Nr. 33. Mittwoch den 8. Februar Gießener Anzeiger Antts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. ®wr«Mt: Schulstraße B. 18. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. lassen. Es ist dies allerdings loyal von der russischen Regierung gehandelt, aber an der Thatsache, daß Skobeleff's Worte in Rußland und auf der Balkan- Halbinsel vernommen und wohl verstanden worden sind, ändert diese officielle Entschuldigung nicht. Die drei Kaiserreiche haben im Verein mit Italien in Konstantinopel einen Schritt unternommen, der sich entschieden gegen die englischfranzösischen Bestrebungen in Egypten richtet. Der russische Botschafter in Konstantinopel hat im Auftrage feiner Regierung der Pforte erklärt, daß Rußland die Aufrechterhaltung beä'Status quo in Egypten auf der Grundlage der europäischen Arrangements und der Firmane der Sultane wünsche und der Anschauung sei, daß der Status quo nur durch ein Einvernehmen zwischen den Großmächten und der souzeränen Macht (bet Türkei) geänbert werben könne. Von ben Regierungen non Deutschlanb, Oesterreich-Ungarn unb Italien ist eine gleichlautenbe Mittheilung an bie Pforte gemacht worben. Die burch bie ben Rücktritt bes egyptifchen Ministerpräsibenten Scherif Pafcha in Kairo hervorgerufene Ministerkrisis ist bereits wieber beseitigt. Das neue Ministerium ist, wie folgt, gebilbet: Mahmub Pascha Präst- biutn unb Inneres, Arabi Bey Kriegsministerium, Mahmub Bey Arbeiten, Abballah Pascha Unterricht, Fabry Auswärtiges unb Fehmi Pascha Justiz. Politische Ueberskcht. Gießen, 7. Februar. Trotz bes Anfangs voriger Woche erfolgten Schlusses ber Reichstaassession ist in unserem parlamentarischen Leben keine Ruhepause eingetreten, da das preußische Abgeorbnetenhaus unmittelbar nach bem Schluss- bes Reichstaas seine Sitzungen wieber ausgenommen hat unb auch bie Laubtage verschiebe- ner auberer Bunbesstaateu, wie bie von Bayern, Sachsen unb Baben werden voraussichtlich noch längere Zeit in Thätigkeit bleiben. Namentlich sind es die Verhandlungen des preußischen Abgeordnetenhauses, welche schon wegen der bem Zause zugegangenen Vorlagen bas allgemeine Interesse in Anspruch nehmen. Das Abgeordnetenhaus erledigte im Laufe der vergangenen Woche die erste Lesung des Etats, wobei besonders hervorgehoben zu werden verdient, daß tue Steuerpolitik der preußischen Regierung von den Rednern aller Parteien, selbst die beiden conservativen Fraktionen nicht ausgenommen, einer scharfen Kritik unterzogen wurde. Ferner verwies das Haus am Freitag tue Vorlage über den Ankauf der Thüringischen, Bergisch-Märkischen u. s. w. Eisenbahn in erster Lesung nach lebhafter Debatte an eine einundzwanziggliednge Cornnnstion; am Sonnabend trat das Haus in die erste Lesung des Gesetzentwurfs , betr die Eisenbahnanleihe, und betr. den Landes-Eifenbahn-Rath, em und erledigte außerdem verschiedene kleinere Vorlagen. Bereits für Montag, den 6. d Mts., wurde die erste Lesung der kirchenpolitifchen Vorlage erwartet und wird die Debatte hierüber sich jedenfalls auf mehrere Tage erstrecken. , Die so viel Aufsehen erregende Angelegenheit des preußischen Kammerrathes Berling gegen den früheren Landrath m Lauenburg, v. Bennigsen-Förder, ist durch die Vermittlung des Reichstags - Abgeordneten Riidolf v. Bennigsen beigelegt ivorden. Herr v. Bennigsen - Mörder hat stch zu einer öffentlichen Ehrenerklärung für Herrn Berling bereit erklärt. In Sachsen vollzieht sich in aller Stille ein Ministerwechsel oder sagen wir vielmehr ein Austausch von Minister - Portefeuilles. Durch den Tod des Staats- und