Nr. 288. Samstag den 9. December 1882. Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Vnreaur Sckulstraße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Preis vierteMrlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. ' Durch dre Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Aeutschkand. Darmstadt, 6. December. Von den Prinzessinnen des Großh. Hauses ergeht soeben folgender Aufruf: Im Anschluß an den Aufruf des Landes- Comit^s für die Wasserbeschädigten im Großherzogthum fordern die Unterzeichneten die Frauen und Jungfrauen Hessens auf, zur Linderung der Noth der Wasserbeschädigten durch Gaben von brauchbaren (auch getragenen) Kleidungsstücken, Wäsche, wollenen Decken rc. beizutragen und werden diese Gegenstände an der allgemeinen Sammelstelle im Saalbau oder von den Unterzeichneten zur Weiterbeförderung in Empfang genommen werden. Prinzessin Karl, Prinzessin Victoria, Prinzessin Elisabeth, Prinzessin Irene, Prinzessin von Battenberg. Berlin,. 6. December. Die rheinischen Abgeordneten, welche zur Hülfe- leistung für die durch Ueberschwemmung Heimgesuchten in der Rheinprovinz zusammengetreten sind, haben gestern Morgen eine Sitzung abgehalten, in welcher zunächst mitgetheilt werden konnte, daß die Fürsorge der Negierung sich auf das ganze Rheingebiet, besonders auch auf den Niederrhein unterhalb Köln, erstrecken werde und daher die dort hervorgetretene Beunruhigung wegen des Nichterscheinens des Ministers des Innern in dem betr. Gebiete nicht gerechtfertigt sei. Ferner wurden die Abgg. Reichensperger (Köln) und Dr. Hammacher delegirt, um auf Bildung einer Central-Sammelstelle für Berlin, nlöglichst unter Mitwirkung der städtischen Behörden, sowie auch auf schleunigste Constituirung eines Central-Hülsscomitös am Rhein unter voraussichtlichem Vorsitze des Oberpräsidenten v. Bardeleben und Betheiligung angesehener Persönlichkeiten hinzu- wirken, solveit Derartiges noch nicht in das Leben gerufen sein sollte. Endlich soll noch die Bitte an jene Zeitungen in Berlin und in der Provinz, welche Sammlungen übernommen haben, gerichtet werden, die Absendung der letztern bis zur Errichtung von Central'Sammelstellen zu verschieben. — Den Franzosen, welche als Meister der Jntrigue, in der Politik nicht minder wie auf der Bühne, gelten, will es absolut nicht in den Kopf, daß England sich derselben Waffe, und zwar zu ihrem, der Franzosen, Nachtheil am Nile bedient. Der Ausgang des Proceffes Arabi hat die Verstimmung der Pariser Politiker aufis Höchste getrieben. Sie fühlen deutlich , wie unter ihrer eigenen Position der Boden Schritt für Schritt zurückweicht, und kennen doch kein Mittel, der dem französischen Prestige in Egypten drohenden Einbuße vorzubeugen. Man will sich die ganze brutale Wahrheit nicht gestehen, weil man nicht den Muth verspürt, ihr entschlossen die Stirn zu bieten, Wenn z. B. Herr Gambetta in seinem publicistischen Leiborgan, der „Republ. franyaise", ein klägliches Lamento anstimmen, und ausführen läßt, daß „die scandalöse Freisprechung Arabi's" gleichbedeutend sei mit einer erneuten Existenzbedrohung der europäischen Colonie in Egypten, so steckt darin mindestens eine ebenso große Dosis politischer Heuchelei, als wenn die Umgebung des Herrn Grövy behauptet, England habe, indem es die gravirendsten Partien des Proceffes Arabi „aus Schonung für den Sultan" unterdrückte, von Abdul Hamid sich gewissermaßen