ProcM müiitet, en. $ei Gellnng äft fort« iarf unter drr. 287. Freitag den 8. December 1882. Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Bureaur Schulstrahe 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des MsutagS. PreiA vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Bekanntmachung. Großherzogliches Ministeriuni des Innern und der Justiz hat die Genehmigung zur Vornahme einer mit dem nächstjährigen Frühjahrs-Faffelmarkt in Butzbach zu verbindenden Verloosung von Fasseln, Rindern, Schweinen und landwirthschaftlichen Geräthen unter der Bedingung erthellt, daß höchstens 9000 Loose a 1 jl ausgegeben und (abzüglich 280 JL für Prämiirung) 70% des Brutto-Erlöses zum Ankäufe der Gewinngegenstände verwendet werden. Der Vertrieb der Loose im Großherzogthum ist gestattet worden. Gießen, am 5. December 1882. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Boekmann. er zu venniethen. !2, Nebenhaus. 4 Zimmer und oerniietheil und den. züterinspector. ges^' Jill18 Injetgen. «Werkt diese Zeit M [f als Glaiizpllm ihnachtstiW die icrstrahle». Aus einem Jeden P- tte der Mn, der der Freund dem , Willkommeneres (M M und W weisen, vtr/w bolie,iftber6dR M den ÄxaM 'Men! — mü MS Lpicmrrt Äornnnlemm •w tewern W -f*87>nielllKt!S ?Est filh-r *»ss mb, obernijit bei- rten^W SigfiS ic ^ tÄieber^,- HS fsLs Politische Ueberskcht. Gießen, 7. Dezember. Der Reichskanzler Fürst Bismarck ist am Sonntag Abend von Varzin wieder in Berlin eingetroffen und bereits am Montag vom Kaiser in eiustündiger Audienz, empfangen worden. Mit der Rückkehr unseres leitenden Staatsmannes nach der Reichshauptstadt wird unser gesummtes politisches Leben lvieder ein lebhafteres Colorrt annehmen, wozu allerdings auch die parlamentarischen Verhandlungen mit beigetragen haben. Der Reichskanzler gedenkt sowohl ait den Debatten im Reichstage, wie auch im preußischen Abgeordnetenhause regen Autheil zu nehmen, was mit großer Genugthuung begrüßt werden kann; das Befinden des Fürsten wird als durchaus befriedigend geschildert. Der Reichstag beschäftigte sich in seiner Sitzung vom vergangenen Sonnabend, entgegen der allgemeinen Erwartung, noch nicht mit den beiden Anträgen, betr. die Entschädigung unschuldig Verurtheilter und die Aufhebung sämmtlicher Ausnahmegesetze, sondern widmete fast seine ganze Zeit einer vom Abg. Lasker eingebrachten Interpellation. Dieselbe bezog sich auf die angeblich zu Gunsten des conservativen Candidaten bei der vorigen Reichstagswahl in Danzig ausgeübte Agitation des Ober-Ingenieurs Dede in Danzig, worüber der genannte Abgeordnete Auskunft wünschte. Staatsminister v. Bötticher sah sich mbeffen nicht in der Lage, dem Interpellanten eine befriedigende Auskunft zu ettheilen, was aber nicht verhinderte, daß die erwähnte Angelegenheit beinahe drei Stunden hindurch des Langen und Breiten erörtert wurde, ohne daß sich hieraus irgend ein praktisches Resultat ergeben hätte. Für die Reichstags- Sitzung vom 5. December stand der fortschrittliche Antrag bezüglich der Entschädigung unschuldig Verurtheilter mit auf der Tagesordnung. Das preußische Abgeordnetenhaus erledigte am vergangenen Montag die zweite Lesung der dauernden Ausgaben des Etats des Ministeriums des Innern nach langer Debatte über die Ursachen des Vagabundenwesens und die Mittel zu dessen Beseitigung, sowie über die Besserungs-Anstalten und Verbrecher-Colonien. An der Debatte betheiligten sich die Redner aller Parteien, während von den anwesenden Ministern keiner das Wort ergriff. Der österreichische Reichsrath hat am Dienstag, den 5. December, seine Verhandlungen wieder aufgenommen. Neber das zwischen der Negierung und der Majorität zu vereinbarende parlamentarische Arbeitsprogramm verlautet zwar noch nichts Definitives, doch soll beiderseits die Neigung vorhanden fein, politische Debatten in dem neu begonnenen Sessionsabschlusse thunlichst zu vermeiden, um die Arbeitskraft auf die Erledigung wirtschaftlicher Vorlagen zu concentriren. Richt nur für Tyrol, sondern auch für Dalmatien soll eine parlamentarische Hülfsaction in Form einer Investitions-Vorlage bevorstehen. Der Entschluß, das Hineinziehen des nationalen Haders in die parlamentarischen Debatten möglichst zu vermeiden, kann nur gebilligt werden, ob er aber durchgeführt werden wird, ist vorläufig zu bezweifeln. Unter den französischen Angelegenheiten interessirt noch immer die Verwundung Gambetta's am meisten. Die verschiedensten Gerüchte werden über diesen merkwürdigen Vorfall colportirt und von den scandalsüchtigen Parisern lebhaft aufgegriffen, wobei die Berichtigungen und Darstellungen der Gam- bettistischen Presse wenig Beachtung finden. Viel mehr Glauben finden dagegen die Mittheilungen der monarchistischen und radikalen Presse, wonach die Verwundung in Wirklichkeit eine