Freitag den 7. Juli srr. 155 1882 Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagH. B PreiS vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Vrrrcirir: Schulstraße B. 18. Bekanntmachung. Großherzogliches Ministerium des Innern und der Justiz hat dem Vorstand des Sächsisch-Thüringischen Reiter- und Pferdezucht - Vereins zu Merseburg die Erlaubniß zum Vertrieb der Loose ä 3 Jl. für die am 30. November d. I. projectirte, von der Königlich Preußischen Regierung genehmigte Verloosung von Equipagen, Reit- und Wagenpferden re. für den Bereich des Großherzogthums erthellt. Gießen, am 4. Juli 1882. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Boekmann. Politische Uebersicht. Gießen, 6. Juli. Die innigen Beziehungen, welche zwischen Deutschland und Oesterreich-Ungarn und deren Kaiserhäuser obwalten, werden durch die in Aussicht stehende Begegnung unsers greisen Kaisers mit dem österreichischen Herrscher eine abermalige Verstärkung erfahren. Wie verlautet, würde diese Begegnung im nächsten Monat, gelegentlich des Aufenthaltes Kaiser Wilhelms in Gastein, erfolgen, doch ist noch keine Entscheidung darüber getroffen, ob die Begrüßung in Gastein selbst, oder vielleicht in Ischl stattfinden wird. Es wird versichert^ daß keiner der beiden Souveräne von einem Minister begleitet sein werde, so daß die in Aussicht stehende Kaiserbegegnung allerdings weniger einen politischen, als vielmehr einen persönlichen Charakter tragen würde. Mit der im „Reichs-Anzeiger" veröffentlichten amtlichen Mittheilung von der Entlassung Bitter's — unter Beibehaltung des Titels und Ranges eines Staatsministers .— und der Ernennung des Staatssecretärs im Reichsschatzamte, Scholz, zum Finanzminister hat die Krisis im preußischen Finanzministerium factisch ihr Ende erreicht. Herr Bitter verabschiedete sich am Montag von den Rathen feines Ressorts; als letzten Amtsact hat er in vergangener Woche ein Rescnpt an die Regierungs-Behörden gerichtet, worin zu äußerster Sparsamkeit wegen der finanziell bedrängten Lage aufgefordert wird. Die „Rordd. Allg. Ztg. hat bereits das Programm des neuen Finanzministers verkündet. Ergeben, sagt das officiöse Blatt, die nächsten Wahlen einen Landtag, der gegen die Steuer-Reform ist, so wird damit der Regierung jede Operations- Basis entzogen und es müssen die bisherigen Steuer-Erlässe fortfallen, da auf die Dauer der Staat bie Ausfälle, welche in Folge der Erlässe entstehen, durch Anleihen nicht decken könne. Mit diesen Worten wird demnach der Steuer-Erlaß schlechthin zur Wahlparole gemacht. Am Sonntag hat in Köln der Parteitag der Nationalliberalen ver Rheinprovinz Westfalem und Hessen-Nassaus stattgefunden. Den Glanz- punkt desselben bildete die Rede Bennigsen's, in welcher der nationalliberale Führer sich zunächst über die Steuer-Reform-Frage äußerte und die Reform- bedürftigkeit der directen Steuern anerkannte, wobei er sein bekanntes Steuer- Reform-Programm, wie er es in seiner Rede vom 15. Juni niedergelegt hatte, entwickelte. Hierauf kam Herr v. Bennigsen auf die Kirchengesetzgebung zu sprechen und gab dre Bereitwilligkeit der Nationalliberalen, für die Wiederkehr des kirchenpolitischen Friedens m Preußen mitzuwirken, zu erkennen, nur müßten hierbei die Rechte des Staates jedenfalls gewahrt bleiben. Schließlich berührte der Redner noch die bevorstehenden Landtagswahlen und knüpfte hieran eine Uebersicht über die nationale Bewegung in Deutschland seit dem Jahre 1848, worauf Bennigsen mit einer Mahnung zu reger Wahlagitation feine mit vielem Beifall aufgenommene Rede schloß. Die Versammlung wurde vom Vorsitzenden v. Schulte-Bonn mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf den Kaiser geschlossen. Auch Frankreich ist von dem kriegerischen Eifer Englands angesteckt worden. Das aus 6 Panzerschiffen, einem Kreuzer und einem Aviso-Dampfer bestehende französische Evolutions-Geschwader ist am Montag von Marseille in See gegangen, um auf indirectem Wege längs der tunesischen und tripolitani- schen Küste nach Egypten zu gehen. Von Bona (Algier) aus werden dem Geschwader die letzten Befehle zugehen. In Toulon werden Transportschiffe zur sofortigen Beförderung von 15- bis 20,000 Mann bereit gehalten. Zwei weitere Panzerschiffe werden ausgerüstet, um binnen Kurzem dem Geschwader nach- solgen zu können und außerdem wird eine Reserve-Abtheilung gebildet werden. Diese Vorbereitungen scheinen fast darauf hinzudeuten, daß Frankreich dem ihm von England angeblich gemachten Vorschlag eines gemeinschaftlich bewaffneten Vorgehens in Egypten doch nicht so ganz abgeneigt ist. Das englische Unterhaus hat endlich eine Gewaltanstrengung gemacht, um die Verhandlungen über die irische Zwangsbill zu Ende zu führen. Volle 32 Stunden währte der heiße Redekampf, vom Freitag Mittag bis Sonnabend Abend 8 Uhr, während dessen die Abgeordneten sich alle 8 Stunden ablösten und Dank dem energischen Vorgehen ist es gelungen, die erwähnte Bill der Hauptsache nach unter Dach und Fach zu bringen. Die irischen Abgeordneten versuchten zwar wieder in gewohnter Weise, die Debatten zu verschleppen, aber auf den Antrag Gladstone's wurde mit ihnen kurzer Proceß gemacht, indem man Parnell und seine Freunde, mit Ausnahme von sechs, einfach aus dem Sitzungssaale entfernte. Es war in der That hohe Zeit, daß die Zwangsbill