ZAEZ i>ü ’ b's 8 K Aartenanth, M vermiete ^'.Bahnhofstrch zu vcrmiti ^Schuhechi le' «rWreFL . 'Eil(«uchK' I auf Juni ober’ | ..._______Dr.JVeb ^"logis (fr aHausmE 2. etocf faM hi ncrmictb» kl MaDMf weiPers-E flrc . J ijpMißL. I ^LGilzAD LMO5 ö^nV0; rW‘> ■" .SW t-A unb »Hl rmiethe^ I i^lW i I WsZ- kW Ji«1 Ajto »y. ung, 3 I toem Ä« J i bei J ■w eöbl. Zimmer züM chWalÜhorstrlM »alber ist her 2M 3 Zimmern, ti '- x, zu omnietfa ] imber, Heute!: H B. 190,1. StvÄW Zimmer sofort:d i ne Parterre-MW ie, 2 Kabinetcn, bkW |U beziehen bei Gärtner Lchaer oßes unb ein m zu vermiethen | Selterswegk- mals Pros. PiH-uZl er'sten Behst-.r.'' [ untere Stock 1 6enb aus 5 p1 -j >r re. nebst i heil zum S natM^nM«sM : biaifrr ertMt 1H 'ciin'gi .ikrenz ■ - HO ist der Mtr sf l h tu dctW Pros. NauM' 5tr. ®<>. Dienstag den 4. April 1882. D. ■ ■V‘~ ■■ ■»? Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. V«?-K«: Schul ft raße B. 18. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. “ Mark 20 Pf. mit Bringertohn. u Durch die Post bezogen viertelzährlich 2 Mark 50 Pf. Wt'..aBMBWBmBaMMBlBMWMaBMmMinMmn;....-7-..,-------nr” Amtlicher Hßei l. Bekanntmachung. In Gemäßheit des § 9 des Gesetzes vom 13. Februar 1875 über die Naturalleistung für die bewaffnete Macht im Frieden werden hiermit nachstehende Durchschnittsmarktpreise vom Monat Februar 1882 veröffentlicht: Hafer 18, Heu Jt. 8,60 Stroh JL. 8 per 100 Kilogramm. Gießen, am 1. April 1882. Großherzogliches Kreisamt Gießen. ____Dr. Boek vH epi n.__________________ Betreffend: Die Ausführung der allgemeinen Bauordnung vom 30. April 1881. Bekanntmachung. Nach § 85 der Verordnung vom 1. Februar 1882, die Ausführung der allgemeinen Bauordnung vorn 30. April 1881 betreffend, haben die zur Erlangung der baupolizeilichen Genehmigung für Neubauten und Hauptveränderurrpm bei der unterzeichneten Behörde einzureichenden Pläne zu enthalten: a. Situation des Bauplatzes und dessen Umgebung, mit Angabe der Himmelsgegenden, der anstoßenden Straßen, Wege und Wasserläufe, sowie bestehender oder projectirter Baulinien; die Eigenthums- grenzen, benachbarte Gebäude mit Bezeichnung deren Benutzung, Höhe, Bauart und Eigenthümer. Diese Situation ist in dein Maß- stabe von %oo der natürlichen Größe darzustellen. Für Neubauten ist der Situationsplan von einem Geometer zu fertigen. b. Grundrisse für jedes einzelne Stockwerk vom Keller bis zum Dachraum, mit Angabe der Feuerungseinrichtungen. c. Mindestens einen Vertikaldurchschnitt durch jedes Gebäude, mit Angabe der Terrainhöhe und der Höhe der betreffenden Straße. d. Ansicht nach der Straße und, wenn das Bamvesen von mehreren Straßen aus sichtbar wird, Ansichten von diesen Straßen, aus. e. Bei Bv.uveränderungen ist der bestehende und der künftige Zustand deutlich und durch verschiedene Farben kenntlich zu machen. Neue Bauten sind mit rother, bestehende Bauten aber, soweit sie eine Aenderung nicht erfahren, mit schwarzer und, soweit sie beseitigt werden sollen, mit gelber Farbe zu bezeichnen. Die unter b, c, <1 und e bezeichneten Grundrisse, Durchfchnilte und Ansichten sind in dem Maßstab von ’/ioo darzustellen. In allen Plänen sind die wesentlichsten Dimensionen der Gebäude, der einzelnen Räume derselben und der Construetionstheile mit deutlichen Zahlen einzuschreiben. Jedem Plan muß em Maßstab beigesetzt werden. Außer den vorstehend bezeichneten Plänen können, insoweit solches zur Prüfung und Beurtheilung eines