sehr schwere und keineswegs durch eine Ungeschicklichkeit von Seiten des Ex-Dictators herbeigeführt worden sei. Es wäre wohl Zeit, daß man über diese mysteriöse Angelegenheit einmal einen wahrheitsgetreuen Aufschluß erhielte. Das parlamentarische Leben Englands ist durch die bis zum 15. Februar k. Js. währende Vertagung des Parlaments vorläufig zum Abschlüsse gelangt. Die Verhandlungen des Unterhauses über die Reform der Geschäftsordnung haben nach langen und oft langweiligen Debatten zu einem entschiedenen Siege des Cabinets Gladstone geführt und so kann dasselbe mit dem Ergebnisse des beendigten Sessionsabschnittes zufrieden fein. Einen Schatten auf die Schlußverhandlungen des Unterhauses warfen indessen die jüngsten Mvrdthaten in Dublin, welche davon Zeugniß ablegen, daß die revolutionäre Bewegung in Irland noch bedenklich zuckt und daß auf dieser unglücklichen Znsel noch lange nicht gesetzlichere Zustände eingetreten sind. Die englische Regierung hat denn auch wieder einen Anlauf von Energie gegen die Landligisten rc. unternommen; das auf Sonntag den 3. December zu Limerick angesetzt gewesene Meeting der liberalen Partei wurde verboten und Michael Davitt, einer der hervorragendsten Führer der Landligisten, wurde vor den Dubliner Gerichtshof citirt. — In der Angelegenheit der cubanischen Flüchtlinge hat die englische Regierung beschlossen, den Colonialsecretär und den Polizeidirector in Gibraltar ihrer Aemter zu entheben und einen ernsten Tadel des vom Magistrat und der Polizei dieser Stadt beobachteten Verfahrens auszusprechen. In der Schweiz macht sich gegenwärtig eine Bewegung zu Gunsten ber Wiedereinführung der Todesstrafe sehr bemerkbar. Roch im Laufe des Monats November hat sich die Bevölkerung des Cantons Luzern in einer Resolution mit überwiegender Mehrheit hierfür ausgesprochen; auch der Große Rath von St. Gallen beschloß kürzlich mit 100 gegen 47 Stimmen die Wiedereinführung der Todesstrafe und im Canton Zürich sind bis jetzt ca. 700 Stimmen zu Subscriptions-Listen für das Zustandekommen einer ähnlichen Resolution gesammelt worden. Am Bosporus hat in den letzten Wachen ein fettfa^ier Decora- tionswechsel stattgefunden, der für ein vielfach verschlungenes Jntriguen-Gewebe im kaiserlichen Palaste zu Stambul zeugt. Am seltsamsten berührt der Umstand, daß der Großvezier Said Pascha und der Kriegsminister Osman Pascha, welche erst vor einigen Tagen entlassen worden waren, vom Sultan plötzlich wieder zu Gnaden angenommen worden sind. Reue Minister dagegen sind Aarifi Pascha für das Auswärtige, Edib Effendi für die Finanzen, Hassan Pascha für die Marine und Akif Pascha, welcher zum Präsidenten des Staatsrathes ernannt worden ist; von Assim Pascha, welcher Said Pascha ersetzen sollte, verlautet gar nichts weiter. Der Schlüssel zu all' diesen überraschenden Vorgängen fehlt bis jetzt noch. Das tragi-komische Nachspiel zum egyptischen Krieg, der Proceß gegen Arabi Pascha, hat mit der Verurtheilung des Rebellensührers zu lebenslänglicher Verbannung sein Ende erreicht. Es ist dies ein würdiger Schluß zu dieser ganzen Comödie, welche seit so langen Wochen am Gerichtshöfe zu Kairo spielte; die. Schlußsitzung desselben ist eine reine Satyre, denn das Gericht brauchte, um seinen Spruch zu fällen, nur 5 Minuten, es war demnach schon vorher Alles abgekartet. Außer Arabi selbst werden noch andere Leute froh sein, daß der Proceß nunmehr beendigt ist, welcher besonders für die türkischen Gewalthaber jo manches Compromittirende zu Tage gefördert hat. Man glaubt, daß Arabi nach einer der englischen Colonien werde gebracht werden. Der nordamerikanische Congreß hat am 4. December seine Verhandlungen zu Washington wieder ausgenommen. Demselben ging eine Botschaft des Präsidenten über die Verwendung der Einnahme-Ueberschüsse zu. Darmstadt, 5. December. Sicherem Vernehmen nach wird die Großh. Regierung eine Vorlage an die Stände richten, welche staatliche Beihülfe für die Wasserbeschädigten des Landes, insbesondere zum Zweck des Wiederaufbaues der zerstörten Gebäude, beantragt, sobald die dazu nötigen näheren Erhebungen stattgesunden haben werden. Darmstadt, 4. December. In dem Berichte vom 1. d. Mts. ist ein Jrrthum untergelaufen, indem der letzte Satz des zur lateinischen Sprache gestellten Antrages: „Uebungsbücher sind auszuschließen" nicht angenommen, sondern abgelehnt worden ist. Sodann wurde in der Nachmittags-Sitzung noch weiter zum Lehrplan für die Gymnasien beschlossen: Die Commission spricht sich bezüglich der Extemporalien — Niederschreiben von Antworten Seitens der Schüler ohne vorausgegangenes Diktat — insoweit dies bezüglich einzelner Lehrgegenstände nicht bereits geschehen ist, im Allgemeinen dahin aus: daß Extemporalien zwar als Uebungsmittel der Schüler, sowie als Hilfsmittel