Gesetzeskraft erlangte, denn es vergeht kaum ein Tag, welcher nicht Kunde von einem neuen agrarischen Verbrechen aus Irland bringt. — In dem Bureaux des Kriegsministeriums fand am Montag unter dem Vorsitze des Generals Wolseley eine Sitzung statt, um für den Fall, daß die Einberufung der Reserven nöthig werden sollte, die erforderlichen Vorkehrungen zu treffen. Wie verlautet, soll die Einberufung der Reserven unverzüglich vor sich gehen und sei Ordre nach Chatham ergangen, die Panzerschiffe „Agamemnon" und „Ajax" zum sofortigen Auslaufen bereit zu machen. In Ostrumelien gährt es wieder einmal in bedenklicher Weise und die Anzeichen einer Agitation, die danach strebt, diese Provinz von der Türkei gänzlich loszutrennen, treten immer deutlicher zu Tage. Die Pforte hat deshalb an Aleko Pascha, den Gouverneur Ostrumeliens, energische Weisungen ergehen lassen, Die bett. Agitation zu bekämpfen. Vielleicht ist es kein Zufall, daß solche Anzeichen gerade zu einer Zeit austauchen, wo ein Herr v. Nelidow, der Mitarbeiter am Vertrage von San Stefano, zum Vertreter Rußlands bei der Pforte ernannt worden ist. In der egyptischen Krisis sind in der letzten Zeit neue Momente nicht aufgetaucht. Indessen hat die Lage am Nil noch nichts von ihrem gefährlichen Charakter verloren, auch in der feindseligen Stimmung der eingeborenen Bevölkerung Egyptens gegen die Europäer scheint sich noch kein Umschwung vollzogen zu haben, wenigstens spricht hierfür der Umstand, daß die Flucht der Europäer aus Egypten fortdauert. Arabi Pascha ist nach wie vor entschlossen, das Land gegen jeden Landungsversuch zu vertheidigen und haben deshalb die Werke von Alexandrien eine Verstärkung erhalten. Arabi wollte sogar ein Massenaufgebot ergehen lassen, doch gingen seine Minister-Collegen auf diesen Plan nicht ein, da er ihnen denn doch zu gefährlich erschien. Mittlerweile tagt die Conferenz zu Konstantinopel weiter, ohne daß man etwas von den 2Rrhand- lungen oder wichtigen Beschlüssen hört. Gerüchtweise verlautet, daß sich die Conferenz in diesen Tagen mit der Frage der bewaffneten Intervention in Egypten beschäftigen werde und daß, falls das Princip der letzteren anerkannt werde, es sich nur noch darum handeln würde, welcher Macht die Befugnitz, als Mandatar Europas in Egypten aufzutreten, ertheilt werden soll. Man schließt aus den Rüstungen Frankreichs, daß gegebenen Falls diese Macht mit der bewaffneten Intervention in Egypten beauftragt werden wurde. Gießen, am 4. Juli 1882. Betreffend: Statistische Ermittelung der landwirthschastlichen Bodenbenutzung und des Ernteertrags im Jahr 1882. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Grotzherzoglicherr Bürgermeistereien des Kreises. Sie erhalten mit näckster Post die erforderlichen Formularien, um mit Ermittlung der landwirthschastlichen Bodenbenutzung und des Ernteertrags in 1882 sofort zu beginnen, nachdem Sie vorher die Commissionen haben wählen lassen. Wie wir früher wiederholt bemerkt, empfiehlt es sich, dieselben Personen wieder in die Commissionen zu wählen, welche bereits bei den fraglichen Ermittlungen in vorderen Jahren thätig waren. Indem wir Sie auf unsere Verfügungen vom 18. Mai 1878 — Anzeiger Nr. 118, —, vom 12. Juli 1879 — Anzeiger Nr. 162 — und vom 14. October 1879 — Anzeiger Nr. 242 — verweisen, bemerken wir, daß uns die Reinschriften der Uebersichten längstens bis zum 1. ^November d. I. vorzulegen sind. Dieser Termin muß strenge eingehalten werden. Am 30. August d. I. wollen Sie Anzeige erstatten, wie weit Sie mit den Aufnahmen gekommen sind. Or. Boekmann. Deutschland. Berlin, 5. Juli. Nach einer Meldung der ,,Nat -Ztg." hätten der eng- lische und französische Admiral ihren Regierungen dringliche Erachten zugehen lassen, ein Ultimatum an die egyptijche Regierung zu richten, wann die unverzügliche Einstellung der Vertheidigungs-Arbetten verlangt werde unter Androhung des Bombardements für den Fall der Fortsetzung dieser Arbeiten. R-riin -> füll Die „Tribüne" enthält von der Direciion der kais-rltcheu Tabaknmnuiadlur in Straßburg unter Berufung aus das Preßgesetz solgende Zuschrift: ^Die kaiserliche^ Tadakmanusaklur hat aus technischen Gründen das Neusoriuen einer Cigarrensorte unter 48 Sorten in Angriff nehmen lassen. Die auserlesenen Cigarren "sturen, *6 biNton «enkom Re 19. ' ' m in? 9en- *«1 ch fiir Gießener Anzeiger Amts- und Anzcigeblatt für den Kreis Gießen. Selbst j ;t A- Roseiüh^ ' 5*55 JJes Deibel. !n Kanarienvogel Qiiimtreti'be (Sioen- mir in Einpfana. Dr Levi, Stohr, V, lgen truction. I meiner ausgesührteir ■ Herren Dr. Anchner \ wird die Leistungs- ität derselben nach- _____________3738 die ergebene Anzeige, i in dem Wode'schm lM B. 85, *- rg Stadler, zellanofenseßer.