'urg. 3890 J feit "7S Ä k Anzeigen. 'M mSilirkz Simmet, Lrb,e sucht: f« an Prmtkundschaft 102840 an Haasensteni öMKi* Ak9-^°» ' n Kochen- in 9W- 6 . o H.IOO® x. 34 enthalt: Gedicht von Eugmie m irntPomr'sWrlhM icr unMiebeM°k. ronif der Stadt Am «5* »«** Evangelienbvch. - JJ °t- Sa8 MM M auf«er«t6 k ;m& *ätr"§ «r-y 3,r\ 2 Christi HnM #«»*■ S » iesclllihastsür idHMMe. ittwoch den 7. Juni, der Keinen Aula. Herr Prof. Dr. Ludersten EntivickeluM- r Thiere". 39l.' ihorde sucht einen p N mit schöner Hae- .000 bis 1100 JL' fc zeutznissen sind bim den. Juni 1882. l-Direction OberhM Boekmann. i"*1” ,.,„611* Mr. 129. Mittwoch den 7. Juni 1882. Gießener Anzeiger Amts- und Anzcigtblatt für den Kreis Gießen. »«retMt: Schulstraße B. 18. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlshn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Politische Ueberfkcht» Gießen, 6. Juni. Die lange Pause in unserem parlamentarischen Leben hat wieder erneuter Thätigkeit Platz gemacht , indem in der letzten Hälfte der vergangenen Woche die Commissionen des Reichstages zur Vorberathung der Novelle zur Gewerbeordnung und der beiden Versicherungsgesetze ihre Arbeiten wieder ausgenommen haben, während das Plenum des Reichstages an diesem Dienstag für den Rest der Session zusammengetreten ist. Der Reichstag wird vermuth- lich nur wenige Wochen zusammenbleiben, aber die Entscheidungen, die er in dieser kurzen Zeit zu treffen hat, sind hochwichtige und deshalb sieht man den Verhandlungen desselben mit besonderer Spannung entgegen. In erster Linie hat der Reichstag die zweiten Lesungen der Monopol-Vorlage, der Vorlage, betr. die Abänderung des Zolltarifs und die Novelle zur Gewerbeordnung, vorzu- nehmen, woran sich dann die zweite Berathung der zu einem Gesetzentwürfe vereinigten Vorlagen über die Arbeiter-Unfallversicherung und die Krankenkassen schließen soll. Was indessen diesen letzteren Gegenstand anbelangt, so ist es sehr wahrscheinlich, daß die Verathung hierüber abgebrochen werden kann, da sowohl die Kürze der Zeit, als auch die Massenhaftigkeit des Stoffes einer Erledigung der beiden Versicherungs-Vorlagen noch in dieser Session Schwierigkeiten bereiten. Zur Zeit läßt sich nicht einmal absehen, wenn das Kranken- und Unfallversicherungs-Gesetz aus dem Schooße der Commission wieder an das Plenum gelangen wird, da der Abg. Lohren (freiconservativ) einen förmlichen Gesetzentwurf zur Regierungs-Vorlage eingebracht hat, wodurch sich die Berathungen der Commission sehr in die Länge zu ziehen drohen. — Bezüglich der drei erstgenannten Vorlagen erregt natürlich die wahrscheinlich noch in dieser Woche stattsindende Endberathung über den Tabakmonopol-Entwurs das meiste Jntereffe. Die zur Vorberathung dieses Entwurfes eingesetzte Commission hat denselben bekanntlich mit großer Majorität abgelehnt und es ist anzunehmen, daß auch das Plenum des Reichstages sich in diesem Sinne entscheiden werde, immerhin darf man aber der ausschlaggebenden Debatte über diesen Gegenstand, welcher so geraume Zeit den Mittelpunkt unserer inneren Politik gebildet hat und noch bildet, mit berechtigter Spannung entgegensetzen. Der Bundesrath hat seine durch das Pfingstfest und die Theilnahme der Mitglieder an den Gotthardtbahn-Feierlichkeiten unterbrochenen Arbeiten ebenfalls wieder ausgenommen und am vergangenen Sonnabend seine erste Plenarsitzung nach Pfingsten abgehalten. In der auswärtigen Politik herrschen die egyptischen Angelegenheiten fast ausschließlich vor und der telegraphische Meinungsaustausch hierüber ist zwischen den einzelnen Cabineten lebhafter als je. Derselbe bezieht sich zumeist auf die von Frankreich in Anregung gebrachte Botschafter-Conferenz in Konstantinopel, von welcher man nunmehr die Wiederherstellung der Ordnung in Egypten erwartet. England hat sofort zustimmend geantwortet, auch Rußland und Italien sollen ihre Bereitwilligkeit erklärt haben, die Conferenz zu beschicken. Oesterreich soll auf die Einladung Frankreichs zur Conferenz erwie- dert haben, es fei geneigt, die Einladung anzunehmen, müsse sich aber, bevor es definitiv antworte, mit den übrigen Mächten benehmen. Bezüglich Deutschlands wird versichert, daß dasselbe durch seinen Botschafter in London dem dortigen Cabinet seine Geneigtheit in Betreff des Conferenz-Projectes ausgedrückt habe. Die Pforte hat im Uebrigen eine Conferenz abgelehnt. Die ministerielle Position des französischen Minister-Präsidenten Freycinet hat durch die Verhandlungen der Deputirtenkammer über seine egyp- tische Politik am Donnerstag eine entschiedene Kräftigung erfahren. Mit 298 gegen 70 Stimmen nahm die Kammer schließlich bie von dem Deputirten Carnot beantragte Tagesordnung an, wonach die Kammer ihr Vertrauen auf die Regierung erklärt und wenn auch ein Theil der Abgeordneten der äußersten Rechten sowohl wie der äußersten