der Lehrer, um das Verständniß des Lehrstoffs Seitens der Schüler festzustellen, zuzulaffen sind, daß denselben aber bezüglich der Beurthei- lung der Reife der Schüler ein entscheidender Einfluß zum Nachtheile des Schülers nicht beigelegt werden darf. In der am 2. ds. stattgehabten Sitzung kam zunächst die Frage der Probearbeit zur Berathung und wurde hierzu beschlossen: Probearbeiten, welche umfangreiche Repetitionen zur Voraussetzung haben, sind unterlagt. Als letzter Gegenstand wurde daraus die Maturitätsprüfung zur Dis- cussion gestellt. Es wurden hierzu die folgenden Beschlüsse gefaßt: Die Commission ersucht die Großh. Staatsregierung, dahin Anordnung zu treffen, daß von einer Prüfung in der Naturkunde bei der Maturitätsprüfung abgesehen wird. Die Commission ist der Ansicht, daß die Prüfung in der Geschichte vorwiegend auf die Erkenntniß des pragmatischen Zusammenhangs gerichtet werden solle. Der Großh. Regierung wird empfohlen, von der Anforderung eines französischen Extemporales im Maturitäts-Examen abzusehen. Zum Schluß wurden noch verschiedene allgemeinere Anträge gestellt und angenommen, dahin gehend: a. In Erwägung, daß Ueberbürdung ohne Zweifel vielfach durch nicht ausreichende praktische Befähigung der jüngeren Lehrer veranlaßt wird, das Großh. Ministerium zu ersuchen, zur Erzielung einer gründlicheren Vor- und Fortbildung der Lehramts-Accessisten und jüngeren Lehrer in päda- gogischer wie in didactischer Beziehung die geeigneten Maßregeln zu ergreifen. b. An die Staatsregierung das Ersuchen zu richten, die Frage prüfen lassen zu wollen, ob es sich nicht empfehle, eine Organisation dahin zu treffen, daß jeder größeren Lehranstalt oder je einer bestimmten Gruppe von höheren Lehranstalten ein besonderer ärztlicher Beamter — Schularzt — beigegeben werde. c. Der Großh. Regierung zu empfehlen, daß dringlichst darauf hingewirkt werde, daß übervölkerte höhere Lehranstalten durch Theilung bezw. Trennung entlastet werden. d. Die Großh. Regierung zu ersuchen, die Frage prüfen zu laffen, ob es sich nicht empfehle, einen gegen den Gebrauch der Schiefertafel und für Einführung von Papiertaseln gerichteten Erlaß auszugeben. Da Niemand mehr sich zum Wort meldete und sämnitliche zur Berathung stehenden Fragen erörtert waren, schloß der Vorsitzende die Conferenz, indem er den Teilnehmern für die aufopfernde Hingebung, mit welcher sie sich der Aufgabe unterzogen hatten, den Dank der Regierung aussprach. m Darmstadt, 6. December. Der zweiten Kammer der Stände ging gestern von Seiten der Großh. Regierung ein Gesetzesentwurf in Betreff der „Eisenbahnen von localem Interesse und der Straßenbahnen" zur verfassungsmäßigen Berathung und Beschlußfassung zu. Außer einer großen Spectalkarte des Großherzog- lhums, in welcher die projectirten Bahnlinien eingezeichnet sind, liegen dem Gesetzesentwurfe zur Vertheilung an die Abgeordneten zwei Broschüren bei, deren erste den Titel führt: „Secundärbahn-Projecte im Großherzogthum Hessen. Aktenmäßige Darstellung der an die Großh. Regierung und an die Stände gerichteten Gesuche wegen Erbauung von Secundärdahnen im Großherzogthum Hessen, sowie Vorprüfung der von einigen Eisenbahncomite's vorgelegten generellen Secundärbahn-Projecte." Die zweite Broschüre enthält Gesetz und Verordnnngen, betr. den Bau und den Betrieb von Secundärbahnen, Localbahnen und Straßenbahnen in Ländern außerhalb Deutschlands und in deutschen Bundesstaaten. Diese Materialien sind, wie die Großherzogl. Regierung dazu bemerkt, theils officiellen Veröffentlichungen der betreffenden Regierungen, theils Vorlagen an Volksvertretungen, theils der Fachliteratur entnommen und dürften, wenn sie auch keine erschöpfende Darstellung des Secundärbahnwesens in den Nachbarstaaten geben, doch zur vergleichenden Beurthetlung des von der Großherzogl. Negierung den Ständen vorgelegten Gesetzesentwurfes dienen können. Telegraphische Depesche«. Wolff'S telegr. Eorrefpondenz-Birreair. Berlin, 6. December. Das Abgeordnetenhaus erledigte das Extraordinarium des Etats des Ministeriums des Innern und lehnte die Positionen für die Gefängniß- bauten in Kempten, Saarburg und Grevenbroich ab. Beim Bergetat erklärte der Minister Maybach, für die durch das Hochwasser Beschädigten werde die Bergwerksverwaltung Kohlen und Coaks unentgeltlich hergeben und die Beförderungskosten für Brennmaterial ganz fortfallen lassen. Von der Veräußerung unrentabler Bergwerke sei aus Rücksicht aus die tnteressirte Bevölkerung immer wieder Abstand genommen worden. Der Bergetat wird darauf unverändert genehmigt. Minister Maybach verliest schließlich eine eben eingegangene Depesche des Oberpräsidenten aus Coblenz, wonach der Rhein seit gestern um 44 Zentimeter gestiegen sei, auch der Neckar und die Mosel seien im Steigen begriffen. Fortsetzung Dienstag. — Die „Prov.