srr. 182. Dienstag den 8. August 1882. ießener Anzeiger Amts- imb Anzeigrblatt für den Kreis Gießen. »»«•tim t Schulstraß- B. 18. Erscheint täglich mit Ausnahme d°z Montags. Prcts mett-liLhrl.ch 2 Marl 20 Ps. mit Vringerlohu. ” Durch bte Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Amtlicher Hheit. Betreffend: Die Aufstellung der Verzeichnisse schulpflichtiger Kinder. Gießen, am 5. August 1882. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Grotzherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Unter Mittheilung nachstehender Ministerialverfüglmg beauftragen wir Sie, rubricirte Verzeichnisse für die Folge aufzustellen und rechtzeitig an die Schulvorstände abzugeben. I. V.: 0r. Hoffmann, Regierungsrath. Betreffend: Wie oben. Darmstadt, am 17. Juli 1882. Das Gwßht'rzogliche Ministerium des Innern und der Justiz Jbtheilung für Schuiangelepenheitrn an die Großherzoglicken Kreis-Schulcommisfionen. Nachdem die Führung der Geburtsregister auf die Standesbeamten übergegangen, ist die Frage entstanden, wer nunmehr die jährlichen Verzeichnisse der schulpflichtigen Kinder aufzustellen habe. Da den Standesbeainten eine Verpflichtung hierzu nach der ihnen ertheilten Instruction nicht obliegt, so erscheint es als das zweckmäßigste, mit Aufstellung dieser Verzeichnisse die Großherzoglichen Bürgermeistereien zu betrauen, da die Bürgermeister, wenn sie zugleich Standesbeamte sind, das erforderliche Material aus den von ihnen geführten Registern zu entnehmen in der Lage sind, im Falle der Trennung des Bürgermeister- und Standesamtes aber auf Grund des Artikels 19 der Verordnung vom 3. November 1875, die Ausführung des Reichsgesetzes über die Beurkundung des Personenstandes und die Eheschließung vom 6. Februar 1875 betreffend, von den betreffenden Standesbeamten verlangen können, daß sie die Einsichtsnahme der Standesregister gebührenfrei gestatten, sowie die im amtlichen Interesse erforderten Aufzeichnungen zu ihrer Verfügung bereit halten. ___________________________________________________________Knorr.__Achenbach. Betreffend: Die diesjährigen Herbstübungen. Gießen, am 4. August 1882. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Grotzherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Wir benachrichtigen Sie, daß die Hebungen der Cavallerie-Division in der Zeit vom 24. bis 30. August d. I. jedesmal von Morgens 7^2—11^2 W in der Gegend von Berstadt, Wohnbach 2C. stattfinden und daß hierbei die Fluren Möglichst geschont werden sollen. Zur Erreichung dieses Zwecks ist es erforderlich, daß besonders werthvolle Felder, insbesondere die mit Dickwurzeln rc. bestellten Aecker durch Strohwische kenntlich gemacht werden, was Sie, soweit als nöthig, veranlaffen wollen. Das Militär-Commando macht darauf aufmerksam, daß es bei dem eigenartigen schnellen Verlauf der Cavallerie - Hebungen sowohl im Interesse dieser, als in demjenigen des Publikums liegt, daß sich letzteres nicht in die Bewegungssphäre der Cavallerie-Massen begiebt und sich dadurch der Gefahr aussetzt, überritten zu werden. Es ist deshalb den Zuschauern zu empfehlen, sich nur in der Nähe der Ortschaften, am Waldrand oder in sonst schützendem Terrain aufzuhalten. I. V-: Dr. Hoffmann, Negierungsrath. Deutschland. Berlin, 4. August. Wir entnehmen den „Berl. Polit. Nachr." : Der Vorhang ist vor einem neuen Akte in dem egyptischen Drama aufgezogen worden. England hat die Stadt Suez besetzt; die egyptischen Truppen haben Alt- England diesen neuen Triumph zu erreichen nicht schwer gemacht, sie haben schleunigst das Hasenpanier ergriffen. Wie es scheint, beabsichtigt jetzt auch die Türkei energischer als bisher vorzugehen, drei türkische Transportschiffe sind nach Alexandrien ausgebrochen; sie führen Artillerie und Munition und die Complicatwn der Verhältnisse wird fortwährend bedenklicher. Dabei steht England — das stch von Frankreich in Nichts „über sein" lassen will, ebenfalls vor einer Vtinmertrise und sogar eine Auflösung des englischen Parlaments — wenn auch noch nicht sofort, so doch im nächsten Frühjahre steht in sicherer Erwartung. Hwr spielen nicht nur die morgenländischen Angelegenheiten mit; ein großer ^herl der Differenzen innerhalb der englischen Volksvertretung beruht auf dem Widerstande des Oberhauses gegen die Bestimmungen der Pachtsrückstands-Vorlage. Sollte das Oberhaus die vom Marquis v. Salisbury diesbezüglich vorgeschlagenen Amendements nicht acceptiren, so wird — wie aus Kreisen verlautet, die dem Cabmet von St. James nahe stehen, - das Parlament sofort provocirt werden uiid sofort eine