IA» ■ ' - Mr. 263. Freitag den 10. November 1882. Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Bureau r Schulstraße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des MoutagS. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Amtlicher Hheil. Betreffend: Die Beitreibung der Communal-Jntraden. Gießen, den 7. November 1882 Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großherzoglichen Bürgermeistereien und die GeMeinde-Einnebmer des Kreises. Wir sehen innerhalb 14 Tagen der Einsendung der Rückstandsverzeichnisse (Pfandbefehle und Mahnbefehle) über sämintliche vor dem 1. d M. Mia gewordene Ausstandsposten entgegen. Dr. Boekmann. Lehrer-Conferersz des Couferenzbezirks Großen-Bufeck: Mittwoch den 15. November, Vormittags 10 Uhr, in Großen-Buseck, des Couferenzbezirks Grünberg: Donnerstag den 16. November, Vormittags 10 Uhr, in Grünberg. Gießen, den 8. November 1882. . Büchner, Kreisschulinspector. ~TM~U-|IBIT~—-~~—--—T—■—niHTT«™»"™1■—1 ■ LLII ............... Politische Ueberficht. Gießen, 9. November. Der Kaiser ist Dienstag Abend von den Jagden im Harz wieder wohlbehalten in Berlin eingetroffen. Die Erholungspause, welche sich der hohe Herr auf diese Strapazen gönnte, war indessen nur eine kurz bemessene, denn bereits diesen Donnerstag, den 9. November, gedachte er sich in Begleitung des Kronprinzen und der Prinzen Wilhelm und Friedrich Karl von Preußen zur Abhaltung von Jagden nach Ohlau in Schlesien zu begeben. Die erste Campagne im neuen preußischen Abgeordnetenhause steht vor der Thür und es ist daher natürlich, daß die Chancen für dieselbe, namentlich aber die künftige Gestaltung der Parteiverhältniffe, in der Tagespresse fortgesetzt lebhaft erörtert werden. Es zeigt sich hierbei die unsere parlamentarischen Zustände hinlänglich charakterisirende eigenthümliche Erscheinung, daß keine der Parteien aus den bis jetzt von ihr innegehabten Positionen herausrücken will. Besonders gilt dies von den Conservativen und den Nationalliberalen; trotzdem die „Nordd. Allg. Ztg." beiden Fraktionen zuredet, eine Majorität, wenn auch keine neue Fraktionen zu bilden, so hat man hierzu weder auf dieser noch auf jener Seite große Neigung. Die Conservativen wollen nicht ohne Weiteres vom Centrum lassen, die Nationalliberalen sträuben sich, den ihnen von dem osficiösen Organ zugemutheten Sprung in's Blaue zu thun, da sie schon bittere Erfahrungen gemacht haben und das Centrum verlegt sich einstweilen aufs Abwarten. Was die übrigen Parteien im preußischen Abgeordnetenhause anbelangt, so verhalten sich auch die Freiconservativen in der Reserve, da sie es weder mit der Regierung noch mit den Nationalliberalen verderben möchten, die Fortschrittspartei und die „liberale Vereinigung" sind schon durch ihre Schwäche zur Zurückhaltung verurtheilt, Polen und Welfen aber erlangen nur rn Verbindung mit denr Centrum Einfluß. Die parlamentarische Situation wird demnach voraussichtlich einige Zeit noch den Charakter der Ungewißheit tragen. Ueber die Art und Weise der Eröffnung des preußischen Landtages verlautet, daß dreselbe durch Verlesung einer Thronrede erfolgen soll, womit, wie üblich, Herr v. Puttkamer in seiner Eigenschaft als Vicepräsident des Staatsministeriums. beauftragt werden soll. Man nimmt an, daß sich Herr v. Puttkamer in diesen Dagen nach Varzin begeben wird, um sich mit dem Fürsten Bismarck über die Einzelheiten der Thronrede zu verständigen. Der preußische Minister der öffentlichen Arbeiten, Dr. Maybach wellte Ende voriger Woche in Varzin. Wahrscheinlich hat es sich hierbei um Besprechungen mit dem Fürsten Bismarck über die Vorlagen gehandelt, welche aus dem Ressort der öffentlichen Arbeiten dem Landtage gemacht werden sollen. In Hannover starb plötzlich am vergangenen Montag Schatzrath Hu- genberg, der zweite Beamte des hannöverschen Landes-Directoriums. Hugen- berg war ein bewährtes Mitglied der nationalliberalen Partei, wenn er auch im politischen Leben weniger hervortrat; noch kürzlich war er vom Magistrat als Candidat für den Stadtdirector-Posten von Hannover aufgestellt worden, doch unterlag er dem Candidaten, den die wölfische Partei aufgestellt hatte. Der Budget-Ausschuß der österreichischen (Reichsraths-) Delegation hat in zwei Sitzungen das ordentliche Heeres-Erforderniß in Betracht gezogen. Im Großen und Ganzen sind me Positionen des Ordinariums unveränderliche geworden und so drehte sich die Discustion vorwiegend um die Armee-Organisation. Bekanntlich soll auch in der österreichischen Monarchie das Territorial- System, ähnlich wie in der deutschen Armee, eingeführt werden, was bei einem so verschiedene Nationalitäten umfassenden Staate wie Oesterreich sicher seine Schwierigkeiten hat. Die Abgg. Sturm und Bareuther hoben in der Sitzung vom 4. d. Mts. namentlich die nationalen Bedenken gegen die Einführung der Territorial-Armee-Corps