Baupro;ectes erforderlich erscheint, Detailpläne in größerem Blaßstabe von Gebäudetheilen, Feuerungsanlagen, Construetionen rc., sonne Nivellements des Bauplatzes und der angrenzenden Straßen verlangt werden. Für alle einzureichenden Pläne ist dauerhaftes Material zu verwenden, und in der Regel sind dieselben in Actenformat — 33 Zentimeter Höhe und 21 Zentimeter Breite — zusammengelegt einzureichen. Die Situationspläne sind von Demjenigen, welcher sie gefertigt hat, die Bs^rifse aber von dem Bauherrn und dem Techniker, van welchem sie herrühren, "unrer Angabe des Damms zu unterzeichnen. ' Die Anrerzeichner flsiv firr Ao Richtigkeit der Pläne unb der eingetragenen Maßverhältnisse verantwortlich. Für Eiseneonstruetionen, für ungewöhnliche Bauten, oder sonst auf Erfordern, können zu den Bauplänen schriftliche Erläuterungen, revisionsfähige Festigleitsberechnungen re. verlangt werden. Nach Lage der Verhältnisse kann die Polizeibehörde auch andere Maßstäbe, als die zu h, c, d und e bezeichneten, zulassen. Wir sehen uns veranlaßt, auf vorstehende Bestimmungen mit dem Anfügen ausdrücklich aufmerksam zu machen, daß wir die vom 1. April l. I. an oei uns eingereichten Pläne, welche nicht diesen Bestimmungen entsprechen, zur Verbesserung bezw. Vervollständigung zurückgeben werden. Zugleich bringen wir zur öffentlichen Kenntniß, daß wir in Gemäßheit des § 101 der oben angeführten Verordnung den Feuervisitator Otto vahier zur Prüfung der genehmigten Bauwefen hinsichtlich ihrer plan- und vorschriftsmäßigen Ausführung zugezogen haben. ^i".ßen, am 29. März 1882. Großherzogliche Polizeiverwaltung Gießen. Fresenius. Deutschland. Darmstadt, 1. April. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: _ Nm 25. März den Oberamtsrichter bei dem Amtsgerichte Reinheim, Ernst >L>chaum, unter Anerkennung feiner langjährigen, mit Eifer und Treue gelei- jteten Dienste, auf sein Nachsuchen mit Wirkung vom 1. Mai d. Js. in ben Nuhestanb zu versetzen unb demselben das Ritterkreuz 1. Klasse des Lude- wigs-Ordens zu verleihen. — Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben dem Kanzleidiener bei dem Oberlandesgerichte, Johann Philipp Schicketanz, in Anerkennung seiner süuszigjährigen, mit Eifer und Treue geleisteten Dienste die silberne Medaille des Ludewigs-Ordens mit der Inschrift: „Für fünfzigjährige treue Dienste" zu verleihen geruht. Darmstadt, 1. April. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: Am 11. März dem Stations - Einnehmer bei der Main-Weser-Bahn zu Friedberg, Georg Adam Schwöbel, das silberne Kreuz, am 1. April dem Director des Landgerichts der Provinz Starkenburg, Wilhelm Köhler, das Ritterkreuz 1. Klasse mit der Krone, dem Stadtverordneten Karl Ger sch lauer dahier das Ritterkreuz 2. Kl., dem Districtseinnehmer der Districtseinnehmerei Darmstadt, Rendanten Heinrich Deiß, und dem Palaisverwalter in Frankfurt a. M., Jacob Heuß, das Ritterkreuz 2. Klasse mit der Krone des Verdienst-Ordens Philipps des Großmüthigen und dem Hauptsteueramtsdiener bei dem Hauptsteueramte Darmstadt, Heinrich Frank, die silberne Verdienst-Medaille des Ludewigs-Ordens — zu verleihen. Darmstadt, 28. März Gestern Abend sand im großen Ritsert'schen Saale eine „Wähler-Versammlung" statt, in welcher die Tabakmouopol-Frage zur Besprechung gelangte. Diese Versammlung, Doin Vorstand der deutschen Fortschrittspartei ein- derufen. war außerordentlich stark besucht und wurde von dem