neue Session einberufen werden, in welcher die oben erwähnte Vorlage, in der im Unterlaufe erhaltenen Fassung die alleinige Maßregel des Ministeriums bilden dürfte. Sollte dann das House of Lords die Vorlage abermals verwerfen, dann wird die Auflösung des englischen Parlaments als unvermeidlich angesehen werden müssen. In Frankreich dauert die Ministerkrise fort. Herr Grdvy hatte sich mit einer Anfrage an den Baron de Courcel gewandt, um diesem ein Portefeuille in dem neu zu etablirenden Cabinet anzubieten; sicherem Vernehmen nach hat Herr Baron de Courcel, der Gesandte Frankreichs am deutschen Hofe, nicht Neigung, seinen hiesigen Posten gegen eine Ministerstellung in Paris zu vertauschen. — Als ein Zeichen für die Anstrengungen, welche die Staats- und unter- staatlicher Verwaltung stehenden Bahnen machen, um im Sinne des Erlasses des Herrn Ministers der öffentlichen Arbeiten den zu' erwartenden starken Herbstverkehr ohne Verzögerung bewältigen zu können, verdient angeführt zu werden, daß allein die Eisenbahnen Rheinland-Westfalens für die Vermehrung ihres Fahrmaterials gegen das Vorjahr fünfzehn Millionen Mark verwendet haben. — Wie die „Tribüne" zu melden weiß, will man jetzt im elsaß-lothringischen Landesausschuß nichts mehr von der Tabak-Manufaktur wissen Es 'soll in den letzten Monaten ein lebhafter Briefwechsel und mündlicher MeinungsAustausch unter sämmtlichen Mitgliedern des Landesausschusses stattgefunden und das Resultat darin bestanden haben, daß sämmtliche Bethelligte mit allen gegen eine Stimme beschlossen, daß einem Staatsinstitute, welches, anstatt streng kaufmännische Geschäfte, Politik getrieben habe, nicht mehr die rettende Hand durch weitere Zuschüsse a fonds perdu gereicht werden dürfe. Berlin, 5. August. Das Neichsgesundheitsamt beabsichtigt, eine fortlaufende öffentliche Berichterstattung für das deutsche Reich über das Auftreten derjenigen gemeingefährlichen Krankheiten herbeizuführen, welche der Anzeigepflicht unterliegen. Dies ist den Einzelregierungen des Reichs durch das Neichs- amt des Innern mit dem Zusatze kundgemacht worden, daß, wenn das Gesundheitsamt auch die Schwierigkeiten nicht verkennt, welche dieser Arbeit gegenwärtig entgegenstehen, auch nicht im Zweifel darüber ist, daß eine solche Berichterstattung in der ersten Zeit nur einen geringen Anspruch aus Verwerthbarkeit würde machen können, es doch bei den mehrfachen Anregungen zur Inangriffnahme einer solchen von einem Mittelpunkte aus geleiteten Berichterstattung auf die rege Mitarbeiter aller Aerzte rechnen zu dürfen glaubt. Der preußische Minister der Medicinal-Angelegenheiten wünscht diese Bestrebungen des Gesundheitsamtes thunlichst zu fördern, denn er ist, wie er dies den Bezirks-Regierungen kundgegeben hat, von der großen Wichtigkeit überzeugt, welche einer nach übereinstimmenden Grundsätzen zu bearbeitenden Erkrankungs- und Sterblichkeits-Statistik der Menschenseuchen für das deutsche Reich und insbesondere für Preußen zuerkannt werden muß und von der Bedeutung einer fortlaufenden, sich auf die Gegenwart beziehenden Berichterstattung, deren Ergebnisse über die Bösartigkeit, Ausdehnung und Wanderung der ansteckenden Krankheiten unmittelbar für die Zwecke der Medicinalverwoltung verwendbar gemacht werden können. Danzig, 5. August. Das Hebungsgeschwader, bestehend aus den Panzerschiffen „Friedrich Karl", „Kronprinz", „Friedrich der Große" und „Preußen" ist gestern Abend von einer Kreuzfahrt in der Ostsee nach Gdmgen zuruckgekehrt. Der Aviso-Dampfer „Grille" mußte wegen starken Weststurmes m Memel verbleiben. , „ , Lr Frankfurt, 4 August. Bei den jüngst mitgethellten Verhandlungen der Münchener Handels- und Gewerbekammer über den Frankfurter Antrag auf Beseitigung der Hebelstände, welche sich aus der Verschiedenheit der Postwerthzeichen in Deutschland ergeben, wurde der Inhalt der Frankfurter Eingabe als nicht den thatsächlichen Verhältnissen entsprechend, bekritelt. Demgegenüber mag darauf hingewiesen werden, daß bereits im Jahre 1876 bte bayerische Handels- und Gewerbekammer für die Ob erpfalz und Regensburg in ihrem Jahresbericht vorwürfige Frage besprochen und die Uebelstände hervorgehoben hat, die sich durch die Verschiedenheit der Postwertzeichen in Deutschland ergeben. Bis heute haben die Handelskammern: Darmstadt, Lauben, Barmen, Bingen Münster i. W., Koblenz, Mainz, Worms, Colmar, Gießen, Mannheim, Offenbach, Karlsruhe, Limburg, Ludwigshafen, Saarbrücken, Gera, Solingen, Düsseldorf, Metz, Wiesbaden, Göttingen, Chemnitz, Straßburg i. E., Görlitz, ferner die Gewerbekammern