Mittwoch den 13. September 1882 Nr. 2LS nzemer Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Erscheint IL-Uch mit Ausnahme deS Bureaur Schulstraße B. 18. Strack, Dekan. Die Angelegenheit des Herzogs von Cumberland, des braunschweigischen Thron-Prätendenten, beschäftigt neuerdings wieder lebhaft die Presse. Wie es heißt, wäre die Anwesenheit des Königs von Dänemark, des Schwiegervaters des Prätendenten, und des Prinzen von Wales in Deutschland dazu benutzt worden, den Herzog von Cumberland zu einem Vergleiche mit der Krone Preußen zu bewegen. Der Herzog soll sich hierzu jetzt auch geneigter zeigen, als bisher, was aber weniger dem Einflüsse des Königs von Dänemark und des Prinzen von Wales, als vielmehr dem Umstande zugeschrieben wird, daß der Kaiser von Rußland, der Schwager des Herzogs von Cumberland, nicht, wie dieser gehofft, die geringste Neigung zeigt, die Ansprüche des Herzogs auf den Thron von Hannover bei der preußischen Regierung zu unterstützen. Kaiser Franz Joses hat am vergangenen Freitag eine größere Reise in die südlichen Provinzen der österreichischen Monarchie angetreten, welcher Hebung der konfirmirten Jugend geschehen". Die Verhandlungen sind öffentlich; zahlreiche Theilnahnle erwünscht. Lang-Göns, den 11. September 1862. Preis viert«Hchrlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlshn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. ?N. AUÄi: ■W* SS Bleichplah; Bl. J begehen. Vnhosstrch raße E. H« !n und alsbch ter Haus". rT " Herraum W! euen^äuen. Betreffend: Die Bildung der Schöffen- und Schwurgerichte. Gießen, am 6. September 1882. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Grotzherzoglichen Bürgermeistereien des KretkeS. Wir beauftragen Sie, mit der Aufstellung der Urlisten der zu dem Amte eines Schöffen oder Geschworene« zu berufenden Personen baldmöglichst zu beginnen und diese Listen nach vorschriftsmäßiger Offenlegung längstens bis zum 15. Oktober l. J. bei Meldung disciplmarer Ahndung sammt etwa erhoben werdenden Reclamationen an die zuständigen Amtsgerichte einzusenden. Wir verweisen Sie hierbei auf unser Amtsblatt vom 21 Juni 1879, Nr. 3, von welchem Ihnen, wenn solches bei Ihnen nicht mehr vorhanden sein sollte, noch Exemplare von uns zugestellt werden können und bemerken noch, daß Ihnen das für die Listen erforderlich- Formularpapier in den nächsten Tagen von uns k. H zuge^andt werden wird. Endlich machen wir Sie noch darauf aufmerksam, daß nach § 3, Absatz 2 der Verordnung vom 14. Mar 1819, Regierungsblatt Sette 213, die Bildung der Schöffen- und der Schwurgerichte betreffend, in den Begleitberichten der Bürgermeistereien zu den Urlisten die bekannten Ablehnungsgrunde anzu- sühren sind, wohin namentlich das Lebensalter der Männer gehört, die bis zu Ende des kommenden Jahres 65 Jahre alt stnd. Dr. Bookman n. ____ Dekanats-Synode. Montag den IS. d. M. wird die diesjährige Dekanatssynode in der Kirche zu Klein-Linden abgehalten Anfang des Gottesdienstes 9 V2 Uhr. Prediger: Herr Pfarrer Dingeldey von Gießen. Sodann Verhandlungen über die Frage: „Was kann von kirchlicher Seite zur religiösen und Nt.lichen SA e £ T- & H C I ZE geeignetem Stoff immer wieder auf die Angelegenheit des deutschen Turnvereins in Paris zurück. Es ist bemerkenswerth, daß selbst Blätter, wie die „France" Md „Paris Journal", welche anfänglich das Vorgehen Döroulöde'S als eine patriotische That feierten, jetzt andere Saiten ausziehen und denselben warnen, noch weiter die Empfindlichkeit der Nachbarn Frankreichs zu reizen. Nun, die Gambettistische Preffe möge sich beruhigen, die Deutschen haben trotz der Provo- cationen der „patriotischen Liga" ihr kühles Blut bewahrt und werden auch fernerhin ihre würdige Haltung bewahren. Die „Times" bringt einen sehr bemerkenswerthen Artikel über die europäische Stellung Deutschlands und dessen weittragenden Einfluß. Das englische Weltblatt hebt hervor, daß Deutschland, gestützt auf sein starkes Heer und das gebietende Ansehen seiner geschickten, weitblickenden Diplomatie, jeden Versuch, den europäischen Frieden zu stören , stets mit Erfolg unterdrückt habe und selbst Unternehmungen, welche unabsichtlich Unheil hervorgerufen haben würden, seien von Deutschland vereitelt worden. England habe es dem Fürsten Bismarck durch dessen Zurückweisen jeden Einmischungs-Versuches zu danken, daß es jetzt seine Aufgabe in Egypten lösen könne. Deutschland sei lediglich auf die Erhaltung des Friedens bedacht und habe Alles aufgeboten, die Behandlung der egyptischen Angelegenheiten m einer localisirten zu machen. Hoffentlich entsprechen diese anerkennenden Worte auch den in den Londoner