Linken sich hierbei der Abstimmung enthielt, so ist trotzdem das von der Kammer Derrn Freycinet ertheilte Vertrauensvotum als ein durchaus beachtenswerther Erfolg des gegenwärtigen französischen Cabi- nets zu betrachten. Dieser Erfolg Freycinet's bedeutet aber gleichzeitig eine empfindliche Niederlage Gambetta's, denn von diesem ging der Angriff auf das Ministerium aus und die nachdrückliche Zurückweisung, welche dieser Angriff von Seiten Freycinet's erfuhr, sowie der lebhafte Beifall, welcher die Ausführungen Freycinet's begleitete, waren eine empfindliche Demüthigung für den Ex-Dictator. Die Kammer widerstrebt eben entschieden der abenteuerlichen Politik Gambetta's und diese Wahrnehmung kann jeden Freund des europäischen Friedens nur mit Genugtuung erfüllen. In beiden Häusern des englischen Parlaments bildeten am Donnerstag die egyptischen Angelegenheiten den Mittelpunkt der Debatten. Im Oberhause machte der Unter-Staatsseeretär im Auswärtigen Amte, Mr. Dilke, Mittheilung von dem Conferenz-Vorschlage Frankreichs, dem die englische Regierung zugestimmt habe, auch erklärte Dilke hierbei, daß in den Ansichten Englands und Frankreichs bezüglich der egyptischen Frage nach wie vor völlige Uebereinstimmung herrsche. Im Unterhause beleuchtete der Staatssecretär des Auswärtigen, Lord Granville, die Lage in Egypten und bequemte sich zu dem Zugeständniß, daß dieselbe ziemlich kritisch sei. Zugleich versicherte Granville, daß die englische Regierung den jetzigen Vicekönig von Egypten unterstützen werde, doch Näheres über die eigentlichen Absichten Englands bezüglich der egyptischen Bewegung war von Granville nicht zu erfahren. Die Gerüchte über den bevorstehenden Rücktritt des russischen Ministers des Innern, Grafen Jgnatieff, erhalten sich mit einer eigen» thümlichen Hartnäckigkeit. Sie haben sogar noch dadurch eine Verstärkung erhalten, daß der Gehülfe Jgnatieff's, Gotowzeff, seinen Abschied eingereicht hat. Trotzdem muß man diese Gerüchte mit größter Reserve aufnehmen, da Jgnatieff vorläufig noch immer fest in der Gunst des Czaren steht. — Das westsibirische General-Gouvernement ist aufgehoben und statt deffen die Bildung eines Steppen- Gouvernements angeordnet worden, das die Gebiete von Akmolinsk, Ssemipa- latinsk und Ssemiretschinsk umfaßt. Die in Sicht stehende Botschafter-Conferenz zu Konstantinopel beherrscht augenblicklich das Feld der egyptischen Angelegenheiten. Die mannigfachsten Vermuthungen werden bereits an dieses noch gar nicht in's Leben getretene Project geknüpft, aber es ist kein Grund vorhanden, allzugroße Hoffnungen auf diese Berathungen zu bauen, denn wenn die englisch-sranzöfische Panzerflotte nicht im Stande war, Egypten der Ordnung wiederzugeben, so wird dies der projectirte Meinungsaustausch der Herren Diplomaten in Konstantinopel noch weniger thun. Inzwischen hat sich die Lage in Kairo nicht geändert, das neue Cabinet ist noch immer nicht gebildet und Arabi Pascha spielt den unumschränkten Gebieter, während der Khedive Tewfik Pascha in seinem Palais einem Gefangenen gleich bewacht wird. — Aus gewissen Vorkehrungen der türkischen Regierung zur See schließt man, daß die türkische Flotte im Begriffe stehe, nach Alexandrien aüszulausen. Deutschland. Darmstadt, 4. Juni. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben mittelst Allerhöchster Entschließung vom 29. Mai l. Js. Allergnädigst geruht, den Hosjunker und kaiserlichen Regierungs-Assessor Frhrn. Heinrich v. (Sagern zum Kammerjunker zu ernennen. — Se. Excellenz der Großh. Staatsminister Frhr. v. Starck haben heute eine mehrwöchige Urlaubsreise angetreten. Darmstadt, 5. Juni. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: Am 3. Juni den Regierungs-Accessisten Hermann Buchinger aus Bens- HRm zum Kreisassessor bei dem Kreisamte Alsfeld zu ernennen. Berlin, 3. Juni. Die Commission zur Vorberathung der Gesetzentwürfe, betr. die Unfall- und Krankenversicherung, trat heute in die Specialberathung der Vorlage über die Krankenkassen ein. Zunächst entspann sich eine kurze Geschäftsordnungsdebatle, indem von liberaler Seite beantragt wurde, der ersten Lesung des Krankenkassengesetzes die erste Lesung des Unfallversicherungsgesetzes folgen zu lassen, da man erst nach Gestaltung des letzteren beurteilen könne, welche Bestimmungen in das Krankenkassengesetz wegen der übernommenen 13 Wochen aufzunehmen seien. Seitens des Regierungs- Vertreters wurde dem gegenüber geltend gemacht, das Krankenkassengesetz sei für sich ganz selbstständig; wenn dasselbe zu Stande komme, bliebe das Haftpflichtgesetz für alle Unfälle bestehen, da erst tm Unfallgesetz selbst die Aufhebung des Haftpflichtgesetzes vorgesehen fei. Es wird also durch die Bestimmungen des Krankenkassengesetzes die Unfallversicherung in keiner Weise präjudicirt. Die Abstimmung über obigen Geschäftsordnungs-Antrag