A ;ebeti Vnrcau: Schulstraße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. hen Gießen, am 4. Oktober 1882. reiben m. Gießen, den 5. Oktober 1882. )ause bei er. le 22 X Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Boekmann. PrciS ruenelMrlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch Die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Serjug zu bewerkstelligen. Auch in der Umgebung Preßburgs ist es zu argen Ausschreitungen gegen die Juden gekommen, so in Wartberg, Reihe, Joanka, Tanschütz. In Tanschütz wurden mehrere Häuser geplündert und dann ange- zundet. Aus dem gesummten Preßburger Comitat findet eine allgemeine Flucht »er 3uben nach Wien und Buda-Pesth statt. Fünf große jüdische Fabrikanten m Pretzburg haben die Verlegung ihrer Geschäfte nach Wien beschlossen. Dieselben beschäftigen ca. 2500 Arbeiter, welche teilweise schon am Sonntag entlaßen worden find. In der Schweiz findet am 26. November d. Js. wieder eine allge- meme Volksabstimmung statt, und zwar über die vom Bundesrathe beschlossene zu errichtende Stellung eines eidgenössischen Erziehungssecretärs. Die föde- ralistiichen Demokraten und die Ultramontanen sind in vollster Thätigkeit, um den Beschluß des Bundesrathes zu Falle zu bringen, während die Liberalen ver- luchen, das Volk über die Absichten der Bundesregierung bezüglich des Erzrehungssecretärs aufzuklären. Jedenfalls wird die ganze Angelegenheit in den nächsten Wochen einen stärkeren Wellenschlag in dem politischen Leben der Schweiz Hervorrufen. Der dänische Reichstag ist am vergangenen Montag ohne Thronrede eröffnet worden; bei der Präsidentenwahl wurde das bisherige Präsidium wiedergewählt. In Schweden haben, fast gleichzeitig mit den Neuwahlen zum Stor- thmg in Norwegen, die Ersatzwahlen zur ersten Kammer stattgefunden. Es sind nunmehr alle 17 Ersatzwahlen bekannt; die einzelnen Parteigruppirunaen sind hierdurch wenig beeinflußt worden, namentlich hat die Linke keine neuen Srtze gewonnen. Ein bestimmtes Urtheil über diesen Gegenstand läßt sich jedoch noch nicht abgeben, da man über das politische Programm der Neugewählten, welche vorher noch keinen Sitz im schwedischen Reichstage gehabt haben, mehr oder weniger in Unkenntniß schwebt. Die Storthingwahlen in Norwegen haben bekanntlich einen kleinen Sieg der Radikalen ergeben, indem letztere, joviet bis jetzt bekannt ist, 10 neue Sitze erobert haben. Der Zwischenfall bezüglich der von den Engländern für Egypten gedungenen türkischen Arbeiter ist wieder beigelegt worden. Die gemietheten Arbeiter, die am vergangenen Sonnabend in Konstantinopel mittelst des russischen Packetbootes „Odessa" anlangten, sollten ausgeschifft werden, aber die türkische Negierung verhinderte Anfangs die Ausschiffung derselben, da sie ohne Pässe waren. In Folge der energischen Intervention des englischen Botschafters, Lord Dufferin, erfolgte jedoch am Sonnabend Abend die Ausschiffung der Arbeiter, welche unter Gewährung jeder Bequemlichkeit im Polizeiministerium untergebracht wurden. Die in Kairo eingesetzte Special-Commission des Kriegsgerichts hat am vergangenen Montag ihre erste Sitzung abgehalten. General- konjul Malet bedeutete die egyptische Regierung, daß selbst Präliminarmaßregeln nicht ohne Kenntniß eines Vertreters der