srr. 26S. Erstes Blatt. Sonntag den 12. November 1882. Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Durcar»: Schulstraße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Preis vierreljahrsich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Amtlicher Hheil. Bekanntmachung. Betreffend: Das Einhalten der Tauben zur Saatzeit. In Berücksichtigung der seitherigen schlechten Witterung wird der in unserer Bekanntmachung vom 3. v. Mts. bestimmte Termin, innerhalb welchen! die Tauben in den Schlägen eingesperrt zu halten sind, bis zum 30. November l. I. verlängert. Gießen, den 10. November 1882. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius. CMtmbene Gegenstände: 1 Perpendickel, 1 Taschentuch, etwas Wolle, 1 Knaben-Filzhut, 1 Armband, 1 Strumpf, 1 Mütze, 1 Glacehandschuh, 1 Pincenez, 1 Brille, 1 Taschenmesser, mehrere Schlüssel. Gießen, am 11. November 1882. Grobherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius. __ An die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Bezirks. Die auf Martinitag d. Js. fälligen Domanialgelder, als: 1. Landsiedel-Lebens- und Zeitpächte der Oberförstereien Gießen, Schiffenberg und Treis a. Lda. 2. Holz- und Grummetgrasgelder der Oberförsterei Schiffenberg. 3. Beiträge zu den Forstdienerbesoldungen sind bis zum 25 d. Mts. — bei Meldung der Mahnung — anher zu bezahlen. Sie wollen hiervon Ihren Gemeindeangehörigen in geeigneter Weise Kenntniß geben. Gießen, den 10. November 1882. Großherzogliches Rentamt Gießen. ————————uwfff—wwm—ama— Deutschland. Berlin, 8. November. Wie der „Berl. Actionär" hört, werden auf den preuß. Staatsbahnen in den nächsten Wochen bis zum Schlutz dieses Jahres nickt weniger als 153 Locomottven und 4000 Waggons aus Neubeschaffuug in Dienst gestellt werden, nachdem von den neubeorderten Mafch.nen und Fahrzeugen bereits erhebliche Posten zur Ablieferung gelangt, aufeirbtm aber auch von französischen Verwaltungen Wagen in beträchtlicher Anzahl auf längere Zett angeliehen sind. Außerdem sind Anordnungen getroffen, welche die schleunigste Rückbeförderung der leeren Wagen in die Verfrachtungsbezirke durch besondere Leerzüge zum Zwecke Haden, und eigene Controlbeamte damit beauftragt, den Wagenumlauf auf den Strecken zu beaufsichtigen und durch sofortiges Einsckreiten zu fördern, sofern sich irgend welche Unzuträglichkeiten zeigen möchten. Es steht zu erwarten, daß durch die sich auch in dielen Maßnahmen anssprechende Für- forge der Staatseifenbahn-Verwaltung der sich m t der Verkehrssteigerung in der Herbstzeit wiederum einstellende Wagenmangel bewältigt, wenigstens auf das möglichst geringe Maß vermindert werden wird. Erschöpft sind die Betriebsmaterial-Beschaffungen der Staatsbahn-Verwaltung indeß mit den erwähnten Indienststellungen noch keineswegs; die Indienststellungen finden vielmehr nur ihre Grenze in der Leistungsfähigkeit unserer Industrie, die natürlich den Bedarf nicht von heute zu morgen zu decken vermag, vielmehr zur Ausführung der Aufträge geraumer und oft längerer Zeit bedarf, als der Staatseifenbahn-Verwaltung lieb ist. Mehrere Blätter haben mitgetheilt, der Reichskanzler habe beim Bundesrath den Erlaß eines Verbots der E nfuhr amerikanischen Schweinefleisches beantragt. Wie wir erfahren, ist dem Bundesrath eine solche Vorlage noch nicht