Hausministers Dr. v. Falkenstein ist dieser Posten erledigt worden. Die verschiedensten Candidaten wurden für diesen vielumworbenen Ruheposten genannt, indessen haben sich alle Verrnuthungen und Combinationen als unrichtig erwiesen, indem König Albert den Minister des Innern und des Auswärtigen, v. Rostiz-Wallwitz, zum Nachfolger Falkenstem's designirt hat, unter Entbindung desselben vom Portefeuille des Auswärtigen, welches dem Premier und Kriegsminister v. Fabrice übertragen werden soll. Die jüngste Anwesenheit des Letzteren in Berlin und seine Conferenzen mit dein Fürsten Bismarck werden mit dieser Angelegenheit in Verbindung gebracht. In Oesterreich nahmen in vergangener Woche die Verhandlungen der österreichischen und der ungarischen Delegation in Wien über die Lage in den aus- ständijchen Bezirken das Hauptinteresse in Anspruch. Die Erklärungen, welche die Regierungs-Vertreter in beiden Delegationen gaben, haben indessen so gut wie gar nicht befriedigt, denn sie lassen nach wie vor in Zweifel, ob stch die österreichische Regierung über die Ursachen des Aufstandes wirklich klar ist. Anzuerkennen ist aber wenigstens, daß der Reichs-Kriegsminister, Herr v. By- land/, zugegeben hat, wenn auch nur indirect, daß der Aufstand auch nach der Herzegowina und sogar nach Bosnien hinüber greift, hoffentlich ein Anzeichen dafür, daß in Wien das System der amtlichen Schönfärberei bald aufgegeben werden wird. Obwohl das neue französische Cabinet de Freycinet erst wenige Tage alt ist, so läßt sich doch schon jetzt behaupten, daß dasselbe auf solideren Grundlagen basirt, als sein Vorgänger. Die hauptsächlichsten Stützen des Cabinets, der Ministerpräsident de Freycinet, der Finanzminister Löon Say und der Unterrichtsminister Ferry sind Männer, welche nicht nur bei den gemäßigten Republikanern in höchstem Ansehen stehen, sondern sich auch bei ihren Gegnern der größten Achtung erfreuen. Auch ist der erste und günstige Eindruck, den schon die Zusammensetzung des Ministeriums de Freycinet in Frankreich wie im Auslande hervorgerufen hat, durch die ministerielle Erklärung in der französischen Deputirtenkammer noch vermehrt worden. Keine tönenden Declamationen, noch pomphafte Versprechungen, vielmehr eine einfache Aufzählung praktischer Reformen und ein Appell an den guten Willen der Kammern, das war die Sprache des Cabinets. Diese Erklärungen sind denn von der Kammer auch sehr beifällig ausgenommen worden und scheint man in Frankreich zu der Er- kenntniß gekommen zu sein, daß ein nützliches und arbeitsames Ministerium besser ist, als ein phrasenhaftes „großes Ministerium" ä la Gambetta. In England begeistert man sich sehr für die Sache der verfolgten russischen Juden, wie die von der Versammlung im Mansion-House gefaßten Resolutionen beweisen. Es wird indessen von den russischen Blättern bemerkt, daß die Engländer erst vor ihrer eigenen Thür in Irland kehren möchten; in der That sind die Zustände in Irland nach wie vor derart, daß bis zur offenen Empörung ein gerade nicht zu weiter Schritt ist, doch giebt man sich in England der Hoffnung hin, daß das Parlament der Regierung erlauben werde, demnächst energisch in Irland vorzugehen. Die russische Regierung fühlt offenbar das Vedürfniß, den taux pas, welchen General Skobeleff beging, indem er feine bekannte Brandrede vom Stapel ließ, nach Möglichkeit zu corrigiren. Rach einer Meldung des „Pesther Lloyd" hat der provisorische Leiter des russischen auswärtigen Amtes, Staatsrath Gies, in spontaner Weise dem österreichischen Minister des Auswärtigen, Grafen Kalnoky, sein Bedauern über General Skobeleff's Toastrede ausdrücken m Darmstadt, 6. Februar. Die zweite Kammer der Stände ist auf Mittwoch den 15. d. Mts., Vormittags halb 10 Uhr, einberufen. Auf der Tagesordnung der ersten Sitzung stehen: 1) Verkündigung neuer Einläufe. 