wurde zunächst ausgesetzt und hierauf in die Diskussion der drei ersten Paragraphen des Krankenkassen-Gesetzentwurfes eingetreten. Der Abg. Gutfleisch beantragt zu 8 1 den Bauarbeitern auch die an Bauhöfen beschäftigten Personen beizufügen und die oersicherungspflichtige Lohngrenze von 62/3 Jt. der Vorlage auf 5 JL herabzusetzen. Die Anträge wurden angenommen, dagegen wurde der Antrag Wichmann, die in der Land- und Forstwirthschaft beschäftigten Arbeiter obligatorisch zur Krankenversicherung heranzuziehen, event. die ständigen Arbeiter von Betrieben, welche mindestens zw.i Arbeiter beschäftigen — abgelehnt und hierauf § 1 der Regierungsvorlage angenommen. Zu 8 2 stellten die Abgg. Eberty (Secessionist) und ö. Wendt (Centrum) den gleichlautenden Antrag, die Befugniß der höheren Verwaltungsbehörde, die Gemeinde- oder Communalverbände zu zwingen, die in dem 8 2 genannten anderen Erwerbskategorien versicherungspflichtig zu machen, zu streichen- Der Antrag wurde gleichfalls einstimmig angenommen und sodann folgte die Annahme der 88 2 und 3 der Vorlage in der hier angedeuteten Aenderung. Es begann sodann die Debatte über die 88 4—12. Es wurden Bedenken laut darüber, was mit denjenigen Arbeitern geschehen solle, die den bisher bestihenden Kassen angehören; man kam in dieser Beziehung noch zu keinem Beschlüsse und vertagte die Debatte bis Montag 11 Uhr. — Die Gewerbeordnungs - Commission des Reichstags setzte heute Vormittag 11 Uhr die Berathung des Gesetzentwurfs, betr- die Abänderung der Gewerbeordnung, fort. Man fuhr zunächst in der Diskussion über Absatz 1 des 8 35 fort, der sich auf die Tanz-, Turn- und Schwimmlehrer und die Winkelkonsulenten bezieht. Hierzu hatte der Abg. v. Schalcha einen Antrag gestellt, der auch den Betrieb der Badeanstalten unter diese Bestimmungen ausgenommen zu sehen wünscht, wahrend der Abg. 4)r. Ree den Antrag gestellt hatte, den bisherigen Absatz 1 des 8 35 der G^merbeordnung & zubehalten. In der Debatte sprechen sich die meisten Redner ge^n diesen Antrag aus und der Abg. Ruppert stellte sogar einen Antrag auf die Verschärfung der Best mm. ungen. Die Gewerbe-Commission beschloß, in 8 35 die Bestlmmungen über die Winkelkonsulenten aus Abs. 1 auszuscheiden, dagegen diejenigen, betr. d e Bodeangalten aufzunehmen und sodann Abs. 2 nach der Regierungsvorlage n Abs. 3 die Bestimmungen über die Winkelkonsulenten e'NZulchalten. Ferner wurden m Abs. 1 die Vermittelung von Verträgen über Immobilien und Darlehen sowie bet G-w.rb-d-.rI-b d-r $elratb§Otr.nittIer unb W 4 n°ch d°r Fostun^der Regierungsvorlage angenommen. Der ganze s öd wui Sikuna Fassung mit 11 gegen 8 Stimmen angenommen. Schluß 4Y- Uhr. wachste Sttzung Montag lO UHr. Untersuchungen des R-gi-rungsrath-s Dr. Koch b-tr. n 2; ^un • unter den -Tachgelehiten großes Austehen; außer dem Lungenschwmdsuchterregenniflblos u"t r M » tnteressirt sich auch unser Chirurgen-Cong.reß und anderer mebrcmn« J. daß er sich zu diesem Be- Kriegsminister tn so hohem Grade ür , direkt in das kaiserliche Gesund- W«l,n »«ß1«*“"® ÄÄi einen Vortrag Dr. Koch's, sowie durch den heitsamt begeben und sich b ’ j-h^sghrenden Klarlegung des Faktums überzeugt hat- Auch "Seim Majestät der" Kaiser hat sich über diese epochemachenden Untersuchungen Vortrag HK" lassen. Vorberathung des Arbeiter-Unfall- und Krankenkasfen- ~ ® = ^-üte heute ihre Berathungen fort Zu den 88 5, 6, 7, 8, 9 und 19, iur Debatte kommen, werden zahlreiche Abanderungsantrage eingevracht. welche zunächst z r^eo ^^^^tsch, die verpflichtete Gemeinde bet mehr Betrieben i. desselben Arbeitgebers näh r zu pväc^iren Dr. Paasche will die Gemeind: zur Erhebung von KlgnkenversiLerungs-Beiträgrn unter jeder Bedingung veipflichten. Nach § 6 sollen Krankenunterstützungen sofort bezahlt werben; Dr. Buhl und Dr. Müller beantragen, die Unterstützung nach 3 Tagen zahlen zu lassen, verlangen aber Nachzahlung, wenn die Krankheil länger dauert. Außerdem will Dr. Buhl, daß die Unterstützung mindestens in der Hälfte des ortsüblichen Tagelohns bestehen soll. Zu § 7 ist beantragt, statt ein Drittel di: Hälfte des festgesetzten Krankengeldes für die Familie des Erkrankten zu bezahlen. Zu § 8 verlangen Gutfleisch und Eberty, daß dte Gemeinde den durchschnittlichen Tagelohn feststelle. Zu 8 9 beantragen Dr. Buhl und Petersen, daß d e Gemeinden die Verwaltung der Krankenkassen ohne Entschädigung führen; von anderer Seite wird beantragt, daß die Gemeinden ihre Vorschüsse nur aus den Ueberschüsfen der Krankenkassen zurückerhalten dürfen. Zu § 10 beantragen Gutfleisch und Paasche, daß 2 pCt. als Maxunum des Kassebetrages firirt werden, während von anderer Seite vorgeschlagen wird, bei Ueberschüsfen die Beiträge auf 1 */2 pCt. zurückmführen und noch weitere Ueberschüsse zur.Erhöhung der Kassenleistungen zu verwenden Dr. Buhl beantragt, nach § 10 einen neuen § 10a emzufügen, der die Bestimmungen der §§ 23 und 24 auch auf Geme ndekassen ausdehnt, so lange der Arbeiter seinen Aufenthalt nicht wechselt, d. h. dem Arbeiter das Recht gegeben wird, durch weitere Zahlung seiner Beiträge, auch nachdem er seine Beschäftigung verloren hat, Mitglied der Kasse zu bleiben und für den Fall der Erwerbslosigk it nach höchstens 6 Wochen im Fall der Erkrankung seine Ansprüche an die Kasse zu behalten. Nach langer Discussion zu 8 5 über die Frage, welche Gemeinde als verpflichtet anzusehen ist, an welcher sich Minister v. Bötticher mehrfach bethciügte, wird ein Anrrag Petersen, welcher dies präcisirt, angenommen; außerdem wird ein Antrag des Dr. Hirsch angenommen, der im Alinea 3 des Paragraphen sagt: Im Fall.' einer Krankheit oder einer durch Krankheit herbeigeführt,n Gewerbsunfähigkett rc. Zu § 6 wird der Antrag Buhl und Müller, welcher besagt, „die Geldunterstützungen sind vo:n dritten Tage nach Eintritt der Krankheit an für die Dauer der Et, jedoch höchstens für 13 Wochen zu leisten. Falls die Erwerbsunfähigkeit länger als 3 Tage dauert, so ist die Unterstützung vom ersten Tage an nachzuzahlen" — angenommen. Ebenso wurde der oben mitgetheilte Antrag Buhl und Petersen, daß die Gemeinden die Verwaltung der Krankenkassen ohne Entschädigung zu führen haben", — angenommen. Auf Antrag des Dr. Hirsch wurden hinter dem Worte „Arzn i" die Worte „im Falle der Erwerbsunfähigkeit" eingefügt. Mit der Discussion des § 7 schließt die Sitzung. — Die Gewerbeordnungs Commission s tzte heute Vormittag ihre Berathungen fort und zwar über Art 5, betreffend den bestehenden Gewerbebetrieb, insbesondere auf öffentlichen Wegen, Straßen, Plätzen oder von Haus zu Haus. § 42 wurde unter Ablehnung des liberalen Amendements mit einem Amendement Fritzen, welches Abs. 2 unwesentlich modificirt, in der Fassung der Regierungsvorlagen mit 11 gegen 9 Stimmen angenommen. Abs. 2 lautet nunmehr: E ne gewerbliche Niederlassung gilt nicht als vorhanden, wenn der Gewerbetreibende im Jnlande ein zu dauernden G-brauch beständig oder doch in regelmäßiger Wiederkehr von ihm benutztes Local zum Gewerbebetriebe (Vorlage: Geschäftslocal) nicht besitzt. — Die Tabakmonopol-Commission trat heute um 1 Uhr zusammen und verlas Dr. Barth fenen Bericht- Staatssecretär Scholz wünscht zu conftatiren, daß die Com- m'.snon den Beschluß der Wiederaufnahme der Berathungen nach E ngang der Vorlagen über die Ergebnisse der Straßburger Manufactur n cht vorbehalten hab: — und deßhalb die Vorlegung mehl mehr erfolgt sei. Vom Vorsitzenden wird auf die Möglichkeit der Wiederaufnahme der Berathungen hmgewiesen und um Ueberfendung der Vorlage gebeten. Nachdem der Bericht zur Hälfte verlesen und festgestellt war, vertagt sich die Commission bis morgen Abend 7 Uhr. Berlin, 4. Juni. In den Tunnels der Eisenbahn, welche Elsaß und Lothringen verbindet, werden soeben, wie wir erfahren, Versuche gemacht, dieselben aus elektrischem Wege so lange zu erleuchten, als die Züge durchfahren, wobei die Locomotiven der Züge als Erzeuger des elektrischen Lichtes fungiren. Diese Versuche sind die ersten, die in dieser Art stattgesunden haben, und haben sich so gut bewährt, daß das neue Beleuchtungs-Verfahren alsbald zur allgemeinen Einführung gelangen dürfte. Türkei. Konstantinopel, 4. Juni. (Meldung der „Agence Havas"). In Beantwortung der englisch-französischen Aufforderung zur Conferenz telegraphirte die Pforte gestern Abend ihren Botschaftern in London und Paris, daß sie Angesichts der Entsendung einer Mission nach Egypten den Zusammentritt einer Conferenz für inopportun halte. In gleichem Sinne wurde auch an die treter der Pforte in Wien, Berlin, Petersburg und Rom telegraphirt. Zum Wiederzusammentritt des Reichstages. ^'Evstag den 6 Juni, ist der Reichstag nach dreiwöchentlicher, durch die ♦ ÖOr0^f,;nJn P wse, für den Rest seiner gegenwärtigen Session wieder ate btt X ?'■' 'n Abschn tt d-r R-lchstagss-sst°n ift bei ffieitcm wichtiger fämm*U4‘.f ber tbm »Ä™ l°° nun seine Entscheidung über h on der Reichsregierung oorgelegten wichtigen Gesetzentwürfe treffen Telegraphische Depeschen. Wolffs telegr. Correspondenz-Bureau. Berlin, 5. Juni. Zu den Tausfeierlichkeiten am 11. ds. wird auch der Komg von Sachsen und der Prinz und die Prinzessin Christian von Schleswtg-Holstem nebst Kmdern hier erwartet. Nach dem heute Mittag über das Befinden des Prinzen Karl eingegangenen Nachrichten haben die Schmerzen nach der Anlegung des Verbandes nachgelassen. Fieber ist bisher nicht einqe- treten. Appetit ist vorhanden. J . . m 5. Zum. Se. Königs. Hoheit Prinz Karl von Preußen hat die Nacht ziemlich befriedigend verbracht. Geheimrath Dr. v. Lanqenbeck ist gestern Abend hier eingetroffen. Gegenivärtig berathen die Aerzte darüber ob die Ueberfuhrung des hohen Patienten von dem Hütet nach dem Palais am Friedrichsplatz angängig ist. Berlin, 5. Juni. Fürst Bismarck ist heute Abend 9 Uhr 20 Min hier eingetroffen. Pesth. 