-Eorr," sagt in einem Artikel über die bisherigen Verhandlungen des Abgeordnetenhauses, daß die bisher geübte Art und Weise, die Geschäfte zu erledigen, den Interessen des Landes durchaus entsprechen. Die Hoffnung, daß unter solchen Umständen eine Verständigung der Parteien unter einander und mtt der Regierung zumal bei Prüfung der Reformvorschläge bezüglich der organischen Gesetzgebung erleichtert werde, sei eine wohlberechtigte. Berlin, 6 December. Der Kaiser ist heute Abend IO1/» Uhr wohlbehalten aus Göhrde zurückgekehrt. . Koblenz, 6. December. Ihre Majestät die Kaiserin verläßt morgen Vormittag 9V2 Uhr mit ihrem Gefolge Koblenz und reift über Gießen, Guntershausen, Börsum, wo der Thee eingenommen werden soll, und Magdeburg nach Berlin, woselbst die Ankunft 10 Ubr 20 Min. erfolgen dürfte. — Der Main und die Mosel steigen wieder, der Rhein ist in Folge dessen seit gestern um 30 Ctrn. gewachsen. Eine abermalige Ueberschwemmung steht indeß vorläufig noch nicht zu befürchten. Trier, 6. December. Das Wasser der Mosel steht hier ft'll, dagegen ist dasselbe bei Metz in raschem Steigen. Die Saar ist in vergangener Nacht um einen Fuß gefallen. Köln, 6. December. Der Rhein ist seit heute früh um 31 Ctrn. gewachsen. Nach eingegangenen Nachrichten wächst die Mosel sehr stark, auch der Neckar und der Main nehmen langsam wieder zu. Das Wetter ist bei sehr tiefem Barometerstand sehr hell. Der Noihftand der von der Ueberschwemmung heimgesuchten Bevölkerung ist namentlich in Worringen sehr groß Köln, 6. December, 7 Uhr 30 Min. Abends. Pegelstand 6-62 Mtr. Frankfurt a. M., 6. November. Heute fand die erste Versammlung zur Gründung eines deutschen Colonialvereins statt. Nach eingehender Debatte, an welcher sich auch Rohlfs, Meyer (Bremen), Dr. Fabri (Barmen) und Oberbürgermeister Miquel beteiligten, wurde einstimmig der Beschluß gefaßt, den Verein in's Leben zu rufen. Zweck desselben ist, die Colonialbestrebungen des deutschen Volkes zu unterstützen und zunächst den bestehenden überseeischen deutschen Handelsfaktoreien, welchen der Schutz einer c'vilisirten Macht fehlt, nationalen Schutz zu erwirken, ferner geeignete Plätze zur Errichtung von Handelsfaktoreien zu ermitteln und endlich überseeische deutsche Niederlassungen zu begünstigen ober an deren Begründung theilzunehmen. Zum Präsidenten wurde Fürst zu Hohenlohe-Langenburg gewählt. Dresden, 6. December. Bei Beobachtung des Venusdurchganges ging die erste äußere Berührung wegen starker Wolkenbildung verloren. Dann hellte der Himmel sich wenige Minuten auf, so daß die Beobachtung des inneren Contaktes vollständig gelang. Um 3 Uhr 16 Min. 2 Sek. schwebte die Venus frei in der hellleuchtenden Sonnenscheibe. Lokales. Gießen, 7. December. Wie man uns mittbeilt, sind heute die Barmherzi gen Schwestern hier eingetroffen und haben im Weißbäcker'schen Hinterhause auf dem Seltersweg Wohnung genommen. Gießen, 7. Decbr. (Thiecschutz-Verein.^ In der Sitzung am 4. d. Mts. wurde mitgetheilt, daß die „Spar- und Leihkasse" mit betauter dankenswerter Freigebigkeit dem Verein 50 «X zu Thierschutz-Zwecken bewilligt hat. Mitglieder zählt der in feiner jetzigen Gestalt noch junge Verein nunmehr 682. Beschlossen wurde: An 7 Dienstboten zu Gießen, welche längere Jahre bet ein unb derselben Herrschaft dienen und sich in der Pflege und Behandlung der ihnen anoertrauten Thiere als zuverlässig erwiesen haben, Prämien von 10 und 5 «X auszuzahlen. Sodann sollen jetzt Futterplätze für Vögel eingerichtet werden und zwar zunächst an 4 Enden der Stadt in geschlossenen Gärten- Herr Fabrikant F. Koch wird beauftragt, das geeignete Futter anjuftaffen. Es wird die Hoffnung ausgesprochen, daß die Vereinsmitglieder noch weitere Futterplätze in ihren Gärten und an sonst geeigneten Stellen errichten und wird empfohlen, wenn möglich gedeckte Plätze, rote überdachte Gartenhütten rc, hierzu zu wählen, vor Allem aber darauf Bedacht zu nehmen, daß die leider hier so zahlreichen Katzen die vom Frost oft ermatteten Vögel nicht wegfangen. Um diese schöne und nutzbringende Thätigkeit zu fördern, wird beschlossen, Futter an Vereinsmitglieder unentgeltlich abzugeben und funn solches bei Herrn F. Koch in Empfang genommen werden. — Heute Morgen wurde ein Oeconom, welcher durch feinen Knecht verfälschte Müch zum Verkauf in hiesige Stadt einbringen ließ, von Großh- Schöffengericht dahier zu 40 JL Geldstrafe verurtheilt- Vermischtes. Lollar, 6. December. Kommenden Sonntag wird auch in Lollar der dortige Männergesangverein ein Concert zu Gunsten der Wasserbeschädigten im Großherzogthum veranstalten. Möge das Ergebniß ein erfreuliches zu nennen sein. Bürgel a. M, 3. December. Heute Nachmittag fand von allen Seiten nach unserem Orte eine wahre Völkerwanderung