1882 Samstag den 4. März Nr 51. »ichencr Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. t Schulstraße ll. t». ♦♦♦♦♦♦ ♦ allen ♦ * HHHt n fließ« Leib.),,, 0 4 coulan- iblikum 1355 imben, beginnt r«l auf Hßunfif) "hneider. welche die HM» toottrn, MÄchtir men cim Pfarre-- L gute Mge tri der fo.ptb. tej; Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. 5,1U- i <«• ' i». 20- d. M, >9«unj. 1489 HUH, Aeutschland. Darmstadt, 1. März. Se. Königl. Hoheit der Großherzog nahmen heute militärische Meldungen entgegen und empfingen den Obersten v. Treskow, den Oberstlieutenant o. Klüber, den Oberstlieutenant v. Dresky, den Oberstlieutenant v. Prittwitz, den Grasen Oriola von Büdesheim, den Frhrn. v. Rabenau von Friedelhausen; zum Vortrag den Staatsminister Frhrn. v. Starck und den Ministerialprüsidenten Schleiermacher. — Aus die Interpellation des Herrn Landtags-Abgeordneten Sturmsels, den Ausbau der Staatsstraße von Grünberg nach Hungen am Ausgang von Grünberg bett., wurde in der gestrigen Sitzung der zweiten Kammer der Stände von dem Großherzoglichen Ministerium der Finanzen folgende Antwort ertheilt: Dem in das Staatsbudget pro 1879,82 eingestellten Betrag von 26,000 JL für den Umbau der Straße Grünberg-Hungen am Ausgang von Grünberg lag das ältere zur Ausführung genehmigte, aber im Jahre 1866 inhibirte Projeet zu Grunde. Nachdem wiederholt die Mittel zur Verfügung gestellt worden waren, um den fraglichen Straßen-Umbau vorzunehmen, wurde Seitens der Stadt Grünberg dringend gewünscht, eine andere Zugsrichtung für die neu herzustellende Straßenstrecke zu wählen, so zwar, daß die Neustadt hiermit in nähere Verbindung gebracht werden könne. Es wurden hiernach mehrere Projecte ausgearbeitet, geprüft und wegen Ausführung derselben mit dem Stadtvorstand von Grünberg verhandelt. .In Folge hiervon ist die Ausführung der neuen Straßenstrecke verzögert worden. Nachdem aber vor Kurzem eine weitere Local- besichtigung stattgefunden hatte, wurde unterm 14. v. Mts. definitive Entscheidung über die Zugsrichtung der zu verlegenden Straße getroffen, hiervon die Großh. Bürgermeisterei Grünberg, das Großh. Kreisamt Gießen und Vas Großh. Kreisbauamt Grünberg in Kenntniß gesetzt und die Ausführung angeordnet. m. Darmstadt, 2. März. fZweiie Kammer der Stände. 13. Sitzung.! Zu Beginn der heutigen Sitzung verkündigt Präsident Kugler eine Vorlage der Regierung in Betreff der Einstellung von 25,500 M. in das außerordentliche Budget als Kosten der zum Schutze gegen die Erdrutschungen in der Gemarkung Dienheim erforderlichen Arbeiten. — In Fortsetzung der Budgetberathung erklärt Theobald Namens des Finanzausschusses, baß derselbe nach den gestern stattgehablen Erörterungen seinen auf Abstrich von 6100 31. für 200 Kälber gerichteten Antrag bei dem Kapitel „Impfwesen" zurückziehe. Er fragt an ob dann auch Kälberlymphe an Privatärzte abgegeben werden könne und ob die Gewißheit vorliege, daß eine Uebertragung der Tuberculose bei Anwendung oon Kälberlymphe ausgeschlossen sei. Die erste Frage beantwortet Ministerialrath Weber dahin, daß, soweit möglich, eine Abgabe von Kälberlymphe an Privatärzte stattfinden werde, während auf die zweite Frage Ober- Medicinalrath Reißner erwidert, die Frage der Uebertragung der Tuberculose bet der Impfung sei so außerordentlich zweifelhaft, daß eine positive Angabe darüber nicht zu machen sei. — Na» einigen Bemerkungen der Abgeordneten Metz, Wolz, Freiherr von Nordeck zur Rabenau, Dittmar, Mass er bürg und Wolfs kehl, welche sämmtlich die Abgabe von Kälberlymphe an Privatärzte desürworten, wird die Anforderung von 20,600 m. mit einem Amendement des Abg. v. Rabenau genehmigt, welches eine Ueberschreitung des gewährten Credits zum Zwecke der Abgabe von Lymphe an Privatärzte von vornherein billigt. — Zu Cap. 51, „Entbindungsanstalt zu Gießen", und 52, „Entbindungsanstalt zu Mainz", werden die Anforderungen von 16,931, resp. 9287 M. ohne Debatte bewilligt, letztere Summe jedoch abzüglich von ln rareig. i( 6*i6 - z-, 9^ f| Ä1M“< 6 1 188,1 em abomiMJ Mn B®1*1"3': ne, R-ll". SerMim*“ in 3 NE । psv* 300 JL Zulage für den Direclor der Anstalt. Ferner beschließt die Kammer das Ersuchen an die Regierung, die Verköstigung in der Entbindungsanstalt zu Mainz, sofern dies ohne Mehrbelastung des Budgets geschehen kann, m Regie zu übernehmen, — Sür das „Lendeshospital" werden die geforderten 60,900 31, für die „Landes-Jrren- anstalt" die geforderten 128,100 M. debattenlos b-w lligt. Abg. B etz empftehlt bei letzterem Posten der wohlwollenden Erwägung der Regierung die Errichtung einer Irrenanstalt in Rheinhessen. Ministerialrath Weber bemerkt, es werden bei der notorischen Ueberfüllung der Landes-Irrenanstalt noch in dieser Finanzperiode entsprechende Vorlagen an die Stände gelangen. -- Der Vertrag bezüglich der Uebernahme der A n st a l t s ü r Blödsinnige i n D a r m st a d t in Staatsbetrieb wird genehmigt und der geforderte Staatszuschuß von 6700 3t. bewilligt. - Als Entschädigung sür getödtetes Vieh in Seuchensällen wird die eingestellte Summe von 25,000 nach kurzer Debatte bewilligt. - Bei Cap. 57, „Für die Landwnthfchast und die Forderung der Bodenmelioration", wünscht Abg. Frhr. v. Nordeck zur Rabenau, daß der Geueralsecretär der landwirthichaftlichen Vereine bei den Pramnrungen nicht, rote es aus den Erläuterungen zum Budget hervorgehe, gegtnuber den übrigen Commisstons- mitgliedern ein Vorrecht habe, worauf Ministerialraih Jaup erwidert, daß die erwähnte „entscheidende" Mitwirkung des Generalsecretars sich lediglich aus die Abgabe seiner mit den andern gleichwerthigen stimmen beziehe. Für die Central,lell^ für die Londwirthschast werden hierauf 16,706 3t bewilligt, ebenso für landwirthschaftliehen Unterricht unter der Voraussetzung, daß die Landwirthschastslehier m der Regel erst nach dreijähriger provisorischer Verwendung und nur aus Vorschlag der betreffenden landw. Provinzialvereine definitiv angeftellt werden und daß durch eine solche Anstellung nichts an dem seitherigen Verhältniß der Landwirthschaftslehrer zu den .Organen der Provinzialvereine geändert wird. An Beiträgen zur