Hamburg und Weimar sich der Eingabe der Frankfurter Handelskammer in allen Stücken angeschlossen und dieselbe beim Bundesrathe selbstständig unterstützt. Bemerkenswerth erscheint, daß sich insbesondere die Handelskammern der an Bayern und Württemberg grenzenden Staaten: Hessen, Baden, Elsaß-Lothringen und der Thüringer Länder gegen die Uebelstände ausgesprochen haben, die sonst von keiner Seite, als von München, geleugnet worden sind. Karlsruhe, 5. August. Der Großherzog, die Frau Großherzogin und der Erbgroßherzog sind heute Vormittag von Schloß Mainau nach Bad Kreuth abgereist. Aesterreich. Triest, 3. August, lieber das gestrige Bomben-Attentat bringen die Wiener Blätter ausführliche Berichte. Wir entnehmen denselben: Als sich der von den Veteranen veranstaltete Fackelzug über den Korso bewegte, wurde plötzlich aus dem oberen Stockwerke eines Hauses daselbst eine Petarde oder Granate herabgeworfen, die vor der Tete des Veteranenzuges niederfiel und unter heftiger Detonation explodtrte. Durch die Trümmer des Sprengkörpers erlitten drei Personen schwere Verwundungen. Dr. Alexander v. Dorn, Chefredocteur der „Triester Zeitung", der als Mitglied des Veteranenveretns neben dessen Pläsidenten marschtrte, wurde am gefährlichsten verletzt, indem ein Stück der Petarde beide Knochen des linken Unterschenkels zerschmetterte. Er stürzte blutend zu Boden und mußte von mehreren Mitgliedern des Turnvereins vom Platze getragen werden. Der 14jährige Kellner Angelo Forti aus dem Hotel Aqmla Nera" wurde durch ein Sprengstück so schwer verwundet, daß er auf dem Transporte in das Spital Giusto starb. Das Geschoß war eine Orsinibombe aus Gußeisen von etwa zwei Zentimeter Stärke mit Pistons, von denen vier auf dem Straßenpflaster nebst vielen anderen Sprengstücken aufgefunden worden sind. Die letzteren wurden weit umhergeschleudert und es ist zu verwundern, daß nicht mehr Personen Verwundungen erlitten. Die „N. Fr. Pr." meldet noch: Die Untersuchung der aufgefundenen Sprengstücke und Pistons ergab zweifellos, daß die geworfene Bombe ein auswärtiges Fabrikat war und daß ihre Construction am meisten an jene Bomben erinnert, die vor einigen Jahren bei der republikanischen Demonstration in Parma geworfen wurden. Man ist überzeugt, daß der Verbrecher ein Fremder ist. Natürlich wurden die umfassendsten Maßregeln emgeleitet, ihm auf die Spur zu kommen und feiner habhaft zu werden. Die Polizei hat bereits Anhaltspunkte, die Erfolg versprechen, doch entziehen sich die bisherigen Ergebnisse selbstverständlich der Veröffentlichung. Die polizeiliche Besetzung des Hauses Nr. 9 auf dem Corso erfolgte, weil die meisten Augenzeugen darin übereinstimmen, daß aus demselben die Bombe geworfen wurde. Andere Zeugen bezeichnen allerdings andere Häuser. Die Möglichkeit, daß die Bombe von der Straße aus in die Menge geworfen wurde, erscheint ganz ausgeschlossen. Wahrscheinlich wurde sie aus dem Fenster des Dachbodenraumes geschleudert, wohin sich der Verbrecher eingeschlichen, und aus welcher er sich in der ersten Verwirrung unbemerkt entfernen konnte. Nachts wurden mehrere Individuen arretirt, aber nur wegen provocirender Aeußerungen, welche die Entrüstung des Publikums erregten. Irankreich. Paris, 5. August. Der Verwaltungsrath der Suezkanal-Gesellschaft, auf telegraphischem Wege von Herrn v. Leffeps zusammenberufen, ertheilte einem Anträge die Zustimmung, welcher besagt, daß der Khedive die Concessions- Bestimmungen des Kanals nicht ändern könne. Die Urheber der Concession hätten vor aller Welt die Verpflichtung übernommen, daß der Kanal neutral sein solle. Die Kanalgesellschaft müsse diese Verpflichtung aufrecht erhalten und'pro- testire daher gegen jeden militärischen Akt in Bezug auf den Kanal und schließe sich dem Protest des Herrn v. Leffeps an. tznglaud. London, 5. August. Der Chef des Generalstabs der egy ptischen Expedition General Adye hat sich gestern über Marseille und Brindisi nach Alexandrien begeben. — Heute sollen 5 Truppenschiffe mit 3000 Mann aller Waffengattungen nach Egypten abgehen. Rußland. Petersburg. Aus Moskau trifft die sensationelle Meldung hier ein, daß über Galatz durch Vermittlung eines dortigen russischen Beamten eine bedeutende Menge Dynamit — circa 200 Kilogramm — in einer den Seidenwurm- Cocons sehr ähnlichen Verpackung über die rumänische Grenze nach Rußland gelangt sei. Die Sendung wurde von der Zollbehörde in Kiew rechtzeitig entdeckt und an die Genie-Abtheilung des dortigen Stabes abgeliefert, damit sie unschäolich gemacht werde; auf dem Transport aber ist dieselbe wieder