HO Freitag den 12. Mai. L88L. Zießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. t Schulstraße B. 18. PreiS vierteljührlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlol) n. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Betreffend; Die Herrichtung der Turnplätze für die Volksschulen am 8' 1882' Die Großherzoalichc Kreis-Sch»l-Commisswn Gießen an die Großher;oglichen Bürgermeistereien des Kreises (mit Ausnahme von Gießen). Wir erwarten die Einsendung der noch rückständigen Berichte in rubr. Betreff, Gießener Anzeiger Nr. 61 und 84, unfehlbar innerhalb 8 Tagen. Dr. Boermann. _______________________________________________________ ^ehrer-Conferenz des Conferenz-Bezirks Grün berg: Dienstag den 16. Mai, Vormittags » Uhr, in Grüvberg. . r Gießen, den 8. Mai 1882.________________________________________ Buchner, KretSlchulmspector. Politische Ueberstcht. Gießen, 11. Mai., Das jüngste freudige Familienereigniß im deutschen Kaiserhause — die am Sonnabend Abend zu Potsdam erfolgte Entbindung der Prinzessin Wilhelm voil Preußen von einem Prinzen — hat einen lauten Widerhall im Herzen des deutschen Volkes gefunden. Denn in dem Erstgeborenen des Prinzen Wilhelni grünt dein kräftigen «Stamme des Hohenzollern'schen Kaiser- und Königshauses ein neues Reis und wenn es ein gnädiges Geschick will, so wird der jüngste Hohenzollcrn-Sprosse deremst die deutsche Kaiserkrone tragen. Unsrem greisen Kaiser Wilhelm ward also die Freude, seine Thronsolger bis in die Dritte Generation zu erblicken, ivahrlich, ein in der Geschichte vielleicht einzig dastehendes Ereigniß! Möge der Kaiser-Urenkel die Hoffnungen erfüllen, Die' feine erlauchten Eltern, Großeltern und Urgroßeltern und mit ihnen das deutsche Volk au seine Geburt knüpfen! Der Bundesrath nahm am Montag das Unfallversicherungs-Gesetz nach den Beschlüssen der Ausschüsse an; ferner gelangte zur Annahme das Gesetz, betr. die Fürsorge für die Wittwen und Waisen der Angestellten des Reichsheeres und der Marine. Unsere, durch das Rebeneinandertagen von Reichstag und preußischem Landtag etwas verfahrene parlamentarische Lage hat endlich die so nothwendige Klärung erfahren. Das Präsidium des Abgeordnetenhauses macht bekannt, daß die letzte Sitzung des Abgeordnetenhauses Donnerstag den 11. ds., Vormittags, und der Schluß des Landtages am Rachmitage desselben Tages stattfinden wird. In Folge deffen find alle Besorgnisse, der Reichstag könne wegen des gleichzeitigen Tagens des preußischen Landtages an chronischer Be- schlußunsähigkeit kranken, überflüssig geworden. — Der Reichstag setzte am Montag die am vorhergegangenen Freitag abgebrochene erste Lesung der Novelle zur Gewerbeordnung fort. Vor Beginn der Debatte gab Präsident v. Levetzow in warmen Worten der Freude über die Geburt eines Sohnes des Prinzen Wilhelni Ausdruck und erbat und erhielt für das Präsidium die Erlaubniß, an höchster Stelle die Glückwünsche des Reichstages darzubringen. Aus der Debatte über die Gewerbeordnungs-Novelle sind Momente von Bedeutung nicht hervorzuheben. Die Verweisung des Tabakmonopols an eine Commission erscheint nunmehr gesichert, da das Centruin in seiner Fraktions-Sitzung vorn vorigen Sonnabend sich für eine derartige Behandlung der Monopolvorlage erklärt hat. Dagegen sprachen sich bei der Debatte über den sachlichen Inhalt der Monopolvorlage alle Redner mit einziger Ausnahme eines württembergischen Abgeordneten gegen die Einführung des Monopols aus. Die Verhandlungen des österreichischen Reichsrathes über die einzelnen Positionen des neuen Zolltarifs schleppen sich ziemlich schläfrig dahin und bieten deshalb wenig allgemeineres Interesse dar. Viel interessanter sind dagegen die Verhandlungen im kroatischen Landtage, in welchem die kroatische Majorität sich mit der ungarischen Minorität beständig in den Haaren liegt, so daß die Verhandlungen ab und zu durch einen recht sastigen Scandal gewürzt werden. Daneben feffelt auch der sich seinem Ende zuneigende Ring- theater-Proceß die allgemeine Aufmerksamkeit. Am 8. Mar fand die Zeugenvernehmung der Feuerwehrniänner statt, wobei es häufig zu erregten ©eenen kam. Die Aussagen waren für Jnfpeckor Herr ungünstig, während der Com- manbant der Feuerwehr, Schüller, demselben das größte Lob zollte. Der französischen Deputirtenkammer sind nunmehr die Dekrete zugegangen, welche aus Tunesien eine französische Provinz machen und somit das Land des Bep für immer mit Frankreich verbinden sollen. Mahommed es Sadok ist demnach zu einer völligen Scheinherrschaft verurtheilt und wenn chm die französische Regierung nicht gleich eine Jahresrente und einen bestimmten Wohnsitz anweisen läßt, so unterläßt sie dies vielleicht blos deshalb, um den Tunefen das faetifche Ende der Herrschaft des Bep nicht allzufchroff vor die Augen zu führen. Mittlerweile sendet der neue Ministerresident in Tunis, Cambon, die schönsten Berichte über die Stimmung dort zu Lande nach Paris und da nach den Angaben Cambon's in Tunesien nunmehr Alles Ruhe und Frieden athmet, wird auch die Kammer ohne Zweifel der tunesischen Politik des Cabinets Frepcinet zustimmen. In England ist die Blutthat von Dublin mit einem allgemeinen Schrei der Entlüftung beantwortet worden. Die angesehensten Blätter, wie „Times", „Standard", „Daily Telegraph", erblicken in der Ermordung zweier so hochgestellter Beamten, wie Lord Cavendish und Thomas Bourke, eine Selbst- verurlheilung der Gladstone'fchen Versöhnungspolitik und fordern nunmehr die strengsten Maßregeln gegen Irland. Daß indessen Niemand die Führer der Landliga der Mitwissenschaft um das Verbrechen beschuldigt, ist selbstverständlich, auch erklären Parnell, Dillon und Davitt in einem an das irische Volk gerichteten Manifest ihren Abscheu gegen die Ermordung Cavendish' und Bourke's. — Was die Attentäter anbelangt, so wurde am Montag in der Nähe Dublins ein Individuum Namens Charles Moore verhaftet und am folgenden Tage behufs Jdentificirung nach Dublin gebracht. Seine Erscheinung stimmt mit den Signalements der Mörder überein; er gab an, daß er erst am Freitag aus Amerika zurückgekehrt sei. (Neueren Nachrichten zufolge ist Moore jedoch bereits wieder aus der Haft entlassen worden.) Im Unterhause erklärte Gladstone am Montag, daß Angesichts des entsetzlichen Ereignisses die Regierung ihr Programm gegenüber Irland umarbeiten werde und Maßregeln zur Unterdrückung der Verbrechen in Irland