Freitag dm 8. September 1882 Nr. 109. ießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. ———— — PreiK vierleijübrlich 2 M«rk 20 Pf. mit Brinqerlohu. Bureau r Schulstraße B. 18. Erschemt tL^Lich mit Ausnahme des ^»utags. Durch die Poft bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Amtlicher Th ei?. Bekanntmachung. Vom 23. September d. I. an soll ein iOtägiger Zeichenkursus für Dolksschullehrer unter Leitung des Herrn Proseffors Kumpa in dem Zeichensaale der Mittelschule für Knaben zu Darmstadt abgehalten werden, an welchem aus dem Kreise Gießen drei Lehrer auf öffentliche Kosten thellnehmen können. Dabei sind vorzugsweise solche Lehrer zu berücksichtigen, welche bisher noch an keinem Zeichenkursus sich betheiligt haben. . Die zur Theilnahme Bestimmten erhalten mit Genehmigung Großherzoglichen Ministeriums des Innern und der Justiz Ersatz ihrer Reisekosten und per Tag 4 M Diäten aus Staats-Mitteln, soweit nicht durch Verwilligung von Gemeinden, Sparkassen oder anderen öffentlichen Anstalten die Kosten gedeckt werden. Ebenso können auch Lehrer auf eigene Kosten an dem fraglichen Zeichenkursus Antheil nehmen. . Lchrer des Kreises, welche an diesem Lehreursus Theil zu nehmen wünschen, wollen Ihre Gesuche längstens bis zum 14. l. M. bei uns emreichen. Gießen, am 7. September 1882. Großherzogliche Kreis-Schul-Commission Gießen. Dr. Boekmann. _____________________________________________ Betre'ssend: Wie oben. • Gießen, am 7. September 1882. Die Großherzogliche Kreis-Schul-Commission Gießen an die Schulvorstände des Kreises. Wir beauftragen Sie, die Lehrer auf vorstehende Bekanntmachung noch besonders aufmerksam zu machen. Dr. Boekmann. Deutschland. Darmstadt, 6. Septbr. Se. Königl. Hoheit der Großherzog empfingen heute den Major Lotheißen vom 53. Infanterie-Regiment, den Rittmeister Frhrn. v. Schenk, den Pros. Hermann Müller, den Prof. Stadel von der Großh. technischen Hochschule; zum Bortrag den Ordenskanzler, Generallieutenant und Generaladjutanten v. Grolman, den Staatsminister Frhrn. v. Starck, den Oberconsistorialpräsidenten Goldmann und den Präsidenten der Oberrechnungskammer Hahn. Darmstadt, 5. Septbr. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: Am 24. August dem Schullehrer in Ober-Ingelheim Peter Wenzel und am 28. August dem Schullehrer in Groß-Gerau Wilh. Ed. Ganzert das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift: „Für fünfzigjährige treue Dienste" und am 1. Septbr. dem kaiserlichen Postdirector in Mainz Wilh. Schmidt das Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienst-Ordens Philipps des Großmüthigen — zu verleihen. Berlin, 5. September. Bei dem von allen Seiten gemeldeten Auftreten von epidemischen Krankheiten, speeiell von dem Ausbruch der Cholera in den einzelnen Theilen Asiens und Afrikas und bet der einerseits durch das Herbeizühen indischer Truppen nach Egypten, andererseits durch den bevorstehenden Beginn der Pilgerfahrten der Mohamedaner nach Mekka hervorgerufenen Befürchtungen in der europäischen Presse vom Ausbruch und von der Verbreitung der Seuchen über Europa u. dgl. mag zur Beruhigung dienen, daß, wie es sich nach genauen und amtlichen Untersuchungen und Mittheilungen herausstellt, die meisten dieser AUarmnachrichten erfunden und die nicht erfundenen mindestens weit übertrieben sind. So ist weder in Tanger noch m Marokko bis jetzt eine Spur von Cholera. Auch die von der Lemberger „Gazeta Narodowa" gebrachte Mittheilung von dem Vorkommen einzelner Cholerafälle in Warschau hat sich nicht bestätigt und stellt sich als vollständig unwahr heraus. Einzelne Fälle von sporadischer Cholera zeigten sich in mehreren spanischen und amerikanischen Städten, ferner in Leipzig und Genf, wie in jedem Sommer. — Auch die in den Zeitungen kursirenden beunruhigenden Nachrichten über den Gesundheitszustand der englischen Truppen in Egypten sind übertrieben. Selbstredend zeigen sich bei den an solchen Entbehrungen und solche Temperaturgrade nicht gewöhnten Soldaten mancherlei Erkrankungen, namentlich die in Egypten epidemische Ruhr, bis jetzt aber durchaus nicht in Besorgniß erregender Werse und sind gerade die Engländer bekanntlich diejenigen, die auf Erfüllung und Durchführung sanitärer-Maßregeln sehr großen Werth legen. Schon dieser Umstand ltesert eine Bürgschaft, daß nichts verabsäumt werden wird, um Entstehung unb Verbreitung von Seuchen bet den kriegführenden Truppen zu verhüten. Hat doch die Sorge für die Erhaltung der menschlichen Gesundheit aller Orten herrliche Blüthen getrieben. Wie wird jetzt im Vergleich zu wenigen vorangegangenen Zähren, besonders in den zu Ausbrüchen von Epidemien disponirten südlichen Ländern Europas der Hygieine-Cultus betrieben? Allen voran Italien mit seinen zum Theile mustergültigen Quarantäne- und anderen sanitären Einrichtungen. Es folgten Spanien und Portugal mit Einführung einer gründlichen Morbiditätsstatistik und Errichtung von lokalen Gesundheitsämtern. Welchen Segen brachte bereits unb wird noch mehr der internationale Gesundheitsrath in Konstantinopel hervorbringen? Geht doch auch neuerdings, wie wir aus sicherer Quelle erfahren, sogar Rußland mit der Idee um, die bestehenden sanitären Maßnahmen zu erweitern und eine Centralsteüe für sanitäre Erfordernisse, ein Gesundheitsamt nach dem Muster einzurtchten, um die in dem gewaltigen Reiche zeitweise auftretenden Volkskrankheiten sofort nach der Eruption und energisch bekämpfen und dadurch die häufige Beunruhigung Europas vermindern zu können. Es bleibt also von den vielen Befürchtungen nur übrig, daß tn Japan die Cholera herrscht und in einigen Straßen-Ansiebelungen (Straits Settlements) durch die Colonial-Regierung von Singapore Quarantäne-Maßregeln gegen die auf Sumatra und