1882 Donnerstag den 12. Oktober Nr. 238 Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Bnreau: Schulstraße 7. Gießen, den 6. Oktober 1882. Hainer-Hof, Winnerod. Im Bezirke der II. Compagnie (Lieh) ier. fit Pferden M Zeugnisse besitzen. Henbier-GesMi b zuverWgen erder. Georg Stil) W chen. Heizer sucht as Culer. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlcchn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Nr? ^Wten verleat Ntea M Mann als Me und mit Barte erhalten sind nicht er- • to die (ffped. 6611 rdchen, welches hat. lucht Stelle zur Stühe der ds. Bl. Mw M Ml» elters'veg^^ ä immer und Blethen £ ^nspector. .MansaidL ^gen. Gießener Anzeiger Amts- und Anzcigcblatt für den Kreis Gießen. 6». •>*** sia. NM: Haus“. J18*, 650. 0 ' ,***■’ 12, tt1' uv 6i5,$ie|)' mftäbtCT irkewMre ■ alle Arten v5 nem bewahrt -ch Vermittel tob' äSSä- l)ule werden px dert. II, SeltersM Die diesjährigen Herbst-Control-Versammlungen werden im Kreise Gießen wie folgt abgehalten werden: I. Im Bezirke der I. Compagnie (Gießen). I. Zu Gießen am 3. November 1882, Vormittags, im Oswald'schen Garten und war um 8 Uhr für sämmtlichc Reservisten der Infanterie, sowie sammtliche zur Disposition der Truppentheile und der Ersatz-Behörden entlassenen Biannschaftcn aller Waffen, um 9 Uhr für fämmtliche Reservisten der übrigen Waffen und die am Schluffe naher bezeichneten Wehrleute. Hierher gehören die Orte: . . Annerod, Burkhardsfelden, Gießen mit Schiffenberg und Herrnwald, Heuchelheim, Klem-Lmden, Oppenrod. 2. Zu Lollar aui 4. November 1882, Vormittags 9 Nhr, neben dem neuen Bahnhofsgebäude. Hiorhrr 9^”“bnor^caDbrtgba,; AH-Bussck, Bersrod, Beuern, Climbach, Daubringen mit Hof Heibertshaufen, Groß-Bufeck, Lollar, Mainzlar, Rödgen, Ruttershausen mit Kirchberg, Staufenberg mit Friedelhausen, Treis a. d. Lda., Trohe, Wiesest. 3. Zu Grünberg am 4. November 1882, Nachmittags 1 Uhr, an dem Bahnhofe Hierher Geilshausen, Göbelnrod, Grünberg mit der Dickelsmühle, Neumühle, Stadtmühle, Steinmühle, Obere und Untere -tieaelhütte, Latzmühlc, Hattenrod, Harbach mit der Kolbenmühle, Sommerinühle, Keffelbach mit der Rabenau'schen Papiermühle, Lauter mit der Arztmühle, Bingmühle, Georgenhammer, Strellesmühle und Walkmühle, Lindenstruth, Londorf mit der Burg Rabenau, Burgmuhle, Schandtmühle, Reitzenmühle und Ziegelhütte, Lumda (Groß und Klein), Odenhausen mit Appenborn-Hof, Queckborn, Remhardsham, Reiskirchen, Mddingshausen, Saasen mit Bollnbach, Veitsberg und^Wirrberg, Stangenrod, Stockhausen, Weickartshain, Weitersham mit dem 1. Zu Hungen am 11. November 1882, Mittags 12 Nhr, am Friedhöfe. Hierher gehören die Orte: , _ , - Bellersheini, Bettenhausen, Hungen, Inheiden, Langd, Langsdorf, AWhenheim, Ronnenroth, Obbornhofen, Rabertshausen mit Ringelshausen, Rodheim mit Hof Graß,- Röthges, Stemheim, Trais-Horloff, MM Billingen. 2. Zu Lieh am 11. November 1882, Nachmittags 3 Uhr, am Bahnhose. Hierher gehören die Orte: . . , ~ . Albach, Mendorf a. d. Lahn, Birklar, Dorf-Gill, Eberstadt mit Arnsburg, Ettingshausen, Garbenteich, Groß-Linden, Grunmgen, Hausen, Holzheim, Lang-Göns, Leihgestern, Lich mit Albacher-Hos, Kolnhausen und Rlühlsachsen, Münster, Hof-Gill, Rieder-Besstngen, Over-Befsingen, Ober-Hörgern, Steinbach, Watzenborn mit Steinberg. , , ™ Es haben aus den genannten Orten zur bestimmten Stunde sämintliche im betreffenden Bezirke wohnenden Offiziere und Mannschaften des ^eurlauvten- standes aller Waffen des deutschen Reiches zu erscheinen, welche zur Reserve gehören, zur Dispofition der Truppenthetle beurlauvt, oder zur Dispofilion der Ersatz-Behörden entlassen find, sowie diejenigen der Landwehr angehörigen Mannschaften, welchen eme besondere Ordre zur Gestellung bei der Herbst-Control-Versammlung vom Bezirksfeldwebel zugegangen ist- — Die Ersatz-Reservisten haben nicht zu erscheinen. Dispensationen können nur in ganz dringenden Fällen eintreten und müssen darauf bezügliche Gesuche spätestens 8 ^age vor den betreffenden Control- Versamnilungen auf dem Dienstwege eingereicht werden. ~ Die ohne Entschuldigung fehlenden Mannschaften haben sich der gesetzlichen Strafe zu gewärtigen. Es wird noch bemerkt, daß die Leute mit dem Militär-Paß und Führungs-Attest versehen in bürgerlicher Kleidung zu erscheinen haben, und vor. dem Beainn der Control-Versammlung Schirme, Stöcke, Pfeifen 2c. fortzuleaen sind. 8*^*» 1 9 b Oberstlieutenant z. D. und Bezirks-Commandeur. 