127. Erstes Blatt Sonntag den 4. Juni 1882. Gießener Anzeiger Amts- unb Anzeigeblatt für den Kreis Meßen. Burean r Schulstraße B. 18. Erscheint täglich mit Ausnahme des Mo«tag4. PreiK vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlshn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Rwiwa=«a-MW m »» »—» — Amtlicher Ihei l. Gießen, den 2. Juni 1882. Betreffend' Die Ausführung des Gesetzes vom 27. April 1881 über die Ausübung und Schutz der Fischerei. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großh. Bürgermeistereien. beziehungsweise die Ortspottzeibeamten des «reifes. GroßberwalicheS Ministerium der Finanzen, Abtheilnng für Forst- und Cameralverwaltnng, beabsichtigt zedem der in § 15 der Verordnung vom 1. April l ff M g lW ein Exemplar des Gesetzes über die Ausübung und den Schutz der Fischerei nebft zugehöriger Verordnung und Bekanntmachung rmt- ntheilen Sie wollen daher längstens bis zum 10. l. M. berichten, wie viele Exemplare des betreffenden Ge,etzes Sie bedürfen. J v l>r. Bo er mann. Betreffend: Hagelschäden. Bekanntmachung. Bei dem Heranwachsen der Feldfrüchte machen wir auf die durch die Hagelversicherungs-Gesellschaften gebotene Gelegenheit zur Versicherung gegen Hagelschaden unter dem Anfügen aufmerksam, daß Collecten für Hagelschäden nicht statthaft sind. Greß en, den 2. Juni 1882. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Ist. Boek mann. Gefundene Gegenstände: 1 Leine 1 Strängchen Wolle, 1 Sonnenschirm, 3 Hundeblechmarken, mehrere Schlüssel, 1 Portemonnaie mit Gießen, am 3. Juni 1882. Grobherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius. __________ Inhalt. Aeutschtand. Berlin, 1. Juni. Eine interessante Verordnung hinsichtlich der körperlichen Züchtigung von Schülern hat die königl. Negierung in Breslau erlassen, der zufolge törperliche Strafe nie für ungenügende Leistungen oder Unaufmerksamkeit an sich zu verhängen, sondern nur auf alle Fälle fittlicher Rohheit zu beschränken ist; auch darf die Züchtigung bei Kindern bis zu 9 Jahren und bei Mädchen überhaupt nur mit einer Ruthe, bei größeren Knaben nur mit einer biegsamen Gerte ausgejührt werden. Ob die Lehrer mit dem ersteren Theil der Verordnung voll und ganz einverstanden sein werden, bezweifeln wir. Die Schuljugend wird allerdings sehr zufrieden sein. Berlin, 2. Ium. Die Commission zur Vorberathung der Krankenkassen- und Ärbeiter-Unfall-Versicherungs-Vorlagen hat heute ihre Generaldiskussion beendet. Her- ooizuheben wäre, daß auch von liberaler Seite dem Beitnttszwang zu den Gememde- kasseu zugestlmmt wird, doch kann dann keine sehr verstärkte Leistung für die Arbeiter gesehen werden, weil nur der halbe Tagelohn gegeben wird; wohl aber wird die Armenpflege der Gemeinde wesentlich erleichtert und der Hilfeleistung selbst der Charakter des Monopols genommen. Die Frage zum Beitritt zu den anderen Kassen begegnet bet den l beraten Rednern vielfachen Bedenken. Es wird weiter betont, daß in Betreff der Entschädigung für Unfälle an der Forderung, daß diese der Aibeilgeber m tragen hat, festgehalten werde. Bon conservativen Rednern wurde namentlich daraus hingewlesen, daß die Krankenkassenbeiträge theilweise zu hoch gegriffen seien. Das Pentium nimmt im Allgemeinen eine freundliche Haltung zu dem Gesetzentwurf ein. Als besonderes Moment verdient hervorgehoben zu werden, daß Reg.