1882 Donnerstag den 9. November sre. 262 lzerger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Erscheint tätlich mit Ausnahme des Montags. 93itrcau: Schulstraße 7. Ws« 7354 n. cert. ' :o Pfo Rest. JL\ vi rnne Öl? Aerrsch'# 6 #■ Ist-1 tbe. PrciS vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerloh,.. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Deutschland. Darmstadt, 7. November. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben $91™$ 24$ Octbr. den Kanzleidiener bei dem Oberlandesgerichte Philipp Schicketanz, aus sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner mehr als funfzig- iäbriaen mit Eifer und Treue geleisteten Dienste in den Ruhestand zu versetzen; an dems. Tage den von dem Herrn Fürsten zu Isenburg und Büdingen in Büdingen präsentirten provisorischen Gymnasiallehrer zu Büdingen Otto Schädel zu Franksurt a. M. zum Lehrer an dem Gymnasium zu Budmgen, am 4 Novbr. den Gerichtsschreiber bei dem Amtsgerichte Schotten Georg Weber zum Gerichtsschreiber bei dem Amtsgerichte Friedberg zu ernennen. Durch Entschließung Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz vom 1 Novbr. l. Js. wurde der Hülfs-Gerichtsschreiber Theodor Becker zu Gießen zum Hülfs-Gerichtsschreiber bei Großh. Amtsgerichte Budmgen bestellt. Aus dem Grostherzogthum Heffen, 6. Novbr. Ueber tue am 27 d Mts zur Prüfung der Frage der Ueberbürdung der Schüler höherer Lehranstalten mit häuslichen Arbeiten, mit Lehrstoff und durch zu große Anforderungen in einzelnen Disciplinen in Darmstadt zufammentretende Commisston verlautet aus guter Quelle, daß dieselbe aus den Geheimen Oberschulrathen ©reim und Becker, dem Kanzler der Landes-Universität, Geheimrath Dr. Wassersch- leben, aus Direetoren der höheren Lehranstalten, aus den Aerzten Geh. Ober- medicinalrctth Dr. Pfeifer von Darmstadt und Geh. Medicinalrath und Director der Landes-Irrenanstalt Dr. Ludwig von Heppenheim, sowie aus folgenden Landtags-Abgeordneten: Heinzerling, Maurer, Dr. Osann, alle aus Darmstadt, Geyer aus Mainz, Dr. Muhl aus Gießen, Böhm aus Offenbach, Reinhart aus Worms besteht. Dänemark. Kopenhagen, 6. Novbr. Gestern Nacht und heute Vormittag richtete ein orkanartiger Sturm an Häusern, Wäldern und den Häsen im ganzen Lande großen Schaden an. Mehrere Seeunglücksfälle werden gemeldet. Frankreich. Paris, 6. November. Von Bordeaux gehen Mitte December 50 jener Frauenzimmer, welche sich gegenwärtig zur Abbüßung ihrer Strafe in dem französischen Central-Gefängniß befinden, nach Neu-Caledonien ab. Sie werden aus denjenigen ausgewählt, welche sich bereit erklärt haben, nach der französischen Straf-Colonis auszuwandern, um sich dort mit solchen Sträflingen zu verheirathen, welche Landconcessionen erhalten haben. ßngkand. London, 6. Nov. Der Herzog von Connaught ist Abends eingetroffen und im Bahnhof von den Herzögen von Cambridge, Albany, Teck und anderen hochgestellten Persönlichkeiten empfangen worden; vor dem Bahnhof war eine aroße Volksmenge, welche den Herzog von Connaught enthusiastisch begrüßten. b _ Nach amtlicher Mittheilung sind Admiral Seymour unter dem Titel Lord Alcester und General Wolseley unter dem Titel Lord Wolseley of Kairo in den Pairsstand erhoben worden. Rußland. Petersburg, 7. Novbr. Sicheren Privatnachrichten zufolge ist man in den baltischen Provinzen nihilistischen Umtrieben auf die Spur gekommen. Gegen Ende der vorigen Woche hielt das Wenden'sche Ordnungsgericht m den Kirchspielen Seßwegen und Lasdohn im littischen Livland in einer Nacht in verschiedenen Orten zugleich Haussuchungen und verhaftete dabei 16 Personen, die in directer Verbindung mit russischen Nihllisten gestanden haben, genau auf dieselbe Weise operirten, mit Formularen für falsche Pässe versehen waren und revolutionäre Schriften hatten. Dieselben sind zumeist Schullehrer sowohl griechischer wie lutherischer Confession, ein Gemeinde-Schreiber verschiedene fremde verdächtige Personen und ein Petersburger Student Namens Becker. Das vorläufige Verhör soll Anhaltspunkte für die Ergreifung des Mörders des Baron Meyendorff gegeben haben. (F. Ztg) Türkei. Konstantinopel, 6. Novbr. Der deutsche Botschafter, Herr Bekanntmachung. Stal Gr«ß,üblich-- SMUregKrun« tu» 600 Mark ,»> W«*« >»»«-- ObM»»ch-» für da- z«hr 1882/83 d-m l»adM«dschaftlch,» r-r-m SSL. des landwirtschaftlichen Vereins der Provinz Oberheffen zu richten. Gießen, am 7. November 1882. Director des landwirthschaftlichen Bezirksvereins Gießen. Dr. Boekmann. v. Radowitz ist hier eingetroffen. — Es werden umfassende