pp'mtethet r treib. ?(poFb^t ’Il)ter Gelier ^0«g 4 Zimmer ichmsan^ ^einmöbl. unmöbl. uchm. lsstrch 3. rigen. lein, welches n, in dm- Mrd gegen w tmniüare, ibe Stellung ■ gesucht. Lb§. er. I >rte Cigarren- he vertrauter, Haber gesucht. Charakter ist wirb weniger sub Chiffre n-Erpedition rbhausenerb. m । mit gelben ector" hörend. Belohnung bei geben. 6531 Knecht, der ms sosort gelb. bs. Bl. Nr 233 Erstes Blatt. Sonntag den 8. Oktober 1882. Gießener Anzeiger Amts- und Anzngkblatt für den Kreis Gießen. Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS. Bureaur Schulstraße 7. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerloh'. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Bekanntmachung. Samstag den 14. Oktober l. I.. Vormittags 9 Uhr, findet in dem Regierungsgebäude dahier eine öffentliche Sitzung des Kreistages des Kreises Gießen statt. a Tagesordnung: 1) Ernennung eines Protokollführers für den Kreistag. 2) Die Uebernahme der Straße von Londorf nach Lollar als Staatsstraße. 3) Desgleichen der Vicinalstraße von Laubach nach Hungen. 4) Gesuch der Gemeinde Münzenberg 2c. um Uebernahme von Vtcmalwegen durch den ^taat. 5 l Mabl der Commission für bie Einschätzung der Einkommensteuerpstlchtigen 1. Abthetlung. 6) Gesuch des Großh. Commercienrathes Adolf Noll in Gießen um Entbindung von dem Amte eines Eyatz-Mitgliedes der Ersatz- 7) Gesuch des früheren Bezirksbauaufsehers Hahn zu Groß-Buseck um Verwilligung einer Pension. 8) Gesuch der Gemeinde Ettingshausen um Genchmigung der Annahme eines besonderen Bautechnikers. 9) Gesuch der Gemeinde Lich in gleichem Betreff. 10) Aufhebung des Brückengeldes über die Lahn bei Ruttershausen. 11) Prüfung der Kreiskasse-Rechnung für 1881/82. 12) Nachtrag zum Kreiskasse-Voranschlag für 1882/83. h.*S “MT “"**"■ D-. Äfii* »-d°- M Ur. Boekmann. junger Mann ober Reise, an bie Expcd. idM hält sicb r Bebiennng Branbgasse. Den der Herren ib ju wollen. 4 V1 tat oder »S#- Bis» t B"' I p«3* iponW , bs-; rlingWwe- Gießen, den 7. Oktober 1882. I. B. d. C.: Kraemer. Gefundene Gegerlstände: 1 silberner Ring, 1 Drahtkörbchen, 1 Kinderschuh, 1 Religionsbuch, 1 Handschuh, 1 Taschentuch, mehrere Schlüssel und Hundeblechmarken. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Aeutschland. Berlin, 5. Oktober. Die gegenwärtig in Danzig unter der Leitung des Directors des Allgemeinen Krtegsdepartements, General-Lieutenant v. Verdy, stattfindenden Uebungen sind keine eigentlichen Festungsmanöver, es ist darunter vielmehr eine ffestungskrieg-Uebung zu verstehen, welche in der Manier der Generalstabsreisen sich meist theoretisch abwickelt, so daß die Verwendung von Truppenkörpern dabet ausgeschlossen ist. Ter Hauptsache nach handelt es sich bei diesen Uebungen um die Darstellung des Angriffes aus eine moderne Festung, sowie um die Maßnahmen, welche die Vertheidigung dagegen ergreift- Zu ersterer gehört auch ein Theil des Feldkrieges, insofern es sich um die ersten Stadien eines Festungsangriffes, also um die Einschließung der Festung mit Truppen handelt, während zu den letztereil auch alle Maßregeln zählen, welche sich auf die Ausstattung der Festung mit Wohnräumen, Laza- rxthen, welche gegen feindliches Artilleriefeuer gesichert sein müssen, sowie auf die Lerprooiantirung der Besatzung beziehen. Dabei werden gleichzeitig schwebende Fragen in Bezug auf die verschiedenen Angriffsarten sowohl artilleristischer als fortificatorischer Natur