__ achtes Mädchen in .halt für Me und f w Frankfurt'^ : sehr gute Zeugnisse ii besitzen, wollen sch rifilich melden. . Mädchen welches mit nmUAWWt unter Z. 580 an bic .en,'welches Urä»; eit arun« versteht, i gejucht von Fran Julist-MdmdM lle l rüdsr Eich, 'nrhauspächt^—- 7w3S: Kped^K— __ £$*** ßeiP^^/ d) - iRR werden in etiqn-tirte Kisten verpackst wahrend d,e sich daber ergebenden Ausschuß- Ciaarren bis jetzt überhaupt noch nicht verpackt worden fmb. Von dem Abgang- t|t n ein einziges Stück auf den Mist geworfen worden. Ebensowenig ist auch nur ein einziges Kistchen dieser Cigarren bis jetzt anonym oder unter dem gewöhnlichen Pre s auf den Markt gebracht, bezw. angeboten oder verkauft word-n. Die Behauptung daß die neusortirten Cigarren in anonymer Verpackung dreihundert rc Pro- fpnt unter dem Verkaufspreis der Verschleißer von der kaiierllchen Tabakmanufaktur auf den Markt gebracht worden, ist eine unwahre Erfindung. Straßburg, 2. Juli 1832. Dtrection der kaiserlichen Tabakmanufactur zu Straßburg. C. Leser. Dr. Hug- tuptfr ** Stuttgart, 5. Juli. Gestern Abend 11 Uhr stieß bei Eßlingen der Stuttgarter Personenzug mit einem Güterzug zusammen. Drei Güterwagen sind zertrümmert. Der Wagenwärter Wenger wurde schwer verletzt und ist in« zwischen gestorben. Die Passagiere sind unversehrt. Der Schuldige, Weichenwärter Forstner, ist verhaftet. AranLreich. Paris, 4. Juli. Die „France" zieht jetzt zwischen den Kanonen der deutschen Armee und denen der französischen einen Vergleich und findet selbstverständlich nicht nur daß die französischen viel besser als die deutschen, sondern allen Kanonen der Welt überlegen seien- Dabei macht sie folgende, einrs Amerikaners würdige Reclame: ,Die französische Artillerie wird mit Ehre den Namen ihres Erfinders im Gedächtnisse bewahren, des Oberst de Bange, den das Haus Cail u- Co. soeben der Armee entrissen hat, um ihm die Leitung seiner unermeßlichen Werkstätten anzuvertrauen." Die France" treibt auch wieder Spionenhatz. Sie theilt mit, was em Bewohner von Mouscron dem „Journal de Roubaix" meldet: In Mouscron ist in einigen Speditionshäusern ein Dutzend Deutscher angestellt, welche täglich Ausflüge nach der Grenze machen, von Zeit zu Zeit Schreibhefte aus der Tafche ziehen und etwas hineinschreiben. Diese achtbaren Individuen werden kaum von den Personen besoldet, bei denen sie angestellt sind, einige beziehen gar nichts, aber dennoch führen sie ein lustiges Leben und machen bei jeder Gelegenheit Ausgaben." Die „France" theilt dies in Initialen unter der Ueberschrift mit: „Die deutsche Spionenwirthschaft." England. London, 5. Juli. Admiral Seymour richtete gestern an den Gouverneur von Alexandrien die Aufforderung, mit der Placirung der Geschütze auf den Forts auf; zuhören sowie gewisse wegen Vorbereitungen zur Sperrung der Hafeneinfahrt verdächtige Boote zu entfernen. Die betreffende Ableugnung des Gouverneurs wurde als unbefriedigend erachtet. Seymour wiederholt heute eventuell die Aufforderung und ergreift wenn sie unbeachtet bleibt, energische Maßregeln. Ein Conflict zwischen Arabi und Derwisch ist bevorstehend, weil ersterer verlangt, der Khedive solle auch mit Derwisch nur durch das Ministerium verkehren. — Eine Batterie Festungs-Artillerie ist nach Malta beordert. Das Truppen- 'schiff „Euphrat" ist zum activen DiSnst vorbereitet. Starke Detachements Matrosen gehen täglich zur mittelländischen Flotte ab. Die französischen Flottenrüstungen erregen Aufsehen Mannschaften von Fischerbooten in Dünkirchen und Havre wurden gewaltsam eingezogen. , — Aus Alexandria wird berichtet: Das Ministeriuyr ist von Kairo zurückgekehrt. Arabi glaubt zuversichtlich, er werde der Türkei, England und selbst ganz Europa widerstehen. Er sandte 1400 Mann nach Abukir und erklärte, er werde nicht nach Konstantinopel gehen. Admiral Seymour remonstrirte beim Gouverneur gegen die Fortsetzung der Schanzenarbeiten. Zwei große KanonenpoNtionen sind verdächtig, die Operationen am Hafen auffallend. Es geht das Gerücht über einen offenen Zwist »wischen Derwisch und Arabi. , _ , — Aus Konstantinopel verlautet, daß die Großmächte heute durch separate Noten eine erste officielle Aufforderung an die Pforte bezüglich energischer Maßregeln zur Ordnung in Egypten richten mürben.(Fr- Z ) Telegraphische Depeschen. Wolffs telegr. Correspondenz-Bureau. Berlin, 5. Juli. Die „Prov.-Corresp." widmet bem Finanzminister Bitter einen warmen anerkennenden Nachruf und hebt aus der dreijährigen Wirksamkeit des Ministers hervor die durch ihn bewirkte Beseitigung des Defizits, seinen Antheil an dem Zollanschluß von Hamburg, an dem Beamten-Pensions- gesetz und dem Gesetz, betr. die Fürsorge für die Wittwen und Waisen der Staatsbeamten. An die Aufgabe der Finanzreform, dem Reiche und Staate neue Mittel zuzuführen, habe der Minister seine ganze Kraft und reiche Erfahrung emgesetzt. Aber es sei ihm nicht gelungen, für seine Vorschläge das Entgegenkommen der parlamentarischen Körper zu finden weder im Reichstag noch im Landtag. Der König habe das unermüdliche Streben des scheidenden Ministers mittelst einer Cabinetsordre geehrt, welche den Dank des Königs in Ausdrücken hoher Anerkennung bekundet. — Die „Rordd. Allg. Ztg." sagt in einem gegen die „Germania" gerichteten Artikel, die Gewinnung des Friedens durch ein einseitiges Nachgeben sei für die preußische Regierung eine Unmöglichkeit. Am Schluffe heißt es: Die Staatsregierung würde es gewiß bedauern, wenn die weitere friedliche Gestaltung davon abhängig gemacht würde, wer am längsten zu warten vermag, Preußen oder Rom. Wir glauben nicht, daß die Kurie geneigt ist, diese Probe anzustellen. Wir sind überzeugt, es waltet bei ihr kein Zweifel darüber ob, daß es für die preußische Negierung ebenso unmöglich ist, dem Könige die Begnadigung Melcher's wie diejenige Ledochowski's anzurathen. Gerade die Herstellung der diplomatischen Beziehungen mit dem päpstlichen Stuhle