***** * R X A X 8 A WM roirb ein ' . Kl«" it«4 * trecW 'S.«»* KS O Ln «> WN -vu •ht nl6-20W™i|; jnjffljt- cnMt m di-M ^LLLL- htige Gr«« 8f, Accrrd 0 Morgen, b. Gieße"' Schief üihUj* r Elped^^ i anl ®T? A-Sl uw, 205* Zweites Blatt. Sonntag den 3. September 1882. Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. - EchuIstr ° b ° 8. 18. Erscheint tä«lich mN Ausnahm- des Montes. Urch^i-bPost'W-n 2'm?rt Amtlicher Hheit. Bekanntmachung. Indem wir nachstehend das von Gr. Ministerium des Innern und der Justiz genehmigte Programm der im November d. I. in Darmstadt zu eröffnenden Wiesenbauschule zur allgemeinen Kenntniß bringen, erklären mir uns bereit, jungen Leuten, welche diese Schule besuchen wollen, mit Rath und That an die Hand zu gehen. Gießen, den 31. August 1882. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Boekmann. Programm der Hroßyerzoglich Kesstschen Wiesenöauschuke zu Darmstadt. I. Zweck der Anstalt. Die unter der Leitung des Großherzoglichen Landescultur-Jnspectors stehende Anstalt bezweckt die Ausbildung von Cultur-Aufsehern und Wiesenbaumeistern für die in Ausführung kommenden Landescultur- Arbeiten (Wiescnculturen, Consolidationen, Bachregulirungen, Drainagen 2c.) Die theoretische Ausbildung erfolgt durch den Unterricht in den Wintermonaten November bis März in der Wiesenbauschule zu Darmstadt. Für die praktische Ausbildung werden die Zöglinge während der Sommermonate den vom Staate beschäftigten Cultur-Jngenieuren und Geometern beigegeben. Die Schüler haben sich diejenigen theoretischen und praktischen Kennt- I nisse und Fertigkeiten anzueignen, welche für die sachgemäße Leitung und Ausführung der Meliorationsarbeiten, wie auch zur Anfertigung von Kostenanschlägen und einfacheren Projecten nothwendig sind. II. Aufnahme-Bedingungen. Die Zöglinge müssen beim Eintritt über 16 Jahre alt sein, einen gesunden, kräftigen Körper, sowie gute geistige Anlagen haben und diejenigen Kenntnisse besitzen, welche in der Volksschule erworben werden können; auch muß ihr seitheriger Lebenswandel tadellos gewesen sein. Diese Aufnahmebedingungen sind nachzuweisen: 1) durch den Geburtsschein; • 2) durch das Schulzeugniß; 3) durch das Zeugniß eines approbirten Arztes; 4) durch das Leumundszeugnis der Heimathsbehörde und 5) durch eine Aufnahmeprüfung, falls solche noch für nothwendig erachtet werden sollte. Die Anmeldungen sind bis zum 15. Oktober d. I. bei dem Großherzoglichen Landescultur-Jnspector einzureichen. Diejenigen Schüler, welche sich dem Hessischen Landesculturdienste widmen wollen und sich hierfür der Landescultur-Jnspection zur Verfügung stellen, erhalten während der dreijährigen praktischen und theoretischen Aus- " bildung die Bezeichnung: Cultur geh Ülsen. Für dieselben ist der Unterricht unentgeldlich und erhalten sie außerdem während des Winterunterrichts pro Tag 1 Mark Unterstützung aus der Staatskasse. Bei der praktischen Verwendung während des Sommers werden - den jüngeren Culturgehülfen 1.75 Mark, den älteren bis zu 2.5 Mark Tage- zebühren gewährt. Für diejenigen Schüler, welche freien Schulbesuch und die Unterstützung des Staates in Anspruch nehmen, hat sich deren Vater oder sonstige gesetzliche Vertreter durch einen Revers dahin zu verpflichten, daß dieselben mindestens fünf Jahre, vom Eintritt in die Schule ab, als Culturgehülfen und Culturaufseher resp. Wiesenbaumeister dem hessischen Landesculturdienste sich zu widmen haben, andernfalls die Unterrichtskosten und die erhaltene Staatsunterstützung zurückzuerstatten. Die Rückzahlung der erhaltenen Geldunterstützung wird auch verlangt, wenn der Schüler wegen Mangel an Fleiß oder wegen ungebührlichen Betragens entlassen werden muß. Es werden nur höchstens 10 Culturgehülfen ausgenommen. Solche Schüler, welche die Schule ohne die Absicht, sich dem hessischen Landesculturdienste zu widmen, besuchen, haben für einen jeden Winter- cursus ein Honorar von 40 Mark zu entrichten. Erster (unterer) Cursus in 1882/83. 