Vorsitzenden, Herrn Professor Dr. Buchner, mit einigen einleitenden Bemerkungen zur Frage eröffnet. Hieraus ergriff Herr Reichstags-Abgeordneter Sandtmann aus Hamburg das Wort und entwickelte m einem 1'/2stündtgen Vortrag in ausgezeichneter Weise die Gründe, ivclche gegen Einführung des Monopols sich geltend machten, insbesondere zeichnete ./bner die Schaden, die der Tabaksbau, wie auch die Tabak- und Zigarren: Fabrikation erleiden würden und wies durch Zahlen nach, wie falsch die in der VorHesterreich. Wien, 1. April. Die erste hiesige internationale Kunstausstellung würbe heute Vormittag U Uhr bnrch ben Kaiser eröffnet, welcher bei seiner Ankunft im AnSstellungsgebäube von ben Erzherzogen unb beni Grafen Zichy läge der Regierung angegebenen Berechnungen seien, welche den Beweis der vollständigen Unkenntn'.ß des betrtff:nben Verfassers in der Frage darlegten. Die Versammlung folgte den Ausführungen des Redners mit größter Aufmerksamkeit und lohnte denselben beim Schluß des Vortrags durch stürmischen Beifall. Der Vorsitzende sprach dem Redner den Dank des Comitts aus für den überaus belehrenden Vortrag und ersuchte die Anwesenden, diesen Dank ebenfalls durch Erheben von b-.n Sitzen zu belhäsigen. Herr Reichstags-Abgeordneter Wilhelm Büchner fügte den Ausführungen des Vorredners noch ber, daß die öffentliche Meinung leider mehr und mehr unterdrückt würde, indem in der vorliegenden Frage Handelskammern, Einzel- Landtage. Volksversammlungen und selbst der von der Regierung ernannte preußische Volkswirihschastsrath sich gegen das Monopol erklärt hätten und trotzdem die Frage mcht verschwinde. Gegen solche Bestrebungen müsse man entschieden Front machen. Nachdem noch Herr Reichstags-Abgeordneter Frohme ebenfalls seine Stellung gegen das Monopol gezeichnet und insbesondere die traurigen Verhältnisse beleuchtet in welche nach seiner Ansicht die Arbeiter bei Einführung des Monopols gerathen würden, kam die von Herrn Sandtmann am Schlüsse seines Vortrags empfohlene Resolution zur Discussion und fand dieselbe einstimmige Annahme. Die Resolution lautet: „Die in Darmstadt am 27. März im Ritsert'schen Saale versammelten Reichstagswähler des Darmstadt-Groß-Gerauer Wahlkreises erklären, daß sie die Einführung des Tabakmonopols aus politischen, wirthschaftlichen und moralischen Gründen dem Volkswohl im höchsten Grade für nachtheilig und die deutschen Reichstags-Abgeordneten für verpflichtet halten, sowohl gegen das Monopol, wie gegen jede weitere Erhöhung der Steuer und des Zolles auf Tabak ihre Stimmen abzugeben." Berlin, 1. April. Die heralbische Ausstellung mürbe vorn Grafen Stillfrieb im Auftrage bes Prinzen Karl heute eröffnet. Dieselbe Jnacht bnrch bie große Anzahl ber vorn Königshaufe, ben deutschen unb fremden Fürsten, von dem Adel, den Städten und gelehrten Instituten ausgestellten Gegenstände einen glänzenden Eindruck. , m . Karlsruhe, 1. April. Durch landesherrliche Verordnung wird em Landes-Gefundheitsrath errichtet, welcher die Aufgabe hat, Angelegenheiten des Medicinalwesens und darauf bezügliche Gesetze unb Verordnungen b^ickachten, sowie Wünsche und Beschwerden zur Kenntniß des Ministeriums des Innern zu bringen. — Der Director der hiesigen Kunstgewerbeschule, Gustav Kachel, ist gestern gestorben. empfangen wurde. Der Eröffnungsfeier wohnten außerdem bei: der Erzbischof, die Minister Graf Kalnoki, Graf Taaffe, Conrad Frhr. v. Eybesfeld, Mitglie- der deS diplomatischen Corps, Vertreter der Aristokratie und andere Personen von Distinction. Auf die Ansprache des Grafen Zichy, in welcher dieser für die Schenkung des Platzes zum Künstlerhause dankte, erwiderte der Kaiser, es freue ihn, daß der Kunst eine neue Stätte geschaffen sei und die Künstler zu einem edlen Wettstreit eingeladen seien, bei welchem die vaterländische Kunst gewiß einen hervorragenden Rang einnehmen werde. Der Kaiser besichtigte sodann die Ausstellung. 