen zu theuer bezahlt wird, erst dann werden die unreellen Ausverkäufe, die nicht allein von dem direct geschädigten reellen Geschäftsmanne, sondern von jedem rechtlich denkenden Manne verurteilt werden, aufhören. Sollte nicht auch das Auge des Gesetzes in denselben eine strafbare Vorspiegelung falscher Tbatsachen zum Zwecke der materiellen Schädigung des kaufenden Publikums erblicken? Cz. Lokales. Gießen, 14. Januar. (Sitzung der Stadtverordneten vom 12. Januar.) Anwesend: Herr Bürgermeister Bramm, Herren Beigeordneten Keller und Heß, von Seiten der Stadtverordneten die Herren: Bai ft, Gail, Grüneberg, Han- ftein, Hoch, Hornberger, Lüdeking. Aug. Noll, Petri, Scheel, Schvpbach, Vogt, Wenzel und Wortmann. — Nach Eröffnung der ersten Sitzung in diesem Jahre begrüßt Herr Bürgermiftcr 93ramm die Anwesenden mit herzlichem Willkommen, hierbei der Zuversicht Ausdruck gebend, daß die in der Stadt- verordneten-Versammlung im neuen Jahr gefaßten Beschlüsse und Handlungen der Stadt Gießen zum Wohle gereichen möchten. — Zu Punkt 1 der Tagesordnung, Anlage von Feldwegen und Entwässerungsgräben in der Gemarkung Gießen, hier speziell im Neustädtcr Feld, wurden der Versammlung die Pläne zu den betr. Arbeiten zur Begutachtung oorgelegt. Da man jedoch in Folge erhobener Einsprache die Ansicht theilte, daß die gen. Arbeiten nur von Erfolg sein könnten, wenn gleichzeitig Vorkehrungen zum Schutze des Neustädter Feldes gegen Ueberschwemmungen durch die Lahn getroffen würden, ohne welche die Anlage von Gräben vielleicht zwecklos oder dock später geändert werden müßte, wird beschlossen, die Sache der Baudeputation zu überweisen. — Der vorgelegte Entwurf einer Instruction für den städtischen Wieger wird genehmigt. - Die Rechnung von 1880/1881 ist gestellt und wird der Finanzdeputation -ur Prüfung überwiesen. — Entsprechend den Gesuchen um Eröffnung und Herstellung der Bleichstraße hotte die Stadverordneten-Versammlung in einer ihrer letzten Sitzungen beschlossen, die Kosten, welche sich nach dem Voranschläge auf 8670 JL belaufen, in das nächste Budget einzustellen, vorausgesetzt, daß bis dahin die neue Bauordnung in Kraft getreten sei. Heute liegt nun eine weitere an Großh. Kreisamt gerichtete Eingabe vor, in welcher die Petenten die Notwendigkeit der Herstellung der fraglichen Straße und somit die Berechtigung ihrer Forderungen darzulegen suchen. Nach der Bauordnung liegt, wie dies auch von der Baudeputation an Großh. Kreisamt zu berichten beantragt wird, ein** Verpflichtung der Stadt zum Ausbau der Sttaße nicht vor, denn der Umstand, daß in der Bleichftraße 18 Bauplätze liegen, von welchen bis jetzt nur 8 bebaut sind, läßt sich nach den §§ 4 und 6 der Bauordnung als stichhaltig für die Ablehnung des Gesuches hinstellen, abgesehen davon, daß schon früher Verhandlungen zwischen der Stadt und den Grundbesitzern in gen. Straße über den Erwerb des erforderlichen Straßengcländes ftaitfanden, die aber, w e es in dem Bericht heißt, an den exorbitanten Forderungen der Interessenten scheitelten. Der Antrag der Baudeputation wird angenommen. — Die Gesuche der Bewohner der Steinftraße, Weserstraße, vetlängerte Schillerstraße u. s. w., welche die Aufbesserung und Herstellung gen. Straßen, theils auch die Aufstellung von Laternen zum Gegenstände haben, werden nach den