Japan ausgebrochenen Cholera-Epidemieen eingeführt worden sind. Nach den neuesten Mittheilungen waren die letzteren aber schon Ende Juli wieder aufgehoben, weil die Cholera-Epidemieen in Java unb Sumatra bereits als erloschen anzusehen waren. Das gelbe Fieber zeigte sich bis Mitte August in Rio de Janeiro nur in wenigen Fällen. Berlin. Wie die „B. P. N." erfahren, ist - als eine fernere Maßregel, um dem Landstreicherunwesen zu steuern — ungeordnet worden, oaß Vagabonden und Bettler nach ihrer Ueberweisung an die Polizei einer gründlichen Körperuntersuchung unterzogen werden sollen. Man hofft, auf diese Weise die Arbeitsfähigen zu ermitteln, um denselben eine angemessene Arbeit zu übertragen. Die gänzlich Arbeitsunfähigen sollen in besonderen Anstalten untergebracht werden. Breslau, 5. September. Heute Abend 9 Uhr fand auf dem Platze vor dem Kgl. Palais der große von sämmtlichen Musikcorps des 6. Armeecorps ausgeführte Zapfenstreich statt. Zur Aufführung gelangten die Ouvertüre zu Wagner's „Rienzi" (bet Beginn des Zapfenstreichs) und der Hohcnfriedberger Marsch, der Coburger Josias- marsch, sowie die Volkshymne „Heil Dir im Siegerkranz" (am Schluß des Zapfenstreichs) von sämmtlichen Mnsikcorps ausgeführt, ein Chor aus Hiller's „Conradin" und das Halleluja aus Händel's „Messias", von sämmtlichen Jnfanterie-Musikcorps, zwei Lieder von Mendelssohn unb Schubert und ein Armeemarsch von Möllendori, von sämmtlichen Cavallerie-Musikcorps ausgeführt. Hieran anschließend wurde der große Zapfenstreich von sämmtlichen Tambours des 6. Armeecorps ausgeführt, auf welchen die von sämmtlichen Trompeter-Musikcorps geblasene Retraite folgte. Der ganze Platz ringsum war von dicht gedrängten Volksmassen besetzt, welche nach dem Schluffe des Zapfenstreichs unaufhörlich enthusiastische Hochs auf den Kaiser ausbrachten. , . Straßburg. In der Angelegenheit des Circulars der Tabak-Manufactur bringt die „Elsaß-Lotbr. Ztg." folgende Aufklärung: „Nachdem sestgestellt worden 'st, daß von der Direction der hiesigen Tabak- Manufactur bezüglich des Verkaufs von Cigarren neuerlich ein in der Presse mehrfach besprochenes Circular an die Verkaufsstellen und sonstigen Abnehmer ihrer Fabrikate erlassen worden, welches mit den bisher beobachteten, für die Verwaltung eines Staatsbetriebs maßgebenden Grundsätzen nicht in Einklang steht und überdies durch seine Fassung Anlaß zu mißverständlichen Auffassungen gegeben hat, ist, wie wir erfahren, durch die Finanzabtheilung des Ministeriums die Zurückziehung dieses Circulars verfügt worden " Der Auftrag zur Zurückziehung soll durch den Unterftaatssecretär Dr. v. Mayr von München aus erfolgt sein, und zwar, rote es heißt, auf Betreiben des Statthalters, der Herrn v. Mayr nach München berufen hatte. Uebrigens hat sich bereits früher mehrfach die Direction der kaiserlichen Tabak-Manufactur einzelnen Abnehmern gegenüber, mit denen sie größere Geschäfte zu machen hoffte, bereit erklärt, ihnen Maaren ohne Band und Etikette zu liefern. Diese Anerbietungen sind indeß früher nicht mittels autographirter Circulare, sondern auf dem gewöhnlichen Correspondenzwege gemacht worden. Eine wie tiefe Entmuthigung übrigens in den Kreisen der Manu- factur selbst Platz gegriffen hat, wird am besten durch die Thatsache bewiesen, daß tn diesen Tagen eine von nahezu 800 Unterschriften bedeckte Petition der Fabrikbediensteten (Sectionschess, Werkführer, Aufseher und Arbeiter) der Manufactur an den kaiserlichen Statthalter nach Gastein abgesandt worden ist. In dieser Bittschrift wird die Thatsache betont, daß der stetige Rückgang der Geschäfte zahlreiche Arbeitseinstellungen zur Folge gehabt habe und daß man in den Schichten der Arbeiter die Befürchtung beg?, die Manufactur werde a'us Mangel an genügendem Absatz geschlossen werden müssen. Hierdurch seien zahlreiche Familienväter, von denen nicht wenige der Manufactur fett einem vollen Menschenalter Fngkhören, von den quälendsten Besorgnissen um ihre und ihrer Familien Zukunft erfüllt worden. Die Schuld an diesen traurigen Verhältnissen, so heißt es weiter, treffe nicht die Arbeiter, sondern die Leitung der Manufactur, und der Statthalter werde deßhalb gebeten, in dieser Beziehung Abhilfe eintreten zu lassen. Knglaud. London, 5. September. In Folge der namentlich auf dem Kontinent herrschenden, durch daS Gerücht von dem Auftteten der Cholera im Rothen Meer hervorgerufenen Besorgniß veröffentlicht die Regierung eine Depesche aus Aden, in welcher conftattrt wird, daß das Gerücht durch den Tod eines Heizers an Bord emes^Schiffes, welches Pilger von Bombay nach Mekka brachte, entstanden sei; ein weiterer sei nicht vorgekommen. Der Gesundheitszustand in Aden ser vortrefflich; seit dem Monat October 1881 fei kein Cholerafall zu verzeichnen. Die neuesten aus Indien eingegangenen Nachrichten constatiren, daß in den letzten 14 Tagen nur sehr wen g Cholerafalle vorgekommen sind. Wußland. Detersbura. 5. September. Das „Journal de St. Petersbonrg" bemerkt gegenüber dem „Globe",^welcher die Bedeutungslosigkeit der Verträge predige und gegenüber der „Times", welche in der Haltung Rußlands in der egyptis ch enFrag e eA Revanche für den Berliner Congreß erblicke, Rußland habe im Jahre 1878 den Vertragen und der Autorität des europäischen Concertes der Mächte Achtung gezollt. Das englische Cabin-t hab« -b-nsuW °-?,Pwch°u. bte Entscheidung über 8«» b™ europäischen Concerte zu unterbreiten- „Wir erwarten mit Zuversicht die Erfüllung dieses Versprechens Die Verträge als werthloses Geschreibstt proklamiren zu wollen, hieße, die Gewalt als die ultima ratio der wternationalen Beziehungen proklamiren. Die Cioilisation und die Humanität würden babei nichts gewinnen. Türkei. 