die Vollmacht eingehandelt, in Egypten fortan nach eigenem Gutdünken schalten zu können. Das Schlimmste, was für Frankreich bei dem leidigen egyptischen Handel herauskommen könnte, wäre doch immer nur die Gleichstellung der Republik mit allen übrigen Staaten Europas — nnn aber ist England jederzeit bereit, seinen Kanalnachbar um des lieben Friedens willen in den Fragen finanzieller und commerzieller Administration Privilegien einzuräumen. Was Großbritannien freilich unter keinen Umständen bewilligen wird, ist die politische Rivalität Frankreichs in Egypten. Ehe die Negierung der Republik auf ihre diesbezüglichen ehrgeizigen Projecte nicht bündigen Verzicht leistet, wird zwischen den westmächtlichen Cabineten kein Verständniß wegen Egypten zu erzielen sein. Die Romfahrt des russischen Staatsmannes, Herrn v. Giers, wird von der italienischen Presse in einer Weise besprochen, welche deutlich erkennen läßt, wie sehr sie dem Nationalstolze der Italiener schmeichelt. Daß Herr v. Giers auch im Vatikan seine Aufwartung gemacht hat, thut dem eben hervorgehobenen Effekte keinen Abbruch, da sie durch die Motive der Kirchenpolitik hinreichend erklärt wird. Der Credit der einheimischen Regierung aber hat vor der öffentlichen Meinung Italiens eine ganz bedeutende Steigerung erfahren und führt folgerichtig zu einer weiteren Consolidirung auch der inneren Position des Ministeriums. An die Stelle der Sympathien mit den Bestrebungen der „Italia irredenta" tritt mehr und mehr die Erkenntniß, daß Italiens Zukunft nur durch den Beitritt zu der auf dem Grunde der europäischen Jntereffen-Gemeinschast ruhenden Entente der leitenden Mächte gesichert erscheint. Diese Erkenntniß aber involvirt zugleich die Verurtheilung aller Tendenzen, die in letzter Instanz auf eine Compromittirung der internationalen Beziehungen Italiens, zunächst seinen Grenznachbarn gegenüber, hinauslaufen müssen. Die Londoner Presse erörtert bereits die Frage, wo Arabi Pascha zu in- terniren sein werde. Das Gerücht nennt als muthmaßlich in Betracht kommende Plätze: Quernsey, Gibraltar und das Kap der guten Hoffnung. Kaum ernsthaft dagegen dürfte die Vermuthung des „Globe" genommen werden dürfen, welcher die Insel Cypern (!) in Vorschlag bringt, weil dieselbe das geographische Centrum aller Orient-Jntriguen bilde. Auch nicht übel! — Neber die bekanntlich auf Veranlassung der königlichen Staatsregierung am Verlassen des Kieler Hafens verhinderten Schiffe „Diogenes" und „Socra- les" verlautet, daß nunmehr jenen Schiffen die Erlaubniß, Probefahrten zu machen, ertheilt worden ist, jedoch nur unter der Bedingung, daß bei denselben die Bemannung der Schiffe nur aus Mitgliedern der königlichen Marine bestehen muß. — In der Neichstagsfftzung vom 2. d. Mts. hat bekanntlich der Herr Staatssecretär Schelling auf die Interpellation des Reichstags-Abgeordneten, Herrn Schulze, wegen des Erlasses der Novelle des Genoffenschafts-Gesetzes, erwidert: Die Negierung sei von der Novelle zurückgekommen, das Genossenschafts-Gesetz werde eine neue umfassende Regelung erhalten, das Material habe der Mirbach'sche Antrag hierfür mitgeliefert. Wir glauben zu wissen, daß die in Ausarbeitung befindliche neue Regierungs-Vorlage auf dem Principe der Theilhast basiren wird. Bremen, 6. December. Hafenmeister Polack in Kuxhaven telegraphirt: In der Nacht vom 4. zum 5. December von dem deutschen Schuner „Geskea", Kapitän