treffen wolle. Northcote sicherte dem leitenden Minister in letzterer Beziehung die vollste und nachdrücklichste Unterstützung der Conservativen zu. Die europäische Donaucommission hat am letzten Mittwoch ihre Session zu Bukarest, der rumänischen Hauptstadt, wieder begonnen. Vor Allem sollen drei Fragen zur Verhandlung gelangen: Ausdehnung des Rayons der europäischen Commission von Galatz bis Braila, Einsetzung der gemilchten Commission nach dem Vorschlag Frankreichs, Verlängerung und Feststellung der europäischen Commission. Die Verhandlungen der Commission über diese schwierigen Punkte dürften somit kaum einen ganz glatten Verlauf nehmen. Die zwischen der Psorte und Rußland schwebende Frage der Kriegskosten-Entschädigung an Rußland ist nun glücklich gelöst. Eine Jrade des Sultans ermächtigt die Pforte, die hierauf bezügliche Convention auf Grund des mit dem russischen Botschafter v. Novikoff über die russische Controle vereinbarten Comprornisses zu unterzeichnen. Herr v. Novikoff begiebt sich sofort nach der Unterzeichnung nach Petersburg. _ Deutschland. Darmstadt. 8. Mai. Am 3. ds. trat das Festcornitö für den nächsten allgemeinen deutschen Genossenschaft Stag, der vom 26. bis 30. August in hiesiger Stadt tagen soll, zusammen. Es wurden ernannt zum Ehrenpräsidenten Herr Oberbürgermeister Ohly, zum Präsidenten Herr Bernhardt, zum Vicepräsidenten Herr Rückert, Stadtverordneter, zum Schriftführer Herr Buchhalter Heustug. Zum Schluffe wurden die Commissionen gebildet. Darmstadt, 9. Mat. Die soeben etfcDunenen neuesten Drucksachen der zweiten Kammer enthalten zunächst einen von dem Abgeordneten Maurer Namens des Gesetzgcbungsausschusses erstatteten Bericht über den Antrag des Abg. «Schroder, die Regierung um eine Gesetzvorlage zu ersuchen, welche das durch eine Reihe von Gesetzen notmitte CtvildienerWittwen-Znstitut In einheitlicher Weise neu regelt; etwa unter Zugrundelegung der in dem gleichartigen Reichsgesetz vom 20. Avril 1881, betreffend die Fürsorge für d,e Wittwen und Waisen der Reichsbeamten der Civilverwaltung angenommenen Principicn. Die Großh. Staatsregierung bat auf die Seilens des Reterenten an sie gerichtete Anfrage die Antwort ertheitt, datz dieselbe schon seit längerer Zeit mit den Vorarbeiten zur Prüfung der Frage besaßt: fet, ob_es ohne weitergehend: Belastung des Staates möglich fein mochte, die gesetzlichen Bestimmungen über die Fürsorge für die Wittwen und Waisen der E'vilbeamten in einer den Bestimmungen des Reichsgesetzes vom 20. April 1881 analogen SBeife neu ju normten, daß indessen bei dem Umfang der hierzu erforderlichen Arbeiten emZett- ounft nicht bestimmt werden könne, bis zu welidem eine definMve Entschließung der Regierung werde erfolgt sein können. Der Ausschuß halt durch d'^ Zusa« dm Antrag sür erledigt, glaubt aber den Wunsch aussptechm zu sollen, daß die Vorlage etnes das Civild,ener-Witlweakafse-Jnfiitut regelnden Gesetzentwurfs noch wahrend der Dauer des gegenwärtigen Landtags erfolgen möge. Hebet den Gesetzentwurf in Betreff der Ausführung des R.ichssicfttzes über die Abwehr und Unterdrückung von Viehseuchen ha.Namms des^Gesttzg-bungs- Auoschusses der Abg Schröder Bericht erstattet. Inhaltlich desselben beantragt der Ausschuß Annahme des aus 12 Artikeln bestehenden Gef-tz-niwurss mit klemm Zusätzen m den Artikeln 3 5 und 6. — Derselbe Abgeordnete hat über dm Amrag des Abg. Freiherrn von Nordeck zur Rabenau berichtet, die Regierung um Vorlage eines das ganze Gebiet der Land-sculturgesetzgebung umfassenden Gefetzentwurses zu ersuchen, welcher diesen hochwichtigen Gegenstand in einer ben oered;ligten lmor= derungm der Landwirihschast entsprechenden Weise zu regeln bestimmt ist. Aus der dem Berichterstatter auf dessallfige Anfrage ettheilien Antwort der Regierung geht hervor, daß dieselbe es für unthunlich erachtet, das ganze Gebie der Landescultur- Gesetzgebung in einem Gesetzentwürfe zusammenzufasten und der Ausschuß kann dieser Ansicht der Regierung nur zustimmm unb beantragt, obigem Antrag keine Folge zu geben unb denselben durch die Regierungsvorlage, die Gewann- und Parcellmvermessung betreffend, resp. die daM gestellten Anträge des Ausschusses für erledigt zu erklären. I — Nach der letztgenannten Vorlage, über welche ebenfalls der Abg. Schroder Bericht erstattet hat, soll unter Aufhebung der jetzt bestehenden entgegenstehenden Vorschriften die Vornahme der noch rückständigen Vermessungen von der Zustimmung der Gc- markungsbesitzer nicht weiter abhängig und das Ministerium der Finanzen zum Erlaß von Verordnungen behufs Fertigstellung der fraglichen Vermessungen befugt fein. Der ganze Ausschuß beantragt Annahme der drei Artikel des Gesetzentwurfs. Die Abgg. HeinzerltngundMaurer stellen den Antrag, nach Art. 2 folgende Artikel einzuschieben: Art. 2a. In den Gemarkungen, für welche die Parzellenvermessung beschlossen iit, hat die Feststellung der Eigenthumsgrenzen, soweit dies noch nicht geschehen, durch Aussteinung zu erfolgen. Die Staatsregierung wird jedoch für die Eigenthumsgrenzen ganzer Gemarkungen oder einzelner Theile derselben Ausnahmen insdesondere da zulassen, wo die Aussteinung unverhältnißmäßtge Kosten verursachen würde oder wo die Grenzen durch andere Einrichtungen oder Verhältnisse genügend bezeichnet sind. Art. 2b. Stellen die Grundcigenthümer die Eigenthumsgrenzen nicht innerhalb der von der Staatsbehörde hierfür anberaumten Frist nach der getroffenen Anordnung selbst durch Aussteinung scst, so ist deren Feststellung aus Kosten der Grundeigenthümer vom Inhaber des Gemarkungsrechtcs zu bewirken. — Kommt auch der Inhaber des Gemarkungsrechts in der von der Staatsbehörde gegebenen Frist der ihm vorstehend auferlegten Verpflichiung nicht nach, so kann die Staatsbehörde die Feststellung der Grenzen unmittelbar vollziehen und die Kosten sammt Zinsvergütung vom Inhaber des Gemarkungsrechts, jedoch vorbehaltlich seines Rückgriffs aus die säumigen Gläubiger, erheben lassen. Art. 2c. Bei streitigen Eigenthumsgrenzen bleiben bis zu deren definitiver Feststellung die bisherigen Vorschriften in Kraft. Der Gesetzgebungsausschuß beantragt weiter nach einem von demAbg. Arnold desfalls erstatteten Berichte Annahme des Gesetzesentwurfs, die Ausführung des deutschen Gerichtskostengefetzes unib ber deutschen Gebührenordnung für Gerichtsvollzieher und für Zeugen und Sachverständige betreffend. Schließlich enthalten