1 p — Der Commandant von Tersana Seozi meldet: Es ist ein verd^- tiges Individuum verhaftet worden; auf mehreren Berghohen wurden Signalfeuer wahrgenommen, so scheint ein Angriff der Insurgenten bevorzustehen. — Nach einer Meldung aus Gaczko haben 6 Compagnien des 67. Regiments am 28. v. Mts. bei Pientista ein glänzendes siegreiches Gefecht mit den Insurgenten bestanden. Arankreich. Paris, 1. April. Die Kammer der Deputirten hat sich bis zum 2. sD?ai vertagt. — Der Senat berieth heute über die Kreditvorlage von 8 Mill. Fres. zu den tunesischen Expeditionskosten. Broglie constatlrte, daß Tunis schon 80 Mill, koste; er kritisirte den Bardo-Vertrag und verlangte, daß das Ministerium sich über seine Absichten hinsichtlich der tunesischen Schuld und anderer fragen ausspreche. Der Conseilpräsident Freycinet erwiderte, der Effeetivbestand von 35,000 Mann in Tunis sei gegenwärtig nothwendig, werde aber allmälig verringert werden. Die empfangenen Kriegsentschädigungs-Gelder müßten an.den Bey zurückerstattet werden, da die französischen Truppen sich bei einem Verbündeten, nicht bei einem Gegner befänden. Bezüglich der and; ^n Fragen werde die Regierung ihre Meinung im Monat Mai mittheilen. Der Kredit wurde einstimmig bewilligt. Der Handelsvertrag mit Italien wurde genehmigt. — Der Senat vertagte sich bis zum 2. Mai. Italien. Rom, 1. April. Die Riten-Congregation hielt im Vatikan eine zwüte vorbereitende Sitzung zur Selig- unb Heiligsprechung von Marie Christine von Savoyen, Königin beider Sicilien. Palermo, 1. April. Die 600jährige Gedenkfeier der sieilianischen Vesper begann gestern Vormittag und verlief in vollständiger Ordnung. Der sehr zahlreiche Zug der Festtheilnehmer nahm zuerst seinen Weg nach der Helligen - Geist - Kirche, von wo der Ausstand gegen das Haus Anjou ausgegangen war, sodann nach der Kirche Martorana, in welcher bas Parlament des befreiten Siciliens tagte. In beiden Kirchen wurden Gedenktafeln angebracht. Der Senator Perez und der Deputirte Crispi hielten Reden, worin dieselben versicherten, daß die Feier in keiner Weise sich gegen Frankreich richte. An dem Festzuge nahmen die meisten sieilianischen Senatoren, die Deputirten und Municipalitäten der größeren Städte Siciliens und zahlreiche politische Arbeitervereine Palermos Theil. Die Stadt ist beflaggt. Abends findet allgemeine Illumination statt. Mehr als 20,000 Fremde aus allen Theileu Siciliens und dem Kontinent sind hier dngetroffen.. , i Die Ordnung ist fortwährend ungestört geblieben. Die heute Nachmittag stattgehabte Regatta ist durch einen leichten Regen beeinträchtigt worden. Heute Abend finden die Darstellung einer Seeschlacht, ein Feuerwerk und die Illumination des Golfs statt. Garibaldi richtete an den Maire von Palermo ein Schreiben, in welchem er die Bevölkerung zu ihrer gestern beobachteten Haltung beglückwünscht. Spanien. Madrid, 1. April, lieber die Provinz Katalonien ist der Belagerungszustand verhängt worden. In mehreren