-Commissar Ge- heimeraih Lohmann speciell die Schwächen der Max Hiisch'schen Gewcrkskassen klar legte. Die Mitglieder der Commission, welche den drei liberalen Gruppen rngehören, wollen sich ü^er die Abänderungsanträge zum Krankenkassengesetz heute Abend verständigen. Die liberalen Fraktionen sind bekanntlich durch den von ihnen ein- gebrachien Unsallversicherungs - und Huftpflichtgesetzentwurf einigermaßen gebunden und haben natürlich das Bestreben, in der vorliegenden Frage ebenfalls gemeinsam zu operiren. — Die Commission des Reichstags zur Vorberathung des Gesetzentwurfs, betr. Die Abänderung der Gewerbeordnung, hat gestern Abend ihre Arbeiten wieder ausgenommen und sich zunächst mit den gewerbsmäßigen Musikaufführungen, Schaustellungen u. s. w. beschäftigt. Ein Antrag, diesbezüglich zu bestimmen, „die Erlaub- niß kann auf Zeit ertheilt und durch bestimmt zu bezeichnende Bedingungen eingeschränkt werden", wurde abgelehnt, dagegen nach der Regierungsvorlage nach Absatz 4 des S 33a folgende Bestimmung mit 11 gegen 9 Stimmen angenommen. „Aus den unter Ziffer 1 und 2 angeführten Gründen kann die Erlaubniß zurückgenommen und Personen, welche vor dem Inkrafttreten dieses Gesetzes den Gewerbebetrieb begonnen haben, derselbe untersagt werden." Heute Vormittag trat die Commission wieder zusammen und beschloß ebenfalls mit 11 gegen 9 Stimmin, als Absatz 5 des § 33b zu bestimmen : „Wer gewerbsmäßig Musikaufführungen, Schaustellungen, theatralische Vorstellungen oder sonstige Lustbarkeiten, bei denen ein höheres Interesse von Kunst und Wissenschaft nicht obwaltet, von Haus zu Haus, auf öffentlichen Wegen, Straßen, Plätzen oder an anderen öffentlichen Orten dar bieten will, bedarf der vorgängigen Erlaubniß der Ortspolizeibehörde" Der Absatz 6 der Regierungsvorlage, welcher lautet: „Gegen die auf Grund dieses Paragraphen erlassenen Verfügungen findet nur die Beschwerde an die unmittelbar vorgesetzte Behörde statt", wurde abgelehnt, dagegen ein von dem Abg. v. Kleist-Retzow gestellter Antrag angenommen, nach welchem bei denjenigen Verhandlungen in Rekurssachen, in denen es sich um sittenlose Dinge handelt, die Oeffentlichkeit ausgeschlossen werden soll. Hierauf beschloß die Commission mit 13 gegen 6 Stimmen, hinter § 33b folgenden 8 33e einzufügen: „Die Abhaltung von Tanzlustbarkeiten richtet sich nach den landesrechtlichen Bestimmungen " — In dem Alinea 2 des Art. 3 der Regierungsvorlage weiden sodann die durch die bisherigen Beschlüsse der Commission nötbig gewordenen Allegate eingefügt und dann die Berathung deS Art. 3 beendet. Die Commission trat sodann in die Berathung des Art. 4 der Regierungsvorlage, welcher einen neuen 8 35 in das Gesetz an Stelle des bisherigen S 35 einfügen will, der sich auf das Gewerbe der Tanz-, Turn- und Schwimmlehrer, der Trödler, Gesindevermiether, Auctionatoren rc. bezieht. Cs wurde zunächst über die eingegangene Petition berichtet und trat dann die Commission in die Generaldebatte über diesen Artikel ein, welche um 5 Uhr Abends auf Samstag Vormittag 10 Uhr vertagt wird. — In Landau waren am Pfingst-Montage, dem Tage des Hambacher Festes, die Officiere und Soldaten der 4. Compagnie des 18. Jnf -Rgts. bis 5 Uhr Nachmittags in der Kaserne konsignirt. Aus Konstantinopel wird den „Berliner Politischen Nachrichten telegraphisch berichtet, daß nach der dort im Palaste herrschenden Stimmung kaum zu erwarten ist, daß der Sultan sich auf eine Intervention m der Weise, rote die Wesi- mächte ihm dieselbe vorzuschreiben gedenken, einlassen werde — Wie berieiben Correspondenz berichtet wird, gilt die an die Conalflotte ergangene Ordre, sich nach Gibraltar zu begeben, nur der Eventualität als der Schutz bei englichen Unterthamn in Egypten eine größere Anzahl von