sou »tz. ” und Rch, "erbring!« ''«dungsstüt ■ für Alt u» "" SÄttbütjtt tn trennt, helfen 1 w Durnistudt • FC.B. dte. 28S. Mittwoch den 6. December 1882. Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Bureau, Schulstraße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. MdLlKVi« ^'lMrNch 7»^^ Ausruf zur Hülfe für die Wasierbeschädigten des Grotzherzogthums. Die in unserem Jahrhundert beispiellosen Ueberschwemmungen des Rheines und seiner Nebenflüsse haben einem ansehnlichen Theile unseres engeren Vaterlandes Noth und Verderben gebracht. Städte und Dörfer stehen unter Wasser, Häuser sind eingestürzt, Mobilien vernichtet, und iveichcn die Fluthen, so bringen der herannahende Winter, der Mangel an Verdienst, die unausbleiblichen Wewsel Betreffend: Die Wasserschäden im Großherzogthum. Gießen, am 1. December 1882. uni LMM- MMkten, ibfWtnitcj . Schulhof, lifftnbergenieg. M ^waaren-Ge- einer Einladung unseres Kaisers zu den Hofjagden, welche am vergangenen Freitag und Sonnabend bei Letzlingen stattfanden. Es können diese wiederholten Besuche des österreichischen Thronerben in Deutschland als ein markantes Zeichen der zwischen den Kaiserhöfen in Berlin und Wien bestehenden herzlichen Beziehungen betrachtet werden. Politische Ueberficht. Gießen, 5. Dezember. m dritten Male in diesem Jahre ist Kronprinz Rudolf von eich der Gast Kaiser Wilhelms, und zwar folgte Kronprinz Rudolf !|t |«* DM- ;j3 « 16 L11 I {fe Krankheiten bitteres Elend. Den so schwer Betroffenen thut rasche Hülfe dringend noth. Die Hülfe der Gemeinden ist theils unmöglich, theils kann sie nicht ausreichen; die Mittel des Staates genügen nicht gegenüber so großen Anforderungen. Am nächsten liegt, daß die Bewohner derjenigen Gegenden, die von Wasserschäden frei geblieben sind, den Bedrängten nach Kräften Hülfe leisten, und zu diesen bevorzugten Gegenden gehört ja, Gott sei Dank, unser Kreis. Wir glauben deshalb keine Fehlbitte zu thun, wenn wir uns an die, in vielen Nothfällen bewährte Mildthättgkeit unserer Mitbürger in Stadt und Land wenden. Jeder der Unterzeichneten ist bereit, Gaben in Empfang zu nehmen und an die Sammelstelle in Gießen weiter zu befördern. In Gießen wie in allen übrigen Gemeinden des Kreises wird außerdem in Folge bereits ertheilter Genehmigung Gr. Kreisamtes eine Hauscolleete veranlaßt werdet!. Damit die in allen Kreisen des Landes in gleicher Weise gesammelten Gaben auch zweckmäßig verwendet werden und allen Beschädigten im Verhältnisse zu dem erlittenen Schaden zu Gute kommen, ist es geboten, daß die eingehenden Gelder an einer Stelle vereinigt und von dieser unter die Beschädigten vertheilt werden. Es hat sich deshalb in Darmstadt ein Landes-Comito gebildet, das sich die Sammlung aller eingehenden Gaben und deren planmäßige Verwendung zur Aufgabe gestellt hat. An dieses soll das Ergebuiß der Sammlung im Kreise Gießen abgeliefert werden. Durch Veröffentlichung der eingelaufenen Gaben in diesen Blättern wird der Empfang bescheinigt werden. Gießen, am 1. December 1882. Für Gießen: Dr. Boekmann, Provinzial-Director. Bramm, Bürgermeister. Dr. Baur, Arzt. Dr. Engelmann, Redacteur. Cngisch, Steuerrath. Gail, Feed. Dr. Gareis, Professor. Dr. Gutfleisch, Reichstags-Abgeordneter. Haustein, Landtags-Abgeordneter. Hetz, Beigeordneter. Keller, Beigeordneter. Knorr, Präsident. Langsdorfs, Oberamtsrichter. Dr. Levi, Rabbiner. Dr. Muhl, Abgeordneter. Naumann, Pfarrer. Noll, Commerzienrath. Nadh, Pfarrer. Dr. Riegel, Professor. Schirmer, FabriÄut. Schehda, Redacteur. - Soldan, Rcalschul-Director. Dr. Stade, Rector der Landes-Universität. Dr. Streng, Professor. Wasserschleben, Fabrikant. Zimmermann, Erster Staatsanwalt. Für Grünberg: Fritz, Oberamtsrichter. Limhert, Steuerrath. Pracht, Bürgermeister. Schäfer, Rechner. Für Hungen: Becker, Major a. D. Bender, Bürgermeister. Buch, Gemeinderath. Demme, Kammerrath. Mah, Oberamtsrichter. Für Lich: Clemm, Dekan. Kutsch, Kammerdirector. Langermann, Oberamtsrichter. Walz, Bürgermeister. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Grotzherzoglicherr Bürgermeistereien des Kreises. Unter Bezugnahme auf vorstehenden Aufruf empfehlen wir Ihnen, in Ihren Gemeinden eine Hauscolleete zu veranstalten und das Ergebniß an den bestellten Rechner, Kreisamtsgehülfen Döring dahier, einzusenden. Zugleich geben wir Ihrer Erwägung anheim, ob Sie nicht mit Rücksicht auf den dringenden Rothstand die Verwilligung von Beiträgen der Gemeinden, Kirchen und milden Stiftungen befürworten wollen. Dr. Boekmann. NS-eicht- ien. rt jW b Taxationen, t. allen W V mit das Bel- A niaitb z» » 0 ffige MW X erger, X >■ A Betreffend: Generalversammlung des landwirthschastlichen Bezirksvereins Gießen. Bekanntmachung. Mittwoch den 6* December, Vormittags 90 Uhr, findet eine Generalversammlung des landwirthschastlichen Bezirksvereins zu Gießen im Gasthause „Zum Einhorn" statt, wozu alle Mitglieder ves Vereins und freunde der Lanvwirthschast freundlichst emgeladen werden. Tages-Ordnung: 1) Vortrag des Herrn Professors Dr. Pflug dahier über das Wesen und die Ursachen das Milzbrandes; 2) Vortrag des Herrn Hofgärtners Roack von Darmstadt über Obstbaumzucht; 3J Geschäftliche Mittheilungen Die Herren Bürgermeister werden ersucht, Vorstehendes in den Gemeinden auf geeignete Weise bekannt zu machen. Gießen, den 27. November 1882. Der Director des landwirthschastlichen Bezirksvereins Gießen. _________________Dr. Boekmann.