Fabriken wurde die Arbeit wieder aufgenommen. Türkei. Konstantinopel, 1. April. In Folge der Note des russischen Botschafters von Novikoff in Betreff der Kriegsentschädigung theilte die Pforte demselben mündlich mit, sie wolle dem mit dem Palms festgestellten llebereiufoinmen hinsichtlich der Kriegsentschädigung beitreten unter dem Vorbehalte, daß die Pforte die gegebenen Garantien eventuell gegen andere Äquivalente umtauschen darf, daß ferner der Garantiewerth die Kriegsentschädigung nur um ein Viertel übersteigen soll und daß endlich Rußland darauf verzichtet, die mit der Controls über die Einziehung der garantirten Steuern beauftragten Delegirten zu ernennen , womit die ottomanische Bank beauftragt ist. Nachdem Novikoff erklärt hatte, alle Modisicationen mit Ausnahme der letzten anzunehmen, übersandte die Pforte am 30. v. Mts. eine Note als Antwort auf die Note Novikoff's vom 27. v. Akts., in welcher sie der Hoffnung Ausdruck giebt, daß Novikoff auf dem letzten Punkte nicht beharren werde und daß sie das Uebereinfommen für abgeschlossen betrachte. Amerika. New-Aork, 1. April. Die Schuld der Vereinigten Staaten hat im vergangenen Monat um 16,460,000 Doll, abgenommen. Im Staatsschätze befanden sich ult. März 253,290,000 Doll. Telegraphische Depeschen. Wolff's telegr. Correspondenz-Bureau. Petersburg, 2. April. Das „Journal de St. P.tersbourg" erklä.t die von Lord Srratheden und Salisbury hinsichtlich des Veikehrs russischer Hanbelssck den Dardanellen geäußerten Bedenken für unbegründet. Auch die von der rJi gemachten Vorbehalte seien nicht berechtigt. Man könne unmöglich Handelsschisse auf welchen unbewaffnete Rekruten oder von der Polizei escoitirte Verbrecher oder ein in.- Soldaten tronsportirt würden, Kriegsschiffen gleichstellen. 0 Belgrad, 2 April. Der Jahrestag des vom Fürsten Milchch Obrenowiisch am Palmsonntag 1815 begonnen m serbischen Freiheitskrieges ist heute festlich beaanmm worden. Die Stadt ist mit Flaggen geschmückt, in den Kirchen wurde Festgottesdienst abgehalten, nach der kirchlichen Feier fand i-m Palais des Königs großer (Jnt- pfang statt, für den Abend ist eine Illumination der Stadt tn Aussicht genommen Konstantinopel, 2. April. Der russische Botschafter Novikoff hat auf die Note der Pforte vorn 30. März geantwortet. Er besteht auf Beibehaltung der Controle bezüglich der Regelung der Kriegskosten-Entschüdigung — Der Sultan empfing den serbischen Gesandten Gruic und verlieh demselben den Großkordon des Niedschidje-Ordens. Lokales. Gießen, 3. April. Heute Vormittag 9” passirte Se. Königliche Hoheit der Großherzog aur der Re se nach Berlin den hiesigen Bahnhof. — Auf der Schiisenderger Chaussee wurden gestern von Bubenhand ca. 20 Baumstämmchen anqeschäit. — In der Rächt von Sanrstag auf Sonntag wurde in der Fabrik von August Schlesinger eingebroch n und ein Sack mit Lumpen im Werthc von 20 JL gestohlen. — Heute Morgen wurde eine inännliche Leiche in dem früher Fries'schen Felsen- keller vorgefund.n. Die Persönl chkeit derselben ist noch nicht festgestellt. — Ein heruntergekommener fiüherer Kutscher wurde heute Morgen wegen Betrugs, Obdachlosigkeit und Bettelns verhaftet. — Außer den drei am Samstag verhafteten Hafendieben wurden am Sonntag Morgen noch zwei zu dem Complott gehör-nde Lehrlinge ermittelt und verhaftet. Vier der Verhasteten find Jungen im Alter von 14—17 Jahren, der Fünfte ist ein schon älterer Taglöhncr von hier. Dieselben