"Zvrr- lA, ■" und < vermiet^ Ling^ eS°0i5 zu Jwloneg. öerinuEn traft 21 illigtf E Pension, nächst der 5640 Een Hause ethrn. ItraßeD. Ecnninern.'c' nd Burschen' 'uNtt A-SMt. ■ 1. Cttobtv gasse 88. zu nev; irsweg 3. rvnmiethUi rnrnstraße. nn zu verm litterh. Irner Wwc >ii vermielheii. Riegelpsad. an der Nord- trafoe) ist bet 5 5 Rimmern n. Dr. Dittmar. immer zu oei ltt^Böger, zu verrnietha Asterweg. 1 zuvermW, _iranbgaiie._ seines Kw uen-Bäuen 2ij 5 November zi Vorderhaus ji y, Neuemncg. ei gut möblirt! ■rntthtn. bjJL „ tng, Remis« -mHosram vermiet^ ). vö. Sl. As nt W M. i, mit S®: • gatten. , Asteriveg > ■ le ar werb? gif. elcl$eI' ttstU braune * Amts- und Anzkigeblatt für den Kreis Gießen. Nr. 23N. Vnrcau: Schulstraße 7. Erscheint täglich mit Ansnahme des Montags. toRKFatsa Preis viertrffährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Amtlicher Hheit. Betreffend: Die Reinhaltung und Wegsamkeit der Straßen und Plätze in der Provinzialhauptstadt Gießen. Bekanntmachung. Wir sehen uns veranlaßt, darauf hinzuweisen, daß nach dem Lokalreglement oom 10. November 1879 in den Wintermonaten (1. Oktober bis 31. März) das Reinigen der Straßen 2c. Dienstags und Donnerstags bis 10 Uhr Vormittags und Samstags von 1—3 Uhr Nachmittags vorzunehmen ist. Gießen, den 2. Oktober 1882. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. ________________________________________Fresenius. Deutschland. Darmstadt, 28. Septbr. Das Großherzogliche Regierungsblatt (Beilage Nr. 22) enthält: 1. Bekanntmachung Großh. Ministeriums der Finanzen, die zur Ausfertigung und Erledigung von Uebergangsscheinen ermächtigten Stellen betreffend. 2. Verzeichniß der Vorlesungen, Hebungen und Praktika, welche im Winter-Semester 1882/83 in den 5 Fachabtheilungen der Großherzoglichen tech- Hochschule zu Darmstadt gehalten werden. 3. Bekanntmachung Großh. Kreisamts Groß-Gerau, die Erhebung der Umlage zur Bestreitung der Communal-Bedürfnisse in den Gemeinden Stockstadt und Trebur pro 1882/83 betreffend. 4. Ordensverleihungen. 5. Namensveränderungen. 6. Dienstnachrichten: Am 15. Juli wurden dem Schullehrer Karl Backes zu Ober-Eschbach und deut Schulamtsaspiranten Abraham Stern zu Heppenheim a. B. Lehrerstellen an der Volksschule zu Darmstadt übertragen; am 20. Juli wurde Heinrich Rill aus Habitzheim zum Aufseher an dem Gefängniß und Arresthause zu Mainz, am 21. Juli wurden der Vauaufseher Nicolaus Berg zu Klein-Winternheim, der Pfandmeister-Vicar Johs. Walter zu Büdingen, sowie der Steuerausseher- Vicar Johs. Seibert zu Darmstadt zu Steueraufsehern ernannt; am 22. Juli wurde dem Schulamtsaspiranten August Hoffmann aus Eschollbrücken die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Kelsterbach übertragen; an dems. Tage wurde der Landgestütsbeiknecht Jacob Weinehl aus Vendersheim zum Landgestütsdiener bei dem Landgestüt mit Wirkung vom 18. August l. Js. ernannt; am 25. Juli wurde dem Schullehrer Jacob Gieg zu Frei-Laubersheim die erledigte Lehrerstelle an der Gemeindefchule zu Wachenheim, dem Schullehrer Karl Stumpf zu Zell die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Harpertshausen übertragen; an dems. Tage wurde der von dem Herrn Fürsten zu Isenburg und Büdingen auf die erledigte 4. Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Büdingen präsentirte Schullehrer Hermann Becker zu Nidda für diese Stelle bestätigt; am 27. Juli wurde dem Schullehrer Georg Reidel zu Bermersheim eine erledigte Lehrerstelle an der evang. Schule zu Gundersheim übertragen; am 2. August wurde dem Schulamtsaspiranten Kaspar Zilles aus Hofheim die Lehrerstelle an der Ge- meindeschule zu Jugenheim übertragen; am 4. August wurde der von dem Hrn. Grafen zu Erbach-Fürstenau auf die erledigte 1. Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Unter-Mossau präsentirte Schulamtsaspirant Peter Ehrhard aus Nie- der-Kainsbach für diese Stelle bestätigt; an dems. Tage wurde der Schutzmann Jacob Eise zu Darmstadt zum Steueraufseher ernannt; am 8. August wurde der von dem Herrn Grafen zu Erbach-Fürstenau auf die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Steinbach präsentirte Schulamtsaspirant Johs. Olt aus Breitenbrunn für diese Stelle bestätigt; an dems. Tage wurde dem Schulamtsaspiranten Wilhelm Dessoi aus Hackenheim eine erledigte Lehrerstelle an der Volksschule zu Worms übertragen; am 9. August wurde der Secondelieutenant der Landwehr Emil Oswald Gustav Walter zum Verwalter an dem Provinzial- Ärresthause zu Darmstadt ernannt; am 11. August wurde dem Schulamtsaspiranten Hermann Kloster aus Abenheim eine erledigte Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Jügesheim übertragen; am 12. August wurde der provisorische Pedell Benedict Deppert aus Bensheim zum Pedellen an dem Gymnasium zu Bensheim ernannt; am 13. August wurde dem Schullehrer Joseph Nicolai zu Hechtsheim eine erledigte Lehrerstelle an der Volksschule zu Mainz, am 15. August wurde dem Schullehrer Joh. Metzger zu Neckar-Steinach eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Bretzenheim übertragen. 