Bestreitung der Ausgaben der Provinzialvereine werden 12,000 3t, zur Hebung der Pferdezucht lovO zur Förderung des Obstbaues 3000.x und zur Finde,ung der Bodenmelioration unter Absetzung von 3300 3t an dm Gehalten der Culiuringenicure und von 1000 X an den Diäten und Reisekosten der Cultur-Jngenieure und unter Zusetzung von l000 31 iur Aushülfe bei den persönlichen Ausgaben bewilligt. Abg. Haas inierpellirt die Regierung, ob sie die Absicht habe, über die seit 1860 ausgesührten Meliorationen und die habet zur Verwendung gekommenen Kapitalien eine statistische Erhebung zu veranlassen, woraus Ministerialrath Jaup erwidert, die Regierung werde die gegebene An- refluna weiter verfolgen. — Abg. Freiherr v. Nordeck zur R abenau fragt, 0 (Semeinben verpflichtet seien, sich für die Kosten von Meliorationen zu verbürgen.welche Frage M nisterialrath Jaup verneint. - Sei dieser Gelegenheit wird die IN einer besonderen Vorlage der Regierung enthaltene Aniorderung der Regierung von 10,000 3t für Ausstellung umfangreicher Prozeete zur Melioration von Grund und Boden be willigt. — Abg Haas bittet die Regierung, m erster Lime die Frage der Entwmserung des Riedes in^Betracht zu ziehen. - Die für das Landg- ü ü - wird unter Absetzung von 700 3t an dem Gehalt des Landstallineisters m t bewilligt. — Abg Möhn befürwortet die Errichtung einer Beschalstation im> Kr f Mainz oder in dessen nächster Nähe, welcher Frage bie CentralstcUc - Ohne Debatte werden die Forderungen für die H°vdelskanmern , d,Centralstll- für die Gewerbe und den Landesgewerbeverein, die L°vd^baugewe>kschnle z D Tn, stadt und erweiterte Handweikerschule des Großherzogthum .. beinhart wichtskosten bewilligt. - Bei dem Capitel .Fabrikinspeetor geben dteAbgg R- Nh arr und Schröder dem Wunsche Ausdruck, daß die Iah sbertchte des^adrikinfpectors den Kammern in extenso zugängli» gemacht werden . ,, . Zusammenstellung verkürzten Form, wie sie die am Reichsamt des Inn rn verart a tete Zu ammenmuung des Hauptinhalts der Jahresberichte sämmtlicherFobr kin p etoren etet Staats Minister Frhr. v. Starck, Exe, erklärt tue Bere Willigkeit^ d^N-m°rung den^g^ äußerten Wünschen gerecht zu werden , B Strick? von 3500 3t für NEs des Finanzausschusses d A beanstandet der Ausschuß die geologische Zwecke zurück. Bei der oberen i 0 v |m Betrage von 300, r-fp. - Ta? rn^a ersucht haben, den einen der beiden Bergmeister bald- auch die Negternng rfu»^ Stellen damit zu beseitigen. Nach tbunlichst andeiweit zu verrv tIid) Meyger unter Hinweis aus die gegen- !L7,7 N»» » ‘w ”»■« *“■ Betreffend: Den im März 1882 vorzunehmenden Wiesengang. ®ie§en, den 1. März 1882. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Grotzherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Nach Artikel 7 der Wiesenpolizei. Ordnung ist im Monat März der Wiesengang von den Wtesenvorständen unter Zuziehung der Feldschußen und Wiesenwärttr ^au"ftragen"'Sie deßhalb, dieselben hierzu baldigst auszufordern und die über den Wiesengang aufzunehmenden Protokolle bis längstens zum €nbe ff. d7esen Protokollen haben die Wiesenvorstände, was Sie denselben noch besonders eröffnen wollen, hauptsächlich folgende Punkte aufzunehmen:: n ob die Anordnuua-n welche Sie bei dem im October v I. vorgenommenen Wiesengang getroffen haben, befolgt worden find und welche nicht, 2) welche Anordnungen'von diu Wtesenvorständen zur Beseitigung der bei dem diesmaligen Wiesengang vorgesundenen ff^-l von Ihnen getroffen worden sind oder vorgeschlagen werden; hierbei wird den Wieseuvorständen besonders empfohlen, ihr Augenmerk namentlich auch auf die Reinigung der Wiesen von Gestrüpp, Gesträuch, Moos rc.; auf die Entfernung der Herbstzeitlosen, des Erdauswurfs au8 ben Be- und Entwafserungs- gräben auf die Verebenung der Maulwurfshügel und dergleichen und auf die Unterhaltung der Be- und Entwäfferungsgräben zu richten und 3) -.».»'achp—d°- »i.,.--.i«-.i.d °°»n •«»- Su Tl« lnf»f«n fein be|oad-i-r Anstand variikgt. | ~ Mst,II-d d-« W„|.n«>,stand,« ---»>»»„>, -»R-ndgan«. I" SX',1 SK'ÄS»* $6,,,,™,^ ad,, B-l«,«Wto.« «4 -»« >»<> p««.W6n.rn, »M- W„ ad" i,st.„n last. »ich. »-■1 l?- 3”, ***' a’ j» ©ief«tten3 leiben angenommen. — Zu Gap. 66, „Wittwen- und Waisen-Versorgungsanstall", werden die gefotberten 170,482 X bemiüigt, weiter wird dem Ansinnen der Regierung entsprechend die Zustimmung dazu ertheilt, daß für die drei Jahre der nächsten Finanzperiode die Pensionen der Wittwen und Waisen der Volksschullehrer aus den Mitteln der Volksfchullehrer-Wittwenkasfe aus den Betrag non 400 X jährlich erhöht weiden. Ein Antrag der Abgg. Schröder und Haas hatte 450 X vorgesehen, doch erklärt sich Geh. Staatsrath Knorr vorerst gegen diese Erhöhung, bis wieder ein normaler Zustand bezüglich des Zuflusses von Ueberschüssen aus erledigten Schulstellen in den Provinzial-Schulfonds eingetreten sein werde. Die übrigen Posten des Budgets des Ministeriums des Innern werden sämmilich ohne erhebliche Debatte durch Annahme der Ausschußanträge bewilligt und nur in dem Capitel „Ceutralbauw-sen im Ressort der inneren Verwaltung" finden bei den Neubautei' und größeren Herstellungen gegen den Widerspruch der Regierung Abstriche im Gesammibetrage non 5230 X statt. Die Kammer tritt fobann in die Berothung des Budgets des Ministeriums der Finanzen ein. Zu Kap. 86, „Ministerium selbst", beantragt der Ausschuß in Consequenz seiner früheren Anträge bei den Vortragenden Röthen, an den persönlichen Ausgaben 3300 X zu streichen Weiter beantragt er, dem von der Regierung beantragten Vorbehalt bezüglich der Bewilligung von Gehalten an die Vortragenden Räthe in den Abtheilungeu der Ministerien in der Weise stattzugebeu, daß die Regierung ermächtigt ist, jedoch nur wenn und soweit es zur Gewinnung oder Erhaltung einer vorzugsweise geeigneten Kraft für die Stelle eines Vortragenden Raths in den Abtheilungen für SchulaNgelegenheiien, für öffentliche Gesundheitspflege und für Bauwesen giothwendtg ist, einen höheren, als den nach der Anciennetät sich ergebenden Gehalt bis zum Maximalbetrag von 6500 X mit der Einschränkung zu bewilligen, daß im Ganzen zu diesen Erhöhungen