Schiffen erforderlich macy-n sollte. Gleichwohl hält man die Absendung der Canalflotte für eine Maßnahme, di: deutlich beweise, daß man sich auch mit dem Gedanken, es konnten weitere Verwickelungen enlfteben, befasse. n v Berlin, 2. Juni. Man schreibt uns aus Wien, den 1. Juni: „Heber die Audienzen, welche der Rabbiner Dr. Löwenstein aus Lemberg bei dem Kaiser und dem Ministerpräsidenten Grafen Taaffe hier hatte, hat der Telegraph schon berichtet. Gestatten Sie mir, Ihnen hier einige Details über die Audienz des genannten Herrn beim Grasen Taaffe mitzutheilen: ®raf Taaffe erkundigte sich um die Details der bisherigen Hilssaction und sprach sich sodann in ziemlich rückhaltsloser Weise über die Situation aus. Die Lage sei in der That eine derartige — so meinte der Ministerpräsident daß sie die vollste Aufmerksamkeit der Regierung herausfordere. Auf die Dauer seien solche Zustände für Oesterreich unerträglich. Für den Augenblick sei es die erste Pflicht, die m Brody weilenden Exulanten in ihre neue Heimath, nach Amerika, weiter zu befördern, dabei müsse man immer darauf achten, daß nicht etwa nur die jungen, kräftigen Leute nach Amerika gesendet und die gebrechlichen, hilflosen und alten Leute m Galizien zurückgelassen werden. Wenn Amerika aus der Emigration Vortheil zieht, muß es sich auch die damit verbundenen Rachtheile gefallen lassen, es muß mit den Arbeitsfähigen auch die Arbeitsunfähigen aufnehmen." Weiter meinte Graf Taaffe, diplomatische Schritte zu machen in der Absicht, die Judenhetzen in Rußland einzudämmen, das sei nicht seine Sache, das hänge von dem Ermessen des Ministers des Aeußern ab, der gewiß die ganze Angelegenheit mit größter Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit verfolge. Man könne aber leider nicht nur mit den Forderungen der Humanität rechnen, die Interessen des Staates seien ausschlaggebend. Unter allen Umständen aber werde die Regierung Alles, was in ihren Kräften steht, thun, um den Weitertransport der nach Galizien geflüchteten Juden bestens zu ermöglichen - wenn auch freilich bis jetzt gU diesein Zwecke aus Staatsmitteln nichts geschehen sei. Freilich -- äußerte endlich Graf Taaffe - wenn der Zudrang der Flüchtlinge Dimensionen annehmen sollte, dann werde die Regierung mit Erns gi einschreiten müssen. Türkei. k Konstantinopel, 1. Juni. Man nennt als diesseitigen Abgeiandten für Egypten den Adjutanten des Sultans. Nusret Pascha. Aegypten. Kairo. 1 Juni. (Telegramm des „Reuter'schen Bureaus"). Der Khedive Hal eine Depesche seines diplomatischen Agenten m Konstantinserhalten, in welchem ihm dieser anzeigt, daß d.e Abreise des türkischenKommissars, ohne daß die Conferenz der Botschafter abgewartet werde, morgen Dattag er- folgen solle. Amerika. i -luni Gegen 1200 strikende Arbeiter der Eisenhütten Chicago > _.< an ^orin sich mehrere Arbeiter befanden, welche gnffen heute den Ssmb^Wg-'', ^ie Strikenden rissen die Arbeiter S dem Zuge, handelten sie und feuerten mehrere Pistolenschüsse ab. Der Richter des Äpellhoses wurde tödtlich verwundet. Telegraphische Depeschen. Wolff s telegr. Correspondenz-Bureau. Berlin, 2. Juni. Die Nachricht, daß die Panzerfregatten „Kaiser" und „Deutschland", die Corvette „Bismarck" und die in Wilhelmshaven liegenden Panzer-Kanonenboote in die erste Reserve gestellt werden, sowie daß die Torpedoboote in Bereitschaft gesetzt werden sollen, ist unrichtig. Karlsruhe, 2. Juni. Der päpstliche Hausprälat Spolverini ist aus Darmstadt heute hier eingetroffen. München, 2. Juni. Das Urtheil in dem Socialistenproceß wurde