2) Berichtsanzeigen. 3) Wahl der beiden Prästdenten zufolge Art. •), Abs. 2 ber Geschüftsorbnung. 4) Münbliche Berichterstattung unb eventuell Berathung über das Gesuch des Abgeordneten Freiherrn v. Jungenfeld um Entbindung von den Functionen eines Mitgliedes _ des Gesetzgebungs-Ausjc^rsses. 5) Wahlen zur Ergänzung der Ausschüsse, insbesondere des Finanz-Auchchuffes und eventuell des Gesetzgebungs-Ausschusses. 6) Mündliche Berichterüattungen und eventuell Berathung über sämmtliche Neuwahlen der Abgeordneten. 0 Berathung über den Hauptvoranschlag der Staats-Einnahmen und -Ausgaben für die Finanzperiode 1881,85. Berlin, 5. Februar. Die Berathungen über den Erlaß der Bestimmungen, betr. die Verwendung beftimmtcr Stoffe und Farbe n^ zur Herstellung von'Bekleidungs-Gegenständen, Spielwaaren, Tapeten, Eß-, Trink- und Kochgeschirr, sowie das gewerbsmäßige Verkaufen und Festhalten von Gegenständen, welche diesen Bestimmungen zuwider hergestellt sind, werden in der nächsten Zeit im Reichsamt des Innern wieder ausgenommen werden und an derselben die Fachleute Hofmann, Geh. Rath Eulenberg unb Dr. Bischof theilnehmen. Die Zwischenzeit seit ben ersten Berathungen über biesen Gegenstanb würbe zu em- gehenben Untersuchungen benutzt._____________ Telegraphische Depeschen. Wolff s telegr. Correspondem-Bureau. Dresden, 6. Februar. Der König empfing Mittags ben Earl of Este, nahm in Gegenwart bes Ministers bes Auswärtigen, v. Fabrice, besten Accre- bitive entgegen unb ließ sich bie übrigen Mitglieber ber Mission vorstellen, bie später auch von ber Königin empfangen würben. — In ber zweiten Kammer lehnte ber Minister es ab, bie Interpellation Bebel's über bie Ausweisungen zu beantworten, weil bie Regierung es nicht nöthig habe, sich wegen ber Nichtausführung eines nur von einer Kammer ge* faxtenwirb aus Serajewo von geftern gemelbet: Die Nachrichten von ber Bebrohung Focas burch bie Insurgenten bestätigen s . Am 1. b. Mts. begannen bie Insurgenten bas linke Drmaufer nordwestlich vo Fora zu räumen, sie vereinigten sich in ber ©egenb von ^ruRstte und Bastac, wo sie über bie Drina setzten. Von ber Garnison von Foca. vorg « Streifungen am 2. bs. conftatirteu einen bebeutenben Zuzug von Jürgen en nach bA Gegend von Bastaei hin. Unsere Truppen besetzten SusMnc> ohne Kamp. L am 3. bs. gegen bie Karaula von Humic, io wie gegen Bastaci unb Bros vor geschobenen Truppen aber stießen auf stärkere Jisturgen , unter- heftigem Feuergefecht zurückgebrangt wurbem Z Angriff auf Sussesno, nahmen bie Insurgenten rn bedeutender An ahl emen^ st.^all energisch bie Karaula von Humic unb Brob, Milben ur verwunbet, zurückgewiesen. Wir hatten 4 Mann tobt, 14 fetter bie Verluste ber Insurgenten sind viel bedeutender ^uthenen finb erfolgt; L-mberg, 5. Febr Wettere Verhaftimger- °°n^utyeu unter ben Verhafteten besinbet sich auch 1 verhafteten würben bem hiesi- Abgeorbnete Nauinowics unb besten too^n. -vie gen Strafgerichte übergeben. Abend fanb in bet beutfchen Bot- an welcher sämmtliche Botschafter und Ge- schäft eine größere 'f1ftbniicbteiten theilnahmen. - In Jarzewo stt gestern ^Nackst^bie^Bamnnwlleii-Manufaktur Chlubows niebergedrannt. Diefelbe war für 3 Millionen versichert , [bete Nachricht von einem angeblichen »««t St1.‘äSjWW-R 1(1» **• **■Sl* nichts bekannt. Rentners Carl Vogt dahier. 