7*. U40- g«. * „XV 10. Die Armenverbände müssen mit solchen Machtmitteln ausgestattet werden, daß sie den Trotz und die Trägheit der ihnen überwiesenen Armen zu brechen und die ihnen obliegende Erziehung der noch arbeitsfähigen Personen zur ökonomischen Selbstständigkeit durchzuführen vermögen. , 11. Es ist von Reichswegen darauf zu dringen, daß jeder Orts-Armenverband einen solchen Umfang hat und mit solchen Einrichtungen ausgestattet ist, daß er den Anforderungen, welche an die öffentliche Armenpflege zu stellen sind, zu entsprechen 12. Die Herbergen bedürfen einer strengen Controle und die Behörden müssen in den Stand gesetzt werden, sie auch dann zu schließen, wenn ihre Inhaber erwiesenermaßen den Bettel begünstigen, oder wenn sie Stätten der Vollerei, der Unordnung oder der Schamlosigkeit geworden sind. Im öffentlichen Interesse ist auf die Herstellung von Herbergen hinzuwirken, in welchen die einkehrenden Wanderer gegen Ausbeutung und gegen Verführung zur Unsittlichkeit gesichert sind. In Anschluß hieran res-rirteH-rr Ernst (M-rseld) über eine von Herrn Land- rath Germershausen (Insterburg) veröffentlichte.^rochure. ,,Dre R^orm der Armengesetzgebung", welche im Großen und Ganzen die von dem ersten Referenten ausgesprochenen Grundsätze ebenfalls enthält. ~ . ,fa Das Resultat der Kündigen Debatte, auf deren Details einzugehen uns unmog-. lich ist, war die Annahme der Nummern 1—6, 10 und oben angetührten^atze sowie Ueberweisung von Nr. 7—9 zur wetteren Erwägung des Congrestes. Nr. 11 FF RR von übtr 200 Theilnehmern besuchtes gememsaEs Mittagsmahl, dem sich ^bend ein von der Stadt Darmstadt mranstaltetcs anf*nt6cn wird. Morgen SSormümg fmbef Ausflug der DOr cinigfn Monaten verstorbenen Kebeimermb s KLvveri ist nunmehr der Professor Dk. Altboff von der rechts- und üaatsw sienschaitlichen Facultät an der Universität Straßburg dazu ersehen, das Decernat über "e Universitäts-Angelegenheiten im preußischen Cultusminlstenum zu übernehmen. Derselbe ha am Sonnabend bte Berufung nach einiger Bedenkzeit angenommen. AU- boff ist im -tabre 1839 zu Dinslaken im Kreise Duisburg geboren. Nach Vollendung seiner Kumnasial-^und Universitätsstudien war er längere Zeit als Referendar und Messor in der iurisUsch'N Praxis, namentlich in den rheinländischen Bezirken Neuwied und Bonn thätig Im Frühjahr 1871 kam derselbe als Justitiar und Referent für Aeutschland. m. Darmstadt, 9. Oktober. sJahresoersammlung des Deutschen Vereins für Armenpflege und Wohlthätigkeit.) (Forisetzung und Schluß.) In der heutigen zweiten Sitzung, welche Vormittags 9 Uhr im Saalbau begann, bildete den einzigen Gegenstand der Verhandlung „Der Unteistützungswohnsitz und das Land- aimenwesen mit RüclsiLt auf die vagabundirende Bettelei". Der Referent, Herr Land- roth Dr. Elvers (Wernigerode) faßte seine gediegenen und warmen Ausführungen in folgenden Sätzen zusammen: 1. Die Zustände, welche die Vagabondensrage in den letzten Jahren zum Gegenstände der Besprechung in so vielen Versammlungen und in der Presse gemacht haben, dauern im Wesentlichen unverändert fort. 2 Der Schaden, welcher unserem Volksleben in materieller und in geistiger Beziehung durch das Vagabondenthum zugefügt wird, ist von der größten und tiefgreifendsten Bedeutung. 3. Die Thätigkeit der Emzelnen und der Vereine ist ohne Hülfe des Staates nicht im Stande, dem zu so großem Umfange gelangten Uebel zu steuern. 4. Es sind manche Aenderungen in den gesetzlichen Vorschriften über die Bestrafung der Bettler und Landstreicher wünschenswerth; doch darf von einer blosen Deischärsung der Strafen eine Beseittgung der jetzigen Mißstände nicht erwartet WCTt> "ß. Daß man das Geben von Almosen an Vagabonden unter staatliche Strafe stellt, ist nicht durchführbar. 6. Die Hilfe, welche von der Gesetzgebung erwartet werden muß, kann nicht darin bestehen, daß sie die Freizügigkeit aufhebt, sondern nur darin, daß sie solche gegen Mißbrauch schützt tilgendes Bedürfn ß, daß jeder Angehörige des Deutschen Reiches einem bestimmten Orte zugewiesen wird, an welchem er seinen Unterstützungswohnsitz hat und daß fortan Niemand mehr, so lange er Angehöriger des Reiches ist, seinen seitherigen Unterstützungswohnsitz verlieren kann, wenn er nicht zugleich einen neuen eiiriibt. her sich der Wanderfreihett unwerth gemacht hat, muß gezwungen werden können/an dem Orte, an welchem er seinen Unterstützungswohnsitz hat, dauernd zu bletben.