__ Betr.: Die Bildung eines Vereins zur Zucht und Veredlung der reinen Vogelsberger Rindviehrasse. Bekanntmachung. Die Wahl des Vorstandes des Vereins zur Züchtung und Veredlung der reinen Vogelsberger Rindviehrasse soll Mittwoch den 6. December 1. I. dahier im Gasthause zum „Einhorn" nach Schluß der um 10 Uhr Vormittags beginnenden Generalversammlung des landwirthschaft- lichen Bezirksvereins stattfinden. Alle Mitglieder des Vereins, denen vielleicht die besondere Einladung nicht zugekommen sein sollte, werden hiermit um ihre Bethelligung ersucht. Diejenigen, welche sich vor der Wahl noch als Mitglieder melden, haben bei derselben noch Stimmrecht. Gießen, 27. November 1882. Der Director des landw. Bezirksvereins Gießen. •n> Dr. Boekmann. Der Reichstag hatte sich bei seiner ersten, nach ziemlich sechsmonat- llcher Pause am vergangenen Donnerstag wieder stattgesundenen Sitzung mit einer Frage, die bereits einmal an ihn herangetreten ist, zu beschäftigen. Es handelte sich nämlich um die dritte Lesung des in den beiden ersten Berachungen vom Reichstage angenommenen Antrages der reichsländischen Abgeordneten, den Bundesrathsbeschluß bezüglich der Einführung der deutschen Sprache und der Oeffentlichkeit bei den Sitzungen des Landes-Ausschusses von Elsaß-Lothringen dahin anzuändern, daß den des Deutschen nicht mächtigen Mitgliedern des Landes-Ausschusses der Gebrauch der französischen Sprache unter gewissen Bedingungen gestattet werde. Für den Antrag plaidirte außer dem Abg. Zorn von Bubach, was bei dessen Eigenschaft als Elsässer erklärlich ist, und dem Redner der Polen, v. Jagdzewski, sowie dem demokratischen Abgeordneten für Frankfurt a. M., Sonnemann, sehr bezeichnender Weise auch der Sprecher des Centrums, Dr. Windthorst. Gegen den Antrag erklärten sich neben den con- servativen Rednern von liberaler Seite die Abgg. v. Bennigsen, v. Treitschke und Rickert. Namens der Regierung legte Staatsminister v. Bötticher in überzeugender und klarer Weise dar, wie wenig der Antrag der reichsländischen Abgeordneten den thatjächlichen Verhältnissen entspreche; mehr als 80 pCt. der reichsländischen Bevölkerung gehörten dem deutschen und nur 11 pCt. dem rein französischen Sprachgebiete an, die Annahme des Antrages würde außerdem eine Stärkung der französischen Sympathien in Elsaß-Lothringen bedeuten und dadurch die Bestrebungen derjenigen Partei schwächen, welche ein friedliches Gedeihen des Landes unter der deutschen Herrschaft anstrebe. In namentlicher Abstimmung wurde schließlich der Antrag mit 153 gegen 119 Stimmen des Centrums, "der Polen, Elsaß-Lothringer, Volksparteiler und Socialdemokraten abgelehnt und jeder wahrhaft deutsch fühlende Mann kann nur Genugthuung hierüber empfinden, daß die Macht der Thatjachen und des patriotischen Gefühles doch den Sieg davongetragen hat. — In der Sitzung vom Donnerstag gingen dem Reichstage die Etats pro 1883/84 und 1884/85 zu. — In der nächsten Sitzung vom 2. December beschäftigte sich das Haus u. A. mit dem fortschrittlichen Anträge, betr. die Entschädigung unschuldig Verurteilter und mit dem Anträge des Abg. Liebknecht (foc.) auf Aufhebung sämmtlicher Ausnahmegesetze. Das Eintreffen des Reichskanzlers Fürsten Bismarck in Berlin wird jeden Tag erwartet; ein bestimmter Zeitpunkt hierüber ist aber nicht festgesetzt, da der Reichskanzler es bekanntlich liebt, seine Reisedispositionen zu ändern. Daß Fürst Bismarck gesonnen ist, an den parlamentarischen Verhandlungen, namentlich an denen des Reichstages, regen Antheil zu nehmen, wirb von zuverlässiger Seite bestätigt. Das preußische Abgeordnetenhaus setzte in vergangener Woche die Specialberathung des Etats bis zum Etat der allgemeinen Finanzverwaltung fort, welcher am Freitag nach unerheblicher Discussion genehmigt wurde. Am Sonnabend hielt das Haus keine Sitzung ab, da an diesem Tage im Reichstage eine Sitzung stattfand. Die Nachrichten über die Wassersgefahr im Westen unseres Vaterlandes lauten jetzt beruhigender, da überall ein Sinken der Gewässer gemeldet wird. Desto betrübender klingen die Berichte über die Verheerungen, welche die Wasserfluthen angerichtet haben, an manchen Orten konnte von den rasch eingerichteten Local-Hülfs-Comites kaum der augenblicklichen Noth abgeholfen werden. Hoffentlich bringt der Appell an die öffentliche Mildthätigkeit den Bedrängten die so nöthige ausgiebige Unterstützung. __ Die Beziehungen Frankreichs zu England lassen gegenwärtig Manches zu wünschen übrig, wenn auch die Osficiösen an der Seine und an der Themse bemüht sind, das Einvernehmen zwischen den „beiden alten Alliirten" als ein durchaus ungetrübtes hinzustellen. Den dunkelsten Punkt in den französisch-englischen Beziehungen bildet noch immer die egyptische