hervor. Sturm wies auf die dienstlichen Schwierigkeiten hin, welche sich aus der nationalen Verschiedenheit einiger Armee-Corps ergeben müßten und frug an, ob das eigentliche deutsche Commando und die Dienstsprache auch in Zukunft beibehalten würden; Bareuther frug, warum als Sitz für das zweite Armee-Commando in Böhmen, neben Prag, anstatt Josef- stadt oder Königgrätz, nicht lieber eine mehr deutsche Stadt gewählt worden sei. Der Kriegsminister erwiderte, daß bei der Organisation der Armee sich der Parteistandpunkt und nationale Rücksichten der Schlagfertigkeit des Heeres unterordnen müßten. Was die territoriale Eintheilung in Böhmen anbelange, so sei hierbei die möglichste Ausnutzung des Eisenbahnnetzes zunächst berücksichtigt worden. Im Uebrigen gab der Kriegsminister die Versicherung, daß auch "in Zukunft Commando und Dienstsprache einheitlich, also durchweg deutsch bleiben sollen. Schließlich wurden fast sämmtliche Positionen des Ordinariums unverändert genehmigt. Hinsichtlich der in dieser Woche erfolgenden Wiedereröffnung der französischen Kammern glaubt der „National" zu wissen, daß die Regierung mit einem sehr einfachen Programm vor dieselben treten werde. Das Programm werde lediglich diejenigen Fragen umfassen, über welche alle Republikaner einig seien. Jede Gefahr einer ministeriellen Krisis beim Zusammentritte der Kammern scheine definitiv ausgeschlossen. Bei der kritischen inneren Lage Frankreichs klingt letztere Bemerkung ziemlich optimistisch. — In der egyptischen Frage ist zwischen Frankreich und England noch kein Einverständniß erfolgt; England hat Frankreich dessen Austritt aus der Finanzcontrol-Commission vorgeschlagen, gegen welche Zumuthung sich aber das französische Cabinet entschieden sträubt. In England haben in vergangener Woche die Gemeinderaths- wahlen stattgefunden, deren Resultat man gleichsam als einen Barometer für die allgemeine politische Stimmung im britischen Jnselreiche anzusehen pflegt. Dieser Barometer nun steht für die Conservativen auf „schön Wetter", denn die Gemeinderathswahlen haben einen entschiedenen Sieg der conservativen Partei ergeben, welche den Liberalen viele Sitze entrissen hat. Die conservativen Organe schließen nun hieraus, daß im Lande eine Reaction zu Gunsten der Tories eingetreten sei; hierüber aber würden nur Neuwahlen zum Parlamente entscheiden und eine Auflösung des Parlaments ist sicher nicht zu erwarten. — Northcote kündigte im Unterhause an, er werde sobald als möglich die Aufmerksamkeit des Hauses auf die Verwendung der englischen Truppen in Egypten und die Occupationskosten lenken. In Holland mehren sich die inneren Schwierigkeiten. Der Minister- präfident van Lynden harmonirt durchaus nicht mit der zweiten Kammer und bleibt nur deshalb auf seinem Posten, weil sich kein geeigneter Nachfolger für ihn finden will. Neueren Nachrichten zufolge erscheint auch die Stellung des Ministers des Auswärtigen, van Rochuffen, bedroht. Mehrere Mitglieder der zweiten Kammer haben sich bei Bedachung des auswärtigen Budgets sehr entschieden gegen die Leitung der Geschäfte durch Herrn van Rochuffen ausgesprochen; namentlich hat die Behandlung der Fragen wegen des Handelsvertrages mit Frankreich ünd wegen der englischen Etablissements auf Borneo das Mißfallen der Deputirten erregt. In der schwedischen Hauptstadt ist der 250. Jahrestag der Schlacht bei Lützen am 6. November festlich begangen worden. In der Ritterholmskirche fand Festgottesdienst statt. Das Denkmal Gustav Adolfs war mit Lorbeeren und den in der Schlacht bei Lützen erbeuteten Trophäen geschmückt. Die Truppen der Garnison defilirten vor dem Monumente. In Deutschland scheint die 250jährige Wiederkehr des Tages von Lützen spurlos vorübergegangen zu sein. Aus Mekka, dem alten Herde der Cholera, wird das Auftreten dieses gefürchteten asiatischen Gastes gemeldet. Die Krankheit greift täglich weiter um sich und auch in Uedda sind zahlreiche Cholera-Erkrankungen vorgekommen. Hoffentlich ergreifen die türkischen Behörden die energischsten Maßregeln gegen die Weiterverschleppung der Epidemie. Das egyptische Expeditions-Corps zur Bekämpfung des „falschen Propheten" wird 8000 Mann stark sein, die innerhalb 14 Tagen nach Suakim abgehen werden; 3000 Mann bleiben als Reserve in Kocosko (Ober-Egypten). Im Proceffe Arabi Pascha's sind 50 Angeklagte in der Voruntersuchung für schuldig befunden und dem Kriegsgerichte überwiesen worden. Deutschland. Darmstadt, 8. November. Seine Königliche Hoheit der Großherzog nahmen heute militärische Meldungen entgegen und empfingen den Hauptmann v. Weise vom Generalstabe der Großh Division, den Rittmeister ä la suite Heyl von Worms, be.i Kammerherrn und Oberlandesgerichtsrath Frhrn. v. Rtcou, den Stadtpfarrer Pahnk- und den Gymnasiallehrer Trümpert von hier, den Obergüterinspector Rietz und den