der Gehalte nicht mehr als 3000 X verwendet werden dürfen. Diese Anträge des Ausschusses werden ohne Debatte angenommen. — Die Anforderungen für die Haupt st aatskasse und für „streitig e Recht sv et« hältnisfe und Proceßsührung" werden verwilligt. Zu Kap. 89, „Rentämter (Obereinnebmcreien)", wird die Anforderung der Regierung mit der Beschränkung verwilligt, daß bei porkomuienden Vaeanzen in dieser Budgetperiode vor Verständigung mit den Ständen eine Stelle non den zehn hier eingestellten Rentbeauuen- stellen in Starkenburg und Qberhessen (etwa Lindenfels), nicht wieder besetzt, sowie daß, sobald den Hauptsteuerämtern die Collateralsteuererhebung übertragen fein wird und sich durch Vacanz einer andern Obereinnehmerei, refp. eines andern Rentamts die Gelegenheit zur anderweiten Verwendung des bermaligen Obereinnehmers zu Worms ergibt, die Obereinnehmerei Worms eingezogen werde. — Fortsetzung der Bubgetberathuvg morgen. — Unfern neulichen Bericht über die Verhandlungen der zweiten Kammer bezüglich der Vorschulen an den Gymnasien ergänzend, bemerken wir, daß der Abg. Han stein für die abgelehnte Eingabe der feminariftifdj gebildeten Lehrer an den höheren Lehranstalten in Darmstadt. Mainz, Gießen, Offenbach und Worms um Erhöhung ihres Maximalgehaltes einlrat. München, 1. März. . Das königliche Handschreiben vom 23. Februar hat seine Wirkung bei unseren Ultramontanen nicht verfehlt. In der Thal kann bei nüchtern urtheilenden Leuten die Enttäuschung nicht wohl größer sein, als sie jetzt ist. Das hiesige Cluborgan freilich ist der Meinung, daß durch jene Kundgebung des königlichen Landesherrn nichts geändert worden sei. Entweder das Handschreiben existirc oder nicht"; treten die Minister mit demselben hervor, dann würde dadurch die Kammermehrheit zur Mandats-Niederlegung gezwungen und das könne der Regierung unmöglich erwünscht sein. Eine Drohung, die wahrhaft kindlich genannt werden muß. Zunächst ist der Zweifel an dem Dasein des Handschreibens so unpasseüd, daß ihn nur die äußerste Betroffenheit und Verlegenheit entschuldigen kann. Bitt landesherrlichen Kundgebungen wird doch in ernsthaften Organen nicht in Sensation gearbeitet und die Dementis würden auch nicht auf sich warten lassen. Was aber die eventuell angedrohte Mandais- Niederlegung betrifft, so hört hier eigentlich die ernsthafte Diskussion auf. Was am 29 Stptember 1881 nach einem glänzenden ultramontanen Wahlsiege an den constitutionellen Bedenken wie den persönlichen Befürchtungen und Interessen von 26 Mitgliedern der Rechten scheiterte, sollte jetzt nach fünf Monate langen, erfolglosen Bemühungen, Schlappen, Zerklüftungen, Häkeleien jeder Art denkbar sein? Mit dieser Drohung wird man Niemanden schrecken könneik. Abgesehen aber von den Gewählten, ist man denn der Wähler so sicher? Nach einer so beispiellos nutzlosen Vertrödelung der Zeit, bei welcher jede auch nur vorläufig vom Etat abgestrichene Mark dem Lande mindestens einen Thaler rostet, könnte sich in der Stimmung auf dem Lande doch Einiges geändert haben und die Maschinerie trotz ihrer Erprobtheit einmal versagen. Herr Dr. ®aller tritt hier offenbar als Prediger in der Wüste auf. Die politischer angelegten Naturen seiner Partei müsse die königliche Kundgebung logischerweise als eine Erlösung aus einer unmöglichen Situation begrüßen und daß die ersten Ankündigungen und Vorbereitungen dieser Kundgebung in jenen Kreisen sofort die bezeichnete Wirkung hatten, dafür geben wenigstens hinsichtlich eines einflußreichen Mannes gewisse Zeitungsäußerungen genügende Anhaltspunkte. Wie aus Berlin gemeldet wird, soll das Centrum die Nachricht von der königlichen Kundgebung mit äußerster Bestürzung ausgenommen haben. Das glauben wir gerne; ein hiesiger Umschwung hätte den Herren auch in Berlin recht wohl getaugt und die betr. Krisengerüchte waren ja auch daher gekommen. Rußland. Petersburg. Alle Welt spricht noch von der letzten Rede des Generals Skobeleff in Paris. Daß dieser russische General mächtige Freunde am Petersburger Hofe besitzt und Deutschland in leitenden russischen Kreisen keine sehr großen Sympathien erwarten darf, möge nachstehender Artikel beweisen, welchen die „Neue Zeit" (Nowoje Wremja), das officiöse Organ des Ministers des Innern (Jgnatieffh bringt: „Die Raisonnements über den General Skobeleff hören M der deutschen Presse bis jetzt nicht auf. Man spricht von dem General Skobeleff nnd nicht von seiner Rede...... Am meisten darüber, was er sich denkt Unsere Gesellschaft ist in Der Mehrzahl unstreitig friedlich gestimmt. Diese friedliche Stimmung ist jedoch keineswegs Indifferenz und auch nicht Apathie Wenn die Gebote des Schicksals die Völker gegen einander führen und das Schwert aus der Scheide ziehen lassen, so verstummt der Wettkampf in der Cultur. Die Barbaren, welche in Europa eindrangen, haben bewiesen, daß die Civilisation ein Ding ist für sich, und daß die Kraft auch ein Ding für sich ist. Europa gegenüber sind wir in gewisser Beziehung Barbaren, und wenn in Europa von Zeit zu Zeit Stimnien über eine von Osten her kommende Volkswelle, über eine fürchterliche und verderbenbringende Welle laut werden, so wissen dieselben recht gut, was sie reden. Ein hundert Millionen Menschen zählendes Volk, das zum großen Theil in Dörfern, die bedeutend an Nomadenlager erinnern, sowie in Städten ange- stedelt ist, von denen viele nicht ein ordentliches Dorf im Westen werth sind, ein solches Volk ist keineswegs eine Größe, welche ein gebildeter Alaun im Westen zu ignoriren hat Wenn jemals das Schicksal es fügen, wenn die Nothwendigkeit, sich zu vertheidigen, kommen sollte, so würde das russische Volk den Beweis liefern, daß es zivar möglich ist, russische Armeen zu schlagen, daß aber Rußland zu besiegen, so wie Frankreich von Deutschland besiegt worden ist, ein Ding der Unmöglichkeit ist, fowohl gegenivärtig, als in der Zukunft. Jeder Russe kann daher einem fremden Ueberfall gegenüber ganz ruhig sein und unter seinem Feigenbaum oder vielmehr unter seinen Birken und Linden sitzen, ohne sich vor Oesterreich oder vor Deutschland oder vor Jemand anderem zu