Nr 6. Samstag den 7. Januar 1882. Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. _ . . a Press uiciicijuyinuj t. ux, ihu J Sch ul st raße B. 18. Erscheint täglich Wit Ausnahme oes Monlogs. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Ps. Amtlicher Hheil. An die Großherzoglichen Bürgermeisterei n des Bezirks sausaenourmen: Albach, Annerod, Klein-Linden, Leihgestern, Lollar, Mainzlar, Ruttershausen und Watzenborn mit Steinberg). Zur Wahrung der Besitzwechsel und etwaiger Abgänge an Gebäuden ersuchen wir Sie um baldige Einsendung der Brandkataster. Gießen, den 4. Januar 1882. Großherzogl. Steuer-Commissariat Gießen S ü f f e r t. _____________________________________________ Deutschland. Darmstadt, 3. Januar. Se. Königl. Hoheit der Großherzog empfingen heute Abend 6% Uhr den Königlich Bayerischen außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister Grafen v. Tauffkirchen, den Königlich Sächsischen außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister Frhrn. v. Fabrice, den Königlich Württembergischen außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister Frhrn. v. Soden. Darmstadt, 4. Januar. Se. Königl. Hoheit der Großherzog nah- nien heute militärische Meldungen entgegen und empfingen den Kaisers. Königl. Oesterreichischen Kämmerer Baron Riefe - Stallburg, den Ober - Medicinalrath Dr. Lorenz, den Reallehrer Lenz aus Bingen, den Rechnungsrath i. P. Wämser, den Hausverivalter i. P. Winther, den Landstallmeister v. Willich, den Cabmets- secretär Dr. Clemm. Berlin, 4. Januar. Im Reichsamt des Innern haben heute die com- misiarifchen Berathungen über den Erlaß der Ausführungs-Bestimmungen zu dem Gesetze, betreffend den Verkehr mit Nahrungsmitteln, Genußnutteln und , Gebrauchs-Gegenständen, vom 14. Mai begonnen. Wie wir bereits gemeldet A haben werden in erster Reihe die das Petroleum betreffenden Verord- nunqen berathen. Veranlaßt sind die Verhandlungen zunächst durch em Schreiben , des Reichskanzlers vom 13. December 1881, welches auf die Rothwendigkeit Tier einheitlichen Regelung des Verkehrs mit Petroleum hinweist. — In den letzten Tagen haben im Reichsamt des Innern Berathnngen stattgefunden, welche den Zweck hatten, die Gesichtspunkte festzustellen, welche für die beabsichtigte Aenderung des Titel 3 der Gewerbeordnung, betreffend den Gewerbebetrieb tm Umherziehen (Hausirgewerbe 1, als Grundlage zu dienen haben werden. Die diesbezüglichen Berathungen ivurden am gestrigen Tage beendet. Es dürste immerhin noch längere Zeit verstreichen, ehe die Vorlage an den Bundesrath gelangt. . — Die gegenwärtig in Wien stattfindenden Verhandlungen zwstchen den Ministern Oesterreichs und Ungarns betreffen, wie wir hören, vor Allem die Finalisirung der Revision des Zolltarifs und haben auch für Deutschland bedeutendes Interesse. , — Wie den „Berl. Polit. Nachr" von zuverläßlichjter eeite aus Wien nütgetheit wird, sind alle Gerüchte über eine Einstellung der Recrutirung in der Krivoscie und in Bosnien absolut unbegründet. Es liegt im Gegeiitheil in der Absicht der österreichischen Regierung, mit aller Strenge für die Durchführung des Wehrgesetzes Sorge zu tragen und ist auch eine Verstärkung der Truppenbestände in Süddalmatien angeordnet worden. .— Die Straßburger Tabaksmanufaktur ist nicht glücklich in den Processen , welche sie gegen die Inhaber ihrer Filialen anstrengt. Die Manufaktur hatte in dein vielbesprochenen Proceß, den sie gegen den früheren Inhaber der Stuttgarter Verkaufsstelle angestrengt, gegen das Urtheil des Stuttgarter Landgerichts Berufung eingelegt. Durch Urtheil vom 30. December v. Js. hat nun das Oberlandesgericht die Berufung zurückgewiesen und die Munufaktur in die Kosten verurtheilt. Berlin, 4. Januar, lieber den Stand der kirchenpolitifchen Verhandlungen wird den „Berl. Polit. Nachr." Folgendes mitgetheilt: Die „Mission Busch" und neuerdings die „'Mission Bucher" werden in ihrer augenblicklichen Bedeutung stark übertrieben. Man betrachtete die Reise des Unterstaatssecretär Dr. Busch nach Rom als eine Art von Specialmission oder mindestens als Einleitung zu Verhandlungen mit der Kurie, welche bestimmt seien, den Kulturkampf zu einem raschen Ende zu bringen. Es bernhen diese Anschauungen, wie versichert wird, aus vollständig irrigen Voraussetzungen. Verhandlungen wurden bereits vor Ankunft des Herrn Dr. Busch in Rom gepflogen und werden nack seiner Abreise fortgesetzt, und zwar durch den ersten Botschaftsrath der deutschen Botschaft in Rom, Herrn v. Derenthal. Es handelt sich hierbei um Bersonalfragen, auf deren rasche Erledigung die preußische Regiermng großen Wertb leat und scheint es, daß der langsame Fortgang dieser Verhandlungen eiu weiteres Eingreifen von hier aus wunschenswerth inachte. — Es ergiebt M aus dieser Sachlage hauptsächlich bte Gewißheit, daß zunächst eine kirchen- olitische Vorlage, welche auf eine Abaiiderung der Maigefetze hinauslaufen würde dem Lairdtaqe nicht zugehen wird. Verhandlungen mit der päpstlichen »,,rie vstegen kein beschleunigtes Teinpo zu haben und es mag noch geraume geit verstreichen, ehe es möglich sein wird, auf Grund der vom Vatican er- Innnten Concessionen in eine 'Revision der Maigesetze emzutreten. Das erste » l der augenblicklichen Verhandlungen mit der Kurie ist die Beseitigung des nerkannten Rothstandes, welcher sich in seelsorgerischer Beziehung am meisten fühlbar gemacht und der ja durch das Juligefetz unleiigbar eine Aenderung zmn Besseren erfahren hat. — Der mittelrheinische Fabrikantenverein, welchem ein großer Theil der Großindustriellen des Mittelrheins angehört, und zivar Anhänger der verschiedensten