1882 Sonntag den 8. Januar Nr. 7 8 Uhr: Bureanr Schulstraße B. 18. Zahlen zum Wen schweren: rauerkunde oiit*« ! - \d‘ heit der Haut hrlich zum sburg. X 16 16 20 16 16 9 l 192 ebenen ir vom X 17-21 iU «»»»««',u ,eber fer, stüctarbeüetr uU/w«sen AN».»-» h*«C, ist nur- wenig zu vermelden. In Frankreich herrscht in politischer Beziehung tiefe Stille, unb nachdem der Proceß Roustan-Rochefort vorüber ist, macht eigentlich nur noch der Cultusininister Paul Bert von sich st'rechen , der mehr und mehr seine freisinnigen Ansichten in seinem Reffort zur Geltung bringt. Roustan ist nach seiner Niederlage nach Tunis zurückgekehrt, und dort,-me der osficielle Telegraph dienstferttg meldet, von der französischen Kolome begeiftert empfangen worden. Es ist das ein kleiner Trost, der aber freilich keinen großen Eindruck in weiteren Kreisen machen dürste. In England machte Äcr. Herbert Gladstone, der Sohn des Premierministers, von stch reden, der in einer großen Epistel an den Magistrat einer irischen Stadt dre Unruhen rm ^anve als ungefährlich und den Aufstand als fast beseitigt hmstellt. Unglücklicherweise für den scharfsichtigen Brieffchreiber kommen aber fortwährend Nachrichten aus strland die gerade das Gegentheil von Air. Gladstone s Bries besagen und die ivohl mehr Glauben verdienen, als der Inhalt desselben. Bon einer kriegerischen Bewegung spricht man in Rußland; es ist aber kaum auzunehmen, daß dieses Gerücht sehr enift aufzufassen ist; ein Zeitungs-Eorrespondent, dem es offenbar an sensationellen Ereignissen mangelt, bat sich durch Berbreitung solcher Nachrichten wohl ans der Verlegenheit Helsen wollen, und weiter hat die Lache keinen Zweck. In Wien weilt noch immer die türkische Gesandtschast, welche Kaiser Wilhelm den türkischen Orden überbrachte. Man ist nut dein Resultat der Mission am goldenen Horn sehr znfrieden, denn man hofft, sich rmnier fester an Oesterreich und Deutschland anlehnen und dadurch Frankreich m Lums um England in Egypten, wo neuerdings die nationale Partei, die s. ;> den-Nllstar- puisch arrangirte, wieder von sich reden macht, in Schach zu halten, .yat auch der Sultan wohl nicht auf thaffächliche Unterstützung zu hoffen, so wird ihm vielleicht doch moralische zu Theil dadurch, das; sich die Machte bemühen , tue Türkei aus ihrem stagnirenden Zustand zu heben, und das ist mehr wer.h, als alle Hilfe in der hohen Politik. _____ , Aeutschtand. m »ai-inttadt, 6. Januar. Den Ständen ist von Seiten des Großh. Fin«ini- mtniftedüm "imttrm 31. D-cemder o. I. der Entwurf des Finanzg-,-tz-s für ?SwX 1882/85 zur Ertheilung der versostnngsmatzm-n Zustimmung Mit d m B-mcikm zugegongen, daß die Bestimmungen des Entwur,s ihre Begründung ,n den betreffenden zum Hauplvoranschlag der L-taats-Einnahmen und Ausgaben gegebenen Erläutei ungen finben. Der Entwurf lautet. „Das alte Jahr ist tobt, es lebe das neue", so hieß es m der vergan- qenen Woche; in den meisten Reichen Europas ist Neujahr gefeiert worben, so weit eben der Gregorianische Kalender zu Recht besteht. Mßland und die . übrigen Staaten, in denen die griechisch-katholische Religion die vorherrschende ist, feiern bekanntlich nach dem alten julianischen Kalender das Fest der ^av- । reswende 14- Tage später. Wie in der Weihnachtsmoche, ruhte auch in der vergangenen die Politik, wenigstens entbehrte sie positiver Grundlagen, und die Zeitungsnachrichten beschäftigten sich daher hauptsächlich nur mit Bermuthungen und Hinweisungen auf die nun wieder beginnende Parlamentär rsche Sestion. Dät der Reu-Eröffnung des Reichstages, die aiu s))ioutag statthaben wirr, dürfte denn auch die verhältnißniäßige Stille, welche um Weihnachten und'Neujahr herrschte, beendet