statt, um die Unglücksstätte in Augenschein zu nehmen. Das Hauptconttngent stellten die Stadt Frankfurt und Offenbach. Die Zahl der Besucher dürfte sich auf 20,000 bis 25,000 belaufen. Der Zudrang war so außerordentlich stark, daß m den Straßen kaum durchzukommen war. An den Sammelstellen für die Bedrängten ging eine annehmbare Summe ein. Der angerichtete Schaden dürfte sich, ganz gering gerechnet, auf über 200,000 Mark belaufen. — Die Ueberschwemmung in Bürgel hat übrigens nicht blos gräßliche Noth verursacht, sondern auch — rote ein Zomfponbent der „Fr. Zty " sich burch Augenschein überzeugt — geradezu em Verbrechen enthüllt. Denn nur ein Verbrechen kann der Leichtsinn ober bie Habsucht genannt werden, mit der die neuen Häuser, die jetzt ein werthloser Schutthaufen sind ober unbewohnt unb dem Einsturz drohend dastehen, gebaut worden sind. Diese Häuser, etwa sechzig an der Zahl, entstanden in den Jahren 1867 unb 1868, sind also 14 bis 15 Jahre alt geworden. Kaum stieg das Wasser und füllte die Keller, so gaben die Grundmauern nach und die Gebäude stürzten zusammen. Der genannte Correspondent hat ein Haus gesehen, wo das Wasser nur bis zur halben Staffelhöhe vordrang, als schon das Innere des Hauses. Wände, Thüren und Böden, zusammenbrach und in den Keller stürzte; Mauern und Dach biteben stehen und die Einwohner konnten sich nur durch einen Sprung durch das Fenster retten. Wie der Einsturz geschehen konnte, das sieht man an einem anderen Hause, das nur halb zusammenstürzte; auf der dünnen Backstemwand sitzen die Durchzugsbalken kaum Zoll breit auf, so daß, wenn die Mauer nur ein bischen wich, das ganze Innere zusammenbrechen mußte. Und welches elende Material! Am elendesten war das Mauerwerk selbst. Kein Backstein blieb auf dem andern; sie hatten in sechszehn Jahren noch nicht so viel Fühlung gewonnen, daß sie in der Noth zusammenhielten. Befühlte man den verbindenden Stoff, so war es der reine sandige Staub oder trockener Lehm. Da war es kein Wunder, daß die Häuser nicht aushalten konnten, viel eher noch ein Wunder, daß sie so lange aushielten. Und doch drang die Hauptströmung des Mains nicht hier (an der östlichen Seite) ein, sondern ging nordwestlich vorüber. Und von den alten Häusern Bürgels ging nicht ein einziges zu Grunde. Der Einsturz des ersten Hauses, das die bret Kinder und das Dienstmädchen unter seinen Trümmern begrub, war den übrigen Bewohnern ein rettendes Warnungszeichen; sie ließen Alles im Stich und flohen mit dem nackten Leden- So hat der Einsturz der übrigen Häuser wenigstens keine Menschenleben mehr gekostet- — Welche Teufel in Menschengestalt müssen es sein, die Angesichts des furchtbaren Elends, das ihre Mitmenschen betroffen, noch auf Raub ausziehen, um das Wenige, was Manchem noch geblieben, zu st hlen! In Bodenheim wurde dieses schändliche Handwerk von einer Anzahl Burschen in frechster Weise betrieben Mik einem Nachen ausgerüstet, fuhren die Kerle an die unter Wasser gesetzten Häuser unb plünberten nach Herzenslust; bie gestohlenen Sachen wurden alsdann in ein Versteck gebracht. Den Bemühungen bet Sicherheitsorgane ist es bereits gelungen, zwei dieser Kerle zu verhaften unb bleibt uns nur der Wunsch, daß das Gericht die ganze Strenge des Gesetzes hier walten lassen möge. (Schade, daß bei diesen Hallunken bie Prügelstrafe nicht in Anwendung kommen darf!) Auf Anordnung der Lokalpolizeibebörden dürfen fortan bet eintretender Dunkelheit keine Nachen mehr nach den unter Wasser gesetzten Straßen fahren; auch dürfen nur solche Personen sich an dem Rettungswerke betheiligen, die mit einem Erlaubnißschein der betreffenden Bürgermeistereien versehen sind. Mainz, 5. December. Heute Vormittag fiel der Rhein ziemlich rasch, doch heute Mittag machte sich schon das gestern hierher gemeldete Anwachsen des Rheines bemerkbar und das Wasser fiel nur noch langsam zurück- Heute Mittag 4 Uhr zeigte der Brückenpegel Mtr. 3 95. — Gestern, tm Laufe des Tages, fand eine Untersuchung der städtischen und privaten Pumpbrunnen statt und wurde habet conftatirt, daß ein großer Theil der Brunnen mit Nheinwasser versetzt war, so daß sich das Polizeiamt veranlaßt sah, durch Plakate vor dem Genuß solchen Wassers zu warnen. Z aftel, 5. December. Die seither sistirt gewesenen Brückenbauarbeiten am Strompfeiler sind feit heute wieder ausgenommen worden. Mainz. 