politischen Richtungen, hat in der Frage der Hastpflichtrefonn und Unsallversicherung eine Erklärung er'assen und entsprechenve Eingaben an den Reichskanzler, den Bundesrath und den Reichstag zu richten beschlossen. Der Keim dieser Erklärung deckt sich im Wesentlichen mit dem Anträge, der bei Be- ra jung der Unfallversicherungs-Vorlage im Reichstage von den Rechtsliberalen gepellt wurde, und umfaßt folgende Punkte: a) Das Haftpflichtgefetz hat schädlich gewirkt und erscheint ungeeignet, eine Sicherstellung gegen alle Betriebsunfälle herbeizuführen; b) eine solche Sicherstellung der Arbeiter und ihrer Hinterbliebenen wird am besten durch eme vorgeschriebene Versicherung, welche den Betroffenen entsprechende Bezugssätze zuspricht, gewährt; c) eine verschiedene Belastung je nach dem Grade vorhandenen Verschuldens erscheint ungeeignet und ist ebensoivenig eine Zahlung der ganzen Prämie durch den Unternehmer zu rechtfertigen. Der Arbeitgeber hat den größeren, der Arbeiter den kleineren Theil der Prämie zu tragen; d) eine anderweite Behandlung von Arbeitgeber und Arbeiter ist mir bei vorliegender straffälliger Verschuldung oder absichtlicher Veranstaltung des Unfalles zulässtg; e; subsidiäre Reichsanstalt unter wesenllicher Antheilnahnie der Betheiligten (Arbeitgeber und Arbeiter) an der Verwaltung erscheint als Folge des ausgesprochenen Versicherungszwanges ein Fortbestehen von Gegenseitigkerts-Verstche- rungs-Gesellschaften in Concurrenz mit der 'Reichsanstalt, selbstverständlich unter gewissen Normotiv-Bestimmungen, im Interesse der Betheiligten erforderlich. — Ein neues Zollcuriosum bringt die „Frkftr. Ztg." zur Kenntniß. Eine Weinhandlung zu Frankfurt a. M. ließ ab Rheims nach Bamberg leere Champagnerflaschen schicken, welche lediglich zur Ausstellung m den Schaufenstern bestimmt waren. Zur besseren Veranschaulichung der Original-Flafche waren dieselben entweder mit Siegellack oder Staniol und ferner mit den für die einzelnen Sorten zur Anwendung koinrnenden Etiketten versehen. Statt als „natur- farbiges, gemeines Hohlglas" unter Tarifposition tOa ä 3 Jt. für 100 Kilogr. klassisiciri zu werden, hat das königl. bayer. Hauptzollamt in Bamberg die Verzollung nach Tarifposition 10k zu dem Zollsätze von 30 JL für 100 Kilogr. vorgenommen. Wie verschieden Seitens der Zollbehörden verfahren wird, zeigt der Umstand, daß das Frankfurter Hauptsteueramt die Klassificakion nach Tarifposition 10a vorgenommen hatte. Aus die Beschwerde des betr. Handlungs- haufes gegen das Vorgehen des Hauptzollamtes zu Bamberg, welches die Emballage' in eine höhere Tarifklasse gesetzt hatte, als die Waare selbst, erfolgte nichts weiter, als daß das Hauptsteueramt in Frankfurt, von Bamberg aus aufmerksam gemacht, jetzt auch die Flaschen in die Tarifposition 10k einreihte. Das betr. Handlungshaus hat sich jdtzk an den Bundesrath gewandt. England. London, 4. Januar. Der Kanzler des HerzogthumS Lancaster, Bright, und der Präsident des Handelsministeriums, Chamberlain, hielten gestern zu Birmingham vor ihren Wählern Reden. . Bright erörterte die auswärtige Politik des gegenwärtigen Cabinets und constaOrte, daß, wenn England> auch kemen Bundesgenossen besitze, es doch jetzt mehr Freunde habe als je. /'"glst vertheidlgte sodann die Politik der Regierung in Bezug auf Irland und betonte, die Zwangs maßregeln seien durch die absolute Nothwendigkett geboten. Chamberlamer art, die Regierung werde an ihrem Programm, das auf die Abstellung dct Uebe stände und die Unterdrückung der Gewaltthätigkeiten m Irland genchtet '^ festhalten und verspreche sich Erfolg von dem Landgesetze LchonseenZechn einer Besserung der dortigen Verhältnisse vorhanden mdem bute im Monat December um 40 pCt. abgenommen hatten. - ^rciheits- schließlich eine Milderung oder Aufhebung der für Irland getrokst £ ™ beschränkungen in Aussicht, sobald die 9 a2 5 at mW b fi den Anspruch der Großgrundbesitzer auf «chadenerfatz aus Staatsmntein stir ungerechtfertigt.___________ ____________ — ” Telegraphische Depeschen. Wolff s telegr. Correspondenr-Burea«. Berlin, ü. Januar. Der ,Mchs-An^ pMicirt heute die kaifeUiche Verordmnsti, welche den Landtag aus^ Ausschließung des klerikalen Abgeordneten Sucher aus seiner Fraktion wird mitgetheilt, daß demselben »°.n Vorstande der Fraktion der Rechten eine schriftliche Mitthellung zugegangen sei, wonach er durch Fraktionsbeschluß wegen eigenmächtigen, mit den Grundsätzen der Fraktion unvereinbaren Vorgehens aus ihrem Verbände ausgeschlossen werde. Konstantinopel, 5. Januar. Auf Ersuchen der kretensischen Nationalversammlung hat der Sultan eingewilligt, die Hälfte der Zolleinnahmen Kretas der dortigen Negierung zur Deckung des Deficits des kretensischen Budgets zu überlassen. Lonlon, 5. Januar. Die „Times" mißbilligt die Idee einer englisch- französischen militärischen Intervention in Egypten und meint, eine verfrühte Landung frenlder Truppen würde bei der gegenwärtigen Lage Egyptens nicht zur Rühe, sondern zu Ruhestörungen führen und könnte leicht Verwickelungen verursachen, deren Ende nicht abzusehen sei. — Dem „Reuter'schen Bureau" wird aus Kairo vom heutigen Tage gemeldet: Die Ernennung Arabi Bey's zum Unterstaatssecretär des Krieges wird als ein Abschluß des bekannten militärischen Zwischenfalls betrachtet, nachdem der Kriegsminister im Ministerrathe die Erklärung abgegeben hat, daß Seitens der Armee keine andere Frage aufgeworfen werden würde. — Von den Mekka-Pilgern in dem Lager bei Alexandrien erliegen täglich etwa 3 pCt. der Cholera-Epidemie. BermifcfrteSt Marburg, 5. Januar. Herr Professor Pescatore dahier wird mit Ende