Erstes Blatt Sonntag den 7. Mai. Mr 106 1882 ießencr Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Preis vierteijährlich 2 Msrk 20 Pf. mit Scingerlebrt. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. •MMNt Schulstraße B. 18. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. fÄufen:1 3 Sp°Zierstöcke, 1 Paar Stiefel, 1 Pferdeteppich, 1 Portemonnaie mit Inhalt, mehrere Schlüssel. Gießen, am 5. Mai 1882. Betreffend: Die Zusammenlegung der Grundstücke in der Gemarkung Saasen. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. _______Fresenius. Deutscher Reichstag. 3. Sitzung. Freitag, 5. Mai. Präsident v. Levetzvw eröffnet die Sitzung um 1*/, ithr in™ tische: Staatssecretär v. Boetticher u. 21. Das Andenken des no?* verstorblnen Abg. Abt (Bayern) ehren die Mitglieder des Hauses ~a0ctI den Sitzem- Vor Eintritt m die Tagesordnung erklärt Abg°^eiher^.u pr ank7n" dankend annehme «°'E-ne Wahl zum.ersten Vieep,äsidenten kes Hauses' Tagesordnung: ordnung. ®lftC ®C*0 t£§ S°s°tz°n-wmfs betreffenb die Abänderung der Gewerbe- Abg. Dr. Lasker erkennt an, daß die Gewerbeordnuna in reformbebürftig fei. Der vorliegende Entwurf verdiene insofern^ Mnerfen^mmn den guten Willen der Regierung zum Ausdruck bringe, daß er das NrinUn'd-r werbesreihett nicht ausgeben wolle. Zu tadeln habe er aber namentl.ck sie an Siclle des Prinzips, die Versagung der Coneessionen nur von der Perso^welche e neu Mißbrauch des.Gewerbes besorgen läßt, abhängig zu machen über dk Zuverlässigst des Gewerbebetriebes bre Polizei befinden lassen wolle. Damit werde der Willkür Thür und Thor geöffnet. Redner bedauert, daß die Regie,ung es nicht verstanden hab' ein lebendiges Bild vom Hausir-Gewerbe zu entwerfen. Mohl habe die Schäd'guna des Haustrgerverbes als eine Schädigung der besten Kräite der Nation bezeichnet und er unterschreibe das Wort für Wort. ,Widerspruch.) Wer das nicht zugeben wolle, der kenne das Hausir-Gewerbe - icht. Das Hausir-Gewerbe sei auf dem Lande gar nicht zu entbehren. Es sei ein nützlicher Theil des gewerblichen Betriebes. Wenn man einen Gewerbebetrieb herabdruckt in seinem Verhältnisse zu den öffentlichen Behörden so verschlechtere man damit die Wirtbschaftspoliiik, denn man entziehe ihr die besten t. na"',ei’tl'd’ die Anhänger der gegenwärtigen Wirthschaftspolitik nicht außer Acht lassen. Redner unterzieht die rigorose Vorschrift, wonach das Haustr- Gewerbe untersagt werden kann, wenn der Betreffende unter Anklage gestellt worden ist wegen eines Vergebens und mit mindestens sechs Wochen Gefängniß bedroht ijt, emer eingehenden Kritik und tadelt u 21. auch diejenigen Bestimmungen, welche sich aut die Hanolunasreisendeu beziehen. Durch dieselben würde em ganzer Stand tut herabgebrückt werben. Die Handlungsreisenden sollten wegen des geringsten Vergebens zu Hausirern degradiri werden. Weiter wendet sich Redner gegen das Colportaae- verbot. Es sei völlig unzulässig, die Beurtheilung des Patriotismus einer Druckschrift ben Verwaltungsbehörden zu überlassen, in einer Zeit, wo große und geachtete Parteien ?