5. Juni. Im Unterhause beantragte Helft), deut Beileid des Hauses über den großen Verlust, welchen Italien und die Menschheit durch den Tod Garibaldi's erlitten, protokollarisch Ausdruck zu geben. Der Antrag wurde einstimmig angenoininen. Konstantinopel, 5. Juni. (Meldung des „Reuter'schen Bureaus") Die Pforte versandte gestern eine Circularnote, in welcher sie das Conferem- Project ablehnt. 5 Kairo, 5. Juni. (Meldung des „Reuter'schen Bureaus"). In Folge Protestes der englischen Regierung gegen die militärischen Vorbereitungen in Egypten telegraphirte der Sultan an den Khedive, er möge Arabi Pascha veranlassen, daß diese Vorbereitungen, insbesondere die Arbeiten an den Befestigungen von Alexandrien, eingestellt werden. Rom, 5. Juni. Der Tag der Feuerbestattung Garibaldi's ist officiell noch unbekannt. Die Vertreter des Königs, der Negierung, des Senates, der Kammer und der Stadt reisen wahrscheinlich morgen nach Caprera ab. ' Der Maire von Nont erbat sich den Degen Garibaldi's, um ihn auf dem Kapitale aufzubewahren. und es ift daher bte Spannung b.gre fl-ch, mit der man allseitig den wieder begonnenen parlamentarischen Verhandlungen entgegensieht. - Wie befand, sind es die zweiten Äsungen der Vorlage über dte Abänderung des Zolltarifs, der Tabakvinonopol-Vorlage U"d ^ Novelle zur Gewerbeordnung, welche der Reichstag in erster Linie zu erledigen hat- Was dagegen das Unfall- und Krankenversicherungsgefetz anbelangt, so ist iur Kit nur seh ' geringe Aussicht vorhanden, daß dasselbe noch in der gegenwärtigen ©effton erledig, werden wird. Thesis sprechen hiergegen die großen sachlichen Schwierig- keKn, welchen die beiden Bei sicherungsoorlagen begegnen, thesis der Umstand, daß eine gründliche Berathung derselben längere Zeil erfordern würde, als die wenigen Wochen welche der Reichstag allenfalls in der Sommerhitze noch wfammennibalten ift imh M daher fast gewiß, daß erst die nächste Reichstagssession^e™@n^^^^eib«na belüaIi^^ bedeutungsvollen Vorlage bringen wird. — Mit Ausnahme des Gesetzentwurfs betreffend die Abänderung des Zolltarifs, sind sowohl die Monopol-Vottage und die Novelle zur Gewerbeordnung, als auch die beiden Versicherung^ Vorlagen besonderen Commissionen zur weiteren Berathung überwiesen worden. Die eine b.rfeiben die Tabakmonopol-Coinmission hat noch während der Pfingstpause des Plnums'ihre Berathungen zu Ende geführt, deren Ergebniß bekanntlich barm bestand, daß die Com miffton mit 21 gegen 3 Stimmen den Monopol-Entwurf abg lehnt hat- Da kein Grund vorhanden ist, anzunehmen, daß das Plenum des Reichstags in anderem Sinne entscheiden werde als die aus seinem Schooße h.rvorgegangene Commission, so darf man wohl die Ablehnung des Tabakmonopols du, ch den Reichstag als gewiß betrachten eine Enstch^dung, die den Wünschen der großen Mehrheit des deutschen Volk s sicher- lich entsprechen mürbe. Dagegen haben die Verhandlungen über den Zolltarif und namentlich über die Novelle zur Gewerbeordnung e-geben, daß auf diesen Gebieten eine «erftaiibigung zwischen Regierung und Parlament nicht unmöglich ift. Hw ar bieten . betreffenben Vorlagen noch manche schwierige Punkte bar, die einer neueren Aus- eruandersetzung zwstchen der Regierung unb den emzsinm Parteien sowohl, als auch unter letzteren selbst bebürfen, aber es ist trotzbem Aussicht vorhanden, baß über biefe fragen bet ben unmittelbar bevorstehmben zwe-ten Lesungen schließlich eine Ner- Jianbigung erjtdt wird und scho i dies wäre ein namhafte Erfolg für d:e gegenwärtige ^^er ben genannten Gesetzentwürfen w rd ber Reichstag noch eine Reihe, aus seiner M>tte bestimmt in Aussicht stehender Anträge verschiedener Richtung zu er- lebigen haben benen, wie dem socialbcmokratischen Anträge auf Beseitigung aller roU-^beil eine hohe Bedeutung nicht abzusprechen ist, so daß die mdlungen auch nach dieser N'chiung hin bas öff ntliche Interesse in ausgebehutem Maße tn Anspruch nehmen warben. Lokales. 1 J /XX /•». a:...... . m t im Sommer- Semester lc<82 tm Ganzen 43o Stubirende. Von biefen sind 349 Hessen unb 86 Nicht- Theologie 59, Rechtswissenschaft 70, Mebicin 73 ^i'^^hellkunbe 1, Cameralmstsenschaft 8, Forstwissenschaft 40, Mi ^ilologte 31, neueren B iologie 29, Philo.ophie, Naturwissen- schasün ^0 Geschichte 9, Pharmac.e 16 unb Chemie 17 Stubirende. - Im Winter- Semester 1881/82 besuchten uniere Umv rfitat 433 Stubirende. Gießen, 6 Jun>. sLandwuthschaftlichesst Das Gießener landwirthschaftliche ^a?3Änp Vlt °£iDer.?an0e^n Sonntag zu Groß L nden eine Versammlung unter bes Herrn Theodor Wortmann ab, zu w Icher sich viele Landwirth: aus dem Ort selbst, sowie aus Lang-Gons cingefunben hatt'N. Herr Johs. Wagner IX. von Lang-Gons hielt einen