1882 Freitag den 11. August -rr. 18S. Amts- und Anzeigeblati für den Kreis Gießen. ❖ Y5tiwon englischer Seite kommenden Berichte tragen mcht -n-mer den stempel der Glaubwürdigkeit. ____________ ____ Politische Ueberficht. Gießen,. 10. August. Kaiser Wilhelm hat am Dienstag, den 8. August seine Gastemer Radekur welche dem greisen Monarchen auch diesmal ausgezeichnet bekommen gÄ ?Jsch?wo3£Svon^der'VcMkerung"ein begeisterter Empfang SäÄ Wä» Briefmarkenfrage" scheint nun doch einer Lösung entgegen« machen die wenn sie auch nicht alle Wünsche der zunächst bethe-l-gten Interessenten erfüllt, doch die größten der auf diesem Gebiete hervorget-etemn SÄ beseitigen würde. Dem „Staats-Anzeiger sür Württemberg' zufolge beab ichtiat der lettende Minister Württembergs, Herr v Mittnacht, d-e »rage besonderer württembergischer Postwerthzeichen zum Gege>istande der Befprechung im Beirathe der Verkehrsanstalten zu machen. Diese Besprechung soll zedoch nnVnür ben Berathunaen ber Bnndesraths-Ausschusse, bett, tue Eingabe der Frankfurter Handelskammer, welche sich bekanntlich auf die Poftmarken-Ange- teaenheit bezieht, erfolgen, so daß es fast scheint, als ob Herr v. ..^ittnacht bestrebt sei, den eventuellen Beschlüssen des Bundesrathes m diefer Frage zuvor- mkommen Die württembergische Negierung will vorläufig ve-,uch-n, den Unzu- träalichkeiten abzuhelfen, welche sich aus der Nichtbeforderung von -mt Wertheichen anderer deutschen Postverwaltungen versehener Postkarten und ebenso auv ber Erschwerung der Einlösung der Postwerthzeichen ergeben, >m Uebr-gen aber die besonderen württembergifchen Werthzeichen beibehalten. — Auch weist das oben genannte Blatt die Behauptung der „Nordd. Allg. Ztg. , daß die wurttem- beraische Postverwaltung ein Deficit habe, als unrichtig zuruck, dieselbe liefere v lmehr jährlich einen Reinertrag von 1,300,000 1 der in- und ausländischen Presse haben die der „Times" „no>>bliä> aus Wien zugeganzenenen Depeschen, wonach der deutsche Botschafter in Paris Füch Hohenlohe, Herrn de Freycinet anläßlich dessen Rücktnttes wiederholt besucht und hierbei die Hoffnung ausgesprochen habe, ihn bald wieder im Amte zu sehen, vielen Staub ausgewirbelt. Diese Depeschen pnd selbstverständlich von Anfang bis Ende unrichtig und man muß s-ch nur wundern, daß ein Weltblatt wie bie „Times", sich in einer solchen Weise mysttficiren ließ. Nammtttch bie in jenen Depeschen ebenfalls mit enthaltene Angabe Deut,chlanv i)abe Frankreich volle Unterstützung in dessen Orientpolitik zugesichert mußte sofort als erfunden erscheinen, wenn man die vorsichtige und resermrte Politik Deutschlands in den auswärtigen Angelegenheiten erwägt. Allem Anschein nach find die erwähnt ein von Gambettistischer Seite stammendes Tabttkat ? Herr Gambetta wollte Freycmet als Chef des neuen französischen Cabinets oder als Minister des Auswärtigen unmöglich machen, mb ent er U* bie Times"-Depeschen darzuthun suchte, daß Freycinet ganz nn deutschen Fabrmasser schwimmen würde, ivas in den Augen der Franzosen als Hochoer- ratb aelten würde Alittlerweile dürfte man auch in Frankreich zu der Emstcht Angt fein welches Bewandniß es -nit jenen Depefchen habe, deren Zweck somit Eeltett erschc-nt.Sombett«affäre ist noch immer das aus Oesterreich „ Mteressirende Ereigniß. Den Bemühungen der Behörden ist es ‘ bie Fortsetzung der lärmenden