spurlos verschwunden und nur eine Partie Steine angelangt, so daß sowohl auf den transportirenden Militärs, wie auf den unteren Zollbeamten ein schwerer Verdacht ruht. Es liegen nun, jener Meldung nach, Anzeichen vor, daß die Sprengmasse den Weg nach Twer gefunden und demnach wohl eine verbrecherische Bestimmung auf der directen Bahn von hier nach Moskau habe. Die Nachricht wird ohne Zweifel mit der Verhaftung des Sohnes des Consuls Romanescu in Galatz Zusammenhängen; derselbe wurde wegen des Verdachts der Dynamitlieferung an die Terroristen in Odessa vor wenigen Tagen fejtgenommen. Gleichzeitig treffen auch wieder Drohungen in besonders zuversichtlichem Tone bei Hofe ein, in welchen dem Czaren die Fortsetzung des Kampfes auf Tod und Leben angekündigt wird, bis er dem Volke die Freiheit gewähre, auf die es längst Anspruch habe. Uebrigens sei erwähnt, daß noch nie mit solcher Bestimmtheit kaiserlichen Concessionen gelegentlich der schon. in ganz naher Zeit erwarteten Krönung entgegengesehen worden ist, wie eben jetzt. Türkei. Konstantinopel, 5. August. In der letzten Note Lord Dufferin's an die Pforte wegen der Proklamation gegen Arabi Pascha wird abermals daraus hingewiesen, daß die Landung der türkischen Truppen in Egypten von dem vorherigen Erlaß dieser Proklamation und von dem vorherigen Abschluß einer englisch-türkischen Militärconvention abhängig sei. Konstantinopel, 5. August. (Telegramm der „Agence Havas")- Die gestrige Conferenz mußte vertagt werden, weil die Pforte Zeit zu gewinnen versucht. Der Sultan hat noch nicht eingewilligt, daß die türkischen Truppen unter den Befehl eines englischen Generals gestellt werden. Aegypten. Alexandrien, 5. August. Heber den heute stattgehabten Zusammenstoß zwischen den englischen Truppen und den Truppen Arabi Paschas wird noch weiter bekannt: Um 4 Uhr Nachmittags begann das Geplänkel, wobei eine englische Adtheilung gegen die Eisenbahnlinie vorrückte und den daselbst gewonnenen Vorsprung behauptete. Das 16. Scharfschützenregiment ging zu gleicher Zeit längs des westlichen Ufers des Mahmudiehkanals und das South-Staffordshire-Regiment und Cavallerie längs des östlichen Canalufers vor. Die Egypter wurden genölhigt, sich von ihren sämmtlichen Vorpostenstellungen zurückzuziehen und alle ihre verfügbaren Streitkräfte, etwa 4 Bataillone Infanterie, 4 Caoallerie-Regimenter und mehrere Kanonen vor ihre Hauptlinie bei Kafr Dowar zu verwenden. Die Kanonen aber wurden durch das Feuer der englischen Geschütze alsbald zum Schweigen gebracht. Die Marinetruppen unter dem Befehle des Generals Alison, welche die Eisenbahnlinie besetzt hielten, gingen nunmehr vor und warfen die Egypter in die zweite Gefechtslinie in nächster Nähe bei Kafr Dowar zurück. Die Marinetruppen erlitten hierbei einige Verluste. Als die Egypter gezwungen waren, ihre Truppen auf ihre Hauptposition zurückzuziehen, zogen sich die englischen Truppen bei einbrechender Nacht zurück. Die Zahl der Tobten und Verwundeten ist noch nicht bekannt. Eine Anzahl Verwundeter fiel in die Hände der Engländer, welche auch eine Anzahl Gefangene machten. Alexandrien, 5. August. Das gestern Abend hier verbreitete Gerücht von einem Brande im europäischen Quartier von Kairo ist vollständig unbegründet. — General Graham übernimmt das Commando über die englische Brigade in Ramleh. । Alexandrien, 5. August. Heute Nachmittag 5 Uhr griffen englische Truppen die Vorposten Arabi Pascha's bei Ramleh, zwischen dem Mahmudieh- Kanal und der Eisenbahn nach Kairo, mit mehreren Ge/chützen an, indem sie den Feind von drei Seiten beschossen. — Arabi Pascha hatte heute Vormittag 14 Mann mit einer Parlamentär-Flagge in das englische Lager geschickt. Dieselben waren daselbst von einem englischen Ofsicier in Empfang genommen worden; die Begegnung hatte aber kein Resultat. Port Said, 5. August. Die Zahl der bis jetzt in Suez gelandeten englischen Marinesoldaten beträgt etwa 450. — Die Ruhe in Kairo ist bis jetzt nicht gestört. Telegraphische Depeschen. Wolff s telegr. Correspondenz-Bureau. Petersburg, 6. August. Das „Journal de St. Pötersbourg" sagt in Bezug auf die von Dilke dem Deputirten Worms im englischen Unterhaus am 4. ds. ertheilte Antwort: Wir begreifen nicht, inwiefern die bezüglich der russischen Kriegsentschädigung von der Türkei gegebenen Pfänder zu einer türkischen Anleihe dienen könnten, und wissen nicht, welche thatsächliche Unterlage Dilke bei dieser Auskunft gehabt haben möge. — Ein Circular des Ministers des Innern bestimmt, daß in Verfolg des kaiserlichen Ukas vom 26. October 1876 eine