7. Charakterertheilungen. 8. Dienstentlassung: Am 15. August wurde der Schullehrer an der Volksschule zu Offenbach August Schmidt auf sein Nachsuchen mit Wirkung vom 1. September 1882 an seines Dienstes entlassen. 9. Dienstenthebung. 10. Ruhestandsversetzungen. 11. Concurrenzeröffnungen: Erledigt sind: Die evang. Pfarrstelle zu Goddelau, mit Wirkung vom !. October d. Js. an; dotattonsmäßiger Gehalt 2852 A Die mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Haisterbach mit einem Gehalt von 900 A Darmstadt, 30. Septbr. Das heute ausgegebene Großh. Regierungsblatt Nr. 21 enthält: Bekanntmachung Großh. Staatsministeriums, die Be- letzung der Subaltern- und Unterbeamten-Stellen bei den Reichs- und Staatsbehörden mit Militäranwärtern betreffend. m. Darmstadt, 1. October. Die parlamentarischen Arbeiten unserer ßanb9 stände werden demnächst wieder ihren Anfang nehmen und zwar ist es zunächst der Finanzausschuß der 2. Kammer, bei dem der Hauptschwerpunkt der bis jetzt dem Landtage erwachsenen Arbeiten liegt in der Form der von der Regierung vorgelegten Gesetzesentwürfe in Betreff der allgemeinen Einkommensteuer, der Einführung eimr Kapitalrentensteuer, der gleichmäßigen Besteuerung der Gewerbe und der Erbschaftsund Schenkungsstcuer. Der Finanzausschuß wird am 12. d M. zu einer Besprechung dieser Gegenstände zusammentreten. Unter den dem Gesesetzgebungsausschuß überwiesenen Berathungsgegenständen steht in erster Linie der Gesetzesentwurf, die Enteignung von Grundeigenthum betreffend, über welche bedeutungsvolle Materie der Ausschuß bereits eine Reihe von Sitzungen abgehalten hat. Berlin, 29. Septbr. Die hiesigen Blättern aus Mainz telegraphisch gemeldete Nachricht von bevorstehenden Verhandlungen zwischen Preußen und Hessen über die Correction des Rheins längs des Rheingaues ist richtig Bekanntlich waren über den Zustand jener Nheinstrecke namentlich auch im Interesse des Weinbaues lebhafte Klagen auch beim Reichstage geführt. Auf Aufforderung des letzteren hat der Reichskanzler in Ausübung des dem Reich zustehenden Aufsichtsrechts im Herbst 1880 eine Commission, bestehend aus Vertretern des Reichs und der Rheinufer-Staaten, berufen, um unter Zuziehung der Betheiligten die Beschwerden yi prüfen. Nach dem Bericht der Reichscommission, welcher durch das Centralblatt der Vauverwaltung veröffentlicht ist, sind nicht unerhebliche Aenderungen der bestehenden Stromanlagen erforderlich, um begründeten Beschwerden der Ufer- benrokner gerecht zu werden. Die betr. Vorschläge sind von den beiden bethei- ligten' Negierungen im Princip angenommen und dementsprechende Regulirungs- pläne ausgearbeitet. Heber die Details der letzteren, deren Ausführung und der Vertheilung der Kosten bedarf es einer Verständigung zwischen Preußen und Hessen, zu deren Herbeiführung jetzt Verhandlungen stattfinden. Das Reich hat so durch fein Eingreifen eine Angelegenheit, welche seit langen Jahren trotz der lebhaftesten Beschwerden der Betheiligten nicht vorwärts rücken wollte, binnen Kurzein auf einen Weg gebracht, der eine baldige allseitig befriedigende Lösung erwarten läßt. — Die durch Vermittlung eines größeren Provinzialblattes vor einigen Tagen verbreitete Nachricht, die „Provinzial-Correspondenz" würde in Kurzem zu erscheinen aushören, ist dem Vernehmen nach auf Erwägungen zurückzuführen, welche darüber stattgefunden haben sollen, ob ein Bedürfniß dafür vorliegt, die „Provinzial-Correspondenz" allwöchentlich erscheinen zu lassen, oder ob es sich nicht etwa empfehlen würde, das genannte Blatt nur dann zur Ausgabe zu bringen, wenn eine halbamtliche Aeußerung in wichtigen Fragen wünschens- werth erscheint. — Die „Verl. Polit. Nachr." melden: Zur Richtigstellung von Nachrichten, welche durch eine große Anzahl von Zeitungen ihren Weg gefunden haben, wollen wir feststellen, daß der mit der Vertretung des Directors Roller beauftragte Regierungsrath Stahl die Verwaltung der kaiserlichen Tabakmanu- faktur in Straßburg vor einigen Tagen übernommen hat und daß jedoch dem Director Roller auf sein Nachsuchen nur ein zehntägiger Urlaub bewilligt worden ist. Ferner schreiben die „B. P. N.": Der vor Kurzem angedeutete erste Schritt zur Anbahnung der internationalen Verständigung über die Zukunft Egyptens wäre also bereits effektuirt worden. Von mehreren Seiten wird gemeldet, daß England den europäischen Cabineten die Grundzüge seines Ägyptischen Programms