Vortrag über ben Nutzen einer guten Viehhaltung wobei er namentlich betonte, baß ein kleiner, kräftig genährter Viehstanb besser fei, als ein großer unb schlecht genährter. In ber Discussion würbe besonbers heroorgehoben, baß der>andw^rth sich vollständig bewußt fein müsse, wieviel Futter er pro Jahr und Stuck nothig habe, was nur durch W eg?n feflgefteUt werd n könne. .. Herr Johs. Weber V. von Lang-Göns darüber gesprochen, wi.' es möglich sei die Vogelsberger Viehrasse wieder auf ben früheren Stanbpunkt zu bringen, H^tr Krelsasiessor Nover einen längeren Vortrag über die Bildung eines Vere ns zur Züchtung und Veredlung der Vogelsberger V'ehrafse. Da man längst anerkannt hat, daß diese Rasse für unsere Gegend, nam ntlich für den kleinen und m ttleren Bauernstand die geeignetste ift, weil sie alle Vorzüge in Bezug auf Milch, Fleisch Ausdauer tm Zug, billigere Haltung u. s. w in sich vereinigt, da die mst großen Opfern aus der Schweiz eingeführten Viehrass-n andere Lebensbedingungen erfordern, als sie hier beim kleineren Landwirthe finden und deshalb rasch durch N-chzucht begenerirt roeiben, also fortwährenbe Einführung frember Zuchtthiere erforb-rn, ba ferner die Vog.'lsberger Raffe nur burd) schlechte Haltung unb zu frühe Nachzucht heruntergekommen ift, so erscheint es gewiß als ein anerkennenswerth's Streben, wenn die Lanbwirthe sich oeretn-gen unb die Zucht und Veredlung der Vogelsberger Viehrasse sich zur Aufgabe machen Hierzu kommt noch der weitere Umstand, daß dteThiere der Vogelsberger Nasse am wenigsten von der Perlsucht befallen werden, was aus dem Grund.- sehr zu beachten ift, weil nach den neuesten w-ssenschastlichen Forschung.n die Perlsucht mit ber Tuberkulose bei b n Menschen ibentisch ist unb letztere burd) ben Gmuß von Milch unb Fleisch verlsüchtiger Th ere auf ben Mensch n übertragen werben kann Daß bie Lanbwirthe in hiesigem Kreise Interesse für diese Sache haben, zeigte tn den Versammlungen zu Grünberg und Groß-L>nden, denn in ersterer erklärten sich 39 unb in letzterer 30 burd) Unterschrift bereit, genannten Verein zu grünb.m event. bemfelben beizutreten „ Noä) diesen Vorgängen wird es gelingen, eine große Anzahl Landwirthe für ein Unternehmen zu gewinnen, bas für die Lanbwirthe bes Vogelbergs unb feiner nächsten Umgebung von größtem Vortheil sein wirb. Wie zu erwarten steht, werbe» R gierung ? » ^b^^rth'^afUiche Verein ben Vogelsberger Viehzuchtverein berart unterstützen, baß bie Mitglieber desselben außergewöhnliche G.'ldopser nicht zu bringen haben- n T fielen Seiten wird über die heurige Größe der Kornhalme berichtet. Ein Unicum dieser Art dürfte wohl ein Halm sein, welcher uns auf unser Bureau aus der Krosdorfer Flur gebracht wurde. Derselbe mißt genau 2 Meter 65 Zentimeter. Gewiß eine refpcctable Größe. Vermischte-. ,. r. ber ©etterau, 1. Juni. Die Errichtung einer Rübenzuckerfabrik in t)iefiger Gegend ist als gesichert zu betrachten, da die erforderliche Morg nzahl Rüden- cultur gezeichnet wurde. Die Constituirung der Gesellschaft soll nach d.r Ernt.- erfolgen. - Die Jünglten Hagelschäden, die freilich nicht die Verheerung wie in Rheinhessen zur Folge gehabt, haben wieder einmal recht deutlich die Nothwendigkeit der Versicherung gegen Hagelschaden^ gezeigt Leider steht eine gewisse Abneigung, die meist aus Un- kenntmß ber Verhältnisse refultirt, ber Versicherung in vielen Fällen entgegen. Frankfurt a. M, 3. Juni. Ein schweres Unglück hat sich gestern auf der Jagd im Walde bei Oberursel zugetragen. Der hiesige Rentier Fuchs hat einen seiner Freunde, den Privatier Desch iuer von Oberursel, aus Unvorsichtigkeit erschossen in einer Entfernung von 60—70 Schritten. Die Kugel ging dem Letztgenannten in den Rücken unb burch ben Körper hindurch Der Getroffene brach sofort zusammen und ist, obwohl sofort ärztliche Hülfe requirirt wurde, tn der verflossenen Nacht gestorben. Die Jagdgesellschaft bestand aus vier Herren, zwei von hier und zwei von Oberursel. Der Thäter — Wittwer und Vater von 4 Kindern im Alter von 8—15 Jahren — hat sich heute früh der Behörde gestellt. Schweinsberg, 5. Juni. Selten ist wohl dem Oh nthale e'n solcher Gewittertag wie der gestrige gekommen. Bereits in den frühen Morgenstunden begann aus Nordwest ein schweres Gewitter heranzuzieh.n, das sich von 6 bis 7 Uhr Morgens mit überaus heftigen elektrischen Erscheinungen unb Regengüssen über unserem Thale zum Theile en Hub; es schlug in einem am Nordabhange der Amöneburg gelegenen Wirths- hause und in einer Kegelbahn vor Schweinsberg, jedesmal falt, ein, jedenfalls aber wird man in ben nächsten Tagen von einer großen Anzahl von Orten hören in welchen bieses Gewitter Schaben gethan hat- Währenb 4 Minuten würben allein 5 birect zur Erde niedergehende Zickzackblitze beobachtet. Zwischen 7 und 8 Uhr Morgens kam ein nicht minder heftiges, aber rasch vorübergehendes Gewitter aus Sübwest, dem dann im Laufe des Nachmittags noch meh ere andere folgten, von denen das um 6 Uhr Abends einen wahrhaft tropischen Regenguß (in 8 M nuten 26 Mm.) brachte. Im Ganzm lieferte der gestrige Tag an Niederschlag die außerordentliche Menge von 48 Mm. Regen- Das Barometer stand während des Morgeuwstters auf 741,6 Mm-, stieg dann in den Morg nftunben bis zu 742,0 unb befand sich während der Nichmittagsgewitter In beständigem Schwanken, um gegen Abend seine tiefste Stellung mit 740,5 Mm. einzunehmen Die Dunstspannung betrug bei einer Wärme von 21,4 C. — 13,8 Mm- '.