rnWu. - enplatz. lnterha^> ' >enplatz, Familien: i mniethUl, i Straße ^Logism ! weg 10. SnKtS T(ißt 24. Zimmer MZ, der früher Athen M bar. i. Mer mit mlichkeckn wiMr.8. hnung von ibtiNdbit Ait Stabuiet. t vermiclhcn msgasje. u Dr.Cap7 eines Hauses nebst allem rkschcher. sre. 231. Mittwoch den 4. Oktober 1882. Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Bureau: Schulstraße 7. Erscheint tätlich mit Ausnahme des Montags. A"!^merteljührlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. ” Durch die Post bezogen merteljährlich 2 Mark 50 Pf. Amtlicher Hheil. Betreffend: Bibliotheken. Gießen, am 2. Oktober 1882. Die Großherzogliche Kreis-Schul-Commission Gießen an die Schulvorstände des Kreises. Wir sehen innerhalb 8 Tagen Ihren Berichten entgegen, in welchen Gemeinden: 1) besondere Lehrerbibliotheken, 2) Schüler-, 3) Volks-Bibliotheken bestehen. Dr. So cf mann. i veimittlM. Wsmße. vt eine Woist ^eich zu Der-- ■ «JBL____ logis zu )rt zu be gWwe anlage. Kabinel, ;n- U vermiethea. ibaumeifter. Logis jii Derlei Ich'tätte icköZiimm eines Wy- ßuht’bör w ;v , aut WM WLmdeM, TFücrnuetben zlügelsgasie. nd einig n und alsbald ter Haus'- , jiminer j« »£: zhofftraße 1- A.__- mit oder op MZ! W*," 'WlüL Politische Ueberficht. Gießen, 3. October. Der Kaiser hat auch in diesem Jahre seinen gewohnten Herbst- ausenthalt in Baden genommen, wo er bereits seit vorigen Freitag weilt. In etwa 14 Tagen gedenkt der Monarch nach Berlin zurückzukehren, womit dann die größeren Reisen desselben für dieses Jahr abgeschlossen sein dürften. Die officielle Bekanntmachung des Wahltermins für die preußischen Landtagswahlen ist nun endlich erfolgt. Der am 29. September ausgegebene „Reichs-Anz." enthält die Bekanntmachung des preußischen Ministers des Innern, v. Puttkamer, wonach die Wahl der Wahlmänner am 19. October und diejenige der Abgeordneten am 26. October stattfindet. Es ist selbstver- Itändlich, daß in Anbetracht des nahen Wahltermins die Parteien alle Kräfte anspannen, um sich noch in letzter Stunde den Sieg streitig zu machen und darf mau nun wohl auch den Wahlaufrufen derjenigen Parteien, welche bis jetzt noch nicht, rote die beiden conservativen Fraktionen, mit ähnlichen Kundgebungen vor die Wählerschaft getreten sind, entgegensehen. Mit der Wahlbewegung wird naturgemäß jeder Vorgang auf dem Gebiete der innern Politik in näheren oder entfernteren Zusamuienhang gebracht. Aufsehen erregt namentlich die fortgeletzte Polemik der „Nordd. Allg. Ztg." gegen die Conservativen, die sich durch verschiedene Anzeichen hervortretender Selbstständigkeit den höchsten Unwillen des officiösen Organs zugezogen haben. Von den conservativen Blättern werden oiese Angriffe sehr übel vermerkt und der „Reichsbote" meint z B daß die Zumuthungen, welche die Officiösen an eine Partei, wie die conservative stellten, die Wähler in noch viel höherem Grade, als vor den letzten Reichstags: wählen in die Arme der Oppositionsparteien treiben müßten. Wenn man sich der lehr zweifelhaften Dienste erinnert, welche die Berliner Officiösen durch ihre maß^sen Angnste auf die Liberalen gelegentlich der vorigen Reichstaqsroahlen der Regierung geleitet haben, so kann man die vorn „Reichsboten" ausgesprochene Befürchtung mcht als grundlos bezeichnen. Der Geheime Legationsrath im Auswärtigen Amte, Lothar Bucher, lange Zeit bie rechte Hand des Fürsten Bismarck, wird demnächst aus ferner Stellung und wahrfcheinlich auch aus den, Staatsdienste scheidln. Ueber die Grunde, welche, Herrn Bucher zum Rücktritt bewegen, sind verschiedene Versionen rm Umlauf von denen wir nur die eine erwähnen wollen, nach welcher die « Aussicht stehende definitive Neugestaltung unseres Auswärtigen Amtes em Verbleiben Buchers auf feinem Posten nicht länger ermöglichen . ®n. heE Angelegenheit der Auflösung der Berliner Stadtverord- neten-Versammlung