Kundgebungen gegen bie italienisch ge« toÄnröobner zu verhindern, so daß auch in den wohlhabenden und geblldeten Kreisen der Triester Bevölkerung wieder Beruhigung eingekehrt ist. Von dem Urheber des schändlichen Verbrechens hat die Polizei Koch noch keine Spur und dürften alle hierauf zielenden Bemühungen le-der erfolglos Gießen, am 10. August 1882. Betr«ss°nd- Die »M-n.lich»« -i-e. ü»« bi, K»Mm!»Ae- « ta» Das Großherzogliche Kreisamt Gießen „, (arnftheriortlidieit Bürgermeistereien des Kreises. Dietenig» ,,n 3t«» wX 2* *2 »**, *■ «• - *** ---—---—— - v.;rcL^ vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Pringerlohn. Erscheint täglich mit Ausnobme beö Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Darmstadt, 8. August. Das Großherzogliche Regierungsblatt Nr. 14 Bekanntmachung der Großh. Ministerien des Innern und der Justiz und der Finanzen, die Instruction zur Dienstfuhrung der den Großh. M-mste. tten des Innern und der Justiz und der Finanzen untergeordneten fiskalischen Großh. Ministeriums des Innern und der J.-s-iz, die Instruction Z'-r Dienstführung der Gememde-E-nnehmer, sowie der Rechner von —* w.’taTÄ Justizbehörde einer gerechten Beschwerde der Interessenten Rechnung ge rag n LL Es ist dies die Anlieferung ber ^reic^en 8ormu nre für bu (W welche feit Einführung der neuen ^nchts-Organfiat-onsobald Ne wurden. Nach den jetzt erlassenen Anordnungen soll der: ^eoo. i, i alten, nebenbei bemerkt, sehr bedeutenden Bestände verb chl btoemb'neten, »Stes** - - ®r*r” 6"b“ Allergnädigst geruht: Kreis-Gesundheitsamtes Büdin- Am 4. August den Kreisarzt des Großh. K l ' Dienststelle' zu gen, Dr. Hermann Koch, auf sein Rachsucyen entheben. Aegypten. Alexandrien, 8 August. Iw ti°ust^des ^Nachimttagsh ging aber durch «enommen ha- und die Das englische Kriegssch'il, welches vor w°m-eh^ Superb", egyptischen Vorposten bewußt, ^mcht^r-r (.m $agt§6cfe6[ die Anerkennung der Königi?wegm^ihres §«ip»en^ Verwundeten ist ein befriedigendes. Die wegen ausreichender Beschaffung von Süßwasser gehegten Besorgnisse werden durch den Umstand vermehrt, daß fast mit jedem Dampfer zahlreiche Flüchtlinge, namentlich Italiener und Griechen, nach Alexandrien zurückkehren. rührt, schneidet sodann 3-4 Blatter ohne den Blattstiel mitzunehmen, ab, woraus man wieder einige Blatter unberühit laßt, und sährt so fort, läßt aber an der Spitze wteder ein oder mehrere Blatter unverletzt stehen. Der Trieb wird dann sofort nach- ni at,' k°^nK ro cs ^e,m Zurückschneiden ober Brechen geschehen könnte ein Austreiben der oberen Augen veranlaßt wird. — Junge Bäume welche in Grasboden ^l9^WOrbcn ^nb' barf man wenigstens in den ersten 4—5' Jahren an dem Ruhe 'hres Stammes nicht mit Gras verwachsen lassen, sondern muß die Erde um denselben ttnmer rein und locker erhalten, wodurch ihr Wachsthum ungemein befördett wird - Bei alteren dichten Strauchen von Johannis- und Stachelbeeren ist das alte nickt mehr tragfahtge Holz unmittelbar nach der Ernte zu entfernen, um durch Äführuna von Licht und Luft auf eine vollkommenere Ausbildung des jungen HoUes und dam^t au eine gute Fruchtbarkeit tm nächsten Jahre hinzuwirken. Bei "d en^ m e i st en ^Sorten unserer Himbeeren sind im nächsten Jahre nur bte diesjährigen Triebe fruchttraaend verend die in diesem Jahre fruchttragenden Triebe absterbem Deshalb ist es nothia' ~rnte