5. September. Die Proklamation des Sultans an das egyp- tische Volk ist nunmehr gedruckt. In derselben wird Arabi Pascha zum Rebellen er- klatt roei er dem Khedioe unb Derwisch Pascha keinen Gehorsam geleistet und die Intervention Englands in Egypten herbeigeführt habe. Der Sultan erklärte ferner, bie Verl-ibuna des M-bjidj-°rd-ns t. Stoffe an Aral), Pascha sei aus den Vorschlag Derwisch Pascha's in Folge der von Arabi Pascha -rsolgt-n B-th-uerung°n seiner Trme eifolgt; schließlich ermahnt der Sultan dte Eghpter zum Gehorsam gegen den Kh-dwe^ durch Reschld Bey im Namen des Sultans dazu ermächtigt, die englischen G-nsdarmerte Obersten Baker und Synge zu seinen Adju- tanten ernannt. ______ Zum Eisenbahn Unglück Ireiburg-Hugstetten. (Privat-Depesche des „Franks. Journ.".) Freivurg, 6. September. Entgegen der bisher vielfach verbreiteten Ansicht rst jetzt constatirt, daß auch der Mittelstand unter den Opfern des Eisenbahn-Unglücks stark vertreten ist. den Aussagen der Davongekommenen geht hervor, daß dte auf den letzten Bänken der Waggons gesessenen Passagiere am stärksten mitgenommen wurden. Sämmtliche vernehmungsfähige Passagiere des verunglückten Zuges sind gerichtlich vernommen worden^o verarmt, ist keinem der am Zuge Bediensteten eine Schuld bei- rumessen, lediglich der Umstand, daß eine Güterzug-Loccmotive benutzt wurde, wird besprochen. Mitglieder der Bahndirection sind unausgesetzt mit der Untersuchung beschäftigt- Die Verwundetenliste ist noch immer nicht vollständig, da dte in Hugstetten und Hochdorf Untergebrachten bisher nur theiiweise zur Aufnahme gelangten. Unter den Schwerverwundeten befindet sich auch em Gymnasiallehrer aus Colmar mit seinem achtjährigen Söhnchen. Einem Gerüchte zufolge steht die Ankunft des Großherzogs bevor. Die neueste Todtenliste zählt 59 Personen. Professor Maas erhielt von der Mainau folgendes Telegramm: „Die höchsten Herrschaften ersuchen um Nachricht über den Allgemeinzustand der Verwundeten und beauftragen mich, deren wiederholte Theilnahme auszusprechen. Graf Andlaw." Zu dem heute in Colmar stattgehabten Begräbmß war Ministerialrath Hebting als Vertreter des Großherzogs zugegen. Derselbe legte Namens der Großherzogin eine Blumenspende auf das Grab der Unglücklichen. Auch eine Deputation des Stadtraths war erschienen. Heute fand die sehr feierliche Beerdigung der nicht abgeholten Todten unter einer hier noch nie erlebten Theilnahme statt. Es wurden 6 Todte beerdigt: Der Rendant Schlosser aus Münster, dessen Tochter Scholastika Schlosser, Ehrhard Scheller, Steuereinnehmer v. Rusach, dessen Ehefrau Antoinette von Rusach und Anton Düringer von Königsbach. Zu der Feier waren Deputationen von Colmar erschienen. Am Grabe sprachen der katholische und der evangelische Geistliche. Bis jetzt sind schon 66 Todte gezählt. Telegraphische Depesche«. Wolff'S telegr. Eorrespondenz-Bureau. Breslau, 6. September. Se. Majestät der Kaiser hat den Oberpräsidenten von Seydewitz zum Wirkl. Geheimen Rath unter Verleihung des Excellenz-Titels ernannt und das bezügliche Patent demselben eigenhändig überreicht. — Bei der Ankunft auf dem Bahnhofe hatte der Kaiser sehr herzlich zunächst den Großfürsten Wladimir und dessen Gemahlin, sodann die übrigen anwesenden Fürstlichkeiten und Notabilitäten begrüßt und war sodann die Front der Aufstellung der Reserve- und Landwehroffiziere entlang geschritten, indem er ihnen für ihr Erscheinen dankte. Der Generalsupermten- be'lit Dr. Erdmann, der Fürstbischof Herzog und der Rektor der Universität, Biermer, hielten längere Begrüßungsansprachen an den Kaiser, welche derselbe huldvoll beantwortete. Der Frau Kronprinzessin wurden von mehreren schlesischen Damen Blumensträuße überreicht. — Der Erzherzog Johann Salvator, dessen bereits erfolgte Ankunft irrtümlicher Weise gemeldet wuroe, ist eines Unwohlseins wegen noch nicht eingetroffen und hat seine Ankunft für später gemeldet. — Die Parade des 5. Armeekorps, welche heute Vormittag bei Wahren^ stattfand, war vom prächtigsten Wetter begünstigt. Um IIV2 Uhr traf Se. .Majestät der Kaiser mit Ihren K. K. Hoheiten dem Kronprinzen und der Kronprinzessin,,, dem Prinzen und oer Prinzessin Albrecht, dem Prinzen Friedrich Karl, der Großfürstin Wladimir und einer überaus glänzenden Suite über Wahren, wohin die Fahrt mittelst Extrazuges der Freiburger Bahn, erfolgte bei Neudorf ein, stieg dort zu Pferde und nahm die Parade über die in zwei Treffen aufgestellten Truppen ab. Ihre K. K. Hoheit die Kronprinzessin führte hierbei das 2. Leib-Husaren-Regiment Nr. 2 bei Sr- Majestät vorüber, Seine Majestät der Kaiser setzte sich bei dem Vorbeimarsch des Königs-Grenadier-Regiments an die Spitze desselben. Nach dem Vorbeimarsch der Truppen ritt Seine Majestät die Front der 33 Kriegervereine der Provinz Pofen ab und fuhr dann mit den übrigen Fürstlichkeiten nach Schloß Dybernfurth, wo das Dejeuner eingenommen wurde- Die Rückkehr nach Breslau erfolgt Nachmittags 43/4 Uhr. Alexandrien, 6. Septbr. Der griechische Consularagent Artonopulos, der wegen Unterhaltung einer Verbindung mit Arabi Pascha vor einigen Tagen verhaftet wurde, soll nach Griechenland zurückgesendet werden. Mehreren anderen verdächtigen Personen wurde von der Polizei der Rath erthellt, das Land zu verlassen. Die egyptrschen Behörden sind eifrig bemüht, die Einwanderung von mittel- und unterhaltslosen Personen zu verhindern. — Heute früh brach in der Scherisstraße eine Feuersbrunst aus, mehrere der Anlegung des Feuers verdächtige Personen sind verhaftet worden. Gestern wurde hier ein Haus und ebenso auch in Ramleh ein Haus ausgeplündert. New * Aork, 6. Septbr. Die Eröffnung der electrischen Beleuchtung ist durch Edison's Central-Station heute Nacht aus 6 Mellen Leitung bewirkt worden. Es sind bis jetzt 100 Gebäude