jein; die erste Hälfte der Neichstagssespon hat uns zur Genüge gezeigt, daß sich genug Zündstoff angesammelt hat, um aufregenre Explosionen herbeizuführen und an diesen dürfte es denn auch m der Zukunft nicht fehlen, um so weniger, da den Arbeiten des Reichstages minuttelbar ne des preußischen Landtages auf dem Fuße folgen werden. Daß der Reichstag noch wichtigere Gesetze zu Stande bringen wird, ist kaum anzunehmen; i|t Die Etatsberathung erledigt, die Hamburger Zollanschluß-Vorlage angenommen und ebenso das Gesetz über die Berufsstatisük, so wird die deutsche Volksvertretung voraussichtlich nach Hause gehen, und wir bleiben so ziemlich auf demfelben Platze stehen, auf dem wir uns vor der Reichslagserößnung befanden. Fürst Bismarck will absolut feinen Willen durchsetzen, aber da dazu die nöthrge wiaio- rität im Hause fehlt, so geschieht zunächst eben nichts, selbst das nicht, was bei einem geringen Entgegenkommen doch leicht vollbracht werden könnte, wie z. B. das Unfallversicherungs-Gesetz. Einige Klarheit mag vielleicht noch^ die aut n'i Tagesordnung der ersten Reichslagssitzung stehende Hertling'lche Interpellation bezüglich der Fabrikgesetzgebung bringen; welche lebhaft die soeialpolitgchen Pro- jeete des Reichskanzlers berührt, und ebenso der Windthorst'sche Antrag einiges Licht über die Verhandlungen mit Rom, auf richtige, praktische Vorlagen ist jedoch nicht mehr zu hoffen. Was der Reichstag unvollendet gelaßen, wird aber, in zwiefacher Hinsicht mindestens, der preußische Landtag wieder ausneh- men. Regelung des Culturkampfes und Steuerreform, diese beidenZUngelegen- heiten werden hauptsächlich in der vorausstchtlich nicht allzu kurzen ^jion zur Sprache gelangen. Wenn schon der Reichskanzler für den Augenblick durchaus keine Aussicht hat, im Reichstag neue Steuern bewilligt zu erhalten, so kann ei es doch nicht unterlassen, dem Landtag ein Gesetz vorzulegeii, durch welches ui Preußen eine neue Steuerordnung eintreten soll, nachdem im Reichstage fernere indirecte Steuern zur Ermäßigung der directen bewilligt sind. Es ist Machst ichon etwas sehr optimistisch gehandelt, über noch gar nicht vorhandene Gelder bestimmt zu verfügen, dann aber noch schwerer, diese Gelder aufzubringen, ohne dem Nationalwohlstand eine empfindliche Wunde zu versetzen, zumal man ia überhaupt nicht weiß, wie viel Geld eigentlich nothig ist, um biete Steuerreform durchzuführen. Wir meinen, es ist gar nicht so nothig, neue Steuern zur Beseitigung der alten zu erheben, sondern weit angebrachter, diejenigen, welche zahlen können, mehr heranzuziehen, um die Aermeren zu entlasten. Mnd in Hand mit den neuen Steuer-Projecten geht auch die Beilegung des Kirchenstreits die dem Kanzler die nothige Majorität in den Parlamenten bringen und die Macht des Centruius brechen soll. Wie es scheint, nehmen die Berhcrud- lungen den besten Fortgang, und da der Papst wirklich Neigung zeigt, die Differenz mit dem deutschen Reiche aus der Welt zu schaffen, so dürfte die dem preußischen Landtage zugehende kirchenpolitische Vorlage stch auch völlig in diesem Sinne aussprechen. Ob diese Vorlage freilich angenomiuen werden wird, ist fraglich da sie, dem Vernehmen nach, die Lösung der ganzen Frage dem Ermessen des Staates in den einzelnen Fällen anheimstellen und sie nicht von vornherein wie es das Ceutrum und ein großer Theil der Liberalen verlangt, durch ein eigenes Gesetz ein- für allemal regeln will. Neben diesen Bestrebungen des Reichskanzlers wurde wieder und immer wieder behauptet, Fürst BiS- 'inard' gehe darauf aus, die sog. Papstfrage zu regeln, d. h. den Papst durch einen Cougreß - Beschluß sämmsticher 'Mächte unabhängig m Rom