14) Desgleichen des 15) Desgleichen des Möbelhändlers Wilhelm Reiber dahier. 16) Desgleichen des Metzgermeisters Heinrich Meister dahler. . — • ■ l -x a/ . , . - ____2 OY OT~1 a v* tu ß X AntOV 17) Desgleichen des B. v. F. Derwifchte^ — Programm gratis in Carl Hotel, und dessen Filialen. des des rungen- 12) Desgleichen 13) Desgleichen der besten Novitäten. Lohnen wir sein Bestreben mit vollem Hause. Karl Merkel dahler. Maschinensabrikanten G e or g Renzel dahler- Berlin, 6. Februar- Gestern Abend 51/* Uhr hat der Militärposten an der Jnvalidensäule'ausKnaben, die ihn geneckt hatten, geschossm. Trotzdem er nur einmal aefeuert hatte, wurde ein zwölfjähriger Knabe getödtet, einer schwer m die rüst verwundet und ein dritter Knabe leicht am Oberarm gestreift- Der Soldat, em FüsiUer Werner der 9- Compagnie des Garde-Füsilier-Regiments, wurde natürlich sofort tn Haft genommen. Salmünster, 31. Januar. Bei einer im hiesigen kgl. Forstb'zirk heute abgehaltenen Jagd auf Hochwild hatte Herr Bürgermeister Berta von Soden das gewiß seltene Glück, drei Hirfche, Prachtexemplare, durch einen Schuß zu erlegen. Z.veien der Hirsche war die Kugel durch den Hals, dem dritten in die Brust gedrungen. Es klingt die Sache märchenhaft, dock kann die Wahrheit verbürgt werden. Worms, 3. Februar. Das 2Vrjähftge Kind eines hiesigen Einwohners, welches gestern Mittag unglückl cher Weise an ein Fläschchen Vitriol, das ein dortiges Dienstmädchen zum Putzen von K^pfergesckirr gebrauchte, gerieth und von demselben getrunken, ist heute Nacht unter furchtbaren Qualen seinen Leiden erlegen. — Die Einfuhr von Bausteinen aus Deutschland nach den Vereinigten Staaten ist das Allerneueste. Eine Firma in NewIovk hat nämlich 300 Tonnen der berühmten rothen Sandsteine aus den Steinbrüchen von Wetthh un am Main den Main herunter nach Rotterdam gebracht, wo sie gegen sehr billige Vergütung von den holländischen Dampfern als Ballast nach New-York gebracht werden. — sMasseneinbruch auf dem Eise.) Am Mittwoch ereignete sich m Hannover auf dem Eise der Masch ein Unfall, welcher aufs Neue zu größter Vorsicht mahnt. Hinter Bella-Vista hatte sich eine große Zahl von Schlittschuhläufern auf einer Fläche, welche besonders gutes Eis bot, verein gt, als dieses plötzlich an einer Stelle nachgab. Zuerst brach ein Einzelner durch das E's, dieses verlor dadurch die Spannkraft, und im Ang nblick war eine Fläche, etwa von der Größe des Bahnhofsplatzes, vollständig zertrümmert. Einige hundert Personen versanken, und zweifellos wäre eine Katastrophe fürchterlichster Art erfolgt, wmn nicht zum Glück das Wasser an dieser Stelle so geringe Tiefe gehabt hätte, daß keine unmittelbare Gefahr vorhanden war. Trotzdem dürfte der Unfall nicht ohne mannigfache üble Folgen bleiben; denn auch die Erwachsenen, darunter viele Damen, mußten geraume Zeit in dem kalten Bade verweilen, bis sie sich durch die Eisschollen zum Lande durchgearbeitet hatten. — sSchnellzugverkehr.) Aus Anlaß einer Reihe von Specialfällen ist jetzt, wie man uns mittheilt, für die preußischen Staats- und unter Staatsverwaltung stehenden Bahnen eine Bestimmung erlassen worden, welche das ausnahmsweise Anhalten von einzelnen Schnell- und Personenzügen auf solchen mittleren und kleineren Stationen regelt, welche fahrplanmäßig ohne Aufenthalt durchfahren werden. Es soll hiernach die Gestattung hiei zu, die rechtzeitige Anmeldung bei der competenten Behörde vorausgesetzt, nur dann erlheilt werden, wenn eine größere Anzahl von Personen mit dem betreffenden Zuge befördert werden will, wenn