Nr. 188 Mittwoch den 9. August 1882 Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS. Schulstraße B. 18. m von 8HM tu Präsident Strücker in Elberfeld (nat.-lib.) und Landrichter Westerburg (fortschr.) als gemeinsame Candidaten ausgestellt worden sind. Es scheint demnach, daß die Gegensätze zwischen beiden Parteien doch nicht jene Schärfe erreicht haben, ), Neuen weg- llets iin, Staaten Oktober gesucht ds. Bl. PreiK vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Pringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Am Nachmittag des 10. August gedenkt Kaiser Wilhelm Ischl wieder zu verlassen und sich direct nach Potsdam zu begeben, wo man seiner Ankunft am 11. August entgegensieht. Die Ausbeute an politischen Ereignissen ist in unserer inneren Politik noch immer äußerst gering und beschränkt sich nur auf Nachrichten aus der Wahlbewegung in Preußen, auf verschiedene kirchenpolitische Wechselfälle und sonstige nicht sonderlich hervorragende Angelegenheiten. In Bezug auf ersteren Punkt ist es nicht ohne Interesse, daß zwischen Fortschrittlern und Nationalliberalen bezüglich der Wahl zweier Landtags-Abgeordneten für Barmen-Elber- seld ein Compromiß abgeschlossen worden ist, auf Grund dessen Handelskammer- i empfohlene; jenu.Waschei Schutzes des Suezkanals. Definitive Beschlüsse wurden jedoch noch nicht gefaßt, da einzelne Botschafter von ihren Regierungen noch weitere Instructionen erwarteten. Mittlerweile haben die türkischen Truppensendungen nach Egypten bereits begonnen, indem am Donnerstag drei Transportschiffe mit Artillerie und Mnm- tion von Konstantinopel nach Alexandrien abgegangen sind, welche unterwegs weitere türkische Truppen ausnehmen sollen. England hat aber in den letzten Tagen in Konstantinopel wiederholt und deutlich erklären lassen, daß es die Landung türkischer Truppen in Egypten von der Proklamation der Pforte an Arabi Pascha und dem Abschluß einer englisch-türkischen Militär-Convention ab- hängig mache. Da sich die Pforte sträubt, auf diese Bedingungen einzugehen, so darf man auf den Ausgang des englisch-türkischen Zwischenfalls sicherlich gespannt sein. Während dieConferenz die egyptische Frage debattirt, ohne zu einem Beschluß zu kommen, fahren die Engländer mit der „praktischen" Lösung derselben fort. In vergangener Wache haben die englischen Truppen die Forts von Mex und, was weit wichtiger ist, die Stadt Suez besetzt, womit der SueMnal auch in militärischer Beziehung in englischen Händen ist. Sonst beschränkt sich der „Kampf" in Egypten auf unbedeutende Scharmützel zwischen den englischen Vorposten und den Reitern Arabi'-s, wobei sich die Engländer aber gerade nicht durch besondere Wachsamkeit und übergroße Tapferkeit auszeichnen. — Arabi Pascha hat eine Proklamation erlassen, in welcher er sein Verhalten bei der Beschießung von Alexandrien rechtfertigt, den Khedive des Verraths beschuldigt und die Ueberzeugung ausspricht, er werde vereint mit den türkischen Truppen bald wieder in Alexandrien einmarschiren. pichln in (tflei. 6rt bei lö M, GW, Mlie- lich ZT'sPre i beziehen durch di erlagshandlung D" Berathungen der Conferenz betrafen in letzter Zeit haupt- fchlich die türkische Intervention in Egypten und die Fragen des gemeinsamen England befindet sich gegenwärtig nach keiner Seite hin in aner beneidenswerthen Lage. In Egypten steht es gänzlich isolirt da und "“Berbern nehmen die Differenzen mit der Türkei wegen der türkischen Trupven- Expedition nach Egypten eine immer ernstere Gestalt an. Aber auch im Innern drohen dem Cabinet Gladstone aus dem Zwiespalte zwischen Oberhaus und Unterhaus wegen der irischen Pachtrückstandsbill neue Schwierigkeiten roekfie beizulegen Herr Gladstone allerdings eifrig bestrebt ist. Es verlautet'darum welche ein gemeinsames Vorgehen unmöglich machen würde. Auch die kirchenpolitische Frage ist durch verschiedene Ereignisse der jüngsten Zeit, wie z. B. durch die wiederholten Besprechungen zwischen dem preußischen Cultusminister, Herrn v. Goßler, und dem Vertreter Preußens beim Vatikan, Herrn v. Schlözer, durch den Erlaß des Fürstbischofs Robert von Breslau an die Staatspfarrer seiner Diöcese u. s. w. wieder angeregt worden. Namentlich letzterer Erlaß ist insofern bemerkenswerth, als in demselben die betr. Geistlichen auf Grund der Beschlüsse des Trienter Concils und verschiedener Erklärungen des heil. Stuhles aufgefordert werden, die von ihnen „usurpirten" Aemter sofort aufzugeben und sich überhaupt jeder Amtshandlung zn enthalten. Zum Schluß wird den Staatspfarrern die Aussicht auf die Verzeihung ihres Oberhirten eröffnet, im Falle sie sich dessen Geboten bedingungslos unterwerfen. Alan darf gespannt fein, wie die preußische Regierung das Vorgehen des genannten Kirchenfürsten gegen die von ihr geschaffene Institution der Staatspfarrer aufnehmen wird. werden gesuck» Politische Ueberflcht. Gießen, 8. August. Die herzlichen Beziehungen, welche schon seit so langen Jahren zwischen den erhabenen Kaiserhäusern Deutschlands und Oesterreichs obwalten, erfahren durch die zwischen Kaiser Wilhelm