^^ bje außerhalb ihres Unterstützungswohnsitzes dem Erwerbe nachgehen, ist die Führuna von Wanderbüchern vorzuschrechen, die von der" Obrigkeit auszustellen und in regelmäßigen Zwischeüräumen zu reo-diren sind, verschiedene Verwaltungszweige an das reichsländische Oberpräsidimn. Bei Gründung der Straßburger Universität leistete er dem Herrn von Roggenbach ehedem badlschen Minister höchst eriprießliche Dienste und trat mit Beginn des Wintersemester 1872/73 als außerordentlicher Professor für französisches Civilrecht in die rechts- und staats- wtssensckaftliche Fakultät der neubegründeten Hochschule ein. Vor nicht langer Zeit wurde Althoff zum ordentlichen Professor befördert und neuerdings durch den Statt- dalter in den Staatsrath von Elsaß-Lothringen berufen. Die Universität verliert in dem Genannten einen allgemein beliebten Lehrer, die reichsländische Verwaltung einen ihrer freimüthigsten und kenntntßreichsten Rathgeber. Das preußische Cultusministerium aber gewinnt in dem nunmehrigen Geheimen Regierungsrath Dr. Althoff einen ebenso begabten, als in allen Verhältnissen seines Ressorts gründlich unterrichteten Decernenten, einen wirklich liberalen Gelehrten, dem wir im Interesse der gesunden Fortentwickelung der preußischen Hochschulen eine längere Wirksamkeit wünschen, als sie seinem leider so früh verstorbenen hochverdienten Vorgänger beschteden war. — Während der Minister für Landwirthschaft, Dr. Lucius, einen allgemeinen Notbstand der Landwirthe für Preußen in Abrede stellt, Pachten und Gutspreise wieder im Steigen begriffen sind, und die heurige Ernte, namentlich in den Ostseeprovinzen, sich als eine sehr reichliche erwiesen hat, tritt der Vorstand der Agrarterpartei mit einem Wahlprogramm vor die Oeffentlichkeit, in welchem die Klagen über den ungünstigen Stand der Landwirthschaft mit allem Nachdruck wiederholt werden. In dem Aktenstücke heißt es: „Zunehmende Verschuldung bei abnehmender Rentabilität und abnehmender Werth "des Grund und Bodens, das ist die ernste, unhaltbare Lage der deutschen Landwirthschaft. Durch eine einseitige geldkapitalistische Gesetzgebung ist dieselbe verursacht und nur durch eine agrarische Umänderung der Gesetzgebung kann dem Nebel abgeholfen werden. Nachdem dies geschehen, wird ein genügender Schutzzoll an Stelle des jetzt beliebten Scheinschutzzolles, eine gerechte Besteuerung an die Stelle gelbherrschaftlicher Steuerfreiheiten, em verhältnißmäßig niedriger nationaler Zinsfuß an Stelle des jetzt künstlich erhöhten, sog. landesüblichen treten. Hauptsächlich ist der Bauernstand derjenige Stand, welcher vermöge seiner Kopfzahl noch mit Aussicht auf Erfolg gegen den völkerwandernden Geldkapttalisrnus aufkommen kann. Deßhalb ersuchen wir bet der unhaltbaren, gefährlichen Lage der wirthschaftlichen Zustände die Parteimitglieder, sowie die Gesinnungsgenossen dringend, daß Vertreter agrarischer Interessen den Vertretern des internationalen Geldsackes thatkräfttg Abbruch thun." — In der Stadt Braunschweig herrscht gegenwärtig eine Trichinenepidemie, welche unter den Einwohnern eine um so größere Aufregung hervorruft, als erst vor einiger Zeit dort eine Anzahl Trichinenerkrankungen vorgekommen sind. Die jetzige Erkrankung hat eine so große Ausdehnung, daß nach Angabe des „Braunfchw. Tgbl." em einziger dortiger Arzt 30 an Trichinose erkrankte Personen zu behandeln hatte. Im Ganzen seien bis Donnerstag etwa 50 Fälle konstatirt und ein weiterer Zuwachs werde für sehr wahrscheinlich gehalten. Im Interesse des Publikums und der schuldlos von dem allgemeinen Mißtrauen betroffenen Schlächter wird eine strenge Untersuchung verlangt, ob die amtlich vorgeschrtebene Untersuchung auch wirklich statifinde. Berlin, 9. Octbr. Ohne über die Einzelheiten der von den englischen Staatsmännern bezüglich Egyptens in's Auge gefaßten Politik näher informirt zu sein, glauben wir, so schreiben die „Berl. Polit. Nachr.", vor Widerspruch sicher behaupten zu dürfen, daß die immer stärker zu Englands Gunsten hervortretende Sympathie der öffentlichen Meinung bewußt oder unbewußt von dem Gedanken getragen wird, daß England am Nil nicht nur als der berufenste Vertreter seines specifischen Sonder-Interesses, sondern namentlich auch des europäischen Gesammt-Jnteresses erscheint. Wohl den wirksamsten Vorschub leistet dieser Id een-Association die kaum noch bezweifelte Thatsache, daß England für seine egyptischen Zukunstsobjecte der Billigung sicher ist, was natürlich nicht ausschließt, daß deren Feststellung im Einzelnen unter der in irgend einer Form beizuziehenden Mitwirkung Europas erfolge. Wenn überhaupt in den Kreisen der deutschen Politiker jemals Anwandlungen von Mißtrauen gegen die letzten Ziele der egyptischen Politik Großbritanniens existent gewesen sein sollten, so sind sie doch mit dem Augenblick in Nichts zerronnen, wo.man sich Gewißheit darüber verschafft hatte, daß England weder gewillt, noch in der Lage sei, „ein egyptisches Definitivum ohne oder gar gegen die Wünsche Europas herbeizuführen." Gladstone und Granville haben sehr richtig erkannt, daß sie am weitesten kommen, indem