Rechnungsrath Reuning von Gießen, den Brandmeister Haas und den Zeugmetftcr Väter von Schülern Stände. Schulmänner. Aerzte. war die Ruhe am SchiflSl Bremen, C- A Breme Habsburg, @a: 22. Oktober vor Nstern 9 Uhr $ - Die L Norddeutschen Zreitag Morgrr 9) 10) IV. 11) 12) 13) 14) 15) Geh. Oberschulrath Greim in Darmstadt, Geh. Oberschulrath Becker in Darmstadt, Gymnasialdtrector Dr. Becker in Darmstadt, Gymnasialdirectvr Dr. Keller in Bensheim Gymnasialdirecior Professor Menge in in Gietzen, ) 17) Gymnasialdirector Professor Dr. Weidner/ in Darmstadt, | 18) Gymnasialdtrector Dr. Wittmann inl Büdingen, . I 19) Realschuldirector Albertm Darmstadt, 1 20) Realschuldirector Kuhl in Offenbach, \ 21) Realschuldirector Dr. Schödler in Mainz, > 22) Realschuldirector Soldan in Gießen, V. 23) Obermedicinalrath Dr. Pfeiffer in Darm- i stadt, , r , i 24) Obermedicinalrath Dr. Reißner m Darm-» stadt, \ 25) Geh- Medicinalrath und Director der Landes-/ Irrenanstalt Dr. Ludwig in Heppenheim,» 26) Geh. Medicinalrath und Vorsteher einer, Augenklinik Dr. Weber in Darmstadt, Hesterreich. Stände. III. 4) Fabrikant Böhm in Offenbach, 5) Architekt Geyer in Mainz, »Vater von Schülern 6) Landgerichtsrath H etnze rling in Darmstadt! höherer Lehran- 7) OberlandeSgerichtsrath Maurer in 2) arm; \ ft alten, bezw. Mtt- 7 - ■ ' glieder der zweiten Kammer der stadt, 8) Rechtsanwalt Muhl in Gießen, - Rechtsanwalt Osann in Darmstadt, Fabrikant Reinhardt in Worms, Mußland. Petersburg, 3. November. Der Petersburger Correspondent der „Jndepöndance B-Ige" thesit einige interessante Details aus dem Inhalte der letzten Nummer der nihilistischen Zeitschrift „Wolnoje Slowo" mit Als Beweis, welche Fortschritte der communisttsche Geist bei den russischen Bauern gemacht hat, wird ein Vorfall angeführt, der sich kürzlich zu Berdyischew zugetragen haben soll. Unter den dortigen Bauern wurde durch Agenten der revolutionären Pa'.tei das Gerücht verbreitet, daß der Pope eine „kaiserliche Zuschrift" erhalten habe, durch welche die Vertheilung der herrschaftlichen Güter unter die Bauern angeorbnet wird. Soglich rotteten sich die Bauern zusammen und begaben sich zu dem Popen, von welchem sie die Verlesung jenes kaiserlichen Ukas forderten. Vergebens betheuerte der Priester, daß er kein derartiges Dokument erhalten habe. Mit den Rufen: „Nieder mit den Feinden der Bauern! Nieder mit den Helfershelfern der Gutsbesitzer! Nieder mit den Tschmowniks (Beamten)!" drangen die Bauern auf den Popen ein und mißhandelten ihn derart, daß er bald darauf seinen Geist aufgab. Die revolutionäre Propaganda toll jedoch mcht nur unter den Bauern, sondern auch in der Armee bedeutende Fortschritte gemacht haben. Unter den Officieren und Soldaten sucht man durch Proklamationen Proselyten zu machen, indem man an den Rechtssinn der Armee appellirt und die Militärs auffordert, sich mit Jenen zu vereinigen, welche für :te Wahrheit und Gerechtigkeit kämpfen. Zum Schlüsse stellt „Wolnoje Slowo" die bereits bekannten drei Forderungen an die Re gicrun.i, nämlich Amnestie für die auf administrativem Wege Verbannten, eine humanere Behandlung der Exilirten und eine größere Autonomie für die Lokalverwaltung der Provinzen- Aegypten. Kairo. Die Nachrichten aus dem egyptischen Sudan, die infolge längerer Post- Unterbrechung in der letzten Zeit sehr spärlich flössen, lauten sehr beunruhigend, obgleich einem Prioatschretben vom 11. September zufolge die Lage des Generalgouver- neurs in Khartum keineswegs so verzweifelt zu fein scheint, als die mündlichen Meldungen zu Tage gefördert haben, die vor Kurzem Herr A. Marquet, ein französischer Kaufmann, der Khartum erst am 15. September verlassen hatte, hierher brachte. Jedenfalls befindet sich ganz Kordosan und das südliche Darfur in den Händen des falschen Propheten Mohammed Ahmed. Ein Theil feiner Streitkräfte hatte es Ende August unternommen, das inzwischen wieder von den Egyptern genommene Senuaar von Neuem zu überfallen, war aber, als er sich bei Duehme anschickte, über den weißen Nil zu setzen, von den Truppen Abdelkader Pascha aufs Haupt geschlagen worden mit einem Verluste von 3000 Todten. El Obeid, die Hauptstadt von Ka rdofan, wird vom Mahdi belagert. Aus dem erwähnten Briese ist nicht zu ersehen, daß bei der im Juni von Faschada aus gegen den Muhdi unternommenen sehr schlecht geleiteten Expedition unter Jussuf Pascha, welche mit einer Niedermetzelung der gefammten, aus nahezu 6000 Mann bestehenden egyptischen Streitmacht endete, auch der in Faschada gegen den Sclavenhandel thätige Jnspector C. Berghoff, ein junger Deutscher, das Leben ein- gebützt hätte. Der Verkehr nilaufwärts ist frei. Der Generalgouverneur Abdelkader Pascha soll mit g'ößtem Eifer alle auf die Vertheidigung der bedrohten Hauptstadt des Sudan getroffenen Maßregeln leiten und unablässig bemüht fein, die geringen