Regierungskreisen gegen Deutschland herrschenden Gesinnungen. Das russische Kaiserpaar ist von der Flottenrevue in Trömfund wohlbehalten wieder in Peterhof eingetroffen, ohne daß die Rihllisten einen Versuch ae'nacht hätten, die Revue zu stören, was doch nicht außerhalb des Bereiches der Möglichkeit lag. Die Männer des Dynamit verhalten sich überhaupt seit längerer Zeit sehr ruhig; ob dies ein Zeichen ist, daß die nihilsstische Bewegung eingeschlummert ist, oder daß die geheimen Verschwörer ihre Kräfte zu einem Hauptjchlage vorbereiten wollen, wagen wir nicht zu entscheiden. Wenn man aber liest, daß sogar zwei Mitalieder der Senatoren-Commission für die Ostsee- Provinzen sich als Nihilisten entpuppt haben, so kann man sich eigenthümlicher Betrachtungen über die russischen Verhältnisse nicht erwehren. Das diplomatische Schachspiel zwischen der Pforte und England ist immer noch nicht beendigt. Die Militär-Convention steht, nach Artikeln schön geordnet, auf dem Papier, sie ist sogar beiderseits ad referendum genommen, aber mit der Unterzeichnung hat es noch gute Wege. Unermüdlich bringt Lord Dufferin immer neue Punkte zur Sprache und es wird allmälig klar, daß England eine Cooperation mit der Türkei in Egypten überhaupt nicht wünscht und demgemäß sucht es auch die Unterzeichnung der Mllitär-Convention möglichst in die Länge zu ziehen. Bei dieser Lage der Dinge ist wohl auch die Nachricht von dem geheimen Vertrage, den England und die Pforte über die politische Neugestaltung Egyptens mit einander abgeschlossen haben sollen, einstweilen mit Mißtrauen entgegenzunehmen. Die englischen Operationen im Osten des egyptischen Kriegsschauplatzes haben nach längerem Stillstand in diesen Tagen wieder begonnen. Nach einer Depesche des General Wolseley functioniren jetzt die Eisenbahnverbindungen gut, Geist und Gesundheit der Truppen sind ausgezeichnet und die Durchschnittszahl der Kranken ist wenig erheblich; alle Verwundeten befinden sich an Bord der Schiffe in ärztlicher Pflege. — In Alexandrien wird der Pöbel immer frecher; so nahm er die Leiche eines gehenkten Arabers vom Galgen, um sie einbalsamiren zu lassen und soll der Hingerichtete als Heuiger verehrt werden. , Von den Philippinen kommen immer bedenklichere Nachrichten über das Umsichgreifen der Cholera. In Manila, der Hauptstadt der Philippiner^ starben an einem Tage 176 Cholerakranke, in der Umgegend 168. HosientliH bleibt der unheimliche asiatische Gast den Grenzen Europas fern. DeuisHland. Darmstadt, 11. Septbr. Die Ankunft Ihrer König!. Höhnten des Prinzen und der Prinzefstn von Wales steht heute Nachmittag mit Extrazug 3 Uhr 30 Min. zu erwarten, während Se. Kömgl Hoheit der Großherzog und die Großh. Familie nebst den Prinz Holstemttchen Arrschaften bereits im Laufe des Vormittags Wolfsgarten verlassen und un Grotzh. Schloße Residenz' inen haben. Nachmittags 0 Uhr findet 'm Schlosse H-rrschafw- und Mar,challs- Tafel statt; Abends beabsichtigen die Allerhöchsten und Höchsten Herrschaften der Vorstellung im Großh. Hoftheater beizuwohnen. . _ gietlin 10 Septbr. Die Anregungen, welche von Seiten der Staats- regierung zur Beförderung t>e§ beugen recht fruchtbaren Boden gefallen zu sein.. Wie die „Berl. Polit. Nachr. erfahren laufen an amtlicher Stelle zahlreiche Anfragen em, m denen auswärtige Importeure den Wunsch zu erkennen geben, Adressen von zuverlässigen Politische Ueberflcht. < Gießen, 12. September. .Der „Reichs- und Staats-Anzeiger" veröffentlicht einen Erlaß, in welchem der Kaiser für die zahlreichen Ergebenheits-Telegramme, die ihm anläßlich der Sedanfeier, sowie im Laufe des Sommers zugegangen sind, namentlich von Vereinen und Versammlungen, seine Anerkennung ausspricht. Die preußischen Wahlangelegenheiten beginnen allmälig mehr als bisher in den Vordergrund des öffentlichen Interesses zu treten. Durch Erlaß vom 4. September hat Herr v. Puttkamer den Localbehörden Beschleunigung der Wahlvorbereitungen anempfohlen und neuerdings sogar telegraphisch diese Anweisung wiederholt. Namentlich aus letzterem Umstande kann man mit Bestimmtheit schließen, daß der Wahltermin nicht mehr fern ist, doch hat bisher die Angabe verschiedener Blätter, daß die Wahlmänner-Wahlen am 12. October unb die allgemeinen Wahlen am 19. October ftattfinben würden, amtlicherseits noch keine Bestätigung erfahren. W«- ihen gute Ach- ione Zimmer. d§. Bl. lmädchen hat ii mit 10 50 inber wirb g: eb. b. Bl. abzug en. würbe auf ben >öhe nach ben bie Stabt ner eben Kreuz K 2, FW __ZL.' ** 5736 Biall, finbet «tift **' MW -ti äu **' U4iyVH.V4.VH , JUVlVyVV kommen esiav Winentlich in Hinblick auf die Vorgänge in Triest eine gewisse Bedeutung