1) Deutsche Sprache. Schön- und Rechtschreiben, Anfertigung von Briefen und Geschäftsaufsätzen. 2) Rechnen. Repetition der vier Species und Bruchlehre. Decimal- brüche. Einfache und zusammengesetzte Regel de tri. Metrische Maße und Gewichte und Ausziehen der Quadratwurzel. 3) Geometrie. Gerade Linien und Winkel. Das Dreieck und Parallelogramm und das Berechnen dieser Flächen. 4) Naturlehre. Pflanzenkunde mit besonderer Berücksichtigung der Futterkräuter und Wiesengräser. 5) Zeichnen. Einfache geometrische Construktion in der Ebene. 6) Wiesenbau. Einfluß von Boden, Clima, Neigung der Oberfläche und Wasser auf den Graswuchs. Pflege der Wiesen. Zweiter (mittlerer) Cursus in 1883/84. 1) Deutsche Sprache. Fortsetzung in Schön- und Rechtschreiben. Beschreibungen und Abhandlungen. 2) Rechnen. Einheitsrechnung. Gewinn- und Verlustrechnungen. Mrschungs-, Zins- und Zinseszinsrechnungen. Ausziehen der Cubikwurzel. 3) Geometrie. Flächenberechnung der Vielecke. Theilung und Verwandlung der ebenen Figuren. Die Kreislehre. 4) Raturlchre. Die wichtigsten Grundsätze aus der Chemie. Die Gesteins- und Bodenkunde. 5) Zeichnen. Einführung in die darstellende Geometrie. 6) Feldmessen. Längenmeßinstrumente. Kreuzscheibe und Winkelspiegel. Abstecken und Messen der Geraden und der Kreislinien. Aufnehmen, Zeichnen und Berechnen der Flächen. 7) Rivelliren. Die Nivellirinstrumente und deren Anwendung. Das Abstecken, Aufnehmen und Zeichnen horizontaler und geneigter Linien. 8) Baukunde. Baumaterialien und deren Verwendung. Holz-, Eisen- und Steinconstruktion. 9) Wiesenbau. Wiesenbausysteme. Regulirung der Bäche. Anfertigung von Gräben, Dämmen und Stauwerken. Voranschläge. Dritter (oberer) Cursus in 1884/85. 1) Deutsche Sprache. Schwierigere Aufsätze und Abhandlungen über Fachgegenstände. 2) Rechnen. Gleichungen des ersten Grades mit einer Unbekannten. Proportionslehre. Uebungsbeispiele. 3) Geometrie. Lehre von den Körpern. Praktische Beispiele. 4) Naturlehre. Die wichtigsten Grundsätze aus der Physik und Mechanik. 5) Landwirthschastslehre. Clima. Lage. Boden. Bodenbearbeitung. Düngung. Saat und Ernte. Urbarmachung. Roh- und Reinertrag. 6) Zeichnen. Projections- und Schattenlehre. 7) Feldmessen und Rivelliren. Aufnahme und Darstellung des Terrains. 8) Baukunde. Häng- und Sprengwerke. Dohlen. Brücken. _ Aquädukte. Wasserleitungen. Erdmassebewegungen und Massedispositionen. Kostenüberschläge. c m fr 9) Allgemeines Meliorationswesen. Die Grundzuge des Parzellen- vermessungs- und Consolidationswesens. Die Landesculturgesetzgebung. 10) Wiesen- und Wasserbau und Drainage. Wasserbau. Ursachen schädlicher Nässe. Entwässerungsmethoden. Vortheile der Entwässerung. * III. Lehrplan. Der theoretische Unterricht erstreckt sich auf die drei Winterkurse 1682/83, 1883/84, 1884/85. Ber der Auswahl des Lehrstoffs und der Methode des Unterrichts ist auf den künftigen Beruf der Schüler stets Rücksicht zu nehmen. Darmstadt im August 1882. ___Großherzogliches Ministerium IV. Examen. Am Schluffe des dritten Wintercursus wird ern Examen abgehalten und den Schülern, welche dasselbe bestehendem entsprechendes Zeugniß er- theilt. Nachdem der Inhaber dieses Zeugnisses ein werteres ^ahr praktrjch thätig war, kann derselbe zu der Wiesenbaumerster-Prufung zuge- i affen werden. des Innern und der Justiz. Gefundene Gegenstände: Gefunden: 1 Kinderstrohhut, 1 Theil einer Broche, 1 Taschenuhr, 1 Schiebkarren, 15 Pfennige, mehrere Schlussel und Hundeblechmarken. Zugeflogen: 1 Kanarienvogel. Gießen, am 2. September 1882. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. I. B. d. C.: Krämer. Wochenschau. Z Gießen, 2. September. J Mit der großen Herbst-Parade, welche der Kaiser am vergange- ' nen Mittwoch auf dem Tempelhofer Felde bei Berlin über das Garde-Corps r abhielt, haben die diesjährigen Besichtigungen der Berliner und Potsdamer Gar- - nison ihr Ende erreicht. Diese Parade bildet aber auch zugleich die Einleitung zu den alljährlich im Herbst stattfindenden großen Kaiser-Manövern, zu denen die verschiedenen norddeutschen Armee-Corps der Reihe nach herangezogen wer- ! den. In diesem Jahre werden die Kaiser-Manöver bekanntlich in Schlesien (für das 5. und 6. Armee-Corps) und im Königreich Sachsen (für das 12. Armee- ] Corps) stattfinden, wozu bereits die Reise-Dispositionen des Kaisers auf das 1 Genaueste festgestellt sind. Bon Neuem ist mit dem 2. September der Tag erschienen, an welchem vor 12 Jahren die junge deutsche Einheit auf den Kampfgefilden ' von Seoan die Blut- und Feuertaufe erhielt. Die Erinnerung an die großen J nationalen Errungenschaften, welche uns jener Tag brachte, verbunden mit dem Bestreben, das Gedächtniß der auf dem Felde der Ehre für das Vaterland ge- ' sallenen Helden wach zu halten, nicht aber der Triumph über einen besiegten 1 Feind ist es, was das deutsche Volk bisher veranlaßte, den 2. September festlich ; zu begehen. Dieser Gedanke ist trotz vereinzelter gegnerischer Stimmen glück- 1 licherweise in der großen Mehrheit unserer Nation lebendig geblieben und darum sehen wir, wie man sich auch in diesem Jahre in allen Gauen des weiten deutschen Vaterlandes vorbereitet hat, den heutigen Tag, unbeirrt von verbittertem Parteihader, in würdiger Weise zu feiern. Möchte nirgends das schönste Fest der deutschen Nation durch einen, wenn auch noch so leisen, Mißklang gestört werden! Unser politisches Leben streßt noch immer ziemlich einförmig dahin und selbst das Interesse an dem Misch-Ehen-Streit in Preußen stumpft sich allmälig ab, da dieses leidige Thema in der Presse schon so verschiedenartig behandelt worden ist, daß es schwer werden möchte, demselben eine neue Seite abzugewinnen. Immerhin ist es bemerkenswerth, daß die „Nordd. Allg. Ztg." in ihrer Nummer vom letzten Mittwoch einen an die „Germania" aoressirten Artikel bringt, dessen Schärfe in dein langen kirchenpolitischen Streite noch kaum erreicht worden sein dürfte. Das Regierungsorgan hebt namentlich die tiefe Entrüstung der protestantischen Bevölkerung Preußens hervor, welche das Auftreten der Hierarchie und deren Organe in der Frage der gemischten Ehen erzeugt habe; es ist demnach kein Zweifel mehr, daß das Vorgehen des Breslauer Fürstbischofs in den Berliner Regierungskreisen tief verstimmt hat und daß der erwähnte Artikel als der Ausfluß dieser Verstimmung gegen die Kurie zu betrachten ist. Das preußische „Militär-Wochenblatt" veröffentlicht die Versetzung in den Ruhestand des Prinzen August von Württemberg, bisherigen commandirenden Generals des Garde-Corps. Derselbe verbleibt ä la suite des 1. Garde-Regiments z. F. und des Garde-Kürassier-Regiments, foiüie in seinem Verhältnis als Chef des Posener Ulanen-Regiments Nr. 10 und wird ferner in den Listen der activen Generalität weitergeführt. Für Oesterreich war die mehrtägige Anwesenheit des Fürsten Nikita von Montenegro in Wien ein nicht unbedeutendes Ereigniß. Das eigentliche Reiseziel des „Herrn der schwarzen Berge" ist zwar nicht die österreichische Hauptstadt, sondern Petersburg, aber der mehrtägige Aufenthalt, den derselbe in der Residenz des österreichischen