hmzustellen und Rom als freie Stadt unter dem Schutz sämmtlicher Mackste zu erklären. Wäre dieses Gerücht wirklich begründet, so hätte aber unser Kaffer bei dem Neuiahrs-Euipfange der deutschen Generalität den Frieden gewiß imlst als voll- tommeu ungestört bezeichnet, denn Italien wird sich Rom ohne Schwertstreich sicher nicht wieder nehmen lassen. Die Worte Kaiser Wilhelms am Neujahrs- laae haben überall den weitesten, freudigsten Widerhall hervorgerufen, um. betbätiat, daß wir nicht mir augenblicklich Frieden haben, sondern daß uns dieses hohe Gut auch für die Zukunft dauernd gesichert ist. Aus dem Auslände Gesund.«: I .........«... > ' W**» . >M Wt: ***» « W »"** 2 *»—*• ■» »** 1 Paar Stiefel, mehrere Schlüssel. 6. «** (<)ichciu'r Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Nachdem Wir mit Unseren getreuen landen über die Art und Weise überein- aekvmm n sind wie die zur Bestreüung der Staats-Ausgaben m den Etaisiahren 1888/84 unb 1884/85 auf dem Wege der Besteuerung zu deckenden Summen Lbracht werden sollen h7ben Wi^°er°rd°net und ^ordnen Wir w,e folgte e 1 An direkten Steuern soll">us die Mark Einkommensteuer- und Gewerbe- „ f nnn 19 A aus die Mark Grundsteuerkapstal der Betrag von 17V?auLtidiUam uni) nach d.'n gesetzlichen Bestimmungen erhoben werden. Der früber^ Sleuerausschlag zur Verzinsung und Tilgung von Provlnzlal-Straßenbau- fchulben soll auch in der Finanzpenode 1882/85 ausgesetzt bleiben und es soll der Nettobetraa dieses Ausschlags von 3 Heller auf den Guldcn Steuerkapital, foweit der- ^lbe noch für d e ProvMz Oberhessen erforderlich ist, aus Staatsmitteln entnommen und^ anO die Provinzim:Straßenbaufonds jener Provinz abgegeben werden. II ^Zndireete Äusiage § 2. Neben den nach Matzgabe der Reichsgesetze über die Zölle xnb Reichs- steuern zu erhebenden Auslagen sollen 2. das ^Brückengeld und die Abgabe für Ueberfahrten, 3. die Stempelabgaben und Gerichtsgebuhren, 4. die Collateralgelder, _ .,, „ . 5 die Abgaben von Hunden und Nachttgallen und b„ zweige so verwandt werden, wre-die Bedürfnisse k lben gegenwärtigem Gesetz bewilligt worden und wie diese Bedürfnisse m der ö aufgefübrt sind. fnn auf die Summe von 3,500,000 X Das Betriebskapital der Hauptstaatskasse l I ermächtigt, zu diesem Behuf gebracht werden. Unser Ministerium der ty- höchstens zum Belauf des der Stadt auf dem Wege des Anlebensein Capckal bl Darlehens von 2,520,000 X Mainz aus den Activen der e ,9 g f^nehmen, dessen Verzinsung Ä’Ä äST-Ä** - WH*» ’ÄÄ liegen jetzt vor. Danach betrug ^506 689 mehr als am 1. December 1875), am gedachten Tage 2^,062 Kopf U.5 , 23,048,628 weiblich (1,307,962 mehr). S'SS Ä*! ’m« -l"-. 1 '-8 Uhr 193 '«be von and. ort- -----------— ■ Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Marr 50 P',. uxd. gehaltvolle, i Gr. daß er die Ms seinem und hat bi Meiden. Anhang de werben, we binnen sch Gonferens zu entsenden, in welcher über die Schritte berathen werden soll, welche erforderlich sind, um die beiden amerikanischen Continente gegen jede Eininischung und Beeinflussung Seitens der europäischen Mächte sicherzustellen. Ä w Da ^inn von ZZanda N 61 * Oilhclnnn OlhelmZ mit Di»!