mitgetheilt habe. Gewisse Symptome lassen darauf schließen, daß bemeldete Mittheilung einen streng vertraulichen Charakter trägt, jedenfalls nicht für die Oeffentlichkeit bestimmt ist. Das größere Publikum wird sein Verlangen nach authentischen Informationen bis auf Weiteres mit Enthüllungen nach Art derer befriedigen müssen, welche der britische Generalpostmeister Fawcet unlängst seinen Wählern vorsetzte, und welche eigentlich nur besagen, daß Egypten eine Organisation erhalten soll, welche dem Ideal einer Musterregierung so nahe komme, als dies hienieden möglich ist. Europa kann die Egypter zu den wohlwollenden Gesinnungen des britischen Siegers nur beglückwünschen, vorausgesetzt, daß das neue Arrangement wirklich solide Institutionen schafft. Alle aufrichtigen Friedensfreunde haben ein berechtigtes Interesse daran, daß der Zustand latenter Anarchie, der bis zu Arabi's Schilderhebung bestand und durch die Maske der westmächtlichen Controle nur notdürftig verhüllt wurde, definitive Beseitigung finde, und haben nichts dawider, wenn England, das sich als Friedensstifter am Nil bestens legitimirt hat, von Europa mit weitgehenden Vorrechten ausgestattet wird. , . , Baden-Baden, 30. Septbr. Am heutigen Geburtstage Ihrer Maj. der Kaiserin fand Vormittag 10'/z Uhr eine große Gratulations-Cour statt, welche Ihre Majestät im Sessel sitzend entgegennahm. An dem um 5 Uhr stattfindenden Galadiner wird auch der Großherzog von Sachsen-Weimar, der zum Besuche Ihrer Maj. der Kaiserin hier eingetroffen ist, theilnehmen. Abends zum London, 30. Septbr. Nach Berichten der SDiorgenblättcr aus Kairo sind durch die Explosion des SNunitiouszuges fast sämmtliche Vorräthe des Com- inissariats der Artillerie zerstört worden. Wer Schaden wird aus 100,000 Pfd. Sterl. veranschlagt. Unter den Todten und Verwundeten befinden sich mehrere englische Soldaten. r . , „ . , r., — Aus Dublin wird gemeldet, daß Gray freigelassen wurde, obgleich seine Strafe noch nicht zu Ende ist. — In Kairo wird ein großer Stand für den Khedive errichtet, vor dem 18,000 Alaun Kavallerie, Artillerie, die See- brigade, die Marine-Artillerie und das indische Kontingent vorbeimarschiren und den Khedive salutiren werden. . _ Nach einer Depesche des „Standard" aus Kairo erregt Die Zusammensetzung des Kriegsgerichts Bestürzung im Volke, da unter anderen Verbündeten der Militärhäupter auch Osman Bey, der Commandant der Artillerie unter Abdellal in Damiette, darin sitzt und nun über seinen Chef aburtheilen soll. — Arabi verlangt durch einen englischen Anwalt vertheidigt zu werden. London, 29. Septbr. Die „Times" erfährt, Admiral Seymour fei abgeneigt, die Pairswürde anzunehmen. Belgien. Brüssel, 30. Septbr. Der König empfing heute den Afrikareisenden Stanley. Gießen, 2. October. sDekanats-Synodeff Unsere Dekanats-Synode wurde am 18. September in der Kirche zu Klein-Linden abgehalten. Es hatten sich 39 Abgeordnete elngefunden; als Vertreter des Kirch nregiments war Herr Superintendent Habicht erschienen. Die Predigt wurde von Herrn Pfarrer Dingeldey aus Gießen gehalten über Ev. Jhs. 8, 31 und 32. Sie behandelte das Thema: Drei Merkmale eines rechten Jüngers Jesu, nämlich 1. er bleibt bet der Rede Jesu, 2. er erkennt die Wahrheit, 3 die Wahrheit macht ihn frei. Zu Schriftführern wurden Herr Pfarrer Schlosser und Herr Bürgermeister Rußland. Sebastopol, 30. Sept. Heute Vormittag explodirte auf der Popowka (Thurmschiff) „Nowgorod" eine Seemine, wodurch — dem Vernehmen nach — zwei Osficiere, vier Matrosen, ein Beamter und acht Soldaten verwundet wurden. Amerika. New-Bork, 30. Septbr. Der Dampfer „Robert E. Lee" ist in der verflossenen Nacht bei einer Fahrt auf dem Mississippi, ungefähr 30 Meilen unterhalb Vicksburg, durch eine auf demselben ausgebrochene Feuersbrunst vollständig zerstört worden und untergegangen. Der Verlust an Menschenleben ist em sehr bedeutender. Die Zahl der Umgekommenen, unter denen sich viele Frauen befinden sollen, hat indeß noch nicht festgestellt werden können. Dänemark. Kopenhagen, 30. Septbr. Die heutigen Ergänzungswahlen Landsthing änderten an dem Stärkeverhältniß der Parteien nichts. Arankreich. Paris, 30. Septbr. Grovy ist Abends in Paris emgetroffen. England. Afrika. Tunis, 30. Septbr. Der Italiener Meschino wurde unter der Bedingung begnädigt, Tunis zu verlaffen. Er schiffte sich heute nach Sicilien ein. Kairo, 30. Septbr. Die zur Prüfung der Anklagen wider die Rebellen niedergesetzte Specialcommission beginnt ihre Arbeiten heute. — Die Rückkehr der Gardebrigade nach England ist nunmehv für den 30. k. Mts. festgesetzt, das hier zurückbleibende Occupations-Eorps soll aus 10,000 Mann befiehen. Die Eisenbahnverbindung zwischen Alexandrien und Kairo ist