nicht LE ubzusprechen ist. In allen Provinzen, welche der Kaiser berührt, werden groß- artige Vorbereitungen zu seinem Empfange getroffen und die verschiedenen igen Nationalitäten werden sicherlich in Beweisen ihrer Treue und Ergebenheit für befiWI neu Kaiser wetteifern. Ihren Höhepunkt und Abschluß wird die Kaiserreise in 11,1,1 Triest finden, wo das kaiserliche Paar in Begleitung des Kronprinzen und der Äronprin&effin am 17. d. Mts. eintrifft. Jedenfalls wird der kaiserliche Besuch nb 'n öem großen Handels-Emporium Oesterreichs an der Adria mit dazu dienen, in der Triester Bevölkerung das Gefühl der Zusammengehörigkeit mit dem Reiche iW gegenüber den Bestrebungen der Irredentisten aufis Neue zu stärken. Ju der inneren französischen Politik herrscht noch immer voll- ^udige Ruhe und die französischen Blätter kommen daher aus Mangel an geeignetem Stoff immer wieder auf die Angelegenheit des deutschen Turnvereins ziilei ■■Q'Z - ° und leistungsfähigen deutschen Fabrikanten m verschiedenen Branchen zu erfahren. Selbstverständlich wird diesen Wünschen bereitivilligst entsprochen, und zwar durch Vermittelung der betr. Jndustrieverbände oder Handelskammern. Wir sind überzeugt daß es bei der großen Leistungsfähigkeit der deutschen Industrie und bei der Unterstützung, welche die Bestrebungen zur Förderung des deutschen Exports aus Seiten der Regierung finden, in verhältnißmäßig kurzer Zeit gelingen wird, die Ausfuhr deutscher Fabrikate auf eine früher nicht gekannte Höhe zu bringen. Breslau, 10. September. Heule Nachmittag 4 Uhr begann bet prachtvollem Wetter das Osficiercennen auf der Scheitniger Bahn. Se. Maj. der Kaiser hatte sich in einem Vierspänner nach der Rennbahn begeben und wurde auf dem Wege dahin von der ein dichtes Spalter bildenden Menschenmenge mit unaufhörlichen Jubelrufen begrüßt. Ihre K. K. H- der Kronprinz und die Frau Kronprinzessin, der Großfürst und die Großfürstin Wladimir, die übrigen hier befindlichen Personen des kgl. Hauses und die anderen hier anwesenden Fürstlichkeiten, sowie General-Feldmarschall Graf Moltke, Kriegsminifter v. Kamecke wohnten dem Rennen gleichfalls bet, die Tribünen waren mit einem glänzenden Publikum angefüllt Dem Sieger im ersten Rennen, Grafen Bethusiy-Huc, wurde der in einem silbernen Humpen bestehende Ehrenpreis vom Kaiser eigenhänd-g überreicht- Beim zweiten Rennen ereignete sich leider ein schwerer Unglücksfall. Lieutenant Neuling von dem 2. schlesischen Husarenregtment Nr. 6 kam mit seinem Pferde zu Fall und das Pferd des dicht folgenden Reiters sprang mit voller Wucht auf den Gestürzten, der zwar sofort hervorgezogen wurde, aber nach wenig Augenblicken verschied. Die Meldung von dem Unfall rief die tiefste Bewegung hervor, insbesondere gaben Se. Maj. der Kaiser, I. K. K. Hoheit die Frau Kronprinzessin und die anderen Fürstlichkeiten ihrer tiefen Ergriffenheit und schmerzlichen Theilnahme wärmsten Ausdruck. Die Festfreude wurde durch den Unfall natürlich sehr getrübt- — Für die Dauer der großen Manöver ist der Oberbefehl über das 6. Armee- Corps dem kommandtrenden General des 4. Armee-Corps, General v. Blumenthal, übertragen worden. Dänemark. Kopenhagen, 8. September. Der Gemeinderath hat, um dem Ueberhand- nehmen des Branntweintrinkens Einhalt zu thun, folgenden Anträgen zugestimmt: 1) die Zahl der Wirthshäuser zu beschränken, 2) die Wirthshäuser einer strengen Controls zu unterwerfen und 3) bessere Wirthshauslocale herzustellen. Von den gegenwärtig bestehenden 1350 Wirthshäusern Kopenhagens sollen 1050 beseitigt werden und also nur 300 verbleiben; letztere sollen eine jährliche Schanksteuer von 200 Kronen (gegenwärtig 60) zahlen, während den Besitzern der zu schließenden Wirthshäuser eine Entschädigung von 300 Kronen gezahlt werden soll. Irankreich. Paris, 8- September. Die „Republique" bespricht heute den Gotthardtunnel auf Grund der Schriften von Vauthier über diesen Gegenstand. Die Verkehrsscheide zwischen dem Gebiete des Tunnels von Modanc und dem des Gotthard geht, wie Vauthiet s Karte zeigt, in gerader Linie von Trouville nach Besancon; alles, was nordöstlich von dieser Lmie liegt, ist dem Gotthardtunnel näher. In diese Lmie fällt Havre, Paris und fällt überhaupt fast alles, was, mit Ausnahme der Weingegenden, für Güter- und Fremdentransport in Frankreich vorwiegt. Die „Republique" findet dies geradezu „brutal" und fügt hinzu: „Wir sind in Hinsicht auf unsere Interessen im Innern wie im internationalen Transit geschädigt. Ein Theil der französischen Waaren wird nur zu rasch von den Bahnen unterer Eisenbahn - Gesellschaften auf die ausländischen übergehen; die großen Städte, wie