Sielmann, gestrandet auf Scharhorn, mit Holz von Danzig nach Harburg bestimmt, 5 Personen gerettet durch das Rettungsboot des zweiten Elb- Leuchtschiffes „Casper." Schwerer Sturm aus OSO., Luft dick von Schnee bei starkem Frost. Rettungsboot 7 Stunden Nachts unterwegs. Die Rettungsstation Amrum der deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger telegraphirt: Am 6. December von dem königlichen Jnspectionsschiff „Paula", Kapitän Jensen, von Sylt nach Husum bestimmt, gestrandet vor Amrum auf dem Spanierriff, 6 Personen gerettet durch das Rettungsboot „Chemnitz" der Station Kniephaven. Sturm aus SO. mit Frost. 24 Stunden Arbeit. Arankreich. Paris, 6. December. Eine Plenarversammlung der Rechten der Depu- tirtenkammer beschloß gegen das Budget zu stimmen. In der Verhandlung gegen Bontoux und Feder geißelte der Staatsanwalt in seinem Strafantrage das Verhalten der beiden Angeklagten, erklärte dieselben verantwortlich sür das mannigfache Unglück, das die Folge des Zusammenbruches der „Union Generale" gewesen und verlangte strenge Anwendung des Gesetzes, um das verletzte Sittlichkeitsgesühl des Volkes zu sühnen und der öffentlichen Meinung Genugthuung zu geben. Die Plaidoyers der Advocaten haben begonnen. Es ist nicht wahrscheinlich, daß der Urtheilsspruch noch heute erfolgen wird. Louis Blanc ist heute früh in Cannes gestorben. Amerika. New-Uvrk, 6. Decbr. Der Venus-Durchgang war in allen Theilen des Landes sichtbar; doch machten leichte Wolkenbildungen die wissenschaftlichen Beobachtungen schwierig; befriedigende Beobachtungen der 4 Kontakte wurden auf der Universität Havard gemacht und bis zu einem gewissen Punkte befriedigende auf dem Observatorium in Washington mit Photographien. Telegraphische Depeschen. Wolff'S teiegr. Correspondenr-Burearr. Berlin, 7. December. Der Reichstag verwies die beiden Pensionsgesetze an Commissionen und trat sodann in die Beralhung des Etats. Schatzsecretär Burcharo sagt, bie Regierung habe nicbt aus politischen Gesichtspunkten, sondern lediglich vom praktischen Standpunkte aus den Versuch gemacht, zwei Etats gleichzeitig vorzulegen und halte die Verfassungsbedenken dagegen für unbegründet, er hoffe, das Haus werde mit der Regierung sich über bte Zweckmäßigkeit des Versuchs verständigen. Was die Finanzlage anlange, so werde auch das laufende Etatsjahr bei allen Verwaltungszweigen mehr oder minder erhebliche Ueberschüsse ergeben, nur die Rübenzuckersteuer weise eine Mindereinnahme auf, der Steuermodus fei durch die Technik der Rübenzuckerind ustrie überholt, man werde Maßregeln nach dieser Richtung hin diskutlren müssen, den erhöhten Einnahmen aus den Zöllen und der Tabaksteuer würden eine erfreuliche Minderung der Matrikularbeiträge, resp. eine Erhöhung der Herauszahlungen des Reiches an die Einzelstaaten ermöglichen. Rickert widerspricht der Deduktion, daß die zweijährigen Budgets verfassungsmäßig seien und beantragt, einzelne Kapitel des Etats pro 1883/84 an die Budgrt-Commission zu verweisen, v. Minntgerode will auch die entsprechenden Kapitel des Etats 1884—85 an die Budget Commtssion überwiesen haben. — Fortsetzung Samstag. Köln, 7. December. Der Wasserstand des Rheins betrug heute früh 8 Uhr 30 Min. 6,70 Ctm. Gestern Abend Regen, heute ziemlich heiter. Windstille. — Das Wasser des Rheins steht auf 6,70 Ctm. still. Koblenz, 7. December. Der Wasserstand des Rheins ist hier