englischen Regierung getroffen werden dürften. — Baker Pascha, welcher vom Khedive mit der Reorganisation der egyptischen Armee betraut worden ist, wurde am Montag Tewfik Pascha durch den Generalkonsul Malet vorgestellt. Mit der Ausarbeitung eines Entwurfs der Reorganisation der egyptischen Armee soll sofort vorgegangen werden. Cetewayo, der besiegte Zulukönig, ist vorige Woche von seiner Reise nach England wieder nach der Capstadt zurückgekehrt, von wo aus er ungesäumt sich wieder auf den Rückweg nach dem Zululand begab. Cetewayo ist bekanntlich von den Engländern wieder zum Herrscher über den größten Theil seines früheren Gebietes eingesetzt worden, doch soll die Mehrzahl der Großherzogliche Handelskammer. I. V. d. V.: Bekanntmachung. > einsehen. 3 TOn Veröffentlichung innerhalb der nächsten 8 Tage auf dem Bureau des Handelskammermitgliedes Herrn Gg. H. Schirmer ' . lvir? v < Politische Ueberstcht. . GieHen, 5. October. - v : 1 m § VuLLe des Bundesrathes beginnen, wie schon gemeldet, m owser Woche ihre Thatlgkeit, und zwar mit Prüfung resp. Feststelluna der Prmken gestellten Anträge. Dieselben beziehen sich auf die Vornahme einer Viehzählung, sowie Erhebung einer Anbaustatistik, damit gleich nach'Lusammen- tntt des Bundesrathes das Plenum Anlaß nehmen kann, sich mit den Anträgen 8" beschäftigen. Im Uebrigen wird allgemein erwartet, daß es im W^entlichen Verwultungsangelegenheiteii sein werden, welche den Bundesrath demnächst befchasügen und daß von neuen Eingängen nur der Etat zu erwarten " ÄA" fbe.n fe,1ste ju unterstützen und die Durchführung der Anordnungen desselben ohne eigen. : unb Eift-e N'9‘ UL— Mittag KK «r. 233. Freitag dm 6. Oktober i882 Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. -------------------------------------------------------------------- L. Geor g i. In der Nacht vom 23-/24. September entkamen in Kohden bei Nidda: --- 9< mit (?,n5en. und eingepreßten waffelförmigen Verzierungen, 31 rino gefüllt m rothem Barchent mit weißem baumwollenen Ueberzug, gezeichnet M. U. 6.; 4) -l! mSfB SVÄ« «IT - "•***• ** •" * Ich bitte um Nachforschung und Nachricht. Gießen, den 4. Oktober 1882. Der Untersuchungsrichter ,1. 6510 gez- Holzapfel. Vermischte S Wien, 4. Oktober. Die antisemtt scheu Unruhen im Prehburger Comttat waren vorgestern bedeutender als Tags zuvor. In nahezu zwanzig Orten fanden Tumulte, Plünderungen und Raubanfalle statt. In Folge dessen verhängte Tisza gestern Nachmittag im Verein mit dem Justizminister über das Preßburger Comitat für die Deutschland. Darmstadt, 4. October. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergncidigst geruht: . Am 2. Septbr. den Kammermusiker Georg Banger m Darmstadt das Ritterkreuz 2. Klasse, , am 21. Septbr. dem Sergeanten und bisherigen Dwisionsschreiber Otto Ernst Heinrich Hofleit das silberne Kreuz, am 1. Octbr. dem Rabbiner des Rabbmats Offenbach Dr. Salomon Formstecher das Ritterkreuz 1. Klasse und dem Gemeinde-, Kirchen- und Dekanatsrechner Konrad Glock zu Schotten das silberne Kreuz des Verdienst- Ordens Philipps des Großmüthigen — zu verleihen. Berlin, 3. Oktober. Um Entlassungen von Elsenbahnbeamten zu verhüten, hat der Verkehrs - Mmister Maybach jeyt die Königlichen Direktionen sämmtlicher vreußischen Staatseisenbahn-Verwaltungen