°^Ele der Reichsfeindlichkeit ausgesetzt seien. Das beißt, die Behörde direei Par eigetnebe hineinziehen. Um das Maß voll zu machen und die Maschen des Poltzeistaates von allen Seiten zuzuziehen, sei außerdem das Verwaltungsstreit- veifaheen beseitigt und nur die Beschwerde bei der vorgesetzten Behörde zuaelassen. Di- Regierung gehe damit um, das deutsche Reich unter die Obhut der Polizei über« zu folg" UTlb ° ™nn' ^iießt Redner, er nur warnen, der Regierung auf diesem Wege , ,, Abgeordneter Hartmann (Sachsen) begrüßt die Vorlage mit Freuden, er glaubt, daß nur sehr wenige der von Lasker erhobenen Bedenken gerechtfertigt seien Die Bedenken Laskers konnten übrigens von der Kommission eine gründliche Erörterung nnd Berücksichtigung erfahren; auch habe er zu den Regierungen das Vertrauen daß sie die Bestimmungen ber Vorlage nicht willkürlich handhaben würden. 8u den Eimel- fietten der Vorlage übergehend bemerkt Redner zunächst, daß in Bezug auf die sogenannten Tingeltangel verschärfte Bestimmungen durchaus nothwendig seien Auch er Las? iNeinung, daß das Hausirgewerbe nicht entbehrlich ist, er glaube indeß nicht, daß die Regierung dem Hausirgewerbe ans Leben gehen wolle. Schließlich erklärt Redner, daß die koiiservative Partei durch die Vorlage noch nicht vollständig befriedigt fei, indem er an die obligatorische Einführung der Arbeitsbücher erinnert, die er für nothwendig erklärt und hervorhebt, daß nach aller Meinung der gegenwärtige Zustand m dieser Beziehung in seiner sächsischen Heimath ein völlig unbefriedigender sei. Er habe m Wahlversammlungen selbst die Nothwendigkeit der obligatorischen Arbeitsbücher betont und kein Arbeiter habe die Einführung derselben für ungeeignet erklärt; er habe sogar sozialdemokratische Stimmen auf sich vereinigt, weil die Arbeiter zu ihm redftg1)1^*1 btt^en ul,b er stolz auf diese sozialdemokratischen Stimmen. (Beifall . , ?bg. Büchtemann: Der Vorredner hat nicht versucht, die grundsätzlichen Be- oemen Taskers zu widerlegen, der sich nur auf Hervorhebung einiger Punkte beschränkt, in denen die konservative Partei von der Vorlage der Regierung abwich. In Arbeiter- treisen herrscht eine allgemeine Abneigung gegen die Arbeitsbücher. Die Arbeiter per: borre6jtrten au§ dem sehr gerechtfertigten Grunde die Arbeitsbücher, weil dieselben ein Aufsichtsrecht der Arbeitgeber über die Arbeiter bedingen. Auf die allgemeine Tendenz der Vorlage ist der Vorredner nicht eingegangen, weil dieselbe den polizeilichen Charakter so sehr an der Stirn trägt. Die alte Polizeiwirthschaft solle einfach wieder emgefuhrt werden. Der Versuch, durch politische Hülssmittel Abhülfe gegen Mizelne tm Hausirgewerbe hervorgetretene llebelstände zu schaffen, führe zu nichts PT s.-?rJ,a0C el'fcnne stlbst die Unzulänglichkeit der polizeilichen Prüfung an, obgleich fiep biefelbe auf unser ganzes Leben erstrecken solle. Die Folge der polizeilichen Eiii- mischung wurde nur sein, daß den Denunziationen oder Chikanen der (tonenmitten Aur und Thor geöffnet werbe. Zn den einzelnen Gewerbetreibenden übergebend hebt Siebner das abfällige Urtheil der Motivirung über den Charakter der Handelsreisenden hervor, die von Llnfang bis zu Ende der Willkür der Polizei unterstellt werden '>titd> foUe man den Arbeitern xnb kleineren Grunbbesitzern ber östlichen Provinzen bic schon mMaft answnitn, die Möglichkeit des Erwerbes nicht eiffchweren Redner schließ/mit der Erklärung, daß die liberale Partei nicht wünsche, daß eine Bresche in ?'e Uwerbefrecheit gemacht, und daß unter dem Vorwande der -drdniliig das Gewerbe der Willkür der Polizei überantwortet werde. (Beifall links ) C Bundesrathstommissar Geh.