haben die nachverzeichneten Diebstähle nächtlicher Weise mittelst Uebei steigens und theils mit Einbruch ausgesührt, und zwar: X. am 26 Januar I. I. aus einem Stalle in der Kaplansgaffe 1 Hasen, 2. am 28. Januar l. I. aus dems-lben Stalle mittelst Uebersteigens und Erbrechens einer Thür 5 Hafen, 3. am 30. Januar l. I. aus einem Stalle in der Bahnhofstraße mittelst Erbrechens der Stallthür 3 Hasen, 4. am 4. März l. I. aus der Geilfus'schen Besitzung in der Westanlage mittelst Uebersteigens nud Erbrechens einer Thür 2 Hasen und 5. am 30. März L I. aus deiselben Besitzung mittelst Uebersteigens und Erbrechens einer Thür 3 Hasen. Ferner wurde heute Nacht in derselben Besitzung eingebrochen, aber ohne Ei folg. — Heute Nacht wurde durch ein Fenster in das Bureau des Maschinenmeisters der Obeih. Eisenbahnen eingestiegen und >.n dein Local 7 Schlösser erbrochen. Der Einbrecher scheint cs nur auf Geld abgesehen zu haben, hat aber keines vorgefunden. Jedenfalls von derselben Persönlichkeit wurde auch in das Bureau der Nenzel'schen Eisengießerei eingebrochen, jedoch auch hier ohne E>folg. WerWischtes. Mainz, 30. März. Trotz den nicht sehr günstigen Zeitverhältnissen sind doch die Arbeiter von Strikegelüsten umsponnen; in den letzten 14 Tagen haben die Arbeiter zweier hiesigen Fabriken die Arbeit eingestellt; ohne Erfolg erzielt zu haben, wurde in der einen Fabrik die Arbeit alsbald wieder aufgenommen; auch in der andern Fabrik wird es so kommen, da die Ursache der Arbeitseinstellung von ganz untergeordneter Bedeutung ist und die Arbeiter nur einen Zwang auf ihre Arbeitgeber ausüben wollten. Hagen. In einer der letzten Nächte hatte ein Fabrikarbeiter das Unglück, beim Drahtwalzen so unglücklich sich mit dem glühenden Drahte zu verwickeln, daß an ein Herauskommen nicht mehr zu denken war- Dem Arbeiter, ein sonst fleißiger circa 20 Jahre alter Mensch, wurde in Folge der Verwickelung der Fuß mit dein glühenden Draht adgeschnltten und wurde der Aermste noch in der Nacht zum Marlenhospital tronsportirt, woselbst die Amputation des Fußes erfolgte. Bei näherer Untersuchung hat sich herausgestellt, daß die sämmtlichen Schutzvorrichtungen actio waren. Berlin. lRoman aus bem Leven ) eeit wenigen Tagen hält sich in einem unserer eisten hiesigen Hotels eine Dome auf, bereit romantische Lebensschicksale bereits einem amerikanischen Bühnenschrlfisteller zum Votwiirfe eines Dramas gedient haben. Die Dame, welche in Begleitung ihrer Tochter eine Vei gnügungstour nach Deutschland macht, hat ihren Wohnsitz in San Francisco aufgeschlagen, wo sie als Gattin eines der wohlhabtiibsten Mitglieder der Central Paciftc-Gruppe auf Gold Hill lebt; schwerlich aber würde man jetzt in der eleganten Frau von Welt, Tournüre und-Chic den ehemaligen Goldwäscherjungen wiedereikennen, welcher in den Kleibern eines regelrechten Bergmanns der roiloen „mining regions“ von Süd-Californien o-er Jahre lang der Erde Schätze abzuringen versucht hat. Die Geschichte dieser Dame ist, wie gesagt, durch den amerikanischen Dichter Joaquin Miller in seinem Drame „The Danites“ ziemlich getreu wiedergegebeit worden. Sie sowohl als der Mann ihrer Wahl waren * zu atm, um »u heirathen und als dieser sich entschloß, gleich so vielen hundert Anoeren, sein Glück in den Minen zu suchen, folgte ihm das resolute Mädchen in einer Verkleidung nach, welche ihr Geschlecht nicht ahnen liefe. Diese so romantisch beginnende Geschichte