Pferdezählung in der Zeit vom 15. August bis 15. October stattfinden soll. Pera, 6. August. In der gestrigen Sitzung der Conferenz stand der Antrag der italienischen Regierung, betr. den Collectivschutz des Suezkanals, zur Berathung. Lord Dufferin nahm denselgen im Princip an, erklärte aber nochmals, er habe noch keine formellen Instructionen erhalten. Marquis de Noailles wiederholte, Angesichts der Cabinetskrrsis müsse er sich die Meinungsäußerung seiner Regierung vorbehalten. Lord Dufferin urgirte alsdann die Nothwendig- keit des Erlasses der Proklamation gegen Arabi Pascha und wies auf die unter den Muselmännern in Egypten verbreiteten Gerüchte hin, nach welchen der Sultan Arabi Pascha schützen und Truppen zur Vertreibung der Engländer senden solle. Said Pascha gab sodann Aufklärungen über die türkische Expedition und theilte mit, daß die Anfangs der Woche abgegangenen Soldaten Rekruten gewesen seien, welche in Salonichi bleiben sollen. Die eigentliche Expedition werde 5000 Mann stark sein. Kreta solle als Militärdepot dienen. — Gutem Vernehmen nach wird Server Pascha nach Alexandrien gehen. — Zwei Transportschiffe sind heute in Alexandrien eingetroffen. — Die Truppen sind zum Einschiffen bereit, aber noch nicht eingeschifft. Verträge auf Lieferung von Fleisch, Kohlen und anderen Bedürfnissen sind noch nicht abgeschloffen. Der Transport-Dampfer „Babil" ist heute hierher zurückgekehrt, da die Maschine unbrauchbar geworden ist. Washington, 6. August. In Brownsville (Texas) sind 750 Fälle von Erkrankungen am gelben Fieber vorgekommen; die Epidemie breitet sich schnell aus. Die Irage des Kleingewerbes und die Kreditreform. Wieder lauten die Jahresberichte über die Lage des Kleingewerbes nichts weniger als günstig. Soweit sich eine Besserung der Geschäfte konstatiren läßt, ist sie in der Hauptsache wieder nur dem Großbetriebe zu Gute gekommen. Die ewigen Klagen Über diesen Rückgang des Kleingewerbes ändern jedoch an den Thatsachen nichts. Man muß sich eben stets daran erinnern, daß wir uns jetzt in einer Übergangszeit befinden und daß seit dem Beginne der Aera des Dampfes unsere gefammten gewerblichen Verhältnisse in einem so tiefgreifenden Umwälzungsprocesse begriffen sind, wie ihn die Geschichte noch niemals aufzuweifen hatte. Die erweiterten Verkehrsverhältnisse und die Ersetzung des lokalen durch den Weltmarkt weifen der Industrie jetzt größere Aufgaben zu und bedingen in Folge dessen auch größere Mittel. Es ist deßhalb nur noch eine Frage der Zeit, wann der Kleinbetrieb in der großen Mehrzahl der Gewerbszweige durch das Großkapital und den Großbetrieb verdrängt sein wird. Nicht darum kann es sich also handeln, diesen naturgemäßen, durch die ganze Culturentwickelung bedingten Umwälzungsproceß mit dem einen oder andern Recept aufhalten und Ucder- wundenes wieder einsetzen zu wollen, die wahre Aufgabe einer vernünftigen Socialpolitik besteht vielmehr darin, ihn möglichst abzukürzen und Sorge dafür zu tragen, daß der Uebergang zu neuen Formen der Industrie nicht zu viel Opfer fordere. Für das Kleingewerbe ergibt sich daraus die Aufgabe, die Vortheile, denen der Großbetrieb seine günstigere Stellung verdankt, kennen zu lernen und alle Kräfte einzusetzen, um dieselben auch für sich wirksam zu machen. Reichen hierzu die Mittel des Einzelnen nicht aus, und dies ist meistens der Fall, so wirb die freie Vereinigung Vieler den Zweck erfüllen müssen. Außer manchen anderen Vortheilen beruht die Hauptstärke des Großbetriebes unbestritten in den größeren Mitteln, mit denen er arbeitet; zum guten Theil liegt sie aber auch in den besseren Creditverhältnissen, die er sich auf Grund feiner ökonomischen Machtstellung erzwingen kann. Der Mangel an Capital und das im Kleingewerbe vorzugsweise und speciell in Deutschland herrschende Creditunwesen sind dagegen gerade die wesentlichen Gründe, welche den Niedergang desselben zur Folge haben. Der eigentliche Krebsschaden «st davon entschieden der letztere Grund, denn das unglückliche Borgsystem ist recht eigentlich die Ursache, weßhalb es dem Kleinbetriebe immer an Capital fehlt- Der Kleingewerbtreibende fängt in der Regel mit wenig Betriebskapital an. Das ist bei den jetzigen Concurrenzverhältnissen gewiß kein Vortheil; seine Lage würde aber, wenn er nur sonst tüchtig ist, immerhin eine haltbare sein, wenn er sein Capital stets zu seiner Verfügung hätte. Durch die langen Kreditfristen wird indeß das geringe Vermögen der Kleinge werbtreibenden in den meisten Fällen auf ein Minimum rebucirt, mit dem er nicht erfolgreich arbeiten kann. Er ist