vollständig wieder hergestellt. L Kairo, 30. Sept. Die heutige Truppenrevue vor dem Khedive dauerte etwa 2 Stunden und nahm trotz der ungünstigen Witterung einen,befriedigenden Verlauf. Eine große Anzahl Eingeborener wohnte dem nnlitärischen Schauspiele bei. — Es sind neuerdings noch 8 Personen verhaftet worden, welche die Weiterverbreitung des Bahnhofbrandes gefördert haben sollen. Gerüchtweise verlautet, daß in einem Bündel Heu, welches auf dem Bahnhof lagerte, Dynamit gefunden worden fei. Eine Bestätigung dieses Gerüchtes liegt indeß noch nicht vor. Lokales Gießen, 2. October. Schwurgerichtsverhandlung am 30. September gegen Margarethe Meininger, genannt Rcuß von Mittel-Gründau wegen Meineids. Dieselbe ist beschuldigt: daß sie am 26. Juni l. I. vor Großh. Schöffengericht Büdingen, einer zm Abnahme von Eiden zuständigen Behörde, in der Strafsache gegen Die Friedrich Weine! II. Ehefrau von Mittel-Gründau wegen Hausfriedensbruchs den vor ihrer Vernehmung geleisteten Eid wissentlich durch ein falsches Zeugniß verletzt habe. Die Geschworenen bejahten zwar die Schuldfrage, nahmen aber an, daß der Beweis, die Angeschuldtgte habe wissentlich falsch geschworen, nicht erbracht sei und wurde demgemäß dieselbe von Strafe und Kosten freigesprochen. — sZaubertheaterff Am gestrigen Abend producirte sich im Cafö Leib der König!, sächsische Zauberkünstler und Bauchredner Herr Professor Böning vor einem vollständig besetzten Saale. Herr Professor Böning trug die einzelnen reizenden Pwcen mit Humor vor und ein stürmischer Beifall belohnte ihn nach jeder „Zauberet". Wir können nicht auf die verschiedenen amüsanten Programmnummern eingehen; man muh selbst hingehen, um sie anzusehen Nur wollen wir erwähnen, daß Herr Böning in der Bauchrednerkunst sehr Hervorragendes leistete. Telegraphische Deprscherr. Wolffs telegr. Eorresponderrr-Bureau. Baden-Baden, 1. Octbr. Se. Maj. der Kaiser stattete im Laufe des gestrigen Nachmittags der Herzogin von Hamitton und dem Grobherzog von Sachfen-Weimar einen Befuch ab und machte einen Spaziergang auf der Promenade. Am Abend waren zu Ehren des Geburtstages Ihrer Maj. der Kafferm das Conversationshaus und das Meßmer'fche Haus , in welchem dte Majestäten ivohnen, illuminirt. Der Großherzog von Weimar ist heute Mittag wieder abgereist und wurde von Sr. Maj. dem Kaiser zum Bahnhof begleitet. Der Kaffer machte hierauf eine Spazierfahrt nach der Lichtenthaler Allee. Zu dem um 5 Uhr stattfindenden Diner sind der Erbgroßherzog von Baden, dre Generale von Obernitz und von Willisen aus Karlsruhe und die kaiserlichen Hofstaaten geladen. Ihre Maj. die Kaiserin hat bei der schönen Witterung heute ebenfalls eine kleine Ausfahrt unternommen. , München, 1. Octbr. In der Eiectricttäts-Ausstellung entstand heute ein unbedeutendes Feuer, welches sofort bemerkt und unterdrückt wurde. Pesth, 1. Octbr. Der Ministerialrath Jekel-Falussy ist als komgttcher Eomrnissar nach Preßburg entsendet und mit weitgehenden Vollmachten versehen worden. _ kXYX Triest, 1. Octbr. Das gestrige Seefest in der Bucht von Muggia vor dem Ausstellungsplatze verlief in bester Ordnung. Die Volkshymne und andere patriotische Weisen wurden vorgetragen, stürmisch applaudirt und wiederholt. Beim Abbrennen des Feuerwerks platzte ein auf einer beleuchteten Barke zum Leuchtkugelwerfen bestimmter Mörser, wodurch zwei Personen an den Füßen werden die Allerhöchsten Herrschaften mit den geladenen Gästen zum ^hee bei Zhrer Maj der Kaiserin versammelt sein. — Das Wetter, welches der Kaiserin gestern keine Ausfahrt gestattet hatte, ist günstiger geworden. Kesterreich. Pesth, 30. Septbr. In Preßburg ist das Standrecht publicirt worden. ausgesprochen, da der bisherige Zoll zur Entwicklung der Kupferindustrie in Rußland vollständig ausreichend sei. Moskau, 1. Octbr. Die Vertheilung der Medaillen und Anerkennungen an die Aussteller wird einer amtlichen Bekanntmachung zufolge am 3. October stattfinden. Konstantinopel, 1. Octbr. Die von den Engländern für Egypten gedungenen und mit dem russischen Packetboot „Odessa" wieder hier angelangten Arbeiter wurden Anfangs an der Ausschiffung gehindert, well, sie ohne Päffe seien. Als sich später der Hafen-Eommandant und die Polizei ^n Bord der „Odessa" begaben und die Arbeiter reclamirten, verweigerte der Schiffscapitän deren Auslieferung, weil die Pforte angedroht habe, daß die Arbeiter ausgewiesen resp. verbannt werden sollten. Die englische Botschaft hat Schritte ge- than, damit diese Androhung zunückgenommen und den Arbeitern Sicherheit gewährt werde. New-Uvrk, 1. Octbr. Nach weiterer Meldung über den Untergang des Dampfers „Robert Lee", welcher sich aus der Fahrt von Vicksburg nach New-Orleans befand, ist der Verlust an