Finanz-Controle; England beansprucht entschieden dieselbe für sich allein, es hat aber der französischen Negierung seine Absicht angezeigt, Frankreich eine Compensation zu gewähren. Indessen, Herr Duclerc scheint nicht geneigt, sich ohne Weiteres von England aus Egypten hinausdrängen zu lassen, und es dürfte hierüber noch zu sehr langwierigen Verhandlungen zwischen den beiderseitigen Cabineten kommen. Auch die madagassische Angelegenheit dürfte zu diplomatischen Reibungen zwischen den Westmächten führen. Die Gesandtschaft, welche die Königin der Hovas auf Madagaskar nach Paris zur Schlichtung der zwischen Frankreich und Madagaskar schwebenden Streitfragen gesandt hatte, hat in der französischen Hauptstadt eine sehr frostige Aufnahme gefunden und ist in vergangener Woche Hals über Kopf nach London abgereist, wo sie von Lord Granville sehr freundlich empfangen wurde. Die englische Presse hat nun plötzlich ausfindig gemacht, daß die Prätensionen Frankreichs die englischen Interessen aus Madagaskar schwer schädigen und sie fordert daher das Londoner Cabinet auf, Frankreich auf dieser Insel in seine Schranken zurückzuweisen. In den zornigen Ausfällen der Pariser Blätter gegen England spiegelt sich deutlich das Mißfallen wieher, das man über die arrogante Sprache der englischen Presse in Frankreich empfindet. — Der Zustand Gambetta's wird fortdauernd als befriedigend bezeichnet. Das englische Parlament ist am vergangenen Sonnabend geschlossen worden. In der Sitzung vom Freitag nahm das Unterhaus noch die übrigen Resolutionen der Geschäftsordnung, durch welche versuchsweise für die nächste Session ständige Ausschüsse für Rechtspflege, Handel, Schifffahrt und Fabriken eingeführt werden, an. In der Hauptsache kann demnach Herr Gladstone mit dem Verlaufe der Session zufrieden sein, da, woraus es besonders ankam, die Reform der Geschäftsordnung nach den Wünschen der Negierung durchgesetzt worden ist. Dagegen trüben die jüngsten Verbrechen in Irland wiederum die Freude an den: günstigen Verlaufe der Session, die irischen Sorgen wird also Herr Gladstone in das neue Jahr mit hinübernehmen. Herr v. Giers ist in vergangener Woche in Rom eingetroffen und von den Vertretern der italienischen Regierung mit großer Auszeichnung empfangen worden. Am Freitag hatte Herr v. Giers eine längere Audienz beim Könige und am Abend dieses Tages fand ihm zu Ehren in der russischen Botschaft ein Diner statt, an welchem die Minister de Pretis und Acton, sowie verschiedene andere Mitglieder des italienischen Staatsministeriums, von dem diplomatischen Corps aber bemerkenswerther Weise die Botschafter Deutschlands und Oesterreichs theilnahmen. Die Anwesenheit des russischen Staatsmannes in Rom giebt wiederum zu allerhand Gerüchten Anlaß, die man aber besser auf sich beruhen läßt, da sie nichts als Conjecturen sind. Der befürchtete Ausbruch ernstlicherUnruhen inRustschuk ist bis jetzt nicht erfolgt. Trotzdem ist die bulgarische Regierung deshalb noch nich* frei von allen Besorgnissen und sie hat darum umfaffende militärisch? Maßregeln getroffen, um jede revolutionäre Bewegung im Keime zu ersticken. In Konstantinopel haben vergangene Woche die bereits angekündigten anderweitigen Veränderungen im Cabinet stattgesunden, die ziemlich umfassender Natur sind. Achmed Vefik Pascha ist zum Premierminister, Arifi Pascha zum Präsidenten des Staatsrathes und Hussein Hasni Pascha zum Kriegsminister ernannt worden. Auch heißt es, daß an Stelle des erst vor einigen Tagen zum Minister des Auswärtigen designirten Assim Pascha, jetzt Safvet Pascha, zum Leiter der auswärtigen Angelegenheiten ernannt worden sei. Der zurückgetretene Kriegsminister, Ghazi Osman, der „Löwe von Plewna", soll die Würde des Serdar Ekram, die höchste militärische Stellung in der türkischen Armee, erhalten. Eine größere Bedeutung in politischer Beziehung scheinen jedoch alle diese Veränderungen im türkischen Cabinet nicht zu haben, vielmehr kann man sie wohl auf Palast-Jntriguen zurückführen, die in Stambul gerade nichts Seltenes sind. Nachträglich wird noch gemeldet, daß Munir Bey, der bisherige Finanz-Contro- leur der Provinz Brussa, das Finanzministerium übernommen hat. Ferner haben sich noch folgende Veränderungen im Ministerium vollzogen: Assim Pascha, Justizminister; Ratib Pascha, Marineminister; Achmed Essad Effendi — Scheck ül Islam (die höchste geistliche Würde der Türkei). Das türkische Ministerium hat sich demnach zum größten Theile neu constituirt, da nur Saib Pascha, Subhi Pascha, Mustapha Pascha, Hassan Fehmi Pascha und Mahmud Nedim Pascha auf ihren Posten verblieben sind. Deutschland. Mainz, 4. December. Gestern Vormittag um halb 9 Uhr traf der Großherzog m unserer Stadt ein, um sich sowohl hier, als auch tn den benachbarten Ge- metnben von den Schäden des Hochwassers zu überzeugen. Herr Provinzialdirektor Küchler und Herr Oberbürgermeister Dr. Du Mont geleiteten den Großherzog auf die Wallstraße, da man von hier aus ein genaues Bild von dem Ueberschwemmungs- gebtet des Gartenfelds und des Rheingaues wahrnehmen Lmn. Der Großherzog besuchte