dadurch nicht in der Lage, sich feine Rohmaterialien günstig einkaufen zu können, er geräth in finanzielle Abhängigkeit von feinen Gläubigern, fein Verdienst wird geschmälert, seine Concurrenzfähgkeit auf jede Weise gelähmt und das Endresultat ist fein Ruin, die Vermehrung des Ganzen um einen neuen Proletarier. Aber auch das Publikum, welches der Unsitte des Borgens, fei es aus Noth ober aus Leichtsinn, huldigt, leidet darunter. Jemand, der gewohnt ist, selbst bte wichtigsten Lebensbedürfnisse auf Credit zu nehmen, wird sich dieselben damit nicht nur vertheuern, sondern sich auch jede geordnete Finanz- wirthschaft seines Haushalts erschweren, wenn nicht für immer unmöglich machen. Eine solide pünktliche Zahlungsweise und durchgreifende Creditreform würde deßhalb ’n« dis Mont tl'Nie bei Mitten 1 Befehl« vor und zurück, waren, ■truppen N nicht ’ M eine Gerücht ®'8 Rbe- e Gjche n englische -ahmudich inbem fu ^ormittaa ft Moinmen ylax&eten ro ist bis ourg" sagt Unterhaus Züglich der iner M. Unterlage o Ministers 26. October (ober statt- !z stand der jtanalfi, zur aber noch- be Noailles igsäußerung Nothmndig- uj bie unter welchen der r Engländer rkische Expe> in ßolbaten •ntlify di«. — — Zwei ruppen sind Gerung von [offen. Der die Maschine ib 750 Fick breitet sich onn. niä-ts wrnigtt ist sie >n der ll-igen fachen nichts. libergangsM unten SÄ* !-;S LkS- "M? nSr-«d-'^ $s§ «W'tfe "S MAS s*tt ilÄc 0 ,r»Ä B-d-, sowohl den Producenten wie den Consumenten nur zum Vortheil geteichen. Es fragt sich nur, wie dieselbe durchzusetzen ist. Natürlich fehlen auch hier die Stimmen nicht, welche nach der Polizei rufen und eine gesetzliche Feststellung der Borgfrist fordern. Was das jedoch helfen soll, ist uns unerfindlich. Der Staat wird niemals schlechte und insolvente Schuldner zur Zahlung zwingen können. Die Hauptsache bleibt immer, daß die „faulen Kunden" bekannt werden und daß man sich dahin einigt, ihnen nichts mehr zu borgen. Das kann der Staat aber nicht erzwingen, sondern hier muß die Selbsthülfe der Interessenten eingreifen, und daß diese wirklich erfolgreich wirken kann, dafür liegen erfreulicher Weise Belege vor. Die Erkenntniß hat scbon Fortschritt gemacht, daß nur auf dem Wege der Vereinigung eine gründliche Besserung der Creditoerhältnisse erfolgen kann. In vielen deutschen Städten haben sich bereits Vereine und Schutzgemeinschaften gegen schädliches Creditgeben gebildet, die zahlreiche Mitglieder zählen und positive Resultate aufzuweisen haben. Diese Vereine haben für ihre Mitglieder Auskunftsbureaux über Creditverhält- nisse ihrer Kunden errichtet, sie geben von Zeit zu Zeit Liften schlechter Zahler aus, verpflichten ihre Mitglieder, diesen nichts mehr zu borgen und übernehmen theilweise auch das Jncasso der Forderungen. Dieser Weg ist gewiß der richtige. Noch mehr ließe sich erreichen, wenn diese Vereine alle Gewerbtreibende einer Stadt zu Mitgliedern zählte und sich in allen Städten derartige Schutzgenossenschaften bildeten, die miteinander in Verbindung ständen. Der Anfang ist aber doch schon gemacht und es werden hoffentlich durch die erzielten Erfolge auch diejenigen zum Anschlüsse geneigt werden, die sich jetzt von der Sache noch nichts versprechen oder die es unter ihrer Würde halten, mit ihrem Schuhmacher, Schneider rc. in einem Vereine zu sein. Auch für die größeren Gewerbtreibenden, obgleich sich dieselben eher zu schützen wissen, wird sich der Anschluß als vortheilhaft erweisen, denn ohne „faule Kunden" wird keiner davon- fommen. Für die Kleingewerbtreibenden aber bieten diese Vereinigungen eines jener Mittel, durch welche sic ihre gedrückte Lage verbessern können, und wenn es auch kein Unioerfalmittel gegen den naturgemäßen Gang der gewerblichen Verhältnisse ist, so bietet es doch die Gelegenheit, in Anlehnung an denselben, mit einem veriotteten Krebsschaden endlich gründlich aufzuräumen. Vermischtes. Mainz, 3. August. Herr Geheime Medicinalrath Wern her dahier, früher lange Jahre Professor an der Landesuniversität Gießen, beging heute sein 50jähriges Doctorjubiläum. Aus diesem Anlaß wurde der Jubilar heute Vormittag 11 Uhr Seitens des Herrn Beigeordneten Dr. Oechsner Namens der Stadt Mainz begrüßt, während später Deputationen auswärtiger Universitäten und der hiesigen Aerzte dem Gefeierten ihre Glückwünsche darbrachten. Mannheim, 6. August. Es sind nun über zwei Wochen dahingegangen, daß bas VI. Verbandschießen beendet wurde und dürfte eine kurze Rückschau über den Verlauf dieses Schützenfestes am Platze sein, solche wurde nur aus dem Grunde bis jetzt verschoben, um