tta Grstes Blatt. Sonntag betl 9. Juli 1882, Gießener Anzeiger Amts- imb Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. ----— --- ~ . „ o . . s , Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Schulstraße B. 18. Erscheint täglich nut Ausnahme des Montags. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Kapelle des » r Gerhardt ibünenplätzen rite. mit Stallung jit elloff (6 Simmet tu) esSrn.Pfarrer ;r anderweit 3» gftubftch. offtr. C. 126. n Materialienver- er5 bisher bc- t versehungshalbcr tig zu vermieten, her beziehbar. ins m der M ^ifüermuS1 'llung HU a.rfSSt ? *»(?# i* M°-'S ud)1 . spHi jchen Zeiten )rten »gSM Amtlicher Hheil. Gießen, am 7. Juli 1882. Betreffend: Maßregeln zur Verhütung der Weiterverbreitung von Scharlach und Diphtherie im Kreise Gießen. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Grotzherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Das nachstehende Schreiben Großherzoglichen Kreis-Gesundheitsamtes Gießen vom 27. v. M. theilen wir Ihnen unter der Auflage mit. nach Maßgabe desselben zu verfahren. Dr. Boekmann. Betreffend: Wie oben. Gießen, am 27. Juni 1882. Das Großherzogliche Kreis-Gesundheitsamt Gießen an Großberzogliches Kreisamt Gießen. In einer an uns gelangten Verfügung Großherzoglichen Ministeriums des Innern und de:: Justiz, Abtheilung für^öffentlicheenip^It diese Behörde die Desinfection, namentlich die Ausschwefelung von Zimmern und Räumen, in welchen Diphtherie- oder Scharlachkranke gelegen haben, solchen Personen zu übertragen, welche entweder schon mit dem Verfahren vertraut sind, oder doch von uns hierzu instrmrt ^em Es durfte demnach zweckdien ich erscheinen, die Großh. Bürgermeistereien anzuweisen, daß sie sich nach geeigneten und zuverlässigen Personeil »tuschen, die emtreknden Falls drDesmectron b- sorgen. Da wo Heilgehülfen, frühere Militärkrankenivärter oeer sonst zum Sanitätsdienst früher beordere Soldaten sich bestnden, können diese wohl da^ gewonnen iverden und alsdann ein und derselben Person die Ausführung gleichzeitig für mehrere benachbarte Orte übertragen werden ^erauchinGem^ nicht ansässig sind, dürfte wohl sonst Jemand gefunden werden, der sich von uns mstruiren ließe und alsdann nothigenfalls die Desinfection besorgen konnte. Es dürfte sich wohl empfehlen, solchen Leuten schon Unterweisung zu ertheilen, wenn auch noch keine der oben genannten Krankheiten an einem bestimmten ~>rte aus- Getreten' jedenfalls wäre jedoch Jemand zu mstruiren sobald in Folge vorgekommener Erkrankungsfälle Desmfeetron nothrg geworden stt. , getreten, ^eisamt Gießen das ganz ergebenste Ersuchen zu richten, die Großh. Bürgermeistereien in der geeignet scheinenden Werfe bedeuten zu wollen.Dr. Glasor. 1 goldene Uhr (im Bahnhof dahier gefunden). Gießen, am 8. Juli 1882. Gefundene Gegenstände: 1 Korallenbroche, 1 Handtuch, 1 Cigarrenetui, 3 Bücher, 1 alte Pistole, 1 Deckel einer Milchkanne, 1 Schraubenzieher, 1 Kette, mehrere Schlussel, Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius. Bekanntmachung. Sei der am 7. (. M. vorgenommenen Wahl sind zu Mitgliedern des Vorstandes der israelitischen Religionsgemeinde dahier gewählt worden: Herr Äron Stern mit 37 Stimmen, Herr Joseph Stern?mt 27 Stimmen. Es wird dieß mit dem Anfügen öffentlich bekannt gemacht, daß während Ä^Tagen, nämlich den W., 11. unfr 12. d. M., das ^h^otokoll nut ^llen Anlagen auf dem Bureau des 1. Vorstehers, Herrn Meier Homberger, offengelegt sein wird und daß während der unerstrecklrchen Fnst drejer drei ^.age jeder Stimmberechtigte, sowie jeder Gewählte von dem Wahlprotokoll und deffen Anlagen Einsicht nehmen und auch Einwendungen gegen bte Wahl, ooer gegen die Gewählten, beziehungsweise auch Ablehnung der Wahl, bei Vermeidung des Ausschlusses bei Großherzoglichem Krersamt Greßen vorbrrngen kann. Gießen, den 8. Juli 1882. Der Wahl-Commissär: Dr. Hoffmann, Regierungsrath.___ Deutschland. Berlin, 5. Juli. Wegen gegenseitiger Zulassung der in der Nähe der Grenze wohnhaften Medicinalpersonen zur Ausübung der Praxis ist zwischen Deutschland und Oesterreich-Ungarn in ähnlicher Weise, wie es zwischen Deutschland und Belgien, bezw- den Niederlanden durch Convention vom Februar 1873 geschehen, folgende Ueberemkunft beschlossen worden: Art. 1. Die deutschen Aerzte, Wundärzte, Thierärzte und Hebammen, welche in der Nähe der deutsch.