fürchten. Oesterreich sowohl als Deutschland haben ihrerseits viel mehr Gründe, einen Ueberfall der „Barbaren" zu befürchten, als wir den Ueberfall civilisirter Menschen, da Barbaren viel weniger Grund haben, einen Werth auf ihr Hab und Gut, auf ihre Niederlassungen und selbst auf ihr Leben zu legen. — Jndeß besitzen diese Barbaren eine Armee, welche sich nickt zu schämen braucht und sich einer beliebigen europäischen Armee gegenüberstellen kann. Das ist es, ivas in der Rede Skobelesf's im Wesentlichen ausgesprochen ist, und eben aus diesem Grunde hat dieselbe in Rußland so gefallen und im Auslande so mißfallen " Telegraphische Depeschen. Wolff's telcgr. Correspondenz-Bu«eau. Windsor, 2. März, Abends. Als die Königin heute, von London kommend, auf dem Bahnhofe von Windsor in den Wagen stieg, um sich nach dem Schlosse zu begeben, feuerte ein Individuum einen Pistolenschuß auf die Königin ab. Weder die Königin, noch sonst Jemand ist verletzt. Der Attentäter, welcher sehr ärmlich gekleidet war, wurde sofort von der Polizei verhaftet. Er nennt sich Roderick Meclean. — Der Mensch, welcher auf die Königin schoß, befand sich unter der großen Menge, welche zur Begrüßung der Königin auf dem Bahnhofe war. Er schoß direct auf den Wagen, in welchen die Königin stieg. Der Knall des Schusses war nur ein schwacher. Berlin, 2. März. Nach den dem Volkswirthschaftsrath zugegangenen Grundzügen für die Regelung der Arbciterunfallversicherung ist an dem Genossen- fchafts-Princip festgehalten unter Beihilfe des Reichs, fo lange bis die Erfahrung lehrt, daß die Industrie die Last allein tragen kann. Für Arbeiter, die nicht über 2000 (1500 ?) X Jahresverdienst haben, besteht Versicherungszwang. Die Höhe der Entschädigung wird nach der vom Reichstag angenommenen Bestimmung mit der Maßgabe bemessen, daß dieselbe für die ersten 13 Wochen nicht aus der Unfallskasse, sönderu aus der Krankenkasse zu bestreiten sein soll, wozu die Arbeitgeber 33 Vs pCt. beitragen. Bei Berechnung der Entschädigung soll nur Derjenige Theil des Arbeitsverdienstes in Betracht kommen, der 4 X täglich nicht übersteigt. Die Grundzüge fassen auch Gefahrklassen in’ä Auge, in welche Betriebe mit gleicher Gefahr einzutheilen sind. — In den Motiven des Tabaksmonopols sind die Einnahinen auf 347,770,442 X, die Ausgaben auf 172,324,775 X, der Reinertrag auf 175,445,667 X veranschlagt. Der letztere ermäßigt sich durch den für die 4>/.Mocentige Verzinsung und Ainortisirung der Enschädigungssumme von 334,300,000 X. erforderlichen Betrag von 9,957,750 X auf 165,487,917 X Dresden. 2. März. Der König ist heute Vormittag nach Mentone abgereift. Auf dem Bahnhofe waren die hohen Würdenträger des Staates zur Verabfchieduug anwesend. Karlsruhe, 2. März. In der zweiten Kammer wurde von dem Abg. Schneider (Mannheim) der von 27 Mitgliedern aller Parteien unterstützte Antrag eingebracht, die Kammer wolle die Erwartung aussprechen, daß Die Regierung die Vertreter Babens im Bundesrathe inftruire, gegen die Einführung des Tabaksmonopols zu stimmen. Straßburg, 2. März. Die „Elsaß-Lothr. Ztg." schreibt: Der Gesetzentwurf über das Reichs-Tabaksmonopol ist, wie mir hören, den Handelskammern in Straßburg, Kolmar, Metz und Mülhausen, sowie den landwirthschast- lichen Bezirksvereinen von Ober» und Unter-Elsaß Seitens der Regierung zur Begutachtung mitgekheilt worden. Da Elsaß-Lokhringen das einzige deutsche Land ist, welches praktische Erfahrungen über das Tabaksmonopol'besitzt, darf man annehmen, daß die Gutachten, welche von den berufenen Vertretern der Landwirthfchast, sowie des Handels und Verkehrs im Reichslande nunmehr abzugeben sind, durch besondere Sachkenntniß und richtige Beurtheilung sich aus- zeichnen werden. Warschau, 2. März. General Skobeleff ist gestern hier eingetroffen. •Petersburg, 2. März. Der „Regierungsanzeiger" tritt der in der auswärtigen Presse verbreiteten Ansicht, daß die „Neue Zeit" als osfieiöses Organ des Ministers des Innern zu gelten habe, entgegen und bezeichnet dieses Gerücht als völlig unbegründet. Das Blatt hebt hervor, daß der Minister des Innern keines officiösen Organs bedürfe und daß fein Verhaltniß zu der „Neuen Zeit" genau dasselbe sei, wie zu den anderen Zeitungen der Residenz. Konstantinopel, 2. März. Dem gestrigen Galadiner beim Sultan ging eine Besichtigung der kaiserlichen Gärten und ein Truppenmanöver voraus. Noch vor dem Diner drückte der Chef der außerordentlichen preußischen Mission, Fürst Radziwill, dem Sultan im Namen Des Kaisers den Dank für Die außerordentlich ehrenvolle Aufnahme aus, die die Mission gefunden habe. Der Sultan gab, hoch erfreut, seinen freundschaftlichen Gefühlen für den Kaiser und bet Freude über bie guten Beziehungen zu Deutschland Ausdruck und gedachte in ehrender Weise der großen Verdienste der in türkischen Diensten stehenden deutschen Beamten. Auch beim Diner wurden die Mitglieder der außerordentlichen Mission vom Sultan durch besondere Huld ausgezeichnet. — Gestern Abend fand zu Ehren der Mitglieder der Mission ein Rout in der russischen Botschaft jtatt. — Der Chef der Mission, Fürst Radziwill, begiebt sich Sonnabend nach Brussa und erst Ende nächster Woche nach Varna. Lokales. Gießen, 3. März In Wenzels Saalbau versammelte sich gestern Abenb der „Deutsche Schulverein", um Bericht über den bermaligen Stand der deutschen Sache IN O-sterreich-Ungarn uno zwei Vorträge der Herren Pros. Dr. Oncken und Pros. Dr. o. Liszt entgegenzunchmen, sowie eine Resolution über den Protest des Berliner Centralverclns gegen die Declarationen des Ministers Tisza im ungarischen Abgeordnetenhause, zu beschließen Wir werden des Näheren über die Versammlung in nächiier Nummer berichten. n„ Gießen, 3. März. Wie uns mitgetheilt wird, wurde auf der Sonntag den 26. Februar a. c. in Frankfurt a. M. abgehaltenen Delegirten - Versammlung des Hess. Regatta - Vereins Gießen als Festort einstimmig gewählt und Sonntag der 25 Juni a. c. zur Abhaltung der II. großen Hess. Vereins-Regatta bestimmt. Die hiesige Rudergesellschaft hat das Arrangement und die Leitung des Festes übernommen und sind die näihigen Vorbereitungen bereits getroffen worden; trotzdem die Em- ladungen und Programme erst in den nächsten Tagen abgehen, haben jetzt schon verschiedene auswärtige Vereine ihre Be,Heiligung zugesagt, bezw. sich zur Regatta angemeldet ” > MMMm dm ®enoflen« die ErsahMg 'eiter, die nicht hemngszwang. wmmenen Be- !