die Drucksachen den Antrag des Abg. Schröder: Die Kammer wolle beschließen, Großh. Regierung um eine Gesetzesvorlage zu ersuchen, welche in Abänderung des Gesetzes vom 26. März 1872 die ganzen Einkomme n- stcuerkaxttalien bei Ausschlag und Erhebung der Gemeinde-Umlagen heranzieht. m. Darmstadt, 10. Mai. Die zweite Kammer erledigte heute in zwei Sitzungen die Recommuniration der ersten Kammer in Betreff des Staatsbudgets und die seither ausgesetzt gewesenen, aus die Oberhessischen Eisenbahnen bezüglichen Posten desselben. Zu Beginn der Vormittagssitzung verkündigt Präsident Kugler eine Interpellation des Abg. Grünewald, dahin gehend: Ist es der Großh. Regierung bekannt, daß bei Lieferungen für Staatsbauten in Gießen nur Flößholz genommen, inländisches Holz aber vollständig ausgeschlossen wird, und welches sind die Gründe, die eine solche Maßregel veranlassen? Abg. Baur erstattet hieraus Namens des vierten Ausschusses mündlichen Bericht über zwei Eingaben, welche bte Erbauung von Secunbärbahnen betreffen. Der Ausschuß beantragt, biefe Eingaben gleich ben früher bereits behanbelten gleichen Betreffs der Regierung zu überweisen. — Im weiteren Verlauf der Beraihung der Recom- munication bezüglich des Staatsbudgets, die sich nur sehr langsam abspinnt, tritt bte Kammer zunächst den bewilligenden Beschlüssen erster Kammer bezüglich eines Kosten- revisors beim Oberlandesgericht bei, ebenso die Erhöhung der Durchschnittsgehalte der Amtsgerichtsdiener von 500 auf 700 X, beharrt dagegen auf ihrem ablehnenden Beschluß bezüglich der neu zu schaffenden Stelle eines Criminal-Polizei-Commissärs zu Darmstadt. Bezüglich der Besoldungen der Dammwärter verwilligt die Kammer nunmehr die Regierungsansorderung, beharrt dagegen aus ihrem ablehnenden Beschlüsse in Bezug auf_ da« projectirte Institut der Bezirksgeometer unter Annahme eines von ben Abgg. Möllinger, Haas und Genossen gestellten Antrages, dahin gehend, der Gr. Regierung die Summe von 10,000 „* zu dem Zweck zur Verfügung zu stellen, daß mit derselben der Zustand der Aussteinung nach den trigonometrisch bestimmten Punkten in einer Reihe von Gemarkungen untersucht wird und die nöthigen Anleitungen zur Beseitigung der Mängel getroffen werden und daß, soweit die Mittel es zulassen, eine eingehende Prüfung der Meßbriefe bet Geometer aller Klassen stattfindet. — Schließlich sei noch erwähnt, daß die Kammer gegen 15 Stimmen aus ihrem ablehnenden Beschlüsse bezüglich des Neubaues eines Gymnasiums zu Darmstadt, für welchen 231,000 X geforbert finb, beharrt. In ber Nschmittagssitzung handelte es sich um den Posten des Einnahmebudgets „Betrievsübcrschuß ber Oberhessifchen Eisenbahnen" und um bte Positionen bes außerordentlichen Ansgabebudgets „Für den Baufonds der Oberhesstschen Eisenbabnen", welche mit dem Antrag des Abg. Kugler aus Einführung des Serundärbetrieos auf den genannten Bahnen gemeinschaftlich zur Berathung ausgesetzt werden. Den Vorsitz in ber Nachmittagssitzung führte ber zweite Präsibent Muhl. — Abg. Kugler zieht seinen Antrag zu Gunsten ber Ausschußanträge zurück, nachbem er denselben eingehend motivtrt und die gegen ihn erhobenen Einwendungen der Regierung und des Ausschusses zu widerlegen versucht. Nachdem sich die Regierung mit den Anträgen des Ausschusses einverstanden erklärt, werden dieselben nach kurzen Aussührungen der Abgg. Ellenberger und Grünewald, sowie des Berichterstatters Wolfs kehl einstimmig angenommen. Hiernach werden statt 27 630^. Betriebsüberschuß 40,000 in Einnahme eingestellt, für den Bausands ber Oberhessischen Eisenbahnen 40.600 sowie für Anschaffung neuer Betriebsmittel 90,000 X verwilligt unb bte Regierung ersucht, auf möglichste Verringerung ber Beamten bei biefen Bahnen hinzuwirken. Nächste Sitzung morgen. Berlin, 9. Mai. Dem deutschen Kriegsschiff „Habicht" widerfuhr, als es vor Kurzem im Hafen Auckland lag, die Ehre, den Besuch eines Königs zu empfangen, nämlich des Maori-Königs Tawhiao. Derselbe kam mit einem Theil seines Gefolges an Bord, sah sich Alles genau an und schied mit der Versicherung, daß es ein sehr schönes „Canoe" sei, welches er da gesehen habe. Augsburg, 9. SDiai. Die Lanvesindustrie-Ausstellung in Nürnberg wird der „Allg. Ztg." zufolge am 15. ds. im Auftrage des Königs durch den Prinzen Luitpold eröffnet werden. Oesterreich. Wie», 9. Mm. Ringch-ater-Proceß. In ber heutigen Verhandlung gaben die Gerichirarzte und Sachverständigen ihre Gutachten ab. Dr. Hofmann sprach die Ueberzeugung aus, daß das Unglück nicht solche Dimensionen angenommen haben würde, wenn im entscheidenden Momente richtige Mittel angewendet worden wären. Auf die Frage des Staatsanwaltes, ob es möglich gewesen wäre, zwischen 6 Uhr 55 Min. unb 7 Uhr 15 Min. Menschen zu retten, erwiderte Dr. Haschet bei fortwährender Aktion wäre eine Rettung nicht ausgeschlossen gewesen. Stadtbaumelster Funk legte bar, baß Ritsche in der ihm zur Last gelegten Weise das Gas nicht habe abdrehen können. Die Finsterniß könnte durch einen Röhrenbruch eingetreten fein doch fei es nicht ausgeschlossen, daß eine Abdrehung erfolgt fei. Der Lustzug würde ben größten Theil der Oellampen ausgelöscht haben, die übrigen hätten dann nichts genützt Professor Ludwig hält die erfolgte Abdrehung des Gases für wahrscheinlich, doch nicht für positiv sicher. Prof. Pierre führte aus, der Brand hätte bei geschloffener Rollthür nie solche große Dimensionen angenommen. Professor Rauch führt die Verbreitung des Rauches auf die moderne Bäumt des Theaters zurück. Da ber Bühnenraum geschlossen war, brang der Rauch in den Zufchauerraum, von wo er nur auf die Stiegen Abzug fand Hierauf folgte die Zevg-nvernebmung betreffs Newald's. Wien, 9. Mai. Der „Polit. Corresp." wirb aus Koustantiuopel gemeldet , der Vertreter der Betriebsgesellschaft der Orientbahnen habe der Pforte eine gütliche Erledigung der schwebenden Fragen mit Beiseitelassung eines Schiedsgerichtes vorgeschlagen. Falls die Pforte den Vorschlag annehme, sei die Einsetzung einer gemischten Commission ad hoc in Aussicht genommen. Hermunnftadt, 8. Mai. In Mediasch unb Großau erklärten deutsche Wähler gestern, der Hermannstädter und Kronstädter Resolution sich anschließend, baß sie mit Stolz Deutsche seien und es-bleiben wollten, als solche aber erst recht treue Bürger des Staates zu sein gedächten. Die der Cultur freundlichen Ziele des deutschen Schulvereins wurden dankbar begrüßt. England. Dublin, 9. Mai. Die Regierung hat für die Verhaftung der Mörder von Lord Cavendish und Bourke eine Belohnung von 10,000 Pfd. Sterl. und für die Mittheilung solcher Thatsachen, die zur Verhaftung der Mörder führen können, eine Belohnung von 1000 Pfd. Sterl. ausgesetzt.