sie ihre eigene Sache mit jener Europas identificiren und so aller Welt die Ueberzeugung beibringen, daß jeder Vortheil, den England in Egypten einheimst, zugleich ein Gewinn für die Gesammtheit sei. Etwaigen Vorurtheilen gegen die britische Präponderenz am Nile ist so der Boden schon im Voraus entzogen und logische Consequenz führt dahin, dissentirende Mächte, wie Frankreich und die Türkei, blos deshalb in's Unrecht zu versetzen, weil sie nicht ohne Weiteres sich bereit finden lassen, auf eine Schmälerung ihrer bisher am Nile innegehabten bevorrechteten Position zu Nutz und Frommen Englands zu verzichten. — Wie man hört, hat der Minister der öffentlichen Arbeiten genehmigt, daß gemäß § 11 der Betriebsordnung für die Eisenbahnen Deutschlands, nach welchem ein Uebergehen auf Plätze einer höhern Wagenklasse nur gegen Zukauf eines Billets gestattet ist, durch dessen Preis einschließlich des Preises für das bereits gelöste Billet der Fahrpreis mindestens gedeckt ist, für die Folge ein Uebergehen in eine höhere Wagenklasse auch für beliebige, zwischen der Abgangsund Ankunfts-Station des ursprünglich gelösten Billets belegene Theilstrecken gegen Zukauf eines den Preisunterschied deckenden Billets für die betr. Theil- sirecke zulässig sein soll. — Am 5. Juli d. Js, stellten rheinische Anhänger unserer Goldwährung gegen die bimetallistische Agitation in Köln eine Erklärung fest. Die Erklärung lautet in ihrem Wortlaut: Landwirthschaft und Industrie, Gewerbe uno Handel, wie auch alle auf Gehalt und Lohn angewiesenen Personen würden durch eine Aende- rung unserer Währung, die sich nach jeder Richtung hin vollkommen bewährt hat, nicht nur keine reellen Vortheile empfangen, sondern empfindlichen Schädigungen ausgesetzt sein. Da nun die fortgesetzten Versuche kleiner, zum Theil interessirter Kreise auf Einführung der Doppelwährung, die namentlich den Staaten der ehemaligen lateinischen Münz-Convention auf Unkosten Deutschlands Nutzen brächte, eine Beunruhigung in der Geschäftswelt zu erzeugen begonnen haben, unter welcher bei weiterer Steigerung der Ungewißheit Production und Handel empfindlich leiden müßten, so erscheint es dringend wünschenswerth, daß die Regierung unzweiselhaft erkennen lasse, sie beharre endgültig aus dem Standpunkte, den ihre Vertreter aus der letzten Pariser Münz- Convention eingenommen haben, und sie sei entschlossen, die Goldwährung ohne Ueberstürzung, aber völlig durchzusühren. Die voraussichtlich unvermeidlichen Verluste bei den Silberverkäufen wiegen gering im Verhältniß zu den Schäden, welche die fortdauernde Ungewißheit über unsere Münz- und Währungs-Verhältnisse für Industrie und Land- wirthschast nicht minder, als für Handel und Gewerbe nach sich ziehen müßte. Zu dieser Erklärung werden jetzt an 300 Unterschriften aus industriellen und kausmännischen Kreisen der rheinischen Städte veröffentlicht. Die bedeutendsten 9tamen und Firmen des Rheinlandes sind darunter, wie überhaupt nur bekannte und durchweg bedeutende kaufmännische und industrielle Unternehmer unterschrieben haben. — Die württembergische Regierung bringt schon jetzt wohl mit Rücksicht auf die Berathungen, welche die dortigen Verkehrsanstalten unter Vorsitz des Ministers v. Mittnacht in der Briefmarken-Angelegenheit gestern beginnen sollten, das genaue Ergcbniß der vorjährigen, aus der Post- und Telegraphenverwaltung erzielten Einnahmen zur Mittheilung und stellt, daran anknüpfend, eine Berechnung darüber auf, was die eigene durch das Reservatrecht ermöglichte Verwaltung finanziell voraus hat vor der Reichspostverwaltung. Das Ergebniß ist in Kürze folgendes: der Einnahmeüberschuß beträgt im Vorjahre 1881/82 rund 1,472,000 Jt., von 670,000 «M. mehr als im Vorjahre 1880/81, was hauptsächlich von der seit April 1881 eingeführten Portopflicht für Dienstsachen rc., sowie von einigen Tarifänderungen herrührt. Dafür hat Württemberg, well es an den Reichspost-Einnahmen Theil nimmt, 729,000 «M. in Gestalt des Matrikularbeitrags als Entschädigung zu bezahlen. Köln, 9. Octbr. tzBimetallisten-Congreß in Köln). Am 12. October versammeln sich die Vorstandsmitglieder des Deutschen Vereins für internationale Doppelwährung. Zu dieser Versammlung haben sie auch auswärtige Bimetallisten eingeladen und werden neben den vertraulichen Berathungen unter sich auch einen öffentlichen Vortrag und ein Festessen abhalten. Das Ganze nennen sie bimetallistischen Congreß. Nach dem jämmerlichen Fiasko, welches die Pariser Conserenz eingestandenermaßen gemacht hat, ist die Kölner Zusammenkunft, wie sie eine rein private ist und jeder Autorität entbehrt, auch für weitere Kreise bedeutungslos. Bei