dieses Semesters einer Berufung als ordentlicher Professor der Rechte an der Universität Gießen Folge geben. Darmstadt, 4. Januar. In unserer Stadt drculirt dermalen eine bereits mit zahlreichen Unterschriften versehene, an Herrn Ober-Bürgermeister Ohly gerichtete Petition, die Aufhebung der Cantinen betr. Das Schriftstück besagt im Wesentlichen oas Folgende: „In sämmtlichen hiesigen Casernen sind auf Anordnung der Regirnents- Commandeure sogenannte Cantinen eingeführt, in welchen der Soldat nicht allein Getränke, sondern alles das erhält, was er zur Nahrung und Kleidung nöthig Hat- Selbstverständlich beziehen die Soldaten auch alles das, was sie bedürfen, aus den Cantinen, und die Neigung einzelner, ihre Bedürfnisse außerhalb einzukaufen, wird durch die militärische Disciplin bald unterdrückt. Die nothwendige Folge hiervon ist, daß zahlreiche Geschäfte, namentlich solche in der Nähe der Casernen, welche zum Theil mit Rücksicht auf diese Nachbarschaft errichtet wurden und seit Decennien in Blüthe standen, zu Grunde gerichtet wurden oder nothwendiger Weise zu Grunde gehen müssen, sowie daß der Wcrth des Grundeigenthums in der Nähe der Casernen erheblich gesunken ist. Anderen, weiter abliegenden Geschäften ist durch die Cantinen die Hauptkundschaft entzogen worden, namentlich den Bierbrauern, Wirthen, Bäckern, Metzgern, Specereihändlern; direct ober tnbirect ist jeder hiesige Geschäftsmann in Mitleidenschaft gezogen. Hiernach sind die Cantinen als eine allgemeine wirtschaftliche CalamHät für die ganze Stadt zu bezeichnen. Es muß Aufregung und Erbitterung Hervorrufen, Lu sehen, wie die Staatsmittel, zu welchen wir selbst beisteuern, in einer Weise verwendet werden, daß dadurch unsere wirthschaftliche Existenz vernichtet wird. Der Geschäftsmann muß für seinen Betrieb an Staat und Stadt Steuer entrichten, er hat Wohnungsmiethe, Heizung, Beleuchtung rc. zu bestreiten, wogegen die Gammen steuerfrei sind, ihre Geschäftslocale in den Casernen haben und ihr Hütfspersonal sind Unterofficiere und Mannschaften, welche keine besondere Vergütung für ihre Dienste in Anspruch nehmen. Die Militärverwaltung hat keine Ursache, über zu geringe Waare oder zu theuere Preise zu klagen, es war deßhalb auch keine Ursache zur Errichtung der Cantinen vorliegend. Die Räume der Casernen sind zu ganz anderen Zwecken, als zu Cantinen bestimmt, wenigstens was die Jnfanterie-Caserne anlangt, so hat die Stadt dieselbe deßhalb erbaut, um der Einquartierungslast ledig zu werden- Und jetzt vermehrt man diese Last, indem man diese Räume zu Cantinenzwecken verwendet, wodurch die. hiesigen Bürger doppelt geschädigt werden, was alles in der jetzigen schlechten Zeit doppelt schwer empfunden wir- und zu einem wachsenden Steuerrückgang führen muß Die Unterzeichner der Petition richten deßhalb an den Ober-Bürgermeister, in der Ueberzeugung, daß es demselben gelingen werde, diese Angelegenheit, welche eine Lebensfrage für sie bildet, in gedeihlicher Weise zur Erledigung zu bringen, die Bitte: „Zuständigen Orts auf vollständige Auf h ebun g der Cantinen hinzuwirken." Frankfurt a. M, 3- Januar. Der in der Gläubiger - Versammlung der Patent- und Musterschutz-Ausstellung vom 19. December v. I. gewählte Gläubiger- Ausschuß theilt den Gläubigern, nachdem die Bücher soweit beigetragen sind, daß sich der ganze Mißerfolg übersehen läßt, mit, daß das ganze Deficit über 800 000 betrage, wovon ungefähr die Hälfte durch den vorhandenen Garantiefond gedeckt wurde. Der heutige Stand der Bilanz ist 200,000 v* * Activa gegen 619,000 X Passiva, so daß sich bet einem etwaigen Concurse nach Abzug der Kosten kaum 25 pCt. für die Gläubiger ergeben würde. — (Aus der guten alten Zeit) Einen interessanten Artikel der „Weser-Ztg." über „Teufel, Hexen und Svukgestalten im Volksglauben" entnehmen wir die nachstehenden Notizen über die Behandlung von Hexen vor Gericht: „Für das Verhör einer Hexe ersann man folgende zum Theil fanatische Mittel aus: Man brachte eine Anzahl verhafteter Hexen in ein und dasselbe Zimmer und verhörte bann bie jüngste von ihnen. Gewöhnlich gelang es, bie letztere vermöge ber Folter zu bewegen, eine bet Zurückgebliebenen als Hexe anzugeben. Nun würbe biese letztere gerufen unb erzürnt über ihre Verrathung, sagte sie alsbalb aus, jene sei bie wahre Hexe. So hatte man gleich zwei entdeckt! Wirb eine Mutter als Hexe verbächtigt, so soll man die Tochter examiniren unb foltern, „bat dumme junge Older sleit heruth, vorsnappt sick eer ydt sik davor hüdet (— das jugendliche unvorsichtige Alter fährt mit der Wahrheit heraus und verspricht sich, ehe es sich davor hüten kann)!! Beim Verhör soll sich der Richter anfangs mitleidig stellen und gegen ein offenes Geständniß die Freilassung versprechen- Hat die Hexe aber erst das Kleinste gestanden, so soll er darauf fußen und sie auch des Schlimmsten für fähig halten. Der Feuertod trifft die Beklagte nachher doch. Man soll besonders auf bie Augen ber Hexen achten; wenn eine Beklagte weint, so ist sie keine Hexe, ba bie vom Teufel verstockten Hexen nicht meinen können. Wenn alle Klugheitsmittel nicht zu einem Gestänbnisse führen, soll man ber Hexe bas Haar abfdmttben, in welchem sie (wie einst Simson) nach bem Volksglauben ihre Hauptkraft hat, ihr anbere Kleiber anziehen unb sie bann peinigen lasten. Man schraubt sie nun entweber auf ben Block unb geißelt sie, ober behüt ben Körper, ober schraubt Daumschrauben an ober greift zu ber Wasserprobe. Die letztere besteht barin, baß bie Hexe, nachdem ihre Arme kreuzweise übereinanber gebunben ftnb, auf ein Brett gefesselt und mit selbigem 3 Mal aufs Wasser geworfen