Streitkräfte kampfbereit zu halten. Es hat den Anschein, als schenke weder die egyptische Regierung noch die britische Militärverwaltung hierselbft der drohenden Ausbreitung des sudanischen Aufstandes die genügende Aufmerksamkeit. Der Prozeß Arabi und die immer noch schwebende Frage der Armeeorganisation beanspruchen hier alle Aufmerksamkeit und dabei wird außer Acht gelassen, daß in dem angeblichen Mahdr Mohammed Ahmed, einem geborenen Dongolaner, sich dem Khedive ein wert gefährlicherer Feind entgegenstellt, als es Arabi gewesen. Das Programm des Mahdr ist einfach die Vertreibung der Egypter ans dem Sudan, bann die Eroberung Egyptens und schließlich sein Einzug in M.kka, um dort das 1000jährige Reich zu gründen und die Bekehrung der ganzen Welt zu vollenden. Amerika. Halifax (Neu-Schottland), 7. Novbr. Das hiesige Armen-Hospital wurde heute durch eine Feuersbrunst in Asche gelegt, 31 Kranke, die in dem obersten Stockwerke des Hauses untergebracht waren, kamen in den Flammen um's Leben. Das Feuer brach im Erdgeschosse aus, verbreitete sich aber durch das Aufzugswerk sehr rasch in das oberste Stockwerk; die Rettung der dort untergebrachten Kranken war unmöglich, weil das oberste Stockwerk mit den vorhandenen Leitern nicht zu erreichen war. (Wiederholt). ___________________ Wien, 8. November. Nach der Requirirung des Militärs Neubau gestern Abmd bald wieder hergestellt. Um Mitternacht konnten die Ulanen und die Infanterie zurückgezogen werden. Die Zahl der Verwundeten wird auf 40bt§ 50 angegeben. Die meisten Verwundungen erfolgten, als die berittene Sicherheitswache, um die Straßen zu säubern, mit dem Säbel einhieb. Es wurde dabei auch ein Detectiv verletzt. Die anderen Verwundungen rühren von Steinwürfen her. Im Schottenfelder Wachthaus wurden die meisten Fenster eingeworfen, der amtirenbe Commissär wurde habet am Kopfe getroffen. iFr. Z.) Mainz, ~ 16) Gymnasialbirector Professor Dr. Schiller Telegraphische Depeschen. Wolff'S lelegr. Eorrespondeilr-Burearr. Darmstadt, 8. Novbr. Die Großfürsten Sergius und Paul sind zu einem Besuche bei dem Prinzen Alexander von Hessen hier eingetroffen. Köln, 8 Novbr. Heute hat sich hier ein Zweigverein für internationale Doppelwährung mit 164 Mitgliedern constituirt, den geschäftsfuhrenden Ausschuß bilden van der Zypen und Esser 11. als Vorsitzende, Bachem als Schatzmeister und Heimann als Schriftführer. Wien 8 Novbr. Bei dem gestrigen Versuchsschießen m der Nahe von -delixdorf zersprang ein 15 Centimeter - Hinterlader-Mörserrohr, wobei der von Theilen des Mörserrohrs getroffene Hauptmann Matousek gelobtet, der Oberlieutenant Kuczera schwer verwundet wurden. Sonstige Verletzungen haben nicht stattgefunden. Bestem Vernehmen nach war das zersprungene Mörserrohr aus Gußeisen und nicht — wie ein hiesiges Blatt meldet — aus Stahlbronce hergestellt. lLsrün von Bensheim, den Gemeindeeinnehmer Rover von Zell, den Kreisbaumeister Annerf nnn ßrbad) den Generalagent Gaulö von hier, den Realleyrer Wiebehahn ben®r Stabe, Rector der Lanbes-Unw-rfltät, den Standes- von ^rledmrg, oe I Oberförster Frey von Woogsdamm, den Ä ' ©e^fcT’be^b« Brandv-rsich-rungs-Comnüssion, d°» Ob-rc°nNst°ri°lr°th f r d-n Hofth-at-r-Dtrector Wünz-r; zum Vortrag den StaatSmmtst-r Frbrn. ^ SMrck, den Mimsterlalpräsid-nl-n Schl-i-rrnach-r und den Hosc-r-moni-nm-lst-r ^Darmstadt, 8- November. Seme Königlich- Hoh-» d-r Grohh-rzog haben All-rgnSdi "t geruht: am 1. November d-m Dvc-ntM an der Großh. technischen Hochschule Dr. Erasmus Kütler den Character als Prosessor zu verleihen. M»« der Gesangenwärter bei dem Hastlokal zu Darmstadt Johannes Arheilger, der Gefangenwärter am Provinzial-Arrefthaus zu Darmstadt Georg SchMtd-r und der M-sang-nwärtergehülse bei d-m Hastlokal zu Darmstadt Adam Walter zu Aufsehern bei d-m Prooinzial-Arr-sthaus- und d-n damit verbundenen Hast- lokalen zu Darmstadt. Großherzoglichen Ministeriums des Innern und der Justiz 8 Nov-mb-r l Js wurde der G-richts-Acc-sstst Georg Grünewald zu Alss-Id zum Hülfsgcrichtsschreiber bei Großherzoglichem Landgerichte der Provinz Ober- h-ss-n bestellt. ist der Sülssg-richtsschreib-r bei Großh Landgericht der Nrovim Oberhessen Heinrich Engel zu Gießen zum Anwalt bei den Großh. Amtsgerichten Lauterbach, Herbstein, Schlitz und Ulrichstein mit dem Sitz in Lauterbach bestellt werden. Darmstadt, 7. November. Wir bringen im Nachstehenden nach der Darmft. /- bQ§ Ve' reichniß der Mitglieder der am 27. d. M. zur Prüfung her Frage her Ueberbürbung her Schüler höherer Lehranstalten mit häuslichen Arbeiten, mit Lernstoff, mit zu großen Anforderungen in einzelnen Disciplinen rc. zufamrnentretenden Commission. Staatsrath Dr. Knorr in Darmstadt,! Mitglieder des Gr. Vorsitzender, ? Ministeriums des 2) Ministerialrath Weberin Darmstadt, | 3n«ern u. d. Justiz. II. 3) Gehetmerath Professor Dr. Wassers chleben in