hierauf auch das Bezirksschulhaus in der Neustadt, um sich von den Verpflegungs- Einrichtungen für die untergebrachten Geschädigten zu überzeugen. Alsdann fuhr er in Begleitung des Herrn Provinzialdtrektor Küchler, des Herrn Mmisterialrath Jaup und des Herrn Major Wernhrr über Hechtsheim, Gau-Bischofsheim nach Badenheim und Laubenheim. In beiden Gemeinden fuhr der Großherzog und Gefolge durch die Überschwemmten Siraßen, wobei die Herren Bürgermeister die nöthige Aufklärung ertheilten. Der Großherzog sprach es offen aus, daß er sich die Größe des Unglücks in dieser Weise nicht vorgestellt habe. Die Bewohner Laubenheims und Bodenheims begrüßten enthusiastisch den Landesfürsten. Beim Verlassen der beiden Gemeinden ließ der Großherzog den beiden Herren Bürgermeistern je 1000 X einhändigen. m. Darmstadt, 4 December. Der Abgeordnete W olz (Seligenstadt) hat heute bei dem Bureau der Kammer den Antrag übergeben, die Großh. Regierung zu ersuchen, baldigst die durch das Hochwasser an Gebäuden verursachten Beschädigungen fest- stellen zu lassen, um demnächst den Ständen Vorlage zur Beschaffung der nöthigen Geldmittel zur Staatsunterstützung der Beschädigten zu machen. In den dem Antrag beigegebenen Motiven wird kurz hervorgehoben, die Beschädigungen an Gebäuden seien so zahlreich und groß, daß die Unterstützung nicht der Prioatwohlthätigkeit Überlassen werden könne, da dieselbe ohnehin zur Linderung der Noth, welche durch den Verlust an Vieh, Lebensmitteln u. s. w. entstanden ist, bedeutend in Anspruch genommen sei. Berlin, 1. December. Nachstehend geben wir noch ausführlich die Mttthellungen wieder, welche Minister v. Puttkamer heute dem Abgeordnetenhause über seine Reffe tn die Rheinprootnz machte. Der Minister sagte: „Ich bitte um Entschuldigung, wenn ich mir erlaube, die Verhandlungen über den Justizetat durch eine kurze Mit Heilung zu unterbrechen über die Eindrücke, die ich aus der von Sr. Majestät mir befohlenen Reise nach dern Rheinlande empfangen habe. Die Frage ist eine allgemeine und brennende, nicht nur für das hohe Haus, sondern auch für die Oeffentlichkeit im Allgemeinen, für jedes patriotische Herz, daß ich diesen Weg für den geeignetsten halte, Ihnen sofort über dasjenige zu referiren, was ich an Eindrücken gewonnen habe. Ich bin am Dienstag Abend abgereift und gestern zurück- gekehrt, nachdem ich Koblenz, Neuwied und Köln und einige besonders bedrohte Ort- fchasten des Landkreises Köln, auch Düsseldorf gesehen habe. Wenn wir es auch, dem Himmel sei Dank, nicht mit einer so verhängmßoollen Katastrophe zu thun haben, wie die ist, von der ein befreundeter Nachbarstaat neuerdings heimgesucht worden ist, so befinden sich doch unsere Mitbürger in der Rhcinebene einer sehr schweren Heimsuchung gegenüber, und es wird nicht zu umgehen sein, zur Beseitigung des Nothstandes auch die Mittel des Staates in Anspruch zu nehmen. (Beifall.) Welche Intensität die Hochfluth gehabt hat, mögen die Herren da'.aus ersehen, daß am 28. November der Wasserstand in Köln 9.39 Meter betrug, 5 Ctm. mehr mals der bisher bekannte höchste Wasserstand dieses Jahrhunderts, der nur übertroffen wird von dem noch viel höheren im Jahre 1784. Es ist ein großes Glück zu nennen, daß dieses kolossale Hochwasser ohne Sturm verlaufen ist. Hätten wir einen starken Sturm gehabt, so würde eine unabsehbare Katastrophe gar nicht ausgeblieben sein. In diesem Augenblicke ist das Rheinwasser bedeutend gefallen, jetzt wird etz um zwei Meter gesunken sein. Wenn nicht noch unvorhergesehene Unglücksfälle eintreten, wenn die relative Windstille andauert, so dürfen wir hoffen, daß die ganze Calamtiät ohne wettere schwere Unglücksfälle verlaufen wird. Es wird charakteristisch sein, daß die oberhalb Koblenz gelegenen Landestheile bedeutend weniger gelitten haben als die unterhalb dieser Stadt gelegenen. Das ist die Folge der enormen Wassermassen, welche die wahrscheinlich durch Wolkenbrüche angeschwellte Mosel und tn kleinerem Maße auch die Lahn dem Rhein zuführten. Die elementaren Schäden lassen sich in zwei große Gruppen theilen. Ich flechte hier ein, daß meine Mittheilungen nur ein äußerst lückenhaftes Bild geben können, das am Vollständigkeit keinen Anspruch macht. Erst tn 8 bis 10 Tagen werden wir in der Lage sein, einen zusammenhängenden Eindruck von dem Ganzen zu Haden. Es kommen noch die Ortschaften in Betracht, welche im Vorlande liegen und bei denen hauptsächlich die Wohnungs- und Vrrprooiantirungsfrage Schwierigkeiten machen wird, und »war die schwer hcimgesuchten Ortschaften an den Dämmen in den Bezirken Köln unv Düsseldorf. Es sind die Städe Koblenz, Neuwied, Köln, Düsseldorf und Duisburg zum erheblichen Theile überschwemmt und die Bewohner ganzer Stadtthetle mußten dislocirt werden. Ein Theil wird mittels herumfahrender Kähne auf Leitern ver- provtantirt Neuwied ist besonders schwer heimgesucht, von 10,000 Einwohnern sind nur 600 ganz unbehelligt geblieben, die übrige Stadt steht 12 Fuß unter Wasser. Die Calamüät würde noch furchtbarer fein, wenn ein Sturm stattgefunden hätte, ein Sturm mit Wasserschwall