habe das Mittel geboten, über solche Fragen jedes Mißverständniß auszuschließen. München, 5. Juli. Der Senat der hiesigen Universität hat wegen der ohne vorherige Verständigung mit dem Senate erfolgten Versetzung des Professors Friedrich aus der theologischen Fakultät in die philosophische eine Vorstellung an das CultusMinisterium zu richten beschlossen. London, 5. Juni. Das Oberhaus hat mit 138 gegen 62 Stimmen beit von bem Lorb Agryll eingebrachten Gesetzentwurf, betr. ben Parlamentseib, wonach es ben Pairs, wie ben Abgeorbneten freistehen sollte, anstatt ber Eibes- leistuna eine Erklärung an Eibesstatt abzugeben, abgelehnt. Petersburg, 5. Juli. Die Feuersbrunst, burch welche bas Arkabia- Theater eingeäschert würbe, entstanb bei Gelegenheit einer Probe; Menschenleben fmb babei nicht verloren gegangen . . — Der Gouverneur von Pobolten, Mtlorabowttsch, ist aus sein Ansuchen seines Postens enthoben worben. Vermischtes. Gelnhausen, 30- Juni. Gestern Morgen 9 Uhr machte ber Pfarrer unb Oberschulinspector a. D WorlShoffer bahier, ber, schon ein Greis, dis vor Kurzem fein Amt v.rsahO Selbstmcnboersuch. Worishoffer hat sich schon einige Zeit mit dem Gedanken, sich selbst zu tobten, getragen und scheint Verfolgungswabnsmn bte Ursache davon gewesen zu fein. Gestern Morgen nahm er wie man ber »Käst. Ztg. berichtet - stilli'chweigend ein altes Rasirmesser, dessen Spitze runb ist, ließ sich n einen Sessel nieder und schnitt sich nun, ohne einen Laut von sich zu geben, ben Hals durch Seine Tochter, die in demselben Zimmer anwesend war, merkte erst dann etwas von der gräßlichen That, als sie ben mit Blut überströmten Sessel gewahrte. „(Sofort wurbt ärztliche Hilfe in Anspruch genommen, boch ist bem Leben bes Lebensmüden ein Ziel gesetzt, seine längste Lebensfrist ist acht Tage. Seit gestern Nachmittag ist ber Aermste jedoch wieder bei Bewußtsein und ist gegenwärtig damit beschäftigt, das „Unglück seines Lebens" nieberzuschreiben, denn die Sprache hat er verloren; Zunge und Sprechmuskeln, überhaupt sämmtliche Sprachorgane sind durchschnitten. Er lebte in Zurückgezogenheit und geht aus Allem hervor, daß er von seiner Jugend an ein verfehltes Leben hinter sich hat. Er war nur Geistlicher auf ber Kanzel, sonst ein Mann bes Volkes, ber Freiheit. Als Mann in ben besten Jahren bewahrte er einen freien politischen Sinn; er machte die Sturmjahre 1848 unb 1849 unter ben Freischaaren mit — (Zwei entbedte Stabte.] Dr. Schliemann hat, wie ber „Stambul" berichtet, mit Hilfe zweier deutscher Architecten neue Nachgrabungen bet Hiffarlik in Kleinasien begonnen. 150 Arbeiter sind dabei beschäftigt. Es wurden in dem verbrannten Stratum zwei vollkommen deutlich von einander unterschiedene Städte entdeckt, wodurch nunmehr festgestellt erscheint, daß Hiffarlik die Akropolis ber zweiten verbrannten Stadt war. Die Nachforschungen werden bis August fortgesetzt — Was Berliner Häuser in sich bergen: In einem einzigen Hause der Elisabeth- gemeinbe wohnen 1258 Personen- Es ist das Haus Ackerstraße 132/133, ein großes Vorberhaus mit Hinterhäusern 1073 bieser Personen sinb, der „Kr. Ztg." zufolge, evangelisch, 132 katholisch, 26 jüdisch, 27 andere sind entweder dissidentisch oder gehören ber sogenannten apostolischen Gemeinde (ben Jcvingianern) an Alleinftehenbe evangelische Frauen in diesem Hause wurden 59 gezählt, darunter 8 eheoerlassene, alleinstehende katholische Frauen 7. Evangelische Ehepaare giebt es dort 171, katholische 13, jüdische 3. Von 33 gemischten sind 18, wo ber Mann eoangflisch, bte Frau katholisch ist; 11 wo ber Mann katholisch, die Frau evangelisch ist; 2 wo der Mann evangelisch, die Frau Jüdin ist; 1 wo der Mann jüdisch, die Frau evangelisch ist; 1 wo der Mann Dissident, die Frau jüdisch ist. — Vor einigen Tagen erhielt die Newyorker Einwanderungs-Commission Nachricht, daß im Hause einer Familie Steinfels ein frisch eingewandertes deutsches Mädchen seit mehr als 6 Monaten tu förmlicher Sklaverei gehalten werde. Ein Polizist wurde hingeschickt unb drang trotz des wüthenden Proteftirens zweier Weiber bis zu bem Mädchen, das ihn nach Castle Garden begleitete. Dort gab das Mädchen folgendes zu Protokoll: „Mein Name ist Charlotte Koch; ich bin aus Gießen in Hessen. Ein gewisser Steinfels, der jetzt in 322 Ost 52 Straße wohnt, war zur Zeit mit feiner Familie in Hessen unb machte mir den Vorschlag, daß er mich nach Amerika mitnehmen werde. Ich ging darauf ein unb verpflichtete mich, 6 Monate umsonst zu dienen, wenn ich freie Ueberfahrt erhalte. Frau Steinfels mit ihren 6 Kindern fuhren in ber Kabine, währenb ich im Zwischendeck fahren mußte. Ich blieb laut Contract 6 Monate unb 6 weitere Wochen noch für einen Mantel, welcher für mich aus Lumpen angefertigt wurde, ben mir bie Frau Steinfels gab. Vor einer Woche waren die 6 Monate um unb ba sagte man mir, daß ich noch weitere brei Monate dienen müsse, weil ein K>nd von zwölf Jahren in meiner Gegenwart in ber Küche hinfiel und sich verletzt hatte und ich bie Doctorsrechnung ausgleichen müsse. Sie wollten mich nicht aus dem Hause lassen unb nahmen mir schließlich den Mantel wieder weg " Auf Befragen über den Unfall, welchen das Kind des Steinfels erlitt und wofür das Mädchen die Doctorrechnung bezahlen sollte, erzählte es, daß die Kinder der Steinfels sehr ungezogen seien und