______________________ Deutscher Reichstag. 7. Sitzung. Mittwoch ben 10. Mai. Präsident v. Levetzow eröffnet bie Sitzung um ll‘/4 Uhr. Am Tische des Bnnbesraths v. Boetticher, Dr. v. Mayr, v. Schmieb, Scholz u. A. Tagesorbnung: 1. Dritte Berathung bes Konfillarvertrages mit Brasilien. — Derselbe wirb bebattelos genehmigt. 2. Erste Berathung bes Gesetzentwurfs, bctreffenb bie Einführung bes Tabakmonopols. Schatzsekretär Scholz leitet bie Debatte ein, inbem er zunächst bem Hanse Mittheilung von einer erneuten Erkrankung des Reichskanzlers macht, ber ihn mit seiner Vertretung beauftragt habe. Viel Neues über bas Monopol werbe er nicht zu sagen haben, int Wesentlichen werbe er sich barauf beschränken, den Standpunkt ber verbnn beten Regierungen klar zu legen gegenüber ben Angriffen der Gegner bes Monopols, aber auch einzelner wohlgesinnter Freunbe desselben, bie an das bekannte Wort er innerten: „Gott schütze mich vor meinen Freunden!" Zunächst betont Redner die Noth- wendigkeit, das Reich finanziell unabhängig von den Einzelstaaten zu machen. Bis jetzt fei dieses Ziel noch nicht erreicht, und ebenso wenig fei es bis jetzt gelungen, eine befriedigende Gestaltung der Finanz- und Steuerverhältniffe in den Einzelstaaten herbeizuführen. Deshalb habe man von gewisser Seite das loyale Verhalten ber Regierungen anzuzweiseln unb biefeiben im Laub zu bisfrebitiren gesucht. Diese Angriffe feien ganz ungerechtfertigt, beim bie Einnahmen aus Zöllen unb Steuern feien boch nur mit Zustimmung ber Volksvertretung verwendet worden. Die Zustimmung zu dem Tabaksmonopol werbe ber Volksvertretung vorgeschlagen, weil durch dasselbe, ohne Schädigung des Tabaksbaues, vielmehr unter Schonung und Förderung desselben, ohne Mehrbelastung der Konsumenten, namentlich der unteren Klassen, eine Einnahme von 163 Millionen Mark aus dem Tabak erzielt werde, b. h. gegen bie jetzige Ein nähme ein Mehr von 118 Millionen. Die Vortheile bes Tabakmonopols würben von den verbündeten Regierungen ebenso anerkannt, als andererseits bie Uebelftänbe, welche mit ber Einführung beff eiben unzweifelhaft verbnnben finb, nicht verkannt würden. Der Redner, um im Einzelnen bie gegen bas Tabakmonopol gemadjten' Einweichungen zu entkräften, führt aus, daß die Regierung sich durch das Monopol keineswegs ein von ihr abhängiges Beamtenheer schaffen wolle, um dasselbe bei den Wahlen in ihrem Interesse zu verwerthen. Solche Dinge würden nicht beabsichtigt, wäre dies aber richtig, so würde ein solcher Vorwurf zugleich eine Verurtheiluiig des Beamtenwahlrechts enthalten. Was die gegen bie Berechnung ber Einnahmen aus bem Monopol erhobenen Einwendungen anlange, so fei das Resultat einer Prüfung dieser Einwendungen, daß das Ergebniß aus dem Monopol nach einigen Jahren des UebergangS sicher die Summe von 163 Millionen Mark erreichen werde. Indem Redner nunmehr auf bie mit ber Einführung bes Monopols verknüpften Uebelftänbe näher eingeht, schickt er voraus, daß bie Regierung keineswegs leichten Herzens über biefe Uebelftänbe weggegangen sei. Jndeß fei die Regierung bemüht, ben Gefchäbigten nach Möglichkeit entgegenzukommen. Abgeorbneter Sandtmann rechtfertigt hierauf folgenben Antrag ber Fortschrittspartei : ber Reichstag wolle erklären: 1) daß nach der erst durch Gesetz vom 16. Juli 1879 stattgehabten beträchtlichen Erhöhung ber Tabaksteuer jebe neue Störung ber Tabakinbustrie burch nochmalige Veränberung der Besteuerungsverhältnisse ausgeschlossen sein muß unb baher die in der Eröffnungsrede vom 27. April in Aussicht genommene Erhöhung der Tabaksteuer nicht minder unzulässig sein würde, als bie Einführung bes Tabakmonopols; 2) daß bie schon vorhandenen und in Zunahme begriffenen Einnahmen bei angemessener Sparsamkeit in allen Zweigen des öffentlichen Haushalts bie Mittel barbieten würden, bie in ber Steuer- unb Zollgesetzgebung liegenben Härten unb Ungerechtigkeiten zu beseitigen". — Reimer verweist zunächst auf bie Erfolge, welche das Tabakmonopol in Frankreich aufzuweisen habe, Erfolge, welche uns nicht zur Nachahmung aufmuntern könnten, unb wirft fobann bie Frage auf, ob denn wirklich die Bedürfnisse des Reiches aus ber Tabaksteuer befriedigt werden müßten. Er freut sich, daß ber Reichstag berufen fei, bei biefer Vorlage auch biefe Frage in Erwägung zu ziehen. In der Commission werde sich die Ueberzeugung Bahn brechen, daß eine solche Nothivenbigkeit nicht vorhanden sei. Redner verweist alsdann darauf, daß die Tabaks-Enquete-Commission sich gegen bas Monopol erklärt habe, und baß im Jahre 1879 erst eine erhebliche Erhöhung der Tabaksteuer beschlossen sei unb es sei nunmehr der Industrie die nöthige Ruhe zu geben. Der ganze Tabakeonsum in Deutschland sei nur durch bie nichtigen Zölle möglich gewesen, trete jetzt eine bebeutenbe Erhöhung beffeiben ein, so sei eine Abnahme bes Consums und eine Veränberung ber Arbeitcrverhältnisse unausbleiblich. Rebner beleuchtet fobann sehr eingehenb die Entfchäbigungssragc unb bemängelt insbesondere bie ber Vorlage zu Grnnbc gelegten Berechnungen. Er ist der Meinung, baß alle bie Nachtheile, welche mit dem Monopol verbunden finb, in noch höherem Maße bei einer- weiteren Erhöhung der Tabaksteuer eintreten würden. Der Tabak könne nicht mehr bluten, wenn man nicht bie Privat- inbuftrie zu Grunde richten wolle. Deshalb müsse man zu einem Beschlüsse gelangen, ber auf lange Jahre hinaus ber Tabakinbustrie Ruhe schaffe. Er empfehle ben Antrag zur Annahme. Abg. Hobrecht glaubt, baß bie seit bem Jahre 1878 vom Reichstage ausgesprochenen Bewilligungen ausreichen, die Einzelstaatcn thatsachlich von den Matrikular- beiträgen zu befreien. In ber Ausnahme bes früheren Gewichtssteuergesetzes, nach ben Beschlüssen bes Reichstages, habe bie Regierung thatsächlich für die Durchführung dieses Gesetzes ein Engagement angenommen. Hiermit sei die Vorlegung des Mono- polentwurss schwer in Einklang zu bringen. Das Gesetz sei noch gar nicht vollständig zur Ausführung gelangt. Der Reichstag trete in bte Berathung bes Monopol- Entwurfs ohne bie Erfahrungen zu kennen, welche mit der vollständigen Durchführung des Tabakstenergesetzes