« 13 Wochen Mn fein soll, k EnMdMz m, der 4 x Ren in‘8 Singt, Einnahmen auf Reinertrag auf ach den für die W unter her Wlchofe mar. Der Sttoff hes c- London ' “J1 sich nach auf die L Der Sitten» Än N ,s.»4 7' * U NK8 d-s Betriebsamts II. der Main-Weser-Bahn ist es In an-rkmn-ns- ffl,rt6efk? S 04 attft worben, die Boote als Paffagiergut auf dem Verdeck der werlyetier -uscne b i™ a-wöbnl eben G-päcktaxe zu verladen und wird dies ^?a9°nnemt6 fliut mbtteichen Bethefligung Seitens der fremden Rudervereine beitragen. Ales gew'ß zur zahtreichen ^«^ne Bootplatz, welchen die hiesige Ruder-Gesellichast . EtäenMim^ erworben hat, soll noch bebcutenb vergrößert, als F-stplatz miÖn?ht nnh m t arofien S n ver ehen werden, so daß das Publikum das ganze •fÄ Ärm fier überkW ü” bie laufenben Boote beobachten kann. zu eröffnen. q m;.. A,z aeißen guter Einvernehmens zwischen Arbeitgebern und SS.<-Ä» ■*** ***• 2ln die Arbeiter der Firma Georg Philipp Gail. Unterem am 27 Januar I. I. mit Tod abgegangenen Vater und ©djroieger- , J ren^.rli genannten Äma-elta den hktte' zm Feier dessen SOsährigen Jubiläums am 1. Psingstse,erlag ?,a Wahres 1878 in b r ^Wohnung des Jubilars IN Wiei'ck, wohin Herr Commerzien- ffa- Gail sich m diesem Zwecke selbst hmbegeben hatte, nicht nur eine ^ckwünfche karzubrmgen, sondern auch denselben in ehrender Weise durch Ueber- i^ickuna emes Eyrenbiploms und Zusicherung seines vollen Taglohns bis an sein Lebensende als Ruh-g-halt auszuzeichnen. sm,,! nun unser Wille ist, Arbeiter, die in gleicher Weise, mit Fleiß, Treue und sfiebldtfeit ihre Dienste der Firma Georg Philipp Gail dahier fortdauernd m?hmen ebrenb zu gedenken, so haben wir Unterzeichneten, so lange wir die Firma nerfte en uns entschlossen, am 27. Januar - dem Gründungstage ber Firma durch fierrn ffleora Philipp Gail und dem Todestage des Herrn Commerzienraths ftlnra ffarl Gail — zum Gedächtnisse der beiben bahingeschiebenen Inhaber ge- uannter Firma und um treue Arbeiter zu achten unb zu ehren, Nachstehenbes zu bestimmen: $ t & Dem Arbeiter, welcher bei treuer Pflichterfüllung ununterbrochen SO Jahre in Diensten bet Firma geftanben, soll fein voller Lohn, auch bann, wenn er nicht mehr arbeiten kann, ober will, als Ruhegehalt bis an sein Lebensenbe zugesichert fein. n, „ , b. Der Arbeiter, welcher bei treuer Pflichterfüllung ununterbrochen 25 Jahre in Diensten ber Firma geftanben, soll bie Summe von M. 50.— als einmaliges Geschenk erhalten. S 2. Dabei wirb sestgefetzt, daß bersenige Arbeiter, besten 50-resp. 25jährige Dienstzeit erst nach dem für das Jubiläum bestimmten Jahrestage ablauft, doch schon am 27. Januar des betreffenden Jahres ber oben bestimmten Auszeichnung theilhastig werden soll. S 3. Weil nun heute schon eine Anzahl Arbeiter 25 Jahre und mehr bei der Firma Georg Philipp Gail beschäftigt sind, so wird von uns beschlossen, daß biefefben als Anerkennung für treu geleistete Dienste, unter Zugrunde- legung ihrer Dienstjahre für jebes Arbeitsjahr «4L 2 — ausbezahlt erhalten sollen. (Folgen bie Namen von 19 Arbeitern, welche 54—25 Dienstjahre hinter sich haben.) W'r sprechen die Hoffnung aus, daß die vorausgehenden Bestimmm-gen dazu beitragen werden, die Arbeiter auch ferner zu Fleiß unb Ausbauer anjufpornen unb ber Firma noch lange vergönnt sein möge, treue Dienste belohnen zu können. Gegeben am Geburtstage bes Herrn Cowmerztenraths Georg Carl Gail, Gießen, den 28. Februar 1882. Georg Philipp Gail. Die Vertreter: (gez.) E. W as s ersch leb en. (gez.)Wilh Gail. — Auf dem Wetterberg (Siebenhügel) hat sich gestern ein junger Mann aus borf erschossen. Die Ursache ist wahrscheinlich Liebeskummer (!) gewesen. Temperatur in Gießen. Februar 1882. Niederste.......— 11,0 °R. Mittlere.......- 1,33 „ Mittel früherer Jahre .... — 0,68 „ Höchste . ......+ 11,0 „ Niederschlag in 8 Tagen .... 0,59 Par. Zoll „ im Mittel früherer Jahre an 14 Tagen 1,49 „ „ - ;r-^»-irTlm—r—- Kirchliche Anzeigen der evangelischenSemeinde tuSießeii. Gottesdienst: Sonntag ben 5. März (Reminiseere): Morgens 9>/, Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Nachmittags 5 Uhr: Pfarrer Dingelbey. (Pafsionsanbacht unter Mitwirkung bes Kirchengefangvereins.) Mittwoch ben8-März: III. Pasfionsgottesbtenst. Abenbs 6 Uhr: Pfarrer Dingelbey. Die Pfarrgeschäfte in ber Woche vom 5. bis 11. März besorgt Pfarrer Dr. Naumann. nngsfnnnne m 165,487,917 K j nach Mtntom des Staates W : m beut Äg. unterste Ti,- b«6 nie Hegte« iinführnng des jf. Der Gefeh- !N hmM» landimchfO Regiernng v einzige dentf^ pol besitzt, toi । Vertret» to ,be nunmehr * Heilung H hier einget* tritt der in» t" als ** 5 bezeichnet W derMMv ***» L# ««*■ t ät w *' /Dec SulM -d 9**1 stehenden dem LrdenÄ- L" A -n lufsifchen L« Sonnabend rr°,s a»« Ä * im . sannta« b‘” '5"S?5 tt« wfi‘9 a: eit ib,nJ rar sich 1 Konkursverfahren. lieber das Vermögen der geisteskranken Auguste Trapp von Gießen wird heute nni 1. März 1882, Vormittags ll'/2 Uhr, das Konkursverfahren eröffnet. Der Herr Rechtsanwalt Kraft zu Gießen wird zum einstweiligen Konkursverwalter ernannt. Kontursforderungen sind bis zum 21. März 1882 bei dem Gericht anzu- melden. Es wird zur Beschlußfassung über die Wahl eines anderen Verwalters, sowie über die Bestellung eines Gläu- digerausschusses und eintretenden Falls über die in § 120 der Konkursordnung bezeichneten Gegenstände und zur Prüfung der angemeldeten Forderungen auf Mittwoch den 12. April 1882, Nachmittags 3 Uhr, vor dem unterzeichneten Gericht Termin anberaumt. Allen Personen, welche eine zur Konkursmasse gehörige Sache in Besitz haben oder zur Konkursmasse etwas schuldig sind, wird aufgegeben, nichts an den Gemeinschuldner zu verabfolgen oder zu leisten, auch die Verpflichtung auferlegt, von dem Besitz der Sache und von den Forderungen, für welche sie aus der Sache abgesonderte Befriedigung in Anspruch nehmen, dem Konkursverwalter bis zum 21. März 1882 Anzeige zu machen. 