unverändert geblieben, dagegen ist derselbe bei Mannheim auf 7,22 Ctm. gestiegen und steigt noch. Auch die Mosel steigt, Main und Neckar sind im Fallen begriffen. Frankfurt, 7. December. Gestern Abend hat, wie das „Frankftr. Journal" meldet, in Verfolg der constituirenden Versammlung des deutschen Colonialvereins eine Vorstandssitzung unter dem Vorsitze des Präsidenten, Fürsten von Hohenlohe-Langenburg, stattgefunden, in welcher der Oberbürgermeister Dr. Miquck und Dr. A. Brüning zu Vicepräsidenten und Geh. Commerzien- rath de Neufville zum Schatzmeister gewählt und der Präsident der Mannheimer Handelskammer, Deffine, der Bankdirector L. Collin in Stuttgart und Theodor Stern hier als Mitglieder des Vorstandes cooptirt wurden. Zugleich geschahen einleitende Schritte zur Errichtung eines Vereins-Bureaus in Frankfurt, so daß schon von heute ab die Zusendungen an das Bureau des deutschen Colonialvereins in Frankfurt zu richten sind. London, 7. December. Das Alhambra-Theater am Leicester Square ist gestern nach der Vorstellung gänzlich niedergebrannt Handel und Verkehr. — Anfang nächsten Jahres werden sämmtliche Locomotiven und Tender der Staatsetsenbavnen mit neuen Bezeichnungen versehen werden und zwar sollen statt der jetzt üblichen Namen künftighin die Locomotiven und Tender fortlaufende Nummern, die in jedem Directionsbezirk mit 1 beginnen, den preußischen heraldischen Adler und die Buchstaben K. P- E- V- tragen. — Die Versendung von Eilpostgegenständen und Telegrammen nach Landorten hat neuerdings dadurch eine weitere Erleichterung erfahren, daß bte Vorausbezahlung der Bestellgebühr nach festen Sätzen erfolgen kann, die frühere umständliche Hinterlegung eines Geldbetrages also in Wegfall gekommen ist. Die festen Satze betragen ohne Unterschied der Entfernung für Briefe, Telegramme. Postanweisungen und Geld- brtefe 80 dagegen für Packete 1,20 JL Ist das Eilbestellgeld nicht im Voraus entrichtet, so bat der Empfänger, wenn er die Sendung annimmt, das volle Botenlohn zu zahlen. Den Eilboten werden Geldbriefe und Werthpackete bis zum angegebenen Werth von 400 Postanweisungen ebenfalls bis zur Höhe von 400 JL mitgegeben. Eilpackete im Gewicht von 5 Kilogramm werden nur insoweit abgetragen, ms Die Postanstalt am Bestimmungsort es für angängig erachtet. Bet Vorausbezahlung des Eilbestellgeldes ist unter dem Vermerk „durch Eilboten" hinzuzufügen: „Bote bezahlt". ______________ AranNurt a. M.. 8. December, Nachmittag 2 Ubr — Min. (Telegraphischer Eonrsbericht. Mtgetheilt durch das Bankgeschäft Albert Kaufmann in Gießen.,' Creditactten 245, Staatsbahnactien 292Vr, Galizier /4, Loncharden 117, Nord- westbahnactien —, Darmstädter-Bankactien 1533/4, Oberschlesische E.-B^-Äct. 258, Oesterr. Silberrente 65Ve, 4dter 1 X.. 211 Pfeil l Euler 1 X, M. S. 0.60 X. Fr. Will), $artmmm 3 Jl, K. Bender 0,50 X, grau Schmoll Wiitwe 1 X, El'se Wolf IX, »arl SntfO.bO X, 2B- O.bOX, Iber 1,50 X, F. Cost 1 X. Marte Löb-r I. 5 X. F-rd. Drei.eS 2X. SJatban Seot II. 3 X, G. O. 1 X. Alb-rt Behrend 1 X, S. Elsoff n b X. £>■ 3 X. ®arl ©tobr 3.A H. Schäfer 10 X, Fritz Lom) 3 X, Carl Metzger 3 X, Carl M-ik-l 3 X, 3- TOarj 1 X. Marx 3 X, F. Nebl 1 X. E. Pistor 12 X, E. Pfftor Schmücker 10 X, I M. Schulhof 3 X-. E Balzer o X. I- Beyinh 0 50 X, llh-rr« 3 X, Köster 2 X, Kl-eberger 1 X, Walther 3 X, i>r. Haupt 5 X, 21. Ivallensels Wwe. Lokales. Gietzen, 8. December. [18. Sitzung