Menschenleben nicht so groß, wie Anfangs angenommen wurde, die Zahl der Umgekommenen wird jetzt auf etwa 20 Personen angegeben. Die Ercesse in preßbnrg. Ueber die Judenkrawalle in P reßdurg Ucgt folgender Bericht der „Preßb. Ztg." vor: Gestern ist eine Wiederholung von Excesscn vorgekommen — in viel größerem Maßstabe als am 27., denn diesmal mußte Militär entschreiten Schon am Vormittage versammelten sich am Fruchtmarkte die Sackelträger, lauter baumstarke Leute, und hielten eine heimliche Besprechung. Sie höhnten vorbeigehende Juden und verfügten sich bald in die umliegenden Schnapsläden. Mehrere Lehrlinge riefen einem vorübergehenden Wachmanne zu: „Fortsetzung folgt " Um halb 7 llhr Abends, als es schon dunkel geworden, schritten aus der Schöndorfergasse etwa 20 Manner unter den Rufen: „Eljen Jstoczy! Eljen Onody!" auf den Königs-Ludwtg-Platz. Einige hundert Menschen schlossen sich ihnen an und der Menschentrupp wuchs immer mehr. Der Pöbel trug Steine in den Taschen und eröffnete alsbald einen Steinhagel auf das Todesco'sche Stiftungshaus. Das Klirren der Fensterscheiben war von dem Johlen und Schreien der Menge begleitet. Der Stadthauptmann Kozsehuba, welcher am Platze erschienen war, hatte einen Knaben gefaßt, welcher eben einen Stein gegen das Todescosche Stiftungshaus werfen wollte. Die Menge wandte nun ihren Zorn gegen den Stadthauptmann und bearbeitete denselben mit den Fäusten. Z^et Wachleute zogen deßhalb vom Leder und hieben mit den blanken Säbeln auf den Pobel los, der mit Steinwürfen antwortete. Die Menge wich endlich in die Turnergasse und zerstreute sich theils in dieser Gaffe, thetls gegen das Gatsthor. Gegenüber dem Eomitatshaust waren inzwischen dte Häuser und Verkaufsläden Gegenstand eines heftigen Bombardements. Die Anftürmenden waren hier, gering gerechnet, tausend. Die Wachleute wurden förmlich weggeschwemmt. Der Pöbel wälzte sich unter schrecklichem tarnten über die Kapuzinergasse gegen den Schlotzberg. Von der breiten Stiege angefangm hinauf gegen den Schloßberg ging das Fensteretnschlagen erst recht an. Ein förmliches Bacchanale feierte der Pöbel, Orgien der Wuth und des Hasses. Hier zeigte sich, daß der Exceß förmlich vorbereitet war. Auf der Straße lag nämlich eine große Menge Steine, welche tagsüber von Lehrbuben und Taglöhnern herbeigeschafft worden waren mit der Bestimmung, dem Bombardement zu dienen. Alle Fenster wurden zertrümmert- Als keine Steine mehr vorhanden waren, wurden die Kaufläden aufgerryen und zertrümmert, mit den Holzstücken wurde dann das Bombardement fortgesetzt. Von der Kapuzinergasse bis zum Schloßberg ist keine Fensterscheibe ganz geblieben- Als die Excedenten eben daran waren, die Synagoge zu bombarbtren, wurde am ^chiotzverg Alarm geblasen. Das Militär war in vollem Anmärsche- Der Commandant des Infanterieregiments, das in Preßburg garnisonirt, stellte eine Compagnie zur Verfügung. Die Soldaten trieben den Pöbel mit gefälltem Baionett auseinander. Die Judengasse wurde abgesperrt. Trotzdem gelang es zahlreichen Leuten, in die Judengasse zu entkommen, wo dann das Steinbombardement wieder ausgenommen wurde. Nur langsam gelang es, dte Kapuzinergasse und die Judengasse zu säubern. Es wurden gegen fünfzig Verhaftungen vorgenommen durchwegs betrunkener, descha't'gungsloser Leute. Keine Verhaftung ging glatt ab. da der Pöbel immer Partei für die Verhafteten nahm. Auch gegen das Militär kebrte sich dte Wuth des Pöbels. Viele Tumultuanten griffen mit ihren Händen nach den vorgehaltenen Bajonetten. In vier Fällen sind die Bajonette von den Excedenten gebrochen worden; die Bajonettestückc wurden den Soldaten mit unbeschkclblichem Geheule vor die Füße geworfen- In der Schöndorsergasse und am Fruchtplatze wurden ebenfalls die Fenster zertrümmert, ebenso in der Donaugasse, Spttalgasse, Vtcreimergasse, Weidritz. Ent Ohrenzeuge berichtet, daß Lehrlinge erzählten, sie hatten von einem Herrn zwei Sechserln bekommen für dre Theilnahme am Krawall- Erst um Mitternacht war die Ordnung hergestellt. Wie viele Verwundungen vorgekommen, läßt sich noch nicht sagen- Doch wird von mehreren Seiten versichert, daß Verwundungen zahlreicher Personen stattfanden. In Blumenthal nahmen zur selben Zeit die Excesfe noch größere Dimensionen an. Im Gasthaus „zum weißen Ochsen" in der Kreuzgasse, das einem Juden gehört, wurden alle Möbel zertrümmert Die Einrichtung wurde theils auf die Gasse geworfen, theils von den zu Räubern aoancirten Excedenten mit sich genommen. Ein haarsträubender Fall von Raubwuth ereignete sich bei einem jüdischen Kaufmann in der Wallonergasse. Mehrere Kerle öffneten mit Gewalt die Ladenthüre und plünderten das Waarenlager. Bet dem Spirituosen-Verschleißer in der Vlumenthalergasse, I. Fischer, machte