und Kaiser Franz Josef am Mittwoch, den 9. August, in Ischl stattfindende Zusammenkunft einen erneuten, bedeutsamen Ausdruck. Die Begegnung beider Monarchen wird in der Villa des österreichischen Herrschers vor sich gehen, sein Absteige-Quartier nimmt Kaiser Wilhelm jedoch im „Hotel Elisabeth", wo ihm dieselben prachtvollen Räume reservirt sind, wie in den früheren Jahren. Die Zusammenkunft soll einen durchaus freundschaftlichen und familiären Charakter tragen und sind deshalb besondere Vorkehrungen für dieselbe nicht getroffen worden. Wenn aber auch die hohe Politik den Besprechungen beider Herrscher demnach fern bleiben dürfte, so werden dennoch in diesen Tagen die Augen der deutschen und der österreichischen Nation mit innigster Theilnahme auf die Jschler Kaiser-Zusammenkunft gerichtet sein, denn dieselbe ist nicht nur bestimmt, das Band der Freundschaft zwischen den Herrschern Deutschlands immer enger knüpfen, sondern Nußrand. Petersburg, 6. August. „Nowosti" zufolge hat die Amu-Daila- Expedition conftatirt, daß die Ableitung des Amu-Darja-Flusses in das kas- pische Meer unmöglich ist. — Dem „Golos" ist durch Verfügung des Ministers des Innern der Änzelverkauf wieder gestattet worden. Kronstadt, 6. August. Der Klipper „Najesdnik" ist nach dem Mittelmeere abgegangen. Section Gießen 5 Uhr, auf eralversaimnlunc Ast. 5195 England. London, 6. August. Di- officielle Meldung aus Alexandnen über den gestrigen Zusammknnoß zwischen englischen Truppen und den Truppen Arabi Paschas sagt, die englischerseits vorgenommcne Recognoscirung sei durch in den letzten Tagen eingegangene Meldungen von Eingeborenen veranlaßt worden, daß Arabk Pascha sich von Kafr- Dowar nach Damanhur zurückzuziehen beabsichtige. Die Verluste der englischen Linientruppen bet dem Recognoscirungsgefechte betragen 1 Lieutenant und 1 Mann todt, 7 Mann verwundet und diejenigen der englischen Marinebrigade 2 Mann todt und 22 Mann verwundet — In eingegangenen Pcivatmeldungen wird der Verlust d'r egyptischen Truppen in dem Recognoscirungsgefechte von General Alison auf 200 bis 300 Mann geschätzt, die Zahl der Gefangenen beträgt 1 Officier und 14 Mann. Nach den Berichten der Gefangenen und nach den Beobachtungen der englischen £)ffb ctere bestanden die von Arabi Pascha tn's Gefecht gebrachten Truppen aus 1 Bataillon Deutschland. Berlin, 6. August. Unter den Mittheilungen, welche über den nachtheiligen Einfluß der anhatlcnden heftigen Regengüsse auf die Ernte einlaufen, nehmen dkejenigen über die verheerenden Wirkungen derselben in den schlesischen Gebirgen einen Besorg- mß erregenden Character an. Amtliche Erhebungen, welche insbesondere der Regierungs- prasidmt in Liegnitz persönlich an Ort und Stelle vorgenommen, ergaben glücklicher Weise, daß bie Schilderungen in der Presse sehr übertrieben sind. Jene Regengüsse, welche trotz ihrer Heftigkeit doch weit entfernt nicht den Charakter von Wolkenbrüchen trugen, wie sie vor einigen Jahren im Laubaner und Gorutzer Kreise niedergingen und das Eingreifen mittelst Staatshülfe nolhwendig machten, haben allerdings die Promenadenwege zerrissen, manche Brücken über die Gebirgsbäche zerstört, hier und da auch wohl Wasserfluthen bis an die Thüren der Wohnungen gebracht und die Bewohner der zahlreichen Sommerscischen in Schrecken ""b Besorgmß versetzt; allein einen außergewöhnlich großen Umfang haben die Schaden, welche in dem höheren Theile der schlesischen Gebirge in jedem Jahre in mehr oder minder großer Ausdehnung eintreten, bisher nicht erreicht; jedenfalls ist von cinnn Nothstand in diesen Theilen des Landes nicht die Rede. Sind hier die übertriebenen Schilderungen daher zum Theil auf die Unkenniniß der in den dortigen Gebirgsgegenden gewöhnlichen Erscheinungen zurückzuführen, so lauten doch die Nachrichten aus anber-en Theilen bes Landes nicht eben erfreulich. Aus Mitteldeutschland insbesondere wird von starken Hochwassern gemeldet, welche die Weser, Werra, Fulda und andere Flüsse mit sich führen und welche theilweise die tiefliegenden Userländereien überfluthen und so die Beschädigungen vermehren, welche bie Landwirthe ohnehin durch das überaus ungünstige Erntewetter erleiden. - Der Handwerkerverein in Schlesweg bereitet eine Petition vor, welche aus praktischen Gründen zuerst der Regierung in Schleswig und dem Landesdirektormt in Kiel unterbreitet und sodann erst an die Reichsregierung gerichtet werden soll Diese Petition beschäftigt sich mit dem Submissionswesen und geht dahin: 1) daß Bauten, welche der Staat, die Provinz ober eine Commune auszuführen hat, nicht in Generalentreprise, sondern in den einzelnen Theilen an Handwerker des betreffenden Faches vergeben werden; 2) daß zur Concurrenz nur Jnnungsmeister zugelassen werden und daß bei mebt erheblich abweichenden Forderungen diejenigen Meister den Vorzug erhalten, welche in der Stadt wohnen, in der das Gebäude aufgeführt werden soll; 3) daß bei Neubauten den Handwerksmeistern innerhalb der zweijährigen Verjährungsfrist ein Vorzugsrecht yor den protokollirten Gläubigern ein? geräumt werden