österreichischen Grenze wohnhaft sind, sollen das Recht haben, ihre Berufsthätigkeit auch in den österreichischen, in der Nähe der Grenze belegcnen Orten in gleichem Maße, wie ihnen dies in der Heimaih gestattet ist, auszuüben, vorbehaltlich der im Art. 2 enthaltenen Beschränkung, und umgekehrt sollen unter gleichen Bedingungen die österreichischen Aerzte, Wundärzte, Thierärzte und Hebammen, welche in der Nähe der österreichisch - deutschen Grenze wohnhaft sind, zur Ausübung ihrer Berufsthätigkeit in den deutschen, in der Nähe der Grenze belegenen Orten befugt sein. Art. 2. Die vorstehend bezeichneten Personen sollen bei der Ausübung ihres Berufs in dem andern Lande zur Selbstverabreichung von Arzneimitteln an die Kranken, abgesehen von dem Falle drohender Lebensgefahren nicht befugt sein. Art. 3. Die Personen, welche in Gemäßheit des Art. 1 in den in der Nähe der Grenze belegenen Orten des Nachbarlandes die Heilkunst ausüben, sollen nicht befugt sein, sich dort dauernd niederzulassen oder ein Domicil zu begründen, es sei denn, daß sie sich der in diesem Lande geltenden Gesetzgebung und namentlich nochmaliger Prüfung unterwerfen. Art. 4. Es gilt als selbstverständlich, daß die Aerzte, Wundärzte, Thierärzte und Hebammen eines der beiden Lander, wenn sie von der ihnen im Art. 1 dieser Ueberemkunft zugestandenen Befugniß Gebrauch machen wollen, sich bei der Ausübung ihres Berufs in den in der Nähe der Grenze belegenen Orten des anderen Landes den dort in dieser Beziehung geltenden Gesetzen zu unterwerfen haben. Außerdem wird jede der beiden Regierungen ihren Medicinalpersonen anempfehlen, bei den in Rede stehenden Anlässen die in dem anderen Lande bezüglich der Ausübung der Heilkunst erlassenen Administrativ - Vorschriften zu befolgen. In einem fünften Artikel wird bestimmt, daß die Vertragsbestimmungen sechs Monat nach etwa erfolgter Kündigung seitens einer der vertragenden Regierungen erlöschen, ferner, daß sie ratificirt und die Ratificationen möglichst bald ausgewechselt werden sollen. — Die Fortschrittspartei gibt vom 25. August ab in Berlin ein billiges und populäres Wochenblatt für Stadt und Land heraus unter dem Titel: „Der Reichs- sreund". Herausgeber sind die Reichstagsabgeordneten Hugo Hermes, Ludolf Parisius, Eugen Richter. Das im Umfange eines Druckbogens erscheinende Wochenblatt wird nach Art des secessionistischen „Deutschen Reichsblattes" auch einen nicktpolitischen, für Erzählungen und dergleichen bestimmten Theil haben. Postabonnement vom 25. August bis 30. September 20 H, vom 1. October bis 31. December 50 H. Krankrclch. Marseille, 6. Juli. Unter den 355 mit dem Dampfer „Sarthe" heute eingetroffenen Arabern befand sich ein gewisser Hussein Ben Hassan aus Tunis, welcher nach dort zurückkehren wollte, aber hierhergebracht und der Behörde überliefert wurde, weil er auf der Fahrt den Capitän infuttirt und mit dem Tode bedroht hatte und andere Araber aufzuwiegeln versuchte, so daß er gefesselt werden mußte. Das Gerücht bezeichnet Hussein als einen Agenten Arabi Pascha's, der beauftragt sei, nach Tunis zu gehen und dort gegen die Franzosen aufzuwiegeln. Telegraphische Depesche«. Wolff's tclegr. Corretpondrn,.Bureau. Berlin, 7. Juli. Wie die „Poft" mittheilt, ließ ihr der ehemalige Finanzminister Bitter die Erklärung zugehen, daß er den Enthüllungen der „Nat.-Ztg." Über seinen Rücktritt absolut fremd gegenübergejtonben habe. — Der „Reichs-Anz." publicirt die Ernennung Burchard s zum Staats- fecretär des Reichsschatzamts unter Verleihung des Charakters als Wirkt. Geh. Rath mit dem Prädicat Excellenz. . hielt Beute Berlin, 7. Jul,. Das Central-Comite der H^Eb«LtEüieSitzuna?Es Nachmittag im Bürgersaale des Rathhauses unter V°rs-S H°brecht s eine Ligung c wurde beschlossen, die Ausstellung 1883 mrs dem alten?tafc» m.em ©oMpttau aus Glas und Eisen zu eröffnen- Hobrecht theilte mit, der «aller yaoe uun u einen B-dÜrsniß-Zuschntz »onlOO.OOO^ bewilligt. eon geftern gemeldet, der Ät de?Gärnis?7von Alerandrien habe ^S^^Tumefn^^n sch« versichert, daß die angeblichen MMmi7?er B«u"Eän worden seien, noch ftattfinden würden. die wohlbekannte Humanität des Admirals. gemeldet, daß die - Den „Da.ly N-ws wwd aus «drien g^l S Arbeiten an den Forts eingestellt worden let , ’n'banten darauf wiederholt müdes Sultans. Admiral Seymour ha mjt Nachdruck werde entgegengetreten geteilt, datz jeder Wiederaufnahme der Arbeiten m^t^^ @|braUar Qb. _ Das Kr!eg7am7hZ M?F7?°7ysirmscheBrunn^nröhren und 40 Taucherapparaie zur Ver- wendung in Egypten bestellt. In Beantwortung einer Anfrage North- coteJö erklärt Gladstone, der Regierung seien keinerlei oeunruhtgende Nachrichten aus Alexandrien aj)ij0 „Salamis" ist nach Brindisi abgegangen, um den General Evelyn Wood von dort nach hier abzuholen. Das Kanalge- Lokales. Gießen, 8. Juli. Dem Präsidium der hiesigen Rudergesellschaft ging folgende Depesche zu. Allerhöchsten Auftrage die Mittheilung, daß Seine König!. Hoheit der Großherzog in Folge Besuchs verhindert sind, der II. Hessischen Vereins- Regatta zu Gießen beizuwohnen. gez. von Werner, Hofjägermeister. — Die Leiche des zweiten am Sonntag bet der Badenburg ertrunkenen Knaben wurde gestern Mittag oberhalb des neuen Wismarer Stegs von Sand-Baggerern aus der Lahn gefischt. schwader tritt heute Abend mit zwei Regimentern Infanterie und einer Genie- । Abteilung die Fahrt nach Alexandrien an, außerdem sollen noch von zwei Transport-Dampfern je 200 Mann