zugegangen und jene Nachricht zum Mindesten verfrüht. Der „Kreuzzeilung" wird geschrieben, es sei eine solche Verordnung allerdings in Vorbereitung; sie setzt hinzu: „Die Seitens des Reichs- Gesundheitsamtes angestelltcn bezüglichen Untersuchungen haben ergeben, daß die Einfuhr amerikanischen Schweinefleisches m den verschiedensten Formen nicht geringe Gefahren mit fick bringt. Es ist festgesttllt, daß in Amerika unter den Schweinen eine verheerende Pest, die Hockcholera, herrscht, dcr jährlich Tausende dieser Thiere zum Opfer fallen. Die Besitzer derselben scheuten sich aber trotzdem nicht, die gefallenen Thiere auszunutzen. So wird aus ihnen ein Schmeer gekocht, von dem 2 Sorten in den Handel kommen, em schwarzer und ein hellfarbiger, der letztere soll dem Vernehmen nach auch nach Deutschland eingeführt werden." Berlin, 10. Novbr. An der Danziger Börse wurde folgendes Telegramm aus Mlawa mitgetheilt: Das Zollamt Mlawa erhielt soeben eine telegraphische Verfügung, wonach bis zur definitiven Regelung der Zollangelegenheit vorläufig Zeugnisse auf ausgeführte Säcke zuzustellen sind. Die Aufhebung des Sackzolls wird nicht erwähnt, doch wird eine baldige Aufhebung oder doch eine bedeutende Milderung der Zollbestimmung erwartet. (Fr. Ztg.) Hamburg, 11. Novbr. Der Bericht der gemischten Commission über den Zollanschluß verbleibt bei der Errichtung des Zollkanals unter beschränkter Benutzung des Projektes 6 a. Nur der östliche Theil der Kehrwieder- und die Wandrahm-Jnsel wird dem Freihafen einverleibt. Brook und Kehrwieder kommt in die Zollstadt; die Grasbrookfähre wird durch eine feste Elbbrücke ersetzt. Die Gesammtkosten betragen 108 Millionen gegen 123 Millionen des ersten Projektes. (Fr. Ztg.) Aesicrreich. Wien, 9. Novbr. Nach 10 Uhr Abends fand in dem Bezirke Mariahilf eine Ansammlung von einigen hundert Arbeitern statt, welche durch Militär- Abtheilungen versprengt wurden, wobei 16 Personen verhaftet wurden. Um 11 Uhr rückte das Militär wieder in die Kasernen ab. Arankreich. Marseille, 10. Novbr. Wie bereits gemeldet, beläuft sich die Zahl der Todten bei dem Unfall auf der ost-algerischen Bahn aus 14, welche gestern feierlich beerdigt worden. Die Eisenstange, auf welche der Zug gestoßen, war nachlässiger Weise von dem Geleise durch die Arbeiter weazunehmen vergessen worden. (Siehe 2. Blatt.) Amerika. New'Nork, 9. Novbr. Die weiteren Berichte über die Resultate der Wahlen bestätigen, daß die demokratische Partei in der neuen Repräsentantenkammer um etwa 50 Deputirte stärker sein werde als die republikanische. Auch in Arizona haben die Demokraten gesiegt. Telegraphische Demschm. Wolffs telegr. Eorrefpondenz-Brrreau» Baden-Baden, 10. Novbr. Ihre Maj. die Kaiserin empfing heute Nachmittag einen Besuch des Großherzogs und des Erbgroßherzogs von Baden. Ohlau, 10. Novbr. Se. Maj. der Kaiser und die königlichen Prinzen kehrten mit der Jagdgesellschaft um 5 Uhr Nachmittags in die Stadt zurück, welche festlich erleuchtet war. Die Jagd wurde um die Mittagsstunde durch ein Unwetter mit Hagelschauer unterbrochen und daher in ihrem Resultate beeinträchtigt. Se. Maj. der Kaiser schoß mehrere Fasanen. London, 10. November. Bei dem gestern in Guildhall stattgehabten Lordmayor-Banket hielt Gladstone eine Ansprache, in welcher er die Abnahme der