soll. — Der Gotthardtunnel wird auch auf die Versorgung Deutschlands mit Fleisch von hervorragendem Einfluß werden. Bereits sind in Cöln am Rhein Ochsen zu Markt gebracht worden, welche durch den Gotthardtunnel aus Italien eingefüh t werden. iehencr Anzeiger Amis- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Pr W« Pri°a>- tüchtig JÄ welcher ,nöhld) v,. »tatet. WmeWetnbf ' ge. K V. 6 924 bi, 1 Mfatffcin ™;_ 5197 tafj die gegenwärtige Parlamentssession sofort geschlossen werden soll wenn das Oberhaus die Beschlüsse des Unterhauses bezüglich der Pachtrückstands-Vorlaae 1 nicht entnimmt; die neue Session würde in diesem Falle bereits am 19 ahtauft I Finnen. Ob der neuen Session die Auflösung des Parlaments resv Neu- I nchlen vorhergehen werden, ist noch unbestimmt, jedoch in Anbetracht der kur'en Zwischenzeit nicht wahrscheinlich. ’ Die bayerische Regierung hat dem Anträge der Münchener Gemeinde- Collegien, betr. die Umwandlung der Münchener Simultanschulen in confessio- relle Schulen, bemerkenswerther Weise nicht Folge gegeben, zugleich aber den Magistrat beauftragt, einen Entwurf für eine Neubildung der Schulbezirke auszuarbeiten und der Regierung bald einzureichen. ^riefter re^.r.erfeIt^at roeit über Oesterreichs Grenzen hinaus Aufregung und Entrüstung hervorgerufen und dies um so mehr als die Urheber dieser fluchwürdigen That bis jetzt noch nicht bekannt sind In allen Kreisen Triests hat dieses Verbrechen, über dessen Motive man nur Vermutbun- gen hegen kann, den heftigsten Abscheu hervorgerufen, welchem die Handels- lammer, der Tiagtftrat und fast sämmtliche Journale Triests bereits Ausdruck verliehen haben. Zugleich gewinnt es immer mehr den Anschein als ob kein Mitglied der Triester „Italia Irredenta“, sondern ein fremder Emissär der Urheber des Bubenstückes gewesen ist. Trotzdem bleibt aber das Odium dieser Thal auf der italienischen Partei Triests hasten, denn jenes Verbrechen ist nur die letzte furchtbare Consequenz der von den Irredentisten in Scene aeiekten Demonstrationen gegen die Triester Ausstellung. *Wn. Ssa’ ... . v , , auch den Bund der beiden mächtigen Kaiserstaaten auf's Neue zu stärken und diese seine doppelte Bestimmung roirö der Kaisertag von Ischl sicher erfüllen. — -er Hausbursch, ute Zeugnisse er __5203 r sucht ein möbl. Kost. ds. M. fl.Berufs-WC urean Germania, Bühnenfestspielweihe, Bühnenspielfestweihe, Bühnenweihfestspiel, Festbühnenspielweihe, Festspielbühnenweihe, Festweihbühnenspiel, Spiclbühnenfestweihe, Spielfestbübnenweihe, Spielweihbühnenfest, Weihbühnenfestspiel, Weihfestbühnenspiel, Weihspielbühr.enfest, Bühnenfestweihspiel, Bühnenspielweihfest, Bühnenweihspielfest, Festbühnenweihspiel, Festspielweihbühne, Festweihspielbühne, Spielbühnenweihfeft, Spielfestweihbühne, Spielweihfestbühne, Weihbühnensptelfest, Weihfestsptelbühne, Türkei. Konstantinopel, 6. August. Die Pforte läßt das Gerücht, daß sie eine Gegnerin des Khedive sei, officiell für unbegründet erklären, ihre Absicht sei lediglich, die Autorität des Khedive zu stärken. — Die s. Z. von Arabi Pascha ausgewiesenen und noch hier befindlich gewesenen Angehörigen der egyp- tischen Militärschule und Circassier sind heute nach Egypten abgegangen, um ut die Leibwache des Khedive einzutreten. — Der deutsche Geschäftsträger v. Hlrjch- seld hat vom Sultan den Medschidje-Orden 1. Klasse verliehen erhalten. Telegraphische Depeschen. Wolff's telegr. Eorrtspondenz-Bureau. Frankfurt a. M.. 7. August. Ihre Maj-stSt bte Kaiserin beehtte heute die Baronin v. Rothschild aus deren Villa Günthersburg mit einem Besuche, nahm daselbst die weltberühmte Kunstsammlung in Augenschein und b-stchtigte darauf, nach eingenommenen Erfrischungen, das von der Frau v. Rothschild für Mädchen aller Con- fessionen gestiftete Clcmentinen-Hospital. Stuttgart, 7. August. Dem „Staats-Anz. für Wurttemb." zufolge beabsichtigt der Staatsminister ves Auswärtigen, die Frage besonderer württem- bergischer Postmerthzeichen zum Gegenstand der Besprechung im Beirath der Verkehrsanstalten zu machen, bevor die Eingabe der Frankfurter Handelskammer in den Bundesraths-Ausschüssen zur Behandlung kommt. Als der Standpunkt ves Ressorts-Ministeriums wird dem „Staats-Anz." bezeichnet die Unterstützung jeden Versuchs, den bis zu einem gewissen Grad vorhandenen Unzuträglichkeilen abzuhelfen, als deren erheblichste die Nichtbeförderung von mit Werthzeichen anderer deutscher Postverwaltungen versehenen Postkarten erscheine und wozu vielleicht auch die Erschwerung der Einlösung der Postwerthzeichen gehöre, jedoch unter Beibehaltung der besonderen württembergischen Werthzeichen, deren Beseitigung mit dem Bestand einer finanziell und administrativ selbstständigen Postverwaltung für unvereinbar erachtet werde. Selbstverständlich könne ohne Einvernehmen mit den Landständen eine wesentliche Aenderung der Grundlagen der Etatsposition-„Posten" nicht stattsinden. Die Behauptung, daß die württem- bergische Postverwaltung ein Deficit habe, sei unrichtig, vielmehr liefere dieselbe jährlich einen Ertrag von 1,300,000 Paris, 