heute publicirt und lautet gegen einen der Angeklagten auf 6 Monate, gegen zwei andere auf je 5V2 Monate und gegen die übrigen 15 Angeklagten auf je 5 Monate Gefängniß unter Anrechnung der Untersuchungshaft. In den Er- kenntnißgründen heißt es, der Gerichtshof habe die Ueberzeugung gewonnen, daß sämmtliche Angeklagte Mitglieder einer hier bestehenden socialistischen Organisation seren, welche, wie die Vorgefundenen von Vera Sassulitsch und Peter Lawroff unterzeichneten Sammellisten bewiesen, mit den Nihilisten in Verbindung stehe. Straßburg, 2. Juni. Der Statthalter v. Manteuffel hat sich zu mehrwöchentlichem Kurgebrauch nach Karlsbad begeben. Petersburg, 2. Juni. Das „Journal de St. Pötersbourg" schreibt: Telegraphische Nachrichten besagen, daß die französische Regierung die Initiative zu dem Vorschläge einer Botschaster-Conferenz in Konstantinopel wegen der egyp- tischen Angelegenheit ergriffen hat. Wenn dieser Vorschlag von den Mächten angenommen wird, so wird derselbe gewiß keinem Widerstand Seitens Rußlands begegnen'. Der Vorschlag entspricht den Ansichten des kaiserlichen Cabinets und seinem historischen Programm, da die Conferenz die Befestigung des europäischen Concerts in sich schließt, welches bei jeder den Orient berührenden Frage in Anwendung gebracht werden muß. Rom, 3. Juni. (Privat-Depesche). Garibaldi ist gestern Abend halb 7 Uhr in Caprera gestorben._______________________ Vermischte». Frankfurt a. M. Das Hagelwetter hat auch im Palmengarten arge Verwüstungen angerichtet. Das Palmenhaus ist wenig beschädigt, aber Tausende von ungeschützten Pflanzen sind vernichtet und beinahe sämmtliche Glasglocken der Laternen zertrümmert worden. Offenbach, 1. Juni. [Erstochen.j Am ersten Pfingstfeiertag war das nächstgelegene Dorf Ober-Roden der Schauplatz einer blutigen That. Mehrere junge Leute, wahrscheinlich durch zu viel genossenen Alkohol erhitzt, gertethen in Streit und griffen zum Schluß zum Messer. Einer der am Streit Betheiligten blieb tobt am Platz, ein Anderer ist schwer verwundet. Karlsruhe, 31. Mai. Eine amtliche Veröffentlichung über das beklagens- werthe Eisenbahnunglück stellt fest, daß die alleinige Schuld an demselben den Weichenwärter Philipp Berger in Heidelberg trifft. Derselbe steht feit 1865 im Eisenbahndienft und versieht seit 1874 den Posten als Weichenwärter im Bahnhof Heidelberg. Das Unglück ist nicht etwa durch Ueberanstrengung des Weichenwärters nn Dienst herbeigeführt, denn derselbe war an dem der Unglücksnacht voraufgegangenen Tage dienstfrei und hatte seinen Dienst Abends 6 Uhr nach übereinstimmenden Zeugenaussagen in vollkommen nüchternem Zustande angetreten. Sein Verschulden besteht darin, daß ec die Weiche für einen einfahrenden Zug umgestellt, hierauf aber — der bestehenden Vorschrift zuwider — versäumt hat, dieselbe wieder in Normalstellung zu bringen. Er bemerkte den Fehler erst im Augenblick, als der den Bahnhof verlassende Zug die Weiche passirte, doch konnte sein Rufen und Schwenken der Laterne nicht mehr Helsen. Der Zusammenstoß war um so heftiger, weil der in den Bahnhof einfahrende Zug die Sperrung des Geleises nicht wahrnehmen konnte, da die Bahn im Bogen liegt. — Die Directum der neu eröffneten Gotthardbahn hat an die Direetionen der Kaiser!. Reichs-Eisenbahnen in Elsaß-Lothringen das Ersuchen um Ueberweisung von zwei tüchtigen, erprobten Expeditionsbeamten zur Einrichtung des Uebergabedienstes gerichtet. Selbstverständlich ist dem Wunsche der Dircction der Gotthardbahn Folge geleistet worden. — Bei den soeben begonnenen