angewiesen, vierteljährlich unter sich Nachweisungen des Bedarfs an Beamten, refp. des Bestandes entbehrlicher Beamten austauschen und ihm ein Exemplar dieser Nachweisungen zuzustellen. Es sollen dre bet einer Eisenbahn-Verwaltung entbehrlich gewordenen Beamten derientgen Elsenbahn- Verwaltung zur weiteren Beschäftigung überwiesen werden, der der ein Bedarf an Beamten vorhanden ist. So lange entbehrliche Beamte unterzubrtngen stnd, dürfen Anwärter nicht angenommen werden. m v r Diese Anordnung wird sicher sehr viel zur Beruhigung der um ihre Zukunft noch immer sehr besorgten Beamten der vom Staate übernommenen Privatbahnen beitragen^ 4 Oktober. Die Geschworenen erkannten Conrad schuldig des fünffachen Mordes. (Wie den Lesern wohl noch erinnerlich sein wird, hatte Conrad seine Frau und seine 4 Kinder aufgehängt, die Frau und das jüngste Kind an der Stuben- thür, die drei übrigen Kinder im Kleiderschrank. Die Köchin Diebetz, mit welcher Conrad ein intimes Verhältniß unterhielt, war der Begünstigung des 5fachen Mordes angeklagt. D. Red.) Dtebetz nichtschuldig der Begünstigung, aber schuldig des Meineides. Conrad wurde zum Tode verurtheilt, die Diebetz zu sechs Monaten Gefängniß. Oesterreich. Telegraphische Depeschen. Wolffs telegr. Correfpondenz-Bureau. Baden-Baden, 4. Octbr. Se. Maj. der Kaiser unternahm gestern Nachmittag eine Spazierfahrt .und besuchte Abends das vom Kurcomitö veran- >flaltete Festconcert. Ihre Majestät die Kaiserin machte gestern ebenfalls eine Ausfahrt. Berlin, 4. Octbr. In einem „die Staatsregierung und die conserva- tive Partei" betitelten Artikel schreibt die „Prov.-Corresp.", die conservative Partei werde sich in allen technischen Fragen, unbeirrt von den Rücksichten der Popularität oder von socialen Interessen, deren Einfluß das conservative Gewissen nicht dulde, auf Sachkundige aus ihrer Mitte oder wenn solche zeitweilig für eine bestimmte Frage nicht vorhanden seien, am liebsten auf die Autorität und Sachkunde der Regierung verlassen. Der Regierung Unabhängigkeit als Selbstzweck gegenüberstellen und dieselbe zugleich als PopularitätsmittA bei den Wahlen zu benutzen, das könne unmöglich der Gesinnung einer Partei entsprechen, die sich selbst oft eine Partei der königlichen Autorität genannt habe. Es sei der erhabene Beruf des Königthums, stets das dauerhaft Gute im Auge zu behalten und dasselbe niemals durch Nachgiebigkeit gegen die Laune des Tages, welche das Parteileben zeitige, gefährden. In der Widerstandsfähigkeit gegen diese Laune bei vertrauensvoller und schaffend thätiger Wechselwirkung mit dem Thron und seinen Dienern liege die Unabhängigkeit der conservatwen Partei. Von dorther habe sie die wohlthätigen Impulse zu empfangen und kräftig weiter zu tragen. Dadurch sei sie aber auch berechtigt, mit ihren Gedanken und Rathschläaen an der höchsten Stelle beachtet zu werden. München, 4. Oktober. Heute Abend fand auf der Bahnstrecke München- Hesfellohe eine Probefahrt mit einem Etsenbahnzug, dessen Locomotive mit von Schuckert m Nürnberg gestellter electrischer Bogenlampe beleuchtet war, statt. Bet Hessellohe wurden längere Versuche mit der Beleuchtung der Fahrsignale gemacht. Das Resultat war abgesehen von einigen Fehlern des Arrangements, günstig. Zum Betriebe der Bogenlampe