-Rath Bodi cher bestreitet, daß die Vorlage hinter Sol9e,P,^ auf die in Flur IX der Gemarkung Saasen gelegenen Kreuzwiesen und Finkelochsmiesen bezüglichen Arbeiten nämlich: 1) die Karten mit den eingezeichneten neuen Grenzen der Parcellen; __« 2) das topographische Güterverzeichniß; 3J die Geschosse, in welchen die Abschätzungen eingetragen sind; . , 4) die Geschosse, welche die Nebertragung der Rechte enthalten; i r 5) die Protokolle der Commission; 6) das Begutachtungsprotokoll des Gemeinderathes ^angegebenen Frisst'spAestens^! *’ "Uf ®UreaU bcV ®r°to" Bürgermeisterei Saasen mit dem Bemerken offen gelegt, daß Reclamationen wahrend der . im Termine Dienstag den 23. Mai l. I., Vormittags von 11-12 übt, Ä der Großh. Bürgermeisterei Saasen bei Meldung späterer Nichtberücksichtigung und der Annahme des Einverständnisses vorqebracht werden müssen indem eine Wiedereinsetzung in den vorigen Stand wegen Versäumniß der oben angebenen Frist gesetzlich nicht zulässig ist Gießen, den 5. Mai 1882. Großherzogliches Kreisamt Gießen. ______Dr. BoekmaNN. Deutschland. Darmstadt, 5. Mai. Wie uns aus Windsor-Castle vom 2. d Mts mitgetheilt wird, beabsichtigen Se. König!. Hoheit der Großherzog und Ihre Großh. Hoheit die Prinzessin Victoria am Samstag den ß. ds. mit Gefolge von Windsor-Castle abzureisen, um sich zunächst nach London zu begeben und dort- felbjt noch einige Tage bei Ihren Künigl. Hoheiten dem Prinzen und der Prinzessin von Wales in Malborough-House zu verweilen. Der Abreise der Allerhöchsten Herrschaften nach Deutschland dürfte demnach nicht vor EM der nächsten Woche entgegen gesehen werden. (Darmst. Ztg.) Araukreich. Paris, 4. Mai. Deputirtenkammer. In Beantwortung einer Anfrage Tenot s über das längst bei Tigri stattgehabte Gefecht erklärte Ministerpräsident Frepcmet: Der Vertrag vom Jahre 1845 gewähre die Ermächtigung Marodeure über die Grenze von Algier hinaus zu verfolgen, der Sultan von Marokko habe seine Befehlshaber an der Grenze aufgefordert, den französischen Truppen ihre Aufgabe zu erleichtern. Das Gefecht habe auf dem Zwischenqebiete zmi- fchen Algier und Marokko stattgefunden, das von unabhängigen Süimineii bewohnt sei der Kaffer von Marokko sei in keiner Weise verantwortlich, wenn dieses Gebiet als Hauptquartier für Ausstandsversuche diene. Die framöfitoe Regierung würde stets von der Sorge für ihre Würde und für die Sicberbeit geleitet sein. Tenot dankte dem Ministerpräsidenten für seine patriotischen Erklärungen. — Der radikale Deputirte Ballue interpellirte die Regierung ebenfalls über Algier machte dein Cabinet den Mangel an Kraft und Stärke um Vorwurf und veckangte die Occupatwn von Figuig. Ministerpräsident Frencinet erwiderte, wenn Figmg em gefährlicher Concentrirungspunkt wäre könne Frank reich denselben besetzen, aber die Nothwendigkeit seiner Bef tzung 'se °Mt nach- gewiesen. Nach competentm militärischen Urtheilen würde e?n?cht' genü?en, 2 bis Figuig, sondern noch 800 Kilometer weiter darüber hinaus zu geben Die Kammer beschloß über die Interpellation Ballue vom Cabinet beantragte Anfache Tagesordnung. 1 Afrika. Kairo, 4 Mai. Der angebliche Prophet Molidi hat die canvtiicken Truppen neuerdings geschlagen und sich der Stadt Sennaar beiiiäcktiak Derselbe marschirt gegen Kartoum, die Hauptstadt von Soudan welckw obne Ber- theidigung ist. Darfour und Kordofan befinden sich in vollem Aufstande die Principien der Gewerbeordnung von 1863 zurückgehe, und weist die gegen die Vorlage erhobenen Einwendungen als unbegründet zurück. Die Befürchtungen, daß die Behörden willkürlich verfahren könnten, theile er nicht. Was die Handlungsreisenden