«11 Den M 2od Den Schmied $ 29. Dem l Hebend im 2 Gn W abethe Dem Tae bescher C 2- W Zeki (friliian S £orn. 31. Wnbard ■ Runkel. T des Mehfte Zimmergeit ölt, von Vi Das Königreich Preußen umfaßte eine Bevölkerung von 27,279.111 Köpfen (1,536,707 mehr), davon 13,414,866 männlich und 13,864,245 weiblich; das Königreich Bayern eine solche von 5,283,778 Köpfen (262,353 mehr), davon 2,578,910 männliche und 2,705,868 weiblich; das Königreich Sachsen eine solche von 2,972,805 Köpfen (212,219 mehr) davon 1,445,330 männlich und 1,527,475 weiblich; das Königreich Württemberg eine solche von 1,971,118 (89,613 mehr), davon 951,600 männlich und 1,019 518 weib- l'ch; das Großherzogthum Baden eine solche von 1,570,254 (63,098 mehr), davon 765,310 männlich und 804 944 weiblich; das Großherzogthum Hessen eine solche von 936,340 (52,122 mehr); Mecklenburg-Schwerin eine solche von 577,055 (23,270 mehr)- Sachsen-Weimar eine solche von 309,577 (16,644 mehr); Mecklenburg-Streich 100,269 (4596 mehr); Oldenburg 337,478 (18,164 mehr); Braunschweig 349,367 (21,874 mehr); Sachsen-Meiningen 207,075 (12,581 mehr); Sachsen-Altenburg 155,036 (9192 mehr); Sachsen-Coburg-Gotha 194,716 (12,117 mehr); Anhalt 232,592 (19,027 mehr); Schwarzburg-Rudolstadt 80 296 (3620 mehr); Schwarzburg-Sondersbausen 71,107 (3627 mehr); Waldeck £>6,522 (1779 mehr); Reutz ältere Linie 50,782 (3797 mehr); Reuß jüngere Linie 101,330 (8955 mehr); Schaumburg-Lippe 35,374 (2241 mehr); Lippe 120,246 (7794 mehr); Lübeck 63,571 (6658 mehr); Bremen 156,723 (14,523 mehr); Hamburg 453,869 (65,251 mehr) und Elsaß Lothringen 1 568,670 (34,866 mehr). Berlin. Der Vorstand des deutschen Buchdruckeroereins hat zunächst an sämmtliche Behörden der Provinz Brandenburg ein Memorandum gerichtet, welches auf die gelegentlich der Ausschreibung von Druckarbeiten im Submissionswege hervorgetretenen Uebelstände aufmerksam macht und deren thunlichste Beseitigung anstrebt. In bem dem Memorandum beigegebenen Circular heißt es: Die in neuerer Beit von zuständiger hoher Stelle ganz entschieden kundgegebene, in allen gewerblichen Kreisen mit lebhaftem Danke anerkannte Absicht, das einheimische Gewerbe und seine productive Arbeit gegen die dasselbe schädigenden und untergrabenden, im Laufe der Zeit mehr und mehr hervorgetretenen Uebelstände zu schützen, berechtigt wohl auch den obengenannten Verein zu der Hoffnung, bei den betreffenden hohen Behörden für seine bescheidenen Wünsche ein geneigtes Ohr und eine aufmerksame Erwägung zu finden. Als Mittel zur Beseitigung der mit den Submissionsausschreibungen verbundenen Uebelstände wird in dem Memorandum vor Allem Die Zulassung einer nur beschränkten Concurrenz unter den Buchdruckereibesitzern eines Ortes oder Bezirkes empfohlen, und werden als Kriterien für die Concurrenzfähigkeit namentlich bezeichnet: einmal das Anerkenntniß und Festhalten des zwischen der Prmcipalität und der Gehülfenschaft vereinbarten allgemeinen Lohntariss und sodann ein entsprechendes Ver- hältniß in der Verwendung von Gehülfen und Lehrlingen in einer Officin. Wenn die Preisunterbietungen auf der Nichteinhaltur-g des Tarifs, also aus der unberechtigten Ausnützung des Arbeitsmarkis, sowie auf übermäßigem Halten der Lehrlinge beruhen, so werden sowohl die auch vom Staat und der Gemeinde zu schützenden Interessen des Buchbruckereigewerbes, als zuletzt auch die der Allgemeinheit geschädigt. In Deutschland gibt es jetzt ca. 15,000 Buchdruckergehilfen und ca. 75U0 Lehrlinge, ein Mißverhältnis das eine gehörige Ausbildung der Lehrlinge ausschließt und eine Menge unbrauchbarer Gehülfen schafft- Die Sache ist, daß die jungen Leute, nicht als Lehrlinge, sondern als jugendliche Arbeiter gehalten werden, und als solche in dieser oder jener Form Lohn erhalten. Die Verfasser des Memorandums halten es im Allgemeinen für angemessen, daß durchschnittlich bei einer Zahl von 1—5 Setzergehülfen 2, von 6—10 Gehülfen 3, von 11—15 Gehülfen 4 und bei je weiteren 5 Geyülfen ein Lehrling mehr angenommen und beschäftigt werden sollten. Natürlich läßt sich das Verhältniß nicht für alle Orte gleichmäßig festsetzen. Das Memorandum wird durch die Kreisvorftände in ganz Deutschland versendet. Berlin, 5. Januar. Die