dient eine durch eine direkt wirkende Dampfmaschine betriebene Dynamomaschine; beide Maschinen sind auf dem Locomotivkessel angebracht. Eine elektrische Beleuchtung der Waggons war nicht durchgeführt. Wien, 4. Octbr. Der Kronprinz Rudolf und Prmz Leopold von Bayern sind heute nach Eisenerz abgereist, um an den dort vom Kaiser und dessen Gästen, dem König von Sachsen und dem Prinzen Wilhelm von Preußen, abzuhaltenden Hochwild-Jagden theilzunehmen. Preß bürg, 4. October. Ein Erlaß des Mmster-Prastdenten Tisza verhängt das Standrecht auf einen Monat über das Preßburger Komitat und ernennt den Obergespan Esterhazy zum außerordentlichen Regierungs-Commissar für das ganze Preßburger Komitat. ,, Paris, 4. Oktooer. Greoy überreichte h ute dem Nuntius Czocki den Kardinalshut. Dieser konstatirte di- ihm von allen Bevöikerungskiassen Frankreichs gewordene sympathische Ausnahme und spendete der französischen Kirche, deren einziges Ziel es Lokale». Gießen, 5. October. Schwurgerichtsverhandlung am 4. October 1882 gegen Liebmann Heß von Birftein wegen Meineids. L. Heß ist beschuldigt: daß er am 22. Juni l. I. zu Gießen in der Strafsache gegen Emanuel Rosenthal von Wenings wegen Meineids vor Gr. Schwurgericht der Provinz Oberhessen, einer zur Abnahme von Ewen zuständigen Behörde, wissentlich ein falsches Zeugntß mit einem Eide bekräftigt habe. Condemnat wurde für schuldig erachtet und in erne Zuchthausstrafe von 2 Jahren, sowie zur Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 3 Jahren verurtheilt, ihm auch die Befugniß abgesprochen, je wieder als Zeuge oder Sachverständiger eidlich vernommen zu werden. Gießen, 5. October. Der „Hess. Ldsztg." wird von hier geschrieben. Unter den Anklagesachen der gegenwärtigen sLchwurgerichtsperiode war eine, der man mit Rücksicht auf den Stand des Angeklagten mit einer gewissen Spannung entgegensah. Sie betraf den Kreisbaumeister in Alsfeld, der eines graven Vergehens gegen die Sittlichkeit beschuldigt war. Sein in Frankfurt lebender Bruder hatte, als man zu seiner Verhaftung schritt, eine Caution von 5000 JL erlegt, in Folge dessen ihn das Gericht auf freiem Fuße beließ. Nun aber kommt die Nachricht, daß der Angeklagte sich geflüchtet habe, und da nicht anzunehmen ist, daß er sich zum Termin wieder stellen werde, so fällt auch die Verhandlung aus. (Nach von uns angestellten Ermittelungen ist an zuständiger Stelle nichts von dem Verschwinden des Angeschuldigten bekannt. DR. Zuluhäuptlinae gesonnen fein, sich nicht wieder Cetewayo zu unterwerfen, und ist deshalb die Cap-Regierung nicht ohne Besorgnisse wegen neuer Unruhen int Zululande.__ Wie verlautet, hat der Kreis Friedberg eine sehr bedeutende Summe gesteuert und hofft man, daß auch Stadt und Kreis Gießen, aus welchen eine größere Zahl von kranken Kindern in der Anstalt gepflegt wurden und aus denen schon früher so viele Gaben ihr zugeflossen sind, auch diesmal ihren guten Ruf in Sachen der Wohlthätigkeit bewähren werden. — Es sei besonders hervorgehoben, daß die Collecte nur eine einmalige ist, daß also ihr Ausfall für die Zukunft der so segensreichen Anstalt von ganz besonderer Wichtigkeit sein wird. Bacharach, 28. September. In dem Nachbarorte Mendenschetv schlug gestern ein Bauer seinen 27 Jahre alten Sohn tobt. Beide