ist em neuer Schritt noch nicht zu verzeickmen Der Kaiser soll vor seiner Abreise nach Baden-Baden >L ‘ ü£ ttK Gegenstand längere Zett confer.rt haben und wird von verschiedenen Seiten behauptet, es sei mcht leicht gewesen, die Einwilligung des Kaisers ru der in Aussicht stehenden Maßregel zu erlangen. In Negierungskreisen hat der ruhige und würdige Verlauf der außerordentlichen Sitzung, in welcher fick die Berliner Stadtverordneten-Ver ammlimg mit der Auflösungsfrage beschäme ehr^ überrascht, da man von dieser Berathung ganz andere Dinge erwartet batte rv^nKefterrV$ bel Eröffnung von acht Landtagen das politische Leben wieder aufs Reue erwacht und wird auch nach Beendigung der Landtagssession frisch weiter pulstren, da dann die gemeinsamen Delegationen unverzüglich zusammentreten werden Auf dem böhmischen wie auf dem mahrychen Landtage werden voraussichtlich die Czechen wieder eine ganze Litanei wn Stagen und Beschwerden anstunmen an denen es diesen Herren ja nie chl und ist die Rector-Controverse m der Prager Landstube nur als ein Vorspiel hierzu zu betrachten. — In Preßburg haben Ercesse gegen die Fudeu stattgefunden m Folge dessen das Militär in den dortigen Kasernen mehrere Tage consigmrt war. Der Magistrat von Preßburg hat sick> n Verrnanen erklärt und einen Beruhigungs-Aufruf erlassen $ ^anenz - Zusammentritt der französischen Kammern ist nunmehr auf den 6. November festgesetzt worden und darf man gespannt fein wie das ?• h Minister-Präsidenten Duclerc^ vor der Deputirtenkammer' ausfallen wird. Rach den Aeußerungen, welche Herr Duclerc in der jüngsten »eit wiederholt hat fallen lassen, würde er, falls seine auswärtige Politik namentlich in «ezug auf Egypten, mcht die Billigung der Deputirtenkammer erhiette vor einer Auflösung der Kammer mcht zuruckscheuen In diesem Falle ist ihm die geheime, »der mächtige Unterstützung ©ambetta’ä sicher, welchem die Auflösung der Depu- tirtMammer zur Durchführung seines Liebtingsprojectes, der Listenwahl, sehr willkommen wäre. Herr Grevy, der Präsident der Republik, soll freilich einem derartigen Schritte seines Cabinets-Chefs durchaus abgeneigt sein, so daß, wenn letzterer nicht nachgiebt, eine abermalige Krisis im französischen Cabinet in sicherer Aussicht stünde. Ein jüngst erschienener Artikel des officiösen „Journal de St. Pötersbourg", toelcher eine Erwiderung des von „Morning Post" gebrachten Artikels: „Der Marsch Rußlands nach Indien" ist, erregt großes Aufsehen. Das Petersburger Blatt bezeichnet die in diesem Artikel der „Morning Post" hervortretenden Besorgnisse Englands wegen des Vordringens Rußlands nach Indien als Phantastereien, welche aber durch eine Schule von englischen Staatsmännern und Politikern, deren Steckenpferd die Sicherheit Indiens sei, immer wieder hervorgerufen würden und wodurch eine Annäherung zwischen Rußland und England sehr erschwert würde. Das russische Regierungs- Organ führt dann weiter aus, daß Rußland absolut nichts gewinnen könne, wenn Indien der aufgeklärten englischen Herrschaft entzogen würde, um in hindo- muselmännische Barbarei und Anarchie zurückzufallen. Schließlich weist das „Journal de St. Pötersbourg" auf die Gefahren und Opfer hin, denen sich Rußland in einem sich über alle Länder und Meere oer Erdkugel hinziehenden Kriege mit einer der größten Mächte der Welt aussetzen müßte. Die Ausführungen des russischen Blattes enthalten viel Wahres und dürsten viel dazu beitragen, das an der Themse erklärlicher Weise noch immer gegen die russischen Bestrebungen in Asien herrschende Mißtrauen zu zerstreuen. Die Theilnahme der italienischen Katholiken an den demnächst stattfindenden Neuwahlen zur italienischen Deputirtenkammer ist noch sehr fraglich. Der „Osservatore Romano", das officiöse Organ des Vatikans, versichert auf das Bestimmteste, daß an dem