Maßregeln gegen die in Mekka ansgebrochene Cholera getroffen. Aegypten. Kairo. Der Proceß Arabi droht sich in's Endlose hinauszuziehen und ist vorläufig gewissermaßen auf ungewisse Zeit vertagt. Es muß zwar noch eine große Anzahl Briese übersetzt werden, welche sich fett einigen Tagen. m den Händen des bevollmächtigten Ministers befinden und dem Vertheidiger Arabi s, Herrn Broadley, von der Frau des Angeklagten, die sie bis dahin ans chrem Körper versteckt gehalten, ausgeliefert worden stnd. So lange Arabi nur von eingeborenen Untersuchungsrichtern und Anwälten umgeben war, getraute er sich wohl nicht, die für ihn unersetzlichen Papiere aus den Händen zu geben. Seine Frau soll während der letzten Zeit manchen harten Strauß mit Eunuchen und Halbweißen zu bestehen gehabt haben, eben wegen der bei ihr vermutheten Aktenstücke. Arabi soll sich übrigens letzthin ganz befriedigt über die wegen seines Procefles getroffenen Anordnungen geäußert haben, auch billigt er durchaus die Wahl der Mitglieder der Commission und des Kriegsgerichts. Es sollen noch t ci neue Mitglieder in den letzterwähnten Körper ausgenommen werden Die vo^astae Untersuchung ist beendet, jetzt aber ist beschlossen worden, daß die bereits verhörten Zeugen auf Wunsch des englischen Vertheidigers nochmals vor- gerufen werden dürfen. „ . „ x ,x. r . -. Alexandrien, 6. Novbr. Nach hier vorliegenden Nachrichten hat die Cholera in Mekka weiter um sich gegriffen, auch in Jeddah sind zahlreiche Fälle von Cholera-Erkrankungen vargekommen. — Von den für die egyptische Gensd ar- merie angeworbenen Schweizern wurden wegen des ungenügenden Traktements lebhafte Klagen geführt, die Regierung hat deshalb beschlossen, dieselben auf ihre Kosten nach der Schweiz zurückzusenden und erfolgt die Rückreise derselben schon Telegraphische Depeschen. Wolff'» telegr. Correspondenr-Bureau. Berlin, 7. Novbr. Der „Börsen-Courier" erfährt, dem Landtage würde eine Vorlage wegen Aufnahme einer Anleihe von 60 SDML m Bier, procentigen Consols zugehen, deren Ertrag für den Bau von Sekundarbahnen » ta,Mafcie ist W« W wohin sich dem Vernehmen nach demnächst auch der Botschafter Gras fünfter lust zum Winteraufenthalt hierher zurückgekehrt. Die Großh. Familie und der GraA Hofstaat treffen «gs Jner ^ute $or, ein d^jeuner dinatX fUanbU»4 » “ d^Landrach unu ?-°K ber hh>a^SefCflItlfeit die Hüttenbeamten und Arbeiter, der Turner- mtt feen Behörden, die Gels erwehr Aufstellung genommen hatte. Auf der Fahrt dur"".klMch "schmück!: W'« ®ein6e °Majestät non ber Bevölkerung entWtS»ütt Creditactien 261%, Staatsbahnactien 298%, Galizier 268, Lombarden 120% Nord- westbahnactien 176, Darmstädter-Bankactien 156%, Oberschlesische E.-B.-Act ' 2587/n wenigen Tagen d,e mühsam erworbenen Frücht--m-s mitunter vteljährigen menschlichen Fl-ches ganz oder Iheil- weise vernichteten. Straßem Damme, Brücken sind zerstört, Häuser, Scheunen, Ställe weggerissen, Vorräthe und Erndten verdorben, Pferde und Rindvieh ertrunken Viele M-nschenl-b-n sind zu beklagen, ganz- Familien verschüttet worden. All- B-rbindunaen sind aurgeboben- ° stt auf stundenweile Entfernung in einen See verwand elt. Di ekle iner en Settenthal er Kärnthens stehen unter Wasser. Unberechenbarer, ^"Ersetzlicher Schaden ist erwachsen, die Einwohnerschaft, in den kleineren Thäleru ohnedies arm, aller Unterhaltsmittel beraubt, das Elend um so schrecklicher, als an zahlreichen Orten Schlamm- und Gerollmüren viele Morgen des fruchtbarsten Wiesen- und AckergelandeS für ewige Zeiten begraben haben. Wir können den sich auf Millionen beziffernden Schaden nicht vergüten, aber wirkönnen wenigstens den unglücklichen Bewohnern, welche ihrer beweglichen Habe größtentheils beraubt, ohne Vieh und Vorräthe einem trostlosen Winter und einer H""gz^"0th entgegengehen, über bfe strengen Wintermonate hinaushelfen unb ihnen einfUammeln°^ CmCn ®PQrPfcnnfd zur Neugründung ihres Haus- unb Viehstanbes , r.^SS^ger 1 Steuert nach Kräften bet zur Rettung ber bieberen, schwer heim gesuchten Gebirgsbewohner, es sind deutsche Brüder in Noth, welche sich bis auf den heutigen Tag ein echtes deutsches Herz bewahrt haben. Wir haben oft unserer österreichischen Brüder in glücklichen Tagen gedacht unb wollen ihrer auch jetzt im Unglücke gedenken. _ _HEverall nn deutschen Veiterlande rüstet man sich zu Sammlungen, die Bewohner Heffens, welche m Seiten großer Unglücksfälle stets mit willigen Händen gaben, werden auch letzt mit leuchtendem Beispiele vorangehen. . Gütige Beiträge nimmt Herr Bürgermeister Bramm, sowie die Expedition Quittung ***** Anzeigers" recht gerne entgegen und ertheilt hierüber öffentlich am letzteren KlegrapWer n in Gießen.) 