Havre, Rouen, Paris und die wesentlich industrielle Region des Nordens finden sich bewogen, fortan die Ostgrenze zu gewinnen. Und was das Allerschlimmste ist, die deutsche Industrie findet sich für die Ausfuhr ihrer Produkte ganz unverhofft dem italienischen Markte nahe gerückt" Die „Republique" verlangt, damit Deutschland nicht im Vortheil bleibe: 1) einen neuen Alpentunnel und eine neue Straße von Calais nach Marseille, um die englischen Durchfuhren nach Indien an Frankreich zu fesseln. Die Compagnie Paris Lyon Mittelmeer, so berüchtigt ihre Verwaltung ist, hat längst Gambetta's besondere Gunst nnd sie soll laut der „Republique" von den Kammern beauftragt werden, der Gefahr Frankreichs vorzubeugen und Deutschland lahm zu legen. Türkei. Konstantinopel, 10. Septbr. Lord Dufferin hat nunmehr die Instruction erhalten, bei der Verhandlung über den Art. 2 der Militär-Convention die Forderung der Pforte, daß die Ausschiffung der türkischen Truppen in Port Said erfolgen solle, abzulehnen und den englischen Antrag ausrechtzuerhalten, wonach die türkischen Truppen in Port Said die Bezeichnung des Landungspunktes nach Einvernehmen zwischen dem englischen und türkischen Com- mandanten abwarten sollen. Telegraphische Depesche«. Wolffs telegr. Eorrefpondenr-Birrearr. Berlin, 11. Septbr. Der Kaiser bewilligte für die Hinterbliebenen der bei Hugstetten Verunglückten eine namhafte Spende aus seiner Privat- Chatulle und ließ bereits dem Comitd in Freiburg, wie den: Vaterländischen Frauenverein in Straßburg je 2000 Jl. übersenden. Breslau, 11. Septbr. Se. Maj. der Kaiser hat sich heute früh um 9 Uhr in offenem Wagen nach dem 3 Meilen von hier entfernten Manöver- Terrain begeben. Der Kronprinz Rudolf und die übrigen Fürstlichkeiten folgten gleichfalls zu Wagen dem Kaiser nach. Breslau, 11. September. Zu der Ankunft I. K. K. Hoheiten des Kronprinzen und der Kronprinzessin von Oesterreich, welche gestern Abend um 9 Uhr 15 Minuten auf dem glänzend illuminirten Freiburger Bahnhofe erfolgte, hatte Seine Majestät der Kaiser großen Empfang befohlen. In Folge dessen waren I K. K. Hoheiten der Kronprinz und die Frau Kronprinzessin, I. K. Hoheiten die Prinzen Wilhelm, Friedrich Carl, Prinz und Prinzessin Albrecht, sowie die anwesenden fremden Fürstlichkeiten, ferner der General-Feldmarschall Graf Moltke, der Kriegsminister von Kamecke, die Spitzen der Militär- und Civilbehörden und die Generalität auf dem Bahnhofe erschienen. — Als Ehrenwache war die 1. Compagnie des 11. Infanterie-Regiments mit fliegender Fahne unter dem Hauptmann v. Dresky vor dem Empfangszimmer auf dem Perron ausgestellt. Kurz vor dem Eintreffen des Separatzuges fuhr Se. Maj. der Kaiser in der Uniform seines österreichischen Jnsanterie-Regimmts unter den brausenden Hurrahrufen der dickt gedrängten zahllosen Volksmenge in den Bahnhof ein. In dem einfahrenden Zuge «standen der Kronprinz Rudolf in der Uniform des Kaiser Franz Garde-Grenadier-Regirnents mit Generalsabzeichen und seine Gemahlin an den breit geöffneten Fenstern und grüßten Se. Majestät den Kaiser auf das Herzlichste. Dem Waggon entfliegen, wollte Kronprinz Rudolf Sr. Majestät die Hand küssen, was der Kaiser jedoch Nicht zuließ. Se. Maj. erwiderte vielmehr die Begrüßung des Kronprinzen mit herzlicher Umarmung und einem Kuß auf die Wange. Es erfolgten bann die weiteren gegenseitigen sehr herzlichen Begrüßungen unter den hohen Herrschaften. Kronprinz Rudolf nahm sodann den Frontrapport von dem Hauptmann v. Dresky entgegen, während die Ehrencompagnie präsentirte, und schritt im Geleite Sr. Maj. die Front ab. Dann ging es zu den Wagen In dem ersten nahm Se. Maj. der Kaiser und S. K. K. Hohen der Kronprinz Rudolf, in dem zweiten I. K. K. Hoheiten die deutsche und die österreichische Kronprinzessin Platz. Die übrigen Herrschaften folgten. Der Andrang der Bevölkerung zu den Straßen, welche der Zug paffirte, war außerordentlich stark. Die allerhöchsten und hohen Herrschaften wurden auf der Fahrt mit stürmischen Kundgebungen begrüßt- London, 11. Septbr. Bei Kassaffin gefangene Egypter erzählen, daß Ali Fehmy den Angriff am Samstag geleitet habe. Er hatte 20,000 Mann Infanterie, 2000 reguläre Kavallerie und 3000 Beduinen zur Verfügung. Die „Daily News" theilt mit, die Egypter seien bis 2^2 Meilen von Tel-el-Kebir zurückgeworfen worden. Wäre die Hochländer Brigade zur Hand gewesen, so hätten die Engländer sich Tel-el-Kebir bemächtigen können. — Die Morgenblätter melden aus Kaffassin: Die Kanonade hat am Sonnabend Nachmittag ausgehört, seitdem ist Alles ruhig, die Egypter wurden von Arabi in Person befehligt, zählten 15,000 bis 20,000 Mann von allen Waffengattungen