Ar. 57. Mittwoch den 8. März 1882. Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Schul st raße B. 18. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Ps. Amtlicher Höei l. Betreffend: Reichstabakmonopol. Gießen, am 6. März 1882. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Grotzherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Zufolge Anordnung Großherzoglichen Ministeriums des Innern und der Justiz beauftragen wir Sie, thunlichst bald zu ermitteln und zu berichten, wie viele Personen sich in Ihren Genieinden befinden, welche sich mit der Anfertigung von Tabak und Cigarren beschäftigen — sei es in den Tabaksfabriken oder in der Hausindustrie. _________ Dr. Bookman n.__________ Betreffend: Consolidation der Grundstücke in Flur I, XI und XII der Gemarkung Lollar. Bekanntmachung. Die bei der Consolidation in Lollar Betheiligten werden davon in Kenntniß gesetzt, daß solgende Arbeiten vom 13. März bis 3. April l. I. auf dem Bureau der Großherzoglichen Bürgermeisterei Lollar zur Einsicht offen liegen: 1) Die Karte mit den eingezeichneten neuen Grenzen der Parcellen: 2) Das vervollständigte topographische Güterverzeichniß; 3) Die Geschosse, in welchen die Abschätzungen eingetragen sind, einschließlich der Nachweisung für die Masse; 4) Die Geschosse, in welchen die Uebertragung der Rechte enthalten ist; 5) Das Verzeichnis; der Geldausgleichungen; 6) Die Protokolle der Commission, welche sich auf die Zutheilung, die Uebertragung der Rechte und die Geldausgleichungen beziehen; 7) Das Begutachtungsprotokoll des Gemeinderathes. , .... - Abschriften der Originalgeschosse können von dem Geometer gegen eine Vergütung von sechs Pfennigen für die Parcelle ertheilt werden. Reklamationen gegen die vorgenannten Arbeiten können während der oben angegebenen Frist bei der Großherzoglichen Bürgermeisterei Lollar, müssen aber spätestens . . im Termine Montag den 3. April, Bormittags von 9 bis 12 Uhr, auf dem Berathungszimmer des Gemeivderaths (im Schulhaufe am Bahnhofe) zu Lollar ... ~ bei Meidung späterer Nichtberücksichtigung und der Annahme des Einverständnisses vorgebracht werden, inbent eine Wiedereinsetzung in den vorigen Stand wegen Versäumniß der oben angebenen Frist gesetzlich nicht zulässig ist. Gießen, am 6. März 1882. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Bock 'm ann. Betreffend: Die Anstellung von Straßenwarten für den Kreis Gießen. B e k a n n t m a ch u n g. In Ausführung des Gesetzes vom 27. April 1881 — den Bau und die Unterhaltung der Kunststraßen im Großherzogthum betreffend — sollen auf 1. April d. I. etwa in nachstehenden Orten Straßenwarte für die Kreisstraßen angestellt werden: . Allendorf a. d. Lda., Alten-Buseck, Annerod, Bellersheim, Beltershain, Bersrod, Bettenhausen, Beuern, Birklar, Daubrmgen, Dorf-Gm, Ettingshausen, Garbenteich, Gellshausen, Gießen, Großen-Buseck, Großen-Linden, Grüningen, Harbach, Hattenrod, Hausen, Heuchelheim, Holzhemi, Hungen, Langd, Lang-Göns, Lich, Londorf, Lumda, Muschenheim, Nonnenroth, Obbornhofen, Odenhausen, Qneckborn, Rodheim, Rödgen, Rüdmgshausen, Staufenberg, Steinbach, Steinheim, Trais-Horloff. Treis a. d. Lda., Villingen, Watzenborn, Weickartshain, Weitershain und Wieseck. Die Bewerber um solche Stellen erhalten bei den Bezirksbauaufsehern für die betreffenden Orte näheren Aufschluß über die beabsichtigte Organüatron der Straßenwarte, insbesondere über deren Pflichten und Rechte, und haben sich bei diesen bis längstens 