,03 Donnerstag den 4. Mai 4882. «ncßciict Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. ---------------------------------------- — Preis viertetjrthrlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. - Schuliiraße B. 18. Erscheint täglich mit Ausnahme des sntags. Durch die Post bezogen rierieijährlich 2 Mart 50 Pf. Aus der neuen Monopol-Vorlage. Die neue Berechnung der Entschädigungen und Vergütungen, welche in den Motiven des Tabakmonopol-Entwurfs ausgestellt ift, nimmt die Real-Ent- schädiqunq mit 40 Mill. 4t. an. An Personal-Entschädigung erhalten die Fabrikanten 79 338,204 c4t (laut der dein Volkswirthschaftsrath gentachten Vorlage nur 59,250,000 4t.). Der Entschüdigungsberechnung wird em Reingewinn von 16 109 280'./« zu Grunde gelegt. Davon kämen auf die Geschäfte, die 4 Jahre und darüber, aber nicht volle 10 Jahre bestanden haben, 5 pCt. mit 805,464 4t. und auf die seit 10 Jahren oder länger bestehenden Geschäfte 95 pCt. oder 1'5,313,816 4t. Wird ferner angenommen, daß die ersteren Geschäfte un Durchschnitt mit dem ^fachen Betrage des jährlichen Reingewinns zu entschä- diaen sind so ist die Entschädigungssumme der Fabrikanten zu berechnen: 805,464 x BVz = 2,819,124 4t.\ 15,303,816 X 5 = 76,519,080 4t. In 'diesen Summen ist auch die Entschädigung derjenigen Fabrikanten enthalten, die ihre Fabriken freihändig der Monopolverwaltung verkaufen und daher die Entschädigung in der Kaufsumme mit empfangen. Die Rohtabakhändler erhalten jetzt 6,320,000 4t. (früher 6,400,000 /rfache eines Jahresgewinnes angenommen, so berechnet sich die Vergütungssumme: 4,821,333 x l>/2 = 7,232,000 41. und 14,464,000 x 2 = 28,928,000 4t, in Summa 36,160,000 41. (Frühere Vorlage 33,600,000 4t). An Unterstützungen sind höchstens 40,000,000 4t. vorzusehen. Der Ge- iammtbetrag an Entschädigungen und Vergütungen rc. stellt sich in Summa auf 233,522,000 4t. Wird endlich, um allen Verhältnissen in möglichst sichernder Weise Rechnung zu tragen, wobei z. B. auch die aus dem Dienste der Mono- polverwaltuug innerhalb der ersten 5 Jahre wieder ausscheidenden Personen zu gewährende Vergütung in Betracht kommt, noch ein Zuschlag von 10 pCt. = 2,335,220 4t. eingestellt, so stellt.sich die Gefammtsumme auf 256,874,424 4t. (Nach der früheren Vorlage war diese Entschädigungssumme auf 234,300,000 4t. festgesetzt, sodaß sich also jetzt ein Plus von 22,574,434 4t. herausstellt). Der Reinertrag aus dem Monopol war in der früheren Vorlage'mit 165,487,917 4t. berechnet; in der neuen Veranschlagung des Reinertrags sind die Zinsen des Anlage- und Betriebskapitals, incl. der Reserve von 220 Mill. 4t., sowie der Amortisation, zusammen 4>/, pCt. berechnet mit 9,350,000 4t, während früher die Zinsen nur von 200 Mill. 4t. ä 4V2 pCt. mit 8,500,000 4t. berechnet wurden. Boni Ertrag, der sich auf* 174,595,667 41 (früher 172,324,775 4t.) stellt, gehen ab die Zinsen der Entschädigungssumme von 257,0000 4t. « 41/» pCt. incl. der Amortisation mit 10,922,500 4t., sodaß als Reinertrag verbleiben 163,673,167 4t. Deutschland. m. Darmstadt, 2. Mai. Der Abg. Haas hat bei der zweiten Kammer den Antrag eingebrachi: Die Kammer wolle an Großh. Regierung das Ersuchen richien, zum Zwecke möglichster Verhütung von Flurschäden zur Zeit bevorstehenden oder ein- tretcnden Hochwassers mit Organisirung eines behördlichen telegraphischen Wasserstands-Nachrichtendienstes für die betheiligten Gemeinden der Rheinniederung baldlbunlichst vorzug-h n. Motivirt wird dieser Antrag wie