1Ä ,9kt 200716/ wßw „6& i. Summ* tnarfte w«t« Di- Preis- Mckb-n bei f® M bas !™Nkr ?2: Siebte mden! Dir lese Euch iu "nd Sorge Simon und cht weniger. ) ging mit Imanbrücfefe * lassen das mt btibe mit 'M* und Selle sanden mhantz. Im Deutschsohn, i nicht mehr beim Unter- r Sohn, der es auch nicht aitgenommen, md noch zwei m sogar ein- Biel Sand Iflarttfe und ilt, Geistliche Gesänge ver- id Planz sind )esregger. hat Georgs stattung W, er glänzenden henden Aend amen wie die 10 menschliche men werden, amilim, der it Höhlen der Mer. Herr eine Oeffnung stiren Schlafloser umlagert an die Arbeit aflgritätten ju ift angtfiri mrnen. Um unb fittüt- i man nur, Mk tDttX Men Mv tx zu seinen tb= bis toi “"b bei btt Aw-schn, ^idbrvck °”erebo tfi b,e Sauet Eru«ß. bat » tber alt bem tot® "Wen md Ks mj ’bi gj» xsr r«^L *X5 Gewerbliche und technische Notizen. —.Die Benutzung der Hochofenschlacke erfolgt in verschiedenen belgischen Eisenwerken in folgender Weise: Die Schlacke wird vom Ofen in eine Grube von etwa 8 oder 9 Fuß Durchmesser im oberen Theile mit schief gegen den Mittelpunkt abfallender Settenwand geleitet, wöbet die Tiefe der Grube ictroa 3 Fuß beträgt. Die Schlackenmasse bleibt zur Abkühlung 4 oder 5 Tage in der Grube, worauf sie als ein harter, compacter, kristallinischer Stein herausgenommen wird, welcher quadratförmig behauen und zum Bauen, hauptsächlich aber zur Wegpflasterung, verwendet wird. Es scheinen derartige Steine sehr haltbar zu sein und sie werden ebenso häufig wie Bruchoder Sandsteine verwendet. — Versuche, welche in dieser Richtung früher in Hessen angestellt wurden, haben zwar brauchbare Steine für manche Bauzwecke ergeben, es hat sich aber gezeigt, daß die Maurer solche nicht verwenden wollten, weil sie beim Vermauern den Arbeitern die Hände ritzten, vermöge ihrer glasartigen Beschaffenheit. Kirchliche Anzeigen der evangelischen Gemeinde Gießen. Donnerstag den 9. November, Abends SUhr, im ©ymnafium: öibd= stunde, Brief Pauli an die Galater, Kapitel 3,1—14. Pfarrer Dr. Naumann. welche am Tage der Ausgabe erscheinen sollen, bitten wir bis längstens Vormittags 10 Uhr ' an uns gelangen zu lassen. Im Interesse bei rechtzeitigen Fertigstellung unseres Blattes sind wir zu dieser wiederholten Bekanntgabe genöthigt. Die Expedition des „Gießener Anzeigers". Allgemeiner Anzeiger. Oeffentliche Aufforderung. Die Kinder des Joses Bamberger I. von Muschenheim haben dessen überschuldete Erbschaft ausgeschlagen. — Forderungen an den fragt Nachlaß sind binnen 4 Wochen bei uns anzumelden, als sonst sie bei der Ver- theilung nicht berücksichtigt werde- könnten. Lich, den 21. Oktober 1882. Großherzogliches Amtsgericht Lich. 7037 L angermann. Altrs Bauholz & mehrere Desm werden Samstag den 11. November, Morgens 10 Uhr, versteigert. 7394 Gg. Ph. Gali. Aeilgeöoienes. Anisformen empfiehlt billigst 7375 JLouis JLony^ Marktstraße. 7376 Ein Haus, in dem lange Jahre Bäckerei, Spezerei und Wirtschaft getrieben wurde, ist in Groß-Linden zu verkaufen oder zu vermiethen. Zu erfragen bei Georg Löhr, „Frühstückskeller", in Gießen. Daselbst eine Wagendeichsel zu kaufen gesucht. prima Zwetschen-Homg per Pfund 40 H empfiehlt 6726 Grg. Wilh.- "Weidig. 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Wallenfels 00000000000010000 | Moritz Gre^orl il- Sohn Q Kreuzplatz GIESSEN Kreuzplatz Ö empfehlen für die 7373 ö Weihnachtssaison: Q Puppengestelle in vorzüglicher Qualität (leichte Füllung), Q Puppenköpfe in Porcellan, Patentmasse, Holz, mit und SS ohne Frisuren, 0 Schuhe, Strümpfe und Arme in grosser Auswahl, Täuflinge von den billigsten bis zu den feinsten. 0 Besonders machen auf waschbare Holzgelenktäuflinge (Arme, Beine und Köpfe von Holz) aufmerksam. Nr Stotterer! Ich beabsichtige, am 13. November er. in Frankfurt a. M. einen Cursus für Stotterer zu eröffnen. Beseitigung des Uebels ohne Tactsprechen rc. in 3—4Wochen. Heilverfahren mehrfach staatlich ausgezeichnet. Nähere Auskunft ertheilen Herr Dr. med. Loeb, Neue Zeil 15 (Sprechst. von 8—9 Uhr Morgens und von 2—4 Uhr Nachmittags), HerrWolfgangNieder- hofheim, Obermainanlage Nr. 8 in Frankfurt a. M. und die Rudolf Den- Ha r d t'sche Anstalt zu Burgsteinfurt i. Wests. Prospect daselbst gratis. (Heber Heilverfahren siehe „Gartenlaube" Jahrg. 1878 Nr. 13 u. 35, Jahrgang Nr. 5). Rudolf Denhardt, Besitzer einer Sprachheilanstalt in Burg- steinfurt (Wests.). 