nebst der Mutter waren m der Scheune mit Dreschen beschäftigt. Geringer Differenzen halber entstand ein Wortwechsel, der schließlich damit endigte, daß der Vater dem Sohne mit einem Dreschflegel den Schädel zerschmetterte, in Folge dessen der Sohn seinen Geist aufgab. Würzburg, 2. Oktober. Gestern ging eine weitere Verkaufsstelle der Straßburger Tabakmanufaktur d ihier ein. Vollständige Thetlnahmlosigkeit des Publikums war die Ursache. Der Inhaber, der sich mit aller Kraft gegen die Nothwcndigkeit des Aufgebens gewehrt hatte, steht sich nun am Schluffe seines Wirkens empfindlich geschädigt. Magdeburg, 2. Oktober. Mit dem gestrigen Tage ist hier nun auch die letzte Verkaufsstelle der kaiserlichen Tabakmanufaktur in Straßburg, welche nur wenige Jahre überhaupt bestanden hat, etngegangen. Die noch vorhandenen Bestände an Cigarren rc hat der Inhaber in seiner Privatwohnuna mit untergebracht, da mit dem Verkaufe dieser Producte nicht einmal die Geschäftsunkosten verdient werden konnten — Eine Dame beklagte sich bei Friedrich dem Großen über ihren Mann, daß er sie schlecht behandle. „Das geht mich nichts an", erwiderte der König. — „Aber er spricht auch Schlechtes von Ew. Majestät", sagte die Dame. — „Das geht Sie nichts an", antwortete Friedrich. — sHeirathen ist kein Verbrechen.) In Köln ist der seltene Fall zu verzeichnen, daß eine Elementarlehrerin nach ihrer Pensionirung in den Stand der W trat. Dieser Fall wurde von den Stadtverordneten verhandelt, wobei man die Frage stellte,ob die Lehrerin a. D- nicht ihrer Pension verlustig zu erklären sei. Die SM der städtischen Verwaltung sprach sich dahin aus, daß die Pension der Lohn für geleistete Dienste sei und nur auf Grund von Verbrechen entzogen werden könne, baf Hetrathen sei aber kein Verbrechen. Die Stadverordneten pflichteten dieser Auffassung bei. Preßburg, 1. October. Der Chef der großen Kleiderfirma Leopold Tedesco hat heute die Arbeit eingestellt, allen Bediensteten gekündigt und dieselben sofort ausgezahlt. Zweitausend Arbeiter, Männer und Weiber, sind dadurch brodlos; dieselben beriefen eine Versammlung und entsandten eine Deputation an den Bürgermeister ®ottl, um Tedesco zu bewegen, daß er hier bleibe. Die Firma hat fünfzig Ballen Waare aus England, für hier bestimmt, telegraphisch in Wien ablagern lassen. Tedesco faßte den Entschluß, nach Wien überzusiedeln Die Kletderfirma Löwy hat fünfhunderi Arbeiter entlassen; die Fabrikanten Bunzl und Biach siedeln nach Wien über. AuH die Großhandlungsfirma Samuel Frankls Söhne hat den Beschluß gefaßt, das Geschäft gänzlich aufzulösen, was hier großes Aufsehen erregt- — In Lanschütz wurde sech- Stunden lang geplündert, dreien Compagnien Militär gelang es nicht, den Aufstain zu unterdrücken. Auch in Rethe sind Unruhen ausgebrochen. In St. Georgen wurdE sei, die Religion zu lehren, Lobeserhebungen. Greoy beglückwünschte den Nuntius wegen seines versöhnlichen Sinnes. — „Telegraphe" erfahrt, in der gestrigen Versammlung des Verwaltungsrathes des Suezkanals herrschte unter den französischen und englischen Mitgliedern bezüglich einer Veibesserung des Kanals vollständiges Einvernehmen. London, 4. Oktober- In Folge einer Meldung Reuter's aus Konstantinopel vom 3. ds. ließ der Sultan Dufferin darauf aufmerksam machen, daß Dufferin auf eine Note der Pforte, welche anfragt, wann die britischen Truppen Egypten verlassen werden, noch nicht geantwortet habe. Die Pforte werde sich, wenn sie keine Antwort erhalte, an die Mächte wenden. Kairo, 4- Oktober- Das erste Detachement der indischen Truppen wird morgen nach Suez abgehen, um sich nach Indien einzuschiffen. Petersburg, 4. Octbr. Der „Regier.