wirb. Versinkt sie, so ist sie nicht schulbig. Auch machte man die Hexen betrunken, um so auf Grund bes Sprüch worts: „Im Wein bie Wahrheit" ihr Geständniß zu erlangen. Wohl uns, die wir nicht mehr in einer Zeit leben, wo ber menschliche Geist, von Finsterniß umnachtet, in allen kranken unb geistesgestörten Menschen eine Teufeltzfurie entbeckte unb auch ben Unschuldigsten sehr oft bie bittere Tobesstrafe traf." — (Der Expreß-Brief.) Die Secunbärbahn von A. nach X. fahrt sehr langsam — so zwar, baß ber ßanbbrtefträger einer unweit berfelben gelegenen kleinen Post- station, ber allerdings ein geroanbter Mann ist, täglich bie gute Gelegenheit benutzend, sobald ber Zug an ihm vorbeigleitet, sich in einen ber Wagen schwingt unb so weit mitsährt, wie es eben sein zunächst zu bestellenber Brief zuläßt, wo er bann mit ber« selben Gewandtheit wie beim Einstigen ben Zug verläßt. Das Bahnpersonal weiß bas. Eines Tages fällt einem Schaffner auf, baß unser Briefträger ganz gegen seine Gewohnheit ben Zug unbenutzt vorbeiläßt. Tags barauf als er sich wieder ber guten Fahrgelegenheit bedient, kann Jener die Frage nicht unterdrücken: „Na, warum sind Sie denn gestern nicht mitg^fommen?" „Gestern ging's nicht", sagte pfiffig lächelnd der Briefträger, „gestern hatte ich einen Expreß-Brief." — (Zum Kapitel ber Heirathsvermittlungen). Eine ber „Berl Gerichtszeitung" von glaubroürbigfter Seite zug-chende Mittheilung liefert einen bezeichnenben Beitrag von dem schamlosen Treiben mancher Heirathsvermittlerinnen. Ein in Berlin wohnen- ber junger, unverheiratheter Ministerialsecretär, Herr v. B-, erhielt vor 8 Tagen einen augenscheinlich von Damenhanb herrührenben, anonymen Brief, ber ihn auffoiberte, am selben Abend im Concerthause an genau bestimmter St lle zu erscheinen, wobei bas stark parfümirte Schreiben burchblicken ließ, baß er bort eine sehr interessante Damenbekanntschaft machen würbe. Der junge Beamte ist nun zu solchen mysteriösen Affairen durchaus nicht geneigt; er zeigte baher ben Brief einem ihm befreundeten, höheren Polizeibeamten, welcher ihm rieth, d'm Ersuchen nachzukommen, aber in seiner Gesellschaft. Beibe verfügten sich nachdem Concethause, trafen auch in ber Nähe bes genau bezeichneten Tisches eine sehr reich gefleibete, ältere Dame, die sich aber, augenscheinlich burch bie Anwesenheit bes Polizeideamten genirt, bald entfernte, ohne durch ein Zeichen zu verraten, daß sie die Briefschreiberin sei. Daß sie es dennoch gewesen, bewies ein am nächsten Tage einlaufendes Brieschen, worin beklagt wurde, daß Adressat mit Begleitung erschienen unb daß nur ohne solche eine Annäherung möglich sei. Läge biese aber in feiner Absicht, so sei er zu einem Besuche ber Dame in beren in ber Großbccrenstraße belegenen Wohnung höflichst ungeladen. Auf bie Bitte bes Polizeibeamten, ber sehen wallte, wo alles hinausführen würde, verfügte sich Herr von B- nach ber bezeichneten Wohnung, als bas elegante Thürschilb ben Namen einer ihm ganz unbekannten Frau v. 3c. zeigte. Er verglich noch einmal seinen Brief; ba aber kein Zweifel obwalten konnte, zog er bie Glocke. Ein galonirter Diener nahm feine Karte entgegen, unb halb barauf trat -hm mit etwas verlegenem Gruß bie Dame aus bem Concerthause entgeg n. Ohne D el Umschweife erklärte bie Dame, sie feiHeiraths- vermittlerin unb wünsche ihn zu verheirathen. Als Herr v. B. erstaunt erklärte, er beabsichtige dies burchaus nickt unb hätte auch niemals den Wunsch bazu erkennen lassen, meinte Frau von 3c. lächelnb, man müsse bem Glück bie Hanb bieten, unb sie wäre, sofern er geneigt sei, bie entstehenden Kosten zu tragen, im Stande ihm sehr „lucratioe" Partien nachzuweisen. Als Herr v. B. dies Anerbieten kühl zurückwics, war die noble Heiratsvermittlerin schamlos genug, bem jungen Beamten bie Proposition zu stellen, in seinen Kreisen für sie»Propaganba zu machen, in welchem Falle er Aussicht auf eine wesentliche Provision hätte. Nach biefem Ergebniß bes Besuches wirb wohl bie Behörbe sich biesen Geschäftszweig halb etwas genauer ansehen ____ ________. ___ - ————- — ♦ Theater in Gießen. Enblich nach langem Harren öffnete sich gestern zum ersten Male der Vorhang unseres Musentempels unb sind bie Erwartungen, bie.gestellt würben, bei Weitem Übertroffen. Herr Schubert hat nicht zu viel versprach.'n: ein neues, wirklich elegantes Theater bilbet ben Rahmen für bie Leistungen ber, so viel aus ber ersten Vorstellung sich schließen läßt, sehr gelegenen Gesellschaft, die sogar theilweise aus überraschenden Kräften, besteht- Gegeben würbe ein Lustspiel von Putlitz: „Spielt nicht mit bem Feuer", ein amüsantes, heiteres Stück, welches glatt unb abgerunbet über bie Bretter ging. Man sah es ben Mitwirkenben an, baß sie alle mit Fleiß, Lust unb Liebe sich ihres Partes entlebigten unb war ber gefpenbete Beifall ein gewiß oerbienter, obwohl das Haus kein zu besetztes genannt werben konnte. Von den Darstellern besonders hervorzuheben können wir nicht unterlassen: Frl. v. Jarzebowska, eine elegante Erscheinung mit geschmackvoller Toilette , nuancirte bie Rolle ber Alice mit feinstem Tacte und Natürlichkeit- Frau Simon (Nettchen), eine bewährte unb beliebte Bekannte, war so ganz in ihrem Element unb trng zur Belebung ber Situation reblich ihr Scherflein bet. Frl. Heimann unb Frl. Simon (Therese unb Mmchen) spielten anerkennenswert. Herr Schreyer (Dr. Weller) war wirklich oomme il faut und führte sich burch fein natürliches unb doch, fern von jeder Uebertreibung, maßvolles Spiel als tüchtiger unb geroanbter Schauspieler bei uns ein. Herr Häfler (Gottfried) war ein reizender Steuermann, bem zum jugendlichen