anlange, so sollte nur das Hausirmäßige von dem Stande abgeschnittcn werden, und damit wären unsere Fabrikanten und Handlungshäuser einverstanden. Die Handlungsreisenden bleiben was sie sind, es handle sich nur um das damit verbundene Hausir- gewerbe. Auf das Colportagegcwerbe übergehend bemerkt Redner, daß unter patriotischen Schriften solche verstanden werden, welche patriotischen Inhalts sind oder über allen Parteien stehen. Der Präsident theilt mit, daß ein Antrag auf Verweisung an eine besondere Kommission von 21 Mitgliedern eingegangen ist. Dann vertagt sich das Haus. — Der Präsident schlägt die nächste Sitzung auf Sonnabend 1 Uhr vor. Tagesordnung: 1) Antrag Frohme wegen Einstellung des gegen Liebknecht schwebenden Strafverfahrens, 2) Rest der heutigen Sitzung fortzusetzen. Es erhebt sich hierüber wiederum eine längere Geschäftsordnungsdebattc, die das fortdauernde Zusammentagen des Reichstags mit dem preußischen Abgeordnetenhaus!: zum Gegenstände hat. Abg. Rickert bittet, die nächste Sitzung nicht am Sonnabend festzusetzen, andernfalls aber Alles zu versuchen, um diesem Zustande ein Ende zu machen. Redner erinnert daran, daß der Reichskanzler früher selbst einmal erklärt habe, er würde einem Zusammentagen der beiden Körperschaften niemals seine Zustimmung gegeben haben. Abg. Dr. Windthorst will es bei der vorgeschlagenen Sitzung belassen. Er hoffe, daß die Regierung thun wird, was das zweckmäßigste ist, nämlich den Landtag morgen zu schließen. Abg. Richter (Hagen): Die „Prov.-Corr." habe gezeigt, was damit beabsichtigt werde. Der Reichstag solle zu einer Aenderung der Verfassung in Bezug auf die jährliche Berufung des Reichstages veranlaßt werden. Der Zustand werde fortdauern, wenn man sich herbcilasse, täglich zweimal Sitzungen zu halten. Abg. v. M innige rode hält im Gegentheil das tägliche Tagen des Reichstags für das beste Mittel, die Regierung zu veranlassen, den baldigen Schluß des Reichstages herbeizuführen. Das Haus schließt sich dem Vorschläge des Präsidenten an. Schluß 5 Uhr. Telegraphische Depeschen. Wotff's telegr. Correspondenz-Bureau. Prag, 5. Mai. Nach einer Mittheilung aus Dux hat tue Strikebe- wegung dort ihre Endschaft erreicht; auch aus den anderen von dem Strike heimgesuchten Revieren wird eine heute eingetretene allgemeine Zunahme der Arbeitskräfte gemeldet. Wien, 5. Akai. Das Abgeordnetenhaus hat heute unter Ablehnung aller Abänderungsantrüge die Zolltarifklassen für Schlacht- und Stechvieh, Wild- pret unü thierische Products unverändert nach den Ausschuß-Anträgen angenommen. — Ringtheater-Proceß. Kapellmeister Hellmesberger giebt an, er habe unmittelbar nach dem Ausbruch des Feuers dem Polizeirath Landsteiner gesagt, er solle Licht in das Theater schaffen, da noch Leute darin seien. Landsteiner habe ihm geantwortet: „Beruhigen Sie sich, es ivird Alles gerettet." Landsteiner bestreitet seine Begegnung mit Hellmesberger, welche indeß von dem Sohne und der Gemahlin des Kapellmeisters bestätigt wird. Der Redacteur des „Wiener Tagebl.", Frischauer, bezeugt, er habe Landsteiner zu den Erzherzogen sagen hören: „Alles ist gerettet." — Dein „Wiener Tagebl." zufolge unternahm gestern eine combinirte Kolonne, verstärkt durch eine Batterie, eine Streifung gegen den aufständischen Bezirk Zupa und lieferte den Insurgenten bei Pergolis ein siegreiches Treffen. Der Feind wurde vollständig gesprengt. London, ä. Mai. Gutem Vernehmen nach hat heute eine Versammlung