-Anz." veröffentlicht einen kaiserlichen Erlaß, durch welchen die zum Tode verurtheilten politischen Verbrecher Nagorny und Jewsejeff zur Zwangsarbeit aus unbestimmte Zeit in den Bergwerken begnadigt werden- Gleichzeitig wird bei zwei anderen politischen Verbrechern die Zeit der ihnen zuerkannten Zwangsarbeit herabgesetzt. _______„ ... Darmstadt, 2. October. sPostpersonalnachnchten.) 1. Ernannt sind die Dauer eines Monats das Standrecht gegen die Räuber, Raubmörder, Brandstifter und Ober-Postdirectionssecretaire Kaebsch tn Darmstadt und Schrader in Offenbach (Main) deren Mitschuldige. Wie die „Neue freie Presse" erfährt, habe die von Jekelfalussy zu Postkassirern und der Postsecretair Henricy tn Darmstadt zum Ober-Postdirections- geleitete Untersuchung ergeben, daß die Excesse in den letzten Tagen nicht allein das secretair. Werk der antisemitischen Fraktion sei, sondern daß die Unruhen auch von einer außer- 2. Versetzt sind die Postsecretaire Bocksch von Bingen nach Oppenheim, Blümel halb des Landes eifrig wirkenden socialistischen Partei wesentlich beeinflußt worden seien, von Mainz nach Darmstadt, Schwede! von Gießen nach Worms. Stetter von Alsfeld Mehrere socialistische Agitatoren sollen sich auch in Haft befinden. nach Gießen, der Postassistent Uhrhan von Heppenheim nach Darmstadt zur Ueber- Pesth, 4. Oktober. In Jeheregyhaja bei Marmarossiget ist ebenfalls eine nähme einer Bureauassistentenstelle bei der Kaiserlichen Ober-Postdirection und der Judenhetze ausgebrochen mit Plünderung und Zerstörung des Eigenthums. Das Preß- Telegraphenassistent Dreser von Garnen nach Heppenheim. burger Comitat will gegen das verkündete Standrecht remonftriren, obwohl aus neuen 3. Gestorben ist der Postexprditor a. D. Beyer in Dornheim. Orten Excesse gemeldet sind. Noch ärgere Ausschreitungen angesichts der erregten Bad Nauheim, 2. October. Das Elffabethhaus, unsere neuerbaute Kinder- SUmmm-g des Landvolks werden befürchtet. Als Anstifter sind kompromittirt zwei I Heilanstalt, hat die erste Kursaison hinter sich und darf Gottlob mit derselben wohl Magnaten; auch fremde Einflüsse werden vermuthet. lieber die Untersuchung wird zufrieden sein. Die Zahl der scrophulöfen Kinder, die in 4 Monaten, vom 1. Juni strengstes Geheimniß bewahrt. dis hierher, Ausnahme und Pflege fanden, betrug 132, von denen die meisten 5 Wochen, _ p . die kleinere Zahl dis zu 8 auch 10 Wochen badeten. Bleibt in der Folgezeit die Theil- AvdNKveity. nähme des Publikums gleich günstig, so darf bet Eröffnung der Kur mit dem 1. Mai q rvtfcr rnor MMäniiniftpr Nillltt hat heute ein Schreiben auf eine noch größere Zahl von Pfleglingen gerechnet werden. Aus einzelnen Städten, Parts, 3. Octbr. Der knegsmtmfler yar yeure em ^cyretoen Hanau und Offenbach kamen ganze Fertencolonten, je 15 Kinder auf einmal an, an den General Chanzy genchtet, in welchem er denselben im Jcainen des Pra- aber