14. d. M. schriftlich,zu melden. In den Meldungen ist Name, Wohnort, Alter und seitherige Beschäftigung des Bewerbers aufzuführen und sind der Meldung etwaige Zeugnisse über frühere Arbeitsleistungen ähnlicher Art anzuschließen. Gießen, am 6. März 1882. Der Kreis-Ausschuß des Kreises Gießen. Dr. Bookman Politische Uebersicht. Gießen, 7. März. Das gesammte Interesse in unserer inneren Politik concentrirt sich gegenwärtig auf den Gesetzentwurf, betr. die Einführung des Reichs-Tabaksmonopols, welcher dem preußischen Volkswirthschaftsrathe zur Begutachtung vorgelegt worden ist. Dein Volkswirthschaftsrathe ist bereits die Berechnung über den voraussichtlichen Ertrag des Tabaksmonopols zugegangen; hiernach sollen die Gesammt-Einnahmen 388,570,324 und die Gesammtausgaben 172,445,667 M. betragen, sodaß sich der Ueberschuß auf 165.487,917 belaufen würde; Inwieweit sich diese Hauptzahlen bei einer eventuellen Rcalisirung des Tabaksmonopol-Projectes als richtig erweisen würden, darüber läßt sich noch kein sicheres Urtheil abgeben, da aber die angeführte Berechnung von genauen Kennern unserer gesainmten Tabaksindustrie aufgestellt worden ist, so läßt sich füglich an deren Richtigkeit im Allgemeinen nicht zweiseln. Im preußischen Volkswirthschaftsrathe hat außerdem in voriger Woche die Generaldebatte über das Tabaksmonopol begonnen; die meisten Redner sprachen sich gegen dasselbe aus, doch darf inan hieraus noch keinen Schluß auf ein abfälliges Gutachten des Volkswirthschaftsrathes über den betr. Gesetzentwurf ziehen. Das preußische Abgeordnetenhaus beschäftigte sich in der letzten Hälfte der vergangenen Woche noch vorwiegend mit der fortgesetzten zweiten Be- rathung des Etats des Ministeriums des Innern, wobei die einzelnen Special- Etats ohne wesentliche Debatte meist im Sinne der Regierung genehmigt wurden. Hervorzuheben ist noch aus der Sitzung vom 2. März, daß der Antrag des Gesainmtvorstandes des Hauses, es möge auf die schleunigste Ausführung des Baues eines neuen Geschäftsgebäudes für das Haus der Abgeordneten gedrungen werden, fast einstimmig angenommen wurde. Bei der Debatte hierüber mußte der Präsident v. Köller dem (deutschconservativen) Abgeordneten v. Ludwig, welcher sich gegen den Bau eines neuen Geschäftsgebäudes für die Abgeordneten in confusen und zum Theil sogar das Haus beleidigenden Ausdrücken erging, unter allseitiger Zustimmung schließlich das Wort entziehen. Am I Sonnabend beschäftigte sich das Haus mit der zweiten Berathung des Etats der Bau- und der Justizverwaltung. Die österreichischen Truppen haben in letzter Woche m dem Kampfe gegen die südslavischen Insurgenten neue nicht unbedeutende Erfolge davongetragen. Namentlich ist es den Oesterreichern gelungen, das obere Narenta-Thal, bisher ein Hauptstützpunkt der Insurgenten, von denselben tast gänzlich zu säubern. Doch ging dies nicht ohne heftige Kämpfe ab , bei denen es sich nanientlich um den Besitz des stark befestigten Ortes Ulok handelte. Derselbe wurde schließlich von den Oesterreichern genommen, und sind die beiderseitigen Verluste, besonders aber diejenigen der Insurgenten, nicht unbeträchtlich ; ein Theil der Aufständischen soll unter Tungus nach Montenegro geflohen sein. Die officiellen Berichte stellen das Benehmen, die Opferwilligkeit und Ausdauer der kaiserlichen Triippen als im höchsten Grade lobenswerth hm.. Die französiche Regierung hat es für angezeigt gefunden, denjenigen Ordensgesellschaften, welche sich unter der Regierung