leVere u,!!ern Erde abzuschnetden, damit die während be§ Die& rahngen sommers gewachsenen Austriebe besser gedeihen können. Lokale-. ?"Zust. Unser gestriges Jugendfest, das XV. was in Gießen Horden, darf sich würdig tn allen Beziehungen den vorhergehenden an die Seite stellen. Vom denkbar günstigsten Wetter unterstützt, konnte das Herr llbe ^ett ungestört und ungetrübt seinen Verlauf nehmen. Man müßte kein Herr und keinen ÄeTC ?le‘nen %l?cn' sollte man sich ablehnend gegen ein solches echt vater- verhalten. Wer den Festzug gesehen, wer beobachten konnte, wie strahlend vor Freude und Vergnügen die liebliche Kinderschaar, voran die Kleinsten der Kleinen marschrrten, dem ging förmlich das Herz auf vor Vergnügen und im Stillen drückte D°nk den Männern aus, welche es ermöglichten,balunfer ßefeiejt werben konnte wie es gefeiert worben und wie es Gießens Bürgerschaft gefeiert ^ ^u w ^ Waren vor dem Feste hier und da Bedenken laut geworden, wie und ^che Weise das Fest emzurichten fet, ob mit ober ohne Preisoertheilung, ob mit oSr 0£eVHiener f ?rl^mn0 U1J* w-, alle Bebenken wurden gestern glänzend widerlegt Nkllo?onbenGelegenheit, Fremde, welche den Zug ansahen und nach dem «Ä^p^nwalde gingen, zu sprechen, alle hatten nur eine Stimme der Anerkennuna Lobes über die Abhaltung und das Arrangement eines solchen Festes, au? Kinder^a^n^ckO^ ^inbarf—Zur festgesetzten Zeit rückte gestern Mittag bte Kinderschaar nach betn Oswald's Garten, wo ber Zug sich aufstellte. Um wjnhr ^^ager der Spiele und Preise von der Turnhalle anmarschirt unb kurz darauf S ® Ck °^e ^gleitet von zwei Musikchören in Bewegung? Durch den Marktplatz die Schulstraße, Neuen Bäuen unb Grünberger- mwuu ^Euen Weg, begleitet von einer tausenbköpfigen Menge. Aus betn Festplatz iwPhilosophenwalbe angelangt, wurde nach Absingung eines Volksliedes von Herrn Reallehrer ch m u ck eine kernige Anrede an die Jugend gehalten welche nach stenographischer Niederschrift folgenden Wortlaut hatte: U 9 ' $ „Der Festig, auf den Ihr so lange Euch gefreut, mit heiterem Sonnenblick ist rr 9Cf*mZnC»' 4 Eure Eltern und Lehrer sich vereinigt haben, ihn zu gestalten so geschah es in der Absicht, Euch einen Tag heiterer Jugendfreude zu bereiten Aber unser heutiges Fest st noch von anderer Bedeutung. Soll es unsdocherinnernan die Wiedergeburt unseres deutschen Kaiserreiches l Soll b7r heutige Tag d?ch austs Neue ckt^d^vvbtsein bringen, bai wir bte Kinder ein-r Muiter, die Söhne eines schönen, . Der rauschende Eichwald unserer Berge, die lieblichen i F xer ^achtrge Strom mit dem Bilde zum Himmel aufragenber "ud rebenumkränzter Hügel: sie künben bas Lied von der Wiedervereinigung putschen Bruderstamme und rveithin über die Länder und Meere werfenden b£Cr DOfn Deutschlands Kaiserkrone auf sie herniederleuchtet. Ja, mit freudigem Stolz darf unsere Brust sich sagen: wo auch der deutsche Name klingt, er wird geachtet von den Völkern der Erde; wo auch die 6 Flagge weht, sie ist dem Deutschen Schutz und Schirm. 