deren vortreffliches Aussehen beim Verlassen der Anstalt nur eine Stimme war. sidenten Gr^vy zu dem Ausfall der Manöver des 6. Armee-Corps beglück- Sind aber die Heilerfolge jetzt schon trotz dem ungünstigen Sommer sehr befriedigende, miinscht und sich namentlich über den Eifer und die Intelligenz der Divisions- so werden sie doch ungleich günstiger sich gestalten, wenn erst das projectirte Badehaus, wünscht und sich nametmlg) uver oen g s ber Anstalt verbunden werden soll, gebaut ist, was hoffentlich mit nächstem Generale Haurwn und Berge bei der Ausführung der Ministeriellen ^n ructwnen Sommer zur Wirklichkeit geworden sein wird. lobend ausspricht. Die anderweitig verbreitete Nachricht von der Abberufung $iel wird freilich davon abhängen, ob das Publikum die thätige Mithilfe, die des Generals Berge ist somit unbegründet. es bis dahin in überrafchender Weise geübt hat, wie bisher fortsetzm wird. Denn da —————————। ■ I die Kosten des Baues der Anstalt noch nicht alle gedeckt sind, so würde der projectirte Neubau die Schuldenlast zu einer drückenden Höhe steigern, falls die Hauscollecte im ganzen Land, die mit Genehmigung der obersten Behörde soeben begonnen hat, nicht einen günstigen Ertrag ergeben sollte. Collecteur Weisel wird in kommender Woche auch Stadt und Kreis Gießen begehen. z nllu§ oesen rn tiittglid) Duffertn auf en verlassen 'n- antwort vird morgen f einen kai- a Brecher ? J« Bera- niischen ^er- 55==b October M S-n Emanuel der Provinz e, wisseMch von 2 Jahren, j Jahren ver- achoerstandiger Rieben. Unter > der man mit ag entgegensah. >ms gegen die e, al§ man zu dessen ihn das der Angeklagte i wieder fallen Ermittelungen nannt sind die ffendach (Main) '-Postdirections- enheim, Blürnel tter von Alsfeld [tabt zur Heber: rection und der jerbaute Kinder: t derselben sohl n, vom 1. Juni Men ö Wochen, Wit die Lcheil- lit btm L SM feinen stabten, auf einmal an, Stimme war MmitnMn ine Mithilfe, d wirb- Denn d de der proM . Hauscollecte » gönnen hat,nl* mb Kreis Surnare SkM grötzereZahl ° früher so wj rte nur eine ein- ’el’Ä'Ä fes $*5S ?n« Sb 3 HÄ MW I öl' her Rädelsführer verhafte,, ebenso elf Tumultuanten, In War,berg sind Unruhen ausgc- brochen In Ratzersdorf übernahm dle Feuerwehr dl- Ausrechterha^MW der Ordnung, Dre Postwagen nach den bcnachbarlen Orten o-rk-hr-n unter Mtlitarbewachung, Aus Pest trifft di- Nachricht ein, daß di- äußerste Linke gegen die schmachvolle Bewegung £rnnt mache (Fremdenbl) __ fEdtson's ßdratb-1 Der berühmte amerikanische Erfinder Edison ist ver- heirathet. Grisfin, sein Privatseeretär, erzählte einem Mitarbeiter der Jllustrat-d Newyork Times" hierüber Folgendes: „Di- Id--, zu h-irathen wurde Edison zuerst Mn einem intimen Freunde n°h-g-l-gt, der ihm erklärt-, er brauche unbedingt-in- Gattin, bie feinem großen Hause vorsteh-, welches von-in-r Haushälterin und m-hr-r-n Di-n-rn besorgt wurde, Edison selbst war diese Idee niemals zuvor in den Sinn gekommen, denn er ist bekannt als der scheueste und nüchternste der Manner; der Vorschlag schien ihm aber zu g-sall-n und fast furchtsam fragte -r, wen er heirathen sollr Etwas unbestimmt antwortete der Freund: „Irgend -ine, sie Sfiben c*nc Slnja^I hübscher Mädchen drüben in Ihrer Fabrik. D ese mögen nicht besonders sein und gebildet