an Vord genommen werden. London, 7. Juli. Aus Alexandrien wird berichtet: Um 7 Uhr gestern Abend ist die Antwort auf Seymours Ultimatum eingetroffen; es ist von der Regierung oder Arabi nicht nur vom Platzkommandanten Fulwa Bey unterschrieben. Die Antwort ist durchaus ausweichend und unbestimmt; Egypten habe keine feindseligen Absichten und appellire an die Humanität des Admirals. Die Aufregung ist hier eine außerordentliche. Ob die Schanzenarbeiten überhaupt eingestellt sind, ist nicht zu erfahren. Die Haltung der britischen Flotte ist unverändert; die Schiffe liegen mit offenen Geschützpforten bereit, reden Augenblick das Feuer zu eröffnen. Es heißt, Arabi sei emaeschüchtert, namentlich durch das Auftreten Derwisch's, welcher ihm erklärte, er werde das Land nicht verlassen und Namens des Sultans in bestimmtester Weise den Befehl wiederholte, alle Arbeiten einzuftellen; gehorche Arabi diesem Befehle nicht, so werde Derwisch ihn seinem Schicksal überlassen und obreisen. — Aus Alexandrien von gestern Abend 11 Uhr wird gemeldet: Seymour erklärt die ihm ertheilte Antwort für ungenügend und beorderte alle unter seinen Befehl gestellten Verstärkungen an Schiffen hierher. Petersburg, 7. Juli. Das „Journal de St- Petersburg" sagt mit Bezug auf die Kölner Korrespondenz der „Agence Havas" über den Einfluß Deutschlands: Sicherlich höre die Pforte gern auf die Stimme des deutschen Reichskanzlers wegen des großen Ansehens desselben und weil Deutschland weniger directe Interessen im Orient habe, als andere Mächte; allerdings verliehen diese Thatsachen den Rathschlägen Deutschlands in Konstantinopel ein besonderes Gewicht. Es sei aber der französischen Correspondenz gegenüber zu constatiren, daß diese Rathschläge stets darauf gerichtet gewesen seien, der Pforte eine weise Mäßigung zu empfehlen. Die Pforte werde nur sich selbst die Schuld zuzuschreiben haben, wenn ihr Verhalten in der egyptischen Frage ihr Ansehen im Orient mindern sollte. Petersburg, 7. Juli. In der Gesetzsammlung wird ein kaiserlicher Ukas veröffentlicht, wonach Weine, Spiritus, Arak, Rum, Franzbranntwein, Liqueure, Spirituslacke und Porterbier, welche in Fässern und Flaschen aus fremden Ländern nach Transbaikalien und nach dem Amur- und Oceanufer- Gebiete eingeführt werden, einem hohen Zolle unterliegen. Moskau, 7. Juli. General Michael Skobeleff ist im „Hotel Duffaux" plötzlich gestorben. Alexandrien, 7. Juli. (Meldung des „Reuter'schen Bureaus"). Die Befestigungsarbeiten haben seit der Absendung des Ultimatums des Admirals Seymour vollständig aufgehört. Während einer gestern von der See aus vorgenommenen Recognoscirung zählte man auf den Erdwerken um den Hafen von Alexandrien herum 98 Geschütze, die sämmtlich mit der Mündung nach dem Hasen gerichtet waren. Fast alle Handelsschiffe sind nach dem äußern Hafen gegangen und haben den innern Hafen für das Geschwader der Kriegs- schiffe sreigelassen. Ein englisch-französischer Mdzug gegen Egypten in Sicht. Die egyptische Frage spitzt sich zu einer jähen, stürmischen Lösung zusammen. England und Frankreich, welche Lebensinteressen an den Ufern des Nil, in Alexandrien und Kairo, zu vertheid-gen haben, sind zu der Ueberzeugung gelangt, daß, so lange Arabi Pascha seine maßgebende Stellung in Egypten behält, tue und nimmer die alte Ruhe in das Pharaonenland zurückkehren und niemals England und Frankreich seine alte Stellung daselbst wieder einnehmen können. Beide Großmächte, zumal England, erklären Arabi Pascha als den Führer einer Revolutionspartei, die durch Handlungen des Ungehorsams die Autorität der vtceköniglichen Regierung untergraben habe und sicher auch zukünftig bet passenden Gelegenheiten aufs Neue seinen Ungehorsam wiederholen und die staatliche Ordnung in Egypten ständig gefährden werde. „Arabi Pascha muß entfernt, muß unschädlich gemacht werden", dies ist daher jetzt die Parole ^Uglands und Frankreichs in der egypttsche» Frage geworden. Der Sultan, der Ober- lchnsherr Egyptens, ist allerdings noch anderer Meinung, er will Arabi Pascha entweder erhalten sehen oder ihn durch ein passendes Jntriguenstückchen ohne Krieg und ohne Schwertstreich beseitigen. Damit sind aber England und Frankreich nicht einverstanden, sie verlangen in Hinblick auf ihre gefährdeten Interessen eine loforttge Beseitigung Arabi Pascha's und weil der Sultan dies ablehnt, der Vicekönig von Egypten aber ganz machtlos ist, um sich des über das egyptische Heer und die Flotte verfügenden Arabi Pascha zu entledigen, so sind England und Frankreich entschlossen, durch einen gemeinschaftlichcn Feldzug in Egypten dort selbst Aradi Pascha zu beseitigen und die Autorität des Vicekömgö wieder herzuftellen. Nachrichten aus London, Paris und Alexandrien lassen über diesen Plan keinen Zweifel, denn in den Kriegbhäfen Englands und Frankreichs wird in aller Eile ein Expeditionscorps ausgerüstet, alle beurlaubten Martnesoldaten