Gießen, Kanzler der Landes-Universität und Mitglied der ersten Kammer der ]jeber em J ds. benlt Ättbrechens, ftjW SU** Sieffffl b St «ad; W St®«« di- »u «lie «u«9 du to DEi« ° Damfer e Salve theils °r Zuschauer am Stelle gelobtet mundeten beftn Kugeln durchöo! Leuten Schrecke' sprengten plotzu Schrecken crgriss wesentlich vergrl Mt immer an, v enigstens wibt Änderbares Ab> shickte eines [ Geschenk in die kirkassierin. S W der Eskor bem General d ,mnd wird ihm weigerte sich, Mannes nehm übrig, als dem vurch sein Rest Wien, 8. November. Die Zahl der gestern bet dem Arbeitertumult Verhafreten beläuft sich auf einige zwanzig. Nach polizeilicher Verordnung müssen heute Abend alle Hausthore in Neubau und Josefsstadt um 6 Uhr geschlossen werden. (Fr.Z.) — Die Gerüchte vom Ausbruch bedeutender Tumulte in den Vororten finden volle Bestätigung. In Lerchenfeld trugen die Excesse einen antisemitischen Character. ^n der Hauptstraße daselbst wurden zahlreiche Fenster eingeworfen. Rufe: Nieder mit den Juden! ertönten, doch richteten sich die Feindseligkeiten nicht ausschließlich gegen die ^uden. Ulanen, mit den Lanzen stechend, säuberten die Straßen. Die Excesse in Fünfhaus und Hernams nahmen noch größere Dimensionen an. Große Arbeitermaffen ioacn truppenweise zur Linie; als die Wachmannschaft sie trennen wollte, erfolgte ein Steinhagel. Die Arbeiter hatten die Taschen mit Steinen gefüllt. Die Ulanen griffen auch hier ein; zahlreiche Verwundungen, darunter einige schwere, kamen vor. Die Ruhe ist um 11 Uhr wieder hergestellt Ausgeiückt waren sechs Eskadronen Cavallerie und drei Bataillone Infanterie. Die Unruhen trugen den Character einer organifirten Erneute. (Fr. Z ) Vermischtes. Darmstadt, 7. November. Vergangenen Samstag Nachmittag wurde die erste Feueranmeldung per Telephon gemacht. Dieselbe lief von der Feuermeld^statton in hrr Rokdörfcrstraße ein und betraf einen Schornstetnbrand m dem Weißbinder SLmfcben Hause daselbst. Um die Leistungsfähigkeit der Leitung zu prüfen, werden jeden Morgen um 10 Uhr sämrntliche Stationen angerufen, resp. mit denselben gefprod) ^achbarstädte Offenbach und Worms sind im Begriff, gleichfalls telephonische Anlagen zu Feuerlöschzwecken zu errichten und sind die Vorarbeiten bereits io weit gediehen, daß mit der Ausführung demnächst begonnen werden kann. ' Der hessisch- F-u-rw-hrtag, r-sp. di- in d-n Jahr-n, w°s-Ibst kein- -llg-m- n° Versammlung abgehalten wird, stattfindende Abgeordnetenversammlung wird Cnoe o i Monats in Frankfurt tagen. _ fienrtd roeacn Berlin, 6. November. Die Voruntersuchung gegen den Dr. H n g Aufreizung zum Klassenhatz ist nunmehr eingeleitet. Emz^ne Reden d^ , derselbe in Betreff der „Judenfrage" im „Socialen Reichsverein gehalt , en Me Unterlage dreier Untersuchung, welche Herr Landgerichtsrath Fattenfy H Dr. Henrici hatte erst am Sonnabend Vormittag wiederum Vernehmung vor dem Untersuchungsrichter. Auch gegen andere Redner, welche g^^ °ge : a t- reizender Weise zum wiederholten Thema ihrer öffentlichen Reden machten, schr it t Behörde, wie uns mitgetheilt wird, nunmehr ein- a Watt-nicheid, 4. No°-mber. Als di- Mörder des Stadtsecreiars H^Di-P-n. druck in Duisburg sollen, der „Waid Zig " zusolg-, di- b-ld-n Brüder Emil und Richard Schüpping von U-ck-ndors ermittelt sein Der ältere, der schon wnrnryoii bestraft ist, zählt kaum 20 Jahre. Beide sind bereits in Haft genommen- . — Ein seltenes Verwandtschaftsverhältnitz gibt der Bevölkerung Kaiserslautern zu reden. Dort fand vor einigen Tagen die Verlobung des Eommerciem rathes und Fabrik-Directors Schön, eines hohen Fünfzigers, mit einer ganz jnng n Dame, der Tochter des Königlichen Studien-Directors Herrn Dr- Stmon statt. Das wäre nun weder sehr ungewöhnlich noch bemerkenswerth. Allein die jüngere Tochter des Herrn Dr. Simon ist an Herrn Hans Schön, Sohn des Commercien- Kngland. Bonbon, 7. Novbr. Heute Vormittag fand in der Kohlengrube Clay- Croß bei Chesterfield eine Explosion statt, durch welche, wie es heißt, 30 Grubenarbeiter getödtet wurden. Belgien. Brüssel. Im belgischen Eisenbahn-, Post- und Telegraphendienst waren versuchsweise auch weibliche Beamte angestellt worden. Diese vom Minister Satnctclerte angeordnete Neuordnung hatte manche Anfechtung erfahren, aber auch der jetzige Arbeitsminister Oltn latzt sich dadurch mcht beirren, sondern halt jene Anstellungen durchaus aufrecht, weil er dem Versuche eine große Wichtigkeit beilegt. Alles was die neue Einrichtung im Geschäftsgänge irgendwie in Mißachtung und Verruf bringen könne, soll durchaus verhütet werden und so ist den Beamten aller Grade im Post- und Telegraphenwesen eingeschärft worden, daß sie „der Frau, die ehrenhaft von ihrer Arbeit lebt, innerhalb wie außerhalb der Burcaux unbedingte Achtung schuldig seien und ihr gegenüber Takt und Zurückhaltung zu beweisen hatten ; wer dieser Pflicht nicht entspreche, sei nicht würdig, eine Stellung in der Verwaltung ^^""ehmen, diese Vorschrift werde aufs Strengste durchgeführt werden. Auch irn ^^^ahndienst wird man fortfahren, weibliche Hilfsbeamte bei her inneren Verwaltung und bet der Billetausgabe zu beschäftigen. Die bisherige Mädchenerzichungsmethode, sagt der Minister in seiner Verfügung, fei zwar wenig geeignet die für solche Amtsverrichtungen erforderlichen Kräfte herouszubilden; mit der Zeit aber werde es damit bei besseren Schulen und e.nctn weniger oberflächlichen Unterrichtswesen anders werden. Mag he ,tff . Mui uuf hiesigem Me des Witoia- ^chvietend vnsii Metzen, den 4. 