Arbeiten zur Durchstechung des Jstmas von Korinth wurde, wie es bei solchen Gelegenheiten üblich ist, eine Kapsel eingemauert, welche eine Anzahl Münzen und Medaillen enthielt. Dieselbe ist nächtlicher Weise ausgegraben worden; doch ist es bereits gelungen, die Räuber dingfest zu machen. Die Gauner sind drei Türken, darunter zwei Schwarze, dieselben waren bei den Canal- arbetten beschäftigt gewesen. — [(Sine hübsche „Landpartie".) Im Laufe dieses Sommers soll von Bergen in Norwegen aus eine Vergnügungsfahrt nach Spitzbergen gemacht werden, woran vierzig Personen theilnehmen können. Die Reise soll etwa vier oder fünf Wochen dauern und mit einem Dampfschiff unter der Leitung eines erfahrenen Nordmeersahrers, des Capitäns Carlsen, der die Nordpolfahrt unter Capitän Tegethof mitgemacht hat, stattfinden. Die Thellnehmer haben 550 Mark zu zahlen außer ihren Verzehrungskosten an Bord, welche besonders berechnet werden. Das Schiff wird mit allen Geräthschafteu zum Wallfischfang und zur Jagd auf Eisbären, Walrosse und sonstige arktische Thiere ausgerüstet sein; auch Schlitten und Hunde werden mitgenommen, um Excursionen über Land zu machen. Je nach dem Zustande des Eises wird man nordwärts die Fahrt ausdehnen — [Die unangenehmsten Klienten) Ein berühmter Advokat, der auf eine mehr als ein Menschenalter umfassende Praxis zurückblickt, wurde jüngst gefragt, welches die unangenehmsten Klienten seien, die ihm im Laufe feiner Erfahrung vorgekommen wären. Er antwortete: „Ein Mädchen, das verheirathet sein will, eine Frau, die geschieden sein will und eine alte Jungfer, welche gar nicht weiß, was sie will." — [Iankee-Frühreife.) Ein kleiner Knabe aus Boston, der es müde war, immer nur die abgelegten Kleider, Spielsachen und Bilderbücher seines alteren Bruders zu bekommen, sagte zu seiner Mutter mit echter Aankee-Frühreife: „Wenn das so fort- gcht, Mama, werde ich wohl auch einmal Charley's Wittwe heirathen müssen!" Literarische». — Von der 13. Auflage von Brockhaus' Conversations - Lexikon erschienen in rascher Folge wieder 8 Hefte, das 16 —23 , bis zum Artikel Barth reichend und schon mehr als die Hälfte des zweiten Bandes enthaltend. Auch in diesen Heften gelang es der Redaction, den neu angesammelten Stoff derartig in den Organismus des Werkes einzufügen, daß sowohl das richtige Verhältniß derTheile zu einander wie die Harmonie des Ganzen überall gewahrt bleibt, was ja stets als ein besonders werth- voller Vorzug des Brockhaus'schen Lexikon anerkannt worden ist. Unter den größeren Artikeln treten in erster Linie die zur Länder- und Völkerkunde gehörigen h rvor, wie Asien, Aschanti, Assyrien (von Professor Julius Oppert in Parisi, Athen, Aethiopien, Australien, Azteken, Babylon, Baden; aus anderen Wissensgebieten seien genannt: Artesische Brunnen, Artillerie, Arzneimittel, Astronomie, Aether und Aetherische Oele, Auge und Augenheilkunde (mit eingedruckten Figuren), Ausgrabungen, Auswanderung (mit den neuesten statistischen Daten), Bad, Banken, Barometer. Gleich vortrefflich wie der Text sind die den vorliegenden Heften beigegebenen Illustrationen; sie bestehen aus 12 Taseln, von denen 7 die verschiedenen Baustile, die übrigen 5 die Akropolis zu Achen, Asiatische Menschenstämme, Australische Rasse, Assyrische Alterthümer und die Hauptrepräsentanten der Bärenfamilie darstellen, sowie aus 5 geographischen Karten in Buntdruck: Australien und Neuseeland, Asien, die Balkanhalbinsel, Atlantischer Ocean, Athen. Es darf als ein Triumph der in den vervielfältigenden Künsten gemachten Fortschritte