3 B Die Freude, ein solches Vaterland wieder zu haben, kommt uns zu höherem Bewußtsein, wenn wir einen Blick rückwärts werfen in die dunklen Tage unser^ 1- $?re?bc ^oberer hausten als Herren in unseren Gauen und der deutsche Mann zog den Triumphwagen seiner Unterdrücker' fremde fieerp «« wMeten die Saat des Landmannes, plünbertin die Hab? des °rb-tt"m-?Bür°er? 21? h b, Obsten und Edelsten unserer Nation, die sich mit Wort und That erhöbe!? die 93QterIanbe§ abzuichütteln, sie flohen geächtet in die Verbannung. Der Deutsche batte sein Vaterland verloren, denn er hatte verlernt, es zu lieben und zu fr?Lr Völker? ’erfpIi“£ttc' machte ihn zum Kn-ch't- Telegraphische Depeschen. Worff's telegr. Correspondenz-Bureau. Ischl, 9. August. Heute Mittag 12 Uhr traf der Separathofzug mit Ihren Majestäten des Kaisers Wilhelm und Franz Josef hier ein. Die Kaiserin Elisabeth war zum Empfange des Kaisers Wilhelm auf dem Bahnhofe erschienen in dessen Gefolge sich ber Botschafter Prinz Neuß, General ä la suite Graf Lehnborff Flügel- Abjutant Major v. Brösigke, ber Leibarzt Dr. Leutholb unb bte Geheimen Hofräthe Bork unb Kantsky befanben. Sowohl in Ebensee bet ber ersten Begegnung zwischen beiher. Kaisern, als auch hier in Ischl war die Begrüßung ber Majestäten eine ungemein herzliche. Auch das Publikum, welches zahlreich an beiden Orten zusammengeströmt war, empfing die Majestäten mit enthusiastischen Kundgebungen Der Kaiser und bte Kaiserin von Oesterreich geleiteten Se. Majestät ben beutschen Kaiser in's Hotel „Elisabeth". Der Weg dahin war dicht vom Curpublikum besetzt. Im Vestibül des Hotels waren der Oberhosmeister Prinz Hohenlohe, der General-Intendant Baron Hofmann und viele deutsche Domen zum Empfange anwesend. — Heute Nachmittag 3 Uhr fand in der kaiserlichen Villa Galadiner zu Ehren Sr. Maiestat des deutschen Kaisers statt, zu welchem auch der Botschafter Prinz Renß Fmanzminister Durajunki und Baron Hofmann zugezogen waren. Während der Tafel concerttrte eine Militärkapelle. Heute Abend Festvorstellung im glänzend dekorirten Theater, wobei zur Darstellung kommen „Das Tagebuch" und „Das Versprechen hinter'm Heerd" mit hervorragenden Künstlern n.,A. der Frau Lucca und Sonnenthal Mannheim, 9. August. Die Wiederkehr des Tages, an welchem vor 25 Jahren Se. Maj. der Kaiser zum Chef des zweiten badischen Grenadier- Regiments Nr. 110 ernannt worden, wurde heute von dem Regimente festlich begangen. Se. Majestät sandte dem Regimente von Salzburg aus telegraphisch seinen Glückwunfch. München, 9. August. Die Gemeinde-Bevollmächtigten beschlossen, den Magistrat aufzufordern, gegen den Bescheid der Regierung von Oberbayern, betr. die Srmultanschulen, Beschwerde beim Cultusministerium zu erheben und dasselbe zu bitten, dem Beschlüsse beider städtischen Collegien auf Umwandlung der Simultanschulen in confessionell katholische Schulen stattzugeben. Paris, 9. August. Der Senat nahm den Thell des Butgets, welcher die mdirecten Steuern betrifft, an. — Im Senat wurde vom Ministerpräsidenten Duclerc, in der Kammer vom Präsidenten Vriffou das Dekret verlesen, durch welches die Session geschloffen wird. London, 9. August. Wie aus Peuzause von heute früh gemeldet wird, ist das Packetboot des Nordd. Lloyd „Mosel", welches von Southampton nach New-Dork bestimmt war, in der Nähe des Kap Lizard gescheitert. Die Passagiere jteigen in Penzanse an's Land. — Es ist wenig wahrscheinlich, daß das Packetboot „Mosel", welches auf die Fesien aufgelaufen ist und schwere Beschädigungen erlitten hat, gerettet werden kann. Alle Passagiere, die Post und das Gepäck, wurden im Laufe des Vormittags ohne weiteren Unfall gelandet. Gegenwärtig ist man beschäftigt die Ladung zu