den kapitalkräftigen Verbindungen aber, welcher die Bimetallisten sich rühmen dürfen, ist zu erwarten, daß es ihnen gelingen wird, die officiösen Telegraphen-Agenturen, wie diese nun einmal geartet sind, sehr weitläufig zu beschäftigen, um durch pomphafte Telegramme nach Außen die Bedeutung und die Erfolge des Congresses möglichst groß erscheinen zu lassen. Man wird den Bimetallisten nach dem verhängnißvollen Ausgang der Pariser Conserenz nicht verargen, wenn sie Alles aufbieten, um weitere Beweise ihres Daseins zu geben. Nach diesem Zwecke aber, den sie verfolgen, wird man die bimetallistischen Telegramme und Berichte über die Kölner Zusammenkunft auch zu beurtheilen haben und jedenfalls gut thun, die Berichte anderer Blätter zur Vergleichung heranzuziehen. (W.-C.) Hamburg, 9. Octbr. Wie aus St. Johns von heute gemeldet wird, ist der Hamburg-Amerikanische Postdampfer „Herder" bei Cap Race untergegangen; die Mannschaft und die Passagiere wurden gerettet. England. London. Die irische Justiz geht langsam, aber sicher. Die Bemühungen der Dubliner Polizei, Licht über die Phönixpark-Morde zu verbreiten, sind, wie aus Dub lin gemeldet wird, nicht ganz erfolglos geblieben. So sind in einer Vorstadt Dublins die Waffen, mit denen Lord Fr. Cavendish und Mr. Bourke ermordet wurden, auf- gefunden worden. Es sind Messer nut kleinen Heften, aber 9 Zoll langen und 3/4 Zoll breiten Klingen, augenscheinlich englischen Fabrikats. Es befinden sich Blutspuren an denselben. In Verbindung mit dieser Entdeckung sind in Gemäßheit des Gesetzes zur Verhütung von Verbrechen mehrere Verhaftungen vorgenommen worden. Die Polizei glaubt jetzt, baß mindestens 10 Personen -in dem Doppelmorde betheiligt gewesen, von denen die meisten Irländer sind. Die Polizei hat auch Grund für die Annahme, daß die Mörder noch in Irland sind und leicht gefaßt werden könnten, wenn sich einer derselben durch die ausgesetzte hohe Belohnung verleiten ließe, den Angeber zu spielen- Ohne die Hülfe eines solchen glaubt die Polizei nicht im Stande zu fein, die Mörder, die ihr nicht ganz unbekannt sind, zur Verantwortung zu ziehen. Daß die Zustande in Irland trotz der strengen Handhabung des neuen Gesetzes zur Verhütung von Ver- brechm noch viel zu wünschen übrig lassen, beweisen nicht allein die letzten zwei Agrarmorde, sondern auch der in be. „Dubliner Gazette" veröffentlichte Ausweis über bie im September zur Kenntniß der Polizei gebrachten Agrarverbrechen. Deren Anzahl stellt sich auf 130, worunter sich zwei Morde, 3 Mordversuche, 16 Brandstiftungen, sowie 70 Fälle von Einschüchterungen durch Drohbriefe u. s. w. befinden. Rußland. — Aus Petersburg wird der amtlichen „Wiener Ztg." und den „Berl. Polit. Nachr." übereinstimmend geschrieben, daß die Krönung definitiv auf den Monat Mai 1883 verlegt sei. Sie werde übrigens, meldet ersteres Blatt, mit aller Pracht stattftnden und einige Monate vorher durch ein Manifest angekündigt werden. ' Die russische Flotte verfügt gegenwärtig über mehr als 100 Minenkutter, doch entspricht die Mehrzahl den Anforderungen nicht, die heute an diese Fahrzeuge gestellt werden. Sie sind meist in Uebereilung hergestellt und entwickeln z. B. meist nur eine Geschwindigkeit von etwa 14V2 Knoten, während die modernen Kutter 18 und mehr Knoten pro Stunde zurücklegen können. Vor Kurzem hat die russische Regierung, wie die „St. Petersb. Ztg." hört, in England durch den russischen Marine-Agenten Viceadmiral Lichatschew vier neue Minenkutter bestellt, welche allen Anforderungen gerecht werden sollen. Sie sind alle für das Schwarze Meer bestimmt und werden etwa 100,000 Rubel pro Stück kosten. Aegypten. Kairo, 9. Octbr. Durch die gegen die Theilnehmer an der Rebellion eingeleitete Untersuchung soll fick herausgestellt haben, daß dieselben fortdauernd Beziehungen zu dem Sultan unterhielten, selbst zu der Zeit, als die Proklamation gegen Arabi erlaffen wurde. Die Untersuchungs - Commission unter dem Vorsitze Ismail Pascha's und Ejub's war heute mit der Vernehmung von Zeugen beschäftigt, das Ergebniß der Vernehmung war indeß von sehr geringem Belang. Gandeel, der während der am 11. Juni er. gegen die Europäer begangenen Gewaltthaten den Posten als Stadtpräfekt bekleidete, stellte auf das Bestimmteste in Abrede, Stöcke unter die Araber vertheilt zu haben. — Auch in Tantah ist eine Untersuchungs-Commission eingesetzt, die Verhandlungen erfolgen aber unter Ausschluß der Oeffentlichkeit. — Nach Tel-el-Kebir ist behufs Instandsetzung der Gräber der gefallenen Soldaten eine Truppenabtheilung abgegangen. Amerika. New-Aork, 9. Octbr. Der Schiffbruch des Hamburg-Amerikanischen Postdampfers „Herder" erfolgte heute früh 2 Uhr während starken Nebels. Die Passagiere und Mannschaften, sowie die Poststücke werden durch einen besonderen Dampfer nach St. Johns gebracht und der Fürsorge des dortigen deutschen Consuls anvertraut werden, von der übrigen Ladung des Schiffes fürchtet man, daß sie total verloren sei. er- cht des en, l«g H- >al- in mb O rc, weil des ober nole w sch neu iier wie reise ime- , die veit- rdeu- Nan Con- ihres ! bie and) M M W n der Dub rblins i, aus- iZoll en an es zur W von H liner eien- rbet, "Ä i Vn- n zwei s über m An- Mgen, Telegraphische Depeschen. Wolff'S telrgr. Lorrrsponde«,«Bureau. Siel, 10. Octbr. Die Corvette „Olga", mit Sr. König!. Hoheit dem Prinzen Heinrich an Boro, ist heute Vormittag um 10 Uhr nach Plymouth in I See gegangen. Stuttgart, 10. Octbr. Wie der „Staats-Anz. für Württemb." mit« theilt, hat der Beirath der Verkehrsanstalten in einer am Montag den 9. ds. unter dem Vorsitze des Staatsministers v. Mittnacht abgehaltenen Sitzung folgenden einstimmigen Beschluß gefaßt: Die Erhaltung der reichsverfaffungsmäßig bestehenden finanziellen und administrativen Selbstständigkeit der württembergi- schen Postverwaltung liegt im Landes-Jntereffe; deshalb kann Württemberg nur solchen Maßnahmen der Abhülse gegen die Mißstände, welche aus der Verschie- oenheit der Postwerthzeichen hervorgehen, zustimmen, welche die Selbstständigkeit der württembergischen Postverwaltung unberührt lassen. Der Beirath empfiehlt, daß mit Werthzeichen anderer deutscher Postverwaltungen versehene Postkarten unter geeigneten Maßnahmen künftig befördert werden. Den Antrag eines Mit- i gliedes, den Umtausch anderer Werthzeichen gegen württembergische bei den Post- anstalten zu empfehlen, wurde mit 9 gegen 7 Stimmen abgelehnt. Pest!), 10. Oktober. Nachdem das Haus sich tonftttmit hatte, richtete der D-putirte Macfary an den Minister des Innern die Anfrage, warum über Preßburg das Standrecht verhängt worden sei, ohne daß das Cvmttat die Verhängung beantragt habe. MlN'.sterpräsident Tism antwortet, der Erlaß sei blos deswegen erfolgt, damit derselbe, wenn nothwendig, sogleich angewendet werden könne. Die Nachrichten über die Preßburger Judenkrawalle seien übrigens übertrieben, amtlich seien nur unbedeutende Unruhen konstattrt, doch habe die Regierung nicht die persönliche Frelheit eventueller Räuber, Mörder und Mordbrenner in Betracht ziehen können, sie habe vielmehr die Ruhe und den Frieden der Bücger und des Landes beschützen müssen. Mocsary konstatirt ebenfalls, oaß die Zeitungsberichte vielfach Unwahres enthalten hätten, er könne deßhalb den Erlaß des Standrechts nicht billigen, denn außer dem Schutz, der Ruhe und dem Frieden der Bürger müsse auch deren persönliche Fretheit respecttrt werben. — Auf eine Anfrage des Deputirtcn Poeonyi bezüglich der hölzernen Eisen- bahnbrücke bei Szolnok erklärte der Commun kationsminister. daß eine Revision aller Bahnbrücken stattgefunden habe und das speciell die Szolnoker Esienbahnbrücke im besten Zustande befunden worden ist. — Bei der Constitutrung der Sektionen siegte überall die liberale Partei. Konstantinopel, 10. Oktober. In der bereits signalisirten Antwort Lord Duffertn's auf die Note der Pforte vom 25. v. Mts. wird ferner darauf hingewtesen, daß, abgesehen von der bereits erfolgten thetlweisen Räumung Egyptens, da eine egyp- tische Armee nicht vorhanden sei, der englischen Regierung die Verpflichtung obliege, die Okkupation bis zu dem Zeitpunkte zu verlängern, wo die militärischen Streitkräfte Egyptens neu organisirt sein würden und der Khedive die Erklärung abgegeben haben würde, daß er Mittel besitze, um für die allgemeine Sicherheit emzufteden. New-Uork, 10. Octbr. Der gescheiterte Dampfer „Herder" hatte bis Sonntag Abend schönes Wetter, alsdann stellte sich dichter Nebel ein, in welchem dann die Katastrophe erfolgte. Auch das Gepäck der Passagiere und ein Theil der Ladung, worunter 3 Kisten Metallgeld und sämmtliche Werth- | fachen, wurden gerettet; es soll außer den Kajütengeräthen sonst nichts an Bord j geblieben sein. Die Steuerborbseite des „Herder" ist vollständig unter Wasser. Von St. Johns wurde der Dampfer „Neptun" mit Nahrungsmitteln für die Schiffbrüchigen sofort entsendet. Die Passagiere sind in aus Segeln hergerichteten Zetten untergebracht. Loyales. (Siesten, 11- Oktober. (Sterblichkeit in Gießen.) Während der Woche vom 1. bis 7. Oktober waren hier un Ganzen 8 Todesfälle zu verzeichnen, die sich auf Z erwachsene Personen und 5 Kinder vertheilttn. Bel den Erwachsenen war Lungenschwindsucht, Gehirnentzündung, Brightische Krankheit je einmal Todesursache. Ein drei