und kämpften mit einer nicht erwarteten Entschlossenheit; namentlich die Artillerie wurde vortrefflich gehandhabt. Die Egypter bewerkstelligten auch ihren Rückzug, obschon sie von den englischen Truppen hart bedrängt wurden, in guter Ordnung. Der Verlust derselben wird auf 250 Todte und Verwundete geschätzt, der Verlust der Engländer beträgt höchstens 5 Todte und 54 Verwundete. Konstantinopel, 11. Septbr. Said Pascha legte Lord Dufferin am Sonntag Abend eine neue Redaction der Militär-Convention ad roferen- dum vor. Alexandrien, 11. Sept. Am Sonntag trafen vier aus Kafre-Dowar geflüchtete Officiere Arabi's bei den britischen Vorposten ein und sagten aus, in Kafre-Dowar seien nur noch 6000, meist alte schwächliche Soldaten. Viele derselben seien gewillt, sich dem Khedive zu unterwerfen, würden aber gewaltsam davon abgehalten. — General Wood unternahm gestern mit dem Generalstabe in einem Dampfer eine Recognoscirung längs der Küste von Ramleh bis Abukir, begleitet von einem der egyptischen Officiere, welche gestern desertirt waren. Letzterer behauptete, eines der drei in Mandara stehenden Regimenter sei bereit, bei der ersten sich bietenden Gelegenheit zu desertiren. Kaffafin, 11. September. Gefangenenaussagen zufolge beabsichtigte Arabi durch seinen Angriff vom Samstag das englische Lager Kaffasin, das er schwach besetzt glaubte, zu nehmen. Die Stärke des Feindes wird auf 11,000 Mann Infanterie, 5 Schwadronen Cavallerie, 22 Geschütze und 300 Beduinen angigeben. Der Feind verließ Tel-el-Kebir um 3 Uhr früh unter Befehl Ali Fehmi's und griff die Engländer in der Front und linker Flanke an, gleichzeitig griff eine 2500 Mann starke, von Salahieh aufgebrochene Abtheilung die Rechte der Engländer an. Die Egypter verloren über 100 Todte, die Zahl der Verwundeten ist unbekannt. Die Gesammtstärke der jetzt bei Tel-el-Kebir stehenden egyptischen Truppen beträgt 26,000 Mann, die der zu Salahieh stehenden wird auf 5000 geschätzt. Vor der Front ist alles ruhig. Irankreich, England und — Deutschland. Nichts in der Welt ist offenbar mehr dazu angrthan, der Wahrheit einer Sache auf den Grund zu kommen, als das Gebühren zweier ganz verschiedenen Parteien zu der streitigen dritten. Dieser merkwürdige und im höchsten Maße belehrende Fall liegt zur Zeit für die deutsche Politik vor, denn dieselbe spiegelte sich in der jüngsten Vergangenheit sowohl im französischen als auch im englischen Lichte und wohl ist es für uns der Mühe werth, diese beiden Spiegelbilder neben einander zu stellen und sogar noch eines dritten Spiegelbildes zu gedenken, nämlich desjenigen, wie sich zur Zeit Frankreich zu England gestellt hat. — Nach den Auslassungen der Mehrheit der französischen Zeitungen und selbst der officiösen Organe ist es Deutschland gewesen, welches einestheils durch seine Tücke verhindert hat, daß Frankreich seine Interessen in Egypten nicht wahrnehmen konnte, anderentheils aber auch durch sein böses Beispiel, das es bet der Annexion Schleswig-Holsteins und Elsaß-Lothringens gab, England zu gleichem gewaltthätigen Vorgehen in Egypten aufgemuntert hat. Aber nach dem „Temps", der „France", der „Republique francaife" u. s. w. ist Deutschland trotz dieser perfiden Handlungsweise durch die Weisheit der französischen Politik in die Klemme geraten, denn Frankreich will (?) in Egypten nichts zu thun haben, beglückwünscht England zu feinen Erfolgen in Egypten, weiß, daß nur auf diese Weise Frankreichs Interessen in Egypten am besten gewahrt werden und sieht statt der vom Fürsten Bismarck vergeblich geschmiedeten Anzetteleien zwischen England und Frankreich den Abschluß eines englisch-französischen Bündnisses nahen, welches dazu angethan ist, Europa von Deutschlands Vormundschaft zu befreien und das alte Gleichgewicht wieder herzustellen. So schrieben und schlußfolgerten die französischen Zeitungen; starr und stier erblickten sie in Deutschland den bösen Feind und die chauoinistischen Treibereien der Panser Patriotenliga mußten noch Oel in's Feuer gießen und thun es noch, indem letztere die Vertreibung der Deutschen aus Paris verlangt und in einem Aufrufe Deutschland als zu einem neuen UeberfaÜe Frankreichs g£neigt hinftellte und alle französischen Patrioten zur nationalen Erhebung auffordert. L>ich die Mühe zu nehmen, diesen französischen Anschwärzungen und Dummheiten direct entgegenzutreten, hieße wahrhaftig Perlen vor die Säue werfen, aber den Franzosen und allen Denen, die Deutschlands Politik nicht zu beurteilen verstehen, wollen wir doch ein wenig unter die Nase reiben, was Englands Weltblatt, die „Times", welche der Ausdruck der maßgebenden englischen Kreise