1521 Gießen, den 1. März 1882. Das Großh. Amtsgericht Gießen. Gebhardt. Zur Beglaubigung: Neidhart, Gerichtsschreiber. Bekanntmachung. Die Holzversteigerung vom 28. Febr. ist genehmigt. Die Ueberweisung des Holzes findet am 10. März d. I. statt. Keffelbach, den 1. März 1882. Freiherr!. Oberförsterei Rabenau. 1515 Franz. Allgemeiner Anzeiger. Holz-Versteigerung. » In dem Grast. Solms-Laubach'schen Revier Arnsburg kommen Montag den 6. März nachstehende Holzsortimente zur öffentlichen Versteigerung: 158 Rmtr. Buchen-u.Eichen-Scheiiholz, 143 „ „ „ h Prügelh., 104 „ „ „ „ Stockholz, 512 „ „ „ ff Reiferholz, 92 Eichen-Stämme von 5—14 Mir. Länge, 20—40 Ctm. Durchm., = 57,89 Fstm., 44 Fichten-Stangen von 8—20 Mir. Länge, 6—17 Ctm. Durchm. = 2,30 Fstm. Die Reiser auf der Hard und das diesjährige Ergebniß aus dem Markwald Muschenheim wird in der Pause versteigert. Die Versteigerung beginnt präcis 9'/- Uhr int Seif am Pfahtgraben, und kommt das Stammholz abwechselnd mit dem Brennholz zum Ausgebot. Arnsburg, den 1. März 1882. 1503 _ Henckel. Bau- und Uutzhols- Dcrsseigcrmlg im Grast. Stolberg'schcn Forstrevier Hirzenhain. Montag den 13. d. Mts«, von Vormittags 10 Uhr ab, werden versteigert: District Schießenburg. 372 Eichen-Stämme mit 142,49 Fm., 27 „ Stangen „ 2,15 „ 10 Fichten-Stämme „ 2,33 „ 7 „ Stangen „ 0,51 ,, Von den Eichen-Stämmen eignen sich 18 Stück zu Schnittholz, während die übrigen vorzügliches Bau- u. Wagnerholz abgeben. Zusammenkunft am sog. Steinbachsweg an der Vicinalstraße zwischen Bergheim und Usenborn. Ortenberg, den 1. März 1882. Gräflich. Stolbergische Rentkammer. 1507 Renner. Mittwoch den 8. Mär;, von Vormittags 9 Uhr an, sollen im alten Rathhaussaal für das Rechnungsjahr 1882/83 versteigert werden: das Kehren der öffentlichen Plätze und Straßentheile, das Wegfahren des sännntlichen Kehrichts in der Stadt, das Errichten von Schutzgeländern in der Lahn und die Aufräumung von Fluthgräben in der Gemarkung. Gießen, den 3. März 1882. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. 1514 Bramm. Dienstag den 7. Mär;, Vormittags 11 Uhr, soll auf hiesigem Rathhaus veraccordirt werden: Die Anfertigung von 31293 lsd. Meter Drainagegräben, Die Lieferung und Anfuhr von 113600 Stück Drainröhren von 37 bis 137 Mmtr. Lichtweite. Bellersheim, den 1. März 1882. Großh. Bürgermeisterei Bellersheim. 1504 Bopp. Mittwoch den 8. Mär;, Nachmittags 2 Uhr, sollen zu Obbornhofen 6 alte Kirchcn- fenstcr versteigert werden. Obbornhofen, den 1. März 1882. Großh. Bürgermeisterei Obbornhofen. 1512 Leschhorn. Montag den 6. Mär; sollen in der Wohnung des Jakob Böhmer in Heuchelheim Oekonomie-Geräih- schasten, als: 2 Wagen, 2 Pflüge, Eggen, 1 Drehbank, 1 Handdrefchmaschine, sowie Heu, Stroh, Dickwurz u. bgl. öffentlich versteigert werben. Aeikgeöotenes. 1511 Ein zweispänniger Wagon, fast neu, unb eine Parthie Dickwnrz zu verkaufen bei Slug. Schlcfstnger. Oute Betten werden billig verkauft Teufelsluftgärtchen C. 169. 3 Soennecken ’s Z | Schreibfedernt in allen Schreib waarenhdlgn. vorräthig. 949. 1500 Vier neue, sehr gute, selbst gefertigte Hobelbänke, eine gebrauchte Hobelbank, ein Küchenschrank mit Glasaufsatz und mehrere lackirte Bettstellen verkauft ©djreinermeifter Joh. Lenz, Frankfurter Straße. Ziehung 31. Marz Grosse Frankfurter Lotterie II. Serie. Hauptgew. i. W. v. 20000, 12000,6000,2ä5000Mk etc. 3500 Gew. I. 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A Muättaiä Vermischte Anzeigen. 1520 Ein geräu miges Zimmer ohne Möbel in der Nähe des Kirchenplatzes zu miethen gesucht. Näh. 6. d. Exped. ds. Bl. Der 1 jmtärt bei worben. He iirra, die! Men ist de feinem Uwt Umfang miet Die Kaufes üb »orten und «Meten. itft am Dm Stoffe gerne Mich tilge ® ftiftei ch auf bi W jift u W feg •k Ult H N ??a mocha Ausverkauf. 362 Durch Verkauf meines Geschäftes findet der von mir schon früher mmoncirte Ausverkauf noch bis 1. Mai statt und blasse ich meine imiiintlicbeii Artikel, da damit vollständig räumen muß, zu enorm billigen Preisen. - Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch m $«6^ eine Beilage. Heb' {eine bef*^ bafein® ordnetenhü 3. A?ni' oft* < diese Ze>f Hoden ro'1 Beiothm erweis!" < »Msetzi werben. D Mndwirthsch. Iocalverein Gießen. Sitzung am Mittwoch den 8. März 1882, Nachmittags 5 Uhr, Martn tu J0,»it Die Tuffschwemmstem- und Eaminrohr-Fabrik von E. W. 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Die Parlamentsberichterstattung erfolgt auf den Spcctaldrahten der Frankfurter Zeitung." Kein anderes füddeutsches Blatt liefert so vollständige und unparteiische Reichstags- und Kammerberichte ans telegraphischem Wege. . ,. . Neu eintretenden Abonnenten liefern nur die Zeitung bis Ende dieses Monats gratis, ebenso sind Probeblätter jeder Zeit bei uns zu haben. Gießen, im März 1882. Die Agentur der Frankfurter Zeitung. Julius Wallach, Bürgergesellschast. Mittwoch den 8. März, Abends 8‘/2 Uhr: fleneral-versammlMg im Cafe Schnell. Tagesordnung: Berichterstattung. — Rechnungsablage. — Vorstandsroahl. Sonntag den 12. März 1882 : carnevaMsche Abendunterhattung in Wenzel’s Saale. Anfang 1 Uhr. Der Vorstand. 1526 Zwei ineinandergehende fein möbl. Zimmer zu miethen gesucht. Näheres durch I. Blitz. Gute Pension finden 2 Schüler in gebildeter Familie. Adress. an die Exped. d. Bl. 1°16 Die Dampf-Kaffee-Brennerei von A. Zuntz sei. 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" 1528—W-gzugshalber ein Familienlogis ru vermiethen. , _ Christian Noll, Caplansgaste. 1517 Ein möbl. Zimmer im Hause des Herrn-Kaufmann Weidig, Marktplatz 8, 2. Stock, zu vermiethen. 1518 Mehrere solide Arbeiter können Logis erhalten hei Ph. Flett,C. 166. 1535 Ein Familieülogis, 4 Zimmer, Küche und allem Zubehör, per 1. April zu vermiethen. Karl Burkhardt, Neustadt. MZ Ein freundl. möbl. Zimmer zu vermiethen im Körner'schen Garteii. ""1525 Eine freundl. Wohnung, Stube mit Cabinet und allem Zubehör, zu ver- micthen. Wo? sagt die Exped. ds. Bl. 1524 Eine freundliche Mansarden- wohnung, 4 Zimmer, Bodenkammer, Küche, sonstiges Zubehör und verschließbarem Corridor zu vermiethen bei Prof. Milbrand, Marb.