Gambettas m Frankreich wieder aufgethan haben, schärfer auf die Finger zu sehen, ^o 'eavjich- tigt die Regierung den Ordensgesellschaften, welche ermächtigt werden find, eme bestimmte Anzahl der Ihrigen in den Klöstern zu lassen, den Befehl zu geben, ihr Personal wieder auf die bei ihrer Ausweisung festgesetzte Zahl zu verringern. Auch sind noch andere Vorschriften für die Ordensgeselljchaften in Vorbereitung. n Rb: ua auf das jüngste gegen die Königin von Engt an d verübte Attentat verlauten noch solgende Einzelheiten. Der Attentäter, Mac Lean, ein heruntergekommener stellenloser Commis aus London.wurde am 3. März vor dem Richter des Polizeigerichts verhört. Mac Lean erklärte hierbei, daß die Armuth ihn zu dein Verbrechen getr-eben habe, unter allen Umständen habe er der Königin kein Leid zufugen wollen, et habe radjjt emmat auf dieselbe gefielt Die Fortsetzung des Verhörs wurde auf den 10. d. Mts. vertagtz Im Nnterhause machte der Staatssekretär des Innern Harcourt, unter dem Beifall des Hauses die Mittheüung, daß die Gesundheit der Komgm durch das gegen dieselbe verübte Attentat nicht gelitten habe - Die Komgm empfing fortgesetzt aus dem In- wie aus dem Auslande tue wärmsten Spin- pathie- und Theilnahme-Bezeigungen. Hierin macht, was England betrifft, dre Parteistellung keinen Unterschied, denn auch aus Irland sind der Königin zahlreiche Belleidsbezeigungen zugegangen. — In Northanipton wurde der aus dem Unterhause ausgewiesene Bradlaugh mit knapper Majorität wiedergewählt, und da die Opposition abermals beschlossen hat, seine Wahl zu beanstanden, so dürfte sich der „Bradlaugh-Scandal" im englischen Unterhause in verstärktem Maße wiederholen. Nach einer Meldung aus Belgrad ist die Erhebung Serbiens zum Königreich perfekt geworden. — Die außerordentliche preußische Gesandtschaft hat, nachdem sie am Freitag ihre Abschiedsbesuche gemacht hatte, am Sonnabend Konstantinopel wieder verlassen und die Heimreise angetreten. Die südamerikanischc Republik Uruguay hat ihr Oberhaupt gewechselt. Der bisherige Präsident, Vidal, demissionirte freiwillig, worauf die beiden vereinigten Kammern Den Kriegsminister Santos zum Präsidenten der Republik wählten. — Der amerikanische Senat hat die Ernennung Sargent's zum nordamerikanischen Gesandten in Berlin bestätigt. Berlin, 4. März. Die elsaß-lothringische Regierung beabsichtigt dem Vernehmen nach, demnächst dem Landesausschuß einen Gesetzentwurf vorzulegen, nach welchem allen den Militärpflichtigen Elsaß-L»thringens, welche als Deserteure verurtheilt waren, deren Option für Frankreich aber nachträglich anerkannt worden ist, die gegen dieselben erkannten Geldstrafen erlassen werden sollen. — Die Kaiserin, welche allen gemeinnützigen und wohlthätigen Einrichtungen und Anstalten ihre fordernde Thellnahme zuwendet, hat auch die hiesige Feuerwehr in ihren Schutz genommen und neuerdings angeordnet, daß ihr all- zährlich im März diejenigen Ober- und Feuerwehrmänner vorgestellt werden, welche sich in dem abgelaufenen Jahre in ihrem schweren und aufopfernden Dienste besonders ausg^eichnet haben. So fand denn heute Vormittag im Kaiserpalast durch den Branddirector, Major a. D. Witte, eine solche Vorstellung statt, welcher auch der Kaiser seine Gegenwart schenkte. Der Branddirector theilte bei jedem der acht Vorgestellten die Einzelheiten mit, welche ihn der Auszeichnung würdig gemacht, worauf jeder in einer mit der Photographie des Kaisers geschmückten Tasche ein ansehnliches