ist, die, beiläufig bemerkt, niemals im Gerüche großer Deutsch- freundlichkeit standen, über die Haltung Deutschlands in Europa und zu den streitigen politischen Fragen sagt „Deutschlands großer, mäßigender Einfluß", schreibt Englands Weltblatt, „Deutschlands große militärische Stärke, das gebietende Ansehen seiner geschickten weitsehenden Diplomatie hat unter gleichzeitiger Wahrung der deutschen Interessen jeden Versuch, den europäischen Frieden zu stören, mit Erfolg unterdrückt und sei es des Fürsten Bismarck beständiger Entmuthigung aller Einmischungsversuche zu danken, daß England seine Aufgabe in Egypten lösen könne. Deutschland sei lediglich auf die Erhaltung des Friedens bedacht und habe alles aufgeboten, die egyptische Frage zu lokalisiren." Was bedeuten nun diese Aussprüche gegenüber Frankreichs Anklagen der deutschen Politik und Frankreichs Hoffnungen auf Abschluß eines englisch-französischen Bündnisse gegen das perfide Deutschland?!? Nichts als neidische Anschwärzungen und französische Verlegenheitsstückchen, vulgo Windbeuteleien, über die eigene Schwäche.________________ Lokales. Gießen, 12. September. Zur Feier des Geburtstages unseres allergnädigsten Landesherrn, (^roßherzog Ludwig IV., welcher Tag alle Hessenherzen in Treue und Ergebenheit hoher schlagen läßt, findet heute Mittag 1 Uhr Festessen im „Einhorn" statt- Die öffentlichen, sowie auch Privatgebäude haben ihren Fahnenschmuck angelegt. Gießen, 12. September. Entgegen den von verschiedenen Zeitungen gebrachten Nachnchten, betr. den Uebertritt des Herrn Hofkapellmeisters Levi in München, Sohn des hiesigen Herrn Oberrabbiners Dr. Levi, zum Christenthmn, sowie seiner Verlobung mit Fraulem v. Bülow, sind wir in der Lage, unseren Lesern mittheilen zu können, „daß alle diese Nachrichten völlig aus der Lust gegriffen und vollkommen grundlos sind." , 3 ~ Der Metzgermeister, von welchem wir in unserer Nr. 186 mittheilten, daß er hdflos und fast verblutend im Walde aufgefunden worden, ist heute Nacht seinen Verletzungen erlegen. t ~ In letzter Zeit kamen in hiesiger Stadt häufig kleine Diebstähle vor, deren Urheber jedoch nicht entdeckt werden konnte. Vor einigen Tagen nun ermittelte die Schutzmannschaft eine Frau von Wieseck, welche in einem Metzgerladen eine Ochsen- junge oerlajm nben ließ. Da die betreffende Person schon zweimal wegen Diebstahl bestraft worden, nahm man eine Haussuchung bei ihr vor, welche denn auch eine ganze Menge gestohlener Gegenstände, als: silberne Thee- und Eßlöffel, Messer und Gabeln, Teppiche rc., zu Tage förderte. Obschon einige der Bestohlenen bekannt, dürften noch mehrere E.genthümer der Gegenstände zu ermitteln fein, da viele der Sachen allem Anschein nach auf Jahrmärkten von den Ständen entwendet worden sind. Daß man es mit einer durchaus gewiegten Spitzbübin zu thun hat, beweisen die angehäuften Sachen. .... Vermischtes. . 8. September. Durch die polizeiliche Untersuchung ist festgeftellt worden, daß das Feuer in der Vollmar'schen Fabrik durch einen Kesselschmied, der eine Reparatur 3U machen hatte, fahrlässig verursacht wurde. Derselbe soll ein Licht, welches er auf einen Balken gestellt hatte, vergessen haben auszulöschen; dasselbe brannte her- ^esen, b ,ter routbtt 'von ch, ^er bewerb en Han be- 250 Tobte 0 Todte * Neri» a(* roferen- ^nsre-Dowai lgten aus, in - ffidete ’r gewalA ,e in SM ür, begleitet n. Letzterer -nit, bei bet te Arabi durch besetzt glaubh, 1 Schwadrom H Tebel-Kebii der Front uni ausgebrochen! 100 Todte, d« ei Tel-el-Kebti ihieh stehender :it einer Sach, en Parteien ze rende Fall liegt ■ jüngsten Aer- vohl ist es für len und sogar sich zur Zeil 1 Mehrheit bei hland gewesen, e Interessen In böses Beispiel, ab, England jn Iber nach dem land trotz dieser in die Klemm! , beglückwünst ch Frankreii! r vom Mrstn tfranfMÜ bin ethan ist, fox- wtrder :t und stier n- Treibereien bn es noch, Inder einem Ansm istellte und all !ilh-1« "f6* mjutretin, W allen »"■ 811 ein Wiiiieunl“ iSbniJ d-r m4 ,,r°ß-rD-M mdmftE treibt SnBlanW »,-h-n fi“1'' t beutfSen» ‘Ltabriil"”1 junj8»ir^‘,Ä ÖS wsstf »«A ien " ^i^orn* n "N,/.Alegl wft« e* ’.it»rönnen. K°d«»u- a^W** m --K« , Wi9t” "j (I« be den^,s.