Iah. e altes Kind erlag der Diphtherie. Von 4 Kindern im ersten Lebensjahre Harb eins an allgemeiner Abzehrung, eins an Keuchhusten, eins an Bronchienentzündung und bei einem, welches nicht ärztlich beobachtet werden konnte, konnte eine bestimmte Todesursache nicht festgesteUt werden. G. Gießen, 11. Oktober. Schwurgertchtsverhandlung am 10. October 1882 gegen Katharine Hönig von Merlau wegen Kindesmords. Die Angeschuldigte wurde unter Annahme mildernder Umstände für schuldig erkannt und in eine Gefängnißstrafe von 3 Jahren verurtheilt. - Zur Ergänzung unserer gestern gebrachten Nachricht, betn das Auffinden von Kleidungsstücken am Schiffenberger Weg, können wir heute die Mittheilung machen, daß solche einem Arbeiter gehörten, welcher sich einen richtigen Zopf angetrunken hatte und durch Hinfallen sich einen -erschundenen Schädel holte, infolge dessen die Kleider mit Blut befleckt wurden. — Schon seit längerer Zeit kamen aus den Personenwagen der Oberhessischen Bahnen Fenfterrtemen abhanden, ohne daß man -dem Diebe auf die Spur kommen konnte. Gestern Vormittag gelang es, denselben in der Person eines Wagenputzers der Köln-Gießener Bahn auf der That zu ertappen- Er wurde verhaftet. Verwischtes. Mainz, 9. Oktober. Entgegen den verschiedenen Zeitungsnachrichten, daß der Flörsheimer Bürger Schellheim, welcher vor einiger Zett in einem Weinberg bei Hochheim tobt aufgefunben würbe, burch eine Unvorsichtigkeit unb zwar durch einen Selbstschutz ums Leben gekommen sei, kann ich Ihnen heute mittheilen, datz am Freitag Nachmittag der der That verdächtige Arbeiter Hof aus Flörsheim an das Kreis- gefängniß nach Wiesbaden abgeführt wurde. Der Verhaftete ist durch die Staatsanwaltschaft der Körperverletzung mit tödtlichem Erfolg angeklagt und wird sich der Beschuldigte vor dem nächsten Schwurgerichte in Wiesbaden zu verantworten haben. — Heute Morgen fand in einer bedeutenden Möbelfabrik eine Gasexplosion statt; zwei Arbeiter, die sich in dem fraglichen Raum befanden, wurden zu Boden geschleudert, ohne indessen verletzt zu werden, doch wurden durch den Druck eine Anzahl Fensterscheiben zertrümmert. Durch em beschädigtes Gasrohr ist das Gas in den Raum emgeströmt. — Gestern verstarb der Obermaterial-Jnspector der Hessischen Ludwigs- bahn, Ferd. Aug. Köster und heute Herr Karl Hartmann, Jnspector der Mainzer Schlepp-Dampfschifffahrt. Berlin, 10. Oktober. Bankier Sternberg (Vereinsbank) wurde wegen Vergehens gegen die Sittlichkeit verhaftet und nach dem Moabiter Gefängnitz gebracht. Frankfurt. 10. Oktober. Der „Reichsanzeiger" meldet: Der Schnellzug der Berlin-Wetzlarer Eisenbahn, welcher Mittags 12 Uhr 15 Minuten von Frankfurt a. M. abgeht und Nachts 11 Uhr 45 Minuten auf dem Bahnhof Berlin, Fnedrichsstratze, eintreffen soll, erlitt am 6. d. M. eine Verspätung von fast einer Stunde in Folge eines Unfalls zwischen den Stationen Nedlitz und Wiesenburg. Hinter der Station Nedlitz zersprang der Radreifen am linksseitigen Vorderrabe bes letzten Wagens, in Folge bavon bie Vorderachse entgleiste unb eine Strecke lang neben den Schienen lief. Hierbei ereignete es sich, daß einer der unter dem Wagen liegenden Gasrecipienten beschädigt wurde, das Gas ausströmte und sich wahrscheinlich an einem durch Reibung glühend gewordenen Eisentheil des Wagens entzündete. Der Unfall wurde sofort bemerkt, der Zug rasch zum Stillstand gebracht und das brennende Gas gelöscht. Beschädigungen von Personen sind nicht vorgekommen. Nachdem der entgleiste Wagen vom Zuge abgehängt war, setzte letzterer seine Tour nach Berlin fort. Kassel, 8. Oktober. Die am Donnerstag Vormittag in dem benachbarten hannoverschen Städtchen Dransfeld ausgebrochene verheerende Feuersbrunst hat leider eine große Ausdehnung angenommen. Dem Vernehmen nach sind im Ganzen (über 40 Wohnhäuser und ebensoviel Nebengebäude eingeäschert worden. Die darin befindlichen Productvorräthe sind sämmtl'ch vernichtet und nur wenig soll davon versichert sein. Der verursachte Schaden an Hab und Gut ist ganz enorm und das Elend vieler Familien, die Alles verloren haben, unbeschreiblich. Der muthmaßliche Brandstifter ist verhaftet. "KraMfurt a. M.I ll.^Octöber^Nächmittägs'2^Uhr^Nin. (Telegraphischer Coursbericht. Mitgetheilt durch das Bankgeschäft Albert Kaufmann in Gießen.) Creditactten 267%, Staatsbahnactien 296, Galizier 271, Lombarden 121%, Nord- westbahnactien 183, Darmstädter-Bankactien 157%, Oberschlesische E.-B.