7381 Delzwaaren aller Art werden nach neuester Mode um- geandert bei billigem Preis und schneller Ausführung. A. Hretschmar, 6751 Kürschnermeister, Seltersweg 41. NB. Alle Fa?ons von Damenhüten werden urrt^Pelz überzogen bei D. O. 7336 Ein tüchtiger Spenglergeselle findet lohnende und dauernde Beschäftigung bei 81. Weber in Frohnhausen (Main- Weserbahn). Die Nr. 5 enthält: Der Peter von Danzig. Ein historischer Seeroman aus Danzigs Vorzeit. Von Reinhold Werner. (Fortsetzung.) — Am Kai. Zu dem Bilde von Johannes Gehrts. — Ein biblisches Wandgemälde in Pompeji. Von Victor Schultze. Mit Abbildung: Salomos Urtheil. — Eine militärische Sendung nach Preußen 1786. Von W. von Dünheim. — Die Temperemgesetze in Norwegen. —Drei Bilder von A.Hendschel. Mit Text von M. A. — Moderner Aberglaube. Von Julius Stinde. — Am Familientische: Eine Bitte, aber nicht um Geld. — Dr. Wichern's Jugendgeschichte. Von Robert Koenig. — Ein für unschuldig gehaltener Giftpilz. — Rechtsrath. Mit zwei illustrirten Beilagen: Ein Grab im Weltmeer. Mit Illustration: Auf einem Auswandererschiff: Versenken einer Auswandererleiche ins Meer. — Umschau in fernen Landen. — In unserer Spielecke. Glaser 7 Kanzleiberg 7 empfiehlt sich in allen im Glaserfach vorkommenden Arbeiten. Wie bekannt, wird das Einrahmen von Bildern und Spiegeln bei mir gut besorgt. Achtungsvoll 6673__I,. Schmitt. Lehrlings-Gesuch. Ein junger Mann mit guten Vorkenntnissen in ein Colonialwaaren - Geschäft en gros als Lehrling gesucht. Näheres bei der Exped- ds- Bl. 7281 Entree 90 Pf ff* Anfanff präcis 9 Uhr. 7337 Kalkbrennereibefitzer. 7397 Moritz Heichelheim' Verkauf von Staats- 7172 papieren etc. 12/IIUachm. IN-Stifts. | 7370 Einen Gesellen sucht Schreiner 1 Carl Schlierbach, Rodheim. in in 4526 Gin FamilienlogiS zu vermiethen bei Eck der Gemei 900 JL; - 8. C Gesti ger zu Mo am 25. M am 30. M Lichtenäcker am 14. 3i Darmstadt. Vermischte Anzeigen. 7367 Einen tüchtigen Metzger, der in Stadt und Umgegend bekannt ist, sucht Emil Schmidt, Schloßgasse. 7346 Ein ordentliches Dienstmädchen gegen hohen Lohn gesucht. Näheres bei der Exped. ds. Bl- Das Einrahmen von Bildern, Photographien und Anfertigen von Spiegeln in allen Größen wird gut aus- ?262 " Maser I. >> »-. Neuenweg 26. , 3763 Ankauf von Lumpen, Knochen, Papier und Akten. Louis Rothenberger, Neuenweg 194. Meinen Freunden zu Steinbach diene zur Nachricht, daß heute in der auf Veranlassung des Wiesenvorstandes zu Steinbach gegen mich erhobenen Anzeige wegen Zuwerfens und Abtragens eines Bewässerungsgrabens vor Großh. Landgericht der Provinz Oberhessen meine Freisprechung erfolgt ist. Gießen, den 8- November 1882. mit Wohnung dem früher Burk ha rdt' scheu Hause der Neustadt ist zu vermiethen und sofort zu beziehen. . 7228 Näheres bei Georg Philipp Gail. Die Liste liegt an der Kasse zum Abonniren offen. Das Rauchen ist in den Abonnement-Concerten nicht gestattet. 7366 Krausse. Hauptvrrsammlung in der Restauration Schnett. Tagesordnung: 1) Bericht über Verein, Gau und Kreis. 2) Vorstandswahl. 3) Abänderung der Satzungen (Erhöhung der Beiträge und Eintrittsgelder). 4) Allgemeine Vereinsangelegenheiten. Der Vorstand. Dar« 2. Oü 3. Nm 4. Ab 5. Di Se. i 22. SeM crf die erl amts-Cand Am Kemd eine timrbe dein h-r Gemen ans Bensh hcim, am ' eine Lehrer Listmann z der Schulo rinnenstelle Lehrerin 9 der Gemei 6. 9 Se. 14. Sepü Nachsucher Am Peter We % Zur grfl. Beachtung! Bereits in Nr. 200 dieses Blattes habe ich das verehrliche Publikum von den Verabredungen einiger Concurrenten unterrichtet, die darauf hinausliefen, mir mit Rücksicht auf die von mir gestellten billigen Preise die Bezugsquellen abzuschneiden oder wenigstens solche zu schmälern. Die mittlerweile in Gemäße heit jener Verabredungen wirklich stattgehabteu Versuche verfallen dem Fluche der Lächerlichkeit; denn es ist einleuchtend, daß für jeden Lieferanten, welcher sich der von jenen Concurrenten vorgeschriebenen Bedingung, nicht mehr mit mir zu arbeiten, sügt, mir zwei andere Geschäftshäuser von gleicher Leistungsfähigkeit zu Diensten sind. Ich würde auch auf jene Versuche an dieser Stelle nicht zuruckgekommen sein, wenn nicht ein neuerdings zu meiner Kenntniß gelangter Vorfall mich dazu nöthigte, das Urtheil des Publikums wiederholt anzurufen. Herr Kaufmann Christian Wallenfels dahier hat sich nämlich nicht damit begnügt, einem seiner Lieferanten brieflich zu sagen: „Allein ich kann und darf Ihnen nicht gestatten, wenn Sie mit mir arbeiten wollen, daß Sie mit der Firma S. Elsoffer in Verbindung bleiben", sondern er hat sich auch nicht entblödet, beizufügen: „Abgesehen davon, daß man mir vielleicht später Ursache hätte, dankbar zu sein." Dieser ebenso unveranlaßten als grundlosen Verdächtigung meines ehrlichen Namens, gegen welche mir das Gesetz nur einen zweifelhaften Schutz ge-- währt, glaube ich mich nicht besser erwehren zu können, als indem ich das Vorgehen des genannten Herrn an den Pranger der öffentlichen Meinung stelle. 