Geldgeschenk erhielt. Uebrigens hat der Magistrat jetzt Vorkehrungen getroffen, durch welche die Pensionirung der Feuerwehrmänner möglich gemacht wird. Daß dies bisher noch nicht geschehen, lag an der Stellung, die dieses nützliche Institut einnimmt, das die Stadtkasse zu erhalten hat, während nicht der Magistrat, sondern das Polizei- Präsidium die Allem vorgesetzte Behörde ist. Telegraphische Depeschen. Wolff's telegr. Corrcspondcnz-Burcau. Berlin, 6. März. Die „Nordd. Allg. Ztg." macht auf die Gerüchte aufmerksam, wonach das Petersburger Zolldepartement abermals die Zölle bedeutend erhöhen, resp. neue Zölle einzuführen beabsichtige und glaubt, man werde in diesem Falle doch einmal die Frage der Repressalien in's Auge fassen müssen. Die Unterordnung wirthschastticher Rücksichten unter Die politischen könne doch keine dauernde sein. Mau werde unbeschadet des Wunsches und der Hoffnung auf Erhaltung der besten politischen Beziehungen mit Rußland dazu übergehen müssen, dem russischen Ausfuhrhandel zu vergelten, was der deutschen Ausfuhr nach Rußland in immer neuen Aenderungen und Beunruhigungen zu Theil werde. Es würde für beide Theile besser sein, wenn dies die russischen Finanz- behörden berücksichtigten. — Das Abgeordnetenhaus erledigte nach unerheblicher Debatte den Justiz- Etat nach den Anträgen der Budgetcommission. Kiel, 6. März. Der für die Hamburg-Australische Linie bestimmte, auf der norddeutfchen Werst in Gaarden erbaute Dampfer „Balder", 3200 Tons, Maschine 1300 Pferdekräfte, von der Märkisch-Schlesischen Maschinenbau- uni) Hütten-Aktiengesellschast, früher F. A. Egells, gebaut, machte gestern eine Probefahrt, welche glänzend verlief. Stuttgart, 6. März. Dem socialistischen Agitator Dulk wurde die Fortsetzung seiner religiösen Vorträge auf Grund des Socialistengesetzes polizeilich verboten. Karlsruhe, 6. März. Nach dem heute veröffeuttichten Bericht war das Befinden des Großherzogs in der vergangenen Woche fortdauernd befriedigend, fowohl hinsichtlich des Augenleidens, als auch hinsichtlich des Allgemeinbefindens. — Markgraf Maximilian von Baden ist heute Nachmittag um 53/t Uhr gestorben. Wien, G. März. Wie aus Ragusa gemeldet wird, ist eine Verwendung Des dortigen britischen Consuls für den ausgewiesenen Correspondenten des „Manchester Guardian", Evans, bei dem Feldmarschall-Lieutenant Baron Jovanovic ohne Erfolg geblieben und reist derselbe heute nach Fiume ab. Hinzugefügt wird, daß seine Frau, eine Nichte Gladstone's, in Ragusa verbleibe. Es soll constatirt sein, daß der verhaftete Correspondent Gopcevic Verbindungen mit einem großferbischen Actions-Comitö in Belgrad und mit englischen Agitatoren unterhalten hat. Paris, 6. März. Nach über Oran aus Mecheria eingegangenen Nachrichten hat die Cosonne Mermet 18,000 Hämmel und 300 Kameele erbeutet und eine andere Coloune durch einen Eilmarsch Insurgenten - Abtheilungen von Si-Sliman überrascht, etwa 100 Insurgenten getödtet und 10 Duars weggenommen. Diese Thatsachen haben auf die ungehorsamen Tribus tiefen Eindruck hervorgebracht. — Laut Meldung aus Konstantinopel sprach sich der Sultan bei der Abschieds-Audienz Tissot's in den sympathischsten und sreuudschaftlichsten Ausdrücken über Frankreich aus. London, 6. März. Die Regierung wird heute im Oberhauje und im Unterhause den Erlaß einer Glückwunsch-Adresse an die Königin aus Anlaß ihrer Errettung aus Lebensgefahr beantragen. Gestern fanden aus dem näm- lichei, Aiilaß in fämmtlichen Kirchen der Hauptstadt unb Der Provinzen öffentliche Dankgebete statt. Mac Lean ist von Windsor nach dem Gefängnisse von Reading gebracht worden. ....... .. ™ . Belgrad. 