einberufen, große Transportschiffe gemiethet u. s. w. Auch haben die Befehlshaber der englischen und französischen Flotte vor Alexandrien strenge Befehle erhalten, die Armirung der Hafen- befestigungen durch Arabi Pascha zu verhindern. Im Uebrigen glaubt man überhaupt nicht, daß Arabi Pascha mit seinem Heere dem englisch-franwsischen Expeditionskorps große Hindernisse entgegenzusetzen im Stande ist, denn das nur 20,000 Mann zählende egyptische Heer steht nicht im Rufe einer besonderen Kriegstüchttgkeit. Schwieriger würde Arabi Pascha allerdings zu besiegen sein, wenn das gesammte fanatische Araber- thum Egyptens sich auf seine Seite stellt und einen Glaubens- und Rassenkampf gegen die Engländer und Franzosen kämpft. Jedenfalls stehen in Egypten in Hinblick auf bie englisch-französische Expedition ganz g:waltige Catastrophen in Aussicht. Aber fast alle Europäer sind schon aus Egypten verjagt worden, Anarchie und Elend herrschen bereits im ganzen Lande und wenn England und Frankreich, ja ganz Europa nicht allen Credit, alles Ansehen und sein dort angelegtes Geld verlieren will, so bleibt tben nur die englisch-französische Intervention mit Waffengewalt übrig. Alle Welt wird nun wohl fragen, was denn bie europäische Conferenz zu diesem Vorgehen Englands und Frank, eichs sage. Die Conferenz der Großmächte hätte jedenfalls nur die Aufgabe, die Interessen Englands und Frankreichs in Egypten im Einklänge mit denjenigen Europas und des Sultans zu regeln- Friedliche Vo> schlage helfen nichts, der Sultan lehnt es ab, militärisch in Egypten etnzuschreiten, also blieb der Conferenz nichts übrig, als England und Frankreich das Executionsmandat gegen Arabl Pascha zu ertheilen, wobei beide Großmächte das Versprechen abgegeben haben, Egypten nicht in ihren Besitz zu nehmen, sondern dort nur den durch die Verträge mit den Großmächten und dem Sultan gewährleisteten ßtatus quo unter der Herrschaft eines Vicekönigs wieder herzuftellen. Dies ist jetzt der zu einer harten Lösung treibende Zustand der egyptischen Frage, die nur dann einen anderen Verlauf nehmen kann, wenn plötzliche Entschließungen des Sultans oder Arabi Pascha's die Lage ändern- — Vermischte-. Mannheim, 6. Juli. Die Vorarbeiten zu dem vom 9. bis 16. Juli dahier abzuhaltenden VI. Verbsndschießen sind in der Hauptsache beendet, die Festbauten, Portal, Fefthalle, Gabentempel, Schießstände stehen fertig ba,„ an die innere Ausschmückung wird die letzte Hand gelegt, mit dem Schmucke der Häuser der Stadt wird schon jetzt begonnen, so daß unsere Festgäste würdig empfangen werden. Das Verzeichnis der Ehrengaben war bis jetzt ein reichhaltiges, 140 Gaben über 11000 JL. Werth repräsentirend sind bis gestern schon eingegangen, dazu kommen noch für circa 1600 JL vom Comtt6 und der hiesigen Schützengesellschaft aus eigenen Mitteln angekaufte Ehrengaben, dann die aus den Einsatz n gegebenen reichen Baardotirungen. Angemeldet sind dis gestern über 500 Schützen, so daß nach alten Erfahrungen wohl auf über 1000 Schützen gerechnet werden darf. Der Feftzug am 9. b. (Vormittags 11 Uhr beginnend) wird nach dem ausgegebenen Programm brillant werdm. Die Festwirthschaft ist in den bewährten Händen der Herren Adlon und Bruch aus Mainz. Die zum Feste beschafften vorzüglichen Getränke werden munden. — Bei der jetzigen Gewitterperiode wollen wir einige alte Vorsichtsmaßregeln beim Ausbruch eines Gewitters in Anregung bringen, die nicht immer beachtet werden. Man hüte sich, in Gebäuden in einer unterbrochenen Leitung die vorhandenen Lücken mit seinem Körper auszufüllen. Am gefährlichsten sind die Stellen unter Kronleuchtern, unter Drahtzügen, in der Küche unterm Rauchfang. Auch die Nähe der Spiegel, welche hinten mit Metall belegt sind, sowie die Nähe größerer Metallmassen kann die Gefahr vermehren. Der beste Platz ist die Mitte einer hohen Stube; in einem niedrigen Zimmer thut man besser, zu sitzen als zu stehen. Das ängstliche Schließen der Fenster eines mit Menschen angefüllten Raumes vermehrt nicht blos unnöthiger Weise die Schwüle und Beklommenheit, sondern auch die Gefahr des Erstickens in dem Falle, daß wirklich ein Blitzstrahl in das Zimmer dringen sollte. Zuglust, zumal trockene, vergrößert die Gefahr nicht. Das Feuer auf dem Küchenherde lasse man ausgehen, da aufsteigender Rauch dem Blitz den Sprung nach dem Schorn» steine erleichtert- Auf der Straße ist man in der Nähe von Mauern, vorzüglich unter Thüren und Thorwegen, mehr gefährdet, als in der Mitte der Straßen; besonders müssen solche Stellen, wo das Wasser von den Dächern läuft gemieden werben. Das Stehen unter Bäumen ist gefahrvoll. Es kann Gefahr bringen, im flachen Felde als einziger hoher Gegenstand dazustehen; besser ist es, sich in der Nähe eines hohen Baumes, etwa 10 Schritte von den längsten Zweigen entfernt, zu befinden. Schnelles Laufen vermehrt die Gefahr nicht unwesentlich- — Ein recht kurioser Druckfehler, offenbar einer recht verdammenswerthen Undankbarkeit entsprossen, verunzierte jüngst den Dankbericht des Bürgermeisters einer abgebrannten Gemeinde in der Normandie über bie eingelaufenen Spenben. Da hieß es nach der Darstellung des Brandelends: „Et il se trouvait des änes charitables qui etc.