bisherigen Verbote für die italienischen Katholiken bezüglich ihrer Vetheiligung an den politischen Wahlen nichts geändert sei. Die Wahlenthaltung der Katholiken würde die Chancen der liberalen (regierungstreuen) Parteien in Italien bei den allgemeinen Wahlen erheblich steigern, doch ist es noch nicht gewiß, ob in letzter Stunde vom Vatikan für dessen Parteigänger nicht Gegenordre ertheilt wird. Die Fürsten im Donau-Balkan-Gebiete statten jetzt einander freundnachbarliche Besuche ab, denen eine politische Bedeutung nicht abzusprechen ist. Nachdem unlängst der Fürst von Bulgarien beim König von Rumänien zu Gaste war, wird in den nächsten Wochen König Milan von Serbien den Fürsten von Bulgarien in Rustschuk besuchen. Es ist nicht unwahrscheinlich, daß auf diese Weise eine Tripel-Allianz zwischen Serbien, Bulgarien und Rumänien angebahnt wird, welche bei neuen Verwickelungen auf der Balkan-Halbinsel von Wichtigkeit werden kann. Der Rückkehr des Khedive nach Kairo ist fast unmittelbar die furchtbare Explosion im Bahnhose von Kairo gefolgt, was vielleicht von den abergläubischen Egyptern als ein böses Omen für den Wiedereinzug des egypti- schen Herrschers in seine Hauptstadt betrachtet wird. Die erwähnte Katastrophe hat der englischen Armee in Kairo einen ungeheuren Schaden verursacht, indem durch die Explosion eines Munitionszuges große Quantitäten Pulver u. s. w., sowie die Mundvorräthe für 10 Tage vernichtet wurden, der Schaden soll sich auf mehrere Hunderttausend Pfund Sterl. beziffern. Mehrere Araber, welche beschuldigt wurden, den Munitionszug in Brand gesteckt zu haben, sind verhaftet worden; demnach scheint die erstgemeldete Nachricht, daß die Explosion durch die zur Zeit in Egypten herrschende ungeheuere Hitze (bis zu + 106° Fahrenheit) verursacht worden sei, irrig zu sein. Aus Süd-Amerika wird über Panama gemeldet, vaß zwischen Chile und Peru Unterhandlungen im Gange seien, um mit Unterstützung von Chile Pierola wieder zum Präsidenten von Peru einzusetzen. Da Pierola einer der erbittertsten Gegner der Chilenen ist, so erscheint diese Nachricht noch sehr zweifelhaft. Deutschland. Berlin, 1. Octbr. Die Vorgänge der letzten Woche bezüglich der Straßburger Tabakmanufaktur haben, was man auch dagegen vorbringen mag, in den Kreisen der Reichsregierung ungemein peinlich berührt. Die Verhandlungen der reichsländischen Vertretung und des Reichstages werden wohl zu Erklärungen der Regierung führen und deren Absichten bekannt werden lassen. Für trieben n Die Pre' Rinder : F. 60^6 G per Pn-ni Lase pA 1 Liter 2b- ver Stücks Kuh- und HaminelM' FN Gerste est L 13-1 d0 W. Ka Die $ Zpeffekai mssionsr Reflec sowie au an uns Gieße' Gr-Dm 9. 2. Strafe und Kosten freigesprochen. W. Spindler, Seidenfärber. or. Par. Zoll. Bedienung Berlin, den 1. Oktober 1832. + 3,3 4-10,39 + 11,00 + 19,0 3,68 rrer Jahre an 12 Tagen 1,75 Baker Pascha wurde dem Khedive vom Generalconsul eines Entwurfs der Reorganisation der bet 1. Telegraphische Depeschen. Wolff's telegr. Correspondenz-Bureau. Berlin, 2. Dctbr. Die „Rordd. Allg. Ztg." theilt mit, der Geheime Rath Bucher, der die letzten Tage seines Urlaubs in Varzin zubrachte, sei von dort zurückgekehrt und habe seine Geschäfte wieder übernommen. "Baden-Baden, 2. Dctbr. Se. Maj. der Kaiser arbeitete heute Vormittag von 9 Uhr ab mit den Chefs des Civil- und des Militär-Cabinets, nahm sodann das Dejeuner allein ein und machte später bei herrlichem Wetter eine längere Ausfahrt. Zu dem um 5 Uhr stattfindenden Diner sind gegen 20 Einladungen ergangen. * ,r München, 2. Dctbr. Herr v. Manteuffel ist heute auf der Rückreffe hier einaetroffen und reifte weiter nach Augsburg, wo er übernachtet. München, 2. Oktober. Abends 7 Uhr entstand Feuer in der Ausstellung, indem zwei von der Augsburger Firma Ried nger in die Boje der württembergtschen