Agrar-Verbrechen in Irland constatirte. Die Zahl derselben sei von 531 auf 111 im Monat zurückgegangen. Der Redner ist der Ansicht, daß die gegenwärtigen Einrichtungen in Irland nicht mehr gefährdet seien. Wenn das irische Volk auf dem Wege der Legalität fortschreite, werde' es die Abstellung aller feuer Beschwerden von dem englischen Parlament erlangen. Schließlich beglückwünschte der Redner die Armee zu ihren Erfolgen in Egppten. — Wie aus Newry in Irland gemeldet wird, soll ein katholischer Priester Namens Mac Gurk von Belleck (Grafschaft Armagh) heute früh ermordet worden sein. Lokale-. Gießen, 11. November. In der gestern Abend im Cafö Ebel abgehaltenen General-Versammlung des „Vereins für Krankenpflege" wurden in den Ausschuß des Vereins die nachfolgenden Herren gewählt: Professor Dr. Birnbaum, Rechtsanwalt Dr. Curtmann, Professor Dr. Gareis, Bankier S. Heichelheim, Bankvorstand v. Jungenfeld, Kaufmann Aron Katz, Jnstltutsvorsteher Dr. Kübel, Gerbermeister L Lotz, pens. Unteradjutant Singer. . r x t — Dus erste Concert des Concertvereins (91. Veremsiahr) wird, wie wir aus guter Quelle hören, Sonntag den 19. November stattfinden und zwar wird die Ouvertüre „ßur Weihe des Hauses" von Beethoven — wohl im Hinbl ck auf die neu bergerichteten Räume des Gesellfchastsverems — und Volkmann's D-woII-Symvhonie für großes Orchester zur Aufführung kommen. Als Solisten treten auf: Die Pianistin Frl. Adele Boltz und der Violoncello: Herr L. Noebe, beide aus Homburg, und die Concertsängertn Frl- Dy na Beumer aus Brüssel, eine der bedeutendsten Coloratursängerinnen unserer Zeit- Vermischtes Mainz, 8. November. In dem sog. Wäldchen bet Gonsenheim wurde gestern Nackmittag von Landleuten ein junger Mann aufgefunden, welcher sich mit einer Pistole, die er noch in der Hand trug, und welche, wie es sich spater ergab, mit kleinen Steinen geladen war, eine schwere tödtliche Verletzung an der rechten Sette des Kopfes beigebracht hatte. Der junge Mann — ein Commis aus Gera — wurde in das hiesige Hospital gebracht. Gestern Abend wurde auf dem Wege von Bodenheim nach Ballenheim ein Raubanfall verübt Zwei Handwerksbmschen, die sich in Bodenheim kennen gelernt hatten, wollten sich gestern gemeinschaftlich zu Fuß nach Mainz begeben- In der Nähe von Laubenheim erhob plötzlich der eine der Burschen seinen schweren mit Eisen beschlagenen Stock und versetzte damit seinem jüngeren Collegen einen furchtbaren Hieb über den Kopf; der junge Mann stürzte zusammen, rief aber noch um Hilfe, während der andere Bursche so lange darauf losschlug, bis der Unglückliche besinnungslos liegen blieb. Ein in der Nähe ftationtrter Bahnwärter hatte aber den Hilferuf gehört und eilte herbei, dabei sah er aber noch, wie der andere Bursche mit dem Felleisen des ohn- 104. Tendenz ruhig. Gießen- Johann Heinrich Grmbel zu Schönstadt. Theodor Adam Jessing, Musiker und Katharina Amend von Getaufte. > Dem Buchbinder Paul Adam ein Sohn, Erich Oskar, Dem Zimmermann Johannes Nürnberger ein Sohn, Ludwig BS- Das Museum des historischen Vereins (im alten Rathhaus) ist von nun an jeden Sonntag, Mittags von 11—12 Uhr geöffnet. Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde. Getraute. Den 8. November. Ernst Heinrich Alexander Ludwig Zeidler, Schneider und Susanne Kaufmann. Tochter des Schuhmachers Heinrich Gottlieb Kaufmann zu Alsfeld. Denselben. Luvwlg Adam Beimborn,^Schäf r und Eva Gimbel, Tochter des Brenners und Taglöhners Denselben- August Den 4- November. geboren den 19. April- Den 5. November. Nbiltvv. geboren den 2. Oktober. . Denselben Dem Bäckermeister Karl Plank eine Tochter, Luise Henriette Emma, geboren den 8- September. Denselben. Dem Bahnarbetter Ludwig Schmidt eine Tochter, Margarethe, geboren den 7. September , Denselben. Dem Schreiner Johann Friedrich August Hofmann eine Tochter, Auszug aus den Standesamtsregistern des Standesamts Gießen. Aufgebote. November. 4. Schneider Johannes Ehrhard, Wittwer von Nieder-Kinztg mit Margarethe Schneider, geb. Schmidt, Wittwe des Laglöhners Konrad Schneider von Holzheim. 6. Fuhrmann Heinrich Wilhelm Deuterich von Höchst a. d. Nidder mit Marte Bachmann, Tochter des verstorbenen Taglöhners Frteorich Konrad Bachmann von Harbach. 7. Schlosser Friedrich Philipp Bindewald von Ziegenbcrg mir Theodore Karoline Henriette Stamm, Tochter des verstorbenen Zimmermanns Balthasar Stamm von Gießen. Eheschließungen. r , , November. 4. Handelsmann Wilhelm Johann Maaßen von Aachen mit Helene Charlotte Mannebach, Tochter des Schuhmachers Nicolaus Mannebach von Schiffweiler. 7. Kaufmann Jonas Heumann von Lechenich mit Franziska Löb. Tochter des verstorbenen Kaufmanns Simon Löb von Gießen. 8. Schneider Ernst Heinnch Alexanver Ludwig ^eidter von Gießen mit Susanne Kaufmann, Tochter des Schuhmachers Heinrich Gottlieb Kaufmann von Alsfeld. 8. Schäfer Ludwig Adam Beimvorn von Endbach mit Eva Gimbel, Tochter des Brenners ,und Taglöhners Johann Heinrich Gimbel von Schönftadt. 8. Musikus August Theodor Adam Jessmg von Sömmerda mit Katharine Amend von Gießen- Geborene. t n . November. 2. Ein Sohn von auswärts, Johann Konrad. 2. Eine Tochter von auswärts, Josephine Marie. 3. Dem Dreher Julius Pimper eine Tochter- 4. Dem Taglöhner Jacob Krauskopf eine Tochter. 5. Dem Bremser bei der rechtsrhetmschen Bahn Konrad Müller em Sohn, Louis Georg. 5. Dem Maschinenschlosser Wilhelm Rau ein Sohn, Reinhard Martm. 5. Erne Tochter von auswärts. 6. Eine Tochter von auswärts, Margarethe. 9. Ein Sohn von auswärts, Johann Philipp. 9. Dem Braumeister Joseph Luther ein Sohn, Karl Joseph Hubert Ludwig CmiL 9. Dem Opt.kus Otto Rühl eine Tochter, Elise Emilie Johanna. Gestorbene. November. 5. Susanne Hedte.lch, geb. Koch, 74Jahre alt, Wittwe des Tapeziers Georg Hedterich. 7. Johann Philipp, 1 Jahr alt, Sohn des Oeconomen Philipp Schwan I. 7. Helene Bogt, geb. Müller, 45 Jahre alt, Ehesrau des Oeconomen Ludwig Bogt- 8. Schuhmachermeister Nicolaus Wendel, 70 Jahre alt. Hämorrhnidalanlagen des Menschen. Die verworrenen und irrthümlichen Ansichten über die Hämorrhoiden zu klären und zu berichtigen, war der neueren Zeit vorbehalten. Nach dem heurigen Stand der Wissenschaft kann man die Hämorrhoiden nur als eine Blutentmischungskrankheit an- ehen, die ihrem Wesen nach in einem Uebermaß von Kohlenstoff im Blut besteht. Eine erbliche Anlage kann nicht geleugnet werden, ebenso bestimmt ist aber auch, daß die Lebensweise einen bedeutenden, wir möchten sagen einen selbst noch entschiedeneren Einfluß aus die Ausbildung der Krankheit ausübt. In dieser Beziehung sind insbesondere sitzende Arbeit mit zusammengeprcßtem Unterleib und