8. August. (Privat-Depesche». Nach officieller Mittheilung besteht das neue Cabinet aus: Duclerc, Präsident und Auswärtiges; Falliöres, Inneres; Deves, Justiz; Duvaux, Unterricht; Tirard, Finanzen; Billot, Krieg; Jauröguiberry, Marine; Cochery, Posten; Mahy, Ackerbau; Peter Legrand, Handel und interimistische Arbeiten; Develle übernahm das Unterstaatssecretariat des Innern. London, 7. August. Wie der „Times" aus Konstantinopel vom 6. ds. Mts. aemeldet wird hätte der Premierminister Said Pascha dem Botschafter Lord Dufferin versprochen, die türkische Expedition nach Egypten nicht eher abgehen zu lassen, als bis eine Abmachung mit England erzielt sei. — Morntng-Post" will wissen, die britische Regierung habe der Pforte am Freitag 4 August, ein Ultimatum überreichen und erklären lassen, falls Arabt nicht aeächtet werde und die Vorschläge für ein gemeinsames Vorgehen in Egypten seitens der Pforte nicht angenommen würden, werde der Botschafter Lord Dufferin abberufen und die Landung der türkischen Truppen in Egypten beanstandet werden. Die Pforte habe sich am Sonnabend, 5. August, eine 24stündige Bedenkzeit erbeten. Eine amtliche Bestätigung dieser Nachrichten liegt noch nicht vor. Vermischte-. Nieder-Wöllstadt, 3. August. Am vergangenen Sonntag fand hier ein Sänaerfest statt, dessen Ende ein Blutbad im wahren Sinne des Wortes zu nennen war Bei Gelegenheit der letzten Eontrolversammlung zu Vilbel - so wird dem T'B" erzählt — entstand zwischen den Leuten aus Kleinkarben und Obereschbach ein Streit' welchen auszutragen die Kleinkarber bet diesem Sängerfest vorher beschlossen baben sollen Der Ortsdiener von Nrederwollstadt, welcher Ruhe stiften wollte, wurde auf die brutalste Weise unschädlich gemacht und hierauf eine Anzahl Obereschbacher Sänaer durch Messerstiche schwer verwundet. Rur mit Mühe gelang es letzteren, auf ibren Wagen zu retiriren, wobei denselben noch Steine, welche aus der Pflasterung förmlich herausgerissen waren, nachgeschleudert wurden. Dem Präsidenten des Klein- karber Vereins, einem Stationsvorsteher, welcher ebenfalls Ruhe stiften wollte, wurde der ganze Hinterkopf von seinen eigenen Leuten aufgeschlitzt. Dem Wtrthe soll weder Glas noch Flasche ganz geblieben sein. Umfangreiche Vernehmungen zu Obereschbach und Kleinkarben haben bereits ftattgefunden. U Darmstadt, 7. August. (Landwirthschaftliche Landesausstellung.) Der Centralausschub hat in seiner gestrigen Sitzung beschlossen, daß mit Rücksicht auf die ganz abnormen Witterungsverhältnisse dieses Sommers der Anmeldetermin für landwtrth- schaftliche Producte bis zum 20. August zu verlängern sei. Hierdurch ist sicherlich den Wünschen vieler Interessenten Rechnung getragen worden, die bis jetzt noch nicht gewagt haben oder wagen konnten, ihre Ernteerzeugnisse zur Ausstellung anzumelden und wollen mir hoffen, daß es noch recht vielen Landwtrthen möglich werden wird, gerade diesen Theil Der Ausstellung zahlreich zu beschicken. — Die aus der „Berl. Tribüne" auch in unser Blatt übergegangene Notiz, der Kriegsminister habe bestimmt, daß die Prüfung zum einjährigen Militärdienst nur einmal abgelegt werden dürfe, von Denjenigen, welche nicht bestanden also nicht wiederholt werden könne, dürfte auf ein starkes Mtßverständniß zurückzuführen sein. Lokales. Gießen, 8. August. Tagesordnung für die Stadtverordneten-Sitzung am Donnerstag den 10. August 1882, Nachmittags 4 Uhr. 1. Die Vergebung einer Pfründe der Löber'schen Stiftung. 2. Die Prüfung der Plock'schcn Stiftsrechnung pro 1881/82. 3. Das Schäfereiwesen der Stadt Gießen. 4. Uebertragung der Armenpraxts an das academische Hospital. 5. Frauenverein für Krankenpflege. 6. Das Zerkleinern des Holzes für die städtischen Gebäude betr. 7. Vergütung für abgetretenes Straßengelände. 8. Ueberwölbung des Schoorgrabens vor dem Hause des Stationsassistenten August Zöckler dahier. 9. Das Reiten und Fahren durch den Tiefenweg. 10. Nivellement der Wilhelmstraße. 11. Ausbau der Bleichstraße. 12. Ausbau der Löberstraße. 13. Bepflanzung der Nordanlage. 14. Gesuch des Architecten Louis Huhn dahier um Bauerlaubniß. 15. Gesuch des Bauunternehmers Heinrich Adami dahier um Erlaubniß zur Anlegung einer Einfriedigung. Gießen, 8. August. Die Lange'sche Besitzung auf dem Seltersweg wurde gestern um dem Preis von 58,000 JL verkauft. Der Abschluß geschah durch Herrn W - Krämer. des 2. Regiments, gegen 1200 Mann stark, und aus 1 Bataillon Mustaphezinis, etwa 900 Mann zählend. Die von Arabi Pascha bei Kafr-Dowar zusammengezogene Truppen- mackt soll nach den Angaben der Gefangenen aus 4 Regimentern Infanterie und je !inem Regimente Cavalieri- und Artillerie, sowie 4000 bis 5000 Beduinen im Ganzen ca. 16 000 Mann bestehen. Die erste Vertheidigungslinre Arabi Paschas war nicht durch eigentliche Schanzwerke, sondern nur durch Gebüsche und Gebäude und theilweise durch Barrikaden geschützt. — Die schnellsten Eisenbahnzüge in Europa sind auf längeren Strecken London- Edinburgh mit 0,91 und Spandau-Cöln (Berltn-Lehrte) mit 1,01 Km. per Minute; die schnellsten Züge auf Strecken von mittlerer