Herrschers nahm, hat sicher auch seine politische Bedeutung. Es ist bekannt, daß die große Mehrzahl der Montenegriner dem mächtigen österreichischen Nachbarstaat mit nichts weniger als freundlichen Gefühlen gegenübersteht und Oesterreich hat bei den wiederholten Aufständen der Bosniaken und Herzegowiner hinreichende Proben der Gesinnungen der Montenegriner erhalten. Der bei dem Orte Kalinovic gemachte Fund von Papieren ist für viele montenegrinische Woiwoden äußerst compromittirend und es scheint, als ob die Anwesenheit des Fürsten Nikita in Wien mit dieser Angelegenheit in Verbindung steht. Weiter heißt es aber auch, daß der Fürst dem Wiener Cabinet eine Rechnung von über eine halbe Million Gulden präsentirt habe, welche sich aus die Verpflegungskosten der nach Montenegro geflüchteten Insurgenten bezieht. Ob Oesterreich diese Rechnung honoriren wird, so lange noch Tausende von Aufständischen in Montenegro Unterschlupf finden, ist freüich sehr fraglich. Das Interesse an den Ereignissen in Frankreich concentrirte sich in dieser Woche hauptsächlich aus den Zwischenfall mit dem deutschen Turnverein in Paris, welchen Vorfall erst das Lärmgeschrei, das die Chauvinisten an der Seine hierüber anstimmten, zu einem Ereigniß von politischer Bedeutung aufgebauscht hat. Inzwischen hat zwar die französische Regierung in einer von der „Agence Havas" veröffentlichten Note die gegen den deutschen Turnverein erhobenen lächerlichen Anschuldigungen als grundlos bezeichnet, aber die meisten Pariser Blätter übergehen geflissentlich diese offtciöse Berichtigung und setzen die Deutschenhetze einstweilen lustig fort. Das Pariser Cabinet soll allerdings beschlossen haben, alle Maßregeln zu ergreifen, um der antideutschen Bewegung in Paris ein Ende zu machen, aber vorläufig scheint die Regierung noch keineswegs den Muth zu diesem Experiment zu besitzen. — Sämmtlichen nach Tripolis geflüchteten tunesischen Stämmen, welche um straffreie Rückkehr nach ihrer Heimath gebeten hatten, ist die Erlaubniß hierzu nunmehr von der französischen Regierung ertheilt worden. Während Englands Streitmacht gegenwärtig in Egypten fest engagirt ist, erwächst der englischen Regierung aus dem plötzlich ausgebrochenen Strike der irischen Constabler eine neue nicht geringe Verlegenheit. Officiöse Berichte wollen diese eigenthümliche Erscheinung auf die Entlassung mehrerer Constabler zurückführen, aber die eigentliche Ursache des Strikes liegt darin, daß die Osficiere der Constabler kürzlich eine Gehaltszulage erfuhren, während die Mannschaften leer ausgingen und dies veranlaßte unter letzteren eine bedenkliche Gährung. Die strikenden Constabler stellen als nächste Bedingung ihres Wiedereintrittes in den Dienst die Wiederaufnahme ihrer entlassenen Kameraden hin, doch ist noch unbekannt, wie sich die englische Regierung dieser Forderung gegenüber verhalten wird; verschiedene der strikenden Constabler sollen unterdeffen ihren Dienst wieder ausgenommen haben. (S. telegr. Dep.) In Sebastopol, der aus dem Krimkriege so bekannten russischen Festung, fand am 28. August die Einweihung des Grabdenkmals für die im Kriemkriege gefallenen Italiener statt. Die Geschütz- und Gewehrsalven, die bei solchen Gelegenheiten üblich sind, wurden von der Garnison abgegeben, deren Officier-Corps später der italienischen Deputation zu Ehren ein Diner gab. In Griechenland haben verschiedene an der Grenze in diesen Tagen zwischen griechischen und türkischen Truppen stattgefundene Rencontres große Erregung hervorgerufen, zumal da sich die Griechen blutige Köpfe bei den Türken geholt haben. Zwei griechische Kriegsschiffe sind sofort nach der Küste von Volo abgegangen, ferner