“ und es fanden sich wohlthätige Esel, welche u. s. w-, anstatt ämes charitables, wohlthätige Seelen Absichtlichkeit liegt natürlich fern, dürfte aber um so eher von Böswilligen vermuthet werden, als die Normands in ganz Frankreich als arge Geizhälse bekannt sind, welche die ämes charitables leicht für änes halten dürften- — Carl Vogt erzählt von einer feiner Reisen im Winter über den St. Gotthardt- Bei Hospenthal angekommen, spähten wir nach der Karawane, die hinter uns im Schnee stecken geblieben- Was ist vorgegangen? schrie der Hauptführer, der den ganzen Zug commandirte, den ersten Postillon an, der in Hörweite kam. — „Das graue Roß ist über bie Brücke gepurzelt, wir haben es soeben wieder heraufgeholt." — „Weiter nichts? Ich hab es gleich gesagt, ich wollte das Roß nicht nehmen, aber der Posthalter hat es mir aufgezwungen. Vorwärts!" — „Um Himmelswillen, sage ich, und die Reisenden?" — „Es ist nur ein Engländer gewesen — er hat einen hübschen Purzelbaum geschlagen und stak mit dem Kopfe voran im Schnee und fuchtelte mit den langen Beinen in der Luft herum, bis wir ihn herauszogen", sagte lachend der Postillon! — „Nur ein Engländer!" rief der Führer. Macht nichts! Hüh!" Kassel, 6. Juni. sDie Hinrichtung des Vatermörders Jakob.j Heute früh 6 Uhr ertönte bie Armesünderglocke von ber Unterncuftäbter Kirche unb verkündete den Umwohnern, daß der Vatermörder Jakob zum Richtplatz geführt wurde. Nachdem vor einigen Tagen die Allerhöchste Entschließung eingetroffen war, welche die Begnadigung ablehnte, waren die Vorbereitungen zu der Hinrichtung in aller Stille getroffen- Gestern traf der Scharsrichter Krauts aus Berlin mit seinen Gehilfen ein und ebenfalls die Frau des Delinquenten, welche gestern bis spät Abends und heute früh bet ihrem Manne in der Zelle war- Jakob empfing gestern den Zuspruch des Gefängnißgeistlichen, Metropolitan Hochhnth, dem gegenüber er eine aufrichtige Neue über sein Verbrechen zeigte unb ein umfassendes Geständniß desselben ablegtc. Die Erzählungen von einem Angriff seines Vaters, nut welchen er vor den Geschworenen feine That halte beschönigen wollen, gab er als unwahr an. Die „Henkersmahlzeit" wurde dem Delinquenten gestern in Form von Rindsbraten und einer Flasche Rothwetn verabreicht. Nachdem der Richtblock gestern Nachmittag auf dem inneren Hofe des Landgerichtsgefängnisses aufgeschlagen war, wurden im Laufe der Nacht sämmiliche nach dem Hof liegende Zellen des Gefängnisses von ihren Insassen geräumt. Heute früh um 6 Uhr versammelten sich an ber Richtstätte bie Beamten ber Staatsanwaltschaft, ber Landgerichtspräsident, der Untersuchungsrichter, mehrere Mitglieder des Landgerichts, sowie der Vertheidiger des Angeklagten unb zwölf auf Einladung des Herrn Oberbürgermeisters als Zeugen erschienene hiesige Bürger. Noch ehe die Vorbereitungen gänzlich beendet waren, wurde der Verurtheilte auf den Richtplatz geführt, mußte aber nochmals in das Gebäude zurückgebracht werden. Nachdem der Scharfrichter Krauts tm Frack, Cylinder und weißen Handschuhen sich hinter einem Tisch ausgestellt hatte, erschien Jakob wieder in Begleitung des Herrn Metropolitans Hochhuth- Herr Staatsanwalt Wilhelms verlas das Todesurthe'l, überreichte es dem Scharfrichter unb forderte ihn auf, seines blutigen Amtes zu warten. Der Angeklagte kniete darauf vor dem Block nieder unb verrichtete ein Gebet, wiederholte auch mit leiser Stimme bas Be- kenntniß feiner Schuld. Darauf trat er Himer den Block und kniete nieder, worauf zwei Gehilfen des Scharfrichters seinen Kopf in der zu diesem Zweck am oberen Rand desselben angebrachten Aushöhlung durch Ueberziehen einer Leberkappe festschnallten, während zwei andere seine Hände auf dem Rücken befestigten. Alsbald führte Krauts den tödtl'chen Streich mit dem Handbeil, welcher sofort den Kopf vom Rumpfe trennte. Aus demselben sprang ein Blutstrom hervor, welcher den vor dem Block gestreuten weißen Sand weithin roth färbte. Die Gehülfen des Scharfrichters legten alsbald den entseelten Körper in den bereit gehaltenen Sarg unb in wenigen Minuten war bie ganze traurige Handlung beendet- Das Benehmen des Delinquenten war ein durchaus würdiges und gefaßtes. Die heutige Hinrichtung ist die elfte, welche rc- Krauts nach der des Kaisermörders Hödel vollzogen hat. Dem Vernehmen nach wird er bereits in wenigen Tagen wiederum in Berlin in Thätigk-it zu treten haben- Wie uns mitgetheilt wurde, erhielt der Nachrichter für die Ausübung seines schweren Amtes 500 JC. (Hess. M ) — lieber den Stephanien, der im Londoner Alexandra-Palast einen Wärter Namens Charles