folgt: „Durch die Erfahrung der letzten Jahre ist es hinlänglich bewiesen, daß in Folge der im Großen und Ganzen vollendeten Rheinftromregulirung aus der Streck- Basel-Mannheim bei etntretendem Hochwasser die von oberhalb kommenden Wassermassen unseren, der Ueberschwemmungsgesahr ausgesetzten Gemarkungen der Rbeinniederung viel rascher und — häufiger als früher — namentlich im Sommer so rasch und den Grundbesitzern unoermuthet zuströmen, daß eine Bergung der austichenden Crescentien sowohl auf dem durch Dämme nicht geschützten Vorlande, wie auch auf dem der Schädigung durch Druckwasser ausgesetzten geschützten Gelände in Ermangelung rrchtzeitiger, seither In ganz ungenügender Weise nur durch Zeitungsnotizen vermittelter Kenntniß der Gefahr von Seiten der Interessenten nicht mehr stattfinden kann. Andererseits treten empfindliche Verluste an dem Ernteweith dadurch ein, daß eine die Grundbesitzer bet plötzlicher starker Erhöhung der sommerlichen Stromspiegelhöhe ergreifende Panik zur voreiligen Einheimsung der noch nicht ausgereisten Ernte der vermeintlich bedrohten Flächen veranlaßt, ohne daß eine wirklich- Uebeifluthung oder eine schädliche längere Dauer des höheren Wasserstandes thatsächlich zu erwarten ist, bezw. eintritt. — D,e Unsicherheit würde beseitigt oder wesentlich gemindert, manchem voreiligen Schritt würde vorgebeugt sein, wenn authentische Nachrichten über den voraussichtlichen Einritt, Umfang und die Dauer des Hochwassers durch Vermittelung der Verwaltungsoder technischen Behörden den Grundbesitzern rechtzeitig und sortlausend zugänglich gemacht wenn letztere — und nicht minder die Gemeindevorstände betreffs etwa gebotener oder in Ansführung begriffener Parum- oder Schleußemeparaturen — in-- besondere bei jeder über den Normalwasserstand hinausgehenden Erhöhung des Waster- spiegels möglichst frühzeitige tägliche Kenniniß über die Veränderungen im Wasserstande des Rheins von Basel abwärts, sowie über außergewöhnliche Hochwasserzuflüfie der bedeutendsten Nebcngewässcr, in specie der Jll, des Neckars und des Mains erhalten würden, um danach die nöthigen Dispositionen treffen zu können. — Besondeie Schwierigkeiten bietet eine derartige von den Gemeinden lebhaft gewünschte Emrichtang bei der heutigen Ausdehnung des durch die Bahutelegraphen ergänzten Reichs-Tele- graphennetzes nicht; da, wo Telegraphenstalionen sihlen, kann durch einen Signal- ober Botendienst die Lücke ausgesüllt werden. Die Behörden der oberhalb gelegenen Staaten werden in freundnachbarlicher Weise die erforderlichen Benachrichtigungen unteren .iiisischen Behörden gewiß nicht vorenthalt-n. Die von oberhalb cinlautenden Nachrichten würden bei einer Hauptstelle, etwa in Mainz ober Worms, zu concentriren unb von da, in eine gemeinverständliche Fassung umgearbeitet, an die Gemeinden per Telegramm abzusenden und dort öffentlich anzuschlagen sein. Der Kostenpunkt kann m Anbetracht des zweifellos eminenten Nutzens einer solchen Einrichtung nicht in w tracht kommen. Da eine größere Zahl von in sechs Kreisen dies- und Mseits des Rheines gelegenen Gemeinden interessirt ist, so bedarf es des Eintretens Großh. Negierung, wobei jedoch selbstverständlich nicht ausgeschlossen bleibt, daß die betheiligten Kreise und Gemeinden zur Kostendeckung herangezogen werden." Berlin, 30. April. Eine hochinteressante Verbrecher-Statistik wahrend der letzten 25 Jahre ist Seitens des Justizministeriums für die alten preu|iwu Provinzen aufgenommen worden. Die Statistik