concentriren die Griechen ihre Streitkräfte in der Nähe von Koralidervend, wo die Zusammenstöße stattgefunden haben. Auch heißt es, daß das griechische Ministerium vom König Georg, welcher sich bekanntlich gegenwärtig in Wiesbaden befindet, bereits den Befehl ausgewirkt habe, drei Klassen der Reserve einzuberufen. Der Entscheidungskampf auf dem egyptischen Kriegsschauplätze wird, soweit sich dies übersehen läßt, vermuthlich bei Tel-el-Kebir, der stark befestigten Position der Egypter, welche die Engländer auf dem Wege von Jsmallia nach Kairo vorfinden, vor sich gehen. Die englische Avantgarde hat "ich nach dein letzten für die Engländer erfolgreichen Kampfe bei Kassassin den Verschanzungen von Tel-el-Kebir bedenklich genähert, so daß man wohl in den nächsten Tagen^ einem ernsten Angriffe der Engländer entgegensehen kann. Uebrigens stellt es sich immer mehr heraus, daß die englischen Berichte über die angeblich unter den Truppen Arabi Pascha's herrschende Insubordination und den fluchtartigen Rückzug derselben nach den letzten Gefechten bedeutend übertrieben haben, wenigstens wissen unparteiische Berichte den Egyptern weder nach der einen noch nach der andern Seite etwas Derartiges nachzusagen. Die Colonmifragen und Deutschlands Stellung ;u denselben. Eine Menge Faktoren sind es, die immer und immer wieder unsere National- Oekonomen und Staatsmänner nöthigen, die Colonialfrage vom deutschen Standpunkte aus in Erwägung zu ziehen. Die nächste Ursache, dieser Frage näher zu treten, gewährt schon der Bevölkerungsüberschuß und die zahlreichen Auswanderungen in Deutschland, dann ist es aber vor allen Dingen auch da? Streben nach größerer Macht- vollkommenbeit im weitesten Sinne des Wortes, welche eine so lebenskräftige Nation wie die deutsche nöthigen müssen, sich mit Colontalfragen zu beschäftigen. Wenn wir nun von größerer Machtvollkommenheit sprechen, die für unser Volk durch Colonien zu erreichen wäre, so meinen wir weniger, daß das Scepter des deutschen Kaisers über möglichst große überseeische Länder geschwungen werden soll, sondern wir wollen die Machtvollkommenheit des deutschen Reiches vor allen Dingen durch die segensreichen Wechselwirkungen zwischen Mutterland und Colonialland gestärkt und erweitert sehen, ganz in dem Sinne wie unser berühmter Nationalökonom Fabrt in seinem Werke: „Bedarf Deutschland der Colonien?" sagt: Jeder mächtige staatliche Bestand bedarf in den Zeiten seiner Blüthe eines Ausbreitungsgebietes, in das er nicht nur seine überschüssigen Kräfte entlassen, sondern deren productive Leistungen auch durch einen stetigen Rückfluß in's Mutterland wieder aufnehmen und durch neues Ausströmen in lebendiger Wechselwirkung zu vermehren vermag. Kein Staat, der diesem Gesetze der Expansion und der Repulsion sich verschlossen gehalten, hat es auf die Dauer zu Macht und Wohlstand gebracht. Auch die Blüthe Deutschlands im Mittelalter ruhte wesentlich mit auf der gewaltigen Ausbreitung der deutschen Hansa und auf seiner Jahrhunderte lang nach Osten in slavisches Gebiet gerichteten energischen Colo- nial-Politik. Versuchen wir aber nun, in Deutschland der Colonialfrage praktisch näher zu treten, so leuchtet auf den ersten Blick em, daß die eigentlichen Colonialländer, England und die Vereinigten Staaten von Nordamerika, durch ihren colossalen Colonialbesitz in der reinen Ansiedelungsfrage einen solchen Vorsprung vor Deutschland haben, daß es geradezu thöricht wäre, in dieser Richtung, die wir die „quantitative" nennen, concurriren zu wollen, und daraus leuchtet auch ferner ein, daß wir von wirklichem Colonialbesitz durchaus nicht in dem gewünschten Maße Vortheil haben können, weil die Engländer und