Anträgen der Baudeputation, welche nach Einsichtnahme d e vorgebrachten Beschwerden nicht für begründet erachtet, erledigt. — Nach Erledigung mehrerer Kosten- dekreturen schließt die öffentliche Sitzung. Vermischtes. Augsburg, 6. Januar. Die „Augsb. Abdztg." berichtet: Gestern Vormittag wurde dahier ein verdienstvoller Officier in erschütternder Weise plötzlich vom Tode ereilt. Herr Hauptmann Eilles, Directivnsmitglied der Militärschießschule, welcher seit Jahren als Waffeninspiciel.t innerhalb der königlich bayerischen Armee eine anstrengende und aufopfernde Thätigkeit entfaltete, kam zur Prüfung einer technischen Frage über das Jnfanteriegewehr M 71 in die Werkstätte des Beschaumeisters (Büchsenmachers) der Militär schießschule in die Jesuitenkaserne und brachte zwei M- ,• " 3' Is Imperral.grun „ „ „ 4 empfiehlt (28 H. F. Nassauer. Fensterleder, Schwämme, Scheuertücher, Bürstenwaaren billigst bei 20 Fr. Seibel» | Moras 0 haarstärkendes ? Mittel .rfnn4o„ (Kölnisches Haarwasser) KöX L?2 von A. MOUAS L Co. Ah das'fA?» ?,Cmeranten ,n COLN a/Rh. Welt Aintrflfm81»6 Toi,vttoumittel in der ganzen mit el bfliAhhfrt’ »Und a18 daB reellste Haar- miue1 beliebt. Beseitigt in 8 Tairen die HaawPgee“chmlid|ChinVnb,I',ung’ n,«rllt d,e a™ W 8 ?nd "eidenglänzend, he- AasfXn nna“ n8thum and verhindert ”?d ßrnuwerden. 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Unverzagt. 255 Logis, gleich beziehbar, zu vermiethen.____________Neue-Bäue B. 90. 184 Eine neu eingerichtete Wohnung nach der Straße, 5 schöne Zimmer, Küche, Speise- und Magdkammer innerhalb des Corridors, ferner eine kleine Wohnung von 4 Zimmern und Küche zu vermiethen. W. Ferber, Buchhdlr., Kirchenplatz. 146 Eine Mansardenwohnung an’eine stille Familie zu vermiethen bei _________Carl Vogt, Wallthorstraße. 8 Frankfurterstraße E. 30 ist eine Wohnung im 2. Stock — 6 Zimmer rc. — zu vermiethen und sofort beziehbar. Ferner eine Wohnung im 3. Stock — 4 bis 6 Zimmer — zu vermiethen und 1. April beziehbar. Nies, Ober-Güterinsvektor. 4 Eine Familienwohmmg von 3 Zimmern, sowie eine desgleichen von 2 Zimmern zu vermiethen. _ _________Müller II. 19 Eine Wohnung, Hochparterre, mit Veranda, bestehend aus 7—8 Zimmern rc ist zu vermiethen. Auf Wunsch mit Stallung. L. Kauf, Ostanlage. 247 Zwei Logis zu vermiethen bei __ , ____ Karl Heil, Schützenstraße. 328 Das seither von Frau Wittwe r o § bewohnte Familicnlogis ist bis rum 1. April, auf Wunsch auch sofort, zu vermiethen. Karl Burkhardt, Neustadt. 323 Ein kleines Mansardenlogis per 1. Februar zu vermiethen. August Weidig, Kreuz D. 2. 321 Der mittlere Stock meines^ßauses ist zu vermiethen.Ar. Bender. , Die von Herrn Klaucke seither benutjte Wohnung ist wegen unerwarteten plötzlichen Wegzugs nach Düsseldorf m v-rmtthen und event. sofort zu beziehen. A. Gabriel, Frankf.-Str 33^_ Ein Famttumlogrs, beugend m 3 Zimmern und sonftigem Zubehör, sofort zu vermiethen.___________Lindenplatz 64. 3 Em kleines möblirtes Rimmer zu vermiethen.__________^euerm>e0_116. 260 Ein neues, bereits bewohntes Hans zum Alleinbewohnen, mit großen Lagerräumen sowie Hofrqum ist ZU vermiethen und kann sofort bezogen werden. Näheres bei I. Blitz. ®tocf 'N meinem mC^th»nUtCn um Riegelpfad zu ver- miet^en__Neorg «römer. 22 Mövl. 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