6. December. Kaum ist der Rhein in fein Bett zurückgetreten und schon laufen Nachrichten hier ein, die zu den ernstesten Befürchtungen einer nochmaligen Ueberschwemmung Veranlassung geben- Während hier der Rhein in verflossener Nacht verhältmßmäßig nur wenig — 7 Zentimeter — gestiegen, wird von Maxau und Mannheim sehr rasches Steigen gemeldet. In Mannheim ist der Rhein m verflossener Nacht 35 Zentimeter und der Neckar 45 Zentimeter gestiegen- Von der Mosel wird gemeldet, daß dieselbe von gestern auf heute 76 Zentimeter gewachsen ist. Auch der Main ist wieder im Steigen- Das Gartenfeld befindet sich noch immer in einer sehr trostlosen Lage. Zwar sucht man mit Pumpen an verschiedenen Stellen einzugreifen, doch ist die Wirkung nur eine sehr geringe und es wird noch sehr lange dauern, bis das Gartenfeld ganz wasserfrei ist, denn die niedergelegensten Theile, so z B. die Pechfabrik von N'llrus Sohn, haben heute noch das Wasser nahezu 1 Meter hoch in den Stuben. Köln, 4. December. Das Königliche Polizeipräsidium und das Oberbürgermeisteramt veröffentlichen heute die sanitären Maßregeln, welche zur Verhütung der Nachtheile, die für die Gesundheit der Bewohner in den vom Hochwasser betroffenen Stadttheilen entstehen können, dienen. Zu diesen Maßregeln gchören Reinigen, Lüften unb Heizen der überschwemmt gewesenen Wohnungen, Aufnahme des Bodenbelags, thunlrche Erneuerung der Dielen und Ersetzung der Unterlage durch trockenen Sgnd, Asche oder Coaks, Auspumpen der Keller. Latrinen und Senkgruben, Desinfection der Wohnräume, sowie der vorgenannten Räume durch Carbolsäure, ebenso derjenigen Gegenstände, welche von der Ueberschwemmung betroffen worden sind; Untersuchung sämmtlicher öffentlicher unb Prwatbrunnen unb Ersatz ungenießbar gewordenen Brunnenwassers durch Wasser aus der städtischen Wasserleitung. Besondere Localcommlssionen werden sich mit der Untersuchung der einzelnen vom Hochwasser heimgesuchten Häuser befassen. Die Stadtverordneten Guilleaume, Emil v. Rath, Werres. Loosen, Liebmann, Albert Bachem haben bei der städtischen Verwaltung nachstehenden Antrag eingebcacht: „Die Stadtverordneten-Versammlung wolle beschließen, eine Commission zu ernennen, bie unter Zuziehung bes Hafencommissars. bes Directors der Gas- und Wasserwerke sowie des Stadtdaumeifters mit der baldigen Aufstellung eines Planes der bet eintretender Wassersnoth zu ergreifenden Maßregeln betraut wird." Gründe. „Die Antragsteller können sich nicht bei dem in den letzten Tagen so oft citirten Ausspruche Freiligraths: „daß der, der vorn Rhein lebe, sich auch gefallen lassen müsse, daß er ihm zuweilen durchs Fenster komme", beruhigen, sondern sie sind der Ansicht, daß es, die Unterstützung der Bedürftigen der geordneten Armenpflege unb ber Privatwohl- thätigkeit überlassenb, wenigstens Pflicht der Gemeinde ist, wenn eine solche Zalamttät droht, durch rechtzeitige Warnung und Benachrichtigung, und wenn sie eintritt, durch Organisirung der Zommunifationen, der sanitären Maßregeln unb des Nachrichtendienstes der Wiederkehr von Zuständen, wie wir sie eben erlebt haben, zu begegnen. In einem solchen Augenblick scheint es uns am wenigsten am Orte zu sein, Jnstanzm- gänge unb Competenzen ber einzelnen Organe, wie Stadt- und Polizeiverwaltung, deren Maßregeln als sachliche Polizeikosten ja doch pon der Stadt bezahlt werden müssen, zum Austrag zu bringen und ebenso wenig Untersuchungen über die moralischen Verpflichtungen der Hauseigenthümer und Vermiether eintreten zu lassen, sondern in einem solchen Falle heißt es: Hülfe bringen unb zwar augenblickliche Hülfe; unsere Wasser- roebr muß in berfelben Weise organifirt fein rote unsere sich so trefflich bewährte Feuerwehr. Die abgegebene Erklärung des Hafencommissars, daß nach dem plötzlichen Eintritt solcher Ereignisse sich keine besseren Maßregeln treffen ließen als geschehen, veranlaßt die Unterzeichneten zu ihrem Anträge und bezwecken sie dadurch die Ausführung der als geeignet zu erachtenden Maßregeln, je nach den eintretenden und zu erwartenden Pegelständen nach geordnetem „Mobilmachungsplan" unter Verantwortlichkeit ber bamit betrauten Personen zu sichern. Der stets zu erwartende Wiedereintritt ber Wassersnoth, namentlich für den laufenden Winter, läßt eine schleunige Erledigung wünschen." Darmstadt, 6. December. Heute Morgen ließ sich unweit ber Bessunger Haltestelle ein Soldat von der reitenden Batterie, wie wir hören, der Sohn eines rhemhessischen Bürgermeisters, von dem ent en nach Heidelberg gehenden Güterzuge überfahren und wurde dem Selbstmörder sofort der Kopf vom Rumpfe getrennt. Der Mann stand bereits im zweiten Dienstjahre. ollar herl KL.L *ÄK N°,h ÄStfE " Hauset, b\t jet* r Lohend bt die ganze N-nge allunken die Mgel- Lokalpolhckbörden ch ben unter Mer an dem Rettung lürgemislereien ver- ziemlich rM bot wachsen W Rhemes Mittag 4 Uhr zeigst ab eine Untersuch^ ei constatrrt, ds/ein fid) bas WM warnen. llckenbM^iien arn /getreten und f/7 einer nod)*" in in vertlostene irb vonMM^ HW w verE immer in 1 -ÄS* seword^" ,ssil>nen ”i8oiST$i* 61lÄe“42'tb“”ff 6. 