-Act. 258%, Oesterr. Silberrente 66%, 4% Ungar. Goldrente 74%, 4o/o 1880er Russen 70%, 5% 1877r Russen —, 2. Orient-Anleihe 56%, Spanier 64%, 5% Rumänische Rente 91%, 4% Unific. Egypter 73%. Tendenz —. ________________ Kirchliche Anzeigen der evangelischen Gemeinde Gießen. Donnerstag den 12. Oktober, Abends 6 Uhr, im Gymnasium: Bibelstunde, Brief Pauli an die Galater, Kapitel 1. Pfarrer Dr. Naumann. Altkaißvlischer Gottesdienst. Sonntag den 15. Oktober wird um 9 Uhr Vormittags Herr Pfarrer Ricks aus Heidelberg in der hiesigen Hospitalkirche die heilige Messe lesen und predigen. jfben t, mü ifutter, Fck' uiiclw ib die Eng' neue .e W 0el MUld SM' 1, d-r w® MM iß # 'nutet ,atieue» Mls- M* h beut' fii#t Allgemeiner Anzeiger. Bekanntmachung. Vom 15. Oktober ab wird die Landpost Laubach-Mücke aufgehoben Md an deren Stelle eine Landpost zwischen Freienseen und Mücke eingerichtet welche wochentäglich zweimal, wie folgt, kursiren wird: I II. aus Freienseen 6° Vorm. 235 Nachm. in Mücke 7° „ 335 „ aus Nttrcke 745 „ 550 „ in Freienseen 8" ,, ßto „ Sonntags fällt die Fahrt unter II aus. An Stelle der wegfallenden Postverbindungen zwischen M ü ck e und L a u b a ch wird vom 15. Oktober ab eine Botenpost von Grünberg nach Laubach unterhalten, welche im Anschluß an den um 355 Nachm. von Fulda eintreffenden Zug aus Grünberg Bhf- abgeht und um 53/4 Uhr Nachm. in Laubach eintrifft. Darmstadt, den 10. Oktober 1882. Der Kaiserliche Ober-Postdirector: __Hagemann. 6520 Nächster Viehmarkt zu Gelnhausen vieostafi öen 17. OMofier 1882 Heinrich Zimmer Uhren-, G-old- und Silberwaaren-Handlung 6544 Kreuz GIESSEN Kreuz Reichhaltiges Lager in Herren- und Hamen- Uhren (Remonloirs etc.) in Gold und Silber, Regulateuren in allen Holzarten (8 und 14 Tage gehend), Harder’sche Jahresuhren, Wecker, Pendules etc. etc. Bekanntmachung. Die zur Entwässerung der 5 neuen Schießstände erfordert. Erd-, Maurer- unb Pflasterer-Arbeiten, veranschlagt zu 2609 M. sollen in General-Entreprise verdungen werden. Hierzu ist ein öffentlicher Submissions-Termin auf Mittwoch den 18 Oktober et-, Vormittags 10 Uhr, im Bureau der untengenannten Verwaltung anberaumt, zu welchem quali- ficirte Unternehmer mit dem Bemerken eingeladen werden, daß in dem be- ieichncten Bureau Bedingungen, Kosten- anschlag und Zeichnung zur Einsicht- nahme ausgelegt sind. 6679 Gießen, den 11. October 1882. Krohherzogl. Garnison-Verwaltung. 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Gießen. __^_Textor, ,^Darmstädter^Haus". 6583 Ich werde mit dem 167 Oktober wieder einen neuen Cursus im An- meffen, Zuschneiden und Anfertigen von Damenkleidern eröffnen. C. Schneider, Sonnenstr. 22. 6621 Mecrrettig kauft Julius @6cl, Marktstraße. Peizwiaresi Reparaturen und Umändern der- lelben wird prompt und billigst besorgt- 6oo6 H. Rübsamen, Mäusburg 16. 6667 Ein geb. j. Mädchen aus guter Familie sucht Stelle in einem Mercerie-, Wnßwaaren- oder Modewaaren-Geschäft. "b p H. 100 befördert die 0-xpeo. ds. Bl. ^on heute an wohne ich wieder Markt- nratze Nr. 10. ______ Em» Pjgtor i. ,6653 Ein Paar in Gold gefaßte Hirsch- rahüe, sonne em silb. Glücks Pilzchen ^.Weg von derNeuen-Anlaae nach der West-Anlage am Dienstag Nachmittag verloren. Dem Wrederbringer eine gute Belohnung bet der Exped. ds. Bl vuvi7 entgelt, welcher im Auftrag des Herrn Müller Frey von Lollar em Ktstchen mit 18 Billen bei mir abbolte ersuch- dieselbe sofort wieder an mich zuruckzugeben, andernfalls ich gerichtlich gegen denselben etnschreitcn werde ’ ’ Gießen, den 10. Oktober 1882 ' Ehriftian Noll, Schlossermeister, Knplansgasse. 5702 Penfionäre finden gute Auf- nahme. Nah. bet der Exped. ds Ns ' 6493 Lu em Colonial- und^Us^- waarengeschatt wtrd unter günstigen Bedingungen etn Lehrling gesttcht Kost und Logis int Hause. Näheres bei der Exped^ds. Bl. 376'3 Ankauf von Lnmpen^Knöchen. Papier und Akten. Louis Rothenberger, Neuenweg 194. Coneert ■ Verein. Die regelmäßigen Concerte werden den 19. November beginnen. Der unterzeichnete Vorstand hat sich zur Aufgabe gestellt, — wie bisher — die einheimischen Kräfte durch Hinzuziehung auswärtiger Künstler zu unterstützen und ist das Auftreten bedeutender Solisten, sowohl für Instrumental-, als auch Vocal-Musik gesichert. Von größeren Werken sind die Matthäus-Pasfion von Bach und Händel’s ZudaS Makkabäus in Aussicht genommen. Es wird gebeten, neue Beitrittserklärungen mit Angabe der gewünschten Karten, resp. Sperrsitze, sowie etwaige Wünsche bisheriger Mit-- glieder in Bezug auf A en der ungen in der Zahl ihrer Karten und Sperrsitze für das neue Concertjahr bis spätestens Freitag den 20. Oktober schriftlich in die Musikalienhandlung des Herrn Wilhelm Rudolph gelangen zu lassen. Für die neu eintretenden Mitglieder sei bemerkt, daß folgende Preise der Karten (nur für engere Familienmitglieder und auswärtige Gäste geltend) bestehen: 1 Karte = 10