7396 S. Elsoffer. Verantwortliche Redaction: A?Sch-yda. - Druck und Verlag der Brühl'scheu Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gi-ßew SBeilafte. Donnerstag den 9. November: 1. Abonnement - Concert 2. Abtheilung: Verdy. Todes-Anzeige. Verwandten und Bekannten die schmerzliche Mittheilung, daß es Gott gefallen hat, meine liebe Frau Helene Vogt, geb. Müller, nach längerem Leiden gestern Abend um 6 Uhr zu sich zu rufen. Um stille Theilnahme bittet Ludwig Vogt. Die Beerdigung findet Donnerstag Nachmittag 3 Uhr von dem Sterbehause (Große Mühlgasse) aus statt. 7390 fo wenig für t die HM Er JW M rtz "Mr, adrr dii _ Ädarir NichtbethEg selben nm | Kassen vnla der jüngerer daraus fiber öber i $er B, Turnverein Hießen. Freitag den 10. November a. c., Abends S'/2 Uhr: | Danksagung. I Allen Denen, welche während dem kurzen Krankenlager unserer I unvergeßlichen Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Schwester Frau Susanne Hcdtcrich, I 7382 geb. Koch^ S hilfreich zur Seite standen, sowie für die Blumenspenden und biejH Begleitung zu ihrer letzten Ruhestätte sagen ihren tiefgefühlten Dank H M Die trauernden Hinterbliebenen. 7389 Ein tüchtiges, mit besten Zeugnissen versehenes Dienstmädchen sucht Frau Justine Heller in Lollar. 7395 Eine gesunde Amme auf sofort gesucht.__Näheres bei der Exped. ds. Bl. 7393 Ein tüchtiger Schlofsergefelle findet dauernde Beschäftigung bei Justus Kreiling, Schlossermstr. Meinen werthen Kunden und Gönnern hiermit zur Nachricht, daß ich jetzt im Hause des Herrn Metzgermeister Schulz, Wallthorstraße Nr. 27, wohne. JLouis Feldbaus, 7314____Schuhmacher.______ ~~7379 Ein Laden mit Comptoir und etwas Lagerraum in guter Geschäftslage wird zu mietben gesucht. Schriftl. Offerten beliebe man bei der Exped. ds- Bl. niederzulegen._________ 7384 Ein Portemonnaie mit Inhalt verloren. Man bittet um Abgabe desselben an die Exped. ds. Bl- 7384 Bank- & Wechaelgeschäft 7332 Ein Hausburfche gesucht von Hermann Vogt, Bäcker, Seltersweg. 6572 Logis zu vermiethen. Konrad Leib Wwe., Schützenstr. 14. 7162 Ein freundliches Logis mit Zubehör zu vermiethen. Seltersweg 15. 6390 Bahnhofstr. 50 siiü) möbl. Zimmer zu vermiethen bei Ingenieur Merz. 6666 Ein möbl. Zimmer zu vermiethen. ___Süd-Anlage 22, Nebenhaus. Zu vermiethen ß ein Logis mit Gartenantheil im Nebenhaus, Steinstraße. I. GeorgUnverzagt. 7295 Kleines Logis am Ludwigsplatz per sofort zu vermiethen. __________D. Schwall, Schloßgasse. 7352 Gut möbl. Zimmer mit Cabinet. Ederstraße 8. X Von Großherzoglichem Amtsgericht Gießen bin ich zum geeicht- Q X lichen Taxator bestellt und eidlich verpflichtet worden. Hierauf X X Bezug nehmend, empfehle mich zu allen in dieses Ressort gehörigen X V Handlungen, als zu gerichtlichen und außergerichtlichen Taxationen, V O Erbvertheilungen und sonstigen Auseinandersetzungen rc. rc. Q Gestützt auf langjährige, vielseitige Erfahrungen in allen Zweigen Q X des Handels, wird es auch fernerhin mein Bestreben sein, mir das Ver- o X trauen eines verehrlichen Publikums zu erwerben und dauernd zu be- X V wahren. Indem ich bei vorkommenden Fällen um gefällige Aufträge X Q bitte, zeichne Achtungsvoll V Q Rothenberger, O 0 6887 Lindenplatz 8. O Jermietstungen. 7380 Stube mit Zubehör zu vermiethen- L. Hilgardt, Schloßgaße.^ - 7374 Ein Familienlogis zu vermiethen bei M. Schäfer, Grünbergerftraße. 7378 In meinem Hause in der Schiller- straße ist die von Herrn Premierlieutenant Budde innegehabte Wohnung durch dessen Versetzung sofort anderweitig zu vermiethen. Karl Noll, Flügelsgaffe. 7383 Kleines Logis, 3 Zimmer und Küche, zu vermiethen. __________Ludwigsplatz 5, Hinterhaus. 6226 Ein gut möblirtes Zimmer nahe der Kaserne zu vermiethen. Lindengasse 1. ^38^Der2^Stöckmeines Hauses, 4Zim- mer, Kabinet, Küche, Speisekammer rc-, zu vermiethen. W. 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Martin Scheel, Marktplatz. Neuen-Bauen. 5686 In meinem neuerbauten Hause ist der zweite Stock zu vermiethen. Karl Merkel, Marktstraße 213. 6404 Mehrere Familienmohnungen, so- wie möblirte Zimmer auf sofort zu t>er; miethen bei B. Katzenstein, Marktplatz. 