Amerikaner schon fast überall die besten Länder tn Besitz genommen haben. Wenn wir nun auch im Falle sich eine ganz besonders günstige Gelegenheit dazu bietet, die Erwerbung einer ober mehrerer Colonien nicht von uns weisen dürfen, so müssen wir in der Hauptsache in Deutschland der Colonialfrage doch in anderer und zwar in „qualitativer Weise" nahe treten. Es gibt eine ziemliche Menge Jvdustrie- branchen, in denen Deutschland nicht nur der Concurrenz aller Länder gewachsen ist, sondern durch die billigeren Lebensbedingungen auf deutscher Erde auch bei Aufwendung genügender Energie im Stande sein muß, die auswärtige Concurrenz aus dem Felde zu schlagen. In dieser Beziehung müßten von deutschen Fabrikanten und # Kaufleuten rechtzeitig alle Hebel in Bewegung gesetzt werden und der entsprechende Gewinnantheil an den Colonialländern dürfte Deutschland nicht ausbleibrn. Doch nicht für Fabrikanten und Händler allein exisiirt diese günstige Perspective, sondern auch für andere deutsche Unternehmer, denn wer hindert diese daran, durch Bodenerwerbung in den Colonialländern diejenigen Landesproducte zu bauen, welche wir erst aus zweiter und dritter Hand den Engländern und Amerikanern abkaufen? Ihren nationalen Character dürften natürlich solche Unternehmungen nicht verlieren, sie müßten die Wahrzeichen deutschen Geistes tragen und so auch uns einen Antheil an den Colonialländern sichern. _ Vermischtes. Zwingenberg, 28. August. Die neue Verordnung, betreffend: „Anordnungen wegen der Heegzeit", hat bei den Landwirtyen an der Bergstraße gerechtes Erstaunen erregt, da der Dachs, der in unserer Gegend zu den allerschädlichsten Thieren der Landwirthschaft gehört, in hervorragender Weise geheegt werden soll. Seine Erlegung ist in unserer Gegend fast illusorisch gemacht, da in den beiden Monaten October und November, in welchen er gejagt werden darf, die Weinberge die meiste Zeit für den Jäger geschlossen sind und er in den anliegenden Waldungen, welche theils Domanial- waldungen sind oder sich in anderen Händen befinden, den Dachs nicht verfolgen kann. Wenn man den Schaden berücksichtigt, welchen der Dachs in den Wembergen anrichtet, so sollte er in weinbauenden Gegenden gänzlich vertilgt werden. Außerdem thut er nicht unbeträchtlichen Schaden an weichem Wälschkorn und der unreifen Sp'lz, deren Kolben und Aehren, so lange sie noch in der M-lch liegen, er massenhaft zermalmt- Der geringe Nutzen, den er durch Vertilgung der Engerlinge bietet, ist verschwindend durch den ungeheuren Schaden, den er bet di'ser Gelegenheit durch das Herauswerftn von vielen Stöcken unreifer Kartoffeln anrichtet, bis er nur einen Engerling erwischt. In diesem Jahre ist von Zwingenberg bis Schönberg auf diese Weise schon bedeuteter Schaden entstanden. Brehm sagt in seinem illustrtrten Thierleben von dem Dachse, 1 nachdem er verschiedene Nahrung desselben anführt, wie: Wurzeln, Bucheln, Elcheln, i Hummel- und Wespennester, Schlangen, Schnecken, Maulwürfe, junge Hasen u. s. ro.; Honig und Trauben scheinen aber doch seine Hauptnahrung zu sein.und in den Weinbergen richtet er nach Umständen große Verwüstungen an. (5r brücft die traubenschweren Reben ohne Umstände mit den Pfoten zusammen und mästet sich förmlich mit ' der süßen Frucht. _ , , o l München, 28. August. Im Starnbergersee hat Kestern ein Liebespaar den ? Tod gesucht und gefunden. — Ein Selbstmörder, der sich vor einigen Tagen aufdem . nördlichen Fnedhose in München erschossen hat, ist jetzt als der Kgl. Rentbenmte Meckl ' von Marktschorgast agnoscirt worden, der schon seit langer Zeit an „tiefer Melancholie' ' gelitten und sich auf einer Urlaubsreife befunden haben soll. — Ein zweiter