sich der Pöbel über den Laden her und soff sich voll. D e Vorräthe von Spirituosen, welche die Vandalen nicht mehr trinken konnte, wurden auf die Straße geschüttet. Soldaten und Polizisten verweilten die ganze Nacht in Blumenthal. Im Ganzen wurden fünfzig Verhaftungen vorgenommen. Von den Gefangenen haben sich mehrere geäußert, daß die heutige Nacht nur ein schwaches Vorbild sei der am e-amftag eintretenden Exceffe und Plünderungen- Auch das Antisemitenblatt, welches die ganze Hetze verschuldet, berichtet über die Excesfe und muß zugeben, daß Plünderungen und Verwüstungen statt- gefunden haben. schwer verletzt wurden. r , , .. Petersburg, 1. Octbr. Wie die „Neue Zeit" erfährt, hat die zur Prüfung des Zolls auf die Einfuhr von rohem Kupfer und Kupferwaaren im ___Ve/............. Finanzministerium eingesetzte Commission sich gegen die Erhöhung dieses Zolls > Wagenbach von Alt-Buseck erwählt- Hierauf verlas der Vorsitzende, Dekan Strack, le in INUN- )cto- ipten *n W d bet ipitan Mge- te p >erheit Vg \ nach e An- etroa PW. einer T . zeuB ößcrem n Vor- : Leute, nb Der- i einem als es iter den hundert r. Der auf das Johlen i Platze gen das n gegen Zachleute los, der Meute attyaufr 3ombav. Wachleute Lärmen ^angm rmliches sich, daß e Menge :n waren kümmert. uni> jer-- SBon her Ms die loßberg int des x Ver- Die Juden-- k xonxV- , rourden un^iojec die Verls. Viele In vier mettestücke In der ;rt, ebenso > berichtet, en fürd'e teilt M mehreren Blnmen- Gasthaus lle Mode! on den zu . Fall von ' Mehrere ' Bei dem d-rE' wd»tbl [baten Md iufeert, d»d ;tn m«tn ftatb >"",b ,/ «gib d^ if6;r,hieoi nbe” * jjjir t#*. ;node g B- !*##• äfft «sS den Bescheid Großh. Ober-Consistoriums über die Verhandlungen der vorigjährigen Synode, worin das Kirchenregiment im Allgemeinen seine Befriedigung über den sittlich-religiösen Zustand der Gemeinden des Dekanats aussprach. Auch der diesjährige Rechenschaftsbericht bot kern unerfreuliches Bild. Der Kirchenbesuch hat sich in mehreren Gemeinden gehoben, verschlechtert in keiner. In den meisten Pfarreien beträgt solcher nacd dem Durchschnitt der 3 Zähltage zwischen 30 und 40 pSt, in einer sogar 52 pCt., in 4—6 Gemeinden zwischen 20 und 30, in 3 unter 20 pCt. In Gießen wurden im Winter Bidelstunden und Passionsgottesdienste gehalten. Die Thetlnahme an dem heil. Abendmahl hat sich gleichfalls in den meisten Gemeinden gehoben; er beträgt in einer Anzahl der Gemeinden 100—138 pCt, nur in der Minderzahl unter 100 pCt., in Gießen sogar nur 10 pCt- Die Katechismuslehr: wurde in allen Gemeinden regelmäßig gehalten und in den meisten fleißig besucht, in zwei Gemeinden sogar bis zum 20. Lebensjahre, in einer Landgemeinde nur 2 Jahre lang, in Gießen nur 1 Jahr. lieber die Entweihung des Sonntags durch öffentliche Arbeiten wird kaum geklagt, dagegen wirken besonders während der Sommermonate die sich häufenden weltlichen Feste störend auf den Kirchenbesuch und die Sonntagsruhe ein. Besonders geklagt wird über den sich mehrenden Wirthshausbesuch auch am Sonntag Morgen, so daß gewünscht wurde, die Polizei möchte in diesem Punkte die bestehenden Gesetze strenger handhaben und die betreffenden Behörden möchten bei Gesuchen um Schank-Concessionen strenger verfahren, da erfahrungsmäßig mit der sich mehrenden Zahl der Wtrthshäuser auch die der Besucher wächst. Als ein bedauernswerther Uebelstand wurde in den meisten Landgemeinden der Unfug der sog. Spinnstuben bezeichnet. Man sprach es ausdrücklich aus, daß man den jungen Leuten das Fröhlichsein mit Gottesfurcht nicht vergönnen wolle, aber die Art und Weise, wie es vielfach in den Spinnsluben hergeht, wobei nicht gesponnen wird und wobei die alten Leute häufig weichen müssen, um der Ausgelassenheit der Jugend freien Lauf zu lassen, wurde als verderblich bezeichnet, besonders wenn diese Zusammenkünfte oftmals bis nach Mitternacht ausgedehnt werden. In den Landgemeinden hat das neue Cioilstandsgesetz noch keine bemerkbaren nach- theiligen Folgen herbetgeführt. Nur in einer Gemeinde blieb eine c vtliter geschlossene Ehe ohne kirchliche Trauung, weil sie auch in den Augen der Gemeindeglieder etwas anrüchig wa". In Gießen wurden 4 gemischte Paare katholisch getraut, 3 rein evangelische begnügten sich mit der standesamtlichen Eheschließung; von diesen begehrte und erhielt ein Paar nachträglich die kirchliche Weihe, ein anderes wurde auswärts kirchlich getraut- Tausverweigerungen und Confirmationsentziehungen kamen im letzten Jahre nicht vor. Auf dem Lande wurden alle Verstorbenen, mit Ausnahme ganz kleiner Kinder, kirchlich beerdigt. Auch in sittlicher Beziehung steht unser Dekanat gegen andere nicht zurück. In einer Anzahl von Gemeinden kamen keine unehelichen