Hodges dieser Tage getödiet hat, erzählen Londoner Blätter interessante Einzelheiten. Derselbe wurde bekanntlich bei den Vorstellungen in Myers Cirkus benützt. Wie der Unfall sich zugetragen haben mag, hat auch die^Untersuchung nicht genau feftzuftellen vermocht- Das Thier war schon alt, gewöhnlich äußerst fromm und wurde, da es blind war, „Blind Bill" genannt- Der Verstorbene, ein noch junger Mann, verrichtete in ber Regel die Dienste eines Stallknechtes und behandelte die feiner Obhut anvertrauten Thiere nicht sehr gut. Nach ber Aussage bes Stallknechtes Wilkinson hatte ber Elephant am Sonntag Morgen seinen Rüssel in einen Kübel mit Futter gesteckt, ben Hodges mit den Worten: „Geh weg, Bill!" mit dem Fuße fortgeschoben, worauf der Elephant ihn angegriffen und gegen die Wand gedrückt haben soll- Für die bekannte Klugheit der Elephanten neuerdings zeugend, war die Aussage des Clrkusbesitzers. Nach Myers Angabe hatte vor etwa 13 Jahren ein Wärter dem Elephanten ein Auge ausgestochen, in Folge deffen das Thier später auf dem anderen Auge ebenfalls erblindet war. Der Wärter war wegen seiner Grausamkeit sofort entlassen worden, betrat aber zwei Jahre später in Brighton zufällig den Stall, in welchem sich das Thier befand und schlug den Elephanten mit den Worten: „Das ist das alte Vieh, dem ich meine Entlassung verdanke!" auf die Flanken. Der Elephant schien die Stimme seines Verfolgers wiedererkannt zu haben, denn er drehte sich sofort um unb drückte denselben dermaßen gegen die Wand, daß ihm die Augen aus dem Kopfe traten, so daß dieselben bis zum heutigen Tage noch ganz verdreht geblieben sind. Eine ähnliche Fehde soll nun auch zwischen Hodges und „Blind Bill" geherrscht haben; denn, wie Herr Myers mittheille, ging Hodges, der damals noch ein Gemüsehändler war, vor etwa acht Monaten in Reading mit zwei Körben voll Gemüse an dem Elephanten vorbei, der das Gemüse anneettrte und unter dem Gelächter der Umstehenden ganz gemüthlich verzehrte. Hierüber erbost, versetzte Hodges dem Thiere mit einem Federmesser einen Stich in den Rüffel und von dem Augenblicke an scheint sich die Feindschaft zu bativen, die in dem Tode Hodges' culminlrte. Uebrigens war Herr Myers ber Ansicht, bas Hobges das Thier mit der Heugabel mißhandelt haben müsse, da die Lippen desselben deutliche Spuren von Verletzungen trugen. , (S«6/T mit Ahr 1881 1880 1879 1878 1877 1876 1875 1874 1873 1872 187 t 1870 1869 1868 1867 1866 1865 1864 1863 1862 1861 1860 Kein jtttn glitte J?(in W1 Nach' Kein gjlitti Am' Früh Nach Kem Kein Kein Kein Naä Naci 9tai Reg Ad' Von den 22 Siede Keinen Regen - Die Durchschnitts Jahr in ob Nach ben acht reg 147 Regent Nach ben 14 Siel Ganzen 24t Darnach h vier Wochen auf Pi-ophezeihung voi - Aus de Mama und M6 oergeffen Hai, de beschäftigt, ihren s Kater. „Wo foir „Das ist der Katz - sEin I erzählt folgende (J tbümlicher Weise Menschenfresser g fraßen. 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Nachmittags regnerisch Am Tage oft Regen Früh Regen, am Tage regnerisch Nachts Regen, am Tage oft Regen Kein Regen Kein Regen Kein Regen Kein Regen Früh Regen Nachts Regen Nachts Regen Nachts Regen Regentag Abends etwas Regen Resultate: Sicbenschläsertagen der Jahre 1860 bis 1881 hatten Regen Di°"Du?chschnütszahl der'Regentage'vom'28. Juni bi 31. Juli' betrug Nach 31. Juli im Ganzen Nach den" 1^t"b°enlläffrtaßen denen -s regnete, folgten bis 31. Jult im Ganzen 242 Regentage, also irn Jahre durchschnittlich . . • • • • • Darnach hätten wir im Durchschnitt auch m diesem Jahre für dre nächsten vier Wochen auf ebenso viele regenlose als regnerische Tage zu hoffen. Die alte Prophezeiung vom Siebenschläfertag ist also trügerisch. — Aus der Kinderwelt erzählt der «Voltaire" folgendes lustige,A"^otchen: Mama und B6b6 gehen auf die Terrasse, um nachzusehen, ob die Köchin auch nicht vergessen hat. der Katze ihr Fressen hinzustellen. Sie stnden die Katze bereits damit befdmftiat ihren Teller auszuschlürfen und zwar in Gemeinschaft mit einem mächtigen Kater. „Wo kommt dieses Thier her?" fragte die Mama. Und B4b6 antwortete: „Das ist der Katze ihr Soldat!" - (Ein Wiedersehen unter Menschenfressern.^ Das „Journal de Charleroi" erzählt folgende Geschichte: „Der Jahrmarkt zu Gilly ist am Sonntag Abend m eigen- tbümlicher^Weise gestört worden. Unter den Schaubuden befand sich eine, worin echte Menschenfresser gezeigt wurden, die lebende Kaninchen u. dergl. vor dem Publikum fraßen Die letzte Vorstellung des Abends sollte gerade beginnen, die Trompeten und die dicke Trommel machten ihren üblichen Lärm, als plötzlich eine schnlle jugendliche stimme sick hören ließ die Papa! Papa! rief. Der lüngste Mensckenfresser, ein scheinbarer Neger und gekettet wie die andern, hatte unter den Zuschauern seinen Vater erkannt Der arme Junge war vor etwa zehn Jahren aus Mont^gny sur Sambre entführt worden und hatte diese ganze Zeit mtt den angeblichen Menschenfressern herumziehen müssen. Der Vater hatte Anfangs Muhe seinen Jungen unter der Verkleidung und Bemalung wieder zu erkennen, aber die Identität stellte sich doch endlich heraus.