hätten gewonnen werben können. Er fei mit keiner Abneigung an bie Prüfung ber Vorlage herangetreten, aber er habe bie Ueberzeugung gewonnen, baß von dem Monopol nicht biejenigen Vortheile zu erwarten seien, bte bte Regierung von bcmfelben erhofft. Wolle man aus bem Tabak hohe Erträge erzielen, so sei nad; feiner Ansicht bics durch die Konkurrenz des freien Handels viel eher zu erreichen, als" durch das Monopol. Redner befpricht sodann bie Wirkungen des Monopols nach verschiedenen weiten Was speeiell den Tabakbau anlange, so sei eine Einschränkung desselben unausbleiblich; aber geradezu eine Landeskalamilät werde dadurch erzeugt, daß nach ben Motiven bet Vorlage ca. 40,000 Arbeiter brodlos werben sollen. Aber es wäre diese Ziffer nur unter der Voraussetzung richtig, daß der Consum sich nach Einführung des Monopols in keiner Weise verringert. Jedensalls fei eine enorme Verminderung des Consums unausbleiblich, das werde Jeder an sich selbst erfahren haben, wenn er jemals eine Reise über die Monopolgrenze gemacht hat Durch eine Verminderung des Consums werde aber nicht blos bie Verschlechterung der Qualität der Cigarren herbeigeführt werden, sondern noch mehr durch die Beseitigung der wichtigstrn Agenten des Tabakhandels, diejenigen Händler, welche den Vertrieb von Tabak und Cigarren als Nebengeschäst betreiben; wenn die Regierung alle ihre Versprechungen wahr machen wollte, bann könne bas Monopol nichts bringen; nur wenn auf biefe Versprechungen verzichtet würde, könnten sich die Einnahmen steigern Der Geschmack werde sich nach dem Monopol richten müssen (Heiterkeit); darüber würben aber einige Jahre vergehen Schlimmer aber als Alles sei, baß die Gelegenheit zum ehrlichen Erwerbe in Deutschland vermindert werden solle. Dadurch würden dem jungen Reich bie schwersten Wunben geschlagen, bie unheilbar wären. Aus allen biefen Grünben würden er unb feine Freunde gegen jede Monopolvorlage stimme»; sie seien überzeugt, baß bei uns in Deutschland sibes Monopol unannehmbar sei. (Beifall links.) UnterftaatSfecretair von Mayr spricht zunächst seine Befriedigung darüber aus, daß bas materielle Bedürfniß nach einer Finanzreform vom Vorredner anerkannt worden ist. Der Wunsch nach llederweisung von Reichseinnahmen an die Einzelstaaten gebe sich in denjenigen Staaten, denen er näher stehe, in Bayern und Elsaß-Lothringen, lebhaft kund. Redner bespricht bie diesbezüglichen Verhältnisse in Bayern, wobei er fortwährend von der linken Seite des Hauses unterbrochen wird (Rufe: Zur Sache! Wir sind hier nicht :m Volksw rthschastsrath! Sie sind nicht bayerischer Bundes- bevollmächiigter! Bayern hat gegen das Monopol gestimmt! werden ununterbrochen laut) Er (Redner) stimme darin mit bem Vorredner überein, daß man erst mit dem Tabaksteuergesetze Erfahrungen sammeln müßte, aber diese fett bem Jahre 1879 gesammelten Erfahrungen hätten gerabe zu biefer Monopolvorlage geführt 2lba Freiherr von Minnigerode macht zunächst der Linken den Vorwurf, hoß sie durch den versuchten Lärm während der Rede des Regierungs-Commissärs den R-iv.ct vor bim Vertreter der Regierung außer Augen gesetzt habe. (Rufe links: Zur Ordnung!) Ein derartiger Ton fei bis dahin unerhört gew'sen; die Debatten seien bisher mit Anstand geführt worden. Ich hoffe, daß sie das künftig vermeiden werden. lAba Richter ruft: Schade, daß Sie nicht Schulmeister g-wo,den sind (Rufe rechts: stur Ordnung.) Für ihn sei die Frage des finanziellen Bedürfnisses entscheidend. Die finanziellen Bedürfnisse des Reiches und der Einzelstaaten seien nach wie vor sehr große. Eine weitere Erhöhung der Tabaksteuer Halle auch er für sehr schwer durchführbar. Weder der Tabakbauer noch der kleine Fabrikant würden e,nr solche ertragen können. Das Monopol biete nach seiner Meinung gerade für den Tabakbau größere Garantien als die Privattndustrie Das Wort Monopol erschrecke ihn nicht, und wenn Herr Hodreeht heute gerufen: Niemals! Niemals! so bezweifle er, daß diese Worte aus dem Munde eines Polifikers gekommen. Redner erklärt sich für comnrissarische Berathung und glaubt, daß auch die Gegner des Entwurss alle Veranlassung hätten, in der Commission eine eingehende Kritik der Vorlage vorzunehmen. Das Haus vertagt sich hierauf. Persönlich beklagt sich Abg. Richter über die unzulässige Kritik des Abg. v. Minnigerode über das Verhalten der linken Sette des Hauses und glaubt nicht, daß er se nerseits die Grenzen des parlamentarischen Anstandes überschritten habe. Er habe Herrn v. Minnigerode nur zugerusen: „Sie sind kein Schulmeister!" Der Präsident bemerkt, baß er die Aeußerung des Abg. Richter anders auf- gefaßt habe, weist aber jede Kritik seines eigenen Verhaltens entschieden zurück. Als Präsident müsse er sich die Entscheidung darüber Vorbehalten., was er als parlamentarisch zulässig erachte, was Nicht. Nächste Sitzung zur Fortsetzung der Monopoldebatte Freitag 11 Uhr. Schluß 3-/« Uhr._____________________ Telegraphische Depesche«. Wolff'» telegr. Eorrespondenz-Bureau. Karlsruhe, 10. Mai. Die Großherzogin, welche mit der von Amsterdam nach Stockholm zurückretsenden Königin von Schweden am Sonntag in Köln zusammengetroffen war, kehrte heute früh nach Baden zurück. Wien, 10. Mai. Im Abgeordnetenhause wurde eine Interpellation einaebracht, in welcher die Ansrage an die Regierung gerichtet wird, ob dieselbe anläßlich der an der österreichisch-russischen Grenze an Juden verübten Greuel- thaten, sowie der durch zahlreiche Flüchtlinge dem Staate erwachsenen Schwierigkeiten ihren Einfluß im Sinne der Gerechtigkeit und der Menschlichkeit geltens zu machen gedenke. — Ringtheater-Proceß. Am Schluffe der gestrigen Verhandlung zog der Staatsanwalt auf Grund der bisher erfolgten Zeugenaussagen die Anklage gegen den Bürgernieister v. Rewald zurück. Der Präsident verkündigte sofort oas freisprechende Urtheil gegen denselben. Paris, 10. Mai. Die „Agence Havas" meldet aus Kairo vom 9. ds. Der Khedive versammelte heute die Consuln der Großmächte um sich und con- ferirte später nochmals mit den Consuln von England und Frankreich, deren energischem Drängen er nachgab, indem er sich entschloß, die Antwort der Pforte nicht abzuwarten und verschiedene Strafumwandlungen auszusprechen. Die Consuln von England und Frankreich sollen in vollkommenem Einverneh- men handeln. London, 10. Mai. Die gestrige Aufführung von Wagner's „Götterdämmerung" wurde mit größtem Beifall