8»°I“'’einjebtaf ■ fa«Äue>«® U"b-Pei* S-°L' SU*“* b der ^"Kufltrüoo!; und d^alaM^ eine durci "" zubetzeg? ^nst^k W f«sc§ Schreiner Karl Wirth dahier, Flur 1 989, 50 Mtr. Hofratthe m der Flügels gaffe, 1/992, 25 Mtr. Hofraum, Miststatte daselbst, meistbietend versteigert werden. Gießen, den 1. Dezember 1882. Großherzogliches Ortsgericht. 8104_____________Müller.__________ Freitag den 22. Dezember, Nachmittags 2 Uhr, soll auf hiesigem Ortsgericht die Hof- raitbe des Nicolaus Gonder dahier Flur XV1I/287Vio, 1000 Mtr. Hofraithe bei dem Jughardsbrunnen, rechts der Landstraße meistbietend versteigert werden. Gießen, den 4. November 1882. Großherzogliches Ortsgericht. 7398 Müller. Allgemeiner Anzeiger. Griechische Sanitäts- und Dessert-Weine, in Originalflaschen ä 3/4 Liter garantirt absolut rein und ächt. Seche der folgenden schönen Weine entstammen dem rein vulkanischen Boden der Insel Santorin; und 9) sind von Patras. Da in Griechenland die Keller ebenerdige Magazine sind, die selbst im Winter nie unter 15° Reaumur-Wärme kommen, so sind die Weine m warmem Raume (die Flaschen gestellt) aufzubewahren. 1) Uamarite ä. 100 „j, ein aussergewöhnlich trockener Rothwein, von gans merkwürdigem Tanningehalte, der besonders als Magenwein sehr zu empfehlen ist. 2) Corinth er ü. 200 , ein trockener Rothwein, voll, feurig und von angenehmer Blume, jedem gl et chpr eisigen Burgunder und Bordeaux mindestens ebenbürtig. 3) Elia ä IW 4, 4) Kalliste ä 210 , zwei weisse und 5) Vmo di B&coo ä 170 , ein rother Claret, alle drei sehr allkoholreich, mit fein gewurzhafter Blume, an trockenen Sherry und Madeira erinnernd. 6) Vino Santo ä 190 , 7) Aehaja Malvasier, weiss, ä 220 , 8) Misistra Malvasier L 200 und 9) Aehaja Malvasier, roth, ä 220 j, sind ausgereifte, tre^füohe Süssweine, sehr fett, voll und feurig und von eigenartigem mildem 'Fön und Character; die beiden Aehaja von Gesehmack des Madeira, der Misistra dem Malaga ähnlich. 10) Vino rose ä 220 , ist ein Essenzwein von hervorragender Güte, er wird von dem Lieferanten als eine Seltenheit bezeichnet und hat vor ächtem Tokajer die Billigkeit des Preises voraus. II) Moscato ä 220 , ein hervorragender Süsswein aus Cephalonia, nur aus Muskateller Trauben bereitet, von charakteristischem, sehr feinem Bouquet. 12) Mavrodaphnö ä 240 , ein bestem Portwein in Farbe und Qualität ähnlicher Wein von Patras, sehr kräftig, voll und alkoholreich. — Preise per comptant. Eine Probekiete mit 12 ganzen Flaschen — Kiste, Flaschen und Verpackung frei — ab Frankfurt 19 X 50 7934 Di1. Hempel, Hirschapotheke in Giessen. (Meine A Conditorei So« ("nie | halte einem geschätzten Publikum bestens x empfohlen «S II» Hinkel, g 8096 Marktstrasse 32. 5 % 23^ Feine Weine, ChOGOlade, sowie diverse S Sorten feine Flaschenbiere. K Cor^etten cmpfichlt in großartiger Auswahl billigst 8103 Fr. Teipel. Große Auswahl in Lebkuchen, verschiedene Sorten 8099 Anis sowie Baumconftct empfiehlt zu sehr billigen Preisen die Conditorei von Heinrich Kinkel. Frische Schellfische auf Eis empfehlen 8114 •J.A. Busch Söhne. Bekanntmachung. Dienstag den 19. Dezember, Nachmittags 2 Uhr, sollen an Ort und Stelle, Westanlage 15 dahier, die Immobilien des Georg Nenzel dahier: »1R95/ /650 Mtr. Wohnhaus, Flur XVII Werkstätte, Hoiraum 'lbd /10' in der Westanlage, XVlI/164a%0,306Mtr.Hofraithe das., XVIi/165,6, 631 Mtr. Grabgarten daselbst, XVll/166, 575 Mtr. Acker daselbst, XVII/163,6, 225 Mtr. Stall, Hofraum daselbst, XVII/167, 638 Mtr. Acker daselbst, 11/16, 819 Mtr. Acker am Wißmarer- weg und der Lahn, XXIV/93, 1581 Mtr. Acker am halben Zehnten, über dem Stumpfenweg, XXV/16, 2350 Mtr. Acker am Schlangenzahl, zieht durch den Schüttgesbonrer-Weg, XXV/20, 2700 Mtr. Acker daselbst, sowie die sämmtlichen in den Werkstätten (Maschinenfabrik und Eisengießerei) befindlichen Maschinen, Werkzeuge u. Modelle öffentlich meistbietend versteigert werden. Bemerkt wird hierbei, daß zunächst Wohnhaus, Fabrik und Gießereigebäude mit sämmtlichen Maschinen, Werkzeugen und Modellen zusammen ausgeboten werden, dann aber ein getrenntes Ausgebot der Immobilien einerseits, sowie der sämmtlichen vorerwähnten Mobilien andererseits stattfinden wird. Soweit die Versteigerung der Mobilien am 19. Dezember nicht zu Ende geführt werden kann, wird solche am 20. Dezember und nöthigenfalls am 21. Dezember, jedesmal von Vormittags 9 Uhr an, fortgesetzt werden. Gießen, den 7. Dezember 1882. Großherzogliches Ortsgericht. 8105 Müller. Freitag den 22. Dezember, Nachmittags 2 Uhr, sollen auf hiesigem Ortsgericht die Grundstücke des Jakob Waldschmidt von Heuchelheim: Flur XV 370, 1175 Meter Acker am Wolfsfurt, XIII/614, 975 Meter Acker am Hollerbusch, XiV/180, 481 Meter Acker an der Schamm, XHLi64a, 325 Meter Acker auf der Harth, über der Kropbach, X/220, 1025 Meter Acker auf der Harth, vor der Koppelhuth meistbietend versteigert werden. Gießen, den 4. November 1882. Großherzogliches Ortsgerichr. 