4994 1—2 unmöbl. Zimmer im 1. Stock sofort zu vermiethen. _________C. Petri, Marktplatz. 7z23 Eine Mansardenwohnung, gleich beziehbar, ist wegen Versetzung des seitherigen Inhabers, an eine ruhige Familie sofort zu vermiethen. Kaufmann Strack, Bahnhofstraße. Schöner Laden Beilage ?u Nr. 262 des Gießener Anzeigers. e mpfehlende Erinnerung. 6883 Uhr» Wallenfels. Am sein der an 8. Sterbefälle: Gestorben sind: Am 22. Mai der Gerichtsvollzieher i. P. Anton Hübin- zu Mainz; an dems. Tage der Distrittseinnehmer Mischler zu Seligenstadt; 25. Mai der Schullehrer Georg Görlach zu Obbornhofen, im Kreise Gießen; 30. Mai der Schullehrer an der Gemeindeschule zu Guntersblum Christian ger am am Lichtenäcker; am 8. Juni der Hofmusiker i. P. Karl Dequis zu Darmstadt; am 14. Juni der Obermedicinalrath i. P Dr. Johann Nicolaus Ley dHecker zu Darmstadt. rinnenstelle an der Gemeindeschule zu Eberstadt, am 11. Octbr. wurde Lehrerin Anna Nanzenberger zu Viernheim eine erledigte Lehrerinnenstelle der Gemeindeschule zu Weisenau — übertragen. 6. Ruhestandsversehungen: Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: 14. September den evang. Pfarrer Karl Draudt zu Schwanheim auf Darmstadt, 6. Novbr. Das Großherzogliche Regierungsblatt (Beilage Nr. 25) enthält: 1. Bekanntmachung Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz, die Bestätigung von Stiftungen und Vermächtnissen betreffend. 2. Ordensverleihungen. 3. Namensveränderungen. 4. Abwesenheitserklärung. 5. Dienstnachrichten: Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: Am 22. Septbr. den von dem Herrn Fürsten zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg auf die erledigte evang. Pfarrstelle zu Ober-Klingen präsentirten evang. Pfarr- amts-Candidaten Karl Knodt aus Eppelsheim für diese Stelle zu bestätigen. Am 21. Septbr. wurde dem Schulamtsaspiranten Konrad Storck aus Kemd eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Ueberau, am 26. Septbr. wurde dem Schullehrer Heinrich Bittmann zu Klein-Auheim die Lehrerstelle an t)cr Gemeindeschule zu Hainhausen, am 3. Octbr. wurde dem Heinrich Werte aus Bensheim die Stelle des Pedellen an dem Schullehrer-Seminar zu Bens- heim, am 10. Octbr. wurde dem Schullehrer Karl Schmitt zu Wald-Michelbach eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Finthen, dein Schullehrer Wilhelm Listmann zu Nonnenrod eine Lehrerstelle an der Gemeiudeschule zu Wixhausen, der Schulamtsaspirantin Marie Jost zu Langen-Brombach eine erledigte Lehre- Ein kaufmännischer Hilssverband. Es ist schon oft mit Recht darüber geklagt worden, daß im Kaufmannsstande so wenig für daS Hilfskassenwesen gethan wird und daß besonders die jungen Kaufleute, die Handlungsgehilfen, sich beinahe gänzlich apathisch gegen Bestrebungen verhalten, welche geeignet erscheinen, ihnen bei materiellem Schaden wieder aufzuhelfen. Wohl gibt es in fast allen größeren Städten Kranken- und Begräbnißkassen für Kaufleute, aber dieselben werden nur in geringem Maße benutzt- Abgesehen von der lässigen Erfüllung ihrer Pflichten gegen die Zukunft ist diese Nichtbethelligung der jungen Kaufleute an jenen Kassen wohl darin zu suchen, daß dieselben nur lokaler Natur sind und jene Mitglieder, welche den Ort des Sitzes der Kassen verlassen, ihrer Rechte zumeist verlustig gehen. Bei dem fluctuirenden Charakter der jüngeren Kaufmannschaft ist dies aber ein großer Uebelstand und es Jft deßhalb eine Institution mit Freuden zu begrüßen, welche dieser Thatsache Rechnung trägt, indem sie ihre Thätigkeit über das ganze deutsche Reich ausdehnl. Der „Verband deutscher Handlungsgehilfen" mit dem Sitz in Leipzig, welchen wir unter dieser Institution meinen, hat es sich zur Aufgabe gestellt, für seine Mitglieder durch Stellenvermittelung, Rechtsschutz, Unterstützung bet Stellenlosigkeit, durch Errichtung einer Kranken- und Begräbnißkasse und binnen Kurzem auch durch Errichtung einer P^nsions-Wittwen- und Waisenkasse in den Nöthen des Lebens einzutreten. Jedes Mitglied kann innerhalb des deutschen Reiches verziehen, ohne im Geringsten seiner Rechte unlustig zu gehen und ebenso kann jeder Kaufmann, wo cs auch im deutschen Reich sei, durch Anmeldung bei dem Vorstande zu Leipzig die Mitgliedschaft dieses gewiß gemeinnützigen und dabei keine hohe Opfer erheischenden Vereins erwerben. Selbstverständlich ist dieser Verein nicht nur für Handlungsgehilfe, sondern auch für Princ'pale bestimmt, ia, deren Eintritt und Unterstützung ist sogar sehr erwünscht. Inwieweit das Bedürfniß