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Sin die am Dienstag erledigte erste Lesung des Etats schloß sich, nach Erledigung verschiedener kleiner Vorlagen, die erste Lesung des Gesetzentwurfes, betr. die Verstaatlichung von Eyenbahnen, woran sich die erste Lesung der kirchen- poutrschen Vorlage schließen wird. Die Ernennung des früheren preußischen Cultusministers Dr Falk zum Präsidenten des Ober-Landesgerichts für Westfalen in Hamm wird in politischen und parlamentarischen Kreisen noch immer lebhaft commen- tirt. Namentlich auf liberaler Seite bedauert man den durch diese Berufung bedingten Rücktritt Dr. Falk's aus dem politischen Leben — Dr. Falk war bekanntlich Mitglied des Reichstags und des preußischen Abaeordnetenhauses — denn in ihm verliert die nationalliberale Partei einen bewährten und überzeu- gungstieuen Kämpen. Immerhin ist es aber erfreulich, daß eine namentlich in puristischer Beziehung so ausgezeichnete Kraft wie die des Dr. Falk nun nicht länger brach zu liegen braucht und wird ihn darum seine neue Stellung einer unzweifelhaft schwer auf dem verdienten Manne lastenden Unthätigkeit entziehen Am Dresdener Hose steht eine Reihe von Festlichkeiten bevor, zu denen die Ueberreichung des englischen Hosenbandordens an König Albert den Anlaß geben wird. Die mit der Ueberbringung dieses höchsten Ordens Englands beauftragte außerordenstiche Gesandtschaft ist am Mittwoch Abend von London abgereift und dürfte zur Stunde in der sächsischen Residenz bereits eingetroffen sein. Die feierliche Ceremonie der Ueberreichung des gedachten Ordens an König Albert soll am 7. Februar stattfinden. I" der zweiten badischen Kammer begründete der klerikale Abq Röttmger am Mittwoch die Motive für den Seitens der Ultramontanen einqe- b rächten Antrag auf Abänderung der Kreisverfassung, namentlich aus directe Wahl der Abgeordneten der Kreise und längere Amtsdauer der Bezirksräthe Ferner wurde eine Interpellation eingebracht über die Stellung der Regierung zu der Vorlage des Bundesrathes, betreffend die Einführung des Tabaks- Monopols. Die Lage im Süden der österreichischen Monarchie ist fortdauernd eine ernste und verhehlt man sich in Wien keineswegs das Bedenkliche der Situation. Die österreichische Regierung fährt daher fort, energische Maßregeln zur Unterdrückung des dalmatischen Aufstandes anzuordnen und sind in den letzten Tagen wiederholt Truppenverstärkungen nach den aufständischen Bezirken abgegangen. Nach den Mittheilungen, welche der Kriegsminister in dem Budgetausschuß der Reichsraths-Delegation am Mittwoch gab, hat sich der Aufttand. nunmehr gegen die herzegowinisch - bosnische Grenze hingezogen und bllden die orthodoxen Christen das Hauptcontingent der Jnsurgentenbanden. Die Mohamedaner ziehen nur gezwungen mit und benutzen jeden Anlaß, um sich wieder zu entfernen. Im klebrigen hat der Budgetausschuß der Reichsraths-Delegation die von der Regierung zur Niederwerfung des Aufstandes geforderten Credite bewilligt. Das Regierungs-Programm, mit welchem das neue sranzösische Cabinet v. Freycinet am vergangenen Dienstag in der französischen Deputirten- kammer debütirte, ift von der Kammer sehr beifällig aufgenommen worden. Das Programm betont zunächst, daß das Cabinet entschieden für die Erhaltung des Friedens nach Innen und nach Außen eintreten werde, ferner würde die Frage der Verfassungsrevision bis nach Ablauf der gegenwärtigen Legislaturperiode verschoben werden; sodann kündigt das ministerielle Programm verschiedene Reformen im Justiz- und im Militärwesen an, bezüglich des öffentlichen Unterrichts solle das begonnene Werk fortgesetzt werden und schließlich verspricht die Regierung, Alles zu thun, um die Arbeiten der Nation zu fördern und will sie sich mit der Besserung der Verhältnisse des Landes in moralischer, intcllec- tueller und materieller Beziehung in eingehendster Weise beschäftigen. Diese ministeriellen Erklärungen sind, wie schon erwähnt, in der Kammer sehr günstig ausgenommen worden und auch im Senate haben sie einen guten Eindruck gemacht, so daß das erste Auftreten des Cabinets v. Freycinet ein allgemein befriedigendes genannt werden kann. — Nach langer Zeit sind aus Algier ivieder