Metall- waareniabrtk gelegte Leitungsdrähte wetßglühend wurden und einen Balken anzündetcn- Die Münchener Feuerwehr löschte den Brand in 5 Minuten Das ist bereits der zweite Fall eines Brandes in der Ausstellung Kiel, 2. Dctbr. Se. Köuigl. Hoheit der Prinz Heinrich hat sich auf der gestern in Dienst gestellten Korvette „Olga" eingeschifft. Pest, 2- October. Der Erlaß Tlsza's an sämmtliche Mun'cipien spricht die Ueberzeugung aus, daß die Municipim entrüstet fein werden über die schmachvollen Excesse, welche in Preßburg unter dem Aushängeschild des Antisemitismus verübt wurden und in einigen Gemeinden des Preßburger Comitats Nachahmung fanden. Sie möchten ähnlichen Vorfällen pflichtgemäß vorbeugen, eventuell die vorkommenden Unruhen mit voller Energie niederschlagen und den Schuldigen gegenüber die ganze Strenge des Gesetzes anwenden Eine Versäumniß oder laues Vorgehen wird nicht geduldet werden. Die Sicherheit der Person und Habe der Bürger ohne Rücksicht au Rang, Race oder Confession zu wahren, ist die vornehmste Pflicht der Staatsgewalt. Die östentl-che Sicherheit und der gute Rus des ungarischen Staates dürftn nicht unter den sträflichen Bemühungen einzelner Agitatoren leiden, noch auch die Ordnung nur um d u Preis des Blutes der Jrregeführten hergestellt werden. Dec Minister erwartet, die Mun cipien werden etwa versuchte Agitationen im Keime ersticken und die Agitatoren der Str'n^e des Gesetzes überliefern Der Minister wird die Municipien dabei mit der ganzen Kraft der Staatsgewalt unterstützen. Pretzburg, 2 October. Auch gestern sind keine weiteren Ruhestörungen vor- gekommen Der Minister des Innern hat an die Behörden der Stadt einen strengen Erlaß gerichtet, in welchem er d eselben auffordert, den von der Regierung entsendeten Commissar auf das Wirksamste zu unterstützen und die Durchführung der Anordnungen desselben ohne Verzug zu bewerkstelligen. Kopenhagen, 2. Dctbr. Der RemMag ist heute ohne Thronrede eröffnet worben und hat das bisherige Präsidium wieder gewählt. Christiania, 2. Dctbr. Aus Hammerfest vom 1. d. Mts. wird gemeldet : Das Dampfschiff „Louise" ist heute zurüchgekehrt; das südliche karische Meer war durchweg mit Eis angefüllt; es war unmöglich durchzukommen. Niederste Mittlere Mittel früherer Jahre Höchste Niederschlag an 14 Tagen „ im Mittel früh parlamentarische Kragen. De Uschland durchlebt zur Zeit eine kritische Periode seiner inneren Entwickelung. Ein Unzahl von Differenz^ und Unklarheiten beeinflußen in widerwärtiger Weise unser politisches Leben und Jedermann ruft in dieser Beziehung nach festeren, klareren Zuständen, aber ob man die rechten Mittel ergreifen wird, um zu diesem Ziele zu ge- Lokale-. Gießen, 3. October. Tagesordnung für die Stadtverordneten-Sitzung am Donnerstag den 5. October 1882, Nachmittags 4 Uhr. 1 Die Eröffnung der Bleichstraße. 2. Gesuch des Bauunternehmers Heinrich Adami dahier um Erlaubniß zur Anlegung einer Einfriedigung. 3. Den Ausbau der Loberstraße. 4. Den Ausbau der Ostanlage. 5 Erwerb von Straßengelände in der Wetzsteingasse. 6. Gesuch des Rechtsanwalts Dr. Dittmar dahier um käufliche Ueberlassung städtischen Geländes. m . 7. Gesuch des Weißbindermeisters Louis Petri III. dahier wegen Gelande- austausch. 8. Die Erbauung einer neuen Caserne. eines Luftschachts. 