Geburten vor, nur in einer Gemeinde 3- Wegen Diebstahls mußten auch in Landgemeinden Strafen verhängt werden, leider in zweien auch wegen Meineids. Die Opfer und Collecten für kirchliche Zwecke betrugen im Dekanate 3004 A 2 Schenkungen und Vermächtnisse 651 A 20 Für den Gustav-Adolf-Verein wurden 1409 A 75 H gesteuert, 46 «X 75 mehr als im vorigen Jahre, zu welchem Betrage den bei Weitem größten Theil die Stadt Gießen gegeben hat, nämlich A 1054.20, darunter der Beitrag des Frauenvereins mit 600 A- Nur zwei Pfarreien des Dekanats haben auch diesmal keine Beiträge geliefert- Im Laufe des Winters sollen Vorträge und Bcrathungen über Werke der inneren Mission, soweit als möglich, in einzelnen Gemeinden gehalten werden. — Die Einführung des neuen Gesangbuchs ist ein wenig vorangeschritten. In Alt- Buseck hat ein ungenannter Wohlthäter 180 A geschenkt, damit den Schulkindern unentgeltlich Exemplare gegeben werden könnten. In Gießen ist die Einführung vom 1 Januar 1383 an beschlossen, in Allendorf a. d. Lda und Hausen ist dasselbe schon eingeführt. Die Confirmanden schaffen sich fast ausnahmslos das neue Gesangbuch an. Möchten sich nun auch die andern Gemeinden, in welchen beide Gesangbücher nebeneinander gebraucht werden, bald entschließen, dem erwähnten Beispiele der Stadt- und einiger Landgemeinden zu folgen. Hierauf kam die vom Kirchenregiment vorgelegte Frage: „Was kann von kirchlicher Seite zur geistig-sittlichen Pflege der confirmirten Jugend geschehen?" zur Verhandlung. Pfarrer Scriba von Alt-Buseck hatte als Referent darüber Thesen aufgestellt, das Korreferat hatte Pfarrer Schönhals von Groß-Linden übernommen. Dieser stimmte in längerer mündlicher Darlegung dem Referenten der Hauptsache nach bei, meinte aber, die vorgeschlagenen Mittel würden nicht zu dem gewünschten Ziele führen, wenn nicht die staatlichen Gesetze die Bestrebungen von kirchlicher Seite unterstützten. Der Referent erklärte die geistlich-sittliche Pflege der confirmirten Jugend für nothwendlg, weil dies Alter (etwa von 14—18 Jahren) besonderen Gefahren und Versuchungen ausgesetzt sei; weil in unserer Zeit die Enikirchlichung und Verwilderung der confirmirten Jugend mit „Riesenschritten" zunehme und weil in der Jugend bie Zukunft liege. Der Ausdruck „mit Riesenschritten" wurde von einem weltlichen Abgeordneten unter Hinweisung auf den vorgelrscnen Rechenschaftsbericht beanstandet und nach kurzer Debatte mit Genehmigung des Referenten gestrichen. Doch wurde auch von der anderen Seite barauf h ngewiesen, wie die officiellen statistischen Angaben die Bedenken erregende Vermehrung der jugendlichen Verbrecher bezeugten. Die folgende These sagte: Die Pflege des geistig-sitllichen Lebens der confirmirten Jugend sei eine heilige Pflicht der Kirche, weil Gottes Wort ihr diese Pflege befehle, weil sie fid)__ nne aller ihrer Glieder so besonders der schwachen, schwankenden und gefährdeten Glieder anzunehmen habe; weil die Richtung, die der Mensch in seinem jugendlichen Alter nimmt, für das ganze Leben entscheidend sei; 4. weil die Kirche allein die rechten Mittel zur Pflege besitze — die göttlichen Gnadenmittel. These III. lautete : Die geistig sittliche Pflege der confirmirten Jugend hat zur Voraussetzung solche Mittel, welche von der Kirche anzuwenden sind, um dieser Pflege gleichsam vorzuarbeiten. Als solche Mittel dienen die Förderung des christlichen Familienlebens und die geistig-sittliche Pflege der noch nicht confirmirten Jugend Die nun folgenden 5 Punkte wurden bei der Discussion weggelassen weil sie zunächst n-cht zu dem gegebenen Thema gehörten und weil man fürchtete, die Verhandlungen würden sich dabei über Gebühr in die Länge ziehen und am Ende doch zu keinem Resultate führen, da z. B. über die Simultan- oder Confessionsschulen Gründe ^o u"d vorgebracht werden könnten, daß man damit sobald nicht fertig werden Äri ?e?JarttC berr ^cIercnt no$ empfohlen: Einführung von Kleinkinder- schulen Sonntags chulen resp. Kmdergottesdienste, Treue und Gewissenhaftigkeit m und Confirmanden-Unterrichts, Überwachung des Kirchen- befuchs der schulpflichtigen Jugend, Gewöhnung derselben an Gehorsam gegen die SäHniL1!?e” bsr Gewöhnung derselben an Sparsamkeit, Heranziehung zur Milb- chattgkelt an den Werken der äußeren und inneren Mission, Pflege des ächtpatriotischen Sinnes in den Herzen der Kinder, der sittlich fördernd in ihnen wirke. bezeichnet 65c^ulfpurraffen wurden von mehreren Seiten als minder empfehlenswenh Als Mittel zur geistig-sittlichen Pflege der confirmirten Jugend wurden angegeben: Treue und Sorgfalt in der zu haltenden Katechismuslehre und Anwendung von Zuchtmitteln gegen ungehorsame und widerspenstige Katechumenen, steter Verkehr des Beichtvaters mit