Nachrichten eingetroffen, welche besagen, daß eine französische Truppenabtheilung nach einem in 3 Tagen ausgeführten, 125 Kilometer langen Biarsche eine große Razzia gegen die aufständischen Stämme unternommen und denselben 10,000 Stück Schafe und 600 Kameele weggenommen hat. In England regt sich immer mehr die öffentliche Meinung zu Gunsten der verfolgten Juden in Rußland. Am Mittwoch fand in London eine zahlreiche Versammlung statt, welcher mehrere Parlamentsmitglieder, hervorragende Persönlichkeiten der Finanz- und der Geburts-Aristokratie, hohe kirchliche Würdenträger u. s. w. beiwohnten1 und die verschiedene scharfe Resolutionen gegen die Judenverfolgungen in Rußland annahm. Die Resolulionen sind bereits dem Premier Gladstone und dem Lord Granville übermittelt worden. General Skobeleff hat den Gesinnungen der russischen Panslavisten und bereit Sympathien für die Aufständischen in Dalmatien in einer Petersburger Banket-Rede einen sehr deutlichen Ausdruck gegeben. Daß ein im activen Dienste stehender hoher Blilitär, wie General Skobeleff, es wagen durfte, eine derartige Rede zu halten, in welcher es an feindlichen Stellen gegen Preußen wie gegen Oesterreich nicht fehlte, ist allerdings erstaunlich und dürfte es hierüber leicht zu diplomatischen Erörterungen zwischen den Gabineten von Berlin und Wien einerseits und dem Petersburger Cabinet anderseits kommen. Zwischen Spanien und dem Vatikan ist anscheinend ein diplomatischer Conflict im Anzuge. Der päpstliche Nuntius in Madrid hat die spanischen Bischöfe in demonstrativer Weise aufgefordert, die von dem carlistischen Abg. Nocedal organiftrte Römerfahrt der spanischen Pilger wirksam zu unterstützen, wogegen die spanische Regierung in energischster Weise beim Vatikan prote- ftirt hat. In der egyptischen Frage ist es wieder recht ftill geworden, was im Interesse des allgemeinen Friedens gewiß nicht zu beklagen ift. Die anfangs oppositionslustige Notabelnkammer zu Kairo hat sich mit Scherif Pascha, dem egyptischen Ministerpräsidenten, wieder vereinigt und ist zwischen der Kammer und dem Cabinet ein Einverständniß über 48 Artikel der neuen egyptischen „Verfassung" erzielt worden. (Siehe jedoch die neuesten Nachrichten.) Die Unruhen in Bosnien und der Herzegowina. Wir entnehmen der „Köln. Ztg" das Nachstehende: Der Rubel ist wieder auf Reisen! Die Summen, welche aus Moskau und an« den panslawistischen Kreisen Rußlands in jüngster Zeit nach den aufs" ' im Nordwesten der Tüikei gesandt worden find, werden auf Millionen Rubel berechnet. Es gährt in allen slawischen Provinzen de und obgleich Serbien und Montenegro es be> Oesterreich nicht an fehlen lassen, sie würden b>r Ansüa .d.schen mcht b gü ftigen. so treib ländischen Pro- mehr als zwei r Balkan-Halb- Versicherungen n doch serbische und montenegriwsche Agenten im Stillen ihr Wesen neben den russischen, um die Un- zufriedenheit zu schüren und einen großen Äufstand zum Ausbruch iu brinaen Der bxst-B-w-is dafür, daß -s sich in Dalmali.n, d-r H-r'z-g°wiu° und Bosrn-N um mehr Bnh^mt>'lt sind dir ost-rr-ichisch-n Trupp««, di- in immer größerer Zahl nach dem Süden geschickt werden Man berechnet, daß schon ein Fünftel des ganzen österreichisch-ungarischen Heere« in jenen Gegenden stehe und von den De- stgakonen wird ein Cred-t von 8 Millionen gefordert, um die Kosten welche die Beruhigung der ncuerworbenen Provinzen erfordert, zu decken, dem B-alei,beriete -u den Crcdiivorlagen gibt di- Regierung jetzt offen zu daß es sich" d-rKrwaA- U,nb.b^ ti/WS0™1"0 um „Aufständische" und um die.Niederwerfung und Bekämvfuna eine? Ausftand-S' bandle. Bor ein paar Wochen noch behauptete man von amtlicher Seite bekanntlich, es trieben dort wohl einzelne.Räuber" und schlimmstenfalls Räuber- banden ihr freches spiel, die Bezeichnung „Aufständische" könne auf die Uebelthäter mdesten nicht angewandt werden; im Gegcnthetl, der Beginn der Durcbsübiuna des 0tiei6f' ba6 btr der neuerworb^n ProoMzen im Grund- Neuerworbene Provinzen? Die Bevollmächtigten des Sultans roetaerhn fiA nu^ bfm von 1878, den Vertrag zu unterzeichnen, wenn Oesterreich ü-^-^^ Oäwllch und feieisich trotz der Besetzung von Bosnien und drr Herzegowina d.e Rechte ihres Souveräns auf jene Provinzen anerkannt hätte. Sie gehören daher von Rechtswegen noch heute zur Türkei, und auch für die Besetzung der Provinzen gibt rr c."v RechtStitel, als die willkürliche Gewalt, womit auf dem Berliner Süchte mit der Türkei verfuhren. Den Russen wurde allerdings ein in . ! "leder ^"gt, 'mUebrigen aber Serbien, Montenegro, Griecben- land und selbst England und Oesterreich auf Kosten der Türkei vergrößert. Ob es 311 und ihren Untergang zu beschleunigen, statt ihn nach ^?