der conservativen Partei stattgefunden, in welcher mit Einstimmigkeit beschlossen wurde, die weitere Entwickelung des irländischen Progranuns des Cabinets abzuwarten. Wenn die Antworten der Regierung auf die diesbezüglichen Fragen der conservativen Deputirteu unbefriedigend ausfallen, soll ein Tadelsvotum gegen das Cabinet beantragt werden. Lokale». Gießen, 6. Mai. Die „Freiwillige städtische Feuerwehr" hat in ihrer Generalversammlung am Donnerstag Abend ihre Auflösung beschlossen. Im Jnscrateniheil der heutigen Nummer veröffentlicht der Vorstand eine Erklärung zur Begründung dieses außerordentlichen Schrittes. Es wird In erster Linie der Stadtoertreiung der Vorwurf der Nichtachtung und Zurücksetzung gemacht. Wir müssen es selbstredend dem ange- griffenen Theile überlassen, diesem Angriff ein Paroli zu bieten, glauben jedoch, nach unseren Ersahrungen, den Grund der Zerfahrenheit tm Wesen der freiw. städt. Feuerwehr ganz wo anders suchen zu müssen, als es in der Erklärung bezeichnet ist. Die Stadtvertretung hat zu jeder Zeit und bei jeder Gelegenheit das Interesse des städtischen 'Löschwesens zu fördern gesucht. Wo es nicht geschehen ist, war da vielleicht nicht die Schuld aus anderer Seite zu suchen? Wenn in der Erklärung von „schnödem Angriff der Pi esse" gesprochen wird, so weisen wir unsererseits diese Behauptung zurück. Wir haben keinen „schnöden" Angriff gemacht, wir glaubten nur unsere Pflicht zu erfüllen, wenn wir auf Mängel im Löschwesen hindeuteten, Mängel, welche sich die Spatzen von den Dächern pfiffen. Unter Umständen ist die Auflösung der freiw. städt. Feuerwehr fast zu begrüßen, bittet sich vielleicht doch die Gelegenheit, auf den Trümmern der alten Wehr eine neue aus dem Kern der Bürgerschaft herausgehende Feuerwehr zu gründen und durch zahlreichen Zutritt von für das Wohl der Mitmenschen fühlenden thal- kräftigen Männern diese neue Feuerwehr lebenskrästig zu erhalten. — Gestern Abend versammelte sich eine Anzahl jüngerer Bürger zur Gründung einer neuen sretwilltgen Feuerwehr. Die Herren gingen in ihren Erörterungen von der Ansicht aus, daß es Pfl cht und Ehre eines jeden jungen Bürgers sei, sich dem schönen Dienste des Feuerlöschwesens und dem Wohle der Vaterstadt zu widmen. Sie hoffen aus zahlreichen Beitritt unserer seßhaften Einwohnerschaft, damit ein fester, haltbarer Kern geschaffen werde, um welchen sich jeder gut und billig denkende Mann schämten kann. Sollten die Herren sich in ihren Anschauungen getäuscht haben, so dürste leicht der Fall Eintreten, daß aus Grund des Gesetzes vom Jahre 1857 unsere junge Bürgerschaft von Amtswegen gezwungen wird, die städtischen Löschgeräthe an die Lahn zu ziehen und dort ihre Spritzeuproben abzuhalten. Doch glauben wir, daß bei dem gesunden Sinne, der Eichens Bürger Innewohnt, solches nicht mehr anwendbar sei. Wir hoffen, demnächst Weiteres über die neu zu bildende Feuerwehr mittheilen zu können. — Bei dem Gewitter am Abend des 4. ds. Mts schlug der Blitz in der Scheuer des Georg Faber III. zu Leihgestern ein, ohne indessen erheblichen Schaden anzurichten. Handel und Verkehr. Gießen, 6. Mai. Aus dem heutigen Wochenmarkte kostete: Butter per Pfd X 100—1.05, Hühnereier 1 Stück 5 H und 2 Stück 9 Ä, Enteneier per Stück 5~0 H, Gänseeier ver Sk.0-00 Käse x. St. 5-9 Kasematte per Stück 3^, Erbsen 1 Liter 2o H. Linsen 1 Liter 32 Tauben das Paar 60-75 P>, Hühner per Stück X 1.20-1.40, Hahnen per Stück X 1.50—1.70, Enten