vorgebeugtem Oberkörper, Mangel an Bewegung in freier Lust, Aufenthalt in schlechter, dumpfer Stubenluft, schwer verdauliche Nahrung, angestrengte geistige Arbeit, niederdrückende. Gemüths- bewegungen, Vernachlässigung einer geeigneten Pflege der Haut rc. anzuführen, und hierin findet denn auch das leider so häufige Vorkommen der Krankheit eine genügende Erklärung. — Gleich allen anderen Discrasien entwickeln sich auch die Hämorrhoiden in der Regel nur langsam- In ihrem Verlaus lassen sich zwei sehr deutlich von einander unterscheidbare Stadien nachweisen, das Stadium der Vorboten und das der entwickelten Krankheit. Einer näheren Beschreibung der die bereits entwickelte Krankheit begleitenden Erscheinungen können wir uns wohl entheben, da dieselben allgemein bekannt sind- Dagegen dürfte es dem Zweck unserer Abhandlung entsprechen, den in dem Stadium der Vorboten auftretenden Erscheinungen eine kurze Betrachtung zu widmen, da gerade dieser Zeitpunkt der geeignetste zur Heilung der Krankheit ist. Die, ersten Erscheinungen sind immer solche einer gestörten Verdauung: Appetitlosigkeit mit momentaner Eßlust, Magendruck, Säure- und Luftentwickelung, daher Ausstößen, Sodbrennen, stets belegte Zunge, unregelmäßiger Stuhlgang, ein- bis zweitäge Verstopfung, dann wieder Durchfälle mit momentaner Erleichterung, ein Gefühl von Druck, Brennen zwischen Magen und Nabel, Spannung und Auftreibung des Unterleibs, unbehagliches Gefühl zu beiden Seiten des Magens, insbesondere in der linken Seite, kalte Fuße bei heißen Händen, Blutandrang nach Kopf und Bxuft, Gemüthsverstimmung, Neigung zu Aerger, Zorn und Hypochondrie. Treten diese Erscheinungen auf, so säume man nicht, ihnen zu begegnen; je frühzeitiger die Heilung angestrebt wird, desto sicherer ist der Erfolg, desto rascher die Heilung zu erwarten, und hierzu ist in der aus langjährige, reiche Hospitalthätigkeit beruhenden Regenerationskur nach Dr. Lrebaut, welche in einer Brochüre gleichen Titels ausführlich Niedergelegt ist, Jedem das zuverlässigste Mittel geboten. Die Broschüre ist in der Erras'schen Buchhandlung m Frankfurt a.M. a 50 H zu haben. i„naen Mnnnes davoneilt-. Der Verletzte wurde vorerst nach Laubenheim und . h!ütt ,n das hiesig-HosPltal zur Pflege gebracht. Die Verletzungen des armen Burschen < finb le$oSnnä68.'lRr>uember. Nachdem mit dem 5 ds. Mts die gesetzliche Jmma- > , . nbadaufen läßt sich jetzt ein ungefährer Ueberbllck über den Besuch unserer Ulstver sit^st^für das laufende Wintersemester gewinnen. Die Zahl der neu auf- - »-n m en en b Stud i r e nd en beläuft sich bis heute auf 30o, die Zahl der Jmmatricullrten . überhaupt* wird, soweit sich bis jetzt feststellen läßt etwa 970 betragen, crne Hohe, wie sie seit Bestehen der Unwersität in einem Wintersemester nur noch viermal erreicht Die öabl berteniaen Personen, die ohne rmmatriculirt zu sein, die Vorlesungen mit besonderer Erlaubniß des Rectors als Hospitanten besuchen, beläuft sich au? über 100, darunter allein 50 Eisenbahnbeamte aus den Directionsbezirken Köln und Elberfeld, welche die neu eingerichteten Vorlesungen über das Eisenbahnwesen hören- Die Gesammtzahl der Hörer wird demnach der des vergangenen Sommersemesters (1102> ungefähr gleichkommen, ein überaus günstiger Stand, wie ihn unsere Universität in einem