12. Die Kosten des diesjährigen Jugendfestes. Gießen, 3. October. Schwurgerichtsverhandlung am 2. October 1882 gegen Feldschützen Adam Link von Gettenau wegen Meineids. Derselbe ist beschuldigt: m , daß er in den Feldrügesachen gegen Johann Petrus von Weckesheim wegen Feldfrevels vor nachbezeichneten zur Abnahme von Eiden zuständigen Behörden ' ' seiner Vernehmung als Zeuge _ den von ihm geisteten Diensteid, auf welchen hin er die Wahrheitanzugeben versicherte, vor Großh. Amtsgerichte zu Nidda a) in der Sitzung vom 23. December 1881 und b; in den Sitzungen vom 1. März 1882 — in Helden Feldrüzesachen — wissentlich durch ein falsches Zeugniß verletzt und am 9. Juni 1882 vor der Strafkammer zu Gießen wissentlich ein falsches Zeugnitz mit einem Eide bekräftigt habe. Die Geich aiorenen verneinten die Schuldfrage und wurde demgemäß Link von 9. Das Tonnensystem betr. L t ir 10. Gesuch des Schneidermeisters Martin Weiner dahier um Erlaubniß zur Anlegung zweier Einfallschächte , 11. Gesuch des Kaufmanns Louis Lony dahier um Erlaubniß zur Anlegung Frostwetter. Kairo, 2. October. Malet vorgestellt M t der Ausarbeitung egyptischen Armee soll sofort begonnen werden- - Die Specialcommission des Kriegsgerichts hat heute in Beisein von Charles Wilson ihre erste Sitzung abgehalten. Gcneralconsul Malet hatte die egyptische Re- flieruna bedeutet, daß selbst Präliminarmaßregeln nicht ohne Kenntmß eines Vertreters der engl schen Regierung getroffen werden dürften- — Wie es heißt, würde General Wolseley Egypten gegen dm 20. d. M- verlassen- - Der Chef des englischen Generalstabs, Generallieutenant Adye, kehrt nach England zurück, um der Regierung bei der Regelung der Details für die zeitweilige Occupat on Egyptens beiräth'g zu fein._____________ Temperatur in Gießen. September 1882. ermischteS. Darmstadt, 2. Oktober. Ja der Heilanstalt Mauerstraße 17 ereignete sich gestern Morgen 63/i Uhr ein Unglücksfall, indem eine Pflegerin aus dem Fenster der Mansarde herausstel und augenblicklich tost war. Dieselbe stand im Begriffe, der mit ihr zusammenwohnenden Pflegerin zu folgen, welche kurz vorher zu den Kranken in den unteren Stockwerken gegangen war, und scheint beim Ordnen des in Unordnung geratenen Wetter-Rouleaux heruntergefallen zu fein. Berlin. Vor uns liegt die kostbar iausgestattete Denkschrift zum Jubiläum des fünfzigjährigen Bestehens der Firma W- Spindler in Berlin am 1. October. Es m ein wahres Bürgerfest, das bevorsteht und an dem unsere ganze Bevölkerung den herzlichsten Antheil nim nt. Was „Spindler" heute für Berlin ist, schreibt die „Nat. Qtgdavon weiß nicht nur die Geschäftswelt, es wissen alle unsere Hausfrauen zu sagen, es ist eine Berliner Institution, ohne die man sich das Herankommm von Frühling und Herbst gar nicht mehr denken kann. Aus den kleinsten und mühevollsten Anfängen hat sich das Geschäft zu seiner jetzigen großartigen Entfaltung heraufgearbeitet. Bei allen hervorragenden Leistungen ist es der erste Anfang, der einen ganz besonderen Reiz in sich trägt, der den Maßstab für die Bedeutung des Geschaffenen am besten giebt und der geeignet ist, strebende Geister auf allen Gebieten anjufeuern. Ueber den Anfang des Sp'.ndler'schen Geschäftes weiß die Denkschrift das Folgende zu melden- Es war am 1. October 1832, als der zweiundzwanzigjahrige Seidenfärber Johann Julius W lhelm Spindler aus Berlin in dem Hause Burgstraße 3 zu Brrl.n eine bescheidene Färberei anlegte. Der junge Mann hatte sich bereits tüchtig in der Welt umgesehen, hatte Muth und Vertrauen zu sich selbst gewonnen und es war ihm gelungen, da er selbst auf der Wanderschaft keine Gelder zurückzulegen vermocht hatte, seinen Onkel zu veranlassen, daß er ihm das zur Anlage der Färberei nöthlge Kapual lieh- Noch ex stirt die Annonce, mit der ini damaligen königlichen Jntelligenzblatt die G-schäftseröffnung angekündigt wurde. Sie lautet: Etabliffement. . .. ,, , Den geehrten Herren Seidenwaaren-Fabrikanten und Sewenhandlern zeige ich ergebenst an, daß ich auf hiesigem Platze, in der Burgstraße Nr. 3, eine Seidenfärberey eröffnet habe. Da ich Jahre lang auch außerhalb Berlin's in vielen Färbereym gearbeitet und Selbstvervollkommnung stets mein Hauptaugenmerk war, so glaube ich, durch hinreichende Fonds unterstützt, Diejenigen, welche mich mit ihrem Zutrauen beehren, durch schöne Farben, prompte und reelle Bedienung