betriebstechnische Gründe nicht den Aufenthalt unthunlich erscheinen lassen und wenn durch die Maßnahme nicht eine Erschwerung des Expeditionsdienstes (Ausgabe von B'llets, Einschreibung von Gepäck rc. zu einer sonst hierfür nicht bestimmten Zeit) erforderlich wird. Im Uebrigen werden die Verwaltungen entsprechenden Anträgen mit thunlichster Coulanz Folge geben.' Eingesandt. Wie wir von befreundeter Seite erfahren haben, findet am Mittwoch den 8. Febr. die Benefizvorstellung für den Regisseur unseres Theaters, Herrn Schreyer, statt. Das fünfactige Lustspiel WeSpe" von R. Benedir wird an diesem Abend zur Aufführung gelangen und wenn wir unfern Blick auf den Erfolg dieser Novität richten, den es an allen größeren Bühnen erzielt hat, so dürfen ro;r bei der Leistung unseres hiesigen Theater-Emsembles einen unterhaltenden und genußreichen Abend erhoffen Für die Gediegenheit von Roderich Benedix Lustspiel bürgt ferner der Umstand, daß es das einzige Stück des Autors ist, welches von den Franzosen übersetzt und in Paris mit enthusiastischem Erfolg m Scene gegangen ist. W:r glauben Herrn Schreyer für manchen amüsanten Abend, den uns sein vortreffliches Spiel bereitet hat, n'cht besser danken zu können, als wenn wir ihn an seinem Ehrenabend mit recht zahlreichem Besuche erfreuen. Er wird gewiß das seinige thun, um sich dem Publikum gegenüber wieder erkenntlich zu zeigen, denn seiner Regie verdanken wir die gute und exacte Aufführung 731) Ueber die Höhe der Kosten, welche die Einrückung einer Anzeige in eine oder mehre Zeitungen verursacht, wird man sich niemals enttäuscht sehen, wenn man 7on der Annoncen - Expedition von II AAS ENSTE IRJ de VOGLER in Frankfurt a. M. (Karlsruhe, Stuttgart oder München) zuvor Auskunft einfordert, die auch hinsichts der für den jeweiligen Zweck geeigneten Blätter auf Grund reicher Erfahrungen und gründlicher Beobachtungen zuverlässigen Rath ertheilt gasse. - Ein heute Morgen Vr5 Uhr in einem Fabrik-Nebenbau der Alicenstraße ausgebrochenes Feuer, wurde nachdem ein Thetl des Dachstuhls abgebrannt war, ra(ch gelöscht ohne daß ein erheblicher Schaden entstanden wäre. Lobend zu erwähnen ist das rasche und zahlre'che Eintreffen der Heuchelheimer .Feuerwehr,. welche zwar nicht mehr zur Aktion kam, aber trotzdem das Bild einer trefflich geschulten Wehr bot. ———— Mainz, 2. Februar. Es ist bekannt, daß in dem trübseligen Weinjahre 1880 hiesige Spekulanten aus Italien Trauben kommen ließen, um aus diesen Beeren edlen Wem zu fabnziren. Schon damals machten sich viele Stimmen laut daß die Speku- kation eine verfehlte sein werde und daß aus den saueren Trauben Italiens, die halb reif hier ankamen, nie ein trinkbarer Wein werden könne. Diese letztere Annahme hat sich nun vollauf bestätigt Den ganzen Sommer über lagerten in der Güterhalle der hessischen Ludw gs-Effenbahn über 100 Stück diests zu Essig gewordenen Fabrikats, und erst kürzlich ist dasselbe nach allen Gegenden der Windrose (viel ging nach Bayern und nach den Niederlanden) zur Essigfabrtkation veräußert worden, so daß das ganze Lager minmeh^ " ebruar. Drambahn hat gestern um 1 Uhr Nachmittags den Betrieb plötzlich eingestellt, denselben indessen um 4 Uhr wieder ausgenommen. Differenzen mit dem Personal, welche inzwischen beigelegt wurden, bezeichnet man als Ursache der 24. Gesellschaftsreise nach ganz Italien und Steiften wird am 6 Avril unter persönlicher Leitung von Herrn Carl Riesel angetreten. — Der Himveg rotrb auf Wunsch über PartsLyon-Marseille und Genua genommen und über Rom und Neapel hinaus auch nach Sicilien, inch Besteigung