ihr viele Unannehmlichkeiten verursacht hättem Am bewußten Tage war sie mit den Kindern allein zu Hause und ba sie schon öfter dafür ausgezankt wurde, daß bte Kinder in der Küche naschten, so weigerte sie sich, dem in Frage stehmben Mäbchen den Schlüssel zum Speiseschrank auszuhändigen. Bei bem Versuch, ben Schlüssel aus der Hand des Mädchens zu reißen, fiel das Kind auf ben Boben unb verfiel barauf in Krämpfe Von ber Bezahlung ber Doctor- rechnung habe sie übrigens erst erfahren, als sie das Haus verlassen wollte. Während der ganzen Zeit, bie sie im Hause verbrachte, hatte sie keinen freien Tag unb wenn sie ausging, mußte sie jebesmal 3 ober 4 Kälber mit sich schleppen- Auf der Herreise von Europa mutzte sie im Zwischendeck fahren, während bte Steinfels in der Cajüte reisten, was aber nicht hinderte, daß sie schon auf dem Schiff für die Familie arbeiten mußte. Der Stetnfels ist übrigens ein Lumpenhändler uni ber Mantel bes Mädchens, für den es 6 Wochen bienen sollte, war aus zusammengelesenen Lumpen zusammengesetzt- (Aus ber Reformirten Kirchenzeitung von Cleveland, Ohio vom 7. Juni 1882.) — (Ein neuer Diebsknisf ] Eine unangenehme Ueberraschung hatte neulich ber Mayor Harrison, unser Mitbürger, schreibt ein Blatt in Ch cago. Als er mit einer Summe von 1300 Doll, in der Tasche die Citty Hall betrat, fühlte er, wie sich Jemand dicht an ihn herandrängte. Er packte den Arm des Fremden und schaute ihm ins Gesicht, um zu entdecken, daß es ein Pockenkranker war, der ihm sein Geld gestohlen. Trotzdem ließ er jenen festnehmen und schließlich stellte sich heraus, daß das Pockengesicht künstlich hergestellt war. — sElephanten-Rache ] Im Londoner Alexandra-Palast wurde dieser Tage ein Mann, Namens Charles Hodges, von einem Elcphanten getödtet. Der Circus von Myers, welcher dort jetzt Schaustellungen gibt, hat unter einer Anzahl von Elephanten ein altes Weibchen, welches vollständig blind ist. „Blind Bill" war stets wegen ihres fünften Charaeters gerühmt, es ist daher schwer zu erklären, was sie dazu veranlaßte, Hodges anzugreifen. Dies geschah, als bie Elephanten nach der Probe in ben Stall zurückkehrten. Hodges gab „Blind Bill" einen leichten Schlag, um sie anzutreiben. Darauf kehrte der Elephant um und drückte dabei ben Mann gegen bie Wanb. Als er tobt zu ihren Füßen niederfiel, gab ihm „Blind Bill" mit dem linken Zahn noch einen Stoß ins Herz. Die Wärter glauben, daß das Thier aus Futterneid Hobges angegriffen habe, w-il es annahm, daß dieser es daran hindern werde, zuerst zu der Raufe zu kommen. — (Der Siebenschläfertag.] Am 27. Juni, am Siebenschläfertage, hat es geregnet und nun w rd es sieben Wochen hindurch jeden Tag regnen Das tft allgemein bekannt, und wer irgend auf Wetterkunde sich versteht, wird nicht daran zweifeln. Man weiß wenigstens, woran inan ist und daß man bis Maria Himmelfahrt, den 15. August, nicht ohne Regenschirm auszugehen wagen darf. Woher ber für die Witterung des Sommers so bedeutungsvolle 27. Juni seinen Namen hat, scheint nicht allgemein bekannt zu sein. Es entstammt aber derselbe der Legende von den sieben Schläfern. Sieben Jünglinge l bten zur Zeit des Kaisers Decius in Ephesus und waren Christen, während in der Stadt noch das Heidenthum herrschte. Ihres Glaubens wegen öeifolgt, flohen sie in eine Felsenhöhle vor der Stadt und verbargen sich. Einer von ihnen schlich sich täglich in die Stadt, um für sie alle Brob zu holen. Ihr Aufenthalt aber wurde entdeckt unb die Höhle von ihren Verfolgern mit Steinen zugebaut. Als bas geschah, schliefen sie ein. Dreihundertzweiunbsiebzig Jahre barauf, als ber Kaiser Theodosius regierte (mit der Geschichte stimmt das nicht genau), wollte em Mann auf dem Berge, in dem bie Jünglinge eingeschlossen waren, Ställe bauen unb öffnete babei burch Zufall bie Höhle. Davon erwachten bie 7 Schläfer unb waren bes Glaubens, sie hätten nur eine Nacht geschlafen. Wieber ging Malchus nach der Stabt, um Brod zu holen. Sehr wunderte er sich, als er vor dem Thore ein Kreuz fand und als er in die Stadt kam, erstaunte er noch viel mehr. Die Stadt erschien ihm ganz unb gar verwandelt; er wurde irre an sich und wußte nicht, ob er wache ober träume. Doch fanb er die Brodbänke und forderte und erhielt ein Brod. Als er es aber bezahlen wollte mit den alten schweren Reichsmünzen aus der Zeit des Decms, da erstaunte der Händler unb fragte, woher er das Geld habe? Da er nichts Wahr? fcheinlich.s barauf erwidern konnte schöpfte der Mann Verdacht, rief andere herb« und es entstand darüber ein Auflauf' auf dem Markte. Zuletzt band man den Malchus wie einen Dieb und führte thn vor ben Bischof Martin. Der, als er ihn verhörte, merkte bald, daß etwas Göttliches vorlag Er ließ sich von Malchus zu der Hohle führen und viel Volk gmg mit Da fanden sie bte anberen Sechs und durch Briefe, die sie vorzeigen konnten, wies sich das Wunder aus. Der Kaiser Theodosius, als er davon hörte, kam 'selbst nach Ephesus, um die Jünglinge zu sehen. Angesichts des Kaisers und des Volkes, das mit ihm gekommen war, gaben bann bie Sieben m frommem Gebete ihren Geist auf und starben alle zugleich. Das ist bte Sage von den 7 Schläfern, wie ein Gedicht des 13. Jahrhunderts, das G- v- Karajan herausgegeben bat, sie in reizvoller Sprache erzählt Poetisch bearbeitet ist der Stoff m unserer Zeit durch