Liebhaber bte Haupt-Requisiten: Feuer, Lebhaftigkeit unb Liebensroürbigkeit nicht mangeln. Herr Sckmahl seid (Heinri b) wußte bem trockenen Criminalmenschen doch auch einige heitere Lichtstellen einzuhauchen Der Schreiber Pagel (Herr Stark) ist vom Dichter zu st e mütt rlich bedacht, um in ihm einen Schauspieler beurteilen zu können. Schließlich glauben wir im Interesse Vieler Herrn Director Schubert zu einer Wiederholung des Lustspiels rathen zu dürfen, um demselben vor einem günstiger besetzten Haus einen gleichen Erfolg zu versprechen. T. Tokayerwein. Bekanntlich wird dieser Wein schon feit langer Zeit als ein durchaus zweckentsprechendes Stärkungsmittel seitens der Aerzte mit Vorliebe angewandt und auch den übrigen Medicinalweinen' im aügEfnevften-Jurg^ugen. — Die Vorzüge, welches dieses bekannte ungar. Naturproduct vor allen anderen Weinen, die zur Stärkung kranker ober schwächlicher Personen bienen, besitzt, sind erklärlich, wenn man in Erwägung bringt, baß ber Tokayerwein neben einem sehr geringen Gehalt an Alkohol (8-10 v/gi die belebenbften Theile ber Traube in weit höherem Grabe als die anderen Weine enthält. Obgleich bie spanischen unb Portweine als Mebizin gut eingeführt sinb, so bleibt es boch immerhin Tbatsache, baß man biese Weine hauptsächlich nur bei Männern an- wenben kann, während Frauen, Kinber unb schwächliche Personen eines Weines bedürfen, ber bei einem sehr geringen Gehalt an Alcohol, bie feinsten Weine in großer Menge liefert. Die Hof-Ungarwetnhanblung en gros, Rudolf Fuchs in Hamburg, ist diejenige, welche ben Import biefer Weine in hervorragenber Weise führt unb cs sich stets angelegen sein läßt, bie ebelften Tokayerweine in ben Hanbel zu bringen. Der Mebicinal Tokayer ber Firma Rubolf Fuchs ist vorräthig in Gießen in der Engel-Apotheke unb bei Carl Schwank», Delicatefsenhanblung. Schiffsbericht. Mitgetheilt von bem Agenten bes Norbbeutschen Llovb in Bremen, C W. Dietz Nachfolger Gießen. ' 90 m Bremen, 3. Januar. Der Postdampfer Ober, Capt. C. Unbütsch, vom Nord- beutscheu Lloyb in Bremen, welcher am 24. Dezember von Neroyork obgegangen war ist heute 12 Uhr M-ttags wohlbehalten in Southampton angekommen unb hat nack Öanbung ber für bort bestimmten Passagiere, Post und Labung 2 Uhr Nachmittaas bie Reise nach hier fortgesetzt. Derselbe 'überbringt 75 Passagiere und volle Labung. 731) Ueber die Höhe der Kosten, welche die Einrückung einer Anzeige in eine oder mehre Zeitungen verursacht, wird man sich niemals enttäuscht sehen, wenn man ron der Annoncen - Expedition von H AASE1VSTEI1V dfc VOGLER in Frankfurt a. M. (Karlsruhe, Stuttgart oder München) zuvor Auskunft einfordert, die auch hinsichts der für den jeweiligen Zweck geeigneten Blätter auf Grund reicher Erfahrungen und gründlicher Beobachtungen zuverlässigen Rath ertheilt Kirchliche Anzeigen der evanqelischenGemcinde ruGießen. Gottesdienst: Sonntag den 8. Januar: Landesmisfionsfeft. Morgens 9Vz Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Nachmittags 5 Uhr: Pfarrer Schlofser. (Nach beiben Gottesbiensten Collekte für bie Heibenmission.) Donnerstag ben 12. Januar: Im Gymnasium Missionsftunde, Abenbs 6 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. (Das Chnstenthum unter ben gebilbeten Hindus in Ostindien.) Die Pfarrgeschäfte in ber Woche vom 8.—14. Januar besorgt Pfarrer Dr. Naumann. At ft J * gemacht deS'A a abgehaü von 2 bttget Lckn ru Be unb bie 1 Kreuzung 3« wollten n Gemeinde GegenI .. lichste Bil berget R besserer! bemerken, der IM 3) D betriebe; Dli einzelne? ßbmann bers abt Geräthe ans Wi aus säm! —JWgeik Die D schassen t-resse bei deshalb bi , Mil betraut w, EimchMi Pr Mger", j Al, SHr unb «keitag Die ft Wen y ”ntcÄ sollen in k leibst n b Allgemeiner Anzeiger. Frühjahrs-Markt zu AtteHdorf «• d» lAimdct* Am IS. März l. I. ivirb in hiesiger Gemeinde ein Vieh- und Krämer-Markt abgehalten, wozu wir freundlichst einladen. Mit Genehmigung Großherzoglichen Ministeriums des Innern und der Justiz wird mit diesem Markt zugleich eine Verloosung und Prämiirung von Vieh und landwirthschaftlichen Geräthen verbunden. Bei der Verloosung hat es sich der Ortsvorstand zur strengen Aufgabe gemacht, den Erlös aus derselben zur Hebung der Viehzucht und veS Ackerbaues re. zu verwenden. Derselbe will insonderheit einen Auchtviehmarkt für Vogelsberger Vieh, das in hiesiger Gegend noch unvermischt anzutreffen ist, ins Leben rufen. Bei dieser Gelegenheit sollen aber auch Fohlen, Schafböcke besserer Race und die besten Schafe reiner Race prämiirt und ebenso englische Zuchtsauen zur Kreuzung einzuführen versucht werden. Indem wir nun auch hierauf aufmerksam zu machen uns erlauben, wollten wir auf diesem Wege alle Freunde der Landwirthschaft bitten, die hiesige Gemeinde in ihrem Unternehmen, das für die Interessen dec ganzen Gegend dienen soll, freundlichst zu unterstützen. Insbesondere richten wir an alle Landwirthe und Handelsleute die freundlichste Bitte, den Markt mit schönen Exemplaren Rindvieh, besonders Vogelsberger Race, Fohlen, Schweinen, namentlich auch Zuchtsauen, und Schafböcken besserer Race und die besten Schafe reiner Race zu beschicken, wobei wir bemerken, daß nach dem von Großherzoglichem Ministerium des Innern und der Justiz genehmigten Verloosungsplan 1) für 2600 «M. Vieh und 2) „ 1000 „ landwirtschaftliche Geräthe angekauft und zur Verloosung kommen müssen, sowie daß 3) 500 zur Prämiirung von Vieh verwendet werden. Das zur Verloosung kommende Vieh wird aus dem aus den Markt zugetriebenen und ausgestellten Vieh angekauft. Das von dem hiesigen Ortsvorstande zu wählende Comitee, welches in einzelne