weist nach, daß _bie Bevölkerung dieser Provinzen in den Jahren von 1854 bis 1878 sich um 25 pCt. vermehrt hat, daß in diesen Provinzen im Jahre 1854 die Zahl der zur amtlichen Kenntniß gebrachten Diebstähle 56,000, und gegenüber der Gesammtzahl aller zur Kenntniß der Behörde gekommenen Verbrechen 40 pCt. betrug, während 1878 „nur" 55,090 Diebstähle gemeldet wurden, d. h. 35 pCt. von, der Ge- sanpntzahl aller bekannt gewordenen Verbrechen. Betrug und Unterschlagung figuriren in. dem Zeitraum der 25 Jahre fast gleichmäßig, und zwar Betrug mit 2 bis 3 M.^ Unterschlagung mit 4 bis 5 pCt. der zur Anzeige gekommenen Verbrechen. Die Bankerott-Vergehen haben ebenso wie Meineids-Verbrechen in bedeutendem Maße zngenommen. Berlin, 1. Mai. Unter Betheiligung der meisten zur Berathung der Tabakmonopol-Vorlage hier eingetroffenen bundesstaatlichen Minister haben die Ausschüsse des Bundesraths heute mit der Vorberathung des Gesetzentwurfs, betr. die Arbeiter-Unfallversicherung, begonnen. Dem Vernehmen nach sollen die Berathungen mehrere Sitzungen in Anspruch nehmen — indeß wird gehofft, daß die Vorlage noch in dieser Woche vom Plenum des Bundesraths festgestellt werden wird, so daß sie dem Reichstage am Freitag oder Sonnabend zugeyen — Bei der jetzt unzweifelhaft feststehenden Thatsache, daß Reichstag und Landtag denn doch längere Zeit gleichzeitig tagen werden, dürfte es interessant genug sein, zahlenmäßig festzustellen, wie viele Mitglieder, des Reichstages auch Mitglieder des preußischen Herren- resp. Abgeordnetenhauses find Es gegoren dem Reichstage und Herrenhause gemeinschaftlich an 19 Mitglieder. Dem Reichstage und Abgeordnetenhause zugleich gehören an 76 Mitgiieder; davon entfallen auf das Centrum 29, die Fortschrittspartei 14, die Dmtschcomervattven 11, Nationalliberale und Secessionisten je 7, Polen 5,_ deutsche Neichsparter 2 und 1 Däne. Es erhellt, daß das etwaige Fehlen dieser 9o Mitglieder, fall- nur die übrigen zur Stelle sind, die Beschlußfähigkeit des Reichstages nicht alteriren kann, noch weniger dasjenige der 76 des Abgeordnetenhauses die de- Letzteren. Aber auch das Resultat wenig erheblicher Abstimmungen-, z. B. in zweiten Lesungen, würde wenig alterirt werden, ^dmet man Centrum, Con- servative und Polen einerseits, so verlieren diese z. B. im Abgeordnetenhause 4,, dagegen die gefammte Linke 29 Stimmen und würde das genau dem Gesammt- verhältniß der Stimmen entsprechen, also jede Partei gleichmäßig altenrt werden. Rußland. Riaa, 1. Mai. Wie die „Rig. Ztg." meldet, ist am 28. v Mts. gegen den Baron Nolcken-Appricken bei Hasenpoth (Kurland) ein Agrarverbrechen ver- übt worden, indem aus einem Gebüsche am Wege ein Schrotschuß auf denselben abgefeuert wurde. Der Baron verlor ein Auge und wurde am Arm und an der Schulter verwundet. Die Verbrecher entflohen. Einige Wochen vorher war auf dem Gute Nolcken's eine Brandstiftung entdeckt worden. — Unter den russischen Blättern ist es besonders der „Golos", der in energischer Weise gegen die Judenoeriolgungen Front macht. „Der Staat ist dazu da", sagt das Blatt, „um Jedem und Allen, die fein Territorium bewohnen, gleichen Schutz zu gewahren. Die Juden bilden keine Ausnahme. Sie sind eben solche Bürger wie die Nichtjuden Sie zahlen dieselben Steuern, tragen dieselben Staatslasten wie alle Nichtjuden. Sie dienen im Heere und vergießen mit allen übrigen Bürgern ihr Blut für den Staat, in dem sie ein Asyl gefunden haben. Der Staat stellt an sie dieselben Anforderungen, wie