der Handelskammer am 1. Deccmbers Anwesend bte Herren Ed. Silbereisen, L. G-orgt, S. Heichelheim, A. Katz, A- Kraatz, F- C. B. Koch, A. Zintzer, R. Scheel. Bei Eröffnung der Sitzung theilt der Herr Vorsitzende mit, daß der Seitens der hiesigen Handelskammer in der letzten Eisenbahnconferenz in Frankfurt gestellt- Antrag auf Beseitigung des Zuschlages, welcher auf dtrecie Billete von hier nach den Stationen der Nassauischen Bahn gelegt war, in zustimmendem Sinne erledigt worden sei. Die betreffenbe Ankündigung ist bereits veröffentlicht. . . , Eine Mit,Heilung des Grotzh. Mtnisteriums des Innern und der Justiz, b-tr. Die Errtchtung einer Petroleum-Börse und eines T-stbureaus in Bremen, ist bereits durch Veröffentlichung zur Kenntntß der Interessenten gebracht worden. Das Erotzh. Ministerium des Innern und der Just«, bringt eme Note des Reichskanzlers zur Kenntniß. laut welcher der Kaiserliche Consul Hoyack in Amsterdam rum Reichscommissär für die internationale Export-Ausstellung bestellt worden sei. Demselben liegt die Vertretung der Abtheilung der deutschen Ausstellung tm Allgemeinen und die Förderung der an die deutsche Abtherlung sich knüpfenden Jnteresten ob: die Wahrnehmung der kaufmännischen Angelegenheiten einzelner Aussttller wird ntC^t Fjft b^eUb0eaDoerfte^^ent)eHandelskammerwahl wird der 12. December als Wahltag Der Vorsitzende theilt mit, daß laut Telegramm der Mainzer Handelskammer die Abhaltung des zweiten hessischen Handelskammertags vom 3. auf den 10. December verlegt worden sei. Die Tagesordnung für denselben ist eingelaufen, die einzelnen Positionen werden eingehend berathen und Beschlüsse wegen Jnstruirung der bestellten ^-elegirten^gefaßt-^ ^fct über daS Gesuch des Reichseisenbahnamts, die Handelskammer möge sich gutachtlich äußern über das von den Oesterreich-Ungarischen Bahnen ftstachaltene Verbot der Vorschrift einer bestimmten Zollabfertigungsstelle und beantragt, zu erklären, daß die Kammer hierin keine Schädigung wesentlicher und berechtigter Interessen erblicke. Die Kammer beschließt demgemäß. Gießen, 8. December. Nach der Ausloosung vom 7. December 1882 haben nachstehende Schöffen für das Jahr 1883 Sitzungstage: Am 4., 11. und 18. Januar die Herren Stallmeister Georg Balser und Tabakhändler Johann Peter Bracht von Gießen. Am 25. Januar, 1. und 8 Februar die Herren Oeconomieverwalter Johannes Schultheiß auf Hof Heibertshausen und Landwirth Kaspar Mayer II. von Groß- ^"^Äm 15- und 22. Februar und 1. März die Herren Landwirth Balthasar- Philipp VII von Watzenborn und Landwirth Melchior Mank III. von Wieseck. Am 8., 15. und 20. März die Herren Goldarbeiter Carl Brück von Gießen und Bürgermeister Ludwig Volk XIII. von Mendorf a- d. Lahn. Am 29. März, 5. und 12. Apnl die Herren Gastwirth Konrad Petri von Oppenrod und Landwirth Johannes Deibel von Wieseck. Am 19. und 26. April und 1. Mai die Herren Buchhändler Fr. Ernst Fehsen- feld und Rentner Heinrich Flick von Gietzen. r Am 10., 17. und 24- Mai die Herren Kaufmann Emil Fischbach von Gießen und Wirth Philipp Kreiling IV. von Heuchelheim. Am 31. Mai, 7. und 14. Juni die Herren Rentner August Mohr von Lang- Göns und Wirth Friedrich Koch II. in Mainzlar. . . Am 21. und 28. Juni und 5. Juli die Herren Kaufmann Daniel Ludwig Fuhr und Kaufmann Ludwig Frohnhäuser von Gießen. Am 12., 19. und 26 Juli die Herren Kaufmann Moritz Friedberger und Agent W ernbard Die tz von Gießen. Am 2., 9. und 16. August die Herren Redacteur Dr. Julius Engelmann und Rentner Balthasar Emmerich von Gießen. Am 23. und 30. August und 6. September die Herren Landwitth Georg Weller von Wieseck und Gemeindceinnehmer Philipp Karl Brück von Albach. Am 13-. 