zufrieden stellen zu können. Jmgleichen empfehle ich mich dem geehrten Publikum mit Färbung seidener, wollener und baumwollener Z uge, mit dem saubersten Waschen von Shawls, sowie mit dem Glätten von Kattun-Kleidern unter Versicherung der schnellsten und billigsten langen, darüber scheinen sich die wenigsten deutschen Politiker strenge Rechenschaft zu geben. Oder hält man das geeinigte Reich unter allen Umständen für fest genug, um bie inneren Streitigkeiten in Infinitum — bis in's Unendliche weiter treiben zu können < — Doch man verstehe uns recht! Leben und Streben, also auch Kämpfen und Ringen, muß ja in einem Volke stattfinden, wenn seine Cultur nicht rückwärts gehen soll, und Meinungsverschiedenheiten wird cs im politischen Leben immer geben, ja, geben müssen, es liegt dies schon tn dem ewigen Suchen nach Wahrheit und Fortschritt, welches stets neue Aufgaben stellt. Gegen Differenzen und Kämpfe im politischen Leben ist also an und für sich gar nichts etnzuwenden, aber doch darf man die Einschränkung machen, daß die Streitigkeiten m dem politischen L'ben nicht in einer Weise die Oberhand gewinnen dürfen, daß man vor lauter Streitigkeiten nicht an das ftuchtbare Streben kommt. Dieser schlimmste Fall ließt ja nun glücklicher Weise für Deutschland nicht vor, denn unser Staatsleben hat aus dem verflossenen Jahrzehnt sehr achtenswerthe Fortschritte aufzuweisen, aber dennoch bleibt die allgemeine Klage stehen, daß wir im Reiche noch keinen gesunden Parlamentarismus, noch kein befriedigendes Zusammenwirken zwischen Regierung und Volksvertretung besitzen. Eme schroffe, plötzliche Hebung dieser Kalamität gibt es nun aber nicht, denn die mannigfaltigen diesen Uebelftanb ördernden Differenzpunkte sitzen unserem Volke tief im Blute. Was soll nun aber geschehen, um dennoch aus dem unerquicklichen Zustande, den Deutschlands innere Politik zur Schau trägt, heraus zu kommen? Wir denken, wir können uns in dieser Beziehung ein Beispiel an England, dem klassischen Lande des Parlamentarismus, nehmen, und zwar meinen wir dabei nicht die Einführung des englischen Regierungssystems, welches ja bei uns so wie so eine Unmöglichkeit ist, sondern wir möchten unseren Volksvertretern vor allen Dingen die englische Parlamentsprax-s empfehlen, die in erster Linie auf praktische Erfolge gerichtet ist. Ein englischer Parlamentarier will als Haupt- ache seines Berufes etwas erreichen oder verhindern, er denkt nicht fortwährend an sich und feine Partei, er macht überhaupt keine Parteipolitik, sondern wir heben es nochmals hervor, er will einen staatlichen Fortschritt herbeiführen. Deßhalb konnte man auch im englischen Parlamente schon mehrfach die Beobachtung machen, daß die Regierungspartei in verschiedenen wichtigen Fragen von der Gegenpartei rückhaltlos unterstützt wurde, ein Fall, der bei uns in dieser Weise noch nicht dagewesen ist, denn pnn- cipiell will in unseren Parlamenten immer jede Gegenpartei den Anträgen der anderen oder der Regierung etwas am Zeuge flicken, wenn man auch praktisch nichts^ emzu- wenden vermag. Also fort mit der Parteiwuth, der Principienreiterei und der Schwärmerei aus unserem Parlamentarismus und mag dasür Sachlichkeit und praktischer Sinn dte Oberhand gewinnen. den Reichstag sollen sehr energische Anträge bezüglich der Straßburger Tabak- rnanusaktur vorbereitet sein. Hesterreich. Wien, 2. October. (Privatdepesche der „Franks. W') J"P?