Länge sind Berlin Jüterbogg-Dresden mit 0,98, London-Salisbury Plymouth mit 1,00 und Paris Boulogne-Calats mit 1,01 Km. pr. Minute. Die am raschesten durchlaufenen kleineren Strecken sind Lon- don-Sittingburn-Dover mit 0 837 und Stendal-Lehrte mit 0,838 Km. pr. Minute. Letzterer Unterschied ist bei der sonstigen „Abgerundetheit" der bezüglichen Angaben gleich Null zu erachten, so daß wir Deutsche dreist behaupten dürfen, die beiden schnellsten Züge kursiren in Deutschland und England. — (Sprachübung für Parsifalpilger.) Ein sprachliches Kunststück sind die folgenden Variationen über das etwas gespreizte Titelwort „Bühnenweihfestspiel", das bekanntlich von Richard Wagner für seinen „Parsisial" erfunden worden ist. Ein Wiener Witzblatt, „Der junge Kikeriki", parodirt diese anspruchsvollen Bezeichnungen in folgenden Umstellungen: — Im Bayreuther Tageblatt lesen wir unter dem 30. Juli: „Ein practischer Mann scheint der Baron Rothschild von Wien zu sein. Derselbe kam vorgestern Vormittag in seinem eigenen Salonwagen von Wien hier an, wohnte Abends der Parsifal- Aufführung bei und übernachtete dann in seinem auf ein Seitengeletse ves Bahnhofes gestellten Wagen, ließ sich in demselben auch durch seinen mitg-brachten Leibkoch seine Mahlzeiten zubereiten." Jedenfalls eine wohlverdiente Lection für die prellwüthigen Hoteliers. — Gott sei Dank, sie ist vorüber, die barbierlose, die schreckliche Zeit. Am Sonntag trat mein getreuer Figaro wieder pünktlich an, nachdem er mir an zwei Rasirtagen einen Vertreter in der Person eines unmündigen Lehrlings zugemuthet hatte, den ich natürlich standhaft perhorrescirte. „Wo stecken Sie denn, verehrter Meister?" „Ich war beim Congreß!" erwiderte Figaro, seine blanke Klinge mit Schwung auf dem Streichriemen hin- und herführend. „Beim Congreß?" wiederholte ich nicht ohne Verwunderung. „Natürlich", fuhr der Meister, die Messerschneide auf dem Nagel prüfend, fort, „wir hatten ja den elften Congreß", und ich las aus seiner Miene den Gedanken heraus: „Mit welch unwissenden Leuten man in seinem Berufe zusammenkommt!" Dann machte er sich an die Arbeit und innerhalb einiger Minuten waren Kinn und Wange, die sich in wenigen Ferientagen tn ein Bart-Stoppelfeld verwandelt hatten, wieder jungfräulich glatt. Ich konnte wieder, ohne eine lebensgefährliche Verwundung befürchten zu müssen, aufathmen und sogar sprechen. Obwohl ich sonst bei Zusammenkünften mit meinem Figaro auf Meinungsaustausch keinen Werth lege und es bet den Commentaren zu den Verheißungen des Barometers unv Thermometers bewenden ließ, wandelte mich diesmal die Lust an, von dem gewandten Verschönerungsrath etwas Näheres über die Beschlüsse zu vernehmen, welche in Hamburg — denn dort tagte der 11. Congreß - am 24. Juni — gefaßt wurden. _ _ Meine betreffende Interpellation schien wohl nVt einer Dosis spöttischen Miß- . trauens vermischt zu sein, denn mein Freund nahm sofort eine überlegene Miene an und belehrte mich über die Wichtigkeit solcher Congresse, durch welche das Gefühl der Zusammengehörigkeit gestärkt und eine die Standesinteressen fördernde Einigkeit erzielt werde. Figaro erhob sich. als er mit mir über den Congreß sprach, in ungeahnter Höhe über das gewohnte Niveau, er ließ sogar den üblichen Grad von Ehrerbietung vermissen und legte es geradezu darauf an, mir mein Lcuenthum in seiner ganzen Kläglichkeit vor Augen zu führen „Sie meinen wohl, das ist nur so", lächelte er, „daß man das Gesicht einseift und dann die Sache herunterschabt?" t „ .. . Ich gestand, daß ich mir das Wesentliche der Rasirkunst — obwohl ich sie nicht einmal für meinen persönlichen Gebrauch zu erlernen vermocht — eigentlich so gedacht hatte. Aber ich befand mich wohl im Jrrthum; denn dazu bedürfte es keines Congresses, deßhalb würden sich nicht 302 Angehörige an der Alster zusammengefunden haben. Auf mein Andringen gestand mir Figaro endlich einen Theil der — wie ich verrnuthe — unwichtigeren Beschlüsse, deren praktischer Realisirung indeß eine gewisse Tragweite nicht abzusprechen ist So soll der Antrag eines Delegirten aus (Salbe an der Saale, künftig nicht mehr von rechts, sondern von links mit dem Rasiren zu beginnen, nach hitziger Debatte angenommen worden sein. Eine nicht minder erregte Diskussion rief der Streitpunkt hervor: Soll der Kunde mit dem Pinsel oder mit der Hand eingeseift werden? Man einigte sich dahin, die gemischte Behandlung zu accep- tiren. — Ein dritter Beschluß zielt auf die Ausschließung solcher Verbandsmitglieder ab, welche sich noch immer nicht von der veralteten Gepflogenheit des „Anfassens der Nase" emancipirt haben- Besonders lebhaft wurde dieser Antrag von den großstädtischen Congreßtheilnehmern unterstützt- — Eine mit witzigen Apercus und geistreichen Jnter- jectionen gespikte Debatte rief die Frage hervor: „Ist die Unterhaltung der Kunden durch persönliche Ansichten über das gegenwärtige und zukünftige Wetter zulässig?" Nach zweistündigem Kampfe ergab sich eine Stimmenmehrheit zu Gunsten des Wetterdiskurses, der also bis auf Weiteres die Domäne der deutschen Barbierherren, ihrer Gehilfen und Lehrlinge bleiben wird. Nach diesen Aufklärungen begriff ich die Nothwendigkeit und die Bedeutung des 11. Congresses deutscher Barbiere vollkommen und ich bat meinen Figaro um Vergebung, wenn ich vielleicht durch ein unbedachtes Zucken meiner Mundwinkel vor jener Bekehrung eine andere Anschauung verraten haben sollte. (Berl. Tagbl.) Die Bestimmung, auf welche die „Trib." hinweist, steht „bekanntlich" in der Deutschen Wehrordnung vom 28. September 1875. Der § 90. 