bezeichnet werden, daß es möglich ist, einen solchen Schatz von Belehrung und Anschauung um den Preis von 50 Pf. für das Heft dem Publikum darzubieten. Handel und Verkehr. Gießen, 3. Juni. Aus dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter per Pfd. 0.70—0.90, Hühnereier 1 Stück 5 H und 2 Stück 9 H, Enteneier per Stück 5—6 H, Gänseeier per Stück 0 H, Käse per St. 5—8 H, Kasematte per Stück 3 Erbsen 1 Liter 22 S>r Linsen 1 Liter 30 Tauben das Paar 60—80 H, Hühner per Stück 0.90—1.40, Hahnen per Stück • ) ft tt » (6 „ ) „ „ Kgr. (2 Pfd.) Schwarzbrod II. Sorte v i " ff 1/ ) u „ bei Emil Sauer ....... „ Jacob Thomas..... Zur geft. Beachtung. Schriftliche Anfragen wegen Auskunstsertheilung über Inserate rc. können wir nur dann beantworten, wenn denselben eine Freimarke für die Rückantwort beigelegt ist. lieber Inserate bezüglich deren Offerten einzureichen sind, ist die Spedition zu keinerlei Auskunftsertheilungen befugt. Offertenbriefe sind — soweit keine bestimmten gegentheiligen Abmackungen getroffen wurden — in der Expedition abzuholen. ... 32 ... 64 I. Sorte ,29 „ 58 ?tö(f 3 A bk-ilch jj Z '8p'r100®ib ■Ä> 248, .Neu 699 ,/ Rumänische In, ®torg Earl lhelmine Marie, x, Marie Ama, Whelm Marti» Ma Marie, ge- hilm Louis Em«. #r, W* p^tinri* 8iWn Ml*”“” 1040 705 ab Lauterbach an 710 545 Vom 1. Juni ab werden abgefertigt: 11 0 725 ri Lauterbach tt 7 o 535 I. *) II. Landbriefträgerpost Aad Aauheim-Steiufurt 1 1 J. h- II. 1135 1230 8_o 855 ft an Wiltofs Schlitz H ab 6io 525 445 4 0 730 630 ab Bad Nauheim Ort an 715 530 Aersonenpost Lauterbach-Schotten. 740 645 „ „ „ Bf. an Steinfurth ab 705 520 715 735 ab Lauterbach Bhf. an 650 10 0 8 5 710 640 455 740 755 n Lauterbach ti 640 950 (Fällt Sonntags aus.) 755 855 ft Blitzenrod ti 615 922 *) Aersonen-Aost Aüdingerr-Aktenstadt. 855 910 an Herbstein ab 525 835 1055 ab Büdingen an 715 1115 ab Herbstein an 125 1100 „ Büdingen Bhf. „ 710 1220 ft Hörgenau tt 1220 1130 „ Büches n 640 1245 ff Engelrod ft 1205 1200 „ Düdelsheim ,, 6io 105 tf Rebgeshain rr 1135 1220 „ Lindheim „ 550 145 ft Ulrichstein f> 1110 1235 an Altenstadt ab 535 315 tt Götzen tt 840 *) Landbriefträqerpost Aüdingen-Wenings. 330 an Schotten ab 825 1020 640 ab Büdingen Bhf. an 540 245 K'ersonenpost Zrrucke-Nlrlchstem. „ „ Ort- „ 535 240 835 825 ab Mücke an 650 335 1150 755 „ Bindfachsen „ 445 150 930 920 tt Ruppertenrod ft 615 3 0 1235 840 an Wenings ab 400 105 1025 1015 tt Ober-Seibertenrod u 525 2io — (II. Post fällt Sonntags aus.) 11 0 1050 an Ulrichstein ab 500 145 Landvriefträgerpost Autzbach-Wünster. Landvriefträgerpost Wücke-Lauvaä 530 | ab Butzbach an 715 145 ab Mücke an 7 o 4)20 „ Niederweifel „ 655 305 tt Freienseen ti 6 5 650 „ Ostheim „ 635 4 0 an Laubach ab 52 735 ; „ Hochrveifel „ 610 • Aersonenpolt Aidda-Schotten. — „ Fauerbach ,, 940 555 1005 ab Nidda Bhf. an 800 135 530 £00 an Münster ab 54o 10 0 610 1015 Nidda 750 125 520 < 'M (Fällt Sonntags aus.) rivatfuhrwerk Autzvach-Aockeuver 3- 655 10 7 1017 617 627 — 1022 1032 tt tt Kohden Unterschmitten ii ii 739 731 114 106 509 501 8 o ' 730 ab Butzbach an 710 1030 640 1045 Oberschmitten 719 1254 449 815 ■— ,, Griedel ,, ; — 640 1045 655 1100 tt Eichelsdorf ti 705 1240 435 845 815 an Nockenberg ab । 625 610 1100 710 1115 tt Rainrod it 650 1225 420 Arivatfuhrwerk Khringshausen-Kirtorf. 1145 755 1200 an Schotten ab 620 1155 305 905 710 ab Ehringshausen Bhf. an 645 655 Aersonenpolt Aieder-Wölkstadt-Attenstadt. 