6. März. Kanonendonner verkündet soeben ine Protlamirung des Fürsten Milan zum Könige von Serbien durch die Skupjchtina. — Nach Der in der Skupschtina erfolgten Protlamirung des Fürsten zum Könige begaben sich sämmtliche Deputirte zu dem Fürsten, um demselben den Willen des Volkes mitzutheilen. Der Fürst antwortete, er sei bereit, den Willen des Volkes zu erfüllen. Lokale-. Gießen, 7. Februar Der Oberhessische Verein für Localgefchichte hat als Zuwachs zum Museum den sog. Schlüssel von Gleiberg als dankenswerlhcs Geschenk erhalten. Er wurde s. Z zwischen Krofdorf und Vetzberg gefunden und war seither in Privatdesitz. Selbst für den Fall, daß er nie ein Glerberger Schloß geöffnet haben sollte, ist er ein Musterhausschlüssel und auch vortrefflich als gefährliche Hiebwaffe zu gebrauchen. — Auch ist endlich der alte Kmbersteinfarg, der so lang im Stall des Schulhauses von Odenhaufen bei Londorf stand, sicher im Museum geborgen; der Verein erwarb sich ein Verdienst durch Ankauf desselben. Die darauf sich findende Jahrzahl ist nicht bestimmt zu entziffern Es roitb deßhalb, wie wir vernehmen, nächsten Donnerstag Abend Herr Dr Bu ebner einen Vortrag im Verein halten über die Einführung der arabischen Ziffern in Deutschland und deren Entwickelung. Wir erlauben uns schon jetzt daraus aufmerksam zu machen. — Der Eigmthümer des von dem Handwerksburschen angeblich gebettelte« Ueberziehers hat sich gesunden. Letzterer wurde in einem Hause an der Frankfurter Straße gestohlen._____________ ___ B erwischtes. «Sieben. Wir entnebmen dem Hierselbst im Verlag von Becker & Laris erscheinenden „Handelsblatt für Walderzeugnisse" das Nachstehende: In dem Februar-Heft, XXXII. Band, Jahrgang 1882 der „Oesterreichlschen Monatsschrift für Forstwesen" finden wir auf Sette 103 folgende Notiz t „Forstliche Fakultät Retterin der Unioersttät Gießen. Im vorigen Spatherbste verlautete, daß die Großherzoglich hessische Regierung die Absicht habe, diese Universität, eine der ältesten Hochschulen Deutschlands, an welcher auch der große Gelehrte Liebig wiiktc, aus Sparsamkeitsrückstchten auszulösen insbesondere waren es die Kammern, welche auf diese Maßregel drangen. Man hofft nunmehr einen Ausweg gesunden zu haben. Es wird nämlich mit der Universität eine forstliche Fakultät verbunden werden und hofft man durch diese Erweiterung des Wirkungskreises der Universität die Frequenz auf jene Höhe zu bringen, welche sie in ihren Blüthetagen hatte." Hierzu bemerkt nun die Red. des obengenannten Blattes: Wie ist es möglich, daß in einer forstwissenschaftlichen Zeitschrift, welche von einem früheren Forst-Akademie-Direetor redigirt wird solche eine aus vollständiger Un- kenntniß der forstlichen Unterrichtsverhältnisse in Deutschland bastrende Notiz über eine deutsche Hochschule Ausnahme finden, die wie Gießen, bezüglich ihrer Leistungen auf dem Gebiete des forstlichen Unterrichts aus eine nunmehr bald 52jährige Thätig- keit zurückblicken kann? — , . m Wir finden hierfür in der That feine andere Erklärung, als daß jene Wurstblatt- Nachricht in die Oesterreich. Monatsschrift übergegangen und die letztere gedruckt worden ist, ohne dem Herrn Wessely zur Revision vorgelegen zu haben Darmstadt, 5. März. Abgabe von Obst-Pfropfreisern h-tr. Die Obstbau- section des Gartenbau-Vereins wird auch in dem