^ Als das Publikum den Vorgang begriffen hatte, stürzte es sich auf die Schaubude und riß sie nieder. Die Menschenfresser halten sich bei Zeiten geflüchtet und bie (!) . . 14 Casse mitgenommen." Schisfsbericht. Mitgetheilt von dem Agenten des Norddeutschen Lloyd in Bremen, C. W. Dietz Nachfolger Gießen. Bremen, 6. Juli. sPer transatlantischen Telegraph.^ Der Postdampfer Salier. Capt. A. Jaeger, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 21. Ium non Bremen adgegangen war, ist heute wohlbehalten in Newyork angekommen. r^iehenfAI5fertaa.l Im Anschluß an den Artikel in Nr. 155 d. Bl. geben . die Resultate der Beobachtungen der Leipziger Unioersitätssternwarte w^rend^M^Jahren wieder SUbtge stehen oft in grellem Widerspruch mit dem Volks- Dauben daßes stets 7 Wochen lang jeden Tag regnen werde, wenn es, wie auch tn diesem Jahre__- ****•♦«« Afunti aereanet habe Handel und Verkehr. Gießen, 8. Juli. Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter per Pfd^ JL 0.75—0.85, Hühnereier 5—6 und 2 Stück 0 H, Enteneier per Stück 6—0 H, Käse per St. 5—11 Käsematte per Stück 3 H, Erbsen 1 Liter 22 Linsen 1 Liter 30 H, Tauben das Paar 70—80 Hühner per Stück JL 0.85—1.10, Hahnen per Stück 0.65—1.00, Enten per Stück JL 1.60—2.00, Ochsenfleisch per Pfund 64—662^, Kuh- und Rindfleisch 54—56 Kalbfleisch 44 bis 50 Schweinefleisch 62—64 H, Hammelfleisch 60—70 X Kartoffeln per 100 Kilo JL 5.00—6.00, Zwiebeln per Gentner JL 12—13, Milch per Liter 14—18 H, Kirschen per Pfund 30 Frankfurt a. M., 8. Juli, Nachmittags 2 Uhr — Min. (Telegraphischer Coursbericht. Mitgetheilt durch das Bankgeschäft Albert Kaufmann in Gießen.) Creditactten 277V?, Staatsbahnactien 2813/i, Galizier 272, Lombarden 117, Nord- westbahnactien 177, Darmstädter-Bankactien 160, Oberschlesische E.-B.-Act. 248%, Oefterr. Silberrente 66Vg, 4% Ungar. Goldrente 757/e, 4% 1880er Russen 69Vg, 5% 1877r Russen —, 2. Orient-Anleihe 56V16, Spanier 2715/i6, 5% Rumänische Rente —, 4% Unific. Egypter 56%. Tendenz fest. Auszug aus den Standesamtsregistern des Standesamts Gießen. Aufgebote. Juli. 1. Schlosser Philipp Reitz von Niederohmen mit Katharine Schneider, Tochter des verstorbenen Ackermanns Ludwig Schneider von Saasen. 1. Der Sergeant im II. Großh. Hessischen Infanterie-Regiment Nr. 116 Georg Tröller von Weickartshain mit Elisabethe Eleonore Stier, Tochter des Forftwarten Ernst Ludwig Stier von Nidda. 3. Schreiner Johann Friedrich August Hofmann mit Elisabethe Rohrbach, Tochter des Landwirths Heinrich Rohrbach lll. von Lollar. 6. Schneider Heinrich Wagner von Groß-Buseck mit Luise Elisabethe Scheid, Tochter des Ackermanns Johann Jost Scheid von Gladenbach. Eheschließungen. Juli. 7. Schmied Johannes Köhler von Heidelbach mit Anna Marie Bücking, Tochter des Taglöhners Johannes Bücking VII. von Alsfeld. Geborene. Juni. 27. Dem Wirth Louis Hormann eine Tochter, Anna Margarethe Christiane Auguste. 28. Dem Bierbrauerei-Besitzer Johann Förtsch Zwillingskinder, ein Sohn und eine Tochter 28. Dem Weißbinder Heinrich Feußer eine Tochter. 28. Ein Sohn von auswärts, Heinrich Gustav 29. Dem Handschuhmacher Friedrich Wilhelm Wirsig ein Sohn, Erich Max August. 29. Dem Kaufmann Friedrich Müller IV. eine Tochter. 30. Dem Taglöhner Martin Wagner eine Tochter, Elisabethe Katharine Marie. 1. Dem Wagen-Revisor Wilhelm Meinhardt eine Tochter, Mathilde Frieda Julie. 5. Ein Sohu von auswärts. Gestorbene. JulL »i. Dem Scribertt Johannes Möckel ein todtgeborener Sohn. 4. Tag- löhnerin Esabethe Pfeifer, 69 Jahre alt, von Mainzlar.____________________________ Wasserwärme der Lahn. Am 8. Juli, Mittags zwischen 11 und 12 Uhr: + 14“ R -Lustwarme + 13“ R. L» Chr. Rübsamen. Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde. Getaufte. Den 2. Juli. Dem Schlosser Ludwig Goß ein Sohn, Leonhard Christian, g^bo^Denselben.JuDem Schneider Kaspar Weiß eine Tochter, Anna Elise Marie, geboren den 27. April. Denselben. Dem Feldwebel Franz Heinrich Freudenberger eine Tochter, Anna Katharina, geboren den 2. April. . _ , Denselben. Dem Metzgermeister Heinrich Georg Meister ein Sohn, Friedrich Karl, geboren den 19 Mai. , ,, Denselben Dem Küfer Johann Heinrich Becker ein Sohn, Johann Heinrich Karl, geboren den 11. Juni. Denselben. Dem Kaufmann Karl Heuzeroth eine Tochter, Helene Wilhelmine Rosa Georgine, geboren den 28. Mai. _ , Denselben Dem Professor Dr. Adolf Harnack eine Tochter, Emilie Johanna Marie Margarethe, geboren den 17. Juni. Den 5. Juli. Dem Dreher Ernst Moos ein Sohn, Emil Heinrich, geboren den 29 Mai Denselben. Dem Heizer Johannes Nau eine Tochter, Elise,.gebor^den^Juli. Allgemeiner Anzeiger. 4502 Thonrohre zu Wasserleitungen, Kaminrohre und Tuffsteine, Cement von Dyckerhosf Söhne, Thonplatten, Sandsteinplatten Emil Fistor. 