per Stück ^4 2.00—2 50 Ochsenflcisch per Pfund 64-66 H, Kuh- und Rindfleisch 50-54 X Kalbfleisch 44 bis 50 H. Schweinefleisch 62-64 H, Hammelfleisch 60-66 Kartoffeln 100 Kilo M. 3.00—3.60, Zwiebeln der Centn» X 15—00, Milch per Liter 16—18 «- ^ankfnrt a. M., 6. Mai, Nachmittags 2 Uhr - Min. (Telegraphischer Coursberrcht. Witgetherlt durch das Bankgeschäft Albert Kaufmann in Gießen.) Credttactten 293'/«, Staatsbahnactien 287-/«, Galizier 266, Oesterr. Silberrente foV«, 4% Unaar. Goldrente 75'/,, 4% 1880er Russen 71-/«,, 2. Orient-Anleihe 57-/.°, Lombarden 128. Tendenz —. Auszug aus den Standesamtsregistern des Standesamts Gießen. Aufgebote. April. 1. Schlosser Ludwig Kreuter von Gießen mit Johanna Johannette Meckert, Tochter des Bergmanns Karl Weckeri von Haiger. 4. Seronde-Lieutenant und Regiments-Adjudant tm II. Großh. Hessischen Jnsanterie - Regiment Nr. 116 Friedrich August Wilhelm Julius Klingelhöffer mit Emma Henriette Katharine Schuster, Tochter d-s verstorbenen Steuerraths Franz Schuster von Gießen. 5. Schullehrer Anton Ohrmann von Budberg mit Gertrude Therese Auguste Muermann, Tochter des verstorbenen Schullehrers Friedrich Muermann von Hemmcrde. Geborene. April. 25. Ein Sohn von auswärts, Adolf. 25. Ein Sohn von auswärts, Ferdinand. 27. Dem Schneider Kaspar Weiß eine Tochter, Anna Elise Marie. Mai. 1. Dem Cigarrenmacher Ludwig Schuecko ein Sohn. 2. Dem Bremser Friedrich Michel ein Sohn, Friedrich. 3. Dem Stadtcassediener Heinrich Gengnagel eine Tochter, Theodore Katharine. Gestorbene. April. 28. Dem Taglöhner Ludwig KlooS eine todtgeborene Tochter. 28. Arbeiterin Henriette Fonhausen, 17 Jahre alt, vom Steinze>lerhof bei Weilburg. 29. Emilie Weidig, 21 Jahre alt. 29. Ein todtgeborener Sohn van auswärts. 29. Christine Bausch, 26 Jahre alt, von Weilmünster. Mai. 1. Sophie Marie, 3 Jahre alt, Tochter d's Schlossers Hartmann Babel. 2. Martin Julius, 3 Monate alt, Sohn des Schlossers Wilhelm Dörr. 3. Wagner Hemiich Döll, 23 Jahre alt, von Alt-Buscck. 3. Schuhmacher Johannes Haas. Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde. Getraute. Den 30. April. Nicolaus Biesdorf, Schneider in Gießen und Katharine Luise Haist, ledige Tochter des Holzbildhauers Wilhelm Halft zu Murrhardt. Denselben. Heinrich Jakob Heilmann, Kunstgärtner In Gießen und Johanna Margarethe Roth, ledige Tochter des verstorbenen Landgestütsdieners Adam Roth von Darmstadt Denselben. Christoph Bieker, Kaufmann in Gießen mit Katharina Johannette Schleuning, ledige Tochter des Oeconomen Johannes Schleuning zu Gießen. Getaufte. D»' 30. April. Dem Maschinenwärter Heinrich Wagner eine Tochter, Marie, geboren WU 13. März. Se™lbcn. Dem Geschäftsreisenden Karl Straub eine Tochter, Auguste Emilie, geboren den 28. November 1881. Den 5. Mat. Dem Redacteur Dr. Julius Engelmann eine Tochter, Henriette Charlotte, geboren den 29. November 1881. Beerdigte. Den l.Mai. Emilie Weidig, ledige Tochter des Hauptsteueramtsdlen-rs Christian Weidig in Gießen, alt 21 Jahre, gestorben den 29. April. Brodpreise vom 7. Mai bis 21. Mai 1882. der Bäcker |L$. 