Ludwig Giesebrecht unb zwar vortrefflich. Warum ber Tag der 7 Schläfer ein so großer Wettertag tft, kann ich nicht sagen- Thatsache aber ist, daß er als ein solcher gilt unb baß es am Dienstag, als er im Kalenber staub. geregnet hat. Gute Aussichten für bie Sommerfrischler! Nun giebt es aber in diesen betrübenden Umständen zweierlei Trost und Hoffnung- Zuerst kann es ja sein, daß es alle Tage nur ein klein wenig, womöglich nur des Nachts regnet; dann läßt sich bte Sache ertragen. Oder auch bte Wetterorbnung wirb nicht gar zu streng eingehalten und es regnet überhaupt nicht jeben Tag. Auch bas ist benfbar. Die Natur binbet stch auo) sonst nicht so genau an bie Regel; sie giebt bem Klee zuweilen ein viertes Blättchen Handel und Verkehr. Limburg, 5. Juli. Rother Weizen X 22.20, Weißer Weizen X Korn X 15.30, Gerste X 11.75, Hafer X8.80, Erbsen X—.—, Kartoffeln X Frankfurt, 5. Juli. Auf dem heutigen Markt kostete der Centner Heu je nach Qualität X 3.00—4.60, Stroh X 2.30—2.60, Eier des Hundert X 4.30—5.40, Sutter 1. Qualität JL 0.00, 2. Qualität X 0.74, neue Kartoffeln der Gentner X 3.50—5, frische Erbsen das Pfd. 00 H, Bohnen X 0.00, Wirsing 00—00 ^.' Blumenkohl 30—70 H das Stück, Schinken per Pfd. X 1.10—1.20, Ochsenfleisch pex: $fb. 65—70/5}, Kuhfleisch 50—60, RindfleischOO—00^, Kalbfleisch 50—60/S), Schwemeflersch 70-75 4, Hammelfleisch 45-65 H, 1 Hahn X 1.70-2.20, 1 Huhn X 2.-2.50, 1 Poularde X 3.00, 1 Ente X 3—3.50, 1 Taube 50 H, 1 Welschen X 8-12, 1 Gans X 6.00—8. Frankfurt a. M., 6. Juli, Nachmittags 2 Uhr — Min. (Telegro^hischer l5oursbericht Mitaetheilt durch das Bankgeschäft Albert Kaufmann in Gießen.) breditactien 2733/a Staatsbahnactien 280Vr, Galizier 2731/e, Lombarden 116V4, Nord- westbahnactien — ,'Darmstädter-Bankactien 15915/ig, Oberschlesische E.-B^-Act. 249 /4, Qesterr. Silberrente 66 Ve, 4% Ungar. Goldrente 755/0, 4o/y 1880er Bussen 69,4, 50/g 1877r Russen —, 2. Orient-Anleihe 56, Spanier 281/16, 5% Rumänische Rente —, 4o/o Unific. Egypter 55. Tendenz fest. - Wafferwärwe der Lahn. Am 6. Juli, Mittags zv-üch-n 11 und 12 Uhr: + IW ® X;» l. Jl U U | U Ul v ii. 4577 4502 Zur gell. Beachtun (F 4460 Fliegenfänger 243.— 60.— CH. D. Fillmann, Kirchenplatz. . am auf di- ßunberiiaBl bei der Zentifolie. So kann sie wohl auch einmal L L^W-tt?rreÄ?d-?wÄA°'7L°ut- sich hin--gs-tz-n. empfiehlt 4536 Thonrohre zu Wasserleitungen, Knminrohre und Tuffsteine, Cement von Dyckerhoff Lohne, Thonplatten, Snndftcinplatten Emil Fistor. Freilag den 7. Juli, Nachmittags 3 Uhr, werden im Hause Lindengasse Nr. 229 folgende Möbel, als: ' 2 Sophas, 1 vollständiges Bett, 1 Kleiderschrank, 1 Tisch, 6 Stühle, 2 Schränkchen rc. gegen sofortige Vaarzahlung freiwillig versteigert. 4522 stattfindet. Nidda, den 5. Juli 1882. Großherzogliches Kreisbauamt Nidda. Grimm. Careaus, schwere Qualität Mk. 2,— per Meter. jp. Holberg, Kirchenplatz. Frrilag den 4. August, Nachmittags 2 Uhr, sollen auf hiesigem Ortsgericht die zur Konkursmasse des Heinrich Keck dahrer gehörigen Immobilien: Flur 1/616$, 44 Mtr. Hofraithe auf dem Neuen-Weg, 1/617, 106 Mtr. Hofraithe daselbst, 1/619«), 1350 Mtr. Hofraithegrund daselbst, I/619n/ioo, 662 Mtr. Grabgarten daselbst, , I,61 973/iov, 1224 Mtr. Hofraithe das., - l/619,5/ioo, 736 Mtr. Grasgarten das., I 61977/ioo, 1689 Mtr.Grabgarten das., XVI/292, 3069 Mtr. Acker, auf die Chaussee hinter der Pulvermühle unter sehr günstigen Zahlungsbedingungen versteigert werden. Die zum Betrieb der Dampfschneidemühle gehörigen Maschinen und Sägen können mitübernommen werden. Gießen, den 20. Juni 1882. Großherzogliches Ortsgericht. 4277 Müller. ^7 Sophas, 6 Kl-id-rschränk-, 3 Kom- moden, 3 ovale Tische, 1 viereckiger Tisch, 3 Wirthstisch-, 3 L-Hnbank-, 1 Secretär, 1 Consolschrankchen, Küchenschrank m. Glasaussatz, 2 Stuhle, 1 ovaler Spiegel nut Aoldrahme, 1 Nähmaschine, 1 Nähchatulle, 1 Handwagen, 1 K->-Horn, 1 Taschenuhr und 1 Lexikon (Brockhaus). Gießen, den 5. Juli 4569 Gerichtsvollzieher. Wegen vorgerückter Saison verkaufe: Beige von Mk. 0,50 per Meier und höher, Schwarze Cachemire, doppelbrett, garantlrt reine Wolle, p. Mir. Mk. 1,50, 1,70, 2, 2,20 und hoher, Freitag den 18. August, sollen auf ^eMm^rtsgencht dtt Hof- ” links des Wiesecker Wegs und rechts XXXlX/1817,0,966 mtr. Grabgarten daselbst, meistbietend versteigert werden. GroN-Äliches Ortsgericht. 4587 Küdeking.___ 'Trtüäpr?. Iuti, Nachmittags 2 Uhr, lassen Unterzeichnete auf dem Marktplatz tue größere Varthie altes Bauholz gegen gleich baare Zahlung versteigern J572 B. Katzenstein. E. Plank. Literarisches. «ÄiagBF-5® Zu circa 2° S'fe* P oon $21 SB- Ambros ist bekanntlich unvollendet Die „Geschichte der Must! von « « bricht sie leider gerade da ab, geblieben. Nur wemg über Palestrina htnau gefuy der Geschichte der populärsten wo das lebendigere Interesse des seine Besamung durch die in der Kunfte erst beginnt. Wtth-im X go Vorlesungen" dargethan, sucht wiederholten Auflagen E^nenen „mmily i , be9 Ambros'schen nach einer nun durch em nmes Werk den Lunm Qn ein entwer, n Leser hiermit aus- „.....