1005 810 an Kirtorf ab 540 550 815 640 ab Nieder-Wöllstadt an 650 255 515 Laudbriefträgerpost Giehen-Attenvuseck. ab Giasrpn an 630 845 905 • 710 730 tt tt Assenheim Bönstadt ii n 620 555 225 2 0 555 n Wieseck ,, 555 10 0 825 an Altenstadt ab 5_O 105 625 an Altenbuseck ab 520 Landvriefträgerpost Auppertenrod-Windl laufen. (Fallt Sonntags aus.) . 930 ab Ruppertenrod an 235 *) Landvriefträgerpost Gießen-Kinzenvack. 1020 tt Ermenrod ti 155 7 0 ab Gießen an 303 1040 tt Großfelda ti 120 9 o ,, Heuchelheim ,, 3 0 Ilio tt Kestrich it 112 .915 an Kinzenbach ab 240 1150 an Windhausen ab 1 o (Fällt Sonntags aus.) Aersonenpost Stockheim-Grebenhain. Lauterbach-Grebenhain. 620 1000 ab Stockheim an 735 513 ^ri.-Post Prs.-Post Prs.-P°st 1 Prs.-Post 645 1025 Selters ii 705 443 735 715 ab Lauterbach Bhf. an 10 0 650 730 1110 tt Ortenberg tt 650 428 755 , * 740 „ Lauterbach „ 950 * 640 755 1135 Lißberg ti 620 355 8W ^ondbrf.- träg.-Pst. 755 ,, Blitzenrod „ 928 ^andbrf.- träg.-Psl. 615 835 1215 tt Hirzenhain ft 555 330 925 920 855 „ Herbstein „ 835 445 525 850 1230 tt Merkenfritz ti 540 315 4005 1020 „ Altenschlirf „ 745 345 925 1255 tt Gedern ii 515 250 4023 „ Nösberts „ 722 1030 tt Hartmannshain ii 4_o 4048 „ Vaitshain H 652 Ilio an Grebenhain ab 320 4055 an Grebenhain ab Aersonenpost Grünverg-Lauvach. 645 * Aotenpost Zell-Htomrod. 910 110 ♦ £22 817 ab Grünberg Bhf. an 725 350 5 920 315 900 ab Zell an 805 835 830 „ Grünberg „ 715 340 | 950 345 930 an Romrod ab 840 1240 735 920 915 „ Wetterfeld „ 620 245 Anmerkung: Die Zeiten von 6 Uhr Abends bis 6 Uhr früh sind durch Unterstreichen 940 935_ an Laubach ab 6 0 225 der Minutenzahlen angeveulel. Die mit einem * bezeichneten Posten gelangen am 1. Juni zur Ein- Arivatfuhrwerü Komverg(Oberhessen)-Wieder-Gemünden. richtung. Mai 1882. £55 335 840 ab Nieder-Gemünden Bhf. an 655 325 825 Gießen, den 28. 905 345 850 ,, Nieder-Gemünden „ 645 315 815 Kaiserliches Postamt. 1 005 415 950 an Homberg ab 545 215 715 Ritsert. Vergebung von Bauurbeiten. Die zur Herstellung an den Staatsstraßen befindlichen Brücken und Durchlässen erforderlichen Mauer- und Steinhauerarbeiten sollen an nachstehenden Orten und Terminen öffentlich versteigert werden und zwar: 1. Zu Berstadt, Mittwoch Len 7. Zuni, Nachmittags j/24 Uhr, bei Gast- wirth Babel an den Straßen Gießen-Gelnhaufen,Abth.101—102, desgl. Berstadt-Friedberg, der Orts- durchfahrt zu Berstadt und Straße Ranstadt-Staden, Abth. 201—205: Maurerarbeit, zusammen veranschlagt zu 403 *X, Steinhauerarbeit, zusammen veranschlagt zu 70 eX 2. Zu Nidda, Donnerstag den 8. Zuni, Vormittags 10 Uhr, im Darmstädter Hof, Abth. 159—161, der Orts- durchsahrt zu Nidda: Maurerarbeit, zusammen veranschlagt zu 55 «X 3. Zu Ortenberg, Freitag den 9. Zuni, Mittags 12 Uhr, im Gasthaus „Zur Post", an den Straßen Hersfeld-. Hanau, Abth. 313—314, und 325 bis 326, desgl. Gießen-Gelnhausen, Abth. 186—220: Maurerarbeit, zusammen veranschlagt zu 853 «X, Steinhauerarbeit , zusammen veranschlagt zu 174 cX Nidda, den 1. Juni 1882. Großherzogliches Kreisbauamt Nidda. 3881 Grimm.__________ Vergebung von Sauarbeiten. Die zur Unterhaltung der Cameralund Forstgebäude (Domanialbauwesen) unseres Bezirks pro 1882/83 genehmigten Vauarbeiten, als: Maurer-, Steinhauer-, Zimmer-, Schreiner-, Schlosser-, Glaser-, Weißbinder- und Spenglerarbeiten sollen wie folgt öffentlich versteigert werden: 1. Zu Nidda, Donnerstag den 8. Juni, Vormittags 9 Uhr, im „Darmstädter Hof" für die fiskalischen Gebäude zu Nidda, Salzhausen, Michelnau, Glaubzahl, Bingenheim, Hof Ober-Dauern- heim und Ober-Lais. 2. Zu Orlenberg, Freitag den 9. Juni, Vormittags 11 Uhr, im Gasthaus „Zur Post" für desgl. zu Konradsdors, Bieberberg, Finkenloch, Bergheim und Schwickartshausen. 