bevorstehenden Frühjahre Edelreiser der bewährtesten Wirthschasts- und Tafelobstsorten zur Vertheilung an Interessenten bereit halten. Die Abgabe geschieht wieder durch Herrn Hofgärtner Rudolf Noack zu Besfungen, Hedwigsträße 13, und zwar bei persönlicher Empfangnahme unentgeltlich, bei portofreier schriftlicher Bestellung unter Erhebung des Betrags von 10 H für Verpackung und Beförderung für jede aus 6-10 Reisern bestehende Sorte. Die land- wirthschaftlichen Bezirksvereine und Gemeindevorstände sind ersucht, auf diese günstige Gelegenheit zum Bezüge sicherer Sorten von Pfropfreisern aufmerksam zu machen Heppenheim, 2. März. Am Moniag Abend hat aus Anlaß eines Wirths- hausstreites der Schuhmacher Rhein von hier den Steinhauer Holeeeck erstochen und einen anderen jungen Mann durch 17 Stiche lebensgefährlich verletzt. Schuhmacher Rhein wurde noch am Abend verhaftet und heute nach Darmstadt abgesühtt. Mainz, 5. März. jMittelrheinischer Turntag.j Im Saale „Zu den vier Jahreszeiten" fand heute unter dem Vorsitz des Herrn Ad. Allendorf von hier der 39. Mittelrheinische Turntag statt. Erschienen waren die Vertreter von 78 Vereinen des Kreises. Neu ausgenommen in den Kreis wurden zunächst int 2. Gau: Preungesheim, Eschersheim, Schwanheim, Nied und Mühlheim a. M„ im 3. Gau: Miltenberg a. M-, im 4. (Sau: Wiebelskirchen und Rußhütte, im 6. Gau: Niederwalluf im 8. Gau: Turngesellschaft Bornheim, im 11. Gau: Limburg, Adersbach bet Ems und Nastätten Eingegangen sind im 4. Gau die Vereine Sulzdach unb Fried- richsthal Der V-'treter von Neuwied gab sodann dem Turntag bekannt, daß das Mittelrheimsche Turnfest unter allen Umständen in diesem Sommer in Neuwied stattfinden werde, .hieraus trat der Turntag in die Berathung des neuen Kreisgrundgesetzes ein. Als beachtenswerthe Aenderungen de« neuen Statuts, welche Annahme sanden, sind zu nennen: Von nun an ist auf je 50 Mitglieder ein Vertreter in den Turntag zu entsenden und darf derselbe bet einer Abstimmung nicht mehr als zwei Stimmen auf sich vereinigen. Auf jedem Turntag und in dm Kreisausschuß-Sitzungen führt der Kre svertreier den Vorsitz. Alle Jahre findet ein Mtttelrheinifches Turnfest statt. Wegen vorgeschrittener Zeit konnte die Durchberathung des ganzen Entwurfs nicht becnbeMDertien^^ Jahrhundert im Sette.] In der Ortschaft Souain bei Chalons in Frankreich ist, wie dem „Gaulois" von dort geschrieben wird, ein Greis, Namens Macquart im Alter von 74 Jahren gestorben, von denen er sechsundfünfzig im Bett zugebracht hatte. Im Alter von 18 Jahren war derselbe durch einen wüthenden Stier schwer verletzt worden. Der ihm bei dieser Gelegenheit verursachte Schrecken hatte ihm ein Gehirnfieoer zugezogen und den Verstand geraubt. Seit diesem Tage ist Mar- quart durch m-hr als ein halbes Jahrhundert nicht im Stande gewesen, von seinem Lager anfzustehen und hat die Sonne nur durch vergitterte Fenster seines Zimmers gesehen. Frankfurt a. M., ~7. März, Nachmittags 2 Uhr - Min. (Telegraphisches Coursbericht. Mitgetheilt durch das Bankgeschäst Albert Kausmann m Greßen.) Creditaetten 277'/», Staatsbahnaetren 263>/-, Galt,ter 254V-, §Ent-Änttile 57^ 65, 4»/o Ungar. Goldrente--, 4°/o 1880er Russen 703/is, 2. Ortens-Anleihe ö//» 5% Rumänische Rente 88*/t, Lombarden 119-/,. Tendenz weniger fest. Schiffsbericht. Mttgetheitt von dem Agenten des Norddeutschen Lloyd in Bremen, C W. Dietz Nachfolger Gießen. _ Bremen, 4. März. (Per transatlantischen Telegraph.] Der Postdampfer Main, Capt. I. Barre, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 20. «evruar von Bremen und am 22. Februar von Southampton abgegangen war, ist heute i uyr Morgens wohlbehalten in Newyork angekommen. B renUen. 