bergen. ' — Ein Telegramm der „Times" aus Alexandrien von gestern meldet der Khedwe habe eine Proklomation an das egyptische Volk erlassen, welche Arabi Pascha für einen Rebellen erkläre. Obstbau. . - „Zom August bis 3U ber Zeit im Frühjahr, wo ber Saft sich zu reaen beainnt hoch niemals bet Frost, ist bte Zeit, in welcher das Ausputzen ber Obstbäume vorzu- ist. Das Ausputzen ber Baumkronen ist nothwenbig, um Gefunbheit unb Fruchtbarkeit ber Baume herzustellen unb zu erhalten. Alle sich kreuzenben unb zu dicht aneinanderftehenben unb bie in bas Innere ber «anmfrnn.» ’mEL“ nuS MM" entfernt werden, bamit Luft unb Sonne E Äno|eX?e/tolf™.be®«ifo pnb auch bie zu tief herabhangenben, alle kranken unb abfterbenben Aeste zu befeitiaen. Hi/rbei ist die wulstartige Erhöhung, welche sich ba befindet, wo ber Ast bem Stamme entwachsen unb A^ing genannt wirb, zu schonen; ber abzuschneibenbe Ast ist vielmehr unmittelbar über ben Astring mit einer scharfen Säge weazunebmen- btnn hLfpr Si enthält eine Menge Res^vestoffe, welche burch ben herbeiströmenben Saft gelöst unb zur Ueberwallung ber Wunbe vcrwenbet werben. Um em Abschüßen btt & verhüten, ist ber Ast zurrst von unten anzuschneiben, worauf bm n der Scknttr von oben in der Weise erfolgt, baß stch bie Schnttti treffen' J°^b?Vit b"r Wunbe ist mit bem Messer glatt zu schneiden, benn nur glatte Schallte können ^sirnb Überwallen. Enblich finb biefe Schnittflächen mit Baum,albe ober Holztbeer wÄ letzterer mit Asche ober Erbe verblckt wirb, zu verstreichen,' Man b°g?g, ? .och imm?r hier unb ba ber irrigen Meinung, baß man von bem wegzuschneibenben Alle einen fingerlangen Stumpf müsse stehen lassen, bamit ber Stamm gesunb blecke ^Daburck bewirkt man aber gerabe bas Gegentheil. Der Stumpf, der nie überwallen trocknet ein fängt an zu faulen unb bie Fäulniß bringt bann in bcn Sl^nun h-neln' Von ber Richtigkeit bes hier Gesagten sich zu überzeugen, hat man bei Betrachtuna so mancher alteren Baume in Garten unb Anlagen Gelegenheit. — Die reifenben^iftAfe werben oft durch bic im August unb September auftretenben Feinde bes Obstes • Wespen Hornisten, Ameisen unb Ohrwürmer angefressen. Die betben ersten Jlnbe laß/n sich m Glasflaschen, in welche man etwas Zuckerwasser füllt, fangen bie be ben letzteren halt man sicher ab, wenn man unten um ben Stamm Watte binbef — Ilm für bas nächste Jahr bie Früchte vor ber sogenannten Obstmabe (Carpocapsa pomonella L1 U Ochern, legt man jetzt um ben Stamm Streifen von Glanzpapier, bie man mit Bindfaden so befestigt, baß oben bas Papier dicht an den Stamm sich anfckliefll wahrend es nach unten trichterförmig absteht. Die röthlichen Maden oerberaen sich Pcpn4anteLben2 Papierstreifen unb können bann später abgelesen unb getödtet werden ist nicht nothig die Papi^erstreifen mit Klebstoff zu verfehen, ba man gefunden hat ba$™e^ ^^?en solcher Bänder nur höchst selten eine Mabe barüber hinauskommt' 7 Mit dem Oführen aufs schlafende Auge ist in diesem Monat fortzufahren — Den tm yruhiahr veredelten Stämmchen nehme man wieder einen Theil der wilden Reifer — if?AUUHJ?auüenr Snb Zwergstämmen werden die überflüssigen Augen pfnctrt bas Tiefes einfache Verfahren ist weit besser, als wenn man nächstes'Jahr hlr ^rJie..r an ben Baumen herumschneiden muß. Sollten jetzt noch einige Jweiae entb^ättTÄ^^^^ üppig treiben, so kann man das Wachsthum ckerselben durch Entblättern ichwachen. Zu diesem Zwecke läßt man bie 4-5 untersten Blätter unb^ ^a unternahm es ein Mann mit richtigem Blick unb beg eistertem.Herzen, unserem ?