7399 Mütter. Gießener Actien-Mer, per Flasche 23 TeUor-Bier, per Flasche 18 sowie täglich frische Milch empfiehlt 8110 Philipp Bob, Bahnhofstraße. Die (Konditorei von II. Kinkel 8097 Irische Schellfische treffen heute eiu. 8111 Grg. Wilh., Weidig. AU verlegen. 8100 (m. ( . Spruch 8116 oder pr. Flasche 1.40 T) Eberhard Karl. 8108 -1; 1 50 2— 2.25 Der Baumeister: Herrmann. T) r CD 00 Um die Noth der armen Landsleute am Rhein und Main, welche in durchfeuchteten Wohnungen die kalte Winterzeit verbringen müssen, tu lindern, eröffnen wir Sammel-Stellen für Kleidungsstücke. Wir wenden uns mit der Bitte um solche Gaben für Alt und Jung an den uns bekannten Wohlthätigkeitsstnn unserer Mitbürger und sind überzeugt, daß jeder gern vom Entbehrlichen sich trennt, um Gefahren für Leben und Gesundheit abwenden zu helfen. Bekanntmachung. Samstag den 16. ds. Mts., von Vormittags 10 Uhr ab, sollen in den Stationen 17,6 bis 20,9 der Frankenberger Straße (zwischen Ernsthausen und Wiesenfeld) 74 Stück durchschnittlich30Ctm. starke Pappelbäume öffentlich an den Meistbietenden verkauft werden. Die Bedingungen werden im Termin bekannt gemacht. Frankenberg, den 1. Dezember 1882. Nach der Einwcihungsfeier der Kleinkind er schule am Montag Vormittag ist ein Regenschirm vertauscht worden. Die bei der Feier Anwesenden werden dringend gebeten, ihre Regenschirme nachsehen und den irrthülnlich mitgenommenen in der Kleinkinderschule um- tauschen zu wollen. zum Besten der Wafferbeschädigten am Rhein und Main, unter gütiger Mitwirkung des Männergesangvereins zu Lollar im Saale des Herrn JP. W einrieh daselbst. Entree 3v Pf. ohne der Wohlthätigkeit Schranken zu setzen. Mein Comptoir und Luger befindet sich von heute un Schulstrafie 6, im Umbau. Giesten, den 7. Deeember 1882. Pferdefleisch u. geräucherte Wurst empfiehlt 8115 Honr. Hrattseln Die Versendung geschieht an das General-Comite in Darmstadt nach dessen Weisung direct. Gießen, den 4. Dezember 1882. Bramm, Bürgermeister. Justus Kreiling. F. C. B. Koch. C. Ohler. I. M. Schulhof. Sammelstellen bei Herrn C Obler, Seltersberg, Herrn I. M. Schulhof, Marktstraße, Herrn F. C B. Koch, Schiffenbergerweg. Ieikgeöotenes. Frische Orangen und Mronen empfiehlt 8098 Conditor He Hinkel. Freunden und Bekannten thelle ich hierdurch tiefbetrübt mit, daß es Gott gefallen hat, mein Söhnchen Theodor nach kurzem, aber schweren: Leiden heute Morgen 4 Uhr zu sich zu zu nehmen. Gießen, am 7. December 1882. Primissima Messina und Jerusalemer Apfelsinen empfehlen 8113 J. A, Busch Söhne. Soeben traf ein: Ebers, Georg. Ein Wort. Elegant gebunden. Neuester Roman des Verfaffers von Egypt. Königstochter, Uarda, Homo sum, Der Kaiser, Eine Frage, Die Frau Bürgermeisterin. 8101 Ierbe^scheUniv.-Buchhandlung, Gießen. Maschmeullnckerei von Carl Pietsch II. 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Deeember, Abends 7 Uhr: Gntlaufen ein junger Metzgerhund, schwarz und weiß gefleckt, auf den Namen „Barry" hörend. Gegen Belohnung abzugebeu bei E. Schulz, Metzger. 8109 Bor Ankauf wird gewarnt. Theater In Giessen. (Cafe Leib.) Freitag den 7. Dezember: Benefice und Gastspiel des berühmten Zwergkomikers Herrn Janez Malln. Das Stiftungsfest. 8112 Lustspiel in 4 Akten von G. v. Moser. welche Sorten ich sowohl als Dessertweine als auch zu Medicinal- zwecken bestens empfehlen kann. Ausserdem mache ich auf mein Lager in allen sonstigen in und ausländischen Weinen bei Bedarf aufmerksam. 7746 IdOUiS LillCl, Kirchenplatz. Beilage pt Nr. 287 des Gießener Anzeigers. Allgemeiner Anzeiger. 1882 w n H H H 13. 14. 16. 19. 20. 21. 23. 27. 28. 30. den Mittwoch Donnerstag Samstag Dienstag Mittwoch Donnerstag Samstag Mittwoch Donnerstag Samstag sowie Dienstag Mittwoch Donnerstag Samstag Dienstag Mittwoch Donnerstag Samstag Bekanntmachung. Zur. Bezahlung der Zinsen, welche von den bei der hiesigen Spar- und Leihkasse angelegten Kapitalien am Ende dieses Jahres fällig werden, sind nachstehende Termine festgesetzt, und zwar: Samstag den Dienstag „ Die Interessenten werden daher aufgefordert, die Zahlungen an diesen Tagen in Empfang zu nehmen und hierzu durch Vorzeigung der Schuldscheine sich zu legitimiren. Zugleich wird bemerkt, daß die auf den Donnerstag fallenden Zahltage für die Interessenten der Sadt Gießen, dagegen die übrigen Zahltage für die Auswärtigen bestimmt sind- Die Herren Bürgermeister werden ersucht, dieses in ihren Gemeinden auf ortsübliche Weise bekannt machen zu lassen. Gießen, den 24. November 1882. Der Rechner der Spar- und Leihkasse. Kehr. 9. Dezember 12. 2. Januar 1883 ?' " « 4. „ „ 9 " II II 10. „ 11. 13. „ Aeilgeöotenes. Meyers Converfations - Lexikon \16 Bde. gebd.) ist billig zu verkaufen. Wo? sagt die Exped. ds. 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