an alle übrigen Bürger. Es scheint demnach, daß sie auch in allen übrigen Beziehungen den Nichtjuden gleichgestellt sein, d. h. daß sie auch Anspruch aus Schutz ihrer Person und ihres Eigenthums haben müßten. Sobald den Juden aber Seitens der „Volksmasse" Gewalt angethan wird, finden sich bei uns einige Publieisten, die ihrem Vergnügen darüber Ausdruck verleihen, wenn eine Masse, wenn auch eine zügellose, sich „menschenfreundlich" aufführt, die die Ueberzeugung aussprechen daß derartige „Vergewaltigungen", (einen kriminellen Charakter haben " Die zahlreichen Auswanderungen der Juden aus Rußland sangen doch an, in vielen Kreisen sogar in solchen, in welchen sich sonst eine antijüdische Stimmung zeigte. Bedenken zu erregen- Man sieht doch ein, daß eine Massenauswanderung der Juden aus die ökonomischen Verhältnisse des Landes von dem schlechtesten Einflüsse fein würde. Unter Anderen tritt der „Nowosti" der Absicht der Juden, aus Rußland auszuwandern ent = gegen und meint, ein Vaterland suchen, sei schwerer, als ein altes aufgeben, abgesehen davon, daß eine Auswanderung an und für sich materielle Nachtheile für die Auswanderer nach sich ziehe. Den Juden gibt das Blatt folgenden naiven Rath: In solchen Ortschaften, welche der Gefahr, ausgeplündert zu werden, ausgesetzt erscheinen brauchen die Juden nur folgende, wir glauben bereits erprobte Maßregeln anzuwenden' Sie haben alle Werthfachen an einem sicheren Orte zu beponiren, dieselben entsprechend zu versichern und selbst an Ort und Stelle zu bleiben, jeden Augenblick zur Flucht bereit, bis die Gesahr vorüber ist. Es wird sich allerdings etwas sonderbar machen wenn em großer Theil der Bevölkerung so zu sagen ein Bivouac-Leben führt, aber was ilt dabet zu machen! Wenn eben kein anderer Ausweg vorhanden ist, so gibt eine solche Lebensweise den besten Schutz gegen UeberfäHe und Vergewaltigungen ab. Unter den eben angegebenen Bedingungen ist den Juden die Möglichkeit geboten, sich zu jeder Zeit zu flüchten, ohne dem Pöbel irgend ein Opfer zu bringen. Dieser seinerseits wird wenn er kein Material zum Plündern vorfindet, zur Vernunft kommen und zu feinen friedlichen Beschäftigungen zurückkehren." Afrika. — Aus Pietermaritzburg wird der „Daily News" uuterm 25. April gemeldet: Eine ernste Krisis besteht in den Angelegenheiten des Zulu-Landes Etne aus nahezu 1000 Personen bestehende Abordnung von Zulu-Häuptlingen uno deren Gefolge wartet gegenwärtig wenige Mellen von hier auf eine Audienz bei dem Gouverneur. Die Abordnung vertritt im Wesentlichen die Partei des Exkönigs Cetewayo — drei Brüder Cetewayo's sind in Person zugegen — und Ne umfaßt auch mehrere Häuptlinge, welche John Dünn botmäßig sind, aber gegen ferne Autorität Einspruch erheben wollen. Die Abordnung kommt ohne emen Paß von dem Residenten, was die Lage der Dinge noch kritischer macht. Es wird großer Sorgfalt bedürfen, uin einen Bürgerkrieg und fürchterliches Blutvergießen im Zulu-Lande zu vermeiden. Siairv, 1. Mai. Meldung der „Agence Havas." Das Kriegsgericht verurtheilte zur Degradation und zur Verbannung nach dem Sudan im Ganzen 40 Officiere; unter denselben befinden sich der ehemalige Minister Osman Refki und der Oberst Young. Zu derselben Strafe ist auch Ratif, gegenwärtig in Neapel, verurthellt worden, der das Complott organisirte, dessen Anstifter der Ex-Khedive Jsmall ist. In dem Urthell ist ferner ausgesprochen worden, daß, da Ismail das ihm von Egypten gewährte Geld für das Complott verwendet habe, man