Selbst- > mörder, der sich vorgestern hier erhängte, wurde als ein Oeconom aus Passau erkanO. - — In der Frobnfeste zu Bayreuth erhängten sich kurz nacheinander ein wegen Ermordung seiner Frau inhastirter Färbermeister von Sterneck und ein wegen Einbruch- diebstahls in Untersuchungshaft befindlicher Hafner aus Goldkronach. — Im Zuchthaufe zu Ebrach erschoß sich ein dort als Posten aufgezogener Soldat vermittelst feines Dienstgewehrs. — In Bad Bocklet (Unterfranken) ertränkte sich eine Dame aus Schaffhausen in der Schweiz, in der Saale. — In der protestantischen Hauptkirche dahier gab es gestern Vormittag eine Aussehen erregende Scene. Ein Taschendieb, höchst elegant gekleidet, wurde erwischt, als er gerade bei der „Arbeit" war, und konnte erst nach längerem Widerstande forttransportirt werden. — Laut Meldung von Wemfee sind seit einigen Tagen an dessen Ufern Ingenieure mit Vermessungen beschäftigt, welche mit dem Projecte der Tieferlegung des Wasserspiegels unseres „bayerischen Meeres' tn Verbindung stehen sollen. ' _ r „ , - Die seit 1340 bestehende altehrwürdige Moselbrücke bei Coblenz soll im künftigen Jahre eine Umänderung erfahren. Dieselbe genügt nämlich den Anforderungen d's Verkehrs nicht mehr. Es soll deshalb der steinerne Oberbau zum Theil abgetragen und dul-H1,1 s, S’*t M zubI Mittt war Auftrag, W Institut d eines entse $iit der Au w Herzes m, W0 U 16 Maure- hMbgech einen W zwischen d der S düß auch । Arbeiter, d die Anstalt den Maure Verlehunge ein Nothvei wurden sie mit leichter liMleitet- L Es \\ Mnonce ba Mdet wich ^öäng’n . ^schlagen t . Das ' Ho,, Mlbifa Ö’8t".ei U-n, in d test hat b MWarms »Da »Krieges. 1 brüte MH wer rüstig won G. Fr zzwar bcha ischwedisch: ' banb diese wertes thc nd)t wisse, i geschöpfter öder Gelehr yu befriedig Ariedensges sseien namei öbehandelt i Gemahl eir Verhältnisse Weise nid): i^-ten stttlic V Me, das ' sind zahlrei V d-e Jllustrc 1 aus der da: !d-s fieber, 1 außer btn : WMnittt: V&Wburg h 'Vas Friedens, ^ziehend als Machte w i’645 "eil 1 [5575^ i ÖMt ?*•< ht ih Paya fr j a ä< 9t°6e pJe bii dm EMte in btt ab™; Auch Mer sich ^usgeivirkt Wohl ben Wen tarn. Hte über die Nation und buteitb über# l webet nach M. ^schauplatze x« der stark ^ege von Wrbe hat denselben. ufere Nationalen Standpunkte r treten, gegen in Deutsch- trötzerer Macht- -krajtige Nation n. Wenn wir durch Kolonien en Kaisers übet wir wollen die u segensreichen n-vettert sehen, seinem Werke: : Bestand bedarf nur feine über- ach durch einen ■ Ausströinen in -sem Gesche btt s die Dauer zu im Mittelalter Hansa und aus mergischen Colo- ^raktisch naher zu iniallander, Eng- ossalen Colonial- eutschland haben, ititatiD!" nennen, c von wirklichem iben können, weil W genommen fjifit MgenW ? weiftn bärfeat och v\ «W tt ueroachsen uv > auch bei W5 > Concurren; ati '^brikantenM. der entsprechende auiMM D°t er|pective, fonbern an, durch Boden- n welche wir erit «bfaufe«? W" jcht verlieren, l1( ■In 31*1«« , j W a. Anordnungen Iiten Lhieren der ^Ane ErlegE ® Odobtr und iat? qS? füt ben Ä äs SÄ* fe (ML Dachse. Eicheln- MchlN'^sw: it Has^ ^ den kVbktrk s>*’l :SZZ g?«*s L'O'Z e-ÄKr ’W'Sfe'S YLU E. B. I) !. u. E. B. Asstrur. Gener. 5.62 JL. 919 455 426 150 664 133 370821 627 538 524899 976 689 (55 (25 (52 (29 40.15 31.12 27.13 22.81 18.38 13.43 1340 4 948 900 2 992 416 3 978 600 3 303 063 3 594 716 6082800 10055 755 Assicur. Gener. Germania Gotha Stuttgart Leipzig Karlsruhe Concordia Lübeck 1881 394 564300 228 850 353 173 674 012 170 719 500 146 107 080 116 989327 112 533 694 5.74 9.06 9.16 1052 10.95 14.28 14.99 Gotha Germania Leipzig Concordia Lübeck Assicur. Gener. Stuttgart L- V. Karlsruhe 16 556 600 B. 15 256 005 12 035 291 10 624 700 9 183 870 7 073 345 2 794 444 2 147 194 Gotha Stuttgart L. V. u. Karlsruhe Leipzig Germania Assicur. Gener. Concordia Lübeck JL n Sterbefälle 1881 Alter Gotha Stuttgart Leipzig Karlsruhe Lübeck Concordia Germania Stuttgart L. V. u. E. Leipzig Concordia Lübeck Karlsruhe Assicur. Gener. 