und Wellenschlag. Es wäre dann jetzt wahrscheinlich ganz Neuwied ein Trümmerhaufen. Wir werden uns mit der Frage zu beschäftigen haben, rote wird es werden, wenn in 14 Tagen die Wohnungen wieder beziehbar sein werden, und was wird man thun, um die für den Winter schweren sanitären Gefahren hier abzuwenden. Man hat mir gesagt, es würde zweierlei geschehen müssen: 1) eine gründliche Desinfektion der Wohnungen durch Aufreißen der Dielen, um trockene Schichten hinetnzubnngen und dann durch ein sehr starkes Heizen mit Coaks, um die Wände auszutrocknen. Da es sich um tausend und abertausend Wohnhäuser handelt, so werden schon hierdurch große Ausgaben erwachsen, tn die sich der Staat, die Provinzen, Gemeinden und die Privatwohlthätigkeit werden theilen müssen. Die Verproviantirungs- frage bietet jetzt noch keine Schwierigkeiten. Ich habe in einigen Orten sogar eine gewisse heitere Stimmung dabei beobachtet. Die Leute sahen sehr fröhlich aus, als die Kähne herumsuhren und reichliche Nahrung vertheilt wurde. In acht Tagen w.rd es sicher viel anders stehen und dann wird sich eine trübe Stimmung der -öeoolrerung bemächtigen, rote ich sie schon in Neuwied beobachtet hatte. Vielschlimmer steht es aber in Gegenden, in welchen die Dämme durchbrochen sind. Wenn auch Gott sei Dank kein einziges Menschenleben verloren ist und der Viehverlust nur ein fporabifdjer ist, so sind doch in diesen Ortschaften die Futtervorräthe zirstort, sämmtliche Saaten ,he Militarist ersticke^ angefunbigten $ Naffeitber Mascha zum ^Minister Ä"iUm iiim JWttlnie , le Mrdt bes taee, erhalt "lle dich Niu 1 man sie roo(. seltenes sind. ?Aliz-Contro>' ; N- Krm -Um Pascha, jenbi - Scheik iche Mmsimm Saib Pascha, Mahmb Nedim r traf der Groß- benachbarten Ge- Provinzialdirektor n Großherzog auf öerschwemmungs- x Großherzoz de- dm PnysieMtzs- Wdann fuhr er nifterialrath Janp a nach Bodenhetoi mb Gefolge durch löthige ÄufkläMg iröße des UuM Heims und Mn- assen der beiden rt je 10(0 ein: igenstck) hat heule gierungzuerfuch^ jeschadigungen se|t- sffnng der nötigen Den. Indens ungen an ©fbaubm Mijltbätigfcit über-' wdd)e durch btt in Mnfprud) 9?; ^rM^eAnM Um \dne Reise teIhanblungen üb« Je Gin* d t 'lh be empfE hohe ßMW ?riren, Ms M unb g-st-"K ■1Ä» ü'ZL W- •%r* m noch "'"Hasser o®ü'Mn habt, 1® . jn bas i Äugen SÄk ;S«'L sSä? i eit*11"«/»®®6? bei b'^ toit», n »•*,„ K°l" u" •llifif Kate mub*111 > Sern « en bitle'e. sjieun’K ;S*K 3L&$ Ie bi ige" d^' sind verschlammt und zerstört und es ist in Folge von Arbeitslosigkeit ein sehr trüber Winter in Aussicht. Es werden ja vor Allem Communtcationsmrttel, Wege und Brücken wieder hergestellt werden müssen; es werden Vorschüsse gezahlt werden müssen für Futter, Vieh und Saaten für das nächste Frühjahr. Alles in Allem genommen, stehen wir vor einer sehr schweren Heimsuchung in der Rhetngegend und ich behalte mir vor, dem hohen Hause, wenn der Oberpräsident seine Beobachtungen mir in einem erschöpfenden Bericht mitgetheilt hat, davon Kenntntß zu geben. Einstweilen handelt es sich um schleunige Hülfe und die Regierung hat deshalb beschlossen, zunächst als Beitrag zur Lösung der Wohnungs- und Verprovtantirungs- frage den Kaiser telegraphisch zu bitten, das Staatsmintstertnm zu ermächtigen, 500,000 X aus dem Hauptextraordinarium k fonds perdu herzugeben, um die Behörden bet den nöthigen Maßregeln zu unterstützen (Beifall.) Dies wird aber nur eine vorläufige Forderung fein. Wenn die Berichte der Behörden einlaufen und ein definitives Bild ergeben werden, dann wird es nicht zu umgehen sein, daß wir mit höheren Anforderungen an die Landesvertretung herantreten. Ich will damit schließen, daß ich der gesammten Bevölkerung meine volle Anerkennung und die der Regierung, und ich hoffe auch in Ihrem Namen sprechen zu dürfen, ausdrücke für die wahrhaft bewundernswürdige Haltung, mit welcher sie sich der Calamität gegenüber gestellt hat. Sie hat namentlich eine ganz außerordentliche Treue den Beamten gegenüber bewährt. Die Beamten, namentlich die Gemeindebeamten, haben mit unübertrefflicher Ausdauer und Aufopferung ihre Schuldigkeit gethan und vor Allem hat sich auch die militärische Hilfe als garz außerordentlich wirksam erwiesen. Wäre das Commando Pioniere aus Eoblenz nicht in Neuwied gewesen, so würde es wahrscheinlich ohne Verluste an Menschenleben nicht obgegangen sein. So ist es gelungen, 2—300 Personen, welche im höchsten Grade gefährdet waren, auf das Trockene zu retten. Ich schließe meinen Bericht, indem ich das hohe Haus bitte. von diesen Maßregeln Kenntniß zu nehmen und den Forderungen, die wir an Sie stellen werden, von vornherein wohlwollend entgegen zu treten." (Beifall.) Telegraphische Depeschen. Wolff'- telegr. Eorresponderrz-Brrreau. Berlin, 4. December. Dsr Kaiser conferirte heute Nachmittag eine Stunde mit Fürst Bismarck. Berlin, 4. December. Bei der Landtagsersatzwahl im hiesigen 4. Wahlbezirk wurde Munckel gewählt. — Abgeordnetenhaus. Bei fortgesetzter Berathung des Etats für das Ministerium des Innern erörtern Dirichlet, Rauchhaupt, Eynern, Windthorst, Kropatscheck, Weis