dem Khedive die Frage der Streichung der Civilliste für Ismail unterbreiten werde. — Die Regierung hat Maßregeln getroffen, um alle Beziehungen Jsmall's zu Egypten zu verhindern. Telegraphische Depeschen. Wolff's telcgr. Correspondenz-Bureau. Berlin, 2. Mai. Abgeordnetenhaus. Erste Lesung des Verwendungsgesetzes. Benda erklärt sich gegen die Vorlage, deren Grundmotiv das Tabakmonopol bllde, welches von den Nationalliberalen einstinimig perhorrescirt werde, Rauchhaupt für Commissions-Berathung, Rickert gegen die Vorlage und für Weiterberathung im Plenum. Der Finanzminister hebt hervor, für die Bestreitung der Kosten des Verwendungsgesetzes seien die Monopolerträgniffe in's Auge gefaßt, die Steuerreform im Reiche und in Preußen müsse Hand in Hand gehen, die eine sei ohne die andere undenkbar. Der Minister wünscht Commissions-Berathung. Minnigerode spricht sich für, Windthorst gegen die Vorlage aus, als der Abstimmung über das Tabakmonopol präjudicirend. Abg. Richter empfiehlt Plenarberathung, damit im Plenum § 1 abgelehnt und damit der Vorlage der Kopf abgeschlagen werde, der Schwanz könne dann in der Commission aufbewahrt werden. Der Finanzminister protestirt gegen den Hohn und Spott, womit die Regierungsvorlage behandelt werde. Das Haus beschließt zweite Lesung im Plenum. Fortsetzung Donnerstag. Augsburg, 2. Mai. Die „Allg. Ztg." sagt, die bayerische Regierung habe gegen die Anschauung, daß das Monopol an und für sich die zweckmäßige Form der Tabakbesteuerung sei, keine Einwendung erhoben, ihre ablehnende Haltung basire auf Bedenken hinsichtlich der mit Durchführung des Monopols verbundenen volkswirthschaftlichen Mckwirkungen und in Bedenken darüber ob die Monopolerträgnisse genügend sein würden, jene Nachtheile auszugleichen. Karlsruhe, 2. Mai. Der Domdekan Orbin ist heute Vormittag einstimmig durch das Domkapitel zmn Erzbischof gewählt worden und nahm die Wahl an. mir ™ta?AWIÖ' r M". Die „Elsaß-Lothr. Ztg." publicirt folgenden Allerhöchsten Erlaß an den Staatsminister Hofmann: In Würdigung der ver- dteustvollen Lhattgkett tn den verschiedenen wichtigen Dienststellungen, welche von Mir Ihnen anvertraut worden sind, finde Ich Mich in Gnade bewogen. Sie U rl-Ä" Meiner Monarchie hiermit zu erheben, wovon Ich Sie, vorbehaltlich des darüber auszufertigenden Diploms, in Kenntniß setze Wiesbaden, den 29. April 1882. «... ' 2. Mai. Kreisassessor Küchler in Friedberg wurde als Bürgermeister von Worms gewählt. ..... PraS'AMai.. In Dux Ist den Führern her ftritenben Arbeiter eine Ent- tbtwTOiniftermmg püblicirt worben, worin eine Umänberung ber Knappschasts- foffen , bte Einsetzung von Sergm pectoren unb ber Erlaß eines fiaftnflid>taefebe§als nur auf gesetzlichem Wege erreichbar bezeichnet wirb. Was die Abschaffung °berArco?d- ?Tbe^! das Kurzen ber Arbeitszeit unb bie Fixirung ber Löhne anbetrifft? so warben w°.rM^b°" Übereinkommen ber beteiligten betören unb bezüglich ber Entschädigung für bte Dauer bes Strikes auf ben Rechtsweg verwiesen. EineBorlaoe wegen ber Sonntagsarbeit - so würbe ben Arbeitern eröffnet - befinde sich in gefetz mäßiger Behandlung; beschloßen sei, sämmtliche Räbelsführer unb Aufwiegler zu ver- r»nlr ">urbe aus Arbeitshäusern ber Nelsoncolonie auf bas Militär geschossen, 5 Personen würben als verbächtig verhaftet, verwunbet würbe N-emanb SBaffen wurden nicht vorgefunden. - In Tschausch haben 8 Arbeiter bie Arbeit wiebef aufgenommen, etwa 20 Arbeitern bes Juliusschachtes, bie bereit sind, bie Arbeit