20. und 27. September die Herren Professor Dr. Friedrich Eichbaum von Gießen und Gastwirth Ferdinand Gundrum II. in Reiskirchen. Am 4., 11. und 18. Oktober die Herren Landwirth Ludwig Haas VI. von Steinbach und Verwalter Wilhelm Kilbinger von Groß-Linden. Am 25. Oktober, 1. und 8. November die Herren Landwirth Johannes Dern II. von Leihgestern und Bürgermeister Ludwig Dern von Hausen. Am 15-, 22. und 29. November die Herren Landwirth Johannes Schneider I. von Wieseck und Kaufmann Theodor Geilfuß von Gießen. Am 6. und 13. December die Herren Ziegler Hernr ich Adam Lindenstruth von Beuern und Landwirth Philipp Ford ach von Alt-Buseck. Am 20 und 27- December die Herren Kaufmann Heinrich Wilhelm Moll, Beigeordneter von Allendorf a. d. Lumda und Negierungssecretär Victor Dörr von Gießen. , , , w r p Hülfsschöffen: Herren pens. Reallehrer Dr. E. Glaser, Rendant Karl Maria Gölz, Buchhalter Max Guggenheim,. Fabrikant Fr. Habenicht, Kaufmann August Haubach, Kaufmann M oritz He ich elh e im, Tabakhändler Daniel Heil, Oeconom Fr. Helfrich, sämmtlich von Gießen- ... , - Bei dem Deutz-Gießener Zuge, der gestern Nachmittag 4V2 Uhr hier eintraf, wurde ein Bremser vermißt. Bei näherer Nachforschung wurde derselbe als Leiche aus der Bahnstrecke zwischen hier und Wetzlar in der Nähe von Dutenhofen ganz verstümmelt aufgefunden. Der Betreffende hat auf dem letzten Wagen des Zuges die Bremse bedient und ist aller Wahrscheinlichkeit nach von dem Wagen heruntergefallen und dann von dem kurz daraus folgenden Güterzuge überfahren worden. Der Bremser wohnte in Köln und hinterläßt Frau und 4 Kinder. und glückliche Lösung unserer schon seit Jahrzehnten schwebenden Wafferfragen verdanken, gefeiert wurden. Die Leistungsfäbigkeit der Leitung ist für mindestens bie dreifache Zahl unserer jetzigen Einwohnerschaft genügend; das Wasser ist rein und für alle technischen Zwecke geeignet. Da jetzt schon über zwei Drittel der hiesigen Gebäude Zultitungen hergestellt hab n, auch der demnächstige Anschluß der fiskalischen Gebäude in Aussicht steht, scheint auch der finanzielle Erfolg der für eine kleine Stadt immerhin respektablen Leistung gesichert zu sein. Mainz, 5. December. Eine Anzahl der hervorragendsten Bewohner des Gartenfeldes sind der Ansicht, daß der Bruch des Effenbahndammes vor dem Rheinthor durch ein Verschulden der städtischen Verwaltung entstanden sei und zwar deshalb, weil von Seiten der Stadt der nach der sog. Ingelheimer Aue ziehende Querdamm bei Heran- nahen der Katastrophe nicht durchstochen worden sei. Der Verein resp. der Vorstand des Vereins für Gartcnftlder Angelegenheiten hat in einer gestern Abend abgehaltenen außerordentlichen Sitzung diese Frage ventilirt- Neber die Mittel und Wege, die einzuschlagen sind, um einestheils eine absolute Entschädigung der Betroffenen, andern- theils eine genügende Sicherung vor ähnlichen Katastrophen herbeizuführen, wird sich, an der Hand des gesammelten Materials, eine in den nächsten Tagen stattfindende Generalversammlung des Vereins schlüssig zu machen haben. (Nach der Ansicht Sachverständiger kann in dieser Frage die Stadt Mainz auch