Wehrordnung gestattet Bolksschullehrern und Candidaten des Volksschulwesens, sobald sie die vorgeschriebene Prüfung bestanden haben, nach kurzer Uebung unter den Waffen die sofortige Beurlaubung zur Reserve. Diese Beurlaubung ist jedoch nach einer Ministerialverfügung nicht ein dem Lehrerberufe zugestandenes Vorrecht, sondern war durch den bisher fühlbaren Mangel an Volksschullehrern begründet. So soll denn auch die in Rede stehende Maßregel den zwar als Schulamts-Candidaten Geprüften, aber an Privatinstituten Beschäftigten nicht zu Gute kommen. — Frevelhaft ohne Gleichen! Die „Berl. Polit. Rachr " erhallen Kennt- niß von dem Circular eines Hamburger Bankhauses an seine Kundschaft, welches folgenden Passus enthält: „Dynamit-Actien steigend auf nihilistische Bestellungen." Dieser interessante Beweis von den Mtteln, mit welchen auf die Börse zu wirken versucht wird, blieb denn auch wirklich nicht oHne Einfluß auf die heutige Börse. Telegraphische Depeschen. Wolff's telegr. Corresporrdenz-Bureau. Berlin, 6. Januar. Die „Kreuz-Ztg." erfährt, die kirchenpolitische Vorlage werde sich in derselben Richtung bewegen, wie das Gesetz vom 14. Juli 1880 und die früher abgelehnten Paragraphen würden einfach wiederholt werden. Das Verordnungsgesetz werde in umgearbeiteter Form dem Landtage wieder vorgelegt. Hamm, 6. Januar. Heute Nachmittag i|t hrerjelbst nach kurzer Krankheit der Oberlandgerichts-Präsident Dr. Hartmann gestorben. Leipzig, 6. Januar. Eine zahlreich besuchte Versammlung. sächsischer und schlesischer Leinenfabrikanten beschloß, gegen die von den Flachsspinnern beim Bundesrathe beantragte Erhöhung des Einfuhrzolls auf Leinengarne zu protestiren und weitere Maßregeln gegen die beabsichtigte Erhöhung bei der sächsischen Regierung und bei dem Bundesrathe zu ergreifen. Bern, 6. Januar. Der Bundesrath hat den Staatsrath von Freiburg ersucht, die Niederlassungen der Maristen in Givisiez und der Capuziner in Guschelmuth binnen 4 Wochen aufzulösen und den Insassen derselben jede weitere derartige Ansiedelung zu untersagen. Die Maßregel dürfte mit der bei den letzten Großrathswahlen stattgehabten Agitation in gewissem Zusamnien- hange stehen. '-Wien, 6. Januar. Mehrere Blätter melden übereinstimmend die bevorstehende Entsendung mäßiger Truppenverstärkungen in ungefährer Gesammt- zahl von 7000 Mann nach Süd-Dalmatien behufs der einzuleitenden Pacificirung des Cvivasrie-Districtes. Paris, 6. Januar. Das „Journal officiel" veröffentlicht die Ernennung Floques zum Seine-Präfekten. — Die „France" bringt die Mittheilung, General Saussier habe dem Kriegsminister Carnpenon ein Project behufs Reorganisation des Expeditions- Corps in Tunis vorgelegt, welches eine namhafte Reduction desselben zulassen würde. S m i f i® t t Kassel, 4. Januar. Aus der Strecke der Main-Weser-Bahn hat sich bei Merxhausen ein Unfall zugetragen, welcher durch Fahrläfsigkeit verschuldet wurde und dem Betreffenden einen empfindlichen Schaden zugefügt hat. Auf einer dicht an der Bahn gelegenen Oekonomie war das Thor der Fohlenwiese offen gelassen worden und sechs Fohlen, welche auf der Weide waren, liefen durch dasselbe auf das Bahngeleise, wo gerade ein von Frankfurt kommender Zug vorbeifuhr. Die Fohlen sprangen hinter dem Zuge her, geriethen aber auch auf das andere Geleise, auf welchem em Kurier- zug von Kassel heiangebraust kam. Unkundig der Gefahr, welche ihnen drohte, drängten sich die Thiere zusammen und waren im nächsten Augenblick fast sämmtlich von den Rädern des über sie hinweggehenden Zuges zermalmt. Kassel, 2. Januar. In unserer Stadt wird augenblicklich folgender Vorfall viel besprochen. Vorgestern fand etn Regierungssupernumerar