des Aetna ausgedehnt- Der Rückweg erfolgt über Florenz-Venedig und Innsbruck. ~ ßnTt Amsels Reisecomptolr, NW. Berlin, Central-Hotel, und desten Filialen. Handel und Verkehr. Gießen, 7. Febr Auf dem heutigen Wochenmarkte kostete: Butter per Pid X 1.00—1.08, Hühnereier 1 Stück 7-8 2 Stück 00—00 H, Enteneier per Stück 0 Gänseeier p. St 00—00 H, Käse per Stück 4—8 Käsematte per Stück 3 Erbsen 1 Liter 24 H, Linsen 1 Liter 30 Tauben das Paar 85-100 Hühner per Stück X 0.90-1.20, Hahnen per Stück X 130—200, Enten per Stück 2.00—250, Gänse per Pfund 00—00 X Welsche per Stück X 0.00—0, Ochsenfleisch per Pfund 60- 62 X Kuh- und Rindfleisch 40—50 H, Kalbfleisch 40—44 Schweinefleisch 60 bis 64 Hammelfleisch 50—60 Kartoffeln 100 Kilo X 3 00—4.00, Zwiebeln per Centner X 6—8, Milch per Liter 16—18 H. Fran kfurt, 6. Febr. (Fruchtpreise.» Weizen, effecttv hiesiger und Wetterauer X 25.60, fremder X 25.50—00. Roggen effektiv hiesiger X 20.50—21.00, fremder X 21.00-00. Gerste effektiv hiesige und Wetterauer X 20.50—21.00, fremde X 20 bis 21. Hafer effektiv hiesiger und Wetterauer X 15.75—17.25, fremder X 16—17 per 100 Kilo. Frankfurt a. M 6- Februar. Der heutige Viehmarkt war gut befahren. Angetrieben waren circa 336 Ochsen, 317 Kühe, 298 Kälber und 175 Hämmel. Die Preise für 100 Pfund Fleischgewicht stellten sich: Ochsen 1. Qualität X 70-00 2. Qualität 60—64, Kühe 1. Qualität X 56—00, 2. Qualität X 50—00, Kälber 1* Qualität X 54—60, 2. Qualität X 40—50, Hämmel 1. Qualität X 60—66, 2. Qualität X 40 -50, Schweine wurden vorige Woche ca. 334 Stück verkauft und mit 64 $ das Pfund bezahlt. Antiquars A. K- Worms dahier. 18) Desgleichen des Condttors Robert Sattler dahier. 19) Gesuch des Graveurs Julius Bach dahier um Erlaubniß zur Anbringung eines Fensters in seinem Nebengebäude in der Blockstraße. 20) Gesuch des Material- und Farbwaarenhändlers Fritz Stimm dahier um Erlaubniß zur Erbauung eines Lagerschuppens. .. 21) Gesuch des Weißbindermeisters Wilhelm Seipp dahier um Erlaubniß zur Ueberbrückung eines städtischen Grabens. 22) Desgleichen des Maurermeisters B altbas er S trauch dahier 23) Die Herstellung einer Einfriedigung an dem städtischen Hause m der Weiden- Berlin. 6. Februar. Der Kaiser eröffnete Nachmittags IV4 Uhr mit der Kaiserin, den kronprinzlichen Herrschaften, den Prinzen Wilhelm, Carl, Friedrich Carl, dem Prinzen und der Prinzessin Christian von Schleswig Holstern und Äderen Persönlichkeiten die Stadtbahn durch eine Rundfahrt mittelst Extrazuges. Der Arbetts- minifter Maybach überreichte dem Kaiser eine Festschrift und nahm an der Fahrt im Salon^^r^Kaiser besuchte gestern Nachmittag die Botschafter Rußlands, Englands und Oesterreichs und conferirte später mit dem Grafen Hatzfeld. — Ueber die Stellung der Fractionen zur kirchenpolitischen Vorlage verlautet, vaß die Nat'onalliberalen, die Fortschrittspartei und die liberale Vereinigung btefelbe ablehnen Das Centrum beabsichtigt, Amendements emzunehmen. Die Fcei-Con- fervativen nehmen die gleiche Stellung wie zum Juligesetz em. , . . . — Der Abg Richter (Hagen) brachte den Antrag em das Abgeordnetenhaus wolle beschließen, die Erwartung auszusprechen, daß die Eisenbahnbehorden bet Zu- non Inseraten für Leitungen und bei Beilegung von Fahcplanen nur die Zweckmäßigkeit und Verbreitung und Nicht die politische Parteirichtung in Betracht ziehen und^den Bahnhofsrestaurateuren nicht das Auflegen bestimmter Zestungen untersagen daß ferner die Eisenbahr.behörden ihren Beamten nicht das verfassungsmaß'g allen Preußen gewährleistete Petitionsrecht