ß tef u. Helsen. Wie wir heute zu turnerischen Spielen in ben Wald hier gezoam h k ? die Jugend um sich, zog hinaus mll ihr auf ben freien Plan u^b Tnrnfn Tp verr Kampfspiele unbLeibesübungen der Vorfahren Seine Turnspiele, diese Arbeit im Gewände lugendlicher Freude, sie stählten ben Körner iinh entilffen ibn ber Verweichlichung; in bie Herzen aber bte auf bem TTnrnnfnh» hähor fdUugen, pflanjte er bie Liebe ju den Grvßthaien ber Vorzeit, bte Begeisterung für bie tfenntn WÄ hU6nb au§ b£r ^etnfamen Thättgkei. enff7r°ßie bie CrfenntniB, bog Sintrajt fiartt, baß nur veremie Kräfte ein hohes Ziel erreichen, in ben3«eibe>Pm7rfr hfAo8 m?.e7ZuJn?a£ler/ unb fcine Schaaren waren bte ersten SRnlf"«2er M b“§ Satcr^nb befreiten. Der Geist, ben er im beutschen toUÄSe’^Ä S^Xe^"1' biC UnS b*C^abt CrliUd,,£n “f au* ber 1LilfoUenn naliona‘tn Errungenschaften, gebenten wir aber ©ebenttaae eeratßt^^Lft h6aaIr2 iulc müffen- Ein Volk bas feine nationalen sich entfernt von ber einfachen Sitte der Väter unb Volk verfäN be? Verweb','ttbvv ®etft unb Körper gefunb erhält, ein solches oor bem Untergang ™ ^*en 8' #,5t Unter unb tefne Macht der Erbe vermag^es fiel mitIrn^skll dV^lksLÄnEs?:'''^ Spide" Unb c§ geroibnWDfft auPs’giw bÄJ^8, b,cr ia ber er"fien Arbeit bes heiteren Spieles färbetn bafi mir mit b,, bT.inrun§ -Nizünben unb bie Erkenntniß in uns den Knaben Z i der Leibesübung alle jene Tugenden uns schaffen, bie machen’ Wöng Pr^il n f *lnb £tcfen ium Horte bes vaterländischen Herdes schreiben • An's heiliger Begeisterung in Eure Herren ganzen Herzens Ianb' an 5 theure, schließt Euch an, das haltet fest mit Eurem der es ^crTtanbeu^^hiP^rn^ aACm bcr bcn ®au unseres neuen Reiches geführt und mllthätia zu fein' ihm \ ®,d^cr fuin M zu schaaren, die dazu berufen waren, S ffiaifer^er unser begeistertes Hoch! Seine Majestät, unser die ©vklMbren MnfnJOl8te(,nO* ein/aCleb und bann eine längere Pause, worauf bann und 4una Mb üÄ, ~r°6 unb reichhaltig waren bte Spiele arrangirt batte in kni^bt• ®at’ä fein Stuhl, so vielleicht doch ein Bankende, ein leeres Faß schmecken M u?eI*e man niebersetzte und es stch hier nach Herzenslust o viel uns b.?an^ubh?Ittges Essen unb Trinken hatten alle Wirthe gesorgt und aewo ben Das ift "irgenbs Klage über etwa minberwerthe Maare laut bei ben trauX^tm maar 8ufrieben und die Wirthe machten ihr Geschäft, was gönnen ist. 8Clt Wttterungsverhältnissen des heurigen Sommers gewiß Jedem zu nachdnn "es bei welcher alle Kinder reichlich bedacht worden, unb Bug gegen 7 Ubr b5 Freude unb Ausregung genug war, rückte der großen Menschenm'>meb^ ” mV* Stabt ein, auch hier wieder geleitet von einer Lft brän?t fi* »nä Aerfen mir noch einen kurzen Rückblick auf das gestrige fol»e§ Seft m ffen mft!t,nr ®,ebQnft ““f. daß es fast nicht möglich fet, wenn oir ein ' H 5 3 ** 's " müßten. Arm unb Reich, Alt unb Jung, Groß und Klein nahmen — Der wegen heimlicher Sendung von Waffen nach Irland unter Anklage gestellte Fenier Walsh ist von der Jury des Hochverraths schuldig erklärt und zu 7jähriger Zwangsarbeit verurtheilt worden. Konstantinopel, 9. August. Derwisch Pascha wird mit Gefolge nach morgiger Conferenz nach Alexandrien