1 Kgr. (2 Pfd., Weißbrod.....32 1 2 „ l4 „ j......;64 2 1 „ (2 „ ) Schwarzbrod I. Sorte 29 1 2 „ (4 „ ) „ „ 58 2 1 „ (2 „ ) „ II. Sorte 26 3 2 „ (4 „ ) „ „ 52 1 bei Konrad Rinn III......54 2 3 „ (6 Pfd ) Schwarzbrod II.Sorte 3 bei Eduard Noll.......ii72 „ K.Haas, K. Wallenfels,M. Lenz 73 „ F. W. Hartmann u. L. Schneider 75 „ H. Kuhn........76 „ L. Kroneberg, E. Wallenfels, Chr. Faß und L. Keil . . . ,78 NB. Schwarzbrod II. Sorte wird von Aug. Noll nicht verkauft. Gießen, den 6. Mai 1882. der Brodverkäufer Kgr. (2 Pfd.) Weißbrod „ (4 „ ) „ .... „ (2 „ ) Schwarzbrod I. Sorte V (^ » ) M ff II (0 ,, ) „ ,, Kgr. (2 Pfd.! Schwarzbrod II. Sorte u ii ) tt ii II W V ) U H bet Emil Sauer „ I. Thomas und Kath. Baldauf Großherzogliches Polizeiamt Gießen Fr esenius. A 32 64 29 58 26 52 73 78 Für die Kinderhellanstalt in Bad-Nauheim erhielten wir von Herrn Lehrer Ebeling 3 X Für die notbleibenben Juben in Rußlanb gingen bei uns ein: 2. Sütf.ng 10 X, Dr. Hempel 5 x Hofgerichtsrath Hoffmann 4 X, C. B. 4 X, Ephraim Grünewald 3 X, Dr. Kübel 5 X, H. H. 2 X Für bie Brandbeschäbigten im S-dl a b a ch'schen Hause erhielten wir: Von Frau S. Hornberger 2 X, S. F. 3 X, C. B. 3 X, H. 10 X, Ammon 5 X, Ungenannt 2 X, 3t. r. . er Chemiker der Koni 1. Gerichte und des Polizei-Präsidii zu Berlin g primitiven Weine südfrankrrfebs (wie die Ihrige .) sind wir in I) gewöhnt. Es liegt auch wahrscheinlich das Danziger Versehen an der liker zur Zeit noch mangelhaften Kenntnis« reiner südfranzosischer wie die Ihrigen keinerlei Veredelung erfahren haben“, welche $in Stolz und die beste Belohnung meines Bestrebens sind und bl< rerden, in mit meinem eigenem Namenssiegel verschlossenen */> und Literflaschen sowie illustrirte Preis-Courante sind zu haben in mein obenstehend verzeichneten Centralgeschäften, aowie auch in meine k Nioderiaee io ßjessen bei 8. Elsoffer. 3275 Sur echt, wenn die vorgebrucktk Hchuhmarde auf den (üliquetten steht. Mch-Extrsrt u. (Karamellen*) von 'S 60 d Slinnenschirme für Damen und Herren empfiehlt zu billigsten Preisen 3310 A. JFangmann. Aeilgeöolenes. 3287 Meine sehr renommirtc Berliner Weiße bringe ich hierdurch in Empfehlung. L)tto Luft, „Zum Löwen". 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Ortsgericht. 3286 Lüdcking. ■g-ü a 5 £ = ä Berlin 3tes Geschäft: I Jerusalemerstr. 48.1 Berlin I 4tes Geschäft: I Alexanderplatz ooooGooDöooaaoopoioiQiooönoao aaooaaoaoQ Carl1^esers «»q S;*- Ober-Italien. ° Ob-ritaUen. . stätter-See. Q Seen. 2. nach Pans 26. Mai, 14 Tage 400 M. 3277 Q Süße Tafelbutter. Die Dampf-Molkerei Friedelhausen liefert zufolge der besten Methode des Entrahmens süßer Milch mütelst de Lavals Separator und unter Zuhilfenahme der neuesten Erfindungen auf dem Gebiet der Molkerei sw täglich frisch hergeftcllte süße Tafelbutter und wird verehrlichem Publikum etwas Vorzügliches geboten. Verkauf derselben nur allein bei Eonditor Heinrich. Kinkel, Marklstraße.HD. 205. Meine Wohnung befindet sich Anfang 5 Uhr. 3312 r «i L Mermischte Anzeigen. 3292 Wäsche zum Bügeln wird angenommen und gut und pünktlich besorgt. _________________Wallthorstraße A. 151. , .®on Bahnhof nach dem Riegelpfad ist eine silberne Ehlindcruhr mit Secundeiizeiger und silb. 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Nachhilfe in Musik; Gelegenheit zum Besuch der Industrieschule. Referenzen: Fr. Dr. Halbe y, Frau Bergvcrwalter Roth, Wetzlar, Frau Professor Maurer, Frau Dr. Rittershausen, Herborn. Nah. Auskunft durch Amalie Siegfried, Wetzlar. ooooQOQoa oooooaoa O 3313 Unserer lieben Freundin □ Marie Dörr §ooS^et^0rn 3U ihrem heutigen 22. Wiegenfeste ein dreifach don- n e r n d e s H o ch, daß die ganze Mühl- Q gaffe wackelt. □ Einige Freunde von auswärts. oaooooooo 00000000 Die H w !