nach einer solchen Vereinigung vorhanden ist, erhellt am besten daraus, daß derselbe schon nach kurzem Bestehen über ein halbes Tausend Mitglieder über ganz Deutschland verbreitet zählt und daß sich ihm täglich neue Mitglieder und auch ganze Vereine anschließen. Jedenfalls sind die Bestrebungen des Verbandes deutscher Handlungsgehilfen zu Leipzig wichtig genug, um dieselben näher kennen zu lernen. Der Vorstand versendet d-ßhalb auf V-rlann-n gratis Statuten- Der Verband ist mit Corporat'ons-Rechten ausgestattet und im Genossenschafts- Register des Kgl. Amtsgerichts zu Leipzig eingetragen. Als Postadresse genügt der Name des Verbandes. Koelnrolle per Pfund von Jl. 1.20 an, Strickwolle in allen Farben und Qualitäten empfiehlt sehr billig 6006 Julius Schulze, Schiffsbericht. Mitgetheilt von dem Agenten des Norddeutschen Lloyd in Bremen, C- W. Dietz Nachfolger, Gießen. Bremen, 6. November. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer General Werder, Capt. H. Christoffers, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 21. Oktober von Bremen abgegangen war, ist gestern 12 Uhr Mittags wohlbehalten in Newyork angekommen. 8 <8^'hÄ ■ -* jygKasm W® Q w Q W U MB—— Anthracitkohlen, erste Sorte, für Amerikaner und Irische Defen, gewaschene Nußkohlen I, für Füllreguliröfen und gewöhnliche Feuerungen unübertrefflich, sowie Braunkohlen und Hol;, empfehle zu billigen Preisen 6628 _ August Kröll, Seltersweg. 6398 Zur bevorstehenden Saison empfehle das Neueste in Damen und Kinderhüten in Peluche, Sammet und ^ilz, sowie sämmtliche Stoffe, Federn, Blumen und Hut- Fournitouren zu wirklichen Ausnahmepreisen. Kinderhüte offerire schon von 50 Pfg an. A. Fangmann« Nachsuchen in den Ruhestand zu versetzen. Am 14. Octbr. wurde der Schullehrer an der Gemeindeschule zu Bürstadt Peter Wetzel auf sein Nachsuchen in den Ruhestand versetzt. 7. Concurrenzeröffnungen: Erledigt ist: Die mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Ober-Lais im Kreise Schotten, mit einem Gehalt von 900 e/M; mit Der Stelle ist Organistendienst verbunden. Mein gut assortirtes Lager wollener Strickgarne aller Att, in den billigsten, sowie bekannten guten Qualitäten, bringe in Ahorn-Iaubsagehofi empfiehlt billigst 6869 liOiiSs lony, Marktstraße. Korneuburg bei Wien, 28. Oktober. [Sine fürchterliche Hinrichtung.) Am letzten Donnerstag wurde hier der Raubmörder Ignaz Binder gehangen. Die Execution gab zu schrecklichen ©eenen Anlaß; der Delinquent warf sich erst den Richtern zu Füßen und flehte um sein Leben. Den Henkern setzte er sich zur Wehre und konnte nur mit Aufbietung aller Gewalt zum Galgen geschleift werden; 8 Minuten 34 Sekunden vom Augenblick des Aufhängens dauerte es, bis das Leben aus dem Körper entflohen war. lieber diese Hinrichtung schreibt das „Jllustrtrte Wiener Extrablatt": Selten mag sich bei einer Einrichtung ein so grausiges Schauspiel abgespielt haben wie das, welches nun folgt. Der arme Sünder, in dem die jugendliche Lebenskraft sich mit aller Macht gegen den drohenden gewaltsamen Tod aufbäumte, suchte, sich sträubend, demselben zu entgehen; der Scharfrichter, seines traurigen Amtes waltend, war bemüht, ihn durch Ueberredung und Gewalt zum Aufgeben unnützen Widerstandes zu veranlassen. Den vereinten Bemühungen Willenbach er's und seiner Gehilfen gelang es schließlich, den sich weigernden und um sich schlagenden Delinquenten zum Galgen zu zerren und zu binden. Zwischen dem Scharfrichter und seinem Opfer entspann sich dabei folgendes grausige Zwiegespräch: Delinquent (zurückweichend, in weinerlichem Tone): Na, na, i will net, lassens mi geh'n — Scharfrichter: Ja, mei liaber Freund, i kann nix dafür, kummens nur her. — Delinquent (schreiend): I hab' no a Bitt', a Bitt' hab' i, a Bitt' will t hab'n. — Scharfrichter: Machens ka so a Aufseh'n. Z'erst die Leute umbringa und nachher ... — Delinquent: I hab' a Bitt', t möcht was reden. — Scharfrichter: Wann's der Herr Präsident erlaubt- Da der Scharfrichter jedoch einen Wink erhielt, in der Procedur fortzufahren, so wollte er eben den bereits gebundenen Delinquenten durch seine Gehilfen zum Galgenpflocke hinaufheben lassen- Pater Raimund trat in diesem Augenblick hinzu, um einige tröstende Worte zu sprechen. Delinquent (sich an den Priester wendend): Hochwürdiger Herr, a Bitt' hab' i! I will nit zerschnitzelt werd'n. Sagens es, daß t nit zerschnitten wir. — Scharfrichter: Kommens nur her, es g'schicht Ihnen nix. — Delinquent: Na, in Gottesnam. (Nach einer Pause, während er zum Galgen hinaufgezogen