^r u^ el. W (hiIh6®«Vw unter und da die Umgebung mit Oel und Fett stark getränkt war, fand das Feuer reichliche Nahrung und schnelle Verbreitung. Die Staatsanwaltschaft von Darmstadt, welche auf polizeiliche Requisition gestern bereits hier war, verfügte die sofortige Verhaftung des Kesselschmieds. Derselbe heißt Adam Schmrdt und ist aus Darmstadt, woselbst sich seine Frau mit ihren 4 Kindern noch befindet. Oppenheim, 7. September. Emen Kampf mit einer Wildkatze hatten heute zwei hiesige Jagdpächter zu bestehen. Die Katze setzte sich zuerst den Hunden zur Wehr und krallte sich an einem derselben am Kopfe fest; als die Jager auf das Geschrei des Hundes herbeikamen und die Katze von dem Hunde entfernen wollte, sprang dieselbe an einen der Jäger, hackte sich am Beine fest und biß Diesem in den Daumen der rechten Hand. Schließlich gelang es jedoch, das Thier durch einen Schuß zu tobten. - Die Weinberge der hiesigen Gemarkung sind seit heute geschlossen. Die Staare zeigen sich bereits in großen Schaaren, um ihre Ernte zu halten. f m ~ Brüssel, 11. September. Das Theater in Looen, in welchem gestern ein Ball stattgefunden, ist heute in Folge einer Gasexplosion abgebrannt. Der Schaden wird auf 600,000 Franken geschätzt. Weiteres Unglück ist nicht vorgekommen. Nom, 11. September. Zu Venedig fand eine Prügelet zwischen Protestanten und Katholiken statt. Die Nachbargemeinden Ruvo und Curato lieferten sich eine Schlacht, in der angeblich 5 Todte und 40 Verwundete geblieben sein sollen. Aus Baden, 10. September. Die „Konst. Ztg." berichtet folgendes Nähere über das Unglück auf der Mainau. Dasselbe ereignete sich durch zu frühes Losgehen eines Schusses. Am Seeufer südlich des Hafens wurde Samstag früh aus den dort stehenden Kanonen geschossen- Der erste Schuß war gegeben und ehe zum zweiten geladen wurde, rieb Herr Gendarmerie-Wachtmeister Karle das Rohr mit einem angenetzten Wischer aus, um etwa noch glimmende Neste zu löschen. Letzteres scheint gleichwohl nicht gelungen zu sein, denn als er mit dem Daumen das Zündloch zuhielt und der 23 Jahre alte Tagelöhner Engelbert Mundhaas von Litzelsteiten nach ein- geführter Ladung dieselbe festzustoßen begann, knallte der Schuß los. Wachtmeister Karle verlor das vordere Glied des Daumens, während Mundhaas tobt unb gräßlich verstümmelt in ben See geschleubert würbe; ein zweiter Taglöhner, Baumgärtner, kam unverletzt davon. Als man die Leiche aus dem See geholt hatte, sah man, daß deren Kopf und link.-r Arm fammt der linken Brusthälfte weggerissen waren, so daß das Herz bloß lag; jedenfalls ist Mundhaas augenblicklich tobt gewesen. Er ist der einzige Sohn bejahrter und mäßig bemittelter Eltern in Litzclstetten; von den drei Schwestern dient eine ebenfalls auf der Mainau. Durch die beiden nach Mainau berufenen Aerzte, Herrn Medlclnalrath Schmidt und Spitalarzt Dr. Honsell wurde Wachtmeister Karle verbunden und hierher in seine Wohnung verbracht. Das Unglück wurde hier sehr rasch bekannt und erregte allgemeine Bestürzung und Theilnahme. New-York, 8. September. Nach hier eingegangenen Nachrichten hat gestern in Panama ein Erdbeben stattgefunden, durch welches namentlich die Kathedrale und mehrere größere Gebäude starken Schaden erlitten haben. Mehrere Personen wurden getödtet. Die Verluste sind sehr beträchtlich. Hamburg, 5. September. Eine ebenso originelle wie waghalsige Ruderparti hat ein Student der Medicin aus Berlin unternommen. In einem winzigen Ruderboote, einer sog „Ente", ist derselbe mit einem einzigen Paddelruder versehen in 5 Tagen von Berlin bis hierher gerudert. Seine weitere Fahrt von hier die Elbe hinunter sollte indessen nicht so glücklich ablaufen. Nachdem er Glückstadt passtet hatte, traf er ein so bewegtes Wasser an, daß sein leichter Nachen ttotz sicheren Kautschuk- oerschlusses Wasser aufnahm. Zum Glück wurde der waghalsige Ruderer von einem Zollkreuzer bemerkt, der ihn an Bord nahm und weiter an einen anderen Kreuzer übersetzte, von welchem er nach Kuxhaven gebracht wurde. Der junge Mann will nun in seiner Nußschale von Kuxhaven über die dort gerade recht unangenehme Elbe nach Tönning, dann durch den Eiderkanal nach Kiel und von da aus durch die holsteinischen lEM.ki wiwwyartWJjrjffLrtnMigiaiiM'iFWiwinaeaMaanp Seen bis Lübeck rudern. Das ist ein gar nicht alltägliches Unternehmen und der junge Sportsman würde gut thun, Elbe und Nordsee zu meiden; es könnte ihm sehr leicht passiren, daß er sonst den Eiderkanal und die holsteinischen Seen gar nicht zu sehen bekommt- Erst gestern wieder ertranken auf der Elbe zwei Personen, deren Segelboot leck geworden war. SchiffSbericht. Mitgetheilt von dem Agenten des Norddeutschen Lloyd in Bremen, C W. Dietz Nachfolger Gießen. Bremen, 11. Septbr. sPer transatlanttschen Telegraph.) Der Postdampfer Oder, Capt. C. Undütsch, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 27. August von Bremen und am 29. August von Southampton abgegangen war, ist am 9. September 5 Uhr Nachmittags wohlbehalten in Newyork angekommen. Telegraphische Dampfernachrichten. Mitgetheilt von den General-Agenten Gebr. Gofewlsch und Max Jos. Schröder, Mainz. Baltimore, 7. September. Angekommen von Bremen (Abfahrt 23. August) der Nordd. Lloyd-Dampfer „America". New-York, 8. September. Angekommen von Rotterdam (Abfahrt 26. August) der Dampfer „Edam" von der Niederl.