die Ursachen des Vagabondenwesens und die Mittel zur Beseitigung desselben. Dirichlet bringt den Fall der Durchpeltschung eines Mädchens durch den Amtsvorsteher Rotenhan (Hirschberg) zur Sprache. Rauchhaupt constatirt, daß die conservative Presse das Verhalten des Amtsvorstehers nicht in Schutz genommen habe. o. Eynern glaubt, daß der Culturkampf die öffentliche Ordnung gelockert habe, Schuld daran sei über die Art, wie die Ultramontanen den Kampf geführt. Die Vagabondage hat ihren Grund in den allgemeinen gewerblichen Verhältnissen. Windthorst meint, mit mechanischen Mitteln seien die Uebelftände nicht zu beseitigen. Die Ausführung der Maigesetze habe zur Vernichtung zahlreicher Institutionen geführt, die der Linderung des Elends dienten- Das Schulaufsichtsgesetz sei die Grundursache des Uebels. Die Religion habe in der Volksschule einer Masse für das praktische Leben überflüssigen objectiven Wissens Platz machen müssen. Die Debatte erstreckte sich sodann noch auf Verbrecher-Colonien und Besserungsanstalten. Der Etat der dauernden Ausgaben des Ministeriums des Innern ist damit erledigt. — Fortsetzung Mittwoch. — Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht einen Erlaß des Arbeitsministers, welcher verfügt, daß di.' freiwilligen milden Gaben an Lebensmitteln und Kleidungsstücken, sowie an Brennmaterial für die bedrängte Bevölkerung der Rheinprooinz und Hessen- Nassaus auf den Staatsbahnen und auf den unter Staatsverwaltung stehenden Prtvat- bahnen Frachtfreihett genießen sollen. Für die von den Staats- und Communalbehörden und Wohlthätigkeitsvereinen zu dem gedachten Zweck angekauften Lebensmittel und Saatgut wird nur die Hälfte der tarifmäßigen Fracht berechnet. Meiningen, 4. December. Der Herzog Bernhard von Meiningen Vater des regierenden Herzogs, geb. den 17. December 1800, ist gestern Nachmittag gestorben. Kopenhagen, 4. December. Durch Schneegestöber ist der Bahnver- t'ehr auf Seeland und Jütland theilweise, auf Laaland und Falster ganz unterbrochen. Die Abendpost aus Kopenhagen erreichte nicht Korsör. London, 4. December. Die Königin hat anläßlich der heute stattfindenden Eröffnung des neuen Justizpalastes den Lordkanzler Selborne in den Grafenstand erhoben. — Das Befinden des Generalpostmeisters Fawcett hat sich zwar noch nicht gebessert, derselbe bleibt jedoch bei Kräften. Petersburg, 4. December. Gestern Vormittag 11 Uhr trafen der Kaiser und die Kaiserin, vom Hausminister Graf Woronzow, den Generaladjutanten Richter und Tscherewin, dem Hofmarschall Fürst Golizyn und der Staatsdame Fürstin Kotschubey und dem Hoffräulein v. Oserow begleitet, mittelst Gxtrazugs von Gatschina hier ein und begaben sich nach dem Anitschkow-Palais. Kurz darauf fuhr der Kaiser nach der Michael-Manege, wo das Semenoff'sche Garderegiment den 199. Jahrestag seines Bestehens feierte. Auf dem rechten Flügel des Regiments hatte der vorgestern hier wieder eingetroffene commandi- rende General des Garde-Corps, Großfürst Wladimir, Aufstellung genommen. Der Kaiser umarmte und küßte denselben wiederholt, von dem Regiments wurde der Kaiser mit stürmischen Hurrahrufen begrüßt. Nach der Parade sand in dem Anitschkow-Palais ein Döjeuner statt, an welchem alle Stabs- und Ober- Officiere des Regiments thellnahmen und wobei der Kaiser einen Toast auf das Semenoff'sche Garderegiment ausbrachte. Lokales. Gießen, 5. December. Tagesordnung für die Stadtverordneten-Sitzung am Donnerstag den 7. December 1882, Nachmittags 4 Uhr. 1. Umguß einer Glocke auf dem Stadtthurm. 2. Voranschlag dec evangelischen Kirche für das Jahr 1883/84 3. Die Gemetnderechnung pro 1881'82 betr. 4 Die Quellwasserleitung. 5. Die Überschwemmungen am Rhein und Main. 6. Den Bau und die Unterhaltung der Kunststraßen. 7. Die Anlegung von Feldwegen und Entwässerungsgräben in dem Neustädter Feld. 8. DaS Decken der chaussirten Gemeindewege. 9. Die Bildung der Kreis-Ersatz-Eommission. 10. Die Viehzählung im Jahre 1883. 11. Die Straßenbeleuchtung. 12. Die Beleuchtung der öffentlichen Aborte. 13. Die Anschaffung von Feuereimern. 14. Bestand der städtischen Schulen im Winter 1882/83. 15. Die Klaffe IVb. der Stadtknabenschule betr. 16. Die Stiftung der Kinder und Erben des CommerzienrathS Georg Karl Gail zu Gießen. 17. Erwerbung von Straßengelände vor den Häusern des Goldarbeiters JuliuS Noll und Metzgermeisters Heinrich Meister, sowie Trottoirpflasterung daselbst. 18. Das nördliche Thorhaus am Neuenwegerthor. 19. Straßenanlage zwischen Wallthor und Neuenweg. 20. Den alten Anneröder Weg betr. 21. Den Weg von der neuen Aula nach dem Schiffenbetgerweg betr. 22. Den Weg hinter dem Wenzel'schen Garten betr. 23. Herstellung eines Fußpfades über die Pipp'sche Schanze. 24. Die Erhöhung des städtischen Trottoirs. 25. Herstellungen am alten Rathhause. 26. Anschaffung von Schirmgestellen. 