-Str. 161. 1008 Ein Colomalwaarengeschäst, mit Eiten-, Dielen- und Kohlen-Handlung verbunden, tu verpachten durch ________ ./■ ttlifz. 373 Alle Schirmreparaturen, sowie das Neu-Ueberzieben von Regenschirmen wird bestens besorgt von j. Weitzenkorn, Schlllstraße 19. 1498 Gesucht wird zum 1. 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Heber unsere parlamentarische Lage nach Ostern scheinen noch keine definitiven Bestimmungen getroffen zu sein, doch steht schon so viel fest, datz ein abermaliges Zusammentagen des Reichstages und des preußischen Abge- ordnetenhauses nicht zu vermeiden ist. Bekanntlich tritt er Reichstag am 3 Avril wieder zusammen und auch das Abgeordnetenhaus soll, rote man von osstMer Seite aus Berlin schreibt, nach der Osterpause seine Arbeiten um diese Zeit wieder aufnehmen, da dasselbe bis Ostern kaum den Etat fertig gestellt haben wird Sollte es gleichwohl bei erneuter Erwägung sich im Interesse der Berathuna' der socialpolitischen Gesetze im Reichstage als wünschenswerth erweisen die Plenarsitzungen des Abgeordnetenhauses noch einige Zeit länger auszusetzen, so wird ohne Zweifel der Weg förmlicher Vertagung gewählt löeT ^ie letzten Sitzungen des preußischen Abgeordneten- bauses sind — im Gegensätze zu denen der vorhergehenden Woche - ziemlich ruhig verlausen, was im Interesse der Förderung der Etatsberathung allerdings wünschenswerth erscheint. Am Donnerstag führte das Haus die Be- rathung des Volksschuletats zu Ende; die Debatte bot keinerlei hervorzuhebende Momente dar. Am genannten Tage haben auch die Abendsitzungen begonnen, welche sich zur rascheren Förderung der Etatsberathungen unumgänglich noth- wenoig erwiesen haben; in der Abendsitzung vom Donnerstag wurde das Kapitel „Kunst und Wissenschaft" und theilweise dasjenige des technischen Unter- richtswesens ohne besonders bedeutsame Zwischenfälle erledigt. Am Freitag setzte das Haus zunächst die Debatte über letzteren Gegenstand fort; eine fast zweistündige Discussion entspann sich über den Antrag des Abg. Dr. Schultz (Bochum), welcher die Vorlegung eines umfassenden Finanz- und Organisations- Planes des niedern technischen Unterrichtswesens von der Staatsregierung in der nächsten Session verlangt. Der Antrag wurde schließlich einstimmig angenommen. Auch die übrigen auf der Tagesordnung stehenden Positionen des Cultusetats fanden fämmtlich die Genehmigung des Hauses; eine Abendsitzung fand am Freitag ebenfalls statt. Der Urlaub des gegenwärtig in Italien weilenden Staats- fecretärs des Innern, v. Bötticher, ist zunächst bis zum 1. April verlängert worden. Herr v. Bötticher erholt sich nur sehr langsam; es handelt sich nur darum, die durch große Blutverluste geschwächten Kräfte wieder zu heben. Dagegen ist der Staatssecretär im Reichsschatzamt, Burchard, vollständig von seinem Unwohlsein hergestellt und hat die Leitung seines Refforts in vollem Umfang loieber aufgenommen. Die große Debatte des österreichischen Abgeordnetenhauses über das Budget im Allgemeinen ist am Freitag zu Ende geführt worden und beschloß das Haus mit großer Majorität, in die Specialdiscussion einzutreten. Der Regierungs-Vertreter, Finanzminister v. Dunajewski, gelangte erst am Donnerstag dazu, auf die scharfen, von der Opposition auf das Cabinet Taaffe gemachten Angriffe zu erwiedern; indessen waren seine Erklärungen ziemlich allgemein gehalten. Lauten Beifall fand bei der Rechten tue Erklärung des Ministers, daß die Regierung ihre erste Aufgabe, alle Bevölkerungen Oesterreichs auf dem Boden des Parlamentarismus zu vereinigen, erfüllt habe, sie gehe jetzt unablässig ihren weiteren Aufgaben nach. Worin diese bestehen, darüber ließ sich Herr v. Dunajewski nicht weiter aus; sie werden indessen wohl der unter dem Ministerium Taaffe inaugurirten „Versöhnungspolitik" entsprechen, welche bekanntlich darin gipfelt, den Herren Czechen, Polen u. s. w. auf Kosten des liberalen Deutschthums die weitgehendsten Concessionen zu machen. Im Schooße des französischen Parlaments ruht die Präten- denten-Frage noch immer ungelöst, obschon die Regierung in die praktische Lösung derselben durch die Entfernung der Prinzen von Orleans aus der Armee bereits eingetreten ist. Es fragt sich zunächst, ob der Senat feinen Widerstand gegen die Prätendenten-Vorlage fallen lassen wird und dafür, daß dieses geschieht, liegt ein bedeutsames Anzeichen vor. Die vom Senator General Robert am Donnerstag eingebrachte Interpellation bezüglich der Prinzen-Decrete hat nämlich mit einem Triumphe der Regierung geendet. Mit 134 gegen 110 Stimmen nahm der Senat den vom Ministerpräsidenten Ferry beantragten Uebergang zur einsachen Tagesordnung an; es liegt hierin gewissermaßen ein Vertrauens- Volum für die Regierung und man kann daher auch die Consequenz hieraus ziehen, daß der Senat in Bezug auf die Prätendenten-Vorlage der Regierung schließlich nachgeben wird. Der Kriegsminister Thibaudin erntete den ostentativen Beifall der Linken für feine Rede, in welcher er die Gesetzlichkeit der gegen die Prinzen von Orleans getroffenen Maßregeln energisch vertheidigte. Im Uebrigen zeichnete sich die Sitzung durch lärmende Apostrophen der Rechten aus. — In Havre ist ein Individuum verhaftet worden, welches eingeraumt hat, an der Ermordung von Lord Cavendish und Sir Thomas Bourke theil- genommen zu haben. Nach langwierigen Debatten hat das englische Unterhaus den Adreßentwurf am Donnerstag endlich definitiv angenommen. Richt wenig haben zur Verschleppung der Verhandlungen über diesen Gegenstand die Amendements, welche von den irischen Deputirlen hierzu eingebracht wurden, beigetragen, über welche immer wieder besonders discutirt werden mußte. Roch kurz vor Beendigung der Adreßdebatte brachte der irische Deputirte O'Connor ein Amendement ein, in welchem unter Hinweis auf den Rothstand in Irland erklärt wird, der Umstand, daß jede Zusage fehle, Gesetze über die Irland betr. dringenden Fragen einzubringen, erscheine geeignet, die Unzufriedenheit und das Mißvergnügen in Irland zu erhöhe». Das Amendement theilte indessen