77398 Fttilsg b Mm auf S H dks Ja MelScim: rlur Xv 37o Wolssfurl XIII ßi4 dusch, XIV480, A°mm, X1UI164» "’Ä»« ®>e6en, bt“’ »7399 N: iwll auf k; ?ltch :?417 !°er M05 » **•*•»» (J "dauer [er der tke her esührt, dauern ' Pope schaft- 8auern kaiser- > Doku? Wx imkn)'" er halb tr untr. Unter machen, rett, sich • Zum die Re-, manne ung der ter Post- jinb, ob- llftOUOtt- "ndllchen n ftanzö? »erbrachte, anben des t es Ende Senuaar en weißen orben mit uirb Dom im Zurrt iXpibwon as nahezu >abQ gegen Lebe» ein? Abdelkader plstadt des ;en Streit? ! egyptische lusbreitung Arabi und - alle Auf? hen Mahdi reit gelähr? Mahdi ist g Egyptens rünbtn und vßofyital \e in bau flammen )N dM k Ut W t M aul stnd Ztt en. internatto- Mrenden Bauern ö» >tW üon »bei der von der Ober- «SS Ks Ulli X5 w äks Ä** S>“ rat^eö, verheirathet. Daß Vater und Sohn die Gatten zweier Schwestern werden, kommt blutigen Kampf zwischen Volk und Militär wird aus New-Aork unterm 2 ds. berichiet: @m ernster Zusammenstoß mit dem Militär entstand infolge eines Verbrechens, welches letzte Weihnachten m Ashland, Kentucky, verübt worden war. Drei Männer hatten sich eines dreifachen Mordes schuldig gemacht. Einer derselben wurde zu lebenslänglichem Zuchthaus verurtheilt, vom Volke aber gelyncht. Seinen Mitschuldigen. Namens Neul und Brüit. war eine neue Untersuchung bewilligt worden, zu welchem Behufe die Mörder nach Lexington gebracht werden sollten. ^Die Volksentrüstung gegen dieselben war aber so groß, daß die Behörden es für nöthig erachteten, den Uebelthätern eine Bedeckung von 200 Mann Mtliztruppen mit einer Batterie Artillerie zu geben. Da der Befehlshaber der Abtheilung erfahren, daß Anstalten getroffen seien, das Eisenbahngelerse aufzureißen, beschloß er, d.e Gefangenen zu Dampfboot nach Lexington zu führen. Der Volkshaufe, welcher sich des Bahnzuges m Ashland bemächtigt halte, begab sich nach Batletsburg, wo zwei Compagnien Infanterie mit Artillerie die Zugänge zum Flusse und zur Werft bewachten. Das Volk verlangte die Auslieferung der Gefangenen, welches Ansinnen natürlich verweigert wurde, worauf der Dampfer abfuhr. Die Menge bemächtigte sich mdeß eines Fährbootes und holte den Dampfer ein. Jemand feuerte einen Schuß ab, worauf das Militär Salve um Salve thetls auf die Angreifer, theils in eine dichte Menge neugieriger und harmloser Zuschauer am Ufer abgab. Sechs Personen, darunter ein Oberst, wurden auf der Stelle gelobtet und etwa 30 mehr oder weniger schwer verwundet. Unter den Verwundeten befinden sich Personen beiderlei Geschlechts und aller Altersklassen. Die Kugeln durchbohrten den KessU des Fährbootes und lur entweichende Dampf jagte den Leuten Schrecken ein, so daß sie ans Ufer flüchteten- Inmitten der größten Aufregung sprengten plötzlich einige durchgegangene Pferde in die Mitte der von einem panischen Schrecken ergriffenen Volksmenge, wodurch die Verwirrung unb die Zahl der Unfälle wesentlich vergrößert wurde. Die Gefangenen wurden alsdann unbehelligt nach Lexington gebracht. — sTürkiiche Liebenswürdigkeiten.) Für einen verheiratheten Mann scheint es nicht immer angezeigt zu sein, den Gesandtschaftspostcn in Konstantinopel anzunehmen, wenigstens widerfuhr dem General Wallace, Gesandten der Vereinigten Staaten, ein sonderbares Abenteuer. Der Sultan, der ihn mit seiner besonderen Freundschaft beehrte, schickte eines schönen Tages dem Gesandten ein ebenso anmuthiges wie unerwartetes Geschenk in die Wohnung, nämlich, von einigen Eunuchen eskortrrt, eine junge, prächtige Cirkassierin. Der General war nicht zu Hause und Madame Wallace empfing den Chef der Eskorte. „Was kann das junge Mädchen?" fragte sie. „Sie . . sie wird dem General den Kaffee serviren," antwortete der Eunuche in sichtlicher Verlegenheit, „und wird ihm auch bei seinen Waschungen behilflich sein." Die Frau des Generals weigerte sich, ein Mädchen, welches ein so lebhaftes Interesse an der Toilette ihres Mannes nehmen sollte, in ihr Hans aufzunehmen, und dem Gesandten blieb Nichts Übrig, als dem Sultan das gutgemeinte Geschenk zurückzuschicken, auf die Gefahr hin, durch sein Refus einen diplomatischen Conflict herauszudeschwören. SchiffSbericht. Mitgetheilt von dem