wird): Js mei Bruder nit da? — Scharfrichter (ihm den Strick um den Hals legend): Versöhnens Ihnen lieber mit Gott. — Delinquent (stammelnd, in Todesangst): In Ewigkeit — gelobt — sei Jesus Christus — Amen. Jetzt trat Stille ein, eine furchtbare, lautlose Stille. Die Hin: richtung war vollzogen, der gerichtete Mörder hing am Galgen, aber — er lebte noch, athmete, es schlug sein Herz, ja er schien sogar noch die Augenlieder und Lippen zu bewegen. Es verstrichen drei, vier, fünf Minuten, der Mann am Galgen lebte noch Der Scharfrichter griff wiederholt unter den Rock des Erhängten, um zu erproben, ob sein Herz noch schlage. Es schlug noch. Willenbacher hielt dem Justificirten minutenlang Mund und Nase zu, er lebte noch immer. Kopfschüttelnd konnte der Meister vom Stricke nur, wie er nachher sagte, conftatiren, daß ihm in seiner einundzwanzigjährigen Praxis noch keine so schwierige Hinrichtung vorgekommen sei. So verstrichen noch einige bange Minuten. Lautlos, starr vor Entsetzen, standen die Zuschauer herum, Keiner wagte es, ein Wort zu flüstern- Mit zitternder Hand betastete der Scharfrichter fort und fort den Kopf und die Schultern des Gehängten, zupfte ihn leise an den Ohren und streichelte ihn am Halse und den Wangen. Endlich, endlich, nach neun Minuten trat der Tod ein, den auch der Arzt constatirte. Der Priester trat heran, besprengte den Leichnam mit Weihwasser und sprach: „Requiescat in pace“! (Ruhe in Frieden!) Dann entblößte er sein Haupt und betete ein Vaterunser. — Der Pforzheimer Anzeiger bringt in feiner Nr. 254 folgende Mittheilung: Wegen vollständiger Trunkenheit unseres Maschinenmeisters sind wir genöthigt gewesen, das Blatt erst heute Mittag erscheinen zu lassen und bitten unsere Leser um Entschuldigung. — (Holzcementdächer.) Der Preuß. Herr Minister für Landwirthschaft, Domänen und Forsten hat vor Kurzem folgende Circulairverfügung erlassen: „Die sogenannten Holzcementdächer, welche vor ca. 30 Jahren zuerst zur Ausführung gelangt sind, haben seit dieser Zeit bei privaten und öffentlichen Bauten vielfach Anwendung gefunden und sich bis jetzt nach dreißigjähriger Erfahrung durchaus bewährt- Bei Verwendung guten Materials und sachgemäßer Ausführung sind Reparaturen völlig ausgeschlossen und die Dauer des Daches ist nur durch die Vergänglichkeit der Dachschalung begrenzt- Das Holzcementdach hat vor allen Dächern die flachste Neigung (Vs—V20 der Tiefe), so daß der Bodenraum in allen Theilen bequem zugänglich und nutzbar ist. Das Dach bietet durch seine Herstellungsart mit einer Erd-, bezw. Kies- ausschüttung den wirksamsten Abschluß des Bodenraums gegen Temperaturwechsel und Feuersgefahr und gewährt eine vollkommene Undurchlässigkeit gegen atmosphärische Niederschläge. Die Construction des Dachstuhls ist wegen der fast horizontalen Lage der Sparren außerordentlich einfach, muß aber bei der Schwere des Daches (140 bis 150 Kilogramm der Quadratmeter) von genügender Festigkeit fein. Namentlich ist die Stärke der Sparren nicht unter 13/29 Ctm. zu wählen und darf ihre Entfernung von Mitte zu Mitte 80 Ctmtr. nicht übersteigen. Die Dachschalung muß 3 Etmtr. stark fein. Die oben geschilderten Eigenschaften machen das Holzcementdach ganz besonders geeignet zur Anwendung bei ländlichen und landwirthschaftlichen Bauten, zu- mul seine Kosten die anderer soliden Dachdeckungsarten nicht nur nicht übersteigen, fonbern mit Rücksicht auf dte geringere Dachfläche des Holzcementdaches hinter derselbe Zurückbleiben. Da die Ausführung von Holzcementdächern bei Bauten auf den Königlichen Domänen, Forstdienst-Etabliffements, Gestüten rc. bisher verhältnißmäßig selten war, so wolle die Königliche Regierung (Landdrostei, Finanzdirection, Milstär- und Ministerial-Baukommiision) die Kreisbaubeamten veranlassen, fortan bei der Anlage neuer Dächer für Bauten, welche zum Bereiche des diesseitigen Ministeriums gehören, die Anwendung der Holzcementbedachung in eingehende Erwägung zu ziehen und geeigneten Falles zur Ausführung zu veranschlagen. Die Anfertigung dieser Dächer ist aber ausnahmslos nur völlig zuverlässigen Unternehmern zu übertragen" rc. Aeisgeßotenes. 5368 Ein Geschäftshaus in bester Lage der Stadt, worin seit ca. 50 Jahren ein freqnentirtes Spezereigeschäft betrieben wurde, ist Familienverhältnisse halber aus freier Hand zu verkaufen. Näheres bei der Exped. ds. Bl._______ Herrenhemde», Kragen, Manschetten LkL'LS Hemden nach Maß in prima Stoffen, gut passend. 6518 m. 1‘fg, 88e. 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