ausgenommen, am Schluffe der Vorstellung wurden die Hauptdarsteller wiederholt gerufen. Vom Hofe wohnten der Prinz und die Prinzessin von Wales, der Herzog von Edinburgh, die Prinzessinnen Louise und Beatrice, der Großherzog von Hessen und seine Tochter und der Kronprinz von Dänemark der Vorstellung bei. Dublin, 10. Mai. Der Amerikaner Moore und mehrere andere Personen, die als der Thellnahme am Morde Lord Cavendish' und Bourke's verhaftet worden waren, sind wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Kairo, 10. Mai. (Meldung des „Reuter'schen Bureaus"). Dem Vernehmen nach sollen Mahmud Pascha und Mustapha Pascha ihre Entlassung nehmen und roerbe der Versuch gemacht werden, dem Khedive Arabi Bey als Consell-Präsidenten aufzunöthigen. Das Cabinet beabsichtige, die Rotabeln zu berufen, um die Absetzung öes Khedive aussprechen zu lassen. Mehrere General- consuln hätten bei ihren Regierungen telegraphisch die Hersenvung von Panzerschiffen nachgesucht. Lokale-. Gieße«, 11. Mai. Gestern Abend conftituirte sich im „Frankfurter Hof" die neue Feuerwehr. Bis jetzt zählt dieselbe schon 84 Mitglieder, welche alle hier seßhafte Einwohner sind. In der von ea. 60 Personen besuchten Versammlung wurde einstimmig der Fundamentalsatz angenommen, daß zur Ausnahme in die Feuerwehr ersorderlich ist' 1. unbescholtener Ruf, 2. Gesundheit und körperliche Befähigung 3. ständiger W o h n s i tz i n Gießen und 4. zurückgelegtes 18. Lebensjahr. Die Versammlung legte der neuen Feuerwehr die Bezeichnung „Gießener freiwillige Feuerwehr" bei. Als 1. Hauptmann wurde Stadtverordneter Louts Petri II. einstimmig gewählt. Die Versammlung beschloß ferner, einen Aufruf an die Einwohnerschaft unserer Stadt zu erlassen, worin zum Beitritt in die neue Feuerwehr ausgefordert wird Neben jüngeren Elementen, welche in erster Linie hochwillkommen sind, wird jedoch auch auf altere Herren gesehen, welche als außerordentliche Mitglieder mit einem jährlichen Beitrag der Feuerwehr zur Seite stehen und dadurch die finanziellen Schwierigkeiten erleichtern helfen. Bezüglich der Unisormsfrage war man der Ansicht, daß die seitherige blaue Blouse nicht zu acceptiren sei und wurde der Vorstand beauftragt, demnächst geeignete Vorschläge zu machen. Auch wurde der Vorstand ermächtigt, Fühlung mit der frei». Gatl'schen Feuerwehr zu nehmen behufs Verschmelzung in eine Feuerwehr. — Heute Abend wird von Seiten der Stadt der neuen Feuerwehr das Inventar überwiesen, so daß die Stadt im gegebenen Falle nicht ohne Schutz ist. — Mögen die Wünsche, welche in der Versammlung ausgesprochen, sich zum Wohle unserer Vaterstadt in reichstem Maße erfüllen. Möge die junge Wehr durch allseittgen Zutritt an Ansehen und Größe gewinnen. Es wird dies ein Sporn sein, welcher jederzeit anregend und fördernd wirkt. Handel und Verkehr. Limburg, 10. Mat. (Fruchtmarkt.) Rother Weizen JL 2105, Weißer Weizen M. 0000. Korn M. 14.70, Gerste M 11,00, Saatgerste at 00, Hafer M 8,40 Erbsen je 00.00, Kartoffeln M. 00,00. Frankfurt, 10. Mai. Auf dem heutigen Markte kostete der Centner Heu je nach Qualität JL 4.00—4 60, Stroh JL 2.90—3 20, Eier das Hundert „K 4 50—5.50 Ochsenfleisch das Psund 65—70 H, Kuh- und Rindfleisch 45-55 Kalbfleisch 40 bis 60 H, Hammelfleisch 40—65 H, Schweinefleisch 70—80 H, 1 Hahn JL 1.70—2.20 1 Huhn M. 1.80—2.30, 1 Taube 45—50 H, 1 Poularde M. 0.00—3.00, 1 Gans JL 6 bis M 8, Welsche M. 8—12, 1 Ente M 3.00,' Butter 1. Qualität JL 130—0.00, 2. Qualität M. 0 90—0.00, Handkäs 45—50 H das Pfund, Kartoffeln das Malter M 5.00—6.00, Kopfsalat 10—00 H, gelbe Rüben das Gebund 7—12, Romainsalat 80—00 H, Rettig das Stück 6—8 Sellerie der Kops 12—20 H, Blumenkohl 30 bis 50Wirsing 10-15 Weißkraut 18—25 H das Stück, Rothkraut 25—35 ^>, Kohlkraut 00 4, Kohlrabi 0—0 H, Endivien 15—20 Spargel 50—60 L das Pfund. Zwiebel 10—12 M der Centner. Frankfurt, 10. Mai. (Fruchtpreise.) Weizen, effektiv hiesiger und Wetterauer ^24.00—2600, fremder M. 00.00—00.00. Roggen effektiv hiesiger „Ä16.25—19.50, fremder 00.00 -00.00. Gerste effektiv hiesige und Wetterauer JL 14.50 —20.00, fremde M 00 bis 00.00. Hafer effektiv hiesiger und Wetterauer JL 15.00—17.50, fremdere 00.00 -00 00 per 100 Kilo. Frankfurt a. M., 11. Mai, Nachmittags 2 Uhr — Min. (Telegraphischer Coursbericht. Mitgetheilt durch das Bankgeschäft Albert Kaufmann in Gießen.) Creditactien 292%, Staatsbahnactien 285%, Galizier 265, Oesterr. Silberrente 65*%6, 4"/0 Ungar. Goldrente 75,3/16, 4% 1880er Russen 70*3/16, 2. Orient-Anleihe 57‘3/)6, 5% Rumänische Rente —, Lombarden 127%. Tendenz —. Waffcrwarme der Lahn. Am 11. Mai, Mittags zwischen 11 und 12 Uhr: + 10%° R., Lustwärme + 11%°R. L. Ehr. Rübfamen. Allgemeiner Anzeiger. Gießener §ienen)ülhter-Bercin. Sonntag den 14. Mai, Nachmittags 3 Uhr, Versammln«« im „Gasthaus zur Post" in Steinbach. 8 Abfahrt von Gießen präcis 2 Uhr bei Fel sing, Neuenweg. Tagesordnung: Vortrag Über die künstliche Vermehrung der Bienen- -> tf X cn EAr, event. auch praktische Ausführung derselben. >ingel Jim Tei<^e sehr erwünscht und sind Bienenfreunde höflichst Deutsche Lebens-, PenswnS- und Rentcn- Verflchcr.-Gesellschast auf Gegenseitigkeit ZU Potsdam. Versicherungsbestand Ende April 1882: Im Jahre 1881 M 56856671,40. Der Ende 1881 „ Zinsen-Einnahme „ Gesammt-Einnahme das Gesammt-Vermogen stieg die Prämien-Einnahme auf M 169491010 —155953'81' 1887086,18, 5661550,51. ■* 55587479 iUgctolieBcn' s° b°tz dieselbe Sa6ren5MirÄ.Ä9,f6.51133°'79 - Ganzen in den im Vor^ahr^^-b für 1881 erreicht dic Höhe von 90754,41 gegen ^87625,13 7as Vermögen der Anstalt ist theils in Hypotheken mit buhin^.ir*.. 'm ^rÄ^a‘6Pa,,iCrtn an9Ek8t Wertere Sei gelangen"' Rechenschaftsbericht für 1881 wird in den nächsten Tagen zur Ausgabe w»,,™.?'®1*!-?