auch der Schießresultate erwähnen zu können, über welche nach nun beendeter Revision der betreffenden Liften erst jetzt Zuverlässiges rnitgetheilt werden kann. Das Wetter hatte das VI. Verbandschießen nicht gerade sonderlich begünstigt, rm ersten Festtage regnete es fast den ganzen Tag, Montag und Dienstag darauf nicht viel weniger, so daß solches auf den Fremdenbesuch influirte, erst am Mittwoch Nachmittag begannen die Regenwolken zu weichen und beschien von da an die Sonne den Festplatz. Wenn der Besuch desselben deffenungeachtet ein so lebhafter wurde, als er es in Wirklichkeit war, so muß solches in erster Reihe der regen Antheilnahme der Mannheimer Bevölkerung zugeschrieben werden, welche wie 1863 auch dieses Jahr die zohlreichen Festbesucher stellte und so ihre Sympathie für das von der hiesigen Schützengesellschaft übernommene Fest bekundete. Die Theilnahme am Schießen war stark, es detheiligten sich daran über 800 Schützen. Auf Feld wurden 44, auf Stand 58, Mammen 102 Becker erschossen. Die glücklichen Schützen erhielten auf den sieben Hestscheiben (2 Feldstick-, 2 Standstich-, 1 Feld-Ehren-, 1 Stand-Ehren- und 1 Jagdstich- Scheibe), zusammen 170 Ehrengaben incl. der aus den Einsätzen gemachten Baarzulagen im Werthe von 14073 vH, aus den Einsätzen angekaufte 29 Ehrengaben im Werthe von 1550 vH und 455 Baargaben im Betrage von 6011 vH, also insgesarnrnt 654 Gaben im Werthe von 21634 vH Zuzüglich der Becherprämien, Fest-und Nummerprämien rc. auf den Kehrscheiben betrugen die auf sämmtlichen Scheiben gegebenen Gewinnste zusammen 31849,70 vH Was die wahrend des VI. Verbandschießens gebotenen Unterhaltungen anbelangt, so sanden solche allgemeinen Anklang. Der imposante Festzug am 9. Juli wurde zwar durch das Regenwetter beeinträchtigt, doch machte derselbe trotzdem einen günstigen Eindruck, das Festcomitä hat durch Concerte der Militär- cupellen, Vorträge der hiesigen Gesangvereine, Feuerwerk, Beleuchtung, Volksbelustigungen rc. alles aufgeboten, die Festbesucher angenehm zu unterhalten, die Bewirthung in der Feftballe war ausgezeichnet, so daß auch den nicht Schießenden das Fest Freude bereitete. Was das finanzielle Ergedniß anbelangt, so steht jetzt schon fest, daß ein Ueberschuß der Einnahmen über die Ausgaben erzielt wurde, ein genaues Ergebniß laßt sich erst nach Absckluß der Rechnung sagen. Alles in Allem dürfte gefaßt werden, daß das VI. Verbandschießen in Mannheim sich würdig den vorangegangenen anschloß. — [Wie man's auch dreht, immer ist der Bismarck in der Mittel Nämlich im preußischen Ministerium, wie folgende architecionische Zusammenstellung des Herrn Baumeister Wichmann in Neunkircken zeigt: Das frühere Ministerium: Das jetzige Ministerium: _ Witter Fried Werg Fr-edberg Luc-us Lucius von Storck von KaZ eke von KaZ eke Mvybach Maybach von ©ofelen von Goßle^ DOn Scholz von Putt-amer von Putt-amer. m-'Ä1» Fine seltene Naturerscheinung wird aus der Umgegend berichtet. In der Nahe des Dorfes Kulte wurde am 27. d. Mts-, Nachmittags 3 Uhr "ach kurz vorangegangenem Gewitter bei ruhiger stiller Luft eine Land- oder Windhose von den auf dem Felde beschäftigten Personen beobachtet und in ihrem Verlaufe verfolgt. Eine dicke schwarze Wolke von eigenthümlichen Dimensionen lagerte sich auf dem bortigen gioßen Teich und setzte das sonst so ruhige Wasser meine wirbelnde Bewegung, dav bs schaumte und zischte und man den Grund des Teiches sehen konnte. Dann erhob sich die Wolke in trichterförmiger Weise, zog das Wasser mit in die Höhe und bewegte sich nun m rasendem Laufe unter wirbelnden Drehungen vom Teiche fort ins taub hinein. Die vielgestaltigen Trümmer bezeichneten den Weg, den die Wetterfäule genommen, starke Eichbäume und Obstbäume wurden entwurzelt, ein auf der Chaussee Sender dicker ftarfrr Birnbaum wurde wie ein Strohhalm geknickt und die Baum- krone von dem wüthenden Phänomen eine ganze Strecke hoch in der Lust mit fort« genurbelt. Im Dorfe selbst wurde den Dächern übel mitgespielt und selbst Menschen welche die Wettersaule auf der Dorfstraße erfaßte, wurden emporgehoben und eine Strecke lv't '0/tgeschleudert. so daß sie bewußtlos zu Boden fielen. Gärten und Felder wurden zerstört und Getreide sowohl als Knollengewächse entwurzelt und vernichtet Die Erscheinung raste bann an dem kleinen Flusse (der Twiste) entlang nach Volkmarsen ju und har auch dort vielen Schaden angerichtet. Während der fast einstündlgen Dauer dieser seltsamen Naturerscheinung wurde an einzelnen Stellen beobachtet, daß die Wütersaule nicht immer den Boden berührte, sondern sich