eingehend erörtert, wetzhalb zu diesen Uebungen besonders tüchtige Officiere ausgesucht werden, von denen ein großer Theil dem Generalstabe angehört. Die Dauer der Danziger Uebung ist auf 14 Tage bemessen. Berlin, 5. Octbr. Im Reichsjustizamt finden gegenwärtig, wie officiös mitgetheilt wird, eingehende Erhebungen uno statistische Ermittelungen über die Wirkungen des Gerichtskosten-Gesetzes statt, die sich namentlich darauf erstrecken, ob die kürzlich vorgenommenen Ermäßigungen der Gebühren von erheblichem Einfluß geworden, oder ob noch eine weitere Ermäßigung derselben, wie sie bekanntlich schon bei den Berathungen des Reichstags gefordert wurde, nothwen- dig werden würde. München, 1. Octbr. Von heute an wird Prinz Ruprecht, der älteste jetzt 13jährige Sohn des Prinzen Ludwig von Bayern, am Unterrichte des Maximilian-Gymnasiums in München thellnehmen. Der Eintritt des Prinzen in eine öffentliche Schule ist deshalb von Bedeutung, weil dies der erste Fall ist, in welchem von Seiten des Hauses der Wittelsbacher der Versuch gemacht wird, die bisher übliche rein private Unterrichtsweise durch gemeinsamen Unterricht mit Altersgenossen zu ersetzen. (Fr. Ztg.) England. London, 6. Octbr. Aus Kairo verlautet, es seien Briefe entdeckt, durch welche Lesseps compromittirt sei. Derselbe habe den Rebellen Werkzeuge zum Bau strategischer Eisenbahnstrecken geliefert. Für die egyptische Armee ist die Anwerbung von eingeborenen Indiern in Aussicht genommen. (Fr. Ztg.) — In Folge des verunreinigten Trinkwassers kommen unter der Bevölkerung am Suezkanal viele Fieberfälle vor. Sir Malet hat den Minister des Innern um Abhülse ersucht. (Fr. Ztg.) London, 6. Octbr. Die „Times" sagt, zur Lösung des egyptffchen Problems bedürfe England keines Bundesgenossen, England wolle Egypten nicht annectiren, sondern nur für das gemeinsame Wohl verwalten und verlange deshalb keine außerordentliche Gunstbezeugung von Europa. England sei der Bundesgenosse von ganz Europa und bedürfe keiner besonderen Verträge zur Sanctionirung seines Unternehmens. Aegypten. Alexandrien, 5. Octbr. Durch ein Secret des Khedive wird das Verbot der Einfuhr von Kohlen an der Küste zwischen Alexandrien und Port Said, sowie das Verbot der Einfuhr von Petroleum aufgehoben. Kairo, 5. October. Arabi und Tulba wurden heute früh aus der Kaierne Abdin nach der Mobilienkammer gebracht, wohin die übrigen Gefangenen, im 'Ganzen ca. 80, gestern früh geführt waren. Die Untersuchung hat bereits begonnen. Arabi soll zum ersten Male heute Nachmittag vor Gericht kommen. Die Untersuchung wird absolut geheim geführt, der Proceß selber wird indessen öffentlich verhandelt werden. , c . .. t — Die englischen Truppen find aus Tantah und Damanhour zurückgezogen worden, nachdem die Mudirs dieser Städte erklärt, daß weitere Meutereien wenig wahrscheinlich seien. — Ein Pariser Telegramm meldet: Lesseps telegrafierte gestern dem Kriegsgericht, das über Arabi urtheilt, er sei bereit, für Letzteren zu zeugen , er besitze von ihm 16 Depeschen und Briefe, die blos die Erhaltung und Neutralität des Suezkanals behandelten und unter Arabcks Schutze halten 15,000 Europäer unbehelligt nach Jsmailia gelangen können. Lokales. Gießen, 7. Oktober. (Sitzung der Stadtverordneten vom 5. Oktober.) Anwesend Herr Bürgermeister Brarnrn, Herren Beigeordneten Keller und Heß, von Seiten der Stadtverordneten die Herren: Bai st, Gail, Gruneberg, Hanstetn. Hoch, Hornberger, Kauf, Lüdeking, Adolf