abreifen. Der Sultan erließ eine Jrade bezüglich der Aechtung Arabi's und bezüglich der türkischen Expedition in Egypten. — Fünf Bataillone und weitere 500 Dtann zur Completirung der Cadres werden unter dem Brigadier Osman Pascha auf das erste Signal auf vier Transportschiffen nach Alexandrien abgehen. ™ Konstantinopel, 9 August Die türkischen Transportschiffe „Tais" unb „Mediidic mit 6000 Mann find, von Salonichi kommend, in der Sndabay eingetroffen. Derwisch Pascha und Serwer Pascha haben ihre Abreise verschoben bis das Arrangement über die türkische Intervention und die Proklamirnng Arabi Paschas zum Rebellem sowie die militärische Convention mit England zu Stande gekommen sind- e. Das türkische Expeditlonscorps wird, wie verlautet, blos 6200 Mann betragen; schloss ^l b abCr bTC ^ormirunS eines zweiten Armeecorps von 10000 Mann be- daran Theil und dankten es im Stillen den Männern, welche das Fest arrangirten, leiteten und unterstüt-ten. Ganz besondere Anerkennung verdienen aber die Herren Lehrer welche die Spiele vorbereiteten und tage-, ja wochenlang die mühseligen Vor- areitungen zum Feste besorgten und nun ihre Aufgabe so glänzend gelöst haben. Wenn v elleicht hier und da eine kleine Unzuträglichkett vorgekommen ist, hervorgerufen durch ältere Pe.sonen, so wolle man bedenken, daß es ganz gewiß keine Gießener gewesen sind, welche sich eine Unschicklichkeit erlaubten, denn von diesen halten wir es beim Jugendfest nicht möglich, daß sie Störungen Hervorrufen. — Soweit unser Festbericht. Wenn er einem oder dem anderen unserer Leser zu rosig gefärbt erscheint, so bitten wir es auf Kosten der Freude zu lenken, welche uns gestern beim Anblick des wirklich schönen Festes beherrscht hatte. Wir knüpfen noch zum Schluß an den Bericht die Bitte: es mögen die Herren Comitemitglieder besorgt sein, daß wir alle 2 Jahre ein Jugendfest feiern können, daß nicht bange Zweifel die Herzchen unserer Kleinen monatelang quälen, indem sie fragen: (Siebt es ein Jugendfest oder nicht? Stellen sich auch, und wir geben dieses recht gerne zu, vom pädagogischen Standpunkte aus betrachtet, große Bedenken gegen derartige Feste, so wolle man doch bedenken, daß es ein echt Gießener Lokalfest ist, welches anderswo nicht gefeiert werden kann, wie es hier gefeiert wird. — Die „Wtngolfitten" hatten anläßlich ihres 30. Stiftungsfestes gestern Abend einen sehr hübschen und großen Fackelzug, an welchen sich Fest-Commers in Wenzel's Garten anschloß. Verwischtes. Darmstadt, 8. August. Eine Prüfung der Gerichtsschreiber- und Gerichtsvollzieher-Aspiranten wird am Montag den 23. October, Vormittags 9 Uhr, dahier beginnen und sind Gesuche wegen Betheiligung hieran bis zum 10. October bei der Prüfungscommission einzureichen. _ , , , Aus Thüringen. Registrator Schulz in Weimar hat am 30. Juli einen sehr merkwürdigen Tag registrtrt, nämlich seine Zweite silberne Hochzeit. Die erste feierte er im Jahre 1840. Er ist über all diesen Jubelfesten 94 Jahre alt geworden. Der Jubilar hat aber noch mehr mitgemacht als zwei Hochzeiten — den Feldzug 1812 nach Rußland, die Schlachten an der Katzbach, bei Wartenburg und Leipzig und den Einzug in Paris. Er trägt das eiserne Kreuz. — sVon Rechts wegen.j Auch dem Richter kommt nicht selten der Spruch hart an, den er fällen muß. In einem solchen Falle befand sich der Richter jüngst folgender