der von ihm confirmirten Jugend, auch derjenigen, die sich nach auswärts begibt; gute Leclüre, welche der Jugend in Lesevereinen und Volksbibliotheken dar- geboten wird, Bildung von Kirchengesangveretnen, Gründung von Pfennigsparkassen vou Jünglings- und Jungfrauen-Vereinen, Erstrebung eines Einflusses auf die bestehenden Fortbildungsschulen. Bekämpfung all der zur Unsittlichkeit führenden Vergnügungen der Jugend (der Spinnsluben in ihrer Entartung), des zu frühen Wlrthshausbesuches, Unterstützung derjenigen Anstalten und Vereine, welche die innere MsistIN zum Zwecke der geistig-sittlichen Pflege der Jugend gegründet hat (Lehrlings- Herbergen, Lehrlingsseierabend, Herbergen zur Heimath, Mägdebildungsanstalten, Magde- herbergen, Herbergen für Fabrikarbeiterinnen, Magdalencnstifte) l Matt des im ersten Satze empfohlenen Ausdruckes „Zuchtmitteln" wurde bcTl ™ "ernflc Maßregeln" angenommen. Weiter wurde empfohlen, der nach Amerika auswandernden Jugend besondere Aufmerksamkeit und Fürsorge zu widmen, ebenso sich der tn den Gemeinden aufhaltenden auswärtigen Jugend seelsorgerisch anzunehmen. Zu dem Satze: „Erstrebung eines Einflusses auf die bestehenden Fortbildungsschule^, wurde der Zusatz „und Bildungsvereine" genehmigt. Diese ständen nicht alle auf blos humanitärem Standpunkte und würden umsomehr christlichen Character annehmen, je mehr die Kirche und ihre Diener Einfluß auf dieselben gewinnen. Referent wünschte noch, daß auch m den Fortbildungsschulen ein religiöser Gegenstand (Kirchenlied, Kirchengeschichte) behandelt würde. . Die These lautete: Es liegt in der Natur der Sache, daß die Hauptarbeit in der geistlich-sittlichen Pflege der confirmirten Jugend dem Geistlichen zufällt. Doch haben sich auch die Kirchenvorstände und Gemeindevertretungen, die Dekanats- und Landessynode und insbesondere das Kirchenregiment diese Pflege angelegen sein . , Als Aufgabe des Kirchenregiments wurde u. A. in der Schlußthese bezeichnet, daß es sich seinen Einfluß auf die Schulen, die Volksschulen sowohl, wie die höheren Schulen bewahre, seinen Einfluß auch dem Staate gegenüber geltend mache und in Gemeinschaft mit der Landessynode dahin wirke, daß der Staat durch Veroidnungen und Gesetze die Sonntagsheiligung schütze, die Sonutagsentheiligung nicht ungestraft lasse, die Wirthschaften und Tanzvergnügungen beschränke, den Wirthshausbesuch von Seiten der Fortbildungsschüler verbiete u. s. w. Die Synode schenkte dem Allen ihren Beifall, besonders dem zuletzt ausgesprochenen Wunsch. Gymnasiasten und Realschüler sei der Wirthshausbesuch verboten, die noch jüngeren Fortbildungsschüler hätten hierbei vollkommene Freiheit. Auch in Bayern sei die consirmirte Jugend tn dieser Beziehung ernsten Beschränkungen unten Der anwesende Superintendent versicherte: das Kirchenregiment habe seither schon nach den ausgesprochenen Desiderien gehandelt und werde fortfahren, solches zu thun. Pfarrer Dr. Naumann schloß die Synode mit Gebet. SchiffSbericht. Mitgetheilt von dem Agenten des Norddeutschen Lloyd in Bremen, C W. Dietz Nachfolger, Gießen. Bremen, 30. Septbr. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Poftdampfer Köln, Capt. G- H. Meyer, vom Norddeütschen Lloyd in Bremen, welcher am 14. September von Bremen abgegangen war, ist gestern Nachmittag wohlbehalten in Baltimore angekommen Der neue Postdampfer des Norddeutschen Lloyd „Werra" hat am Mittwoch seine gemacht und auf derselben die außerordentliche Geschwindigkeit von - Meilen in der Stunde erreicht. Das Schiff ist am Donnerstag den 28. September, Abends 6 Uhr, von Greenock nach Bremen abgegangen und wird, wie angezeigt, die erste Reise von Bremen nach Newyork am 11. Oktober antreten. Es unterliegt keinem Zweifel, daß die „Werra" das Schwesterschiff, die in so kurzer Zeit durch ihre schnellen Reisen berühmt gewordene „Elbe", noch erheblich übertreffen wird. Handel und Verkehr. n rxSr a n f f 1t r t, 30. Sept. Auf dem heutigen Markt kostete der Centner J5eu A 3.00—4.00, Stroh A 1.80—2.00, Eier das Hundert A 6—7.50, Stück 6Vz—8 A, Butter 1. Qualität A 1.30, 2. Qualität A 1.20, Kartoffeln per Centner A 3.00—3.50, ausgek. Erbsen das Pfund 00 Bohnen per Pfd. 10—15 4, Wirsing 6—8 Blumenkohl 20—45 H das Stück, 1 Hahn A. 0, 1 Suppenhuhn A 0.70—0.90, 1 Poularde A 0—0.00, 1 Ente A 1.40—1.50, 1 Taube 40—45 1 Welschen A. 00, 1 Gans A 4.50—7.00. r Grün berg, 30. September. (Fruchtpreise.) Weizen A 19.20, j?orn A 15.94, Gerste 14.24 Hafer A 11.78, Erbsen A---, Lein A —Samen A 26.00, Kartoffeln A 7.00. ' 731) Ueber die Höhe der Kosten, welche die Einrückung einer Anzeige in eine oder mehre Zeitungen verursacht, wird man sich niemals enttäuscht sehen, wenn man von der Annoncen - Expedition von HAASEIVSTE1RI