27. Kostendecreturen. Gießen, 5. December. Die Einweihung des (an der Ostanlage hinter dem Petri'schen Hause gelegenen) neuen Gebäudes der Kleinkinderbewahranftalt fand gestern unter zahlreicher Betheiligung statt und war in allen ihren Thetlen eine wohlgelungene. Das stattliche Haus hatte Festesschmuck angelegt; Fahnen und Gutr- landen halfen mit zu dem freundlichen Eindruck, den Jeder empfing, der sich zur eigentlichen Weihefeier am Vormittage nach der Anstalt begeben hatte. Die drei großen Säle im Parterre nahmen die trotz des ungünstigen Wetters zahlreich Erschienenen auf, unter denen wir zum Theil neben einer großen Anzahl von Damen die Spitzen hiesiger Behörden, die Vorstände verschiedener Anstalten und Vereine bemerkten. Die Feier selbst, beginnend mit einem vom Kirchengesangverein vorgetragenen Choräle, gipfelte in der Wecherede des Vorsitzenden des Anstaltsvorstandes, Herrn Pfarrer Dr. Naumann, und war durch Gesänge des genannten Vereins, sowie besonders auch durch eine Art Liturgie der Kinder in würdiger Weise geschmückt. Es war eine rechte Freude aus dem Munde der Kinder zu hören und aus ihren fröhlichen Augen zu leftn, wie glücklich sie sich in diesem neuen Heim fühlten und wie gerne sie darum bei dieser Feier vor Allem das Lob Gottes verkündeten. Am Abend vereinigten sich dann ca. 250 Damen und Herren in dem großen Wenzel'schen Gartensaale zu einer mit musikalischen und anderen Genüssen reich ausgestatteten Abendunterhaltung. Musiknücke, vorgetragen von der hiesigen Militärkapelle, abwechselnd mit den Gesängen des Gesangvereins „Sängerkranz", bildeten den fröhlichen Rahmen zu einer Reihe von Ansprachen und Toasten, die bald zu einer recht animirten Stimmung der Anwesenden beitrugen. Nach einem von Herrn Bürgermeister Brämm ausgebrachten Hoch auf Kaiser und Großherzog gab Herr Pfarrer Naumann eine Geschichte der hiesigen Kleinkinderbewahranstalt, die seit 1836 (vom Freimaurerbund gegründet) besteht. Es folgten nun eine Reihe von Toasten, welche Vorstand, Schwestern und Wohlthäter der Kleinkinderschule ehrten oder das Wohl dcr Schule selbst leben ließen u. s. f. Die ganze Feier aber war ein gutes Zeugniß dafür, daß das Interesse an unserer Anstalt in weiten Kreisen vorhanden resp. wieder geweckt worden ist. Wir wünschen der Anstalt nur, daß alle die Zeichen und Worte des Wohlwollens, die ihr gestern in so reichem Maße gespendet wurden, sich allezeit bewähren. Eine Anstalt zur Pflege kleiner Kinder, denen das Haus die nöthige erziehliche Pflege nicht bieten kann, braucht solche gute Freunde fort und fort, wenn sie ihre schöne für die ganze Gemeinde wichtige Aufgabe jederzeit erfüllen soll. ** Gießen, 5. December. [£f)eater.] In dem drolligen Schwank Dr. Faust's Hauskäppchen begrüßten wir den Gast, Herrn Janez Mally als Andreas Pimpernuß. Wieder riß er die zahlreiche Zuhörerschaft zu hellem Lachen hin, die ihn dafür mit vielfachem Beifall und Hervorrufen belohnte. Dem Stücke kam die frische Darstellung der übrigen Mitspielenden zu statten. Wir erwähnen insbesondere Herrn Kubale, der den Schloßinspektor mit vielem Humor repräfentirte, Herrn Pallmann, dessen Cheval'er Silberpappel von erheiternder Wirkung war, Herrn Ernst, der in feinen beiden Rollen (Advokat und Amtmann) recht zufriedenstellend war, und Herrn Abatura, der den Oberst angemessen wiedergab. Von den Damen waren es Frau Schubert-Schneeberger, Frl. Herzen skron und Frl. Haupt- mann II , die ihren Part mit Natürlichkeit und gewinnender Anmuth spielten._____ — sKunstnotiz.] Freunde der Kunst und unserer herrlichen Umgebung machen rotr auf ein Oclgemälde unseres talentvollen Mitbürgers Wilhelm Jett aufmerksam, die Burg Gleiberg darstellend. Das Bild ist von dem Viadukt der Berlin-Metzer Eisenbahn ausgenommen und so naturgetreu, dabei mit so minutiöser Genauigkeit ausgeführt, daß Jedermann überrascht fein wird. Es ist in dem Schaufenster der Buchhandlung des Herrn Fehsenf eld, Seltersweg 35, ausgestellt, der auch mit dem Verkauf des Bildes beauftragt ist. R. Handel und Verkehr. Gießen, 5. Dezember. Auf dem heutigen Markt kostete: Butter per Pfund X 1.25—1.28, Hühnereier per Stück 7—8 Käse per Stück 5—8 Kasematte per Stück 3 Erbsen 1 Liter 20 H, Linsen 1 Liter 26 H, Tauben das Paar 60—70 Hühner per Stück X 1.00—1.20, Hahnen per Stück X 0.65 bis X 1.00, Enten per Stück X 2.00, Ochsenfleisch per Pfund 66-70 Ä Kuh- und Rindfleisch 56—60 H, Kalbfleisch 54 bis 56 Schweinefleisch 62—64 Hammelfleisch 60—66 H, Kartoffeln per 100 Kilo X 5.00—7.00, Zwiebeln per Gentner X 3.00, Milch per Liter 14—18 H. Gänse per Pfd. 48—62 H. Weißkraut 100 Stück X 2—4.50. Für die Ueberschwemmten in Tirol und Kärnten sind nachttäglich bei mir eingegangen und wie die früheren 860 X an Herrn Bürgermeister Bramm abgeliefert worden: Professor Baltzer 10 X Durch Herrn Univ.