endete jedoch im Leben höchst prosaisch, es stellte sich heraus, daß „der Mann ihrer Wahl" ein Taugenichts und salscher Spieler mar, der beim auch in einem Streit beim „Poker"-Spiel erschossen wurde. Nach seinem Tode blieb die Frau noch zwei Jahre lang in den Goldgräber-Camps, ohne daß ihr Geschlecht entdeckt worden wäre. Bei dem UeberfaU einer Postkutsche von Wells-Fargo durch Marodeure jedoch, als sie zum Beistand der hartbedrängten Passagiere herbeeilte — von denen einige bedeutende Geldsummeit bei sich trugen — wurde sie verwundet unb in bas Militärlarareth des nächsten Postens, Fort Kergan, gebracht. Unter den Passagieren, deren Leben und Vermögen sie hatte retten helfen, befand sich auch Oberft Fair, ein Mitglied des bekannten Sepie,nvirates der Silber'ürsten, jetziger Senator von Nevada, auf welchen dte Räuber es hauptsächlich abgesehen hatten und der, als er von den Schicksalen seiner Lebensretterin hörte, sie in sein Haus einführte. Dort lernte sie ihren jetzigen Gatten kennen, der merkwürdiger Weise ebenfalls früher Goldgräber gewesen ist und sich wohl erinnert, in einem der Can ps am sogenannten Gypsum Creek oft m;t derjenigen zusammengetroffen zu sein, die jetzt seine Frau und ein „Stern" in der guten Gesellschaft von Sau Francisco tft. Empede (Hannover), 28. März. Das gestern in hiesiger Gegend stattgehabte kurze, jedoch ziemlich schwere Gewitter h.rt zwei Menschenleben zerstört. Der 17jährige Schäfer Kuhlmann unb ber ca. 50jährige Schäfer Wiebking befanden sich zur Zeit des Gewitters mit ih en Schafheerden auf der zwisch n Empede und Suttorf an ber Leine belegencn sogenannten „Wiehe", als ein heftiger Gewitterfchlag Beide zu Boden streckte und töbtete. Kurz vor bem verhängnißvollen Schlage hatte ber Schäfer Kuhlmann ein zwei Stunden vorher geborenes Lamm, um demselben Schutz vor dem Regen zu gewähren, unter seinen Rock genommen, welches ebenfalls mit erschlagen wurde. — Der originelle und witzige Posthalter Röth Kunzi in Ednak bet St. Gallen war ein tüchtiger Schütze, aber kein Redner und sollte doch einst an einem Schützenfeste eine Fahne übergeben, was er mit folgender Anrede that: „Eidgenossen! Waffenbrüder! Mir tft die Ehre zugefallen, dem feststehenden Verein anmit die Fahne ber Schützengesellschast Wartgu zu übergeben. Und . . . (Pause, allgemeine Erwartung auf des kräftigen Anfangs nicht minder kräftige Fortsetzung) ... und ... Do händ Ihr sie!" Endloser Jubel belohnte den Redner. — Im „Salzburger Kirchenblatt" vom 16. März steht wörtlich folgende interessante Notiz: „In Paris starb vor Kurzem ein Communard. Derselbe bekehrte sich aus seinem Todtenbette unb legte bann bas Bekenntniß ab, daß er von einer geheimen Gesellschaft nach Süd-Afrika abgefenbet und mit vielen Geldmitteln versehen worden sei, um den Tod des Prinzen Napoleon herbeizusühren. Ueberdies feien ihm 50,000 Francs versprochen worden, sobald die That geschehen sei. Er habe seine Sendung erfüllt, indem er sich unter die Zulukaffern mischte unb sie mit Gelb bestach; so gelang es, Napoleon zu tobten- Zniückgekehrt habe er die 50,000 Frcs. wirklich erhalten unb bann verpraßt. Sv bekannte er sterbend unb reuig." — „Tausenb Küsse hast Du mir — dutzendweis gegebtn", klingt das alte Studentenli b; „Tausenb Küsse!" schreibt der harmlose Backfisch, bem ber Liebesgott noch kein Privat sstmurn über das Kapitel „de basiis“ gegeben, am Schluffe ihres Brieses an die Busenfreundin; „tausend