Wintersemester noch nicht zu verzeichnen gehabt hat, da aus bekannten und naheliegenden Gründen der Besuch im Sommer großer zu sein pflegt. Aus Elsaß-Lothringen. Wie der Mülhamer „Expreß berichtet, hat Herr cvean Dollfus ein prächtiges Besitztum inmitten schattiger Garten erworben, um bas E du Arbeiter-Jnvalibenhaus, em „Asyl für bie „Invaliden der Arbeit" zu stiften. In dasselbe sollen alle Arbeiter ohne Unterschieb bes religiösen Bekenntnisses aufgenommm^w-rd-n^^ schlagender W-tt-r hat am 7. November in der br Clayross Company in Derbyshire gehörigen Zeche Nr. 2 Sparkhome, Dancsmore, stattaefunben. Ungefähr 40 Grubenarbeiter waren unmittelbar vor ber Exploston ausgefahren unb eine gleiche Anzahl befanb sich noch in der Tiefe. W:e man fürchtet, Dürfte bie Mehrzahl berselben umgekommen sein- Gebaube, die 8 Kilometer entfernt finb, würben burch die Gewalt ber Explosion erschüttert. @8 würbe sofort Rettungs- Corps gebilbet, welches vermittelst eines anberen, 1,0 Km. entfernten Schachts bie Grube betrat. Auf der Sohle dieses Schachts fand man ~ ober 3 Olrbeiter, die aber mehr burch bie Erschütterung als durch ben Branb gelitten zu Haven scheinen. Es ist unmöglich, bie ganze Ausbehnung des Unglücks schon ;etzt ^^dersehen. .,. Berlin, 7. November. Der Sturm. ber gestern Nacht seine Hohe ^erreichte, hat in Berlin unb Umgegenb unb wohl im ganzen nörblichen Deutschland beträchtlichen SÄaben gethan. Ein eigenthümlicher Nothstanb ist 8n)If<^£n ^u9en unb Polnmern eingetreten. Es herrscht in jener Gegenb em so niebriger ^affeTftanb' roie er fnum vorgekommen ist. Im Hafen von Stralsunb finb bie Pegel unbrauchbar geworben, da bas Wasser gar nicht mehr an bie untersten Grabe reicht. Das Dampfschiff Zwischen Stralsund unb Rügen hat seine Fahrten einstellen müssen unb selbst b-e großen Ruberboote können nicht mehr burchkommen. Es stanbe also übel mit dem Tratecte, welches jetzt zwischen Stralsunb unb Rügen für bie Rugen'.che Eisenbahn hergestellt wirb, wenn nicht ein so niebriger Wasserstanb zu den seltensten.Ereignissen gehörte. Die Stralsunber Zeitung sucht ihn babureb zu erklären, baß m letzter Zett em starker Ostwinb geherrscht? ber bie Wassermassen burch ben Sunb unb bie Belte nach bem Kattegat unb ber Norbsee getrieben hätte^ v M — Ein Millionendieb wurde am Sonnabend von ben Geschworenen zu Parts verurtheilt. Dieser merkwürbige Verbrecher war nicht etwa em betrügerischer Grünber unb Sveculant, sonbern ber Kassenverwalter eines Zahnarztes. Dleser letztere hat erst nach 10 Jahren gegen seinen Kassirer Verbacht geschöpft, obwohl im labvlid) etwa 100 000 Frs. aus ber Kasse verschwanden. Dies klingt wie ein Märchen, ist aber boch nur' eine einfache, burch gerichtliche Zeugnisse nachgewiesene Thatsache. Man muß nämlich wissen, baß Herr Eavens, so heißt bieser Krösus unter bm Zahntechnikern, ber zu Paris einen Palast in ben Champs Elysves bewohnt, Hofoperateur ber meisten gekrönten Häupter ist unb seinen fürstlichen Patienten leicht unb schmerzlos bie fabelhaftesten Summen aus ber Tasche zieht. Hunbert Louisb'or als Lohn für eine von ihm eingesetzte Golbplombe finb für Herrn Eavens eben etwas „auf einen hohlen Zahn. Sein Kasstrer Willtamson, ber nur 4000 Frcs- Gehalt bezog, aber mit seiner Zahlreichen Kamilte minbestens 100,000 Frs. jährlich