“"11' erhalten Cautions-Darlehne unter den coulantesien Re- dingungen. Versicherung gegen die Gefahren des Kriegs- und ©eebienftea Kt ®arIe6nc auT H^-b-ke« mit pupillarischer Sicherheit wlrden jkderzett geaebm' Potsdam, im Mai 1882. Oie ntrection. sch°ft der Gesellen d-ns-lben, sowie von der unt-rzeiL-n Cassel, den 8. Mai 1882. Di- S U b - D i r - - t i 0 N ' 3387 H. Strack. Kri-g-r-Verein Gießen. Montag den 15. d. Mts., Abends 8 Uhr: General-Versammlung. Tagesordnung: Der Veteranenclub.3396 X Um meinen Ausverkauf rasch zu beenden, X X habe die Preise meines noch vollständig affor- X V tirtcn Waarenlagers nochmals ermäßigt. b 3375 Moritz Heichelheim. OQOOOOOQXXXXXXXXXDOOOOOOQ/ Zur gefälligen Beachtung! Verehrt. Publikum, sowie meinen werthen Kunden hiermit vic ergebene Anzeige, vaß ich mein seit einer langen Reihe von Jahren betriebenes Gemischtes Waarengeschäst an Herrn Robert Stuhl käuflich übertragen habe. Indem ich für das mir in so reichem Maß erwiesene Wohlwollen bestens banke, bitte ich, solches aus meinen Nachfolger gütigst übertragen zu wollen. Achtungsvoll Wilh. SchmalL Auf vorstehende Anzeige höflichst Bezug nehmend, empfehle ich hierdurch meinen werthen Freunden und Gönnern mein von Herrn Wilh. Schmall erkauftes Geschäft. Durch gute Waare, prompte und reelle Bedienung werbe ich mir das Vertrauen, welches mein Vorgänger beseffen, zu erwerben und zu erhalten suchen. Hochachtungsvoll 3346______________ Robert Stuhl. Ä-'SWg-Surim. empfiehlt billigst T. Elsoffer. 3366 Brauerei Püschel. 3343 Ein klein-s Familienlogis fofort zu vermiethen. Seltersweg (?. 2. 3255 Eine Stube mit Bodenkammer und Küche zu verm. Jacob Dörr, Müblgasse. Für die von dem Eichmeister Baumann dahier vorzunehmenden Eichgeschäfte werden bis auf Weiteres der Montag und Donnerstag als Geschäftstage bestimmt. Gießen, den 10. Mai 1882. Großherzogliches Eichamt Gießen. 3382 Dr- Hesse. Bekanntmachung. Zur Verwaltung des Vermögens der minderjährigen Kinder des Wirths Anton Rößer von Kirchvers ist der Ackermann Johann Adam Gerhard in Kirchvers als Pfleger bestellt worden. Dieser hat für seine Pflegebefohlenen den Anthell des Anton Rößer an dem gesummten Grund- und Mobiliarvermögen vertragsmäßig erworben. Dem Anton Rößer ist nur die Be- wirthschaftung des Gutes überlassen worden. Fronhausen, den 10. Mai 1882. Königliches Amtsgericht. Der Gerichtsschreiber. 3384________Lilley.____________ Gras-Verfteigerung an den Gräben und Böschungen der Staatsstraßen im Baubezirk Nidda für das Jahr 1882. Montag den 15. Mai, Vormittags 9 Uhr, bei Gastwirth Nuppel zu Nidda an den Straßen der Gemarkungen Ober-Widdersheim, Borsdors, Geiß-Nidda, Kohden, Nidda, Wellernhausen und Unter-Schmitten. An demselben Tag, Nachmittags 3 Uhr, bei Gastwirth Stiebe- ling zu Ranstadt in den Gemarkungen Ranstadt, Ober- und Nieder-Mockstadt. Dienstag den 16. Mai, Vormittags 11, bei Gastwirth Hild zu Selters in den Gemarkungen Effolderbach, Konradsdorf, Selters und Bleichenbach. An demselben Tag, Nachmittags 3 Uhr, bei Gastwirth Uhl zu Lißberg in den Gemarkungen Hirzenhain, Lißberg, Eckertsborn und Ortenberg. Mittwoch den 17. Mai, Vormittags 10 Uhr, bei Gastwirth Winter zu Bingenheim in den Gemarkungen Echzell, Gettenau, Bingenheim, Blo- setd, Leidhecken und Staden. An demselben Tag, Nachmittags 3 Uhr, bei Gastwirth Völbel zu Berstadt in den Gemarkungen Utphe, Berstadt und Schivalheim. Freitag den 19. Mai, Vormittags 9 Uhr, im „Prinz Karl" zu Hungen in den Gemarkungen Lich, Birklar, Langsdorf, Hungen und Inheiden. Dienstag den23. Mai, Vormittags 9 Uhr, bei Gastwirth Sauer zu Eichelsdorf in den Gemarkungen Rainrod, Eichelsdorf u. Ober-Schmitten. An demselben Tag, Nachmittags 2 Uhr, bei Gastwirth Pauscher zu Schotten in den Gemarkungen Laubach, Einartshausen, Schotten, Betzenrod, Eschenrod, Ulrichstein, Feldkrücken, Mdingsheim und Götzen. Mittwoch den 24. Mai, Vormittags 8 Uhr, bei Gastwirth Hilker zu Gedern in den Gemarkungen Burkhards, Gedern, Ober-Seemen und Mcrkenfritz. Nidda, den 6. Mai 1882. Großherzogliches Kreisbauamt Nidda. 3323 Grimm. Montag den 15. Mai, Vormittags 11 Uhr, sollen auf hiesigem Ortsgericht btc Immobilien des Friedrich Müller II.: b/918, 206 Mir. Hofraithc in der Wall- thorstraße, 1/919‘Ao, 635 Mir. Hofraithe daselbst, I/9195/,o, 2089 Mtr. Grabgarten daselbst, 1/9517,0, 335 Mtr. Grabgarten daselbst, I/9163/,o, 94 Mtr. Hofraum mit Scheuer daselbst meistbietend versteigert werden. Gießen, den 4. Mai 1882. Großh. Ortsgericht. 3286 Lüdeking. Arbeitsvergebung und Materiallieferung. Folgende zur Herstellung eines neuen Brunnens im Hof der akademischen Klinik, sowie einer Zuleitung mit Pumpwerk aus dem Brunnen des Hauptsteueramtshofes dahier erforderliche Arbeiten und Lieferungen, wre: Maurerarbeit, veranschl. zu A 306.50 Schlofferarbeit, „ „ „ 134.50 Jnstallationsarbeit, „ „ „ 1951.50 Brunnenarbeit mit Ausmauerung, veranschlagt zu . . . Jt. 994.— Zur Ausmauerung des Brunnens: Lieferung von 17 000 hartgebrannten Klinkersteinen, veranschlagt zu A 438.— Desgl. von 6 Cbmtr. Schlackensand, veranschlagt zu . . . A. 18.— Desgl. von 16 Cbmtr. Grubensand, veranschlagt zu . . . A 40.— Desgl. von 46 Ctr. Blaukalk, veranschlagt zu . ... A 36.80 Desgl. von 8 Tonnen Cement, veranschlagt zu .... A 88.— sollen auf dem Submissionsweg vergeben werden. Voranschlag und Bedingungen liegen bis zum 16. ds. Ms., Vormittags 11 Uhr, bei uns zur Einsicht offen, an welchem Termin die Eröffnung der eingegangenen Offerten in Gegenwart der etwa erschienenen Interessenten erfolgen wird. Dieselben sind versiegelt, portofrei und mit der entsprechenden Aufschrift versehen, bei uns einzureichen. Gießen, den 11. Mai 1882. Großherzogl. Kreisbauamt Gießen. 3397______Holzapfel.__________ Freitag den 23. Juni, Nachmittags 2 Uhr, soll auf hiesigem Ortsgericht die Hofraithe des Johannes Schneider II. dahier: Flur 39 Nr. 77Vio, 1076 Mtr. Grabgarten rechts des Wiesecker-Wegs, 39 Nr. 77’ w, 393 Mtr. Hofraithe das. meistbietend versteigert werden. Gießen, den 10. Mai 1882. Großherzogliches Ortsgericht. 3380__Müller.__________ Freitag den 9. Juni, Nachmittags 2 Uhr, soll auf hiesigem Ortsgericht die Hofraithe des Bäckers Gustav Eger Flur 1 Nr. 1073/10, 169 Mtr. Hofraithe bei dem Lindenxlatz, meistbietend versteigert werden. Gießen, den 25. März 1881. Großherzogliches Ortsgericht. 3065 Müller. Versteigerung. Montag den 15. ds. Mts. werden die nachverzeichneten Mobiliargegenstände öffentlich meistbietend gegen sofortige Zahlung versteigert und zwar: Nachmittags 2 Uhr im Gasthof „Zum Schwanen" dahier: 2 Kleiderschränke, 1 Sopha, 1 (Spiegel in Goldrahmen, 1 Regulator, 1 Kommode. Nachmittags 3 Uhr im Gasthof „Znm Löwen" dahier: 1 complettes Schmiedehandwerkszeug, als: 1 Ambos, 1 Blasbalg, 1 Schraubstock, 1 Feueresse, Hämmer, Zangen, Feilen, Eisen rc, serner 1 Waschtisch, 1 Nachttisch, 1 Bett. Die Versteigerungen finden bestimmt statt. Gießen, den 11. Mai 1882. Bühner, 3398 Gerichtsvollzieher. Verkaufs-Anzeige. Mittwoch den 17. ds. Mts., Vormittags 11 Uhr, sollen im Clubgebäude dahier circa 10 Dutzend durchschnittlich noch gut erhaltene Stühle, mehrere Tische und 30 Paar Fensterjaloussieläden öffentlich gegen Baarzahlung versteigert werden. 