seltsamen Sachlage gegenüber: Ein christlicher Kaufmann hatte sich mit einer Jüdin verlobt und den Akt gerichtlich feststellen lassen. In dem Documente war eine Con- ventionalstrafe von 90,000 festgesetzt, welche der schuldige Theil zu zahlen habe, falls die Verlobung aus einem gesetzlichen Grunde rückgängig werden sollte. Um ihren Verlobten zu erfreuen, war die Braut nach sechsmonatlicher Vorbereitung bet einem Geistlichen zum Christenthum übergetreten und überraschte den Bräutigam am letzten Weih- nachtsheiligenabend mit dieser Mittheilung unter dem Weihnachtsbaum. Doch der Bräutigam, der inzwischen eine „bessere Partie" gefunden hatte, machte daraufhin die Verlobung rückgängig und klagte die 90,000 Conventionalstrafe ein, denn Religions- wechsel ist ein gesetzlicher Grund, der Verlöbnisse rückgängig macht. Und der Richter mußte dem Kläger die 90,000 JL zusprechen, obwohl es ihm hart kam. Denn kein Richter-Collegium würde ein Individuum in seiner Mitte dulden, welches in so frivoler Weise von dem Buchstaben des Gesetzes Gebrauch machte. Handel und Verkehr. Limburg, 9. August. Rother Weizen JL. —.—, Weißer Weizen JL — Korn JL 13.10, Gerste JL Hafer JC. 9.30, Erbsen JL —, Kartoffeln X —.— Frankfurt 7, —5222 jDienstrnädchen zum baldigen Eintritt Wallthor 194. 5176 Zum 1. September findet em gut empfohlenes Kindermädchen gesetzten Alters Stelle, desgleichen ein Zweit- mädchen, welches waschen und bügeln kann. Näheres durch die Exped. ds. Bl. 5250 Ein kleines Logis zu vermiethen. I. Netter, Neustadt. 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August zur Besichtigung der Sehenswürdigkeiten das^bst unter freundlicher Führung des Marburger Vereins für Hess. Geschichte. Anmeldungen zur Theilnahme schriftlich oder mündlich bei den Herren Dr. Klewitz oder Director Soldan. Gemeinsame Abfahrt 953. .AL 16 16 20 16 9 4 Gießener Bienenzüchter-Verein. Sonntag den 13. d. Mts., Nachmittags 3 Uhr: Versammlung in Metzlar. Abfahrt in Gießen l56 Nachm. Tagesordnung: Die Herbstrevision der Bienenvölker unter besonderer Berücksichtigung der diesjährigen Trachtoerhältnisse. Von den so beliebten Varsovtana, 3 Stück 10 Pfg., haben wieder bedeutenden Vorrath. 5157 Ein Laden mit oder ohne Logis zu vermiethen. Näh. bei der Exped. d. Bl. Die Dampf-Kaffee^ Brennerei von A» Zwotas Gegründet 1837. 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Mit rn JWn Schl SS’ Sm LK strick X bt”W ÄS Un8§®ütbi Ein wahrer Schatz für die unglücklichen Opfer der Selbst- bestecknng (Onanie) und geheimen Ausschweifungen ist das berühmte Werk: I>r. Retau’s Selbst- bewahruug. 78. Stuft. Mit 27 Abbild. Preis 3 Lese es Jeder, der an den schreck- lichen Folgen dieses Lasters leidet, seine aufrichtigen Belehrungen retten jährlich Tausende vom sichern Tode. 8u beziehen durch (9. Ponicke's Schul- Buchhandlung in Leipzig, sowie durch jede Buchhandlung m Gießen. 3192 Sonntag den 13. August: 5245 Kirchweihfest zu Trohe, Lehrer. • Es wird für eine berechtigte Privatlehranstalt mit Pensionat ein tüchtiger Privatlehrer gesucht, unoerheirathet und wenn möglich philologisch geprüft, welcher deutsch, französisch und englisch oder die Handelswissenschaftcn und englisch zu unterrichten hätte. Im ersteren Fall eine dauernde und sehr lohnende Stelle wäre ihm gesichert. Gefl. 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