verausgabte, entnahm bieselben aus ber Kasse seines Principals. Als Letzterer nach Jahren zu einer Rechnungslegung brangte flüchtete Williamson nach Spanien, kehrte bann aber unter ber Bebrngung zurück, baß !r Bücher unb Kasse orbnen, bie Höhe seiner Unterschleife feststellen, bagegen aber von aerichtlicher Verfolgung verschont bleiben sollte. Gleich anfangs gestand er einen Defect von 150 000 Frs- zu. Als er bann aber immer mehr Mankos anerkennen mußte und bie fehlenbe Summe bereits auf 300,000 Frs. gestiegen war, würbe Eavens wüthend unb Williamson flüchtete zum zweitenmal- Sein Principal verfolgte ihn unb erreichte ihn in Brüssel, s'tzte seine Auslieferung an bie französische Justiz burch unb ließ ihn, wie gesagt, am Sonnabend verurtheilen. Der große Reichthum des stattlich „aplom- birten" Zahntechnikers unb die von ihm bewiesene Sorglosigkeit würben von ben Geschworenen als milbernbe Umstanbe sür Williamson angenommen unb bieser deshalb zu 3 Jahren Gesangniß verurtheilt- New-Bork 1. November- Frau Seguin, die Gattin eines renommirten New r yorker Arztes, hat in einem Anfall von Irrsinn gestern ihre drei Kinder ermordet und sich dann selber bas Leben genommen. Sie führte bie Kinber $in ein leeres Zimmer m ber obersten Etage bes Hauses, fesselte ihnen bie Haube auf ben Rücken, verband ihnen die Augen und sagte ihnen, sie mögen jetzt „blinde Kuh" spielen unb wahrend bie Kleinen sich diesem Spiele Hingaben, jagte sie einem jeden derselben eine Kugel durch ben Kopf. Dann richtete sie bie Morbwaffe gegen ihren eigenen Kopf unb war in wenigen Minuten ebenfalls eine Leiche. Da bie Schüsse nicht gehört würben, ward die entsetzliche That nicht sofort entdeckt- Zur Verübung der unseligen Handlung hatte sich die unglückliche Frau einer Pistole, welche ihrem Manne gehörte, bedient. Frau Seguin litt feit geraumer Zttt in Folge mißlicher Gesundheit an großer Nieder- aeschlagenheit und Geisteszenüttung, allein Symptome wirklichen Irrsinns hatte sie ni-mals gezeigt. Sie war eine hübsche Frau im Alter von 32 Jahren, eine liebevolle Mutter und hatte mit ihrem Manne stets glücklich gelebt. Die ermordeten Kinder waren zwei Knaben und ein Mädchen im Aller von 6, 5 und 4 Jahren. Dr. Seguin gilt als die höchste Autorität in den Vereinigten Staaten in Krankheiten des Gemüths und des Nervensystems. Lit erarisches. Brocküaus' Kleines Conversations-Lexikon, 3. Auflage, in 2 Bänden, ist ba§ zweckmäßigste Nackschlagebuch zum augenblicklichen Gebrauche, besonders für alle birienta n benen b" Ansch°ffun« -tn-s gr°h°n L-xsi°ps ,u toftfpielig ist. Dasselbe enthält nach Anaabe ber VerlaManblunn 64754 Artikel unb mehrere hunbert Abbilb- unaen und starten aus 80 Taskin und Doppeltafeln. Aus ,-be Frage gibt es Antwort; bie Artikel sind tun unb bündig unb correct, besonbere Vorzüge dieser unversiegbaren Quelle m nsch 'chm Wss-ns. Der billige Preis von 15 X für das zweibändige höchst eleaant aebundene Werk der jedenfalls nur in der Voraussetzung weitester Verbreitung so niedrig gestellt werden konnte, ermöglicht auch dem Minderbemittelten die Erwerbung dieses Handwörterbuchs, das unter dem Weihnachlsbaum die geeignetste Festgabe für Jedermann bilden dürfte. Handel und Verkehr. lAieüen 11 November Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter per fcb6Äl"Jntrtie