wfeber ju beginnen, würbe militärischer Schutz zugesichert. — Die Arbeiter in ber Münzberg- fdjen up Inner et in Test ch en beschlossen bie Absendung einer Deputation an ihre Chefs ~e u.m Verminderung ber Arbeitszeit bitten und zugleich verlangen soll, daß ftottfinbe5ar6e,t nUt' ”Cnn C§ fltmi unvermeidlich fei unb nur gegen doppelten Lohn — In dem Teplitz-Aussiger Revier wirb morgen bie Wieberaufvahme ber Arbeit in größerem Umfange erwartet; bie Bergleute melben sich in größerer Zahl freiwillig lur Arbeit. Die Nachricht, baß in Ossegg auf bas Militär geschossen worben sei, bestätigt sich nicht- Einem Corporal ber Dragoner ging zufäll'g ein Schuß aus dem Revolver los, ohne indessen irgend Jemand zu beschädigen. Drei Männer und drei Frauen, welche bet dem Nelsonschacht auf bie Truppen Steine warfen unb sie beschimpften, würben verhaftet unb bem Gerichte übergeben. Im klebrigen ist bie Ruhe nirgends gestört worden. ö ■ k Diersburg, 2. Mai. JBerfdjiebene Blätter veröffentlichen ben Urthülsspruch tn bem len 1 VeJDionat bauernben Jntenbanturprozeß gegen Makscheeff unb Gen. Nach bemfelben sind ber Wirkliche Staatsrath Makscheff, Prioroff, Schcstakoff unb Karofse- "Üsch Zum Verluste bes Abels, bes Ranges, ber Orben unb aller besonderen Rechte unb zur Verbannung nach Tomsk refp. Archangel und Perm verurtheilt worben- Die übrigen Angeklagten erhielten kleinere Strafen. Der ber Krone verursachte Schaben muß von Makscheeff unb Prioroff ersetzt werben. 'Freigesprochen würben bie Singe; t agten Oberft^0^-0^ unb Oberst Tscheglokoff, Hosrath Spitzbarth, Kollegiensecretär Ak most unb di- Kaufleute Wolstem, Kaminka, Warschawsk unb Chotimski. Das Urthell gegen Makscheeff, Prioroff, Schestakoff und Karafsewitsch wirb durch ben Kriegs- mimfter bem Kaiser unterbreitet werden. “ Kvndvn, 2. Mai. Wie dem „Rettter'schen Bureau" aus Konstantinopel unterm Heutigen gemeldet wird, soll Said Pascha seines Postens als Premierminister enthoben worden sein. Konstantinopel, 2. Mai. 'Meldung des „Reuter'schen Bureaus" Die Entsetzung Said Paschas ist officiell bestätigt; zu seinem Nachfolger ist Abdurrhaman Pascha, ehemaliger Gouverneur von Bagdad, ernannt. Lokale». on Gietzen, 3. Mai. [Sterblicbfeit in Sieben.] In ber Woche vom 23. bis 29. April war bte Sterblichkeit in hiesiger Stabt Überhaupt eine.geringe, insbesondere aber auch im Vergleich zu ber unmittelbar vvrausgegangeiien Woche. Es ereigneten Üch tm Ganzen nur 5 Todesfälle unb würben Kinder diesmal gar nicht betroffen Der Tod erfolgte bei einer Person durch Lungenentzündung, bei ben vier übrigen durch Lungenschwindsucht. Uebrigens waren unter diesen letzteren Personen drei welche schon in weit vorgerücktem Krankheitszustande von auswärts hierhergekommen roürcn. q ~ — Heute Morgen erhängte sich in feiner Wohnung ein hiesiger Schuhmacher Das Motiv dürfte Nahrungssorgen sein Das Blut ist das Leben! Wer sein Leben erhalten und verlängern, seine Gesundheit bewahren ober wieber- erlangen will, sorge vor allem für Reinigung seines Blutes, ohne welche keine gründliche Genesung möglich ist. Aufschluß unb Anleitung zum unbedingt sicheren und billigen Heilverfahren gewährt die soeben erschienene Schrift über Br. Liebaut's Regeneratioiiskur. Zu haben in ben Buchhandlungen und gegen Einsendung von 50 H m Briefmarken durch die Rühl'sche Buchhandlung, Darmstadt, und W. Erras'sche Buchhandlung, Göthestraße 3, Frankfurt a. M. 3216 Frankfurt a. M., 3. Mai, Nachmittags 2 Uhr — Min. (Telegraphischer