nicht der leiseste Vorwurf treffen.) Im Laufe des heutigen Tages haben die Niederländischen und Köln-Düsseldorfer Dampsschifffahrtsgesellfchaften ihre Fahrten wieder begonnen Welches Material sowohl Eisenbahnen als Rheinschiffe durch die Unterbrechungen der Fahrten zu bewältigen Haden, ist kaum glaublich. Der Rhein fallt nunmehr ziemlich rasch und wird das Ufer in wenigen Tagen vollständig vom Wasser frei fein. — Soeben findet in unserer Stadt eine Untersuchung des Wassers sämmtlicher städtischer und privater Pump- brunnen statt und wurde dabei conftatirt, daß eine sehr große Anzahl dieser Brunnen Nbeinwasser in sich aufgenommen haben. Die Sanitätspolizei hat das Schließen dieser Brunnen im Interesse der Gesundheit angeordnet. — Das Entleeren der Keller vom Hochwasser soll auf städtische Kosten durch eine Locomobile ins Werk gesetzt werden. Ruhrort, 2. December. Eine solche Hochfluth, wie sie gegenwärtig Städte und Dörfer, Felder und Fluren verwüstend aufgetreten, ist seit Menschengedenken nicht vorhanden gewesen. Ruhrort, Meiderich, Laar, Beek, Alsum, Stockum und andere Ortschaften der Bürgermeisterei Holten, auf der gegenüberliegenden Rheinseite Homberg, Essenberg, Hochemmerich, Barel und viele Dörfer der Grafschaft Mörs — ein? Fläche von mehreren Quadratmeilen — sind vollständig überschwemmt, zum Theil in einer Höhe, daß nur die oberen Stockwerke aus dem Wasser hervorragen. Das Grundwasser, welches zugleich mit dem Gewässer der Emsch^r die Straßen unserer Stadt fett Sonntag überflutet, steht an einigen Stellen 5- 6 Fuß hoch und hat seinen Einzug in Hunderte von Häusern gehalten. Der Verkehr in den Straßen der Stadt wird durch Nothbrücken, Kähne und Flöße, in den überfluteten Nachbarorten vorzugsweise durch Kähne in nothdürftigster Weise hergestellt. Alle Geschäfte jedweder Art leiden unberechenbaren Schaden. Es gibt hier außer der oberen Hafen- und Dammstraße kein trockenes Plätzchen mehr. Eine Dampfpumpe, sowie die Maschine eines im^Hafen liegenden Schraubenschiffs sind bemüht, das Wasser in den Straßen zu bewältigen, was aber erst dann in wirksamer Weise erfolgen kann, wenn der Höhenunterschied zwischen dem Rhein und dem Wasser in den Straßen sich ausgeglichen hat. Daß auck die Hafenstraße größtenteils unter Wasser gesetzt, ist ein Ereigniß, das bis dahin fßv unmöglich gehalten wurde. Die Gasfabrik hat seit vorgestern ihre Thätigkeit eingestellt; daher sind die Bewohner der Stadt öffentlich aufgeforbert, durch in den Fenster-, Nischen ausgestellte Lampen die Nothbrücken zu erleuchten, was um so notwendiger erscheint, als bet der durch den eingetretenen Frost erzeugten Glätte die Passage erschwert fft. Doch ist die Lage hier noch günstig zu nennen im Verhältniß zu den benachbarten Ortschaften, in denen, trotzdem die Gemeindevertretungen in lobenswerter Weise den Bewohnern die notbwendigften Lebensrnittel, sowie Steinkohlen mittels Nachen zuführen, die Noth mit jedem Tage wächst. Am fchlimmsten sind die Leuts in Mühlenfeld und Meiderich (einem Orte von 14,000 Einwohnern) daran, wo an zahllosen Stellen mehrere Familien zusammengedrängt in den obersten Hausräumen wohnen, oft in Gemeinschaft des Viehs, und hier in Angst und Sorge die schrecklichen Tage verleben. Tausende von Arbeitern auf den Hüttenwerken, in den Häfen, ben Kohlen- und anderen Magazinen sind ohne Arbeit. Die Hütte „Pbönix" hat ben Betrieb auf dem ganzen ausgedehnten Werke einstellen müssen, nur die Hochöfen sind noch in Thätigkeit. Die Noth ist demnach in unserem so ausgedehnten Jndustriegebier mindestens ebenso groß als in jedem Gebiete des Mittelrheins. Und wenn es sich darum handelt, die vom Staate gespendeten Unterstützungen zu verwenden, fo gibt es wohl wenige Strecken nm Rhein, wo größere Hülfe Noth thut. Seit gestern fällt der Rhein; heute um die Mittagsstunde zeigt der Pegel 25 Fuß 10r au Deichte. 