verkümmern, insbesondere nicht die Beamten wegen Ausübung des Petitionsrechts bei Vertheilung der Weihnachts-Gratisicationen ben acht heil'gen. Deputirtenkammer. Granet brachte seine bereits ange- künd'gte Interpellation^über dw Vertagung der Revision der Verfassung ein und forderte dte Regierung auf, den von der Kammer votirten Revlsionsentwurf dem Senate vor, ruleaen Der Ministerpräsident Freycinet erwiederte, da der Entwurf ein Werk der Kammer sei, sei es nicht die Ausgabe des Cabinets, ihn im Senate vorzulegen. Die republikanische Majorität sei außerdem noch nicht vollkommen emlg m Bezug auf die Revision und die Regierung habe die Unterstützung 9esammten Majorität nothig. Die Revision stoße gegenwärtig noch auf unüberwindliche Hindernisse; die Regierung werde sich zur geeigneten Zeit wieder mit der Rev.sionsfrage beschäftigen und hoffe ™nem di?sbtzügkich-n Entwurf zum Erfolge zu v-rh-lf-w Die D-put,rt-nk°mm-r nahm schließlich mit 287 gegen 66 Stimmen eine von Gatineau eingebrachte und vom Min'sterium acceptirte Tagesordnung an, besagend: Die Kammer geht im Vertrauen auf die Erklärung der Regierung und deren festen Willen, die^ geforderten Reformen auszuführen, zur Tagesordnung über. — Der französisch-spanische Handelsvertrag ist heute unterzeichnet worden. —————— Lokale-. Gießen, 7. Februar. Tagesordnung für die Stadtverordneten-Sitzung am Donnerstag den 9. Februar 1882, Nachmittags 4 Ubr. 1) Voranschlag der evangelischen Kirche für das Jahr 1882/3. 2) Voranschlag für die Bedürfnisse der höheren Mädchenschule für 1882/3. 3) Desgleichen der städtischen Schulen. 4» Die Errichtung einer Lehrerstelle an der Stadtknabenschule. 5) Das Tonnensystem betr. 6) Der Fluthgraben'm Bürgerhospital. . r 7) Ueberfahrt über die Scboor an der Bierbrauern Poschel. 8) Den Straßenzustand vor dem Neustädter Thor betr. 9) Die Unterhaltung der Ortstafeln. . , . 10) Gesuch des Johannes Weber dahier um Bauerlaubnitz. 11) Gesuch des Kaufmanns Baruch Katzen st ein und des Metzgermeisters Eduard Plank dahier um Erlaubniß zur Vornahme von Bauverande 780 Weiße Stickereien und Kinder- Handschuhe werden billig abgegeben. „Zum billigen Laden^ (Neuenweg B. 127). Mebrere (Satten tu guter Lage find zu verkaufen durch 742 I. Blitz. Zur Ball-Saison empfiehic in großer Auswahl Blumen, Krausen, Spitzen, das Neueste in Spitzen- und AtlaSkragen, ^kichus, Borstecker, Handschuhe u. s. ro. Robert HeMt«, Srltersweg C. 59. NB. Die noch vorrätigen Wolltücher, weiß und farbig, werden zu herabgesetzten Preisen verkauft 428 Landmrthsch. Iocalverein Gießen. Sitzung am Mittwoch den 8. Februar 1882, Nachmittags 5 Uhr, 874 im Cafe Schnell. preußische National-versicheruiM- Zesellschost in Stettin. Versicherung gegen Feue r sch öden. Vertreter für Gießen und Umgegend: 866 Heinrich Wallach, Marktplatz B. 34. heute ab? «t das gewiß Zweien Zungen. Es *°^n an her r;eTÄ n/rs, welches Nges Diensten getrunken, Kien Staaten nr.deiüh^/en Mhaunter 1 MLMchen \ in Hannover Vorsicht mahnt Meiner Flächt stelle nachgab. 'Panntrah, und fä, vollständig are eine Kata- n dieser Stelle °ar. Trotzdem > die Erwachse- verweilen, bis en ist jetzt, öle 'llung stehenden t Anhalten von men Stationen is soll hiernach Behörde voraus- irsonen mit dem e nicht den Ach t nicht eine Kitz von Gepäck rc. Uebrigen werden folge gebens noch den 8. Febr. chreyer, statt, n diesem Wbtnb ; dieser Novität ;ei der Leistung streichen Abend t ferner der Um; anzosen übersetzt b, den uns sein ienn wir ihn an Mer wieder er- ade AuMhmng B. v. F. SoUg £ ift e*nf0,r ,eiche: !f Qti»4 te 1t ---■ : Sutter P«Ä itii*'?SAJ sf-S Schwemeflei cy n ® 4.00, 5-21.00 OOjrembe^ emder > 10 ,ll|o-oo. E ■ ii KO-—•ob, x.L> 7^ Dor- jchvs' tad*’ 59’ .erb«1« crk-"Ai». Jaup. Tecklenburg. Bau-, Werk- und Nutzholz. 