Agenten des Norddeutschen Lloyd in Bremen, C- W- Dietz Nachfolger, Gießen. Bremen, 8. November. sPer transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Habsburg, Capt. F. Himbeck, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 22. Oktober von Bremen und am 25. Oktober von Southampton abgegangen war. ist gestern 9 Uhr Abends wohlbehalten in Newyork angekommen. — Die Londoner „Times" schreibt: Die Post mit dem neuen Postdampfer des Norddeutschen Lloyd „Werra", Capt. Barre, bahrt Newyork, 25 Oktober, wurde Freitag Morgen 5 Uhr im Hauptpostamte in St. Martin's le Grand, London abge- liefert. Dies gilt als die schnellste je erfolgte Beförderung der Poft. Die „Werra" verließ Sandy Hook um 6 Uhr 45 Minuten Nachmittags am 25. Oktober und kam bei den Needles um 8 Uhr Abenos am 2. November an. Die „Werra" legte die Entfernung von 3100 Meilen in I88V4 Stunden zurück, machte also durchschnittlich I6V2 Seemeilen per Stunde.___________________________ Gewerbliche unb technische Notizen. — sEinfluß des Rußes auf den Wirkungsgrad von Dampfkesseln ] Bei Versuchen über die Feuerung von Dampfkesseln fanden A. Scheuerer-Keßner und Ch- Mennier in Mülhaus-n L E , daß bei Kesseln mit Vorwärmern die Ablagerung von Ruß auf den letzteren einen sehr nachtheiligen Einfluß auf die Verdampfungs- fähigkeit ausübt So wurden z. B. bei einem Feuerungsversuch mit stark rußenden Saarbrückener Kohlen anfänglich pro Kilogramm Kohle 6,46 Liter Wasser verdampft und das Wasser in den Vorwärmern hatte eine Temperatur von 64° (t; nach 5 Tagen betrug die relative verdampfte Wassermenge nur 6 Liter und die erwähnte Temperatw 53° C. Es zeigte sich, daß die Vorwärmer in Folge ungenügender Luftzuführung dick mit Ruß bedeckt waren. Sobald dieser Ruß entfernt war, stieg die verdampfte Wasftr- menge auf 6,5 Liter und die Temperatur des Wassers in den Vorwärmern auf 77° Es ergibt sich demnach, daß es vortheilhaft ist, die Vorwärmer möglichst oft vom Ruß zu reinigen. Landwirthschastliches. — sDie Behandlung von ausgewachsenem Getreides Das königlich sächsische SanitätskoUegmm kommt bei Untersuchung dieser Frage zu folgenden Resultaten: 1. Das ausgemachte dunstige Getreide darf nach dem Dreschen nicht gleich gemahlen werden, sondern es muß vorher völlig ausgetrocknet oder abgedörrt, von dem abfallenden Auswuchs getrennt und, wenn möglich, mit gesundem Getreide vermengt gemahlen werden. 2 Das Mehl darf nickt frisch verbacken werden, sondern es soll wenigstens eine Woche an einem dunklen Orte aufbewahrt und öfter umgerührt werden. 3. Das Einteigen des Mehles darf nicht mit zu viel und zu heißem Wasser erfolgen. Der Teig ist, wenn möglich, mit trockenem Mehl zu durchkneten, etwas mehr zu säubern und etwas zu salzen; auch ist ein wenig Kümmel zuzusetzen. Gewarnt wird vor zu großen Broden und zu jäher Hitze. 4. Das Brod esse man nie frisch gebacken, sondern erst nach dem dritten Tage Handel und Verkehr. Frankfurt, 8. Nov. Auf dem heutigen Markt kostete der Centner Heu X 3.50—3.75, Stroh X 1.70—2.00, Eier das Hundert X 6—7.50, Stück G12—8 Butter 1. Qualität X 1.30, 2. Qualität X 1.20, Kartoffeln per Centner X 3.00—3.50, Kopfsalat per Stück 5 Wirsing 6—8 Rothkraut 20—40 H das Stück, Gans X 4.00—7.00, Huhn X 0.00, 1 Ente X 1.80—2.50, 1 Taube 50—70 H, Hahn X 1.20-1.70. Limburg, 8. November. Rother Weizen X 17.50, Weißer Weizen X 17.20, Korn X 12.35, Gerste X 9.00, Hafer X 6.35, Erbsen X —.—, Kartoffeln X —.—. 731) Ueber die Höhe der Kosten, welche die Einrückung einer Anzeige in eine oder mehre Zeitungen verursacht, wird man sich niemals enttäuscht sehen, wenn mau von der Annoncen - Expedition won HAASElVSTEIÄT <$? VOGLER in Frankfurt a. M. (Karlsruhe, Stuttgart oder München) zuvor Auskunft einfordert, die auch hinsichts der für den jeweiligen Zweck geeigneten Blätter auf Grund reicher Erfahrungen und gründlicher Beobachtungen zuverlässigen Rath ertheilt KsuntBU .........11 11 ■ Freitag den 22. Dezember, Nachmittags 2 Uhr, soll auf hiesigem Ortsgericht die Hof- raithe des Nicolaus Gonder dahier Flur xvil/2871/io, 1000 Mir. Hofraithe bei dem Jughardsbrunnen, rechts der Landstraße meistbietend versteigert werden. Gießen, den 4. November 1882. Großherzogliches Ortsgericht. 7398 Müller. Frntag den 22. £k?embrr, Nachmittags 2 Uhr, sollen auf hiesigem Ortsgericht die Grundstücke des Jakob Waldschmidt von Heuchelheim: äur XV 370, 1175 Meter Acker am Wolfsfurt, Xlii 614, 975 Meter Acker am Hollerbusch, . X LV-180, 481 Meter Acker an der Schainm, XHl/164», 325 Meter Acker auf der Harth, über der Kropbach, X/220, 1025 Meter Acker auf der Harth, vor der Koppelhuth meistbietend versteigert werden. Gießen, den 4. November 1882. Großherzogliches Ortsgericht. 7399 Müller. Freitag den 24 November, Nachmittags 2 Uhr, soll auf hiesigem Ortsgericht die Hofraithe des Christian Malkomestus , tflur* 4O/4Oa”/ioo, 385 Meter Hofraithe, links der Chaussee meistbietend versteigert werden. Gießen, den 9. November 1882. Großherzogliches Ortsgericht. 