/Ächkelt aufzuhalien wird die Zukunft lehren. Bis jttzt scheint es, als ob Rußland o,« oller slawischen Völkerschaften der allein gewinnende Theil bei allen Jem ^crTie- Der Menschenfreund mußte sich damit hoffen, daß jetzt wenigstens die dem Sultan rm Krieg und Frieden abgezwackten Provinzen ein flher9h7AnnmflrrÖCf |''fd’,r/8®aJeln N«" würden, a!s unter der türkischen Mißregierung" über die so viel geklagt wurde. Die österreichischen Bevollmächtigten zum Conaresie hTmfflhÜn btr ®runb unb ®obcn in Bosnün, der fast werthlos geworden sei, in wepigen.Jahren einen Werth von, wir erinnern uns nicht, wie vielen Millionen ?üerr,e'chischen Gulben erlangt haben würde. Es ist ganz anders gekommen. So Me9nflnftinRCnD«rrvm 1 ®er“aIfunfl den besetzten Provinzen bemüht gewesen ist, ^?ßnst>gsten Berichte emzusenden und keine unliebsamen Nachrichten in dte Oeffent- bf^üEN zu lasten, so stimmen jetzt alle unparteiischen Berichte darin überein daß zene Provinzen schlechter verwaltet werden und höher besteuert sind, als zur Türken: b-k°nnten Note des Grafen Andrafsy, durch welche der d.plomat' ch- Feldzug g.gen die Türkei eingeleitet wurde, wurde besonders dringlich die Reform der Agrarv-rfafsung 'n Bosnien verlangt, ire dem Aufstande zum Vorwand hatte dienen musten. Und was thaten schließlich die Oesterreicher? Sie führten einfach das tüikische Agrargesetz vom 14. .©efer 1276 wieder ein! Die Lasten der Bauern wurden nur vergrößert. Die türkisch n Steuern wurden beibehalten und eine ganze Reihe städtischer Steuern neu emg-iuhrt. H'erzu kamen ferner Wegegelder, Erwnbsteuer, V rz-hrungs^ iisuern und endlich das Salz- und das Tabaksmonopol. Selbst die Rechtsvsteae wurde E besser. Di-türkisch- R-cbtspfl-g- war manchmal unvollkommen aber si7 war einfach unh schnell Statt dessen wurde eine endlos- Vielschreiberei eingesührt. -tu allen übrigen Mißständen, pu dem Druck-, unter welchem Handel und Wandel seit der ®6 V:aiafn ,?cIr,burl8 durch österreichische Truppen gelitten hatten, kam nun plötzlich noch die V-rkündigung des W-hrg-setz-s. Di- freien B-rgb-wohmr 7üg-u sich nur höchst ungern n die soldatisch- Zucht. Der Versuch einer Reciutenaushibuna in der Krivoscie führte schon 1869 zu einem Ausstande, den die österreichische Regierung schwer ia, unmöglich fand, mit Pulver und Blei zu dämpfen. In ihren Sch uchten und wegsamen Schlupfwinkeln trotzten di- Bergbewohner den österreichischen Truppen und nach vielen klefnen Versuchen entschloß sich die österreichische Regierung den Frieden von den Aufständischen geradezu zu erkaufen durch Geldbewilligung, so laut auch die Wiener Presse über dieses d-müthig-nd- Verfahren schrie. Di- Zustände in Bosnien und der Herzegowina waren ohnehin der Art, daß der ehemalige Amübrer im Aufstande, Hadschi Loja, neulich erklärte, für Bosnienunddie Heraeow^a se anderes Heil, als die Wiederherstellung der Türkenh^rrschast. Die Verkünd-auna ^des Webrgesetzes war der letzte Tropfen, der das Gefäß um Uc6ermefcen 3 Mohamedaner sind entrüstet daß si- zwangsweise in eine chr 44 60 20 64 26 50 6o O- 72 <3 Je Vr Kilogramm kostet Mark und Pfennige. 'Z *9 ^Z AZ AZ I97 iAL Z -90 3=2 72 L 80 20 — 29 - «es Ju 16 18 eg Z o 23 75 Allgemeiner Anzeiger. Ieikgeöotenes. Zu Maskenanchgen empfiehlt billigen Sammet 723 Albert Bohrend. 693 Solid und schön gearbeitete Möbel, polirt und lackirt, sind stets zu sehr billigen Preisen zu haben bei Schreinermeister Karl Steller, Schillerstraße. Mehrere G ä r t e n in guter Lage find zu verkaufen durch I. Blitz. 742 59 Perkauf 1» Fabrikpreisen । bei l Pa. Lüdekiaj Ä Giessen- ßommissiong-fciget \ fertiger \ Geschäftsbücher! 1 ao$ der Fabrik \ | von 1 1J. C. 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