P°rStück MAMf« P« Stück4 10 Käsematte per Stück 3 Erbsen 1 Liter 20 Linsen 1 Liter 22 Tauben ba§ Naar 55 70 H Hühner per Stück 3t 0.80—1.10, Hahnen per Stüa 3t 0.60 bis C85 Enten per^Stück 3t 1.70-2.00, Ochsenfleifch per. Pfund 66 70 A, Kuh- und Rindfleisch 56-^0 Kalbfleisch 54 bis 56 _^K^^efleisch 62—64^9», Hammelfleisch 60-66 ^, Kartoffeln per 100 Kilo 5 00-9.00, .X 4.00, Milch per Liter 14—18^. Ganse per Pfd. 40—56 Weißkraut 100 Stück 3t 2—5.00. — In älteren und neueren Bekanntmachungen ber Postbehorden wirb stets ber Wunsch ausgesprochen, baß auf Packeten ber Bestimmungsort groß unb in die Augen sillenb geschrieben werben möge. Das beziehen nun viele Absenber auf ben Wohnort des Adressaten unb schreiben m der angegebenen Weise- Dadurch wird aber, wenn Wohnort und Poststelle nicht zusammenfallen, die Expedition erschwert; in solchen Fallen ist vielmehr die betreffende Poststelle hervortretend zu schreiben; denn bei der postalischen Behandlung bes Packetes kommt es bem Postbeamten ja nur auf bie Poststelle an, wohin bie Sendung abzuliesern ist. Um alle Fehlspediiionen zu vermeiden, ist es daher zu empfehlen, mit großen Buchstaben die Poststelle des Bestimmungsortes zu fchreiben- ftratüfurt a. M., 11. 'November, Siachmittags 2 Uhr — Min. (Telegraphischer Coursberichl. Mitgetheilt durch das Bankgeschäft Albert .siausmaun in Gießen.) Creditactien 259Vs, Staalsbahnactien 2993/4, Galizier 267Vd., Lombarden 118^, ^cord- westbahiiactien 1733/4, Darmstädter-Bankactien 156‘/2, Oberschlesische E.-B.-Act. 2585/e, Oesterr. Silberrente 66Vig, 4% Ungar. Goldrente 74, 4% 1880er 9iuüen 699/i6, 50/g I877r Russen 86V4, 2. Orlent-Anleihe 547/s, Spanier 62, 5o/o Rumänische Rente 935/e, 4°/0 Unific. Egypter 705/I6, Discoitto Comm^ 205, Gotthardbahnactieii Emma Katharine, geboren ben 30. September. Den 7. November. Susanne Hebterich^ geb. Koch, Wittwe des Tapeziers Georg Hedterich. alt 74 Jahre, gestorben den 5 November. , Den 9- November Helene Vogt, geb. Müller, Ehefrau des Oekonomen Ludwig Vogt, alt 45 Jahre, gestorben den 7. November. r r u Den 10. November. Nicolaus Wendel, Schuhmachermeister, alt 70 Jahre, gestorben ben 8. November. Für die Wasserbeschödigten in Tirol gingen weiter bei uns ein: Ungen. 2 Professor C. 3 3t, Fritz Koch 2 3t, Rentamtmann ß 3 3t, |o- R- v 3t, K. S- 2 3t, Benner 50 9£. 2 3t, G- V. 3 3t, Frau Oberförster B^10 ^L, Marg ,Jung 2 3t, Karl Haas 3 3t, F. N 2 3t, I. Ouvrier 5 3t, N N. 5 3t, Crecelius tn Bei Herrn Bürgermeister Bramm finb eingegangen: Von Hausverwalter Dietz 1 3t, Oeconom Konrab Rinn III. 5 3t, Fabrikant Haustein 5 3t, Professor vr. Ahlfeld 20 3t, Lehrer I. 1 3t, Lehrer T- 1 3t, Professor Dr. Lutterbeck 6 3t Den freundlichen Gebern herzlichen Dank sagend bittet um weitere gütige Gaben Die Expedition des „Gießener Anzeiger. Stückrath’ GLartfeld 8 7481 1. Dorier. * 6260 Hoflieferant. 7460 Emil Fistor. 7467 -empfiehlt 7462 7475 Wer Sprachen kennt, ist reich zu nennen. Rosenthal’sche Verlagsbuchhandlung. Lei pzig. n. Weiner, Marlrtstraße 721*0 I Gietzm. c-Kinzig mit chneiber von Nidder mit »Bachmann mit Theodore iafar Stamm Carl Fetri (vorm. G. C Spruck). Coaksöfen zum Trocknen in Neubauten zu verleihen. Niederlagen: C. Schwaab's Deli- «atessenhdlg., Conditor H. 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