in der Bahnhofstraße ein Werthpacket, in welchem sich Koupons und Kassenscheine im Betrage von 4000 JL befanden. Der „ehrliche Finder" lieferte es selbstverständlich am andern Morgen auf t>er hiesigen Polizei ab, bet welcher der Verlust denn auch bereits angemeldet worden war. Das Geld wurde dem rechtsmäßigen Besitzer, einem höheren Beamten und einem der angesehensten und reichsten der hessischen Adelsherrn, wieder vollzählig ausgeliefert. Derselbe fanbte nach richtigem Erhalt dem Finder seine Visitenkarte und dankte ihm in verbindlichsten Worten. Dieser jedoch, wenig befriedigt von der leeren Danksagung, Uetz auf der Polizei anfragen, ob beim der hohe Herr feine Dankbarkeit und Freude über den ungeschmälerten Zurückempfang der ziemlich erheblichen Summe nicht etwa eine Spende in greifbarer Gestalt zum Besten der Armen oder eines wohlthätigen Zweckes zum äußeren Ausdruck gebracht habe. Hierauf soll eine genügende Antwort Regierungssupernumerar auf Auszahlung des gesetz- ^int,erIoI?n§ Don 10 pCt. — hier also 400 — bestehen w ll. Man darf auf den Ausgang der Sache gespannt sein. '^raunfels, 5. Januar. Der 16jährige Scribent Alfred Salomon hier wurde ^t?n?FnmroerCn ^bstahls, begangen auf dem fürstlichen Rentarnte, von der Königl. Septewber o. I. zu 1 Jahr u d 3 Monaten (Se- b^nfelbenhnrrtStrafe in Cöln In der Sylvesternacht wurde £ druck) den GffangnißrJnspector hie freudige Msttbellung gemacht, daß er ihn berMbe r*be’ ®r Monate gesesien, erwiesen. Wifdien ?roet§ ■6er ?”.rfc fam e§ Sutern, wie her „Voltaire" erzählt, seiaen von Seit^n^^a Fmanzleiiten zu ha,len Worten, denen ein paar Ohr- dak er einem ’et™-V T” s°!^n. Der Gcohrseigte nahm aber die Sache so leicht, Schuld bat "nhoorkk 51" Zeigen, der um di- Zahlung der monatlichen nehme ein !" f "Äommen ®te 3u anderer Zeit, beut- zahle ich nicht aus, ich in Bück^bma wobn?nd!-n°Mrn^" (unges sehr hübsches Mädchen, welches sich bei ihrer einen^^unwÄrttebUch-n^ batte, trotzdem sie erst 15 Jahr- alt ist, großmütterlichen >lnckt und nach Befreiung von den Fesseln der muto ib SaSrfAafr nahm aus dem Schrank, in welchem di- Groß- und in W rtbpSren uni>®cnWnkP °/"°°brte, nahe an 5000 X in baarem (Selbe »e?«nntf4«ft SOffice.« baT ’uAa-cl”t "ach Hannover, mofelbft fte bie fo tsetz^ H er mi-th-t üch Ä ”C fen B-g'-itung bie Steife nach Berlin »ertSwUeS Bor“«" anfertla-n c,"em ®otel tin- li£6 «°n sich ein mehrerer seidener Kleider «L ' ^bre Garderobe durch den Ankauf h,er aus^ S fit amSnSja^ e™7t^)^e'k®eibenf,)'6 te«te sich zu. Von zurück. Als sie vor ibren? Abstecher nach Stettin und kam gestern b-amt-n ch Empfang unb ,uÄ nT Ä fie T met>re”n W" ber (Srofimutter ber SmÄHaen w d“ ? Fracht. Inzwischen war nämlich von Vorfalles und der AMrag au^^ strafrechtlich-'d'- Anzeige des eingegangen, welche bie Nerbastiin^i hZ-fJih rfolgung ber jugenbltcben Defraubantin be§ ^entm nbeten bea $ol6e hatte. Der bet Weitem größte gesunden wörden Die Vrftet7.s für Äf' 'ft B-sitzdes Mädchens - Mr ihr Alter ungewöhnlich entwickelt , c, Handel und Verkehr. M. 0.90-1*05, 'Hühnereier l^Stück 7-2^77^^ kostete: Butter per Pfd. 0 Ganseeier v St no nn i ö * Stück 00—00 H, Enteneier per Stück Erbs-N 1 Lit r 22 V Ä;1 & Käse per Stück 4-9 X Käsematt- per Stück 3 L 4 ^ben9Mat 70Hübn-r p7r' Gänse per Pfund 56-66 2.00, Enten per Stück 140-2.00, 60-62 \ Kuh- und Rmd^s^o-so"^ ®eafbMA 7? peJ bis 64 Hammelfleisch 50—60 1 i®d)roclnefleif(6 60 per Centner M. 6-7, Milch per gÄr ^0 Kilo .^ 3 00-4.00, Zwiebeln ' w t,ter 16—18 Weißkraut das Hundert JC 7.50-9. Mitgethe^^urch^das^Bankg^chzst^zmb'er?^^^ Ulr — OTfn; ($ele9r- Coursberiwt actien 305-/« Staatsb.