Abteilungen gethellt, die ganze Angelegenheit unter dem Vorsitze eines Obmannes leitet, überwacht und die nöthig werdenden Arbeiten ausführt, besonders aber das zur Verloosung kommende Vieh und die landwirthschaftlichen Geräthe ankauft und die zu prämiirenden Thiere bezeichnet, wird nicht allein aus hiesigen Einwohnern gebildet, sondern es werden auch zu diesem Comitee aus sämmtlichen anliegenden Gemeinden und Gehöften geeignete Personen zugezsgem — -- - Die Absicht des Ortsvorstandes ist es also, für die ganze Gegend etwas zu schaffen, was ihr seither sehr fühlbar abging, nämlich Märkte, die das Interesse der Landwirthe hiesiger Gegend in aller Beziehung fördern. Es wird deshalb derselbe auch recht gerne allen Anforderungell gerecht werden. Mit dem Vertrieb der Loose, per Stück 1 sind verschiedene Personen betraut worden. Außerdem sind solche aber auch noch von hiesiger Gemeinde- Einnehnlerei sowie von uns selbst zu beziehen. Prämiirung findet am 15., Gewinn zieh ung am 16. März statt. Das Resultat der Ziehung wird im „Gießener" und „Grünberger Anzeiger", sowie in der „Oberhessischen' Zeitung" zu Marburg bekannt gemacht. Allendorf a. d. Lda., am 2. Januar 1882. Großherzogliche Bürgermeisterei Allendorf a. d. Lda. Bieber. 206 Bekanntmachung. Die für das Garnison-Lazareth zu Gießen vom 1. April 1882 bis Ende März 1883 erforderlichen Verpflegungs- Bedürfnisse, als: Fleisch, Backwaaren, Victualien, Bier, Wein, Petroleum, Seife und Soda sollen Freitag den 13 Januar l.Js., Vormittags 10 Uhr, im Wege öffentlicher Submission im Geschäftslokal (Zimmer Nr. 27) des unterzeichneten Lazareths verdungen werden, woselbst auch die Bedingungen zur Einsicht ausliegen. Unternehmungslustige wollen~ ihre Offerten spätestens bis zur Eröffnung des Termins, versiegelt und mit entsprechender Aufschrift versehen, kostenfrei daselbst einreichen. 196 Gießen, den 6. Januar 1882. Großh. Garnison-Lazareth. Samstag den 7. Januar, Nachmittags 2 Uhr, sollen in der Flett'schen Hofraithe Hierselbst 1 Parthie Dickwurz, 1 Schwein, 1 runder Tisch und 1 Kommode meistbietend versteigert werden. Gießen, den 6. Januar 1882. Geißler, 213 Gerichtsvollzieher. Holzverfteigerung im Gießener Stadtwald. Montag den 9. Januar 1882, von Vormittags 9 Uhr an, soll im Gießener Stadtwald in den Districten Stolzenmorgen, Ursulum u. Philosophenwald nachverzeichnetes Holz versteigert werden: A. Brennholz. Scheith. Prügelh.Stockh Reish. Rmtr. Rmtr. Nmtr. Wellen. Eichen — 1—30 Nadel — 40 5,2 11780 (1. Durchforstung). B. Bau-, Werk- und Nutzholz. 25 Fichtenstämme mit 7,25 Fstm. 12 Fichtenstangen mit 0,61 Fstm. Die Zusammenkunft ist auf dem Trieb. Gießen, den 3. Januar 1882. Großh. Bürgermeisterei Gießen. 140 A. Vramm. Montag den 9. Januar 1882, Nachmittags 2 Uhr, wird in der Flett'schenHofraithe dahier ein Reisekoffer mit Anhalt meistbietend gegen Baarzahluna öffentlich versteigert. Gießen, den 6. Januar 1882. Bauer, 212 Großh. Gerichtsvollzieher. Große Bau- und Werkholz-Versteigerung in der Aürstlich Solmstschen Höerförsterei Lich Dienstag den 10. Januar, von Morgens 10 Uhr an im Dlstrict „Fuchsstrauch, Wellersberg und Höler". Zusammenkunft im Fuchsstrauch an der Oberhess. Eisenbahn: 71 schwere Eichenstämme bester Qualität von 35—109 Ctm. Durchm. und 2—13 M. Länge mit 126,32 Ebm., 10 Buchenstämme von 41—77 Ctm. Durchm. und 3—12 M. Länge mit 14,58 Ebm., 12 Kiefernstämme mit 4,26 Cbm. Inhalt, 17 Raummeter Eicben-Werkscheitholz und 316 Fichten-Reisstangen. Mittwoch den 11. Januar, von Morgens 10 Uhr an im District „Höler". Zusammenkunft auf dem Garbenteicher Vicinalweg am Kellersberg: 67 schwere Kiefern- und Fichtenstämme, zu Werk- und Schnittholz tauglich, von 31 bis 57 Ctm. Durchm. und 6—20 M. Länge mit 97,09 Cbm., 295 Kiefern- und 42 Fichten-Baustämme von 15—33 Ctm. Durchm. und 9—18 M. Länge mit zusammen 186,45 Cbm. und 203 Fichtenslangen mit 7,69 Cbm. Inhalt. Donnerstag den 12. Jannar, von Morgens 10 Uhr an im District „Meilbach". Zusammenkunft auf der Hatteuröder Straße: 130 Eichenstämme mit 42,32 Cbm. Inhalt, darunter mehrere zu Werk- und Schnittholz taugliche, 2 dgl. Weißiannenstämme mit 2,82 Cbm., 173 Fichtenstämme von 15—31 Ctm. Durchm. u. 12—20 M. Länge mit 71,36 Cbm., 3 Buchenstämme Mit 4,23 Cbm., 18 Hainbuchenstämme mit 2,92 Cbm., 2 Kirschbaumstämme mit 0,37 Cbm., 20 Aspenstämme mit 7,19 Cbm., 23 Eichenstangen mit 1,84 Cbm., 24 Buchenstangen mit 0,97 Cbm. und 542 Fichtenstangen von 5—14 Cm. Durchm. und 6—17 M. Länge mit 59,61 Cbm. Inhalt. 542 Fichten-, 32 Eichen- und 24 Buchenstangen mit zusammen 62,42 Cbm. Inhalt. Freitag den 13. Januar, von Morgens 10*/2 Uhr an im District „Riedwald" (bei Ettingshausen). Zusammenkunft auf der alten Laubacher Straße: 310 Fichteustämme von 15—35 Ctm. Durchm. und 12—22 M. Länge mit 200 Cbm., 228 Kiefernstämme mit 51 Cbm., 205 Fichten- und 22 Kiesern-Derbslangen mit zusammen 35 Cbm. Inhalt. Sämmtliches Holz lagert 1/2 bis höchstens IV2 Stunden von hiesiger Eisenbahnstation entfernt und unwert chaussrrter Straßen. Lich, 24. December 1881. * 118 Wimmenaiier, Forstrath. Bekanntmachung. Zur Bezahlung der Zinsen, welche von den bei der hiesigen Spar- und Leihkasse angelegten Kapitalien am Ende dieses Jahres sättig werden, sind nachstehende Termine festgesetzt, und zwar: Samstag den 7. Januar 1882 Dienstag „ 10. „ „ Mittwoch „ 11. „ „ Donnerstag „ 12. „ „ Samstag „ 14. „ „ Die Interessenten werden daher aufgefordert, die Zahlungen an diesen Tagen in Empfang zu nehmen und hierzu durch Vorzeigung der Schuldscheine sich zu legitimiren. Zugleich wird bemerkt, daß die auf den Donnerstag fallenden Zahltage für die Interessenten der Stadt Gießen, dagegen die übrigen Zahltage für die Auswärtigen bestimmt sind. Die Herren Bürgermeister werden ersucht, Dieses in ihren Gemeinden auf ortsübliche Weise bekannt machen zu lassen. Gießen, den 29. November 1881. Der Rechner der Spar- u. Leihkasse. Kehr. MittwochUn^l. dS. Mts., von Vormittags 9 Uhr an, sollen im alten Rathhaussaale zum Zwecke der laufenden Straß en - Unterhaltung für das Etatsjahr 1882/83 versteigert werden: ' Die Pflasterreparaturen, die Lieferung von Basaltsteinen, das Anfahren und das Kleinschlagen derselben. Gießen, den 6. Januar 1882. Großh. Bürgermeisterei Gießen. 