- Freitag den 4. August, Nachmittags 2 Uhr, sollen auf hiesigem Ortsgericht die Grundstücke der Johannes Kreiling iX. Eheleute von Wieseck: Flur XXXX1V/186, 1450 Mtr. Acker in der Lichtenau, auf die Wiesen, XXXXV/2263, 919 Mtr. Acker am Huhnfeld, XXXXV/226e, 919 Mtr. Acker da)., XXXXVI/46, 1237 Mtr. Acser links am Badenburger Fußpfad, auf den Fluthgraben, t r XXXXVI/47, 1238 Mtr. Acker das., XXXXVII/60, 1356 Mtr. Acker am Badenburger Fußpfad meistbietend versteigert werden. Gießen, den 16. Juni 1882. Großherzogliches Ortsgericht. 4276_____________Müller-__________ Samstag den 8. Inti, Nachmittags 2 Uhr, sollen in der Flett'schen Hofraithe dahier verschiedene Möbel und 1 Waßerbude öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, den 5. Juli 1882. Bauer, 4591 Großh. Gerichtsvollzieher.^ Vergebung von Bauarbeiten. Es sollen die im Amtsgerichtsgebäude in Schotten »»d« den Herstellungen, bestehend in: Maurer-, Stemhauer-, Zunmer-, Schreiner-, Schlosser-, Glaser-, Weißbinder- und Spenglerarbeit bei 1) Einrichtung einer Amtsdienerwohnung im HL Ctod dieses Gebäudes, veranschlagt zu . • ■ • • • 4 2„ 2) Erweiterung der Abortanlagen daselbst veranschlagt zu . 4~ „ 3) Herstellung eines Fensters im Aktensaal, veranschlagt ,u . 150 „ «.ÄS- -i"-«-" »--b-- , ^Tn''iT"i “ mit etwaiaen Abqeboten in Procenten und getrennt- nach I, H, Ul mit int me-bender Anflchrift versehen, portofrei bis längstens Samstag den 15 ÄllJ Vormittags 10 Uhr, auf unserem Bureau abEben werden woselbst zur angegebenen Zeit Eröffnung der einlaufenden Gebote Planir-und Ehaussirarbeit,ver- _ anschlagt zu • ■ • • • • Pflasterarbeit, veranschlagt zu 130.- Lieserungvon 187 Ebm. Basaltsteinen, veranschlagt zu - - Sandsteinlieferung, veranschl. zu Groß-Buseck, den 5. Juli 1882 Großh. Bürgermeisterei Groß-Buseck. 4581______Wagner.___ Freitag den 7- Juli l- I-> Nachmittags 2 Uhr, werden in der Flett'schen Hosim h Wallthorstraße — gegen Baarzahlung ver- Die Lieferung von 10000 Ebrntr. > Lahnkies foll in Quantitäten nicht unter 2000 Ebrntr. in öffentlicher Subrnifsion veraeben werden. Als Lieferplätze sind angenommen die Haltestelle Cölbe, die Bahnhöfe Marburg und Lollar. Die Lieferungsbedingungen sind auf meinem Bureau einzusehen und die be- züglichen Offerten, zu denen die Formulare daselbst abgegeben werden, bis 3um 18. Juli 1882, Vormittags 11 Uhr, verschlossen und franko emznreichen. Später eingehende Offerten haben auf Berücksichtigung keinen Anspruch. Die Auswahl unter den drei Mmoest- iordernden bleibt vorbehalten. Marburg, den 3. Juli 1882. Königl. Eifenbahn-Bauinspectton. .4582 ' Philippi. Vergebung von Bauarbeiter,. Die in der Dragoner-Kaserne zu Butzbach zur Ausführung komuienden Ar- beiten, als: oßon _ Maurerarbeit, veranschlagt zu X Wutrerf unV Zimmerarbeit, veranschlagt ... .......X ivU. Schreinerarbeit, veranschlagt zu X 1059Z9 Intten Samstag den !»♦ Juli d. I», vormittags 10 Uhr, auf dem Bureau der Garnisonverwaltung (Lazarethzunmer Nr. 2) mittelst Submission vergeben Lusttragende Unternehmer belieben ihre Offerten, in welchen die Ab- re,p. Aufgebote in Prozenten anzugeben sind, frankirt und mit der Aufschrift „Submission auf die in der Kaserne zu Butzbach auszu- iübrende . . . - Arbeit" rechtzeitig an die unterzeichnete Verwaltung einzusenden. Kostenanschläge und Bedingungen liegen nnf aenmintem Bureau zur Einsicht offen. a1eÄ den 30. Ium 1882. 1190 Großh. Garnison-Verwaltung- UrvettSversteigemng. Sawstag den 8. Juli L I., Nachmittags 2 Uhr, sollen auf hiesigem Rathhaus nachfolgende Arbeiten verstergert roerben: Wirthschafts - Vergebung. Die Wirthschaft in der Festhalle bei dem diesjährigen Schützenfeste ist für die Tage de- 6., 7. und b.^lugust er. zu vergeben Bedingungen liegen im Comptoir des Herrn C H. F- N o , zur Cinstcht offen. Reflectanten wollen ihre Offerten M°»<°g io. ». Mi-., 12^111» VC.q.-y-'c des Schütz-nvereins Sänqerfest in Marburg am 16. und. 17. Juli er. Die Ve,Pachtung der Plätze für Schaubuden rc. findet Montag den 10. 3ult er. Abends von 6 Uhr ab auf dem Kämpfrasen statt. 4579 Das Fest-Comrte Irischen Zwiebelkuchen jeden Montag, Mittwoch u. Freitag, Morgens zwischen 9 und 10 Uhr. 4376 ______Au g. Noll» 3906 Ein fast neues Billard ist billig zu verkaufen- Näh. bei der Exped. ds. Bl. Strohhüte für Herren, Damen und Kinder enl^gg ,u herabgesetzten H^'^h-is jun. Sinclair-Seife per Psd. engl. 45 A empfiehlt Emil Fischbach. 4214 Giessener Kuder-Gesellschalt Sonntag Öen 9- 3u(i 1882, Nachmittags 2'!- Ahe: II. Hessische Vereins-Regatta auf der Lahn. Samstag den 8. Juli, Abends 8 "ü hr : 4’"' Banket in WenzeTs Garten (bei ungünstiger Witterung im Saale). Während des BANKET’S und der REGATTA Grosses Concert, ausgeführt von der ganzen Kapelle des 2 Grossh. Hess. Infanterie - Regiments Nr. 116 (Grossherzog). Sonntag den 9. Juli, Abends 9 IThr: Reunion in Wenzel’» Garten (Saalbau). Preise der Plätze : Nummerirter Tribünenplatz M. 2.50. I. Platz Jl. 1. — . II. pjatz 50 -v). Eintrittskarten sind von Mittwoch den 5. Juli bis Samstag den 8. Juli Abends bei den Herren Gustav Gerhardt, Lindenplatz, und Hermann Plank, Seltersweg, hier und Sonntags an den Kassen zu haben und tritt bei den Tribünenplätzen bei Vorkaut eine Ermässigung von 50 ein. Entree zum Banket 50 Pfg. — Tribünenkarten berechtigen zum freien Eintritt zum Banket. Giessen, im Juli 1882. Das Regatta-Comite. Mehrere Wähler 4584 empfiehlt 4575 4593 Bürgerclub 4578 treffen heute ein. 4567 H. F. Hassauer. Verantwortliche Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen. . Erne Frau sucht Beschäftigung tm Waschen und