3. Zu Schotten, Samstag den 10. Juni, Vormittags 11 Uhr, bei Gastwirth H. F. Präfcher für desgl. zu Eichelsdorf, Schotten, Kiliansherberge, Petersheimerhof, Breungeshain, Schützhäuschen am schwarzen Fluß und desgl. im Oberwald. Nidda, den 1. Juni 1882. Großherzogliches Kreisbauamt Nidda. Arbeitsbetsteigerung. Mittwoch den *7. Juni d. I., Nachmittags 1 Uhr, sollen auf hiesigem Rathhaus nachverzeichnete Arbeiten an den Wenigst- nehnienden in Allcord gegeben werden. 1) An der Pfarrhosraithe. Maurerarbeit, veranschl. zu «X 141.— Schreinerarbeit, „ „ „ 16.11 Weißbinderarbeit, „ „ „ 8.50 Schlosserarbeit, „ „ „ 24.— 2) An der Kirche. Maurerarbeit, veranschl. zu eX 16 — Rolleauxlieferung, „ „ „ 7.— 3) An den Schulhäusern. Maurerarbeit, veranschl. zu , „ 35 „ la gelb „ „ „ , 32 „ lla roth u. grau melirte Kernseise ä Pfd. 28 Oel- u. Silberseife» M. 24 H empfiehlt Ferd. Drebes. Bei Abnahme von Vtz Ctr. Preis- e rmäß i g un g._____ 3855 Papagei Ein Jako, I Jahr alt, nebst elegantem Käfig billig zu verkaufen. Näheres in der Exped. ds. Bl. 3853 Einige Häuser in der besten Lage Friedbergs, welche, sich zu jedem Geschäft eignen, hat unter günstigen Zahlungsbedingungen in Auftrag zu verkaufen Friedberg. J- 3utzbaeh. 3722 Häuser- und Güter-Makler. Eine Parthie hellfarbige Kleiderstoffe in Alpacca, Bege rc. werden zum Einkaufspreis abgegeben bei 372i Martin Scheel, Marktplatz. Gebrannten Kaffee in reinen feinschmeckenden Sorten von Jl 1.20, 1.40, 1.50, 1.60 und 1.80 per Pfund, stets frisch gebrannt, empfehlen ßß Fh. Nau & Comp. Die Vaterländischen Feuer- S Hagel- Versicherungs - Aktien - Gesellschaften zu Elberfeld haben mir eine Agentur übertragen, und erlaube ich mir daher, mich zur Ver- mittelung von Versicherungen gegen Hagel- und Feuerschaden ganz ergebenst zu empfehlen. Wiefeck, den 26. Mai 1882. 3797 Fh.il. Hildebrand III. Deutscher Felsenkeller. Der günstiger Witterung 3871 Montag den 5. Juni: I. teert der hiesigen Regiments-Musik. Entree 25 Pfg. Anfang V28 Uhr. ■fr*. Wermielstungen. 1 i i 3863 Eine leistungsfähige Weingro^handlung am Rhein, Rheims und Bordeaux sucht für Gießen einen geeigneten Vertreter, dem man ein Commissionslager anvertrauen kann. Liberale Conditionen. Nur mit besten Referenzen versehene Bewerber wollen sich melden sub Nr. 6884 an Rudolf Masse, Frankfurt a. M. 3863 3876 Während des Lauggörrser Marktes — schon von Montag Mittag ab — empfehle kalte u. warme Fleischspeisen in meiner Bude auf dem Marktplatz. Gießen. Julius Hosenbaum. Inserate aller Art befördert die Expedition des Giessener Anzeigers in alle Zeitungen des In- und Auslandes unter denselben Bedingungen und Preisen wie bei den Zeitungen selbst. 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Ankunft in Gießen von: Frankfurt l12, 813, 938*, ll41, 2«, 4° 72s s36* IO58 1212*. Marburg 632, 730. ' (5affel 223, 313*, 81»*, ll2«, 428, 659*, H29 Wetzlar 72'. 9tü, 1133. 12^*, 420, 432, 6°, 832*, ll20, 12*. EmS-Eoblenz 9«, ll33,12«*, 4» 650. 8^, 12*. Deutz ll33, 43«, ll20. Hulda 8% 2", 429, 10. Gelnhausen 9^, 331, 6“. Nidda 636, 9*>, 33‘ 6'°. * bedeutet Schnellzug. Die fetten Ztfiern die Nachtstunden. _-------- Verantwortlich- Redaction: A. Sch-yda. - Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei fcrftte» Blatt. SUft«: S«« Dlejeni weiten hierdurch Miae Gesuche 1. Dc th' 2. Ti L \\ er 3. L tr 4. L) 3. b.t r c. e S b d.b Sodann 3» Zu JmlleL * •CSj» sh der HU* d°r i Nlteten j?ö6 ' u SÄrÄ Adir totitei S Mnfajjen, *6oNTioii »e Ä