215 A. Bramm. Mineralwasse r- Verpachtung. Das Recht des Verkaufs der hiesigen Mineralwasser soll auf dem Submissionsweg auf eine längere Reihe von Jahren verpachtet werden. Termin hierzu ist auf Samstag den 14. ds. Mts., Vormittags 10 Uhr. anberaumt. Die Offerten sind versiegelt, frankirt und mit der Aufschrift „Offerte für Mineralwasser" versehen bis zur genannten Zeit auf unserem Bureau abzugeben. Die Eröffnung findet in Gegenwart der erschienenen Submittenten statt. Die Bedingungen können vom 9. d. M. dahier eingesehen werden. 107 Bad-Nauheim, den 3. Januar 1882. Großh. Bade-Direction Bad-Nauheim. Jäger. Prima Frankf. Würstchen bei Herrn. Guter, Mäusburg. 180 50 Cbmtr. Crienstammhotz von ca. 20 Ctm. Durchm. und darüber, sowie 50 Cbmtr. Buchenstammholz von 40 Ctm. Durchm. und darüber, letzteres noch auf dem Stocke befindlich, kommen je im Ganzen Montag den 16. Jan. l. I., von Vormittags 11 Uhr an, auf dem Jägerhaus bei Laubach zum Ausgebot. Das Holz lagert resp. steht in nächster Nähe der Schottener Straße und wird vorher vorgezeigt werden. Laubach, den 5. Januar 1882. 209 Gräfl. Forstverwaltung. Donnerstag den 12. Januar sollen bei dem Wirth G a r t h in Reimershaujen von Morgens 10 Uhr an 70—80 Fstmtr. Eichen, größtenteils Bauholz, nahe an der Wirth- schaft gelegen, unter den in dem Termin bekannt gemacht werdenden Bedingungen auf das Meistgebot verkauft werden. Bemerkt wird, daß die Eichen noch stehen. Reimershausen, den 3. Jan. 1882. Der Bürgermeister 210 Seibert. Aeitgeöotenes. 182 Zu bevorstehenden Bülten empfehle Ball- & Cotlllonbouquets in allen Größen. Erlaube mir die verehrlichen Gesellschaften darauf aufmerksam zu machen, daß ich denselben einen schönen Ständer zum Arrangiren der Cotillon - Bouquets und -Orden zur Verfügung stelle. Achtungsvoll ____________Karl Berger. Irische Schellfische in EiSpackung pr. Pfd. 30 Pf. treffen heute ein. 211 Grg Wilh. Weidig. A Sanme, Meinsaal, off tritt Rhein- u. Moselweine 45, 50, 60,70 ö 80 Pfg. per Schoppen. Monzingcr per Schoppen 30 u. 33 Monztnger Auslese per Schoppen 03^-, Nottzwetn 60, 70, 80 und 90 Monzlnger Burgunder 80 und 90 H. Für Naturwein wird garantirt. 200 Gcf Zug Gg. Wilh. Wei-ig, Gießen 152 ;2U2 lach. König-Wilhelms-Felsenquellen in Ems. 192 Frankfurter Würstchen 198 empfiehlt Blattes abzugeben. 207 Geld» CourA $erantn>ortli»e Redaclion: A. Scheyda. - Druck und Verlag der Brühl'scheu Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Meßen. mit der Bitte um stille Theilnahme. Gießen, den 5. Januar 1882. 17 Lumpen, Werg, Papier, Eisen, Zink, Messing, Kupfer, Blei, Flaschen re. werden angekauft von Louis Rothenberger, Neuenweg 193. Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet statt Samstag den 7. Januar vom Sterbehause, Steinstraße B. 1219, aus. „Das al: genen Woche; weit eben der übrigen Staate ist, seiern beti resivende 14 3 vergangenen di Zeitungsnachrit und Hümeisun Mit der Neu- dürste beim au jahr herrschte, Genüge gezeig: hplasionen he nicht sehkn, r des MuWe noch wichtiger Etatsberathuw ebenso das Ge ' MgvsWch “ ■ Platze stehen, \ Wnwrck will Emser Pastillen (ächt in plombirten Schachteln) ein bewährtes Mittel gegen Husten, Heiserkeit, Verschleimung, Magenschwäche und Verdauungsstörung. Emser Quellsak in flüssiger Form zu Inhalationen und zum Gurgeln empfohlen JEmser Victor laquelle Vorräthig in Giessen bei Emil Fischbach und Keine. Wal- «MMXMMMXMMMXOXJmXMMMMttXMXM 8 Circa 150 üamniraiuteniuiiitrl § eg neueste gacon von dieser Saison, verkaufe, um vollständig zu gg 2 räumen, unter Einkaufspreis. gg S 86 Moritz Heichelheim, 2 Nlalchinenflrickerei von 1A Carl Fietscb. II. Mfertigung von Herren-, Damen- und Kinderstrümpfen, Socken m Wolle Baumwolle und Vigogne, Jacken rc. Anstricken von Strümpfen und Socken. Cokes. Gegenwärtiger Preis in der Gasfabrik M. 1.05 per Centner, „ „ ans Haus geliefert „ 1.10 „ „ Wird das Zerkleinern für FüllSfen gewünscht, fo werden hierfür 5 Pf. per Centner berechnet. Der Transport an das Haus erfolgt von der Gasfabrik aus bei Abnahme von mindestens 5 Centner, von Herrn Emil Piftor auch in kleineren Quantitäten. - 131 20-Francs-Stücke. do in 1/2. Englische Souvereigns . Russtsche Imperiales . Holländische fl. 10-Stücke Ducaten .... Dollars in Gold * ! ;*Ä Akademischer Gesangverein. Montag den 9. Januar Einzelprobe : Von 7-8 Uhr für die Damen, von 8—9 Uhr für die Herren. von 143 Ein schönes Logis, 3 Zimmer, Kabinet, Küche, mit abgeschlossenem Cor- ridor, Waschküche, Bleichplatz und allen Bequemlichkeiten, sofort oder später be- ziehbar, zu vermiethen. Lahnstr. 116. Grg. Wilh.. Weidig. (Karneval! Iastnaltzt! Prachtvolle und billige Costumes aller Art, nicht zu verleihen. Eotillon- Gegenstände. Carncvaliftisch gemalte Bilder * 4 «X zur Saal-Decoration (Lebensgröße). Masken, Befatzborden, Stosse rc. Carrrevals-Gefellfchafts- kappen. Carnevale - Artikel jeder Art! Theater-Decoralionen aus Stoff gemalt. Preisverzeichniffe umsonst und franko. 