^"«nentn ®0d|,n 'n 'st und es !üi ^züglich '^henkwurss °S- und die' "besonderen ^"lben, die yW ihre v kein KremTNr ss'ON, so don °Ab"rachten, *?•« sicher - ö°Jtaii| und Rieten eine Zwar bieten Mieren M- °y, als auch ,a6 über diese rch eine Vergegenwärtige ch eme Reihe, ^'ung zu er- Mgung aller ssi, io daß die V Interesse in im Sommer- i und 86 Nicht- Medicin 73, issenschast 40, , Raturwissen- - Im ®nta: vichschaftliche mmlung unter mdivnthe aus Wagner IX. allung. wobei er sei, als ein orgehoben, daß pro Jahr und rochen, wi.' es mltjii bringen, j eines Sen nS gjt anerkannt inb mittleren ilch, t mA rtw wxi u\Wxn, ir6) NchBt ersord'rn. da rühe Nachzucht Streben, wenn berger Nh rasse ß dieTdiere der was aus dem strschung^n die tztere durch den [fragen werden . haben, zeigte flerer erflärten gründen event. chwirthe für ein seiner nächsten erbeut“ -ort unterstüM' i«n haben- ,Halme berichte - f unser Mreou 'r655enhHieter. »ä«- ^Hessen >UT »->st irtö1 ;B®trtÖ^ «d-r ngeoe’jibflim M.witter 2»-"- Temperatur in GUstU^ m »k .. Wai !882. LS : : : : ; • ■ + 0R- JJÄ*3<^ N-ederschlag an 12 Tagen . . . ' iK Par. Ron _ " im Mttttl früherer Jahre an 14 Tagen 2,01 „ ä Kirchliche Anzeigen der Stadt Gießen Evangelische Gemeinde. M i t t w o ch d e n 7. I u n i. ^ahresfest des Vereins für innere Mission in Oberbessen —-----Vormittags 10 Uhr: PsarrerFreiensehner aus Jugenheim. Wafferwärme der Lahn 2lm 6. Juni, Mittags zwischen 11 und 12 Uhr: + 15V? R-, Luftwärme + 16° R —rruid. Ehr. Rübsamen. Echternach, 31. M li Der „Magdeb. Zig." wird geschrieben: Ein endlos lmgrZug der Prinz-Heinnch-Bahn brachte uns vom Moselthal durchs Sauerthal nach Echtcrnrch, wo heute die in der ganzen Christenheit als Unikum dastehende Prozession der „ip ingenden Heiligen" abgehalte.r werden sollte. Das Städtchen war fö ml'.ch mit F emden vollgepfropft. Gegen 8 Uhr Vormittags sammelte sich die Menge an der Sauerbrücke, welche nach dem preußischen Dörfchen Echternacherbrück h nüder- fü itt und stellte sich in Reihen von vier oder fünf auf. Dazw schen drängten sich zahlreiche L ute mit dem Rufe: „Wollt Ihr mich dangen (bingen) für zu sprangen^" G> gen eine Entschädigung von 1 b s 2 Frcs erklären sie sich bereit, mitzusp.rngen und zu Gunsten d 's Zahlenden auf sämmtl'che dadurch zu erwerbenden himmlischen Verdi, nste zu verzichten. Sobald die Musikcorps — wir zählten deren 30 bis 35 — die allbekannte Melodie: „Adam hatte sieben Söhne" intonirten, begann der Tanz: fünf mchr ober weniger hohe Sprünge vor unb vier zurück; Anbere machten blos bret Schritte vorwärts unb zwei zurück. Von einem erhöhten Stanbpunkte aus gesehen, machte bas Auf- unb Nttberhüpfen ber Köpfe in Verbindung mit dem wellenförmigen Vor- unb Rückwärtswogrn ber Reihen einen unbeschreiblichen Einbruck. Geradezu adschreckenb ist ber Anblick ber Tanzenben mit ihren schweißtriefenden, fanatisch verzerrten Gesichtern unb ben convulsioischen Bewegungen ber Arme unb Beine. Die P'vzession burchtanzte mehrere Straßen der Stabt und wendete sich sodann zur Pfarrkirche, m welcher ber heilige Willibrorbus, zu bessen Ehre bie Feierlichkeit stattfinbet unter dem Hochaltar begraben liegt. Auch die zur K rche führende, über 60 S ufen zählend? Treppe w rd b naufgetanzt, sowie durch die Kirche um ben Sarkophag des H il'gen herum. Nachdem die Pilger noch dreimal um ein neben der Kirche stehendes Holzkreuz getanzt hatten, war die Wallfahrt beendigt- Der etwa 1V2 Kilometer lange Weg wrb von dem einzelnen Pilger in etwa zwei Stundm zurückgelegt. Erst nach 3 Uhr langten die letzten Pilg r oben in der K rche an. Die Zahl der Theilnehmer wurde auf etwa 10 000 bis 11,000 geschätzt; annähernd eben so viele Zuschauer mögen anwesend gewesen fein. Unter den letzteren bemerkte man zahlreiche Engländer welche bie bestgelegenen Plätze gemietet hatten. ' Handel und Verkehr. Gießen, 6. Juni. Auf bem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter per Pfd JL 0.75-0.85, Hühnereier 1 Stück 5 H unb 2 Stück 9 4, Enteneier per Stück o-6 Sb Ganseeier per Stück 0 H, Käse per St. 5—8 H, Kasematte per Stück 3 H Erbsen 1 Liter 22 H, Linsen 1 Liter 30 Tauben bas Paar 60—80 Hühner ver Stück u. 0.90—1.40, Hahnen per Stück X 1.00—1.50, Enten per Stücks 1 70—2 