1 spricht von „Anstalten, welche giltige Zeugnisse über die wissenschaftliche Befähigung ausstellen dürfen", nicht aber von „regelrechtem Schulzeugnitz". Die Prüfungsordnung nun sagt in § 16 wörtlich: Examinanden, welche nicht bestanden haben, dürfen sich wiederholt zur Prüfung melden" (bis zum 1. April des 20. Lebensjahres). „Mit dieser Maßgabe darf die Prüfung mehrmals wiederholt werden." Diese Bestimmungen sind Reichsgesetz. Diese kann also der preußische Kriegsmimster für sich ebenso wenig so ohne weiteres aufheben, wie es der Minister von Waldeck z. B könnte. Die Wehrordnung ist nur vom deutschen Reichskanzler gegengezeichnet und spricht auch in allen Bestimmungen nur vom Reichskanzler. Dessen Aufgabe wäre es demnach, die Wehrordnung derart abzuändern. — (Eine opulente Bauernhochzeit ) „Uns ist in alten Mären Wunders viel gefeit" — wie die Recken der Vorzeit aßen und tranken, und Manchem wohl ist, wenn er davon las, Verachtung vor dem gegenwärtig lebenden bleichsüchtigen Geschlecht auf- gefttegen, welches der „Magendoctors" so sehr bedarf. Kürzlich fand zu Hollenbeck bei Ratzeburg eine Bauernhochzeit statt, die wegen der Größe der gemachten Zurüstungen bemerkenswerth erscheint. Zur Bewirthung waren von dem Hufner, dessen Tochter den Voigt des Dorfes heirathete. nicht weniger als zwei Schweine, zwei fette Kälber und sieben Gänse geschlachtet, außer einer großen Anzahl von Hühnern. Auch hatte ein auswärtiger Schlächter sich eigens dazu einen jütischen Ochsen kommen lassen. Ferner wurden, abgesehen von einem entsprechenden Quantum Bier, 900 Flaschen Wein ausgetrunken. Derartige Gastereien gehören in Schleswig-Holstein, speciell in Holstein, durchaus nicht zu den Ungewöhnlichkeiten. Der holsteinische Bauer, der reichste Deutschlands, ist zugleich auch der sparsamste, läßt aber bei außergewöhnlichen Gelegenheiten ungeheuer viel, wie man zu sagen pflegt, „d'raufgehen". Weihspielfestbühne. — (Amerikanischer Humor.) Sie verlebten ein paar schreckliche Augenblicke während ihrer Trauung zu Petaluma und der Vorgang zeigt, wie manchmal das uetnii Ereigniß den Schein einer außerordentlichen Begebenheit annehmen kann- Trauungsceremonie schien in der That sich zu einer großen Affaire zu gestalten. L.9 waren acht Brautjungfern anwesend und die Kirche zeigte sich „vom Parterre bis zur Galerie gefüllt", wie ein dramatischer Kritiker sagen würde- Aber als sie die ihnen je mit Schwung ftd prüfend, fort, ne den Gedanken asammenkomlnk!" waren Kinn und iermanbelt hatten, iche Verwundung st bei Zuf ammen- ,e und es bei den ß bewenden lieft, rth elwas Näheres agte der 11- Con- spöttischen Mißerlegene Mime an velch- das Gefühl lördttnde Einigketl r ungeahnter (Ehrerbietung ver- -er gawn Aag- 8, Gesicht einseif! orooty. ich fit nich aentUd) fo M keines Congressel iefunben haben. Iber - ®iei® indeß eine gewiss! irten aus Calbe ao hem Rasiren zu ichi minder erreg ßirjel oder mit d-' LdlungzuL Derbandsmitglied des »Anfassensb* geistreichen M aW berÄ »Wetter N* ZarbierhnleN' «ISW •®St4«t iS“1' ÄS s» ? abit ’ lb oortb*. drü'uni !8obe baif u IS9'H. Di r”°„m d-«in ' Reichs. luänbem Wunders Dter S*«.»=nn schlicht au[; Mtnbed bet Wüstungen ! »4k» Tochter lnt- zwei fette Hinern. »>' <4en Ochs-n Quantum >81«, H-lii-in Iwnlffy $au(r V*6e*' w. prattifcher vvraefttrn Vor- ids der Parstfal- des Bahnhofes en Leibkoch seine >ie prellwüthigen kl'che Zeit. Am er mir an zwei zugernuthel hatte, est, ÄS! iSgitert« #1» 731) Ueber die Höhe der Kosten, welche die Einrückung einer Anzeige in eine «der mehre Zeitungon verursacht, wird man eich niemals enttäuscht sehen, wenn man von der Annoncen - Expedition von HAA.8EW8TEBRJ «E? VOGLER in Frankfurt a. M. (Karlsruhe, Stuttgart oder München) zuvor Auskunft einfordert, die auch hinsichtfl der für den jeweiligen Zweck geeigneten Blätter auf Grund reicher Erfahrungen und gründlicher Beobachtungen zuverlässigen Rath ertheilt Mr bas Kinderhospital in Bad Nauheim erhielten wir von F. R. 5X, welche wir hiermit dankend quittiren.Die Expedition des „Gießener Anzeiger. angehörigen das Gelernte klar zu machen. „Wenn Du einen Bankerott machen willst," sagte er, „so miethest Du Dir einen Laven; die Maaren erhältst Du, indem Du an große Kaufleute in fernen Städten schreibst und um solche ersuchst; nach einigen Monaten versprichst Du zu bezahlen. Wenn Du genug Maaren erhalten hast, verkaufst Du sie oder bringst sie heimlich fort; dann gehst Du zum Richter und sagst: „Ich bin bankerott, hier sind fünf Pfund, das ist Alles, was ich habe." Der Richter behält vier Pfund und läßt den Bankerott bekannt machen; das eine Pfund erhalten Diejenigen, welche Maaren geliefert haben, zur Theilung. Rach einiger Zeit gehst Du in eine andere Stadt und fängst das Geschäft von Neuem an." habe xurüchutreten fühlte er bereits nach seinem Revolver. „Ich kann SSWWSS -Mt-- !.e^e Frauen rm Osten habe. „Ich ^(a mäst heraufkommen." „Setzen Sie balbverheirathete Mann in Tod sa ßl ? btve Mutter der Braut, während nierbtni' sNo» Nicht baaeoefen.] 