-Actim 281° .Ka.i.iel Baumann tn Gießen-, Credit. Goldrent« 77, 4°/° 1880er Russen y26^4/ ?» t ,Stlberrente 67'/„, 4«/0 Ungar- Rente 88«/16, Lombarden Tenden/ftssi st?ll 593/'=- 5°/° Rumänisch. Rußland. — Der „Neuen Freien Presse» wird aus Warschau geschrieben: Sechs- tausend Familien sind durch bie Plünberungen unb Verwüstungen um ihr Hab und Gut gekommen, unb zwar zumeist arme Leute, bie sich mit Mühe ernährten. Es würbe tn optima forma geplünbert unb geraubt unb selbst bei Leuten, bie bisher als anstänbig unb ehrlich galten, würben geraubte Sachen vorgefunden. Eine burch zahlreiche Beweise erhärtete Thatsache ist es ferner, baß bie Sicherheitsorgane nicht blos bie Excebenten lange Zeit gewähren ließen, fonbern einzelne sich birect an den Excessen bctS.e,,.fl,t,en- ®,n Z'mmermeister hat mehrere bei ihm geraubte Werthgegenftänbe so 5- B. silberne Kaffeelöffel, im Besitze bes Polizisten seines Reviers gesehen unb ein angesehener Warschauer Fabrikant war Augenzeuge, wie ein Polizist mit bem Korbe fernes Sabels die Spiegelscheibe einer Waarenauslage burchschlug, um ben Plünberern den Zugang zu erleichtern. Die Situation am 3O.December wird wie folgt geschilbert- In ber Stabt herrscht nun wenigstens äußerlich Ruhe, bcch sind bie Befürchtungen vor einer Wieberholung ber tumultuarischen Vorgänge noch nicht geschwunben- Aus diesem Grunde werden auch noch heute alle öffentlichen Gebäude und Banken von Militarposten bewacht und nach wie vor ziehen starke Militärabtheilungen patrouillirend durch die Stadt. Die Zahl der in den ersten drei Tagen der Wocke Verhafteten betragt mehr als 2000; die meisten derselben sind halb erwachsene Burschen, welche offenbar weniger auf eigenen Antrieb als auf Commando excedirten. Ein Drittel der Ver- hafteten besteht aus notorischen Spitzbuben, deren es m Warschau sehr viele gibt, und der Re,t find Handwerksgesellen, Arbeiter und auch einige Meister. Auf Befehl des Ministers wurden die Burschen nach Ertheilung von 50 Ruthenhieben unb einer energischen ©trafprebigt wieder in Freiheit gesetzt, wahrend den übrigen Verhafteten ber ^0^6 megen Aufruhrs gemacht wird. Es muß anerkannt werden, baß sich ber gebilbete Theil ber polnischen Bevölkerung gegen jede Solidarität mit den Excedenten offen und nachdrücklichst verwahrt und an ben Sammlungen für bie geplünberten Juden mit theilweise bedeutenden Summen betheiligt. Türkei. Konstantinopel, 5. Januar. Der Sultan hatte gestern als Erwiderung des herzlichen Empfanges, welcher dem Rrufchir Ali Nizami Pascha in Wien bereitet worden, den österreichischen Botschafter v. Calice und das Personal der österreichischen Botschaft zum Diner eingeladen, an welcheni die Minister und andere hohe Würdenträger, darunter Achmed Vefik Pascha, theilnabmen Der Sultan verlieh dem österreichischen Botschafter den Großkordon des Osmanie- Ordens und den Mitgliedern der Botschaft verschiedene andere Decorationen. Nach dem Diner hatte der Botschafter eine Privataudienz bei dem Sultan. — In Medina und Djeddah ist die Cholera erloschen, in Elwedi und Mekka hat sie bedeutend abgenommen. Amerika. Washinaton, 5. Januar. Die Zeitungen veröffentlichen den Tert einer Circularnote Blaine's aus der Mitte des November v. Js., durch ivelche Mexiko, sowie die Republiken Mittel- und Süd-Amerikas aufgefordert werden, je 2 Delegirte zu einer am 30. November d. Js. in Washington abzuhaltenden I W. Uur 59.61.62 305. 306. 286a. 291 31. 44. 5; 109. 110, 217. 269. 430.437.. 500. 514.; o69. 570.' 23.31.33. 4.76. 83 138. 140.' 260.264 ' 335.338.’ t B. Nm ’ 210.255 *) 319.326.-: 417. 418. ■ 22. 30.31 76. 77 ho. 159 202. 203 253. 254. 286. 29,3 349.', 0". 379 ■ 422.4 406. j61 j 5)pr i Men ju >£ Ä onqef, Nt 241 unte^r *»?;* 59. 61. 62. 