Noll, Aug. NoU, 93e t r t, Scheel, Vogt, Wenzel und Wortrnann. - Zu dem m Nr. 223 d. Bl. erwähnten Gesuche des Herrn Kanzleirath (Stemm um Ansetzung einer Versteigerung des durch die Eröffnung der Bleichstraße frei werdenden Gäßchens ist noch ein zweites und zwar des Herrn Kinkel gekommen, welcher einen Theil des hinter seinem Hause lugenden Geländes erwerben will. Die Versammlung beschließt hiergegen nach oen Anträgen der Baudcputatton die Expropriation des zur Bleichstraße nothigen Geländes unter Festsetzung des Preises von 7 Jü pro ^Klafter und Gewährung einer Entschadlgung für den Wegfall der Huhn'schen Seilerbahn rc. im Betrage von 300 JL. unb |oU„über die Verwendung des Gäßchens vorläufig noch keine Verfügung getroffen werden. Bezüglich des Gesuches des Herrn Bauunternehmer Adam: umlErlaubniß zur^Anlage einer Einfriedigung an seinem Hause in der Bleichstraße beantragt, das durch Abstumpfung einer Ecke entfallende ^°/un^e zu Gunsten d Ausbaues der Bleichstraße zu erwerben. Dem Anträge stimmt d>- Versammlung zu. - In Bezug auf den Ausbau der Löberstraße wird, nachdem die V-rhmdlungen über den Erwerb des Geländes zu einem bestimmten Resultate »-^hrt, beschloßen, daßnun der Ausbau zwischen den bechen Wieseckbrücken stattfmdet. . pudern G s ch h Bewohner der Ostanlage um Ausbau der Ostanlage von der WEHorstraße ms zur Wiesenstratze wird beschlossen, die nothigen Vorarbeiten für den'Ausbau der Ostanlage in ihrer ganzen Ausdehnung vorn Wallthor bis jum nehmen. - Nach der von Herrn Karl Walther °bS°Lbenen ErkMrung, das vor ÄfÄ’Ä U— S'Ä'ja-Ä'lS! läÄmÄ'MÄÄ Jl» SÄ,?'»! S?adt der Militär-Verwaltung das Recht einräumt, das Tagwassev, Ä öh S il Ufallwaffer mittelst Rohrleitungen und an geeigneten Punkten sowie die sonstigen AbfaU.wayer m.tt , * eraer Strafte, die Eichgärten nach der M ckzL'L^eÄstÄGenehmigung der VUammlu/g.- Nach° einem kürzlich ^faßten Besch uß sollten Erhebungen darüber angestellt werden tn welchen Hau,em dtl Einführung des Tonnensystems anzuordnen se,. Dtes- Erhebungen haben ergeben, datz 273 Gebäude die vorschriftsmäßigen Abortanlagen noch nicht haben. Es wird beschlossen, die Kosten der Expertise den einzelnen Interessenten aufzulegen. — Die Gesuche von den Herren M- Weiner und Kaufmann Louis Lony um Erlaubniß zur Anlage von Einfall- resp. Lustschächten werden genehmigt. — Die Deckung des aus Anlaß des diesjährigen Jugendfestes entstandenen Deficits von 205,29 Jü aus der Stadtkasse wird genehmigt. — Dem von dem Vorstande der Fr. Feuerwehr" an den Stadtvorstand gerichteten Gesuche um Errichtung einer Pflichtfeuerwehr wird im Princip befürwortend beigetreten und wird eine Commission mit der weiteren Ausarbeitung eines diesbezüglichen Reglements beauftragt. Gießen, 7. Oktober. Schwurgerichtsverhandlung am 6. October 1882. Der erste Fall ist bereits gestern mitgetheilt. Die auf Nachmittag gegen Eisenbahn-Stationsassistent Barrell von Marburg wegen Verbrechen im Amte anberaumte Hauptverhandlung wurde vertagt. VerMLschteS. Frankfurt, 5. Oktober. Heute kam eine Frau weinend auf die Polizei und jammerte, ihr guter Mann habe alle Glieder bei der Arbeit gebrochen, er könne gar nicht mehr gehen. Sofort wurden von der Polizei alle nöthigen Anordnungen getroffen, den Mann in’s Hospital überzuführen und auch ein Arzt veranlaßt, dem Verunglückten die erste Hülfe angedeihen zu lassen. Der Arzt kam, untersuchte den Mann und fand, daß er sich, wie man zu sagen pflegt, „eine Nippe versoffen hatte". Statt Ueberführung in das Spital wurde kaltes Wasser verordnet. Gestern fuhr eine Lokomotive der Hessischen Ludwigsbahn in Sachsenhausen auf der einen Seite zum Thore herein und auf der andern Seite durch die Wand, welche sie einriß, hinaus. Weilburg, 4. Oktober. Die Leichen der angeblich durch Genuß von Tollkirschbeeren vergifteten drei Kinder vo>l Niedershausen sind gestern und vorgestern sectrt worden. Nach dem Sectionsbefunde läßt sich nicht annehmen, daß die Kinder giftige Beeren genossen haben; dagegen erzählt man sich jetzt, die unglücklichen Kinder hätten vor ihrem Unwohlsein Wurst gegessen. Genaues wird sich jedenfalls durch die Untersuchung ergeben. London, 5- Oktober. Dem vom Polizeipräsidenten, Sir E Hendenson, soeben veröffentlichten Polizeibertchte für London im Jahre 1881 entnehmen wir solgende Einzelheiten: Am 31. December 1881 betrug die Gesammtstärke der zum Schutze der öffentlichen Sicherheit eingesetzten Macht 11,234 Mann aller Rangstufen — eine merkwürdig kleine Anzahl für eine Einwohnerschaft, die der des ganzen Schottlands etwa entspricht. Von diesen 11,234 waren 1294 in den Docks, Milttärstationen, in verschiedenen öffentlichen Verwaltungszweigen, Eisenbahnen und Instituten, und 9940 in der eigentlichen Hauptstadt beschäftigt Die Metropole ist in steter Ausdehnung begriffen; gebaut wurden im abgelaufenen Jahre 26,170 neue Häuser, wodurch 556 neue Straßen und vier neue Plätze (squares) entstanden. Verbrechen uno Trunkenheit haben tm abgelaufenen Jahre im Allgemeinen etwas abgenommen, doch hat sich die Zahl der Hausetnbrüche wesentlich vermehrt. In 2872 Einbruchsfällen zeigt es sich, daß dieselben m leerstehenden und unbeaufsichtigten Häusern geschehen- Offen gefunden von den Polizeiwüchtern wurden 17,116 Thüren und 9766 Fenster. Wegen Trunkenheit, theils mit, theils ohne ordnungswidriges Betragen wurden 16,520 Personen verhaftet, gegen 17,721 im vorhergehenden Jahre. Durch Ueberfahren getödtet wurden im abgelaufenen Jahre 127 Personen (gegen 95 im Vorjahre), verletzt dagegen wurden 3400 (gegen 3339 im Vorjahre). Als vermißt wurden angemeldet: 11,835 Kinder und 3416 Erwachsene; 23 Kinder, sowie 154 Erwachsene sind spurlos verschwunden, die übrigen wurden entweder seitens der Polizei oder von anderen Personen wieder eingebracht. — (Orientalische Phantasie.) Die Nachricht von dem englischen Siege bei Tcl-el-Kebir fiel in Damaskus — so meldet ein dortiger Correspondent — rote ein Donnerschlag aus hellerem Himmel nieder, da am Tage vorher daselbst das Gerücht in Umlauf gesetzt worden war und unter der Moslem-Bevölkerung auch allen Ernstes geglaubt wurde, daß der Herzog von Connaught gefangen genommen worden und die Königin von England sich zur Erwirkung der Freiheit desselben verpflichtet gesehen habe, die folgenden Bedingungen einzugehen: Egypten eine alle Kriegskosten deckende Indemnität zu bezahlen: die gesummte egyptische Nationalschuld zu liquidiren; Abmarsch der britischen Truppen mit umgekehrten Gewehren; Enthauptung Sir Garnet Wolseley's und des Admirals Seymour, und endlich Verheiratbung der Tochter der Königin an Arabi Pascha! . . . Die Enttäuschung muß da allerdings eine schreckliche gewesen sein. — (Kleine Notiz aus der Praxis.) Beim Bauwesen giebt es gar viele kleine und große Unannehmlichkeiten, von denen jeder, der damit zu thun hat, etwas zu erzählen weiß. Wenn einem nun Kalk ins Auge spritzt, so ist das z. B. eine Unannehmlichkeit, die sehr leicht passiren kann unr> wirklich schmerzt, obwohl das Vorkommniß an und für sich unbedeutend ist. Im Momente weiß man sich vor beißendem Schmerz keinen Rath, man wird schleunigst frisches Wasser suchen, um die Schmerzen durch Auswaschen des betreffenden Auges zu lindern. Wie eigenthümlich ist es nun, daß gerade die Bauhandwerker ein anderes Mittel für diesen Fall nicht kennen, nämlich das „Zuckerwasser". Dies ist ein probates Mittel, seine Anwendung hat sich allenthalben bewährt. Einsender hat z. B. auf feinen Bauausführungen stets ein Stückchen Zucker in der Tasche, passirt es ihm, Kalk oder Mörtel rc. ins Auge gespritzt zu bekommen, so braucht er nur mit der hohlen Hand, in die man den Zucker legt, frisches Wasser aus das Auge zu schütten und in wenigen Sekunden ist der Schmerz gelindert- Zucker geht nämlich mit dem Kalk eine Verbindung ein, welche jede ätzende Wirkung und Schädlichkeit für das Auge aufgebt. Bg. Ztg. — (Ein ehrlicher Mann.) Ein amerikanisches Blatt schreibt: Im südlicher. Indiana begrub man einen Mann und ein Vagabond lehnte sich über bte Kirchhofsmauer und frug: „War er ein Staatsmann?" — „Nein." — „Redner?" — „Nein." — „Dichter?" — „Nein." — „Berühmter Erfinder?" — „Nein, er war einfach ein ehrlicher Mann " — „Ja, weßhalb ist denn die Wittwe mit dem Leichnam nicht nach Chicago gefahren und hat denselben dort als Seltenheit ausgestellt?" — Eine interessante Probe seiner urwüchsigen Kraft hat der Nordweststurm gegeben, welcher in der Nacht vom 29. auf den 30. September in der Umgegend von Stade tobte. Am Abend des 20. September war von Stade ein leerer Eisenbahnwagen nach dem Neuhäuser Bahnhofe geschafft worden, um am folgenden Morgen eine Ladung Ochsen für Hamburg einmnehmen, als aber das Vieh verladen werden sollte, war der Wagen spurlos verschwunden. Er war, wie sich später herausstellte, vom Sturme erfaßt und die 24 Km. lange Strecke von da bis zur Oste getrieben und hier durch die Oeffnung der nur während der Fahrzeiten geschlossenen Drehbrücke in ben Fluß hinabgestürzt. Glücklicherweise waren überall die Bahnübergänge frei und kein Schiff passirte während der Cataftrophe die Brücke. Literarisches. Die von Sacher Masoch herausgegebene internationale Revue „Auf der Höhe" veröffentlicht in ihrem Octoberheft einen Rückblick, in welchem sie mit Befriedigung ihren ersten Jahrgang abschließt. Sie sagt hierin unter Anderem: „Die berühmtesten Dichter und Gelehrten aller Länder, mit ihnen eine Reihe junger, frischer, origineller Talente, haben sich begeistert um die Fahne des geistigen Fortschrittes, die wir auf- gepflanzt haben, geschaart- Es giebt kein Blatt in Europa, das einen solchen Kreis illustrer Mitarbeiter aufzuweisen hätte. Ein gleich warmes Verständniß und gleich lebhafte Aufnahme hat unser Blatt bei dem europäischen Publikum gefunden, zu Tausenden zählen seine Leser in allen Ländern, allen Welttheilen, es hat sich bei allen Nationen gleiche Sympathien zu erwerben verstanden. Die gesammte europäische Presse hat den Werth und die Bedeutung unserer Monatsschrift anerkannt und gewichtige Stimm» n haben sie als die einzige deutsche Rundschau bezeichnet, welche der Pariser Revue des deux mondes ebenbürtig an der Seite steht." Mit gerechtem Stolz weift .Auf der Höhe" noch auf die imposante Reihe berühmter Männer der Wissenschaft und die bedeutenden Dichter und Novellisten hin, durch deren vorzügliche Beiträge es dieser Zeitschrift ermöglicht wurde, ihr hohes Programm so glänzend durchzuführen. Gewerbliche und technische Notizen. — (Petroleum gegen Hausschwamm.) In der badischen „Gewerbezeitung" empfiehlt Gewerbeschullehrer Schwab als ein unfehlbar wirksames Mittel gegen den Hausschwamm, das seit etwa sieben Jahren mit Erfolg angewendet wird, neuerdings das Petroleum. Das mit Erdöl bestrichene pilzkranke Holz wird von dieser Flüssigkeit leicht durchdrungen, der Pilz vollständig zerstört und der weiteren zerstörenden Einwirkung desselben Einhalt geboten. Bestreicht man Holz und Mauer tüchtig mit Petroleum, so wird der Pilz schwarz, die fest an das Mauerwerk anliegenden oder in dasselbe eingedrungenen Würzelchen des Pilzes lösen sich von demselben los und erscheinen als schwarze Fäden, der Schwamm stirbt alsdann vollständig ab. Ebenso empfiehlt derselbe Autor das Petroleum gegen den im Holze so häufig vorkommenden Wurm. Schiffsbericht. Mitgetheilt von dem Agenten des Norddeutschen Lloyd in Bremen, C W. Dietz Nachfolger, Gießen. Bremen, 6. Oktober. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Hermann, Capt. H. Baur, vom Norddeutschen Lloyb in Bremen, welcher am 20. Septbr. von Bremen abgegangen war, ist gestern wohlbehalten in Baltimore angekommen. Telegraphische Dampfernachrichten. Mitgetheilt von den General-Agenten Gebr. Gose wisch und Max Jos. Schröder, Mainz. New - 3) ork, 3. Oktober. Angekommen von Bremen der Nordd. Lloyd-Dampfer „Werder". New-York, 4. Oktober. Angekommen von Hamburg Dampfer „Gellert" der Hamburg-Amerik. Packetfahrt-Ges. New-Aork, 4 Oktober. Angekommen von Havre Dampfer „Päreire" der Comp. Generale Transatlantique. der Brodverkäufer 1 Kgr. (2 Pfd.l Weißdrod . . . . 1 " (2 " ) Schwarzbrot) 1. Sorte bei Hch. Rain 1 ", (2 ", ) Schwarzbrod 2. Sorte bei Hch. Rain 2 u (4 „ ) „ tt bei Hch. Rain ...... 3 „ (6 „ ) 1 2 1 2 1 2 3 der Bäcker Kgr. (2 Pfd.) Weißbrod . . . . " \ " .... „ (2 „ ) Schwarzbrod 1. Sorte " <4 " ' bei Konrad Rinn III i. .(6 M.) Schwarzbrod 2.'Sorte ber L Kell, L. Kroneberg, Konrad Haas, Karl Wallenfels II., Martin Lenz, Ludwig Schneider, Fr. W. Hartmann bei Gg. Müller . . . . p 30 60 27 54 24 >48 50 Gießen, den 7. October 1882. Großherzogliches Polizeiamt Gießen I. V.: Kraemer. & 30 60 27 23 54 46 24 22 48 'M ,70 Handel und Verkehr. Gießen, 7. October. Auf dem heufigen Wochenmarkt kostete: Butter per Pfund JL 1.10—1.15, Hühnereier per Stück 6—7 H, 2 Stück 13 2^, Käse per St. 4—8 H, Käsematte per Stück 3 H, Erbsen 1 Liter 20 H, Linsen 1 Liter 30 H, Tauben das Paar 70—75 H, Hühner per Stück 1.00—1.20, Hahnen per Stück JL 0.65—0.90, Enten per Stück Jt. 1.50—1.70, Ochsenfleisch per Pfund 66—70^, Kuh- und Rindfleisch 56—60 2^, Kalbfleisch 50 bis 54 H, Schweinefleisch 62—64 Hammelfleisch 60—66 H, Kartoffeln per 100 Kilo J4 6.00—10.00, Zwiebeln per Centner X 4— 5.00, Milch per Liter 14—18 29-. Gänse per Pfd. 50 Frankfurt a. M., 7. October, Nachmittags 2 Uhr — Min. (Telegraphischer Eoursbericht. Mitgetheilt durch das Bankgeschäft Albert Kaufmann tu Gießen.) Creditactien 269VÖ, Staatsbahnactien 298, Galizier 272^2, Lombarden 123 Vi, Nord- westbahnactien 184 Va, Darmstädter-Bankactien 1583/t6, Oberschlesische E.-B.-Act. —, Oesterr. Silberrente 661 g, 4% Ungar. Goldrente 75, 4% 1880er Russen 70 V4, 5% 1877r Russen 87Vs, 2. Orient-Anleihe 56Vs, Spanier 645/s, 5% Rumänische Rente 913/&, 4% Unific. Egypter 711