6. März. Der Postdampfer Elbe, Capt. W. Willigerod, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 25. Februar von Newyork adgegangen war, ist heute 6 Uhr Morgens wohlbehalten in Southampton angekommen und Hai nach Landung der für dort bestimmten Passagiere, Post und Ladung 7 Uhr Morgens die Reise nach hier fortgesetzt. Derselbe überbringtl54Passagiere^uno^olleLadung. Handel und Verkehr. Gießen, 7. März. Auf dem heutigen W°»enmarkte kostete: Butter per Pfp M. 1.10—1.15, Hühnereier 1 Stück 4-5 H, 2 Stück 00-00 enteneter per Sttw 5-0 H, Gänseeier per St. 9-10 X Käse p. St. 4-9^, Kasematte frtt Stück 3-Z, Erbsen 1 Liter 23 H, Linsen 1 Liter U A>, Tauben das “O-KO 5übner per Stück X 1.00-1.70, Hahnen per Stück X 1-80-2.00, Enten per ®tüd^2.W 25U Gänse per Pfund 00-0 H, WeUche per Stück X 0-00-00, Ochsenfletsch per Pfund 60- 62 H, Kuh- und Rindfletsch 45-50 ÄalbM» 40-44 f ®*®Ä,neK%eh bis 64 Hammelfleisch 50-60 H, Kartoffeln 100 Kilo X 3 50-4.50, Zwteveiti per Centner X 9—11, Milch per Liter 16—18 H. . im,,,,...,. Frankfurt, 6. Mittz. (Frachtpreise., Weizen, effeestv hiesiger und Westerauer X 25.00, fremder X 25.50-00 Roggen effeciiv W»« X 20.50-1“-00. fremb« X 20.50-21. Gerste effeetiv hiesige und Westerauer X 20.50-2075, ftembe X& bis 21. Haier effeetiv hiesiger und Wetterauer X 15.75-1/ 25, trenwer io n per 1(” a $} 6 März. Der heutig« Biehmarkt war gut besahen- Angetrieben waren circa 309 Ochsen, 321 Kühe, 294 Kalber und 347 Hammel. D>- Preise für 100 Pfund Fleischgewicht..stellten sich: ^Onal»^^ 50-00 «Wer 2. Qualität 60-63, Kühe 1. Qualität X 56-00, _2. Qualität X 50 00, waiuer 1. Qualität M. 54-60, 2. Qualität X 40-00, Hammel 1. Qualität Ä 65-00, 2. Qualität X 50 00, Schweine wurden vorige Woche co. 371 Stück verkaust un» mit 64 das Pfund bezahlt. _______ _ 1654 HÄ '. I Mm im ©itititi Moniqjtn von VoMgs Gießener M BrnderMI rvieje ncksM weck»:' 8re WtU SÄ. Gchm M Nadel ilf, Bau-,tzn 21 Eichch 53 Fichte, 6 Eichch U21 Fichte« und bei 2500 Die Zus« N nach Op Gießen, ^ßherzoglv io44 ws Säinintljch «°ch den 1 ist n| J5 konunen Ä d. aaSeitä Wl=6ti 117 1 Sw 0 ak. j.| 27 «i» Ä toi W11,« S.w Mer ist nMsbefH -AN übers q, »selben Ä Matt । , der Auslage .Igenladunger »[ Klägerin ch ElüschÄni ■ «ch Zust»« Mzeigei" M» verösslnW Die Ilttheilssmiln toflredbeti Gießen, dkl 3 fc Kenchisschniikl 1657 Die Lieferung von Leinen W 24 Ziehung 31. März I. A.: 1663 Seuling, Bezirksbauaufseher. 1230 117 9.' 1 1609 Großh. Gerichtsvollzieher. 14 39 72 930 1900 4700 9 Strohsäcken, Unterlagen, Betttüchern, Küchentüchern, Handtüchern, Bett- und Kissen- kommen: 113 2 4 19 323 1775 Korsetten in allen möglichen Fatous empfiehlt in großer Auswahl A. Fmtgmaim. 1 Laris Mlfötn SpaihlM eft Unioerfi= »6e EelchNi ’«ren es dii nm äuStoen 8a tultöt iStrtifeS ber BAHttazen Geistlichen zu richten. Gießen, den 6. Marz 1882. Holz-Versteigerung. Sämmtliches Holz, welches am Mittwoch den 1. März d. I. im Grüninger und Dorf-Giller Markwald versteigert worden, ist nicht genehmigt. Es kommen deshalb wieder zur Versteigerung Montag den 13. März d. I., Morgens 10 Uhr anfangend, 30 Eichen-Stämme mit 30 Festm. Holzverfteigerung in der Fürstlichen Oberförstern Hohensolms. Dienstag den 14 ds. Mts., Morgens präcis 10 Uhr, soll in dem Distrikt „Psaffenmark" auf dem Haudschmiedskohler-Weg, zunächst der Blasbacher Grenze anfangend, nach- nommen. Proben sind unter Angabe des Preises bis zum 20. l. Mts. einzusenden. Außerdem sind 10 Raummeter Nadel- und 2 Rmtr. Buchen-Scheitholz zu liefern, worüber die Offerten ebenfalls bis zum 20. c. einzureichen sind. Gießen, am 7. März 1882. Gr. Direction der Kntbindungs- Anstalt. Holzverfteigerung. Die am 27. Februar d. I. in hiesigem Gemeindewald abgehaltene Bau- und Nutzholz-Versteigerung ist nicht genehmigt und soll Freitag den 10. März 1882 eine nochmalige Versteigerung abgehalten werden, wobei zum Ausgebot 108 m 96 „ 96 „ 20 „ 60 „ 172 „ Der evang. Kirchenvorstand. Dr. Naumann. Grosse Frankfurter Lotterie II. Serie. Hauptgew. i. W. v. 20000, 12000,6000,2ä5000Mk etc. 3500 Gew. 1. W. v. 160000 Mk- ™ Loose ä 1 Mk.” 11 Loose für IO MU. (Auswärt. 20 Pfg. Porto beifüg.) B. Magnus, General-Debit. Frankfurt a. M. 1510 Inhalt, Weißbuchen-Stämme mit 42 Fstm. Inhalt, Rothbuchen - Stamm mit 1,47 Fstm. Inhalt, Kiesern-Stämme mit 4,12 Fstm., Linden-Stämme mit 9,75 „ Eichen-Stämme Buchen- „ Birken- „ Nadel- „ 6 27 Arbeitsversteigerung. Freitag den 10. d. M., Nachmittags 1/23 Uhr, sollen auf der Gemeindestube zu Lollar nachstehende zur Unterhaltung der Chaussee iin sog. Rußland erforderliche Arbeiten öffentlich versteigert werden: 1) Lieferung zugerichteter Wandsteine veranschlagt zu X 126.—, 2) Anfahren derselben, veranschlagt zu Jt. 57.60, 3) Auf Haufensetzen derselben, veranschlagt zu J4. 3.60, 4) Einsetzen derselben, veranschlagt zu M. 120.—, 5) Reguliren von Banketten, veranschlagt zu Jl. 19.80, Außerdem soll noch eine hölzerne Einsriedigung um den 2. Schulgarten wenigstnehinend vergeben werden. Lollar, den 6. März 1882. Großh. Bürgermeisterei Lollar. Nächster Mehmarkt |u Gelnhausen Mittwoch den IS. März l. I. ß Süße Brat-Mikinge empfiehlt 1665 Gg Wüh. Weidig. Fichten-Derbstangen „ Bohnenstangen. Die Zusammenkunft ist im Distrikt Rückenstall Morgens 9 Uhr. Londorf, am 6. März 1882._ Großh. Bürgermeisterei Londorf. Weber. 1642 '«aß su Mrljchi ‘“»8 im $ fatbtnbt .Cltnt6meit Wien übtf ,k"9- Mir Sebettelte« örantfurter stehendes Gehölz versteigert werden: Rmtr. Eichen-Scheitholz, „ „ Prügelholz, „ „ Stockholz, Wellen „ Reisholz, „ Buchen-Forstreiser l.Kl., 2. , Eichen-Schnittstämme mit 10,88 ZN der Privatklagesache der Christoph Scheid I. Wwe. tn Groß - Buseck, Privatklägerin, gegen den Kaspar Schmidt daselbst, An- aeklaqten, wegen Beleidigung hat das Gr. Schöffengericht zu Gietzen am l(i. Febmar 1882 für Recht erkannt. Beklagter ist der sub. 1, 2, 4 des röffnungsbeschlusses erwähnten Belei- -iaungen überführt und wird wegen ,eder derselben zu zehn, im Ganzen zu dreißig Mark Geldstrafe, eventuell 15 Tagen Hast und in die Kosten, darunter 3/, der Auslagen für die nothwendigen geugenladungen verurtheilt; auch wird der Klägerin das Recht zuerkannt, diese Entscheidung binnen einer Woche nach Zustellung einmal tm „Gießener Anzeiger" auf des Angeklagten Kosten zu veröffentlichen. Die Richtigkeit der Abschrift der Urtheilsformel wird beglaubigt und die Vollstreckbarkeit des Urthells bescheinigt. Gießen, den 3. März 1882. Neidhart, 1646 Gerichtsschreiber des Gr. Amtsgerichts. 107 — Bergmann’s — 5»U* Floitvh en b ier - Handlung von Düoiel Heil in Giessen A. 28 Lindenplatz A. 28, nelien dem „Einhorn , 1) Export-Bier, hellfarbiges'Mw Preise von 23 per Masche, 2j üuger 33 , (. frei ins Hans geliefert in bekannter, hoch- 6,1 S.Ä Ä