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Elisabeth« WM, erste Ehefrau des Georg Kraft von Leihgestern, ist ohne Testament und Letzterer mit Testament vom 15. Juli 1878 gestorben, in welchem er seine Kinder 2. Ehe zu Erben eingesetzt, seinen Sohn erster Ehe, Peter, übergangen und dessen Bruder Georg auf das Pflichtteil eingesetzt hat. Da diese Söhne erster Ehe mit unbekanntem Aufenthaltsort abwesend sind, werden sie aufgefordert, so gewiß binnen 2 Monaten hier Erklärung abzugeben, ob sie die Erbschaften ihrer Eltern antreten bezw. das Testament anfechten, als sonst angenommen werden soll, sie schlügen die Erbschaften aus, und sie bei der Erbverthellung nicht werden berücksichtigt werden. Gießen, den 6. Juli 1882. Großh. Amtsgericht Gießen. 4639_______Langsdorfs.______ Steckbriefs Gegen den Fabrikarbeiter Adam Keil, geb. am 30. September 1837 zu Ettingshausen, Kreis Gießen, und gegen dessen Ehefrau Magdalena, geb. Schäfer, zuletzt hier, welche flüchtig sind, ist die Untersuchungshaft wegen dringenden Verdachtes des Widerstandes gegen die Staatsgewalt verhängt. Es wird ersucht, dieselben zu verhaften und in das hiesige Amtsgerichts- Gefängniß abzuliefern. Gelsenürchen, den 16. Juni 1882. 4612 Königliches Amtsgeticht. Vergebung von Straßenbau-Arbeiten. Die Ausführung eines Umbaues an der Kreisstraße von Allendorf nach Treis a. d. Lda. soll in mündlichem Abstreich an einen Unternehmer vergeben werden. Die vorkommenden Arbeiten sind wie folgt veranschlagt: 1. Erdarbeit . . 900.— JL 2. Maurerarbeit . 62.50 „ 3. Chaussirarbeit. 636.10 „ 1598.60 Plan, Kostenvoranschlag und Bedingungen sind auf dem Rathhause zu Allendorf a. d. Lda. aufgelegt, woselbst auch Dienstag den 11. d. Mts., Vormittags 11 Uhr, die Vergebung der Arbeiten erfolgt. Gießen, am 4. Juli 1882. Der Kreisingenieur: 4551 Gnauth. Dienstagsden 1I.l.Mts., Vormittags 9 Uhr, sollen im alten Rathhaus versteigert werden: Maurerarbeit, veranschl. zu -X. 532.78, Zimmerarbeit, „ „ „ 60.—, die Räumung der Wieseck, veranschlagt zu ... „ 100.—, Baggerarbeit in der Lahn, veranschlagt zu ... „ 630.—. Gießen, den 7. Juli 1882. Großh. Bürgermeisterei Gießen. 4606 2L Bramm.__ Montag den 10. d. M., Nachmittags 2 Uhr, werben in der Flett'scheu Hofraithe dahier folgende Gegenstände öffentlich meist- meistbietend gegen Baarzahlung versteigert: 1 Nähmaschine. 1 Consolchen, 2 lackirte Kleiderschränke, 1 Küchenschrank, 1 Nachttisch, 2 Bilder, 2 Kommoden. Gießen, den 5. Juli 1882. Bühner, 4640 Gerichtsvollzieher. Iieitzeöotenes. 4616 Mehrere von mir in Umtausch angenommene und theilweise noch gut erhaltene Nähmaschinen, darunter zwei Elastie- Maschinen für Schuhmacher, werden zu äußerst billigem Preise und unter den günstigst.Zahlungsbedingungen unter Garantie abgegeben. 1 Th» Haubach^ Nähmaschinenhdlg., Bahnhofstraße C. 126. 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Giessener Mer-taMafl Das für beute Abend angesagte Banket findet auch bei ungünstiger Witterung und zwar in Wenzels Saalbau statt. Anfang 8 Uhr. Entree 50 Pfg. Das Itegatta-Comite. Tribünenkarten und rothe Uereinskarten berechtigen ;um freien Eintritt. 4629 Gießener Kuder - Gesellschaft. Wir machen wiederholt darauf aufmerksam, daß der Eintritt zu allen Festlichkeiten auch für unsere Mitglieder nur gegen Vorzeigung der Karten gestattet ist. — Die Karten sind sichtbar zu tragen. — Kinder unter 10 Jahren haben zur Regatta keinen Zutritt. — Anmeldungen für Damenkarten zur Reunion nimmt unser Herr I. Kirch entgegen. 4608 Das Regatta Comite. Nur echt, wenn die vorgedruckte Schutzmarke auf den Aiquetten steht. Mah-Extract u. (Karamellen*) von L. H. Pietsch & Co., Breslau. Die anerkannt besten diätetischen Genußmittel bei Husten. Verscble'.mung, Heiserkeit, Hals- und Brustleiden, vom einfach. Catarrh biS zur Lungenschwindsucht. *) Extract ä Flasche 1 1.75 u. 2.50. 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Juli auf Der 1 acht Tage bauern rov mch Bab Gastein za ihr Ende erreicht hab von Oesterreich in G baß, falls die Zus strebungen zwischen 1 Der Waffe Gentrum refp. der letzten Nummern ve Artikel gegen das ( setzt an der Kurie, ichen Regierung rot Lebochmski und T der abgefetzten preu der Mramontanen I nmg erfüllen soll, 1 | zu „unterstützen." einem Absagebrief a gehen zwischen Regi die Fortsetzung der in llnabfehbare Fer Die Rede, I Patteitage in Köln I Mäßigt consemtive i Himmung aujgenomm ; gemäßigten Elemente । ' sei, da nur hierdurch । ; von rechts unb links Z Konservativer Seite ^len, man will 1 i MU Liberale • Als $ I °a6i^\e Monat । ^onservatN MM, I preußischen Mi auf gut™ ©erobert rn 'M ergangene d u Stadthaus! Da bei der erwähn Haupt der deutschen ° l- nende Bescheid ; «grüßen. J \ .. Oefterr “Wer geplanten j ^ritorial-EjM^ scheint für ;V\.U ' d-r Reich L^Mch dir I Mu, U J?r,nci ... Der Fv« Hber ' fi