7417 Müller. Freitag den 24. November, Nachmittags 2 Uhr, soll auf hiesigem Ortsgericht die Hofraithe ber Ehefrau des August Weidig dahier Mur 1/414, 50 i Mtr. Hofraithe auf dem 415,188 I Kreuz meistbietend versteigert werden. Gießen, den 12. October 1882. Großh. Ortsgericht. 1)70-5 Müller. Wes Dsuhotz & mehrere Defen werben Samstag den 11. November, Morgens 10 Uhr, mffteigert. .739-4 <*£• Ph. Gail, Dienstag den 21. November, Nachmittags 2 Uhr, sollen auf hiesigem Ortsgericht die Immobilien des Heinrich Keck Flur 1/616, 44 Meter Hofraithe, auf den Neuen-Weg, 1/617, 106 Meter Hofraithe daselbst, 1/619,9, 1350 Meter Hofraithegrund daselbst, I 6197l/ioe, 672 Meter Grabgarten daselbst, l/61973/1Oo, 1224 Meter Hofraithe daselbst, I/61975/ioo, 736 Meter Grabgarten daselbst, l/61977/too, 1689 Meter Grabgarten daselbst, XV1/292, 3069 Meter Acker, auf die Chaussee hinter der Pulvermühle meistbietend versteigert werden. Gießen, den 28. Oktober 1882. Großh. Ortsgericht. 7156 Müller. Montag den 13. ds. Mts., Nachmittags 3 Uhr, sollen die den Erben des verstorbenen Barbiers Joh. Schmidt gehörenden Grundstücke: Flur XXXX/252, 988 Mtr. Acker im Gartfeld, in der Schwarzlach, links, XXXX/252a, 200 Mtr. Acker daselbst, auf hiesigem Ortsgericht meistbietend freiwillig versteigert werden. Gießen, den 8. November 1882. Großherzogliches Ortsgericht. 7412 Lüdeking. Feilgebotenes. Meyer s Conversations - Lexikon (16 Bde. gebd.) ist billig zu verkaufen. Wo? sagt die Exped. os. Bl.7401 Apfelsinen von neuer Ernte eingetroffen und empfiehlt solche, besonders Wiederverkäufern, bMgst C. G*. Hleinhenn/s Delicatessenhdlg. 7410 Feinst 7418 I Birnhonig per Pfd. 36 H bei C» Roth H«, Neuen-Bäuen. Allgemeiner Anzeiger. Bekanntmachung. 7404 Unter Bezugnahme auf die Art. 34 und 35 des Berggesetzes vom 28. Januar 1876 wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß die Handelsgesellschaft Gebrüder Buderus zu Lollar unterm heutigen Tage mit den Eisen- und Manganerz-Bergwerken „Allendorf I", „Lahn", „Manch" und „Alarich I" in den Gemarkungen Allendorf a.d. Lda. und Allendorf a. d. Lahn, Kreises Gießen, beließen worden ist. Etwaige Einwendungen gegen diese Verleihungen inüssen bei Vermeidung des Verlustes des Vorzugsrechtes binnen drei Atonalen durch gerichtliche Klage gegen den Bergwerkseigenthümer geltend gemacht werden. Während dieser Frist ist die Einsicht des Situationsrisses bei der Bergmeisterei Gießen Jedem gestattet. Darmstadt, den 10. Oktober 1882. Großherzogliche Obere Bergbehörde. Jaup. _________________Tecklen bürg. Regenschirme 7241 Ein Haus in bester Lage einer Stadt in Oberhessen, worin eine sehr gute Wirtschaft unb Metzgerei betrieben wirb, zu verkaufen. „ , Näheres bei Wilh. Kramer, Bleich- ftraße 5. 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Dasselbe enthält folgende 6 Journale: Bazar, Neues Blatt, Daheim, Deutfches Familienblatt, Gartenlaube, Romanbibliothek und kostet bei halbjährlichem Abonnement vierteljährlich JL. 1.80. Jeder Abonnent erhält wöchentlich einmal obige 6 Blätter. Gefl. Beitrittserklärungen werden baldigst erbeten. Gießen, Seltersweg. Fr. E. Fehsenfeid, 6147 Buchhandlung u. Antiquariat. Merits Heichelheim l Verkauf von Staats- Bank- & Wechselgeschäft ) papieren etc. 7172 —IIIIIIIBIIII Verkauf von Bier in Flaschen» Unterzeichneter empfiehlt: 1) Export-Bier, hellfarbiges zum Preise von 23 für die Masche, 2) Luger-3)ier, ,, ,, „ ,, 18 „ „ ,, „ aus der Aetien-Brauerei Gießen, deren beliebte Fabrikate in hellfarbiger Waare ich ausschließlich führe. — Bei Abnahme von mehreren Flaschen frei ins Haus. Außerdem empfehle ich dunkelfarbiges Export-Bier zum Preise von 25 für die Flasche. 6591 Carl Möser, Flaschenbierhandlung, Alicenstraße in Gießen. 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Heute Morgen V26 Uhr verschied nach längerem Leiden unser innigst geliKter Vater, Schwiegervater und Großvater Nicolaus Wendel, Schuhmachermeister, in seinem 70. Lebensjahre. Um stille Theilnahme bitten Die tranernden Hinterbliebenen. Gießen, den 8. November 1882. Die Beerdigung findet Freitag Nachmittag 3 Uhr vom Sterbehause (Kaplansgasse 10) aus statt. 7403 Auf gute erste Hypothek sind zuL^pCt. 6400 Mk. auszuieihen. Chr. Vix, 7358 Neuenweger-Thor 7379 Ein Laden mit Comptoir und etwas Lagerraum in guter Geschäftslage wird zu miethen gesucht. Schriftl. Offerten beliebe man bei der Exped. ds. Bl. niederzulegen._____________ 7389 Ein tüchtiges, mit besten Zeugnissen versehenes Dienstmädchen sucht Frau Justine Fette r in Lollar. 7393 Ein tüchtiger Schloffergefelle findet dauernde Beschäftigung bei Justus Kreiling, Schlossermstr. Verantwortliche Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch in Gießen.