-Americ. Dampssch.-Ges. New-York, 9. September. Angekommen von Bremen (Abfahrt 30 August) die Nordd. Lloyd-Dampfer „Elbe" und „Oder" (Abfahrt 27. August). Handel und Verkehr. Gießen, 12. Septbr. Auf dem heuttgen Wochenmarkt kostete: Butter per Pfd. 1.20—1.30, Hühnereier per Stück 6—7 X 2 St. 13 H, Enteneier per Stück 7 X Käse per St. 4—7 H, Käsematte per Stück 3 Erbsen 1 Liter 20 Linsen 1 Liter 30 Tauben das Paar 00—00 Hühner per Stück J/. 0.85—1.10, Hahnen per Stück JL 0.60—1.00, Enten per Stück 0.00—0.00, Ochsenfleisch per Pfund 66—'70 X Kuh- und Rindfleisch 54—60 H, Kalbfleisch 50 bis 54 H, Schweinefleisch 62—64 X Hammelfleisch 60—66 H, Kartoffeln per 100 Kilo JL 5.00—7.00, Zwiebeln per Gentner v*L 6—8, Milch per Liter 14—18 X Frankfurt, 11. September. (Getreide-Preise.) Weizen eff. hiesiger u. Wetterauer jL 20%—%, fremder ^L21B., Roggen eff. hies. X15%—16, frember.^15%—16% Gerste eff. hies. u. Wetterauer 16—18, fremde JL 17%—20, Hafer eff. hiesiger JL 13%—15, fremder JL 13%. Rüböl eff. ohne Faß hies. in Parthien von 50 Ctr. JL 34. Branntwein eff. ohne Faß JL 43. Frankfurt, 11. September. Trotz des Antriebs einer großen Menge Ochfen Prima-Waare, worunter viele Italiener, behaupteten sich die Preise. Der Antrieb dürfte sich auf ca. 350 Stück belaufen haben, die meist alle verkauft wurden. Der Preis stellte sich per Gentner Schlachtgewicht für 1. Qualität JL 70—75, 2. Qualität JL 65—70- Kalber waren in geringer Menge vorhanden und wurden hoch bezahlt zu JL 70—75, Antrieb ca. 250 Stück. Kühe und Rinder JL 66—70. Hämmel 1. Qual. JL 60—65, 2. Qual. 50—60. Schweine 65—68. Der jüdischen Feiertage wegen findet der nächste Groß- und Kleinoiehmarkt Mittwoch den 13. September (statt Donnerstag) statt, der Freitagsmarkt fällt aus. Aranlfurt a. M., 12. Septbr., Nachmittags 2 Uhr —Min. (Telegraphischer Eoursbericht. Mitgetheilt durch das Bankgeschäft Albert Kaufmann in Gießen.) Greditactten 273%, Staatsbahnactien 303%, Galizier 275%, Lombarden 132, Nord- westbahnactien —, Darmstädter-Bankactien 159%, Oberfchlesische E.-B.-Act. 256, Oesterr. Silberrente 66%, 4% Ungar. Goldrente 75%, 4% 1880er Russen 69%, 5% 1877r Russen 86%, 2. Orient-Anleihe 56%, Spanier 64%, 5% Rumänische Rente 91%, 4% Unific. Egypter 61%. Tendenz schwächer. WtthkWje Eisenbahnkn. Mit dem 15. Oktober ds. Js. gelangen die für den mitteldeutsch-ungarischen Holzverkehr bestehenden Frachtsätze derStationen der Ersten Ungarisch-Galizischen Eisenbahn zur Aufhebung. Gießen, den 8. September 1882. 5906 Grotzh Directum. Mittwoch den 13. d. Mts., Nachmittags 2 Uhr, werden in der F l e t t'schen Hofraithe dahier 1 Sopha, 1 Kleiderschrank, 1 Kommode, öffentlich meistbietend gegen Baarzdhlung versteigert. Gieren, den 6. September 1882. Bühner, 5929 Gerichtsvollzieher. Allgemeiner Anzeiger. Grossli. Realschule!. n.ll.Ordo. zu Glessen. Der Unterricht beginnt Dienstag den 19. September, Morgens 8 Uhr. Anmeldungen werden Montag den 18. September, von 8 Uhr an, von dem Unterzeichneten im Realschulgebäude entgegengenommen. Die Aufnahmeprüfungen finden an demselben Tage statt. Gießen, den 10. September 1882. Großherzogliche Realschuldirection. 5907 __Soldan.___________ Unsere 5917 Gebrannten und Rohkaffee s in stets guten Sorten zu folgenden Preisen: Jt. 1.20, 1.30, 1,40 und 1.50 empfehlen J, Ru*Ch S834~ Ein Knecht aus sofort gesucht von Oekonom Einheuser, Leihgest.-Weg. 5846 Zwei Realschüler können Kost und Logis erhalten. Wo? sagt die Exped. ds. Bl. Verloren. Ein yold. Armband wurde auf dem Wege über die Jacobi-Höhe nach dem Bahnhof und von da in die Stadt verloren. Gegen Belohnung abzugeben Kreuz Nr. 2, 2. Stock. 5888 5890 Ein tüchtiger Geselle auf dauernde Arbeit gesucht. H. Sack, Schreiner. 5932 Eine silberne Cylindernhr mit Goldrand am Bahnhof gefunden Abzuholen bei Joh. Weber, wohnend im Schmand'scheu Hause, Frankfurter- Straße. Mjrpfaii. Abfahrt von Giesten nach: Frankfurt 247, 420, 318 *, 6*>, 818*, 11« 156, 444, 76 *t 750. Marburg 838, 854. Cassel 2219*, 1», 318, 953* ll68, 118\ 445 8"* Wetzlar 522, 6", 8*2, 12, 4«, 4-sl, 78» 7-50f 905. EmS Coblenz 522, 6«, 822*, 12, 4*?, 7»*, 750 (geht mir bis Diez). Deutz 6*‘, 12, Ast. Fulda 730, 1150, 73». Alsfeld 730, Uso, 500, 734. Gelnhausen S2«, 1210, 44°- Nidda 320, 1210, 440, 840- Ankunft in Gietzen von: Frankfurt L» 813, 939*, u« 2»8, 4:t', 725, 836 *, 1058, 1212*. Marburg 632, 730. Cassel 223,313 310 *z 112&, 42s, «58*, n» Wetzlar 7-?, 9