8 Uhr: Frühmesse und Austheilung der hl. Communion. V2IO Uhr: Hochamt und Predigt: Pfarrer Rady. 2 Uhr: Andacht. Gottesdienst in der Synagoge. Freitag Abend 4 Uhr, Samstag Morgen 8* Uhr, Samstag Mittag 3 Uhr. Samstag Abend 4" Uhr. « u Hch. Bourgeois 1 X. Carl Vogt 3 JL, Martin Lenz 2 JL Ed. Plank 5 JL, Katzenstein 3 Jt., Karl Petri 3 JL, Pauline Arnold 2 JL, A. Schwarzschtld 2 JL, Jri Montanus 1 JL, Wilh. Klee 3 „M, D. Rühl Wwe. 0,50 «X, Karl Moll 2 JL, ’fi Cr ^ughardt 5 JL Ehr. Wallenfels I. 6 Frau Mttprediger Balfer 3 Wilhelm ^oruck 10 JL, Johann Schäfer 0,50 JL, Karl Gerlipp 1,50 J4, Ellsab. Seitz 0,50 JL, Wilhelm Knoll 2 Jt, F. Förtsch 1,50 Jt, L- Haubach 1 Jt, C- R- 1 JL, N- N 0/20 J4, Gustav Schöner 0,50 JL, Dr. Weber 5 JL. Fr. Müller 5 J4, A. Ludolph 1 JL, F. K- 1 JL L- Zinßer 0,30 JL, L- Köhlinger 1 JL, H. Zimmermann 2 J4, I- Pitzer 0,50 JL, I. Stein Wwe. 1 Jt, W- Ferber 2 Jt, Aug. Guhr 1 «A Daniel Hell 3 JL. P. N 0,50 JL, Eduard Sack I- 10 Jt, Karl Sack II. 2 JL, Georg Müller 0,50 JL, C. F. Semmler 1 JL, Aug. Hofmann 1 utl, Emst Wallenfels 10 JL, L. Pimper 1 JL, Karl Noll 3 JL, K- Seipp 0,40 JL. Wernhard Brück 1 JL, A Mühlig 1 JL, Collecte aus Münster 44,25 JL, Collecte aus Ober-Bessingen 37,95 JL, Ihre Durchlaucht die Frau Fürstin von Eolmö-Braunfcls in Hungen 30 JL, Hofdame von Jossa daselbst 10 JL Frl. Lorenz 2 JL, Kammerdiener Muschenheim daselbst 2 ^L, Frl. Tröster daselbst 2 Jt, Frl. Friedrich daselbst 1 JL, Gärtner Kraft daselbst 0,60 ^L, Kammerrath D emme r»aselbst 10 JL, Bierbrauereibesitzer Klostermann 20 Bäcker Eduard Noll 6 JL, F. Rumps 8 JL, Graveur Bach 5 JL, N. N. 2 JL, Frl. M. Schl. 3 JL, Frau Steuer- path Schuster 10 «X, Gemeindekasse Londorf 145,55 ^/L, Gemeindckasse Eberstadt 49,95 JL Summa 625,30 JL Hierzu die früher quittirten 4095,06 Jü Zusammen 4720,36 3L Den Empfang obiger 625,30 JL bescheinige ich mit herzlichem Danke. Dte Haus- ^stragen oer.- ^ndestens bie Lrein und für fff Z'bSade ^Gebäude Ubt immerhin ^Garten-- auSor durch Äj« »°n ®®'* »trin- ’Ne, 5«". «iN, ”, wird fa SW* brNt6t Sifc ^{fit Borwurs ^-Meldori,, «Mittal s,wobl n dmäliigen cv und wirb das nnbet in unterer privater Pmp- 1 dieser Brunnen it das Schlichen leeren der Keller !erk gesetzt werden, genwartia Stabte Angedenken nicht sckum und andere : Rheinseite How- ast Mörs - eine Ml, zum Theil in jcn. Das Grund- unterer Stadt seit hat seinen Einzug der Stadt wird rten vorzugsweise dwrder Art leiden und Dammstrafi le eines im Haseil im zu bewältig r HöhenunteM> m hat. das dis dM fiv c MM -ch in den Net:- t so nottvendiger tte dieMa»e «- PerbMn'ß zu den ninW®* -teinkohün mittet sten sind die Leute n', daran, wo an .Tften Hausraumen tut- Hat den W ,iöfe HM- u^Sbetr* jesjen '2,a“..nb W >S''S y*’- • Ballschuhe »empfiehlt billigst SchwarzBchild. 8129 6 Neustadt 6. Neue Elerne-Skofinen, M Eeyl. Corirrthen, "ßu Büttner und Frau. 8128 Ferd. 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