214 Bonner Fahnensabrik Bonn. „Krankenfreund." Das unter diesem Titel in Richter's Verlags-Anstalt zu Leipzig erschienene Schriftchen gibt sowohl Gesunden bewährte Rathschläge zur Bekämpfung der ersten Krankheits- Symptome, als auch Kranken zuverlässige Anleitungen zur erfolgreichen Behandlung ihrer Leiden. Damit durch dieses Büchelchen möglichst alle Kranken die ersehnte Heilung finden, wird dasselbe von obiger Verlags-Anstalt gratis und franko versandt, es hat also der Besteller weiter keine Kosten, als 5 für seine Postkarte. 203 w ™ .Ein starkes Mädchen, zu jeder Arbeit willig, fucht Stelle. __Neustadt D. 218. $7* . Export-Bier ä ü Flasche 23 Pfg. CS c ’ Masken! von 5 $ an bei 195 VaL Reuter, Friseur, Gießen. diach übereinstimmenben Urt^eilen einer großen Reihe anqejehener schweizer, deutscher unb österr. pract. Aerzte und vieler medlcinischen Fachschritten haben sich die von Apotheker Rich. Brandt In Schaffhausen aus Schweizer Medlcinalkräutern bereiteten Schweizerpillen durch ihre glückliche Zusammemehung, ohne jegliche, den Körper schädigenden otope in allen Fällen, wo es angezeigt erscheint, eine reizlose Oennung herbeizuführen, Ä< Sammlungen von Galle und Schleim zu entfernen, das Blut zu reinigen, sowie den ganzen V^rdauungsApparat neu zu beleben und zu kräftigen als ein reelles, sicheres schmerzlos wirket des billiges Heilmittel bewährt, welches Jedermann empfohlen zu werben oerbient. . Man verlange ausbrücklich nur Apoth. Rlcn. Brandt’N Schweizerrillen, welche nur uiDlech- bosen euthaltenb 50 Pillen LM. 1.— u. kleinerenVer>uchs- __ bösen IbPillen ä 35 Pf. abgegeben werben. 3ebe Sckacktel ächter Schweizerpillen muß nebenstchenb angeführtesEiiquetb oas ^1^ Schweiz er- frcii' im ratben Gruitb barstellenb unb mit dem Ramenszug bes Verfertigers veriehen, tragen. 1 ^rospectV, me($eV aud) ^treidie Urteile aus Fachkreisen ußer chre Wirkungen enthalte.!, sinb in beit nachverzeichneten Apotheken gratis zu haben. Zu haben in den bekannten Apotheken. 204 50 Iimmer mit Cabinet und Küche an anständige Leute zu vermiethen im _________________„Darmstädter Haus". M Ein Logis zu vermiethen. Klingelhöfcr, Hammftraße. 95 Eine schöne Wohnung von 6 Zimmern (2. Stock) mit allen Bequemlichkeiten, Gartenantheil und Bleichplatz, in der Nähe der Aula und des Gymnasiums, ist per 1. April zu vermiethen. Näh, in der Exped. d. Bll___ Freundliches Logis, 4 Zimmer, Bleichplatz, Trockenspeicher, Gartenantheil rc. zu vermiethen. Näheres in der Exped. d. Bl. 98 rität hn jgauje Ein geringen M UnfaUnerji Tagesordnung dWchderF jccte bfe Aeichi W ®tr jijt jedoch ch in "der, in M ">en. ^iten werben Drache gel« kme AuG es dch „jch, Preußen eine Werte Stei lchou etwas 1 oeftinrntt lein M latN»upt «t»tnt durch., s*' " N mit i M die bei nip (Tn., 11 Loües-Aiizeige. Heute Morgen 3 Uhr verschied sanft nach dreitägigem, schwerem Leiden unsere unvergeßliche Mutter und Schwester Frau Lnfmma Kehm, grd. Selber. Wir widmen allen Freunden und Bekannten diese Trauerkunde Verein der deutschen Fortschritts-Partei. Samstag d.7. Januar, Abends 8 Mr general-versammlung itn £ e i tf scheu Stiule* Tagesordnung: 1) Petition, betreffend die allgemeinen directen Wahlen zum Hessischen Landtag. 2) Statutenänderung. 3) Neuwahl des Vorstandes. Wir bitten um recht zahlreiches Erscheinen. 2Q5 Der Verstand. Meine so beliebt gewordene, nicht durchsichtige, aber wirklich gehaltvolle, überall als vorzüglich anerkannte Vniversal-Glycerin-Seife empfehle für Jedermann als mildeste, billigste und für die Gesundheit der Haut zuträglichste Waschseife per Stück 15, 20 und 30 H. Unentbehrlich zum Waschen für Kinder. Fabrik von H. P. Beyfchlag, Augsburg. Alleinige Niederlage bei Cölßer üombaulolterie. 17. und letzte Ziehung 12./14. Januar 1882 1372 Geldgewinne baar ohne Abzug. 75 000, 30 000 JL rc. — Nur Ortgmal- loose vers incl. krco.Zus. amtl. Gew.-Liste b JL 3.50 Der Haupt-Collecteur A. I. Pottgieper i. Cöln. Wiederocrk.erh.Radalt. 13 Blühende Hyafinthen Z in großer Auswahl empfiehlt billigst Karl Berger, Lindenplatz. Ziegelstreicher § für nächstes Frühjahr werden contractlich angenommen auf der Ziegelei Londorf. Wohnungsgesuch. Ein einzelner Herr (Professor an der Universität) sucht per 1. April eine Wohnung von 3—4 Zimmern ohne Möbel, aber mit Bedienung. Offerten bittet man bei der Exped. ds. 189 Der untere Stock, 5 Zimmer nebst Zubehör, zu vermiethen. _________________Louis^Berfch. _ 194 Ein kleines Familienlogis sofort zu vermiethen. __Neustadt. 191 Ein schöner Laden, mit oder ohne Wohnung, billig zu vermiethen. W. Werber, Buchhdlr., Kirchenplatz. ■' 199 Das Mansardenlogis in meinem Hause, West-Anlage, ist zu vermiethen und alsbald zu beziehen. _______Bauunternehmer Krausgrill. 208 Ein kleines möblirtes Zimmer zu vermiethen bei L. Fronhäufer.__ 99 Ein kleines Familienlogis' zu vermiethen._____________Sch 1 oßgafse 258. 97 Ein Logis von 3 Zimmern, Küche, Bodenkammer und geschlossenem Corridor an eine ruhige Familie zu vermiethen. __________________W. Seuling. 144 Zwei ineinandergehende fein möbl. Zimmer, auf Wunsch auch drei, sowie Zimmer allein bei __________Friedrich Hetz, Lahnstraße. 121 Ein Logis von 5 Zimmern nebst Zubehör per 1. April zu vermiethen. W. Schäfer, Gartfeld IW. 135 Ein tüchtiger Küfer, Stückarbeiter, kann bei mir in Arbeit treten. ________ Louis Lony. 185 Mehrere Mädchen vom Lande^ welche mehrere Jahre in einer Stelle waren und gute Zeugnisse aufweisen können, suchen Stellen auf sofort. Zu erfragen bei Frau Müller, Löwen- gaße Nr. 61. Lager-Bier k Flasche 20 Pfg. empfiehlt J. Weber Nadt raffel. 8 Lieferung frei ins Haus. s c$ v* 4. 16 17-21 16 14-18 20 30-35 16 68-72 16 72- 76 9 55—60 4 18—22