Bügeln außer dem Kause. Näheres Wolkengasse C. 96 im Christoph Becker'schen Hause. Zu der heute, Freitag den 7. Juli, stattfindenden Vorstandswahl der israel. Gemeinde werden vorgcschlagen: die Herren Nathan Rosenthal, Aron Stern. Um irrigen Auffassungen zu begegnen, erklären wir bezüglich der Bekanntmachung Großh. Kreisamts in Nr. 149 des Gießener Anzeigers, die Gradlegung des Krofdorfer Weges betr., daß wir gegen dieses Project sind. Zugleich machen wir darauf aufmerksam, daß der Plan über die Consolidation in dem Felde zwischen dem Krofdorfer Weg und der Lahn jetzt auf der Großh. Bürgermeisterei offen liegt und bei der Wichtigkeit und Kostspieligkeit der Sache eine Besprechung der betheiligten Grundbesitzer wünschenswerth ist. Wir laden dieselben daher ein, sich zu einer solchen Sawstag den 8. Juli, Abends 7 Uhr, auf Lony's Bierkeller zahlreich einfinden zu wollen. Vermischte Anzeigen. 4571 Zuverlässiger u. tüchtiger Haus- bursche gesucht. _ Näheres in der Exped. ds. Bl. Gesucht werden Mädchen, welche gut bürgerlich kochen können und in der Hausarbeit bewandert sind. Dieselben können sehr gute Stellen erhalten durch Frau Müller, Löwengasse 161. 4586 ™ Neue holl. ™ Vollhäringe Melier» 4428 Sehr großer Kellerraum sofort zu vermiethen. Joseph Herz, Neuen-Bäuen. Die auf Sonntag den 9. Juli auberaumte Purthie auf die Badenburg fällt bis auf weitere Bestimmung aus. Der Vorstand. Restauration Stein. Freitag Abend 8 Uhr: 4592 CONCERT der Damenkapelle Noscher. Heute Abend: „Stadt Mainz". ög. Wüh. Weidig. 4314 Eine große Parthie Vorslecker, hochfeine Sachen, empfiehlt außerordentlich billig Eine große Auswahl in JKratwn empfiehlt zu billigen Preisen M. Hof-Wenzel, 4574 Bahnhofstraße. 4550 Für unsere Manufactur- und M°d-waar-nhandlung suchen eine mit Stadt- und Landkundschaft vertraute, gewandte Verkäuferin bei hohem Salair. Kenntmß der Consectwnsbranche erwünscht. .Offerten nebst Photographie und Zeua- mffeit an Christoph Bersch Nach?. in Marburg. , 4583 Ein neuer, dunkler Stoffregenrock ist abhanden gekommen. Derselbe ist gegen eine gute Belohnung in der Exped. d. Bl. abzugeben. Gin Sonnenschirm von schwarzem Atlas ist auf dem Weg uach Rödgen verloren gegangen. Geaen Belohn. abzug. Frankf.-Str. 83, part. 4553 *530 Hansbursche gesucht für sofort. Näheres bet der Exped. ds. Bl. 4576 Ein zuverlässiges Dienstmädchen mit guten Zeugnissen wird gesucht. tritt sofort. Alicestr. E. 1025, part. 4590 Ein Lehrling mit guten Schulkenntnissen gesucht. I. Grünewald, Bankgeschäft. 4556 Hierdurch die ergebene Anzeige, daß ich von heute an in dem Wode'schen Hause, Neuen-Bänen B. 85, wohne. GeoriK Stadler, Porzellanofensetzer. Vermietfiungen. , .4588 Zwei schöne, unmöbl. Zimmer bllltg zu vermiethen. Mütter, Bernhardt'sches Haus ________(Neustadt), 3, Stock.________ 4-989 Der 2. Stock (6 Zimmer rc.) ist durch den Wegrug des Herrn Pfarrer Wagner per 1. Oktober anderweit zu vermiethen. — Th. Haubach, Bahnhofstr. C. 126. Zwei Schlafstellen für Arbeiter ver- mTetbet Jatob Schmidt. Neustadt D. 201. ^steMansardenwohnung an eine 'Ee Familie per 1. August bei _____Karl Vogt, Wallthor. 4585 Eine 120 Ctm. hohe und 60 Ctm. breite, blühende Wachspfianze (asclebia) ift zu verkaufen. Krrchenplatz A. 22. Neue holl. Vollhäringe Neue holl. Möärin^e empfiehlt 4540 Emil Fischbach. Äwtebeik liehen Montag Mittwoch und Freitag Morgens um 9 Uhr. . ö 4439 Fr. Hennings, Seltersweg, 4489 Alle Arten namentlich leichte in Stoff und Seide empfiehlt billigst, Sommerzeugmützen von 70 H an A. Schultheis jun., Seltersweg 10. Chr. Haubach. K. Simon. Wilh. Lindenstruth. Lenz'scher FeLsenkeSler. Bei günstiger Witterung: Freitag den 7. Juli ds. Js.: GROSSES COIVCERT der hiesigen Regimentsmusik. 4595 Anfang D C/Ar. — Entree ^5 Pfg» 4379 Möbl. Zimmer und Kabinet zu vermiethen._________Mäusburg D. 16. 2485 Möbl. Zimmer, auf Wunsch mit Pension, billigst tm „Frankfurter Hof". 3261 Ein Familienlogis, 4 Zimmer und Zubehör, zu vermiethen im „Darm- städter Haus".____________________________ 3634 Ein Familienlogis mit 5 Zimmern per 1. September zu vermiethen, __________Ph Bauer II., Bahnhofstraße. 4440 Familienlogis zu vermiethen bei _____Georg Lüdeking, C. 167. 4504 Im Hochstätter'schen Haufe am Brand ist ein möblirtes Zimmer zu vermiethen._______________________ 4427 Der 1. Stock meines Haüfes^ 4 Zimmer mit Zubehör, per 1. Oktober zu vermiethen. ________Joseph Herz, Neuen-Bäuen. 3977 , Ein elegant möblirtes Zimmer mit Cabinet zu vermiethen bei _______I. Weitzenkorn, Schulstraße. 4537 Ein Zimmer mit oder ohne Cabinet per 1. August zu vermiethen. _________Chr. Dan. Fiümann. 4481 Kleines Logis mit Zubehör zu ver- miethen. Georg Unverzagt, Kaplansg. 4394 Ein kleines Familienlogis ist zu vermiethen. A. Wallenfels Wttm. 4280 Ein gut möbl. Zimmer zu Der? miethen bei C. Fr. Conrad, Friseur. 3515 Ein Logis, 3 Zimmer und Zubehör, zu vermiethen. _ Franz Gerbode, Kaplansgasse._ 4594 Ein kleines Logis im Boos' scheu Haus in der Löwengasse zu vermiethen und gleich beziehbar. —Zu erfragen bei Wildhändler E bel. 1120 Ein Familienlogis (6 Zimmer nebst Zubehör) per sofort zu vermiethen. ______2l. Marcus, Rüchensand 224. 2461 Ein kleines Familienlogis zu Der= miethen. Rothenberger, Kaplansgasse. 4267 Eine große Scheuer mit Stallung billigst zu vermiethen bei Robert Stuhl, Neustadt.