-Rentamtmann Schmidt: C. Sch. 3 X. G. 2X, A. O. 2x Ph. K. 1 X, N. 1 X, K. 1 X, L. K. 1 X, L. h. 1 X, N. N. 1,50 X, E. 1 X, A- Sch. 1 x, I. B. 1 X, F. B. 2 X, zus. 18,50 X Summa 28,50 X Gießen, 4. December 1882. Ernst Braun, Gerichts-Accessist. Bei dem Noihstand im eigenen Vaterlande ist die Sammlung für Tirol jetzt selbstverständlich geschlossen. Für die Wasserbeschädigten im Großherzogthum gingen weiter bei uns ein: Louis Scheid (2. Gabe) 20 X, Verein „Union" 10 X, Frau v. Heimbracht 2 X, aus der Trommel im Cafö Leib (1. Rate) 30 X, Pfarrer Deichert tn Groß-Buseck 37,50 X, L- Georgi 20 X, HKG. 3 X, Haas 1 X, Rentner Carl Vogt I. 10 X, Frau A. S. 1 X, Pröschold 50 Ferd. Burk 200 X (in letzter Nr. haben wir Herrn Burk 10 X quittirt, welche jedoch für Tirol bestimmt waren, deshalb an gestern genannter Summe in Abzug zu bringen sind), in Summa 335 X, mit gestern quittirten 510,65 X (resp. 500,65 X) nunmehr 835,65 X Um weitere Gaben bittet Die Expedition des „Gießener Anzeiger." Für Tirol gingen noch bet uns ein: Ferd. Burk 10 X, Pfarrer Deichert in Groß-Buseck 37,50 X Bei Herrn Bürgermeister Br amm: Frl. J.M. 3X, Rentner Georg Weidig 4 X Allgemeiner Anzeiger. Turnverein. Unsere Mitglieder, insbesondere die activen Turner, werden gebeten, Dienstag den S. Dezember, Abends 8 Uhr, vollzählig in der Turnhalle zu erscheinen behufs Einthellung zu den Hebungen unserer demnächst stattfinden- ben Wohlthätigkeitsoorstellung. Der Vorstand. Große Auswahl in Kmderspiclwaareu von 5 H an das Stück empfiehlt Timm, Bahnhofstr. 12. 8054 8052 Ein junger Commis, mit der doppelten Buchhaltung vertrant, sucht Stelle per sofort. Offerten unter B. W. 100 an die Exped. ds. Bl. 8065 Ein junger Mann zur Führung der Bücher für einige Stunden in der Woche gesucht. Offerten unter X. postlagernd hier. 8056 zu verlegen. Deichert, Pfarrer. 00 8055 ZU Portefeuilles-Waaren aller Artikel 1 In eigenem Fabrikat, sowie Fabrikwaare, zu billigsten Preisen. g ciycnviii rauriaai, sowie raonnwaare, zu Diingsten Preisen. y LAuf eine reichhaltige, im II. 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Haubach, Nähmaschinen - Handlung hier, bei, auf welche wir hiermit aufmerksam machen. 8046 Großherzogliche Obere Bergbehörde. Jaup. Tecklenburg. Verantwortliche Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'scheu Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen. Hierzu eine Beilage. Für die jetzige Saison empfiehlt fst. Citronat, „ Orangeat, Neue ©lerne Rosinen, „ Crph. Corinthen, Süße Mandeln sehr billigen Preisen ferner empfehle ächt Manilla-Ausschuss per 100 Stück zu 5.25 in hochfeiner Qualität, ganz vorzüglich in Zug und Brand, versenden franco HansL Schreiber Jun«, 8050 Frankfurt a. M. In Folge des Erntefestes und unter dem Eindruck desselben sind bei dem Unterzeichneten eingegangen für die Wafserbeschädigten in Tyrol und Kärnthen: a) aus Groß-Buseck 74 J4, b) aus Oppenrod 1 dl., zusammen 75 dl, welche Summe aber nunmehr, nachdem die Noth im eigenen engeren Vaterlande so groß geworden ist, mit Bewilligung der Geber zur Hälfte nur für Tyrol, zur anderen Hälfte für die Wasserbeschädigten am Rhein und Main verwendet werden soll. Die Sammelliste liegt bei mir zur Einsicht offen. Herzlichen Dank allen den edlen Gebern, die so willig und auch reichlich ihre milde Hand aufgethan haben. Groß-Buseck, den 4. Dezember 1882. Feinstes Biuthemnehl sowie verschiedene andere Sorten aus der Kunstmühle des Herrn F. Burk hier empfiehlt Bekanntmachung. Unter Bezugnahme auf die Art. 34 und 35 des Berggesetzes vom 28. Januar 1876 wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß der Vogelsberger Bergwerksverein zu Gießen unterm heutigen Tage mit den Eisenerz-Bergwerken „Julie", „Mathilde" und „Bertha" in der Gemarkung Allendorf a. d. Lumda, Kreises Gießen, beließen worden ist. Etwaige Einwendungen gegen diese Verleihung müssen bei Vermeidung des Verlustes des Vorzugsrechtes binnen drei Monaten durch gerichtliche Klage gegen den Bergwerkseigenchümer geltend gemacht werden. Während dieser Frist ist die Einsicht des Situationsrisses bei der Bergmeisterei Gießen Jedem gestattet. Darmstadt, den 10. Oktober 1882. (C’afd Leih) 8059 Der Vorstand. Tafel -Früchte. Fst. Mandarinen, Valencia- Edel-Orangen, Jerusalemer Niesen-Apfelsinen, fst. Malaga-Trauben und Prinzeß- Mandeln, fst. Tafel-Feigen und Datteln (Museat.), Jtal. und frank. Brünellen, alles von neuer Ernte in hochfeiner Qualität, ebenso neue Rostnen, Eorinthen, INandeln und Sultaninen Aeil'geöotenes. 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Jäger) nn^esrn^ve”mCm' ^""rjacken und -Unterhosen aus der Fabrik von Wilhelm Beuger Söhne, Stuttgart. 8064 EvmrgeZ. Kirehengesangvereiu. UV eaSaiastcEsts -AufTuIiruisg^ in der Stadtkirche Sonntag den 10 Dezember, Abends 6‘/2 Urr. Für die inaktiven Mitglieder sind Plätze aus dem Chor reservirt. — Karten für reservirte Plätze werden bei Herrn Buchhändler Ferber qeqen Vorzeigung der Quittung für den Jahresbeitrag ausgegeben. Dortfelbst werden auch neue Anmeldungen inaktiver Mitglieder angenommen. Freiwillige Gaben zur Förderung des Vereins werden in diebereitstehenden Büchsen erbeten. g048 Sängerkränj^ Aus sehr bringendes Ersuchen des Theater-Directors Herrn Schubert finden wir uns veranlaßt, die für nächsten SonntaK bestimmt gewesene Abendunterhaltung auf Samstag den 9. December Carl Fetri 7991 (vorm. G. C. Spruck >. Kunsltrerhe* Burg Gleiberg, Oelgemälde nach der Natur von Wilhelm Jett. In prachtvollem Goldrahmen. Bildgröße ohne Rahmen 56 cm Höhe, 86 cm Breite. 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