Küsse!" ... der Verliebte spricht es |o hin ohne jeden statistischen Hintergedanken unb küßt und küßt — er zweimal als einmal"- — wer aber hat es je unternommen, tausend wohlgezaytte Küsse mit aller Gewissenhaftigkeit eines Oberrechuungsraths der Geliebten zu geben. Ern Gedicht Harnerling's in „Sinnen und Minnen" schilde>t uns den tragischen Ausgang eines solchen Versuchs; was des Dichters Phantasie geschaut mit Grauen, in Kelkheim ist es, wenn wir dem „Taunusboten" trauen dürfen, nunmehr zur grausen Wirklichkeit geworden. Wir lesen darin folgende Korrespondenz aus dem bezeichneten Ort: „Vor Kurzem wurde hier eine sonderbare Wette arrang rt, die beinahe einen üblen Ausgang aeuomm n hätte. In einer kleineren Gesellschaft von Herren und Damen kam nämlich u. A. auch die Rebe auf das Küssen. Ein Herr warf dabei die Frage auf, wieviel Küsse man wohl in einem gern ffen Zeitraum zu geben im Stande fei. Nachdem darüber verschiedene Ansichten laut geworden, machte sich em feuriger junger Mann anheischig mit feiner Verlobten innerhalb zehn Stunden ohne Unterbrechung zehntausend Küsse zu wechseln und proponirte dieserhalb eine Wette um zweihundert Mark. Als Bedingung stellte er, nach jeder halben Stunde eine kleine Erfrischung nehmen zu dü fen. Die Wüte wurde angenommen unb alsbald begann die süße, anscheinend bÄ« NlA, i daß man i HM ■ , M Gerste,, Bä 6,rl‘f <, .^itat X 3-20 ÄÄ das Md »Heu d« g Sei ber planm Wunb 120 zur afiW Tage ab bereu ■ gießen, ben 3. Der! ßolzvci Al Mspreis werben Wen- x 11-26 cm Durch W! Stunde von h PH cm Durchme HM cm Durch ü WlH St N-'it k !» *Hife 1 "egen Bt, ’m ©onntan Uet- ä iü"*” >'ah!e nächt, .-Unb Dar: f'?* 2. am ?hK e"er K.M'ttclst “9schm 8e: 2 Hasen ’S unb Er- ’tn'ninei|tet§ eochen. Dec ooegcsunben. Angel',Hm sen sinb bod) ■ die Arbeiter en, wurde in ndern Wrik Nergeordneler der ausüben Inglück, beim r daß an ein leißiger circa m glühenden Inrienhospital Untersuchung reu. sich in einem lidfale bereits lebient haben, h Deutschland @attm eines lebt; schwer; und ishic den i eines regel- er Jahre lang 1, wie gesagt, ,The Danites* Wahl waren bcrt'JliiDm. , einer Ser» h,ginnende „btt Mum mm Stxtit u noi) zwei Eben w @?bQeQnto t/,6't40/bei!pigstikft>, Knsbenschaslstiksel. Mä-ehenf1*1»'S BLumenpflünzen zu Einfassungen für Gruppen und Rabatten, als Pericce, Glockenblumen, Pechnelken, Nofen, Silenen, Der- gistmeinnickt empfiehlt 2451 Carl Deines, Aflcrwrg. Wen, während t |ei Regierungsvc Wl, so dürftet I Flüche Wiederh Meidenden Fn Imitier Lesung Whien angenoi daß die 3 r, niW, seine Fri r™ »egirende Pg FS«, tetr. kMsbeamten des ann bis Dienst, ^esordnnng ftih !1^9 ab, in * ’ld) VMim „ D-tR.jj Mb eine ti, feit» x°nig- N.S DeC Oie 1ociak.r ‘ Gutachten: Die „Franz Josef“-Bitter quelle übertrifft das Friedrichshaller 4mal, Hunyady Jänos mit 44, Pülna mit 62 pCt.,. sowie alle mir bekannten Bitterwässer durch den Gehalt an wirksamen Bestandtheilen und findet die von ärztlichen Autoritäten constatirte ausserordentliche Wirksamkeit auch in meiner chemischen A nn Ilion »kwn D nrvwi! n n> PrUömTin’ Stil f.tlMITt. 1 ID MÜfZ 1882« Wermietpungen. 2414 Aliccstraße E. 102 der 3. Stock von 5 Zimmern nebst Zubehör per 1. Juli zu vermiethen. I j242() Ein kleines Familienlogis und ein Stübchen mit Bett zu vermiethen bei I. Wagner, Maigasse. &2425 Ein kleines Logis an eine ruhige Familie zu vermiethen bei G. 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