ßburg wurde npf7crn ßie Ruhe nicht gestört, dagegen treffen vom Lande betrübende Nachnchten übe^r d t am Samftag verübte Excesse ein- Nach St Georgen, wo schon seit acht Tagen die Juden mißhandelt wurden, war rechtzeittg eine Dragonerab heilung geschickt. dieselbe am Samstag Nachmittag dort einrückte, wurde sie mit einem Steinhagel cmüfanaen Doch gelmg °s durch Vrrhostung von 20 ©rcebenten dl-Ruh- zu sichern. D r Mhrer betfelben war ein Sleuerexecuior. Sehr wüst ging es dag-a-n in Wartberg, Reihe L-nschütz und Jvanka zu. Di- durch Pöbelhau en aus der Umgebung jener Orte verstärkten Bauern überfielen um Mitternacht dre jüdischen Behausungen plün- derlen und raubten, steckten einzelne Objecte in Brand und mihhandelt-n die Juden m araer Weise Am ärgsten wurde in Lanschütz gehaust. Dort erschienen Samstag Abends im Gemeindewirthshause als Bauern verkleidete Agitatoren und harranguirten d.e dort anwesende, sortwährend anwachsende Bauernmenge, wahrend im selben Wirthshause Panduren schliefen Um Mitternacht war es den Agitatoren gelungen etwa 400 Bauern um sich zu versammeln, mit denen st- sämmtliche im Orte befindlichen Laden und Wohnungen der Juden stürmten und plünderten. Di-Rotte legte in einem Hause «euer weil sie nicht gleich in dasselbe eindringen konnte. 6me Frau Namens Fleischmann, die sich den Plünderern zu widersetzen versuchte, wurde niedergestoßen und von den Bauern so schwer verletzt, daß sie Nachmittags starb. Wahrend des wildesten Treibens erschien plötzlich der Ortspsarrer in der Mitte der Plünderer und bat mit ausgehobenen Händen, abzulassen von dem entsetzlichen Schandwerk. Diese Mahnung fand Beachtung; ihr allein ist es zu danken, daß größeres Unglück verhütet wurde. Als gestern die Nachricht von dieser Revolte in Preßburg eintraf, wurde sofort eine Jägercompagnie dorthin abgeschickt; sie traf den Ort von Juden, die nach Pest und Wien geflüchtet waren, fast gan, verlassen. Fünf große jüdische Exportfirmen in Preßburg bie zusammen über 2000 Arbeiter beschäftigten, haben beschlossen, nach Wien überzusiedeln. Ein Thest der Arbeiter ward bereits gestern entlohnt und ejitlasfen. Wien, 2. Oktober. Sieben im Preßburger Comitat gelegene Ortschaften erhielten militärische Besatzung. Nichtsdestoweniger wird ein Ausbruch weiterer Unruhen in anderen Orten besorgt. Daß die verwundete Frau Fleischmann in Lanschütz ge- ftorbinjn.rb roibemifen. bcfeftlgt fid, bie SRufte, boch aus bem Comstat treffen noch fortwährenb Nachrichten von neuen Excessen ein. Sehr arg hauste ber Pobel gestern in Boesing. Pier Stunden schon war geplündert und bemolirt worden, als im Momente der höchsten Noth die Dragoner herbeisprengten. Dieselben hieben scharf -in. Zahlreiche Verwundungen kamen vor. Unter anderen wurden drei antisemitische Agitatoren aus Preßburg verhaftet. Wuhland. Petersburg, 1- Oktober. Di- neuen Bestimmungen über dte Presse entstammen nicht der Initiative des jetzigen Ministers, Grafen Tolstoi, sondern derjenigen Ignatjews der bereits im Mai mit einer weit schärferen Vorlage auftrai, welche den Ministern der Justiz und des öffentlichen Unterrichts zur Begutachtung zuging. Nach der Vorlage Jgnaijew's sollte die Censur schon nach der ersten Verwarnung eintreten. Tolstoi sand die ganze Sache fertig vor, hat aber nach Möglichkeit Milderungen eintreten lassen- — Mitti sollen Der -in der Fi 1 Co Tisch, 2 Kor Goldr Küche Kartosf ' Mundstüc Mt am Gießen, W 6460 $ Swfraitt, WMhoi an ßtt Abbruö Meilen SRöitii *fW‘ Berlin Rieier Franks Mari. ^euen Jarl Sei ' um neu? ngen, . und üssm, |tet§ so an rch^n, d ge: reden nicht oerthe >« tm nrnen? )tbunn elftonb n aber Politik er A timen, Heins, Jolß- erster )anpt-, m sch i Notz: rte man : Regie- > unter; n prin- anberen 9 einzu- lärmerei >inn bie mg am bniß zur Mung Gelänbe- abniß zur Anlegung ber 1882 t wetzen ^nzntzrben Mg vom 882 - io triefet unb n falsches Link von genft« dir ft, her oiit Franken in juorbnuaft ’m Ä ^nblUlim tob«. ® ■ die I"' grauen zu [rtjitn von u heraus- einen seschaffeuru MUieu^ >%&* 01 .u {önH’11, Ks Handel und Verkehr. Gießen, 3. October. Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter per Pfund JL 1.10—1.20, Hühnereier per Stück 6—8 H, 2 Stück 00 Käse per St. 4—7 H, Käsematte per Stück 3 Erbsen 1 Liter 20 Linsen 1 Liter 26 Tauben das Paar 70—80 H, Hühner per Stück JL 1.00—1.40, Hahnen per Stück JL 0.60—1.10, Enten per Stück JL 1.70—2.00, Ochsenfleisch per Pfund 66—70^, Kuh- und Rindfleisch 56—60 Kalbfleisch 50 bis 54 X Schweinefleisch 62—64 Hammelfleisch 60—66 H, Kartoffeln per 100 Kilo JL 5.50—9.00, Zwiebeln per Centner JL 4—5.50, Milch per Liter 14—18 Gänse JL 4.00—5.00. Frankfurt, 2. Oktober. (Getreide-Preise.) Weizen eff. hiesiger u. Wetterauer 19Vi—3/j, fremder21 l/z—22, Roggen eff. hies. JL 141/4—14Vr, fremder 14—15, Gerste eff. hies. u. Wetterauer JL 17—I8V2, fremde JL 18—20, Hafer eff. hiesiger AL 13—14, fremder JL 13—15. Rüböl eff. ohne Faß hies. in Parthien von 50 Ctr. JL 33Vr. Branntwein eff. ohne Faß JL 45. Frankfurt, 2. Oktober. Der heutige Viehmarkt war schwach befahren. Angetrieben waren ca. 300 Ochsen, ca. 20 Bullen, ca. 300 Kühe und Rinder, 205 Kälber. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Qual. JL 72—74, 2. Qual. JL 69—70, Kühe und Rinder 1. Qual. JL 60 2. Qual. JL 54, Kälber 1. Qual. JL 68—70, 2. Qual. JL 60—64 per 100 Pfund Schlachtgewicht. a. M., 3. October, Nachmittags 2 Uhr — Min. (TelearavbiscLnr Coursbencht. Mitgetheilt durch das Bankgeschäft Albert Kaufmann in Gießen.) Credüactten 272 Staatsbahnactien 298-/4, Galizier 273'/-, Lombarden 123 74, Nord- westbahnactten 165, Darmstadter-Bankactien 158V,, Oberschlesische E.-B -Act 258V« Silberrente 66V8, 4% Ungar. Goldrente 75V6, 4% 1880er Russen 70V«! 86V4, 2. Orient-Anleihe 563/16, Spanier 64V», 5% Rumänische Rente 913/8, 4% Unific. Egypter 7013/16. Tendenz schwach. Jur gefl. Beachtung unserer geschätzten Mer! Wiederholt vorgekommene Unzuträglichkeiten von Seiten einzelner unserer Austräger nöthigten uns, einen Wechsel derselben zu veranlassen. Wir bitten, eme allensallsige Verzögerung bei Zustellung des Anzeigers heute oder morgen güttgst entschuldigen zu wollen. Wir ersuchen aber auch, uns jede fernere Unzuträglichkeit sofort direkt melden zu wollen, da wir nur dann in der Lage sind, Abhülfe eintreten zu lassen. Die Expedition des „Gießener Anzeiger". Briefkasten. An den Herrn Einsender des Artikels: Der Hund an der Kette, bitten um gefl. Einsendung Ihrer Adresse. D. Red. Wir Kartossellieferung. Die Lieferung von 150 Centner Speisekartoffeln soll auf dem Submissionswege vergeben werden. Reflectanten wollen ihre Angebote, sowie auch Proben bis zum 20. l. M. an uns gelangen laffen. 6453 Gießen, den 3. Oktober 1882. Gr. Direktion der Entbindungsanstalt. Mittwoch den 4. Oktober -sollen versteigert werden: Nachmittags 2 Uhr in der Flett'scheu Hofraithe: 1 Consolchen, 2 Sophas, 1 ovaler Tisch, 1 Nähschatulle, 2 Kleiderschränke, 2 Kommoden, 1 ovaler Spiegel mit Goldrahme, Brockhaus' Lexikon, 1 Küchenschrank mit Glasaufsatz. Nachmittags 3 Uhr die Kartoffel- und Gemüseernte von einem Grundstück in den Eichgärten. Zusammenkunft am Schützenhof. Gießen, den 2. Oktober 1882. Geißler, 6429__Großh. Gerichtsvollzieher. 6460 Das Vorderhaus der Hofraithe zum Adler in der Wallthorstraße soll Dienstag den 10. Oktober d. Js., Nachmittags 2 Uhr, an Ort und Stelle auf den Abbruch versteigert werden. £. Häuf. Keitzeöowres. 6442 Kornstroh zu verkaufen bei __ Ernst Wallenfels. Eeuerr Ural Caviar, ,, Cib Caviar, Mainzer Sauerkraut, Russische Sardinen, Berliner Rollmöpse, v R- $ ' latent, |l S w Einfachste und billigste Betriebskraft für das S =■ Kieler Sprotten, frankfurter Würstel, Marinirte Häringe, Essig- und Salz-Gurken, Neuen Mixed-Pickles empfiehlt 6459 Carl Schwaab’s Delicatessenhdlg. ;! Kleingewerbe, Ijffl Druckereien, Fleischereien, Kaffeebrenner, Pumpen etc. I Gasmotor ohne Wasserkühlung, sol idester, vielf. verbesserter Construction. Auf Probe und unter Garantie von Bsss. Sombart &Go. MAGDEBURG (Friedrichsstadt.) 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