>«en un Holzmagazm sreigehalten wurde, die meist durch der Stadt gehörig -stein- und Holzmassen verlegt war. Eine telegraphische ober telephonische Verbindung der im Brandfall zu benachrichtigenden Hauptstellen bat man uns trotz der im Verhältniß zum Werth der Anlagen geringfügigenKosten versagt Daß unsere Einladungen zu Ehrentagen des Corps seit Jahren fast regelmäßig nur nut einigen artigen Zeilen der Entschuldigung, ober auch gar "'cht beantwortet wurden, haben wir als Vernachlässigung lebhaft empfinden ™,,e£ aber die Stadtvertretung schließlich, trotz besonderer Einladung ZU 5®erfamm[lm9 »on. letzten Samstag es nicht der Mühe werth er- ÄA? r Tr aW$) bu^ ein Mitglied, vertreten zu lassen, und uns “U rrF 0- F- gegenüber den wiederholten schnöden Angriffen in der hiesigen Presse auch nur einige Worte der Anerkennung zu schenken, erschien stetsfcÄT "tlentliche Blosstellung. Eine Feuerwehr, die seit 27 Jahren ftets ihre Pflicht treu erfüllt hat, deren Maschinen stets die ersten am Platze waren, seit deren -uhatigkett kein Feuer in unserer Stadt die beim Angriff Vorgefundenen OrenM überschritten hat, dürfte wohl billigerweise auf eine solche Anerkennung und Förderung rechnen. 1 ; er riehmen gern an, daß nur Lässigkeit zu Grund liegt; man wußte Feuerwehr ihren Dienst that und gewöhnte sich, das als etwas Selbstverständliches hlnzunehmen und sich nicht weiter um jene zu kümmern Gerade durch unseren einschneidenden Schritt nun, und das war mit bestimmend, hoffen wir eine Besserung herbeizuführen, um auch so noch der Stadt zu nutzen, wenngleich mit unseren älteren Leuten eine nicht bald zu ersetzende Summe von Erfahrungen und in der Uebung erwachsene Eigenschaften ver- loren geht ^ndem wir durch unseren Wegtritt zu Begriff bringen, was eine geordnete Feuerwehr für unsere Stadt bedeutet und was man ihr schuldet, hoffen mir damit denen, die nach uns kommen, eine bessere Stellunq zu be- grunden; wir hoffen insbesondere auch die junge Bürgerschaft, der zum Theil ÄUnose Liebhabereien seither höher standen, als die Ehre des freiroüligen Loschdienstes, die sie nicht zu begreifen schien, zum Bewußtsein ihrer Pflicht zu erwecken, ober zu deren Uebung zu nöthigen. v J ’ ... ..""seren außero! deutlichen Mitgliedern sagen wir zum Schluß besten Dank für die uns gewahrte Unterstützung; wir setzen voraus, daß sie mit der Bestimmung unseres durch sie begründeten kleinen Vermögens zur Unterstützuiiq etwa verunglückender Feuerwehrleute einverstanden fein werden. Auftrag der I^encral-Berjamwlungt aste Dir Vorstand der fteiw. städt. Feuerwehr. Pösehel’s Bier.Halle. 11 _ Montag den 8. Mai: Erstes flroßes Oncert, ausgeführt von der Capelle des II Grossh. Hess. Inf.-Reg. Nr. 116, unter Leitung ihres Capeilmeisters Hrn. C. Krausse. Anfang 9 I hr. --- Entree SS Pfg. B. 134 Neuenweg B. 134 X (Ecke der Weidengasse). X Karoline Euler, Hebamme. Wermielßungen. 3279 Der erste Stock zu vermietheu. 8. Fäuerbach Wwc., geb. Eberivein, ___Grünbergcrstraße 15612. 3293 Logis an ruhige Leute zu ver- miethen._____________Tiefenwcg C. 146. 3308 Der untere und mittlere Stock meines Hauses per August zu vermietheu. _______Karl JugHardt, Kanzleibcrg. 3307 Ein möbl. Zimmer mit Käbinet zu vermiethcn. L. Blöller, Sonncnstr. 103. 3306 Freundl. Zimmer mit Kabinet, mit oder ohne Möbel, zu vermiethcn. ___________ Scltersweg C. 46, 2. St. ^303 Eine Wohnung, 4—8 Zimmer, per 1. Juni zu vermietheu. ___________El. Volk am Ludwigsplatz. 3305 Der neuhergerichtete 2. 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