1. Ein zwanzig Jahre alter Bayer der noch kein Bier aekuifen. 2. Ein^Redact-ur, dem noch keine G-bichte emgesanbt worben ftnb. 3 ff In Abaeorbnetcr ber noch bei keiner Sitzung gegähnt. 4. Ein Kellner, der ein Tr^kaelb tü hoch findet 5 Ein Bauer, ber mit der Jahreserntc, so ihm ber Himmel b-sche-rt ufriebei, gewesen ist. 6. Ein Ftnanzminister, ber über keine Steuer nach- 7 ffin Itommcr sRafiret es sei benn, baß er stumm von Natur wäre. ^L-^aussrak.'"«'-"-^ Z-7ung d-r ersten Seite an zu lesen beginnt. 9. Eine Zeitung, welche noch nie eine salsche Nachricht gebracht hafi - sKinblicher Leichtsinn s Aus Paris wirb geschrieben: Bor einigen Tagen ainaen imei kleine Knaben burch bie Borstabt be la Mabeleine und theilten aus ihren SSck-n an bie Begegn-nb-n in sr-ig-bigst-r W-ise groß-Golbstücke aus. Am Boulevard angelangt, waK sie den U-b°rr?st zu Boden und schienen mit m-l-mV-rgnüg°n Milan,usehen, wie bie Golbstücke im Sonnenschein umherrollten. Viele Leute hatten sich den seltenen Fall zu Nutze gemacht und erst nach mehreren Stunden kam die Erklärung zu Tage- Die beiden Kinder hatten im Schulhause einen loten Zi^el bemerkt denselben herausgezogen und einen Sack mit Goldstücken gefunden. Die Münren truaendieBüstenLudwigs XIII. und Ludwigs XIV. und wurden wahrscheinlich zur Helt vergraben, als das Edict von Nantes zurückgezogen ward. Die zur Verantwortung gezogenen Kinder finden in ihrem jugendlichen Atter (sie zahlen vier unb sün' Jahre) völlige Entschulbigung für bas leichtsinnige Vorgehen mit Gold unb Gut. bankerott?s Ein Msorihäuptling aus^Neuseelandwar in bie Stadt gekommen. Dort hatte man ihm die Bedeutung des 2Borte§ „faUtrt oder banrerott" erflfirt. Er kehrte nun in sein Dorf zurück und suchte den Stammes- Handel und Verkehr. Gießen, 8. August. Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter per Pfd. X 0.95-1.12, Hühnereier per Stück 5—6 Enteneier per Stück 6—/ X Käse per St. 5—11 H, Käsematte per Stück 3 X Erbsen 1 Liter 24 Lüsten 1 Liter 30 & Tauben das Paar 70—90 Hühner per Stück X 1.00—1.20, Hahnen per SMck ^0.50-1M Enten per Stück 21.80-2.30, Ochsenfleisch per Pfund 66-70^, Kub- und Rindfleisch 54—60 Kalbfleisch 50 bis 54 H, Schweinefleisch 62—64 Hammelfleisch 60—66 Kartoffeln per 100 Kilo JL 5.00—6.00, Zwiebeln per Gentner X 6—8, Milch per Liter 14—18^, Kirschen per Pfund 20—30 X Ganse X 0.00—00, Frankfurt, 7. August. (Getreide-Preise.) Weizen eff. hiesiger und Wetterauer X 00-00, fremder JL 231/2—251/2, Roggen eff. hies. X lb^/2—19, fremder X 17—10, (uprfte eff hies und Wetterauer X 00—00, fremde X 00—00, Hafer eff. hres. X 17 fremder 16—17. Rüböl eff. ohne Faß hiesiges in Parthien von 50 Ctr.' 331/2. Branntwein eff. ohne Faß X 45. Literarisches. Ueber die rüstig vorwärtsschreitende 13. tllustrirte Auflage von Brockhau s ConversationsLextkon ist soeben ein in allen Buchhandlungen gratis zu habender neuer Prospect ausgegeben worden, der geeignet ist, die Vorzüge des Werks ins hellste Licht zu stellen. Derselbe enthält nämlich eine in sechsfarbigem Druck hergestellte Karte: „Nordöstliches Afrika und Arabien" mit einem Carton „Unter-Aegypten^ und eine Schilderung der wegen ihres jüngsten traurigen Schicksals so viel genannten Stadt Alexandria. Diese Proben zeigen an einem recht augenfälligen und zeitgemäßen Beispiele aus einem der zahlreichen in dem Werke dargestellten Wissensgebiete die Nützlichkeit und Gediegenheit desselben. Schiffsbericht. Mitgetheilt von dem Agenten des Norddeutschen Lloyd in Bremen, C- W. Dietz Nachfolger Gießen. Bremen, 6. August. Der Postdampfer Main, Capt. O. Heimbruch, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 26. Juli von Newyork abgegangen war, ist gestern 2V, Uhr Nachmittags wohlbehalten in Southampton angekommen und hat nach Landung der für dort bestimmten Passagiere, Post und Ladung 4 Uhr Nachmittags die Reise nach hier fortgesetzt. Derselbe überbringt 93 Passagiere und volle Ladung. Submission. Die zur Herstellung eines gußeisernen Senkbrunnens von 1,5 Mtr. Lichtweite und Abteufung desselben noth- wendigen Arbeiten und Lieferungen, bestimmt für das Landeszuchthaus Marienschloß, sollen aus dem Submissionsweg vergeben werden. Der Voranschlag hierüber im Betrag von 2800 eX, Zeichnungen und Bedingungen können bis Dienstag den 15. August Vormittags auf unserem Bureau eingesehen werden, woselbst die Gebote in Prozenten, portofrei und versiegelt, mit entsprechender Aufschrift versehen, bis zu dem angegebenen Termin bei unterzeichneter Stelle einzureichen sind, und um 10 Uhr Vormittags eröffnet werden sollen. Friedberg, den 7. August 1882. Großherzogl. Kreisbauamt Friedberg. 