sein aber sie sind achtbar und das ist die Hauptsache," Edison ging mit dem Freund: in die Arbeiisräume, hielt Umschau, traf feine Wahl und stellt- kurM-g die enisch-idend- Anfrage. Das ist Edison's Art, G-fchaste abzuthun, aber baS Mabch-n war trotzdem verwirrt. Sie verlangte Bebenkzett und Ebison gewahrte ihr e n- Woche. Am Enbe blefer Zeit nahm sie feinen Antrag an und st- wurden ohne Aufschub ver- h-irathet. Edison beschloß eine Hochzeitsreise nach den Neu-England-Staaten und Canada. Als das Neuvermählte Paar nach der Bahnstatton fuhr passirten sie sein Laboratorium. Sich seiner Gattin zuwendend, bat Edison dies-, ihn für einige Minuten ,u entschuldigen, da irgend eine Angelegenheit feine Anwesenheit im Laboratorium erfordere: er würde zur rechten Zeit wiederkommen. Aber der Train kam und ging mehrere andere «jäten dasselbe, aber Edison tarn nicht. Die junge Frau, welche seine Eigenthümlichkeiten kannte, suhr nach dem Hause zurück und erwartete dort ihren Gatten. Aber sie sah ihn nicht durch achtundvierzig Stunden. In irgend eine Jd-e oertleft, die ihm plötzlich gekommen war, vergaß er seine junge Gattin, den Honigmond und die Hochzeitsreise." i^_—— Schiffsberlcht^ Mitgethetlt von dem Agenten des Norddeutschen Lloyd in Bremen, C W. Dietz Nachfolger, Gießen. Ox Bremen, 3. October. sPer transatlantischen Telegraph.^ Der Pofidampfer Rhein Capt. H. A. F. Neynaber, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 20. September von Bremen und am 22. September von Southampton abgegangen war ist gestern 10 Uhr Abends wohlbehalten in Newyork angekommen. Bremen, 4. October. Wer transatlantischen Telegraph.^ Der Poftdampfer General Werder, Capt. H. Christoffers, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 20. September von Bremen und am 22. September von Southampton abgegangen war, ist gestern 11 Uhr Morgens wohlbehalten in Newyork angekommen. Bremen, 4. October. Der Postdampfer Salier, Capt. C- Wiegand, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 23. September von Newyork abgegangen war, ist heute 2 Uhr MoraenS wohlbehalten in Southampton angekommen und hat nach Landung der für dort bestimmten Passagiere, Post und Ladung 4 Uhr Morgens die Reise nach hier fortgesetzt. Derselbe überbringt 103 Passagiere und volle Ladung. Handel und Verkehr. Limburg, 4. Oktobr. Rother Weizen X 17.40, Weißer Weizen X 17.00, Korn X 12.50, Gerste X 8.20, Hafer X 6.10, Erbsen X —.—, Kartoffeln X —. Frankfurt, 4. Okt. Auf dem heutigen Markt kostete der Centner Heu V geber: Sacher-Masoch. Verlag von E L. Morgenstern, Leipzig. Preis pro Heft: 2 1 20 kr. -C* üsterr. .jStW X . &V•* Tansunterhaltung im Einhorn. Anfang 772 Uhr. wg? Der Vorstand. Freunde von Mitgliedern können durch Lösen einer Karte Zutritt erhalten. 6398 Zur bevorstehenden Saison empfehle das Neueste in Damen- und Kinderhüten in Peluche, Sammet und Fikj, sowie sämmtliche Stoffe, Federn, Blumen und Hut Fournitouren zu wirklichen Ausnahmepreisen. Kinderhüte offerire schon von 50 Pfg an. 6398 A. Fangmann. M. Weissbäckea- befindet. (6502) ©. I I»AI'EBE «St <’»• Central-Annoncen-Expedition der deutschen und ausländischen Zeitungen in Frankfurt a M. sowie in allen übrigen grösseren Städten des In- u. 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