Coursbericht. Mitgetheilt durch das Bankgeschäft Albert Kaufmann in Gießen.) Creditaetieil 293%, S aatsbahnactien 288%, Galizier 265%, Oesterr. Silberrente 65l%s, 4o/0 Ungar, ©olbrente 75%, 4% 1880er Russen 70%, 2. Orient-Anleihe 573 / 5°/o Rumänische Rente 91*/6, Lombarden 12o%. Tendenz —. Quittung. Für das E l i s a b e t h e n h a u s, Kinderheilanstalt in Bad Nauheim, sind bis jetzt etngegangen: Von Frl. Bansa 3 Fr. C. I- Keller 1 M, Gg- Wortmann 5 K-L.10^, Stabsquartiermeister Kalbfleisch 2 Kaufmann Cimpert 3 M., Kaufmann Nassauer 3 JC, Kaufmann Hambach 1 M, Geh Baurath Holzapfel 20 JL. W I- unb A- G- 3 M., H- 3- 10 M., H- M- 10 JL, burch Professor Harnack 7 M, Summa 78 M., welche dankend hiermit quittirt werden. Um weitere Gaben bitten Professor Br. Harnack. Eugen Kausfrnann, Fabrikant. Schlosser, Pfarrer. Stamm, Gymnasiallehrer, sowie bie Expeb. b-Bl. ___________ Wafferwärme der Lahn. Arn 3. 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Mai auf der Straße von Groß-Linden bis Butzbach und von Pohl-Göns gegen Niederkleen, Anfang Morgens 8 Uhr bei Abth. 35. 4) Montag den 15. Mai aus der Straße von Gießen gegen Marburg, Anfang Morgens 8 Uhr in der Nähe des „Pfau". 5) Dienstag den 16. Mai auf der Straße von Gießen über Lich gegen Langsdorf, Anfang Morgens 8 Uhr in der Nähe des Gießener Friedhofes. 6) Mittwoch den 17. Mai auf der Straße von Lich bis Hof-Gill, Anfang Morgens 8 Uhr in der Nähe des Eifenbahnviaducts. 7) Freitag den 19. Mai auf der Straße von Gießen über Reiskirchen, Anfang Morgens 8 Uhr in der Nähe des „Schützenhofes". 8) Montag den 22. Mai auf der Straße von Lich gegen den Hefsenbriicker-Hammer, Anfang Morgens 9 Uhr in der Nähe des Friedhofs zu Lich. Die resp. Großh. Bürgermeistereien werden ersucht, diese Versteigerungen im Interesse ihrer Gemeinden besonders bekannt machen zu lassen. 3214 Gießen, den 3. Mai 1882. Großh. Kreisbauamt Gießen. In Vertretung: Sncll, Großh. Straßenmeister. Donnerstag den 4. dg. M., Nachmittags 2 Uhr, werden in der F l e t t 'scheu Hofraithe dahier 1 Kleiderschrank, 2 Betten, 1 Kommode, 1 Sopha, 1 Spiegel, öffentlich meistbietend gegen Baarzahlung versteigert. Gießen, den 2. Mai 1882. Bühner, 3232___________________Gerichtsvollzieher. Auf beiit_ Hofe des Oekonomen Friedrich Saug zu Cyriaxweimar bei Marburg werden den 9 und 10 Mai ds Js> jedesmal von Vormittags 10 Uhr an, versteigert: 4 Fahrochjen, > 13 Kühe, Holländer Raye, 8 Rinder, l Berner Kreuzung, 1 Fasselochse, I 10 Pferde, 1 Fohlen, 80 Schafe, 72 Lämmer, 1 Bock und 11 Schweine, ivozu Kauflustige eingeladen werden. Marburg, den 1. Mai 1882. Ephclsheimer, 3218 Concurs - Verwalter. Äieifoekotenes. 3212 Zm „Hirschroth", % Stunden von Hungen entfernt, sind 21 Mtr. Be- soldungsholz 1. Qual. (19 Mtr. Buchenscheitholz und 2 Mtr. Prügel) aus der Hand zu verkaufen. Näh. 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Wir führen unsere eigenen Bauten nur noch mit den genannten Materialien aus und find überzeugt, daß Alle, welche die großen Vorzüge derselben kennen gelernt haben, nicht mehr von deren Verwendung absehen werden. — Besonders heroorpebend die fich von Jahr zu Jahr steigernde cemcntartigc Festigkeit des daraus bereiteten Mörtels gegenüber demjenigen, der aus Kalk mit Fluß- und Grubensand hergestellt ist, bedarf es gewiß keines Hinweises, wie fich daraus aufgeführte Bauwerke durch ihre Solidität vortheilhaft auszeichnen. Zahlreiche Zeugnisse von Baubehörden und Privaten stehen zu Diensten, auch find wir jederzeit gern bereit, unsere eigenen Ausführungen, die den besten Beleg für unsere Aussagen geben, an Ort und Stelle vorzuzeigen. Main Weser-Hütte, Margarethen-Hütte, Station Lollar, Station Gießen, 2666 im April 1882. €rebrti> Neuenweg. 