6 673 600 JL I 3 351983 „ । 2673 800 „ i 2 429 298 „ 2 255 490 „ 2103184 „ 2 054579 „ 922 332 „ 1881 Gotha Stuttgart Leipzig Karlsruhe Concordia Assicur. General. Germania 2.24 2.83 2.93 3.93 4.15 Landwirthschaftliches. - , sObft aus Samen gezogen.) Das „Bad. landw. Wochenbl." brachte vor Kurzem einen sachverständigen Bericht über die im vorigen Jahre mit der Württemb Landesgewerbe-AEllung verbundene Obstausstellung; wir entnehmen demselben folgende für die Obstzüchter unieres Leserkreises sicher höchst überraschende Mittbttluna Don der Königlichen Wilhelmagaitneret (Hofgärtner Müller) waren 30 Arten aus selbst gezogenes Obst ausgestellt. Diese Sammlung' war äußerst interessant und dürfte Veranlasiung zu wetteren Versuchen geben. Aus dem Samen desGraftn- steiner Apfels waren Bäumchen entstanden, die bis in die kleinstes äußerlichen Einzelheiten hmein genau dieselben Früchte hervorbrachten wie die Mutterpflan e- inner ich waren diese Früchte theils gleich, thetls festfleischtger, tbeils füfter ober fau’rer 9h $ vom Apfel Kaiser Alexander waren Früchte von Sämlingen' da di gan conftam geb leben waren, ebenso von einigen Butterbirnen, z. B. die weißeHerbstbutterbirne «In f°rchflgnz?n Mn" ie'flCn' 06 einielne Obsts°rt-n sich wirklich aus Samen Bestand Ende Gotha Germania Mark aufzuweisen hatten, so ergeben sich folgende Bilder: Reiner Zuwachs 1881 (54 „) (48 „) (28 „) lieber Publicitiit. Es ist allgemein bekannt, daß zur Erreichung d-r verschiedensten Hw-cke die lnnonce das wirksamste Mtttel ist und daher auch von jedem Geschäftsmannsanae- >endet wird. Eine Ergänzung des Jnseratenwesens bildet die Publicität vermtttettt lushangon hübscher Empsehlungstafeln in den Eisenbahn-Wartesälen Botels ml Inschlagen von Affichen an Säulen, Tafeln, Mauern rc 1 ' 2C* unb Das Internationale Institut für Affichage auf Eisenbahnstattonen. in öffentlichen acalen, Hotels, an ^^cattaulen :c. von G. L- Daube & Co., ein Zweigetablissement 't wohlbekannten, rührigen Annoncen-Expedition, hat sich der schwierigen^ Aufgabe Herzogen, eine Zusammenstellung sammtltcher europäischer Eisenbahnstationen beraus- Wben, in deren Räumlichkeiten Empfehlungstafeln rc. durch genanntes Institut uus- changt werden dürfen und als Supplement hierzu ein Verzttchniß sämmtt cber Siäbte ' ■ und AUSlandeS in welchen di- Firma vern.ittelst ih?-r Afsicheu PlaZ- in Aels, ostentlichen Localen rc. aushangen und Affichen anf iilaaen laff m m .r »unsch werden diese Verzeichnisse gratis und franco abgegeben ' * 8uf Wir können dieses neue Unternehmen, welches mit ben behenh.nhft™ . evstituten des Auslandes in Verbindung steht jedem tCs bedaItt0rfn Iran hat, daß sein Etablissement, Fabrikat, Product rc. Tie $D iteste N^'br^ttn^"^^ / ii'§ Wärmste empfehlen. ' * 0,e ""Ueste Verbreitung findet, 107 249512 Abgang bet Lebzeiten 1881 Jno/odes Absolut Bestandes 1.22 1.67 und durch einen eisernen ersetzt werden. Die Kosten des Baues sind auf 300,000 JL angeschlagen, welche zu 5/e von der Provinz getragen werden, lieber die jetzige Moselbrücke, welche in den beinahe 5Vr Jahrhunderten ihres Bestehens fast ohne Beschädigung geblieben ist, sind die Truppen fast aller Herrscher Europas dahingezogen. Düsseldorf, 28. August. Ein Mißverständniß brachte am Samstag sechs Jagdhunden edler Race den Tod. Die jungen Thiere waren nach Holland verkauft, in einen Korb gesetzt und einem Arbeiter