3395 Gießen, den 10. Mai 1882. Im Auftrag des Gesellschastsvereins. Ferd. Broel, Bautechniker. Freitag den 2. Juni, Nachmittags 2 Uhr, soll auf hiesigem Ortsgericht die Hofraithe der Wittwe des August Nauheimer dahier Flur 27/9,3, 444 Mtr. Hofraithe in der Stefansmark an der Seltersbrücke, 27/9,6, wo Mtr. Hofraithegrund das., 27/9,5, 756 Grabgarten daselbst, 27/8,’, 281 Hofraithc daselbst, meistbietend versteigert werden, und ist mit dem Zuschlag ohne Rücksicht auf die Taxation die Genehmigung ertheilt. Gießen, den 10. Mai 1882. Großherzogliches Ortsgericht. 3381 Müller. JeitzeHoterres. Weiße und farbige Kinder- kleidche«, Piaus - Paletot, Tragkifsen und Tragkleidchen empfiehlt in größter Auswahl zu äußerst billigen Preisen das Weiß- waaren- und Ausstattungsgeschäft von Joseph Mark, Gießen, 3394 Schulstraße. _ 3385 Ein Pony mit Geschirr und Wägelchen, welches seither von Schulkindern gefahren wurde, wird nach Pfingsten preismäßig abgegeben von O. Klingelhösfer. Hof-Graß, den 10. Mai 1882. 3392 Eine Bäckerei mit Scheuer und Stallung verkauft unter günstigen Be- dingungen Karl Vogt am Wallthor. Zur Coiiliriiiatioii. Gesangbücher in Sammt-, Saffian-, Leder- und Calico- deckcn, mit und ohne Beschläge, Desgl. neueste kleine Ausgabe (16°) vorräthig in großer Auswahl. Ottmar Köhler, 2526____________Lindenplatz.__________ 3370 Eine Pfuhlpumpe, sowie Kornstroh verkauft Karl Malkomestus. 3344 Eine gut erhaltene Ladeneinrichtung billig abzugcben bei Robert Stuhl, Neustadt. -3252 Ein Schcuerthor und 3 eichene Treppen zu verkaufen. Louis Lony. Mermietstungen. 3383 Mansardenlogis zu vermiethen. _ PH. Strack, Bahnhossstr. 92». 3391 Ein kleines Familienlogis. Schloßgasse B. 5. 3390 Logis zu vermiethen. ____________________Tiefenwcg C. 146. 3389 Eine kleine Familienwohnuua zu vermiethen und bald zu beziehen bei Wild- händler Ebel. 3388 Der untere Stock in meinem Vorderhause und ein kleines Mansardenlogis zu vermiethen. ____VH. Vogt, Löwcngasse. 3261 Ein Familicnlogis, 4 Zimmer und Zubehör, zu vermiethen im „Darm- städter^Haus^. __ 3359 Ein kleines Logis sofort zu ver- miethcn. Karl Euler II., Neustadt. 2485 Möblirte Zimmer, auf Wunsch mit Pension, billigst im „Frankfurter Hof". 2530 Familienlogis per 1. Mai zu vermiethen bei Heinr. Möser, Alicestraße. 2785 Ein kleines Familienlogis an eine ruhige Familie zu vermiethen bei August Noll im Stern. 3249 Eine freundl. Wohnung mit abgeschlossenem Corridor (5 Zimmer, Küche rc. ist zu vermiethen. L. Felfing, Nord-Anlage. 3181 Der untere Stock meines Hauses ist per 1. Juli an eine ruhige Familie zu vermiethen. Joh. Fischer, Alicestraße E. 104. 2720 Ein neuhergerichtetes Logis, 2 Zimmer, Küche und Kabinet, ist aus sogleich zu vermiethen. Wallthorstr. Ä^136. 2665 Ein möbl. Zimmer mit Kabinet zu vermiethen. West-Anlage E. 903, 4. St. 1493 Eine kleine Mansardenwohnung, 3 Zimmer nebst Zubehör, in der Nahe des Bahnhofs zu vermiethen. Näheres bei der Exped. ds. Bl. 2073 Ein möbl. Zimmer mit Kabinet per 15. April zu vermiethen. Neustadt D. 204. "3353^Ein'FäiniliHllögisft3—4 Zimmer) zu vermiethen. Kart Heil, Schützenstraße. 3319 Der mittlere Stock meines Hauses, 5 Zimmer und Zubehör, bis zum 1. August zu vermiethen. ________________W. Dietz, B. 77. 3294 Ein kleines Logis zu vermiethen. __________Gg. Mühl, Bahnhofstraße. 3297 Ein möbl. Zimmer mit Kabine!, owie eine einzelne Stube zu vermiethen. _____________I. Trapp, Ederstraßc. 2461 Ein kleines Familienlogis zu oer- micthen. Rothenberger, Kaplansgasse. 1120 Ein Familienlogis (6 Zimmer nebst Zubehör) per sofort zu vermiethen. A. Marens, Reichensand 224. 2847 Ein Zimmer mit Kabinet sowie ein kleines Zimmer, beide möblirt, vei- miethet H. Kühn, Seltersweg. 2962 Ein schönes Familienlogis, 3 bis 4 Zimmer, abgcschloss. Corridor und alles Zubehör, per 1. August zu vermiethen. Näh, bei Karl Weidig, Sonnenstr. 3162 Der erste Stock, 5 Zimmer, Wasserleitung, Bleichplatz rc. per 1. August anderweit zu vermiethen. ______Ehr, Zimmer, Bahnhofstraße. 3244 Eine Scheune, welcher seither als Lager benutzt worden und gut gelegen ist, ist anderweit zu verpachten. _9MI).J>ei WNH.^Krämer, Bleichstraße. 2428 Einen Lagerraum in der Alicen- straße vermiethet Hch. Abami. Vermischte Anzeigen. 3393 Vom Bahnhof nach dem Riegil- pfad ist eine silberne Ehlindcruhr mit Secundenzeiger und silbernem Kcllchm verloren worden und wird der ehrlich! Finder gebeten, solche an die Exped. d. A. gegen gute Belohnung abzugcben. Gesucht. Mehrere tüchtige Ausputzer kömmi noch Beschäftigung finden in der mechan Schuhfabrik von K. Grüuebaum. 337! Ur. 47 & 69 3399 Ein Kuops, blau emailliri, isi verloren worden. Dem Wiederbringer gute Belohnung 6e< der Exped. ds. Bl. Logis-Gesuch. Es wird per Anfang September d. Z.. eine bequeme Wohnung von 5—6 Zimmern mit allem Zubehör zu miethen gesucht. Offerten mit Preisangabe wolle man verschlossen unter Nr. 3386 an die Errett ds. Blattes gelangen lassen.3384 Anstreicher-Gehiilfen sucht C. Ttephanh in Wetzlar. 333« 3368 Ein Arbeiter für die Sandgnil:: in Accord gesucht. __Chr. Haubach. 3374 Hausburschc gesucht »om __Emil Pistor. Für einen jungen Mann w anständiger Familie mit guter Schul' bilbung wird in einem Tuch-, Mm-- faktur-, Weißwaaren- oder ähnlichen Geschäft eine Lehrlingsstelle gffchl.. Kost und Wohnung int Haust te Prinzipals. Näheres durch F e r b i witto Schnitzler in Wetzlar.3-5:1 Mineralienschrank 3377 I. Rothenberger, LindcuM. 3341 Militär-n. Glace-Handichut: werden schön gewaschen und gefärbt bei -rakob Hengst, Handschuhmach-t, Neue-Bäne B. 90. Pension. In einem Pfarrhaus in der W Gießens finden junge Mädchen, welche Hauswesen gründlich kennen lernen inolta freundl. Aufnahme. Auf Wunsch aik Unterricht im Framösischen und lischen, sowie in der Musik. PenfionsM. nach Uebereinkunft. Näheres bei der Exped. ds. Bl. 3353 Ein Wort an Alle, welche Französisch, Englisch, Italienisch ob. Spanisch wirklich strichen lernen wollen. Gratis und franko zu beziehen butdibc Rosenthal'sche Verlagshandlun, ________in Leipzig.___ 3354 Eine Frau sucht einen Laufdi!«!- Zu erfragen in der Exped. ds. Bl. Verantwortliche Redactton: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schon Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch in Gießen.