das Schicksal aller ähnlichen von den Anhängern Paruell's gestellten Forderungen — es wurde mit'großer Majorität abgelehnt. — lieber die Donnerstags-Sitzung der Donau-Conferenz weiß die „Times" mitzutheilen, daß sich die Conferenz in derselben mit der Wahl der Ausschußmitglieder, gemäß dem Anträge Barräre, beschäftigte. Der „Standard" behauptet, daß sich die Verlängerung der Vollmachten der Commission auf wenigstens 18 Jahre erstrecken soll. Die anarchistische Bewegung in Andalusien scheint doch ziemlich bedenklicher Natur zu fein. Es haben sich ganze Bauden gebildet, die wohl- bewaffnet, die Landbevölkerung terrorifiren; dabei agitiren die Anarchisten unausgesetzt unter derselben und suchen namentlich die ländlichen Arbeiter zur Arbeitseinstellung zu veranlassen, um hierdurch die Einbringung der Ernte unmöglich zu machen. Begreiflicher Weise herrscht unter der besitzenden Bevölkerung Andalusiens große Aufregung und hat jene außerordentliche Maßregeln gegen die Socialisten gefordert. In der Deputirtenkammer ist diese Angelegenheit auch zur Sprache gekommen; indessen hat die Kammer den Antrag auf Vornahme einer parlamentarischen Untersuchung über die Anarchisten in Andalusien abgelehnt und die Regierung wird daher ohne die Ermächtigung der Cortes die Maßregeln treffen müssen, welche zur Unterdrückung der auarchisti- schen Bewegung nothwendig erscheinen. Der Papst beging am 2. März die Doppelfeier seines Geburtsfestes und des Jahrestages seiner Krönung. Er empfing daher oie Glückwünsche der Kardinäle, Bischöfe und sonstigen kirchlichen Würdenträger Roms und beantwortete die vom Doyen der Kardinäle verlesene Adresse auf das Wohlwollendste. — Die „Agenzia ©tefani" meldet aus Tripolis, der italienischen Regierung sei von der Pforte eine weitere Genugthuuug zu Theil geworden, indem ein türkischer Ofsicier wegen Eindringens in die. Wohnung des italienischen Unter» thanen Dana zu dreiwöchentlichem Gefängniß verurtheilt worden sei. Im Laude der „Mynhers" ist eine allgemeine Ministerkrisis ausge- brocheu. In einer der letzten Sitzungen der holländischen Abgeordnetenkammer machte der Fiuauzminister van Lyuden die Mittheiluug, daß das Cabiuet seine Entlassung eiugereicht habe; die Gründe zu diesem Schritte sind in dem Widerspräche zu suchen, der nun schon seit Jahr und Tag zwischen dem holländischen Ministerium und der Abgeordnetenkammer in Bezug auf verschiedene in- und auswärtige Fragen besteht. Der General-Gouverneur von Niederläudifch-Judieu hat ebenfalls seine Entlassung eiugereicht. In Konstantinopel hat sich in aller Stille eine nicht unwichtige Miui- fteroeränberung zugetragen. Mahmud Nedim Pascha, der berüchtigte Freund Jguatieff's, hat aufgehört, Minister des Innern zu fein und an seine Stelle ist Edhem Pascha, der bisherige türkische Botschafter in Wien, getreten. Mahmud Nedim Pascha ist ein starrer Alttürke und als solcher ein Feind aller Reformen, denen fein unseliger Einfluß auch überall im Wege stand. Sein Nachfolger Edhem hat durch feinen Aufenthalt in Berlin und Wien europäische Bildung schätzen gelernt und er wird daher ohne Zweifel dazu beitragen, der Türkei, soweit dies eben noch möglich ist, wieder ein wenig aufzuhelfen. Vermischte». Biebrich. Folgenden Unglücksfall berichtet der „RH.K." vom 26.Febr.: Heute früh zwischen 8 und 9 Uhr fand in der Kalle'schen Anilmfarbenfabrik ein höchst de- klagenswerther Ungtückssail flat-, welchem leider zwei Menschenleben zum Opfer fielen. Dr. Hercher, ein erfahrener, strebsamer Chemiker, wollte an diesem Morgen eine Ver- suchssabrikation ins Werk setzen, welche ihn schon seit Monaten im Laboratorium beschäftigt hatte. Bei der Inbetriebsetzung entwickelte sich ganz unerwartet plötzlich eine große Menge von Schwefelwasserstoff, wodurch Herr Dr. H. und der dabei beschäftigte Arbeiter Emil Kleber das Bewußtsein verloren und wahrscheinlich sofort den Erstickungstod fanden. Alle theils mit Lebensgefahr ausgeführten Rettungs- und in Gegenwart mehrerer hiesiger Aerzte angistellten Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos. Glücklicherweise erholten sich alle diejenigen, welche bet den Rettungsversuchen zum Theil sehr heftig den Wirkungen des schädlichen Gases ausgesetzt gewesen waren, durch Anwendung geeigneter Mittel. Schiffsbericht. Mitgethetlt von dem Agenten des Norddeutschen Lloyd in Bremen, C. W. Dietz Nachfolger, Gießen. Bremen, 3. März. (Per transatlantischen Telegraph.j Der Postdampfer Neckar, Capt. R. Bussius, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 18. Februar von Bremen und am 20. Februar von Southampton abgegangen war, ist heute 1 Uhr Morgens wohlbehalten in Newyork angekommen. Allgemeiner Anzeiger. Feilgebotenes. Loose zur Darmstadter Pseriumarkt- Lotterie sind tu der Expedition d». Bl. »2 Mk. zu haben.____________ 1452 Ein HauS zum Alleinbcwohnen. für einen Beamten sehr geeignet, mit schönem Garten und bett besten Sorten Obst, sowie noch 4 Bauplätzen zu dem billigem Preis von 22000 x zu verkaufen. Näheres bei Wilh. Krämer. 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Aufgebot in Procenten ausgedrückt sein. Die Eröffnung erfolgt um 3 Uhr in der Rathhausstube daselbst. Sogleich nach diesem Termin soll noch Pumpenmacherarbeit, veranschl. zu 36 M., durch öffentliche Versteigerung in Accord gegeben werden. Gießen am 3. März 1883. Senkin^, leichtverdaulichsten S^und ihres angenehmen Geschmackes wegen beliebtesten Catarrh- und Husten-Mittel. In allen Apotheken zu haben; das Extract zu 1 Mk. pr. Glas; Gardmm-Stangen und Rosettln empfiehlt billigst Ernst Blöditer, 1266 Bahnhofstraße 12. Schüler finden gute Pension. Wo? sagt die^Exped. d^l^_960 51 Ankauf von Lumpen. Knochen, Papier und Akten. Louis Rothenberger, Neuenweg 22. Ä-G" Theerschwrsel-Seift bedeutend wirksamer als Theerseife, vernichtet sie unbedingt alle Arten Hautunreinigkeiten und erzeugt in kürzester Frist eine reine, bieudendwciße Haut. Vorrathtg d Stück 50 H bei Emil Fischbach. Tischdecken in neuer, großer Auswahl in Seide, Wolle und Jute empfiehlt 126/ Ernst Blödner, Bahnhofstr. 12. 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