133 Fstm. Scheiter.« Knüppel. Reisig. Rammneter. A. Bramm. 878 7 Eichenstämme von 4—10 H U ff 77 Oehler. 860 13 90 868 Frink. 837 Großh. Gerichtsvollzieher. Buchen Eschen Eichen 2 9 20 234 1010 4800 2,34 2,36 4,32 1,55 2,34 n 11 H ii 11 u n ir 11 11 11 u u Buchen Eichen Nadel u II n 11 11 3 Eichenstämme 349 Nadelstämme 1101 Nadel-Derbstg. Wellen. 1390 mit n n 11 u 11 24—40 14—35 6—13 3—4 6—18 5—14 4—7 HolMrsteigerung. Freitag den 10. ds. Mts., Vormittags von 10 Uhr an, sollen in dem Gemeindewald zu Frankenbach,'District Eichenhard 90 Eichen - Baustämme von 3 bis 15 Mr. Länge, 30—86 Ctm. Durchmesser, 143 Fstm. öffentlich versteigert werden. Die Zusammenkunft ist bei Nr. 1 im obengenannten District. Frankenbach, den. 6. Februar 1882. Der Bürgermeister: Holzvcrsteigerung. Freitag den 24. Februar, Morgens 10 Uhr anfangend, fallen in dem Gemeindewald zu Roßbach nachstehende Holzsortimente öffentlich meistbietend versteigert werden: 1) District Kirschberg. 59 Stück Eichen - Baustämme von 8—10 Mr. Länge, 60—80 Ctin. Durchm. — 55,85 Fstm. Inhalt, 81 Rmtr. Stockholz. 2) Weitzgeivann. 18 Stück Nadel-Stämmchen von 12 Mtr. Länge, 25—28 Ctm. Durchm. — 3,14 Fstm. Inhalt. Der Ansang der Versteigerung, so- wie die Zusaminenkunst ist um die be- stimmte Stunde im District Kirschberg bei dem Stammholz Nr. 1. Roßbach, den 6. Febr. 1882. Der Bürgermeister: Unter dem Eichen-Stamm- und Stangenholz befindet sich eine große Parthie für Wagner geeignete Stücke. Die Zusammenkunft ist auf der Licher Chaussee an der 7. Schneise. Gießen, den 7. Februar 1882. Großh. Bürgermeisterei Gießen. 121 116 198 295 — 16 Eichen-Stämme von 14—44 Ctm. Durchm. und 8—15 Mtr. Länge, Buchen-Stämme v. 35—52 Ctm. Durchm. und 4—8 Mtr. Länge, Fichten-Stämme v. 12—24 Ctm. Durchm. und 4—16 Mtr. Länge, 1500 Fichten-Derbstangen von 9 bis 12 Mtr. Länge, 87 .3100 198 4700 22 — 14 2 32 177 Stöcke. Raummeter. 35 7 11 153 Holzversteigerung im Gießener Stadtwald. Montag den 13. Februar 1882, von Vormittags 9 Uhr an, .soll im Gießener Stadtwald in dem District Wann, Abthellung Weidmannslust, nachverzeichnetes Holz versteigert werden: Brennholz. Scheith.Knüppelh. Stockh Reish. Rmtr. Rmtr. RrE. Wellen. Holzart. Bekanntmachung. Unter Wiedereinzlehung der Bekanntmachung vom 31. Januar d. I. wird aus Grund der Erklärung der Interessenten vom 3. d. Mts. hiermit veröffentlicht, daß die Herren W'lhelm Gait und Karl Gail dahrer das von ihrem verlebten Vater Herrn Gg. Karl Gail unter der Firma PH. Gail" betriebene Fabrikgeschast in offener Handelsgesellschaft mit ihrem Schwager, Herrn (frttd) Wasser schieben als Gesellschafter unter derselben Firma fortsühren. Die Herren Wilhelm Gail und Erich Wafferscklebcn vertreten und zeichnen die Finna. _ Die denselben verliehen gewesene Procura ist damit erloschen. Gießen, den 4. Februar 1882. Großh. Amtsgericht Gießen. 865 Gebhardt. 3000 Reisstangen. 90tont Mein der di GemWer Eindru-imch MNei: m werden, i beS ungansche^ den Verwahru lung der Den! und in Dentsci schreibt man i für die Deutsc Ä. Tisza jebei WMaren in rischen Paüeie das Heine öä besten Man nationale Cc Der von bei die Magyare legnnM in land umgefli Äfterpräiü NM'$en ch der Vetsu M altz Berichterstatter die Rotte des WWdü Wistchsti N et“N Aen, M Gegner fo^ Cabinet für uüheilen zr A haben, ZMckhaltu nichtungKi wird." Dar- die >!>>' Äihi bhre« befre SS*- >»•« bet oL !°^de J ÄS