64a. 65. 103. 116. 129. 275. 284. 294. 295. 296. 301. 304. 228 Großh Direktion. 38. 41. 42. 43. 56. 57. 58. 60. 62. 65. 66. 67. 72. 73. 89. 94. 95. 96. 98. 104. 109. 112. 119. 127. 136. Englisch — Französisch. 235 241 Gießen, den 7. Januar 1882. 252 Italienisch — Spanisch. 212 A. Bramm. 215 210 385. 425. 462. 130. 133. 136. 143. 145. 147. 150. 154. 329a. 335. 345. 378. 383. 414. 422. 426. 455. 466. 468. 473. 476. 478. 482. 486. 523. 524. 525. 529. 534. 538. 548. 552. Der Bürgermeister Seibert. 377. 379. 420. 422. 456. 461. 23. 31. 33. 36. 74. 76. 83. 87. Bekanntmachung. Montag den 9. ds. Mts., 109. 217. 430. 500. 569. 106. 161. 427. 490. 562. 210. 319. 417. 209. 317. 412. 110. 114. 269. 286. 437. 442. 514. 517. 570. 576. Mittwoch den 11, ds. Mts., von Vormittags 9 Uhr an, sollen im alten Rathhaussaale zum Zwecke der laufenden Straßen- unterkaltung für das Etatsjahr 1882/83 versteigert werden: Die Pflasterreparaturen, die Lieferung von Basaltsteinen, das Anfahren und das Kleinschlagen derselben. Gießen, den 6. Januar 1882. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Großherzogliches Amtsgericht Gießen. Langsdorfs. Der König!. Oberförster. Müller. Bühner, Großb. Gerichtsvollzieher. / Technicum Mittweida. ] (Sachsen.) — Höhere Fachschuh , für Maschinen - Ingenieure un B. Mclior, Bahnhofstraße. Thealer in Zietzen (Cafe Leib.) Sonntag den 8. Januar: Dritte Probcvorstellnng. Zum Erstenmale: Herz $ Industrie oder: Eine Poste als Medicin. Komisches Charaktergemälde mit Gesang in 4 Abteilungen von Fr. Kaiser. „ 114,778 jährl. Rente. „ 27,897,660. krii^ervereiii Giessen Montag den 9. Januar 8882, Abends präcis 8 Ubr : Generalversammlung im Vereinslokal Tagesordnung: 1) Rechnungsablage. 2) Berichterstattung des Schriftführers. 3) Vorstandswahl. 4) Statutenänderung. 5) Besprechung über das Stiftungsfest. 1 Mndnnrthschafll. Localverein Gießen Sitzung am Mittwoch den 11. Januar 1882, Nachmittags 5 Uhr, im Cafe Schnell. J 259 Ein Dienstmädchen, welches allen häuslichen Arbeiten vorstehen und auch kochen kann, gegen hohen Lohn per sofort gesucht. Wo? sagt die Exped. d. Bl. 258 Auf Ostern event. auch früher suche ich wegen Heirath des gegenwärtigen ein gut empfohlenes Mädchen für Küche und Hausarbeit. Prof. Fromme, Alicenstr. 1013. 256 Eine Damenhulscder.gefunden. Abzuholen bei Jungblut. Wermietßrmgen. 242 Möblirtes Zimmer zu vermiethen. Marktstraße D. 218, 2. St. 247 Zwei Logis zu vermiethen bei Karl Heil, Schützenstraße. 244 Eine Familienwohnung zu ver- miethen. Reichensand C. 130. 243 In dem Fäuerbach' scheu Hause (früher Volke r'fchen) an der Grünberger- Straße, ist pr. 1. April die erste Etage an_eine ruhige Familie zu vermiethen. 232 Ein kleines Familienlogis zu vermiethen. Hirz,^G'mser, Seltersweg 8. 255 Logis, gleich beziehbar, zu ver- miethen^ Reue-Bäue B.90. 254 Ein Herr kann Kost und Logis erhalten. _________________Wetzsteingasse A. 40. 137 Ein kleines möbl. Zimmer zu ver- miethen. Seltersweg 10. 139 Wegzugshalber der 2. Stock nebst Mansardenzimmern per 1. April zu vermiethen. Ernst Döring, Riegelpfad E. ll3/to. Der zweite Stock meines Hauses ist per 1.'April zu vermiethen event. kann ein Laden hierzu gegeben Berlin, den 27. Dezember 1881. Direktion d r Berlinischen Lcbens-Berfich. Gesellschaft. Weitere Auskunft wird gern ertheilt, auch werden Anträge auf Versiche- "d" Mo»,$l, Verein der deutschen Fortschritts-Partei. Samstag d.7. Januar, Abends 8 Uhr: tjeneniUUerfammümg im £ e i b'scfum Saale» Tagesordnung: 1) Petition, betreffend die allgemeinen directen Wahlen zum Hessischen Landtag. 2) Statutenänderung. 3) Neuwahl des Vorstandes. Wir bitten um recht zahlreiches Erscheinen. 205 Der Vorstand-