00 ■ Ochsenfleisch per Pfunb 64—66 Kuh- und Rindfleisch 54—56 X Kalbfleisch 44 bis ^0 ^Schweinefleisch 62—64 Hammelfleisch 60—70 ^, Kartoffeln per 100 Kilo «AL 4.00—4.50, Zwiebeln per Gentner X 15—18, Milch per Liter 16—18 X Frankfurt, 5. Juni. Der heutige Viehmarkt war ziemlich befahren. Ange- trieben waten ca. 3dO Ochsen, 260 Kühe und Rinder, 230 Kälber und 160 Hammel- i Die Preise stellten sich per 100 Pfunb Fleischgewicht: Ochsen 1. Qual, x 68-70, 2. Qual. X 62—64, Kühe 1. Qual. X 58—60, 2. Qual. X 50—52, Kälber je nach Qualität X 50—62, Hämmel 1. Qual. X 60—62, 2 Qual. X 45—50. bis1S.G°rst- eff. und ®ette/aüerTlL I" f ' . W X 17, fremder X 16—17. Rüböl pff r ~ ' Hafer eff. hief. 50 Ctr. X 31 y2. Branntwein eff. ohne Faß' x 41 lc in vor Reichspostgebitte, in^ cTfle^re^U^nTn a$am-r6unb"9h0Q& ? ‘5 beut^en zusammen 15859 Postverwaltungen. Die Rabl her $a&rc 1881 Die Postbeamten unb Unterbeamten fteüten b?e^ anfehH.^fq^meIfaften ^trug 66 795. Trotz Eisenbahn — ned) wendig. Die Summe ber innerhalb ber erwähnten vttr "nd Schotten noth- beforberten Briefe betrug 673 Millionen iene der ?ostgebiett im Jahre 1881 posts nbungen mit unb oh le W rthang.tbe wurden 9^724 Millionen. Fahr- auf Deutschland allein 51 848100 aut °35 ^eforbert. wovon Postanw isungen würben 53 848 975 verrntttett D^Ä^der"ans L3lm22ft4 ^fallen. Personen bel.ef sich auf 3 757 044. ' C ber auf den Posten gereisten C°ursLlch^MltLM'durchras ®±B Albkrt^ cT°I°gr°ph,sch°r Creditactien 277i/a, Staatsbahnactien W? («aHiipr 97n/ Uakn n in Gießen.) Rent^91i,4, 4°/o Unific. Egypter 71^ ^ 29 /i6' 5% Rumänische Oeffkntlichk Aufforderung. Die Wittwe des am 23. Mai l. I. verstorbenen Ortsdieners Kaspar Dormebl in Allendorf a. Lahn hat Namens ihrer ininderjährigen Kinder aits Erben desselben die Erbschaft unter der Nechtswohlthat des Inventars an- g^treten. Es werden daher Alle, welche Ansprüche an fraglichen Nachlaß zu bilden haben, zur Anmeldung derselben irc der Gerichtsschreiberei des unterzeichneten Gerichts innerhalb 14 Tagen, , von heute an gerechnet, hiermit unter dem Anfügen ausgefordert, daß nicht augemeldete Forderungen voraussichtlich : Berücksichtigung nicht finden werden. Gießen, den 2. Juni 1882. Großh. Amtsgericht. 13921 Stammler. DvnnrrltLfl den 8. Juni, Nachmittags 2 Uhr, soll auf hiesigem Ortsgericht bie Klee-Ernte von einem Acker des Heinrich Keck bei ber Pulvermühle dahier und nach Fentleiben das Gras im Hausgärtchen iieistbieteud versteigert werden. Gießen, den 6. Juni 1882. Großherzogliches Ortsgericht. 3927___Müller. Mittwoch d u 7. bs. Mo., Nachmittags 2 Uhr, wen im Flett'scheu Hofraum hier 2.runde Tische, 3 Kommoden, 1 Sopha .und 1 Secretär wciitbietenb versteigert werden. Gießen, den 6. Juni 1882. i(iqp Geißler, Gerichtsvollzieher. Allgemeiner Anzeiger. Die feinsten Satins g-blumt und glatt, per Meter 1 M. 20 ______F. Helberg, Uirchkrtplatz. Schlaekensandsteine ;’***•' Albrecht Stein, Schlackenstein fabrik. □□□□ O Ich beehre mich hiermit anzuzeigen, daß der Ausverkauf in meinem 8 O '"'Origen Locale nur noch bis 1. Jul. dauert und demgemäß die ° Q greife meiner Maaren nochmals ermäßigt habe. Es bietet sich meinen D o geehtten Abnehmern hierdurch Gelegenheit, die gediegensten Waaren 9 O sehr vorth eil haft einzukaufen, wobei besonders auf Shirtings, Q O und Handtücherzeuge re. aufmerksam mache. 3786 O | Moritz Heichelheim, g QDDoc3aaoa)oooaoaaaoooooDOooaopoooooQoo Für Arbeiter: Ausverkauf. 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Lumda, Frankfurt, Friedberg, Giessen, Lieh, Londorf, Nauheim, Zwingenberg, am Juni 188®, Nachmittags SVr Uhr, in der Stadtkirche zu Giessen. Eintrittskarten und Texte sind in der Universitätsbuchhandlung von Ferber und in der Musikalienhandlung von Rudolph zu haben.M Preise der Plätze: Reservirte Plätze auf der Orgelbühne und im vorderen Schiff 2 Jl. Plätze unter der Orgel und auf der ersten Bühne 1 JL Plätze auf der zweiten Bühne 50 Texte ä 10 3917______________________JDas West-ConMe* > sofort gesucht bei L. Hormann, Bras^ ~ 3840"41üd)t. Schrcinergesellcrr M C. Kockerbeck. Danksagung. Für die vielen Beweise der Theilnahme an unserem Leid um den Tod unserer geliebten Gattin, Tochter, Schwester und Nichte Frau Pfarrer Sidonie Schöner, geb. Weber, sagen wir allen Freunden und Bekannten herzlichen Dank. Gießen, den 6. Juni 1882. 3935 Die trauernden Hinterbliebenen. Verantwortliche Rcdaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen. SurcaU' A VormmW K dreijähriger an Wi vorMehmen Im Dari geruht, mitti Karl Heinri vom 1. Jur Dari MergMgK Sim 2i unb W utib der Reißu luvg m . m 3i, den Rath bei lur öffentlich Eüssung in den Rath be an der Kalrath & Darmstadt, an den Hannes Ror , an den Hannes Jhri Ht ernennen. . Arn 3 *n Pension 9 der W itn r, über. W! "'S 80, BNtt «inen, VE ich,? tat teilte . W h di-, 8 trQ9eubi