abwechselnd hoch in die Luft erhob. Dieselbe verschleuderte auf ihrem ganzen Wege Wasser und verbreitete auf große Entfernung einen rothlichen, feuerähnlichen Schein, so daß es aus der Entfernung aussah, als brenne es im Dorfe; habet machte sich ein schwefelartiger Geruch bemerkbar. In der Nahe von Volkmarsen, auf hessischem Gebiete, hat sich dann die Landhose In der hiesigen Gegend hat man seit Menschengedenken eine solche ober ähnliche Naturerscheinung niemals wahrgenommen; wenigstens hat man weder hier noch tn der ganzen Umgegend von einer solchen etwas gesehen noch gehört. Literarisches. „ Der zweite Band der mit Abbildungen und Karten reich illustrirten dreizehnten Auflage von Brockhaus' Conversations-Lexikon ist soeben mit dem 30. Hefte vollendet worden. Er umfaßt auf 60 Bogen die Artikel Arras bis Bibelerklärung und bringt 27 Tafeln mit mehreren hundert Abbildungen, 11 geographische Karten und Plane und außerdem wieder viele in den Text gedruckte Holzschnitte. Sämmtliche Karten und auch die besonders schöne und inftructiöe Tafel, welche die Organe des menschlichen Auges darftellt, sind in Farbendruck ausgeführt. Die Zahl der Stichwörter, unter welche der alte und der hmzugekommene neue Stoff vertheilt ist, belauft ftch auf nicht weniger als 4125 gegenüber nur 1920 im zweiten Bande der vorigen Auflage. Trotz dieser das Doppelte übersteigenden Vermehrung fehlen jedoch auch nicht jene eingehendem, in sich abgerundeten Artikel, welche stets als eine werthvolle Specialität des Brockhaus'schen Conversations-Lexikons gerühmt worden sind. Wir nennen z. B.: Athen, Atlantischer Ocean, Australien, Großherzogthum Baden, Bayern, Belgien, Berlin; Artillerie, Aether, Auge, Barometer; Ausgrabungen, Ausstellungen, Auswanderung, Banken, Baumwollindustrie, Baustile (illuftrin durch 12 Tafeln mit Abbildungen der berühmtesten Architecturwerke aus älter und neuer Zeit), Beleuchtung und Beleuchtungsapparate, Bevölkerungstheorie; ferner die interessanten biographischen Artikel Präsident Arthur, Berthold Auerbach, Augier, Bakunin, Bamberger, Bazaine, Beaconsfield, Bebel, Begas, Bennigsen, Beust u. a. Aus dem Gesagten geht zur Genüge hervor, daß der zweite Band sowohl hinsichtlich der Textbearbeitung wie des JlluftrationsmaterialS dem ersten Bande gleichwerthig an die Seite tritt und daß die neue Auflage, die bereits so allgemeinen Beifall und so große Verbreitung gefunden hat, in erfreulich prompter Weise fortschreitet. Schiffsbericht. Mitgetheilt von dem Agenten des Norddeutschen Lloyd in Bremen, C- W. Dietz Nachfolger Gießen. Bremen, 5. August. [Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Leipzig, Capt. Fr. Pfeiffer, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 19. Juli von Bremen abgegangen war, ist gestern wohlbehalten in Baltimore angekommen. Bremen, 5. August. [Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Hohenstaufen, Capt. Th. Jüngst, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 23. Juli von Bremen und am 25. Juli von Southampton abgegangen war, ist heute 10 Uhr Morgens wohlbehalten in Newyork angekommen. Handel und Verkehr. Grünberg, 5. August. (Fruchtpreise vom 22. Juli.) Weizen vH 24.70, Korn vH 19.20, Gerste vH 17.00, Hafer vH 16.28, Erbsen vH —.—, Lein vH —, Sarney vH 26.52, Kartoffeln vH 4.—. Frankfurt, 5. August. Auf dem heutigen Markt kostete der Centner Heu vH 3.00—4.80, Stroh vH 1.70—2, Eier das Hundert vH 5.25—6.00, Stück 6 Butter 1. Qualität vH 1.35, 2. Qualität vH 1.03, Kartoffeln per Centner vH 2.50—3.00, ausgek. Erbsen das Pfund 50 H, Bohnen per Pfund 8—10 H, Wirsing 8—10 H, Blumenkohl 25—70 H das Stück, Schinken per Pfd. vH 1.10—1.20, Ochsenfleisch per Pfd. 65-70^, Kuhfleisch 45-60, Rindfleisch 45-60 H, Kalbfleisch 5O-6OH, Schweinefleisch 65—75 Hammelfleisch 45—65 1 Hahn vH 0.00—0.00, 1 Huhn vH 1.—1.50, 1 Poularde vH 0—0.00, 1 Ente vH 1.80—2, 1 Taube 00 1 Welschen vH 8—12 1 Gans vH 4.25-5.00. 731) Ueber die Höhe der Kosten, welche die Einrückung einer Anzeige in eint oder mehre Zeitungon verursacht, wird man sich niemals enttäuscht sehen, wenn man ron der Annonceh - Expedition von HAASENSTEIIV «fr VOGLER in Frankfurt a. M. (Karlsruhe, Stuttgart oder München) zuvor Auskunft einfordert, die auch hinsichts der für den jeweiligen Zweck geeigneten Blätter auf Grund reicher Erfahrungen und gründlicher Beobachtungen zuverlässigen Rath ertheilt 5052 Engel", 5064 ä Julius Schulze, Sonnenstraße. 51153 2554 1 Mark. Die Universttittsapotheke „Zum goldenen von H. Collmann. Zur gess. Neuchtuug! 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