3169 Ein braves, junges Mädchen von auswärts sucht Stelle als Zweit- oder Kindermädchen. Zu erfragen in der Exped. ds. Bl. 3164 Eine Taglöhnerin per sofort gesucht bei August Ackcrmanu. Gießen, den 30. April 1882. 3103 Chr. Lony, Bierbrauerei. GelegeiniieitsKwiifr Eine große Parthie 3149 1475 Eine schöne, größere Familien- wohnung mit Gartennntheil (auch Pferdestall oder Lagerraum) auf Juni oder Juli zu vermiethen. Dr. Weber. 1505 Ein Familicnlogis ist bis 1. Juni cvent. auch früher zu vermiethen bei Wilh. Barthel, Grünbergerstraße. 1524 Eine freundliche Mansardenwohnung, 4 Zimmer, Bodenkammer, Küche, sonstiges Zubehör und verschließbarem Corridor zu vermiethen bei Prof. Milbrand, Marb.-Str. 161. Auswanderer nach Amerika erhallen billigste und reellste Beförderung mittelst Pofi-Dcnupfcr des Norddeutschen Lloyd in Bremen durch die Agentur von J. M. Schulhof, Marktstraße. Durch meinen langjährigen Aufenthalt in Amerika bin ich im Stande, jedem Auswanderer die beste Auskunft zu ertheilen.__ Ü. Heschüsk-Empfehlung. Hiermit zeige ergebenst an, daß ich zu meinem Tuch- und Herren- garderobe-Gcschäft ein Lager in Manufaeturwaaren errichtet habe. Es wird mein eifrigstes Bestreben sein, meine geehrten Abnehmer aufs Billigste und Reellste zu bedienen und einpfehle mich Hochachtungsvoll Carl Heuseroth, 3166 Möbl. Zimmer mit Kabinet zu vermiethen. Neue-Bäue 85._ 3091 Eine Wohnung zu vermiethen. _____________Mühlgasse D. 79. 2820 Die obere Etage meines Hauses ist zu vermiethen. _________Justus Lenz am Bahnhof. Ein großes Logis oder auch getbeilt als zwei kleine per 1. Mai zu vermiethen. Zu erfragen in der Exped. ds. Blattes. 2648 1940 Südanlage 30 ist der unterste Stock vom 1. Juli ab zu vermiethen. Prof. Naumann. 3176 Eine Werkstatt, sowie ein kl. Familienlogis zu vcrm. I Wagner, Maigasse. 3088 Ein Familienlogis, sowie ein Zimmer im Hinterhaus vermiethet L. Mols, Wallthorstraße. 2238 Ein gut möblirtes Zimmer mit Kabinet zu vermiethen. Karl Lchruiund, Neuenweg. 1529 Die von Hrn. Dr. Blum bewohnten Räume sind per 1. Juni ander- weit zu vermiethen. Nähere Auskunft ertheilt Echr. -spruck. 2861 Ein kleines Logis im Vorderhaus zu vermiethen. Karl Lonh. 1120 Ein Familienlogis (6 Zimmer nebst Zubehör) per sofort zu vermiethen. A. Marcus, Re cheiffaud 224. 2173 Ein sreundl. Logis per 1. Mai zu vermiethen. F. Felstng, Neuenweg. 1483 Kleines Logis zu vermiethen. Adolf Hotz, Schützenstraße. 2856 Ein Mansardenlogis mit Garten- antheil alsbald zu vermiethen. Näheres Frankfurter-Straße 3N.______ 3142 Wolkengasse 94 ist der untere Stock zu vermiethen und sofort zu beziehen. ______________Kitzler. 3140 Im Hochstätter'schen Hause am Brand ist der 3. Stock an eine ruhige Familie zu vermiethen. 136 Ein Familienlogis zu vermiethen ___________Jot,. Arnold, Asterweg. 3042 Ein kleines Logis für 2—3 Per- sonen (im Vorderhaus) sofort zu vermiethen. I. G. Unverzagt, Gartfeld. 3043 Die 3. 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Offerten bittet man unter Chiffre M. 8. innerhalb acht Tagen bei der Exped. ds. Bl. einzureichen. 31851 3183 Einen Lehrling sucht I. Grünewald, Baukgeschäft. 3174 Ein braves, tüchtiges Zimmermädchen gesucht. Herzogliches Haus, Wetzlar. £irrapparak werden nach der gesetzlichen Vorschrift um-