5213 Grimm. Bekanntmachung. Die Lieferung des Bedarfs an Fourag* — Heu und Stroh — Biwaksholr und Lagerftroh, sowie bte Drstrrbutron -von Hafer, Brod und Couserven für bie Truppeutheile der 21. Division wahrend ber diesjährigen Herbst-Uebungen m ter 8eit vom 28- August dis einschließlich 20. September er. soll im Weg des Submissionsverfahrens verbungen werben. Zu diesem Zweck ist Termin auf den 14. August ds. Js., Vormittags 11 Uhr, im Bureau ber unterzeichneten Intendantur — Hochstraße 18 — anberaumt. Cautionsfähige Unternehmer, welch' sich über ihre Oualififation genügenb ausweisen können, werben aufgesordert, ihre Offerten mit ber Aufschrift „Submission auf bie Lieferung ber Manöver-Bebürsnisse für bie Truppen ber 21. Division" versehen, versiegelt bis zum Termin bei uns einzureichen. Die Bedarfs-Nachweisungen unb ßiefe= rungsbebingungen liegen in unserem Bureau zur Einsicht aus. 5192 ‘ Frankfurt a- M., ben 4. August 1882. Kgl Intendantur der 21. Division Akt'gemeiner Anzeiger. Zu dem heute statthndenden Jugendfest werde mit Kuchen aller Art früh von 6 Uhr an ausreichend versehen fein. 5221_______August Guhr, MdkNplah. I I I I I I I I I I' HOOOI I I I I I I I I I II t Einen poften t £ rein wollene 1 Buckskin Anzüge f I für Herren und Knaben verkaufe, um * + damit rasch ;u räumen, bedeutend unter + $ dem Preis. + t5053 Hermann Katz, t n || | | | | j a Glis-Ksil)- uni> HeiMmle bewährtester Construction und in allen Grössen, wovon auch Herr Wilhelm Reiber hier eine Auswahl auf Lager hat, empfehlen wir bestens. Aufwand von etwa 3“np™ (xiessener Gaswerk, zum Kochen gebracht. 5211____ Ättffcc , roh, per Pfd. 80 H, M- 1—, al 1.20, 1.40, M-1.50 ^(XffCC gebrannt, stets frisch, per Pfd- JL 1.20., 1.40, X 1.60, Für reinen und kräftigen Geschmack wird garantirt. 4503 Wilhelm Seibert, Marktsimße. Zunge Hühnerhunde verkauft 5159 Londorf. Georg Braun. 5235 Hafer von Vz Morgen auf dem Halm 311 verkaufen- Louis Hahn, Tiefenweg. Arbeitsversteigerung. Donnerstag den 10. August, Nachmittags von 6 Uhr an, sollen nachstehende Arbeiten in dem hiesigen Schulsaal versteigert werden: Pflasterarbeit, veranschlagt zu Jb. 277, Weißbinderarbeit, „ „ „ 24. Rödgen, den 7. August 1882. Großherzogliche Bürgermeisterei Rödgen. 5212 Jnderthal. Freitag den 11. August, Nachmittags " Uhr, sollen im städtischen Pfandlokal (Seltersweg 6) 2 Grabdenkmäler, 2 Grabsteine mit Marmorplatten, 5 Grabkreuze nebst 5 Sockel und 5 Untersockel meistbietend gegen Baarzahlung versteigert werden- Gießen, den 9. August 1882. 5231 Der Pfandmeister Horn. Samstag den 12. August, Nachmittags 2 Uhr, soll das Grummetgras der circa 2 Morgen großen Wiese ber C. Müller s Erben, dem Lenz'schen Felsenkeller gegenüber, öffentlich meistbietend versteigert werden- .ooo Gießen, den 8- August 1882- I. A.: M u l l e r, 4897 Ortsgerichtsmann. Aeikgebotenes. 1882er Incarnat-Kleesamen empfiehlt Wilh.. Seibert, 5233 Marktstraße.___________ Zu verkaufen in Steinbach 2 Bienenhäuser, 1 für 18, 1 für 6 Völker, 8 bevölk- u. 7 leere Dzierzon- stöcke, 1 Zinkschrank für Waben, sonst. Zubehör ; ferner 60 veredelte Rosenstöcke, circa 50 gesunde Wildlinge :c- Näheres^ bei Schreinermeister Arnold daselbst. 5218 WWII 5156 am Kreuz. 3509 Laden mit Wohnung zu vermiethen Chr. Zimmer, Bahnhofstraße. 5157 Ein Laden mit oder ohne Logis zu vermiethen. Näh. bei der Exped. d. Bl. Verantwortliche Redaction: A. Scheyda. - Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Chr.HsH Gietzcu? end * bedeutet Schnellzug. Die fetten Ziffern die Nachtstunden. Meine Melange-Kaffees stets frisch gebrannt, führen sich dauernd in weiteren Kreisen ein und dürfte dies als deutlichster Beweis ihrer Vorzüglichkeit gelten. Empfehle solche zu Mk. 1 —, 1.20, 1.40 und 1.60 per Pfund, sowie mein großes Lager in rohen Caffe s zu Mk. 0.70, 0.80, 92 Pf Mk. 1.00, 1.10, 1.20, 1.30, 1.40 und Mk. 1.50 per Pfund. 2191 S- Hlsoffer, Marktstraße. Ankunft in Gießen von: Frankfurt l12, 8", 939 *, 11up pojaj asü rVv-K rrasqa uj^ ^9 5229 Möbl. Zimmer mit und ohne Penston. Gartenwohnung. _________ Seltersweg 66. 5230 Eine schöne Wohnung in meinem Hause ist zu vermiethen. Krausgrill. 4846 Ein größeres und ein kleines Famlienlogis zu vermiethen und alsbald zu beziehen im „Darmstädter Haus". 4267 Eine große Scheuer mit Stallung billigst zu vermiethen bei Robert Stuhl, Neustadt. 4950 Ein schöner Pferdestall (f. 2 Pferde) mit Burschenstube sofort zu vermiethen. ___________________Nordanlage 1222. Ougendfeft am 9. August. Die Aufstellung des Fcstzuges erfolgt mittags von ‘M Ubr an in Oswalds Garten. Er marschirt um J/22 Uhr ab nach dem Philosopbcnwald und nimmt dabei seimn Weg durch Neustadt Marktplatz, Neuenbäuen und Grünberger Straße. Der Heimmarsch erfolgt so frühzeitig, daß die Kinder mit cinbrechenver Nacht ru Hause find. 5232 Das Comite. Römerstraße 56. Bad Ems. Römerstraße 56. § I und Roth mit Gurten undMIIehkuraiigtaU Im mittleren Punkt der Stadt in der Nähe der Promenaden und Bäder ^e^fion^’ pyeig von JL 4(2—6. Curgemäße anerkannt gute Küche. Besitzer: E. Roth