mit je 3 bis 100 Lampen beleuchtet, welche rund um die Central-Station auf Entfernung bis zu einem Kilometer liegen. Die Arbeiten sollen so gefördert werden, daß täglich 10—20 Häuser dem Beleuchtungs-Netze angeschlossen werden. Im Publikum hat die Beleuchtung allgemeine Anerkennung gefunden. Vermischtes. Wetzlar, 4. September. Di^ Arbeiten für die vom 10. bis 13. September in unserer Stadt stattfindende 50. General-Versammlung des landwirthschaftlichen Vereins für Rheinpreußen sind im vollen Gange. Namentlich sind es die Vorbereitungen für die mit der General-Versammlung verbundenen Ausstellungen von Vieh, land- und forstwirthschaftlichen Producten, Maschinen rc., welche die unausgesetzte Thätigkeit der hierfür bestellten Commissionen in Anspruch nehmen. Die zahlreichen werthvollen Staats- und Vereins-Prämien, in Geld, silbernen und broncenen Medaillen bestehend, haben begreiflicherweise eine lebhafte Concuirenz in allen Ausstellungsgebieten hervor- gerufen. Es ist daher kein Wunder, wenn — nach den bis jetzt aus allen Theilen des Rheinlandes vorliegenden Anmeldungen zu urtheilen — namentlich die Vieh-Ausstellung selten Schönes und Vollkommenes darbietet. Aber auch die Producten-Aus- ftellung, welche im weitesten Sinne alle Erzeugnisse des Landbaues umfaßt, dürfte für die Interessenten des Neuen und Sehenswürdlgen genugsam bringen. — Ueberdies ist das Programm der Festlichkeiten, welche die ernsten Verhandlungen in harmonischer Weise ergänzen sollen, so reichhaltig, daß der Aufemhalt in unserer anmutyigen Gegend dem in großer Zahl erwarteten Fremdenbesuch zweifelsohne im besten Andenken bleiben wird. Nebenbau sei noch erwähnt, daß mit dem Feste eine Verloosung verbunden ist, die bet dem billigen Preise der Loose — das Stück kostet 1 Mark — die günstigsten Chancen für wirklich nützliche und dabei werthvolle Gewinne darbietet- Kassel, 4. September- Zwei jugendliche Abenteurer aus Siegen, welche ihren Eltern erhebliche Summen Geld entwendeten und dann sich aus dem Staube machten, wurden heute früh Hierselbst verhaftet. Der eine von den jugendlichen Durchgängern i st 17 Jahre all und angeblich der Sohn eines Buchdruckereibcsitzers. Sein Genosse t st 3 Jahre jünger. Sie hatten das abenteuerliche Project, über Hamburg oder Bremen sich heimlich nach Amerika zu flüchten. Die gestohlenen Summen sollen sich auf viele Tausende von Mark beziffern. Die jungen Herren trafen mit dem Frankfurter Frühzuge hier ein und hatten wohl keine Ahnung davon, daß die hiesige Criminalbchörde von dem ganzen Vorfall schon genau unterrichtet war. Sie flanirte« auf dem Bahnhofsperron und halten sogar die Dreistigkeit, wiederholt bte dort stationirten Schutzleute um Auskunftsertheilung anzugehen. Dabei wurden die Burschen erkannt und verhaftet. Ofsenbach, 6. September. Die Stearinkerzenfabrik der Gebrüder Vollmar ist heute ein Raub der Flammen geworden. Das ca. 60 Meter lange Gebäude bildet einen wüsten Trümmerhaufen, aus dem nur der rauchgeschwärzte Schlot und ein Theil der Umfassungsmauern emporragt. Das Wohnhaus ist unversehrt geblieben, ebenso gelang es, das Bleichhaus, in welchem sich mehr als 100 Ctr. fertige Kerzen befanden, intact zu erhalten. Die Offenbacher freiwillige Feuerwehr — eine Berufsfeuerwehr haben wir nicht — hat sich glänzend bewährt- Das Feuer, das um 1 Uhr in dem Raum, in welchem sich die Lerseifungsapparate befinden, bemerkt wurde und das sich mit rasender Schnelligkeit in dem quasi mit Fett durchtränkten Gebäude verbreitete, war etwa um 5 Uhr so weit gedämpft, daß eine Gefahr für den Stadttheil, in welchem sich die Fabrik befand, nicht mehr vorhanden war. Nächst den heldenmüthigen Anstrengungen der 6 Spritzen der Offenbacher und der Spritze der Fechenheimer Feuerwehr, denen die Fabrik-Feuerwehren der Offenbacher Firmen Müller u. Co. und Huppe u. Bender tapfer zur Seite standen, ist es vor allem dem Umstande, daß fast völlige Windstille herrschte, zu danken, daß das Feuer, daß an 800—1000 Gentnern Palmöl und etwa 300 Zentnern Heu reichlich Nahrung fand, auf seinen Herd beschränkt blieb und nicht in die in nächster Nähe befindliche Tricotfabrtk von I Adler u. Co-, die Papierfabrik von L. A- Hill, die mit Korn gefüllten Oeconomiegebäude von Hamann rc. ergriff. Es gelang, diese Gebäude, indem man sic ununterbrochen mit Wassermaffen überschüttete, zu retten. Als gegen 3 Uhr das ca. 180 Ctr. schwere eiserne Wasserreservoir aus dem zweiten Stock unter fürchterlichem Krachen herabstürzte und einen großen Theil des Gebäudes niederriß, als die drei Dampfkessel, deren Ventile rechtzeitig geöffnet worden waren, unter den Trümmern der zusammenstürzenden Mauern begraben wurden und eine ganze Reihe aufgestapelter Oelfässer zusammenbrach und sich deren Inhalt zischend und eine unerträgliche Gluth verursachend in das Flammenmeer ergoß, da z-tterten alle Herzen und auf einige Zeit mußten die tapferen Feuerwehren schleunigst retirtren. Das rasende Element war spät Abends noch nicht gänzlich bewältigt. Die Oelmassen brannten ununterbrochen fort. Verletzungen kamen ungeachtet der gefährlichen Arbeit nur unbedeutende vor. Die Mobilien der Fabrik, welche ca. 50 Arbeiter beschäftigte, sind bei der Magdeburger Feuerversicherungs-Gesellschaft, die Gebäulichkeiten bei der hessischen Landesbrandkaffe versichert- Die Entstehungsweise des Feuers ist noch unaufgeklärt- Darmstadt. sLandwirthschaftliche Landesausstellung sj Es dürfte von großem Interesse sein, daß auf der landwirthschaftlichen Landesausstellung hier insbesondere auch das landwirthschaftliche Genossenschaftswesen in einer Weise zum Ausdruck kommen wird, wie das bisher noch auf keiner anderen landwirthschaftlichen Ausstellung der Fall gewesen ist und machen wir darauf namentlich alle Interessenten von außerhalb Hessen aufmerksam, da dieselben Gelegenheit haben werden, alle Einrichtungen und alle Erfolge der verschiedenartigen landwirthschaftlichen Genossenschaften Hessens bis ins Detail kennen zu lernen und zu ftubiren. Der Verband der Hessischen landwirth- schaftlichrn Consumvereine gibt in großen, sehr schön ausgeführten Tableaus eine Darstellung der Entstehung und des Wachsthums des genannten Verbandes und feiner einzelnen Vereine, von den Einrichtungen dieser Vereinigungen, von dem Verbrauch an Phosphorsäure, Stickstoff, Protein und Fett im Ganzen, sowie per Hectar und per Stück Großvieh, von dem Verbrauch an anderen wirthschaftlichen Hilfsmitteln, von dem Umsätze der Vereine und des Verbandes, sowie von allem Wissenswerthen über die landwirthschaftlichen Creditveretne und des Verbandes derselben. Auf einer Karte von Hessen wird die Verbreitung der Genossenschasten vorgeführt, die einzelnen Consumvereine liefern gesonderte Beschreibungen, Statuten, Instructionen für den Vorstand, Formulare u. s. w., sowie Buchführungen werden ausgelegt sein, kurz man ist bemüht, nichts fehlen zu lassen, was zur Kenntniß der genossenschaftlichen Vereinigungen in Hessen gehört und was zur Nachahmung zu dienen vermag. Endlich werden auch einzelne Consumvereine Collectivausstellungen in Producten machen. Die Sammelmolkereien und genossenschaftlichen Molkereiunternehmungen, welche in Hessen relativ eine sehr schnelle Ausbreitung gefunden haben, werden nicht blos durch ihre Producte vertreten sein, sondern auch ganze Betriebe vorführen, so daß sich ein Bild über die Ausbildung des Molkereiwesens in Hessen daraus entnehmen lassen wird; überhaupt verspricht nicht blos die Ausstellung im Molkereiwesen, sondern auch die Ausstellung von Milchvieh großes Interesse, und es darf die Hoffnung daran geknüpft werden, daß die Ausstellung in diesen Beziehungen der Hessischen Landwirthschaft nicht blos zum besonderen Ruhm, sondern auch zum praktischen Nutzen gereichen wird. Handel und Vermehr. Limburg, 6. Septbr. Nother Weizen Jk 18.80, Weißer Weizen Jk —. Korn Jk 12.10, Gerste Jk 9.—, Hafer Jk 6.80, Erbsen Jk —, Kartoffeln Jk —. Frankfurt, 6. Sept. Auf dem heutigen Markt kostete der Gentner Heu Jk2.50—3.50, Stroh Jk 1.30—1.50, Eier das Hundert Jk 5.50—6.50, Stück 6—7 Butter 1. Qualität Jk 1.30, 2. Qualität Jk l.lo, Kartoffeln per Gentner Jk 2.50—3.50, ausgekernte Erbsen das Pfund 80 H, Bohnen per Pfund 8^, Wirsing 8—10 H, Blumenkohl 50—60 H das Stück, 1 Hahn Jk 0, 1 Suppenhuhn Jk 1.00—1.20, 1 Poularde Jk 0—0.00, 1 Ente Jk 1.35—1.70, 1 Taube 40—50 .H, 1 Welschen Jk 00, 1 Gans Jk 4.50. Arauksurt a. M«, 7. Septbr., Nachmittags 2 Uhr — Min. (Telegraphischer Coursbericht. Mitgetheilt durch das Bankgeschäft Albert Kaufmann in Gießen.) Creditactien 275V2, Staatsbahnactien 3041/?, Galizier 276V4, Lombarden 1351/4, Nord- weftbahnactien 187Vr, Darmstädter-Bankactien 16U/s, Oberschlesische E.-B.-Act. 2597/s, Oesterr. Silberrente 66%, 4% Ungar. Goldrente 76V16, 4°/o 1880er Russen 699A6, 5% 1877r Russen 867/b, 2. Orient-Anleihe 56%, Spanier 655/i6, 5% Rumänische Rente 91 Vs, 4% IXniftc. Egypter 6i3/4. Tendenz schwankend. Verzeichuiß der Mittelpreise der gewöhnlichsten Verbrauchsgegenstände in der Stadt Gießen vom Monat August 1882. Je 50 Kilogramm kosten Mark und Pfennige. G jT^\Jk^> Jk Jk-$) Jk$i Ak Jk$ Jk S) Jk 3) /V) Jk $ Jk ^9- Jk$ Jk Jk Jk$ 8 86 9 7 75 11 25 2 50 26- - 70 90 172 25- 2 65 19i50 25- 12 — 13 — *6 4 E - a s® 5 Q N ^14 -Al. H Jk Jk$ Jk $ 62|20 17 54 50 55 70 20- — 90 26- 22 60 54 1 50 64 25 18 5 8 B E "0*6' E 5= a GQ A 14 18 a Ed E~ Berichtigung. . $n ""serem Artikel über das 35. Stiftungsfest des hiesigen Turnvereins (Nr. 207 d. «1.) mutz es in der letzten Keile des vierten Absatzes von unten nicht Turner, sondern Turnen heißen. 60 ~ 66 -U |66 '0 J I70 LN cs ■ Jk sS] dL G Jk^l N- A 12 13 1 9 gtfannh MrNnrM «*r W Mm M# StW Weiß sollen beM i Mctmter 1 ;« 15. i>. M md »fier emg Gießen, den 7 Er.Direltion bi -Mbi iFreitag de Nachm M im Gemeind ldie Anfertigung idurch öffentliche iroerben. Zeichnung, idingungen liege ^Interessenten ai idaselbst zur Ein, Gießen, Den 6 55776 Bezirk- N ' Septem 'Grumi Verstc Das Grummet Mmeindewiefen 1 -den 9. dö. M Der Anfang i EMefeckHmnM 1 Djorseld's^n l jtnigenbeiMnbi tuin 4 Ut)t auf her Wieseck, Den o. 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Mts., Nachmittags 3 Uhr, soll im Gemeindehaus zu Groß-Buseck die Anfertigung von 11 Schulbänken durch öffentliche Versteigerung vergeben werden. Zeichnung, Voranschlag und Bedingungen liegen zur Einsicht der Interessenten auf der Bürgermeisterei daielbst zur Einsicht offen. Gießen, den 6. September 1882. Dorn, 5776 Bezirksbauaufseher._________ Gr um metgras- Berfteigerung. Das Grummetgras von den hiesigen .Gemeindewiesen soll nächsten Samstag beu 9 ds. Mts. versteigert werden. Der Anfang ist zu demjenigen bei LZieseck Vormittags um 10 Uhr in dem Dio-rfeld'scheu Garten, und zu demjenigen bei Badenburg des Nachmittags mit 4 Uhr auf der Badenburg. Meseck, den 5. September 1882. Großh. Bürgermeisterei Wieseck. 5807_________Lang._____________ Grasversteigerung." Nontag den 11. September, Vormittags 8 Uhr anfangend, soll das diesjährige Grummetgras von den dem Marienstift Lich zustehenden (a. 100 Morgen Wiesen in den Gemarkungen Lich , Nieder- und Ober- Bessingen versteigert werden. Der Anfang ist hinter dem Kirch- Hos an der Straße nach Grünberg. Lich, den 4. September 1882. 5795______________Winheim. Montag den 11. ds. Mts., Nachmittags 2 Uhr, Men in der Wohnung des Hrn. Registrators Hcrzberger _ Möbel, 1 Weinschrank, Bettwerk und verschiedenes Hausgeräthe Mistbietend versteigert werden. Gießen, den 7. September 1882. Großherzogliches Ortsgericht. >794__________ Lüdeking.___________ Freitag den 8. ds. Mts., Nachmittags 2 Uhr, Kissen die Erben der verstorbenen Frau fireUant Dr. Caprano die zu deren Nachlaß gehörigen Mobilien, als: 1 Sopha, Kleiderschränke, Betten, Bettwerk und Weißzeug, 1 Goldspiegel, 1 Küchenschrank, sonstiges Haus- und , Kuchengeräthe im Hause des Herrn Markscheiders Keller OrLnbergerstraße) öffentlich meistbietend M» Baarzahlung versteigern. d leßen, den 4. September 1882. ~nn, Bühner, Gerichtsvollzieher. Aeilgeöotenes. 5805 Täglich frische Milch zu haben bei tz. Campus LI, Seltersweg C. 69 Frische lervelatwurst We-trossen. F Emil Fischbach. Allgemeiner Anzeiger. Salz von der Großherzogl. Saline Bad-Nauheim aus gradirter Soole dargestellt, ausgezeichnet durch seine Schärfe und Leichtlöslichkeit, Kochsalz, Viehsalz, Badesalz, Eissalz, Mutterlauge, letztere in Salinenkannen, alles bester Qualität, wie allaemein anerkannt, ist stets vorräthig uno zu den billigsten Preisen zu beziehen bei Herrn Kaufmann J. CS. D. Bapat auf dem Markt in Gießen. 2792 Grossh. Salinen- und Bergamt _____Bad-Nauheim._________ Weibczahn's Hafermehl, Amerik. Hafergrütze, Knorr's Hafermehl, „ Erbsenmehl, „ Bohnenmehl, „ Linsenmehl, „ Grünkornextract empfiehlt 5679 Emil Fischbach. Wenig gebraucht und sehr gut erhalten 1 polirtes Buffet mit durchgehender Marmorplatte, 1 Kleiderschrank m. Spiegel und 1 sehr schöner Ausziehtisch mit gestochenem Fuß (für 24 Personen) billig zu verkaufen. Auch nehme ich gut erhaltene Möbel in Umtausch. 5206 I. Rothenberger, Lindenplatz. 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Kapital Kegen in der Kirchenkaffe zu Groß- Linden gegen doppelte hypothekarische Sicherheit und 5p Et. Zinsen zum Ausleihen bereit. 5808 Belte n, Kirchenrechner. 5810 Wüsche zum Bügeln wird an- genommen, Herrenhemden ä6^, Herren- pe^P^ar^^^u ä 2 Manschetten §ür pünktliche Bedienung wird gesorgt. -----C. Alt, Kreuz 111, Bei Gelegenheit der heute und morgen stattfindenden Jlanover lade ein verehrt. Publikum von Gießen aad Umgegend zum Besuche meiner den schönsten Ausblick bietendenLokalität ergebenst ein. gggy Hiebexgall, _ Bu^g^irth zu Gleiberg. 5809 Zum 1. Oft suche cinAweit- mädchen, welches waschen u. bügeln kann _____________Apotheker^Collmann.^ Akadtm. Hospitals Stoei Dienstmädchen zum 14. ds. Mts. gesucht. 5815 f 1816 Ein tüchtmer-Kätschri^iVdH sucht. Wo? sagt die Exped. ds. Bl. 5792 Ein Mädchen, im Kochen sowie tn der Hausarbeit vollkommen erfahren, wird gesucht von Frau Levy, Neustadt, Bernhardt'sches Haus. 5792 «D «D 05 (M 00 00 ö gj «honej *.£«■ SS* bi, /‘Hin lu C ^ei %» »,,Nt Ne L^antworMche^dacttoin SlTScheyda. - Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Chr. Piets» in Gichen. . Hierzu eine xtetlaflt Erwiderung Die Annonce des Herrn Moritz Heichelheim in dem „Gießener Anzeiger" vom 6. (. Mts. nötlnat mich zu nachstehender Erwiderung: r ©nbe vorigen Jahres bot Herr Moritz Heichelheim mir sein Manufacturwaarengeschaft, zu dessen Aufgabe er sich entschlossen hatte, einschließlich seines Wohnhauses zum Verkauf an. Wir wurden damals über den Kaufpreis nicht einig nnd traten deshalb in Verhandlung wegen einer mehrjährigen Verpachtung. Herr Heichelheim nnd seine Fran erklärten bei Beginn dieser Verhandlungen, daß ich die Geschäftslokalitäten mietheu mögte, in welchem Fall ich das „brillante' Geschäftbet U)C- lctttc Heichelheim mitbekomme, mit dem zusätzlichen Versprechen ihrer nmsangreichsten Unter- stühung in meinem Geschäftsbetrieb. Bei den Verhandlungen ivurdc auch die Frage angeregt, ob ich das Geschäft unter der seitherigen Firma fortsetzen solle, Herr Heichelheim war jedoch der ^slcht, daß sich das nicht gut mache, da er oben int Haus unter der Firma Morttz Heichelheim em Lank- aefchäft treiben wolle, worauf, da ich auf die Firma kein besonderes Gewicht legte, von deren ,s-ort- aebrauch abgesehen wurde. Wir standen ferner wegen verkäuflicher Ucberlassung der Waarenvorrathe m Unterhandlungen, wurden aber hierüber nicht einig und entschloß sich Herr Heichelheim ganzluh auszuverkaufen. Hierbei versicherte Herr Heichelheim wiederholt, das; er fein Geschäft definrtw ausgebe nnd ein neues nicht mehr errichten werde. Lediglich auf Grund vorstehender Versicherungen des Herm Heichelheim Pachtete ich sodann die gesammten Geschäftslokalitäten und alle Geschaftsutcusllicn, namentlich die gestimmte Laden- und Comptoireinrichtung des Herm Heichelheim auf 10 Jahre, wre ich dies in meiner Annonce vom 10. Juli 1882, auf welche in meiner letzten Annonce ausdrücklich Bezug genommen ist, ganz deutlich erklärt habe. Nach diesem streng wahrheitsgemäß dargestellten Sachverhalt, den uh mit Zeugen beweijen kann, überlasse ich es ruhig dem Ermessen eines vorurtheilsfreicn Publikums, ob ich berechtigt war, zu annon- ciren, daß ich das seither von Herrn Heichelheim betriebene Manufacturwaarcngeschäft mit ganz neuem Waarenlager weiter betreibe, oder nicht, wobei ich noch darauf aufmerksam mache, daß ich diesen Weiterbetrieb bereits in meiner Annonce vom 10. Juli l. I. ankündigte, ohne daß Herr Heichelheim an dieser Annonce damals Anstand genommen hätte. • Von einem Kauf des Geschäfts des Herrn Heichelheim habe ich tu der Annonce vom IC. ^u t, sowie in derjenigen vom 3. September l. I. kein Wort gesagt. Nicht unerwähnt lassen will ich noch folgende ^.hatsachcn. 1 Herr Moritz'Heichelheim hat seiner Zeit, als die Frage an uns herantrat, ob ug du Firma mit übernehmen sollte, erklärt, daß dies zwar aus dem oben erwähnten Grundc nicht angehe, daß er aber bereit sei, in der üblichen Form das Publikum durch öffentliche Annoncen zu ersuchen, das ihm geschenkte Vertrauen auf mich zu übertragen; eine Zusage, die ich damals acceptirtc, auf deren Erfüllung ich aber später nicht mehr zurückkam, weil ich glaubte und auch noch glaube, mir auch ohne die ausdrückliche Empfehlung des Herrn Heichelheim das Vertrauen des Publikums auch in meiner neuen Geschäftsbranche erwerben zu können. 2 Bei der schriftlichen Redaction des zwischen uns abgeschlossenen Vertrags, welche in unserem ’ gemeinschaftlichen Auftrag, nachdem wir über alle Vertragsbestimmungen bereits unter uns völlig einig'waren, durch einen Rechtsverständigen erfolgte, wurde meinerseits angeregt, es müsse auch in den Vertrag ausgenommen werden, das; Herr Heichelhem, ein gleiches Geschäft am hiesigen Platze nicht betreiben dürfe, worauf Seitens des Herrn Heichelheim erwidert wurde, das sei nicht uöthig, dafür habe ich ja sein „Wort". Auf Grund dieser feierlichen Versicherung und nachdem von unserem damaligen gemeinschaftlichen Beauftragten noch besonders auf dieses Manneswort hingewiesen worden ivar, ivurdc von der ausdrücklichen Aufnahme dieses Passus in den Vertrag abgesehen. Welches Interesse 5>err Heichelheim nach diesen seinen wiederholten Erklärungen daran haben kann meine Annonce, daß°ich sein Geschäft mit ganz neuem Waarenlager weiterführe, zu beanstanden verstehe ich nicht; es müßte denn dieses Verhalten des Herrn Heichelheim vielleicht die nur von ihm und seiner Frau wiederholt zugesicherte Unterstützung in meinen« Geschäftsbetrieb sein sollen. Uebrigcns ist dies meine letzte Erklärung, die tch Herrn Heichelheim gegenüber aus d«e;e«tt Wege abgeben werde. Gießen, den 7. September 1882. Hermann Katz Beilage M Nr. 209 des Gießener Anzeigers K Ä Regierung hat über das Umsichgreifen der Cholera- Epidem e auf den Phüippmen sehr beunruhigende Mitthellungen erhalten. In BSn nrtbm ‘t91^300 Menschen. Seit 14 Tagen hat die schreckliche Seuche 4550 Opfer gefordert. Grenz-Conflict geht in Folge der auf erden Seiten herrschenden versöhnlichen Stimmung einer friedlichen Lösung entgegen. Vorläufig sind die streitigen Grenzpunkte für neutrales Gebiet erklärt worden und sollen die beiderseitigen Truppen in die Stellungen zurückkehren, die *5? ?ufakmmÄe ?ne hatten. Zur Lösung des Grenzstreites wird von der Pforte die Wiederabtretung des an Griechenland überlassenen Ortes Aezeros gegen Uebergabe der andern streitigen Grenzpunkte beantragt. — Eine ^nhl. nicht - muselmännischer Notabeln von Syrien hat in einer Mazbala ^^n-Emgabe) an die Pforte die in Europa mrsirenden Nachrichten über di Bedrohung der christlichen Bevölkerung in Syrien für durchaus unbegründet erflart. 77 Zwischen der Pforte und England ist nunmehr über die Ausschiffung Truppen zu Port Said und die Proklamation, welche Arabi Pafcha zum Rebellen erklärt, em Einverständniß erzielt worden. r 3,"- VP en9^*f$en Operationen auf dem egyptischen Krieqsschau- p atze ist seit dem letzten Gefecht bei Kassassin ein Stillstand eingetreten, welcher sich aus den ungeheuren Transport- und Verpflegungs-Schwierigkeiten erklärt, mit denen die Engländer zu kämpfen haben. Indessen soll es General Wolseley nunmehr gelungen sein, die Transportfrage zu regeln und sieht man deshalb in ^esen Tagen. dem allgemeinen Angriffe der Engländer auf die egyptischen Stellungen bei Tel-el-Kebir entgegen. Mit der internationalen Gesundheits- Lommiflion soll sich die englische Regierung bezüglich der Sanitätsfrage dahin geeinigt haben, daß die aus Indien kommenden Truppen- und Transportschiffe nur eine eintägige Quarantaine in Suez halten sollen. Politische Ueberficht. Gießen, 7. September. Der Kaiser ist am 5. September, Nachmittags, in Begleitung des Kronprinzen und der Kronprinzessin, sowie des Prinzen Friedrich von Preußen nach Breslau zu den Herbstmanövern des 5. und 6. Armee-Corps abgereist. Großfürst Wladimir von Rußland und Erzherzog Salvator von Oesterreich sind bereits im Laufe des 5. September in der schlesischen Hauptstadt eingetroffen, wo man in den nächsten Tagen auch die Ankunft des Kronprinzen Rudolf und der Kronprinzessin Stefanie von Oesterreich erwartet. Kaiser Alexander hat den General-Gouverneur von Polen, General Albedinsky, zur Beqrüßuna des Kaisers Wllhelm nach Breslau entsendet. 9 B 9 Der Sedantag ist, soviel sich übersehen läßt, in allen Gauen des deutschen Vaterlandes unter lebhafter Bethelligung der Bevölkerung festlich begangen worden, ein Beweis, daß im deutschen Volke die Einnerung an die großen Errungenschaften, welche ihm der blutige Tag von Sedan brachte, noch frisch und lebendig ist. Als eine gewisse Rückwirkung der Vorgänge in Paris, betreffs des deutschen Turnvereins, ist dies nicht ohne symptomatische Bedeutung, denn die französischen Chauvinisten können aus dieser allgemeinen Sedanfeier die Lehre entnehmen, daß ein Angriff Frankreichs heute wie vor 12 Jahren die deutschen Stämme einig zur Abwehr jeden Angriffes finden würde ... 31} ,be.m Streite bezüglich der Misch-Ehen scheint die Kurie endlich emlenken zu wollen. Der Fürstbischof von Breslau hat nämlich eine Erklärung erlassen, welche hinsichtlich der Misch-Ehen gleiches Recht für die ganze Diöcese herstellt. Demnach sind sämmtliche Misch-Ehen vom Papste als kirchlich giltig anerkannt, wenn auch eine nicht katholisch eingesegnete, von der katholischen Kirche als „unerlaubt" bezeichnet wird, ein Vorbehalt, welcher von germgem Belang erscheint. Die Wirkung dieses endlichen Einlenkens der vatikanischen Politik in einem Augenblick der größten Gespanntheit, in welchem die „Germania bereits ausgerufen, daß zum Sedantage dem Centrum ein Cultur- kampf bescheert worden sei, dürfte bei den preußischen Landtagswahlen alsbald in positiven Ergebnissen zu Tage treten. Herr Windthorst, der bekannte Centrumsführer, hatte vor einiger Zeit in Braunschweig mit den dottigen leitenden Persönlichkeiten conferirt und nahm man allgemein an, daß die braunschweigische Erbfolgefrage die Basis dieser Verhandlungen gebildet habe. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt nun bezeichnender Weise zu dieser Angelegenheit: Abgesehen von der staatsrechtlichen ma9e,r,. , . «erzog von Cumberland überhaupt Successionsrechtc auf Braunschweig besitze, könne von dessen Nachfolge in einem zum deutschen Reiche gehörigen Staate nicht wohl die Rede sein, so lange der Herzog von Curnber- “ und bw Partei, an deren Spitze er stehe (die Stofen), in allen an die Oeffentlichkeit gelangenden Kundgebungen in der Presse und dem Parlamente ihre bisherige Haltung einnehmen. / Ue6er bas entfefclidße Eisenbahn-Unglück, was sich am Sonntag Abend bei Hugstetten m Baden durch Entgleisung eines mit 1200 Personen befetten Extrazuges ereignete, liegen noch immer keine erschöpfenden Mittbei- iungen vor. Bis jetzt melden die Berichte ca. 60 Todte und 104 mm Theil & ®V$eint °ber leider, daß die Gesammtzahl der Verunglückten sich noch hoher stellen wird. In Paris ist an die Stelle des patriotischen Rausches, den das Vorgehen der Liga der Patrioten" gegen den deutschen Turnverein hervor- Sausen hattt, schon eine unverkennbare Ernüchterung eingetreten. Man beginnt 9°"^" Affaire einzusehen und Blätter, welche Nachbeben gegen Deutschland donnerten, wie die „France", „Paris Journal" u s w beginnen allm^ig einzulenken. Außerdem hat aber der Zwischenfall in der Rue St. Marc noch em für die französischen Militärverhältnisse bezeichnendes Nach- spiel zur Folge gehabt Der Gouverneur von Paris, GeneralLecointe ist nanilich erster Viceprasident der patriotischen Liga; nach dem provocatorischen tte?ben wenn man unmöglich noch Mitglied der Liga bleiben, wenn man nicht alle Rücksichten gegen Deutschland gröblich bei Seite r französische Kriegsminister hat nun, wie es heißt, in freund- schaftlich ter Weise" dem General Lecointe den Befehl ertheilt aus der Lüm uusZutreten. - In der Gegend von Montluyon und Comment^ haben äbn“ suchun? ist im Grange. Kunden, wie in Monceau les Mines; die UnL Der große Constabler-Strike in Irland welcher für die ena- lische Regierung zu einer Quelle reger Verlegenheiten ru me?ben brnhtP fft TOteber int Abnehmen begriffen. Die sinkenden Constabler haben^umÄell ibr üuncttonen wieder ausgenommen und im Uebrigen den gesetzlichen BssLwerde benmMung bitten. Doch ist die Hnttung dec"Äötteruna"3ieiN> “7 ^7 stadt noch immer eine drohende und in den letzten Tauen T ^en dem Militär und aufgeregten Volksmaffen zu wiederholten Ebenfalls wird die englische Regierung rasch und energffch^anbetf3 die neueste irische Bewegung im Keime zu ersticken meMi/ r.X v m •!"' ■tT Actionsfähigkeit Englands in Egypten beeinträchtigen könnte Es fallen Äo^t 1 5.00 Wann frischer Truppen nach Alexandrien gefenbet„erben mm Erfahr SÄ ftE6enbe Sri0abe ift Tu KaffifS । Das russische Kaiservaar tritt nach länneror < Mner Gatschinaer Abgeschiedenheit hervor. Nachdem es® in dn letzten °"r- schiedenen Truppen-Exercitien in der Nähe von Petersburg beigewobnt batte ist das hohe P°°r, begleitet vom Großfürsten-Thronfolgerund dm Gro^Mrst n Georg, Alexey Sergei und Paul Anfangs dieser Woche nach Transund M der Ostsee abgereist, um der fner ftattfinbenben gfottenrenue beuuroobnen Sei ben ersterwähnten Truppen-Exercitien ist übrigens die faiferlirfw gr°ß°n Gefahr glücklich entronnen, wie die „Nat.-ZtT" zl mLek wL Be August m Jschora stattgefundenen Sappeur-Uebungen wurde eine Pontonbrücke über die Newa ge chlagen, welche, kaum nadibem h«. öS S faisenn und der Großfürst-Thronfolger sie pasfirt hatten Lmmenbmch V schledene Personen aus der unmittelbaren Umgebung des Kaisers wie Krof-fürft Michael und Kriegsminister Wannowski, wurden beim ZusammenbruL der Br,icke znrn Theil schwer verletzt. BMammenörnch der «rrmischte». September. sEln Amerikaner s „Wissen Sie, wer jener deine tragt- gestern ein bekannter Petroleum-Makler den Berichterstatter, feht?C 2"^mpsangshalle eines hiesigen Hotels stand, dabei aus die unter; k8 gekleidete Gestalt eines Herrn deutend, der eben die Treppe neinte fX Pr Xw“1 Wier einen Schlüssel abgab. Als der Berichterstatter ver- s°"c habe Ihn gekannt, als er noch In Pittsburg bei einem xUA" Kastee und Zucker oerkauste und unter dem Ladentische schlief. Als das ausbrach, ging er, ohne Mittel zu besitzen, nach Titusoille, fand im Lause Wochen einen erfolgreichen Speculanten, der mit ihm Halbpart machte, „schlug und verdiente in einem Jahre 500,000 Dollars. Er verdreifachte die Summe w?n,Xina‘Vr magerte die Oelfelder zu verlassen, verlor er ste wieder, ehe zwölf rnittaXn n,rnill„2k6an0Ckn' ?uf ein paar tausend Dollars. Dann kehrte er nach Pittsburg zurück und wurde Kaufmann. Aber das Fieber packte ihn wieder und trieb Vermöge^Ne 3UrOlt' mo cr ln kürzester Zett seine Million Dollars wieder im M,amnr eLbcm ^-Summe zu verdoppeln, litt er Schiffbruch und wurde mf0malso arm, daß er als Tagelöhner arbeiten mußte. Aber es boten sich ihm nnk rX “ wurde zum dritten Male reich, - aber auch wieder arm und zog nun nach Kalifornien Von dort kehrte er, mit dem Oelfiebcr behaftet, zurück, uw rum vierten und fünften Male dieselben Wechselfälle des Glücks zu erleben. Nach in k0 M0IVtcn HE- die launenhafte Göttin ihm zum sechsten Male ein Vermögen P b-n Schoß geworfen und heute hat er 1,700,000 in sicheren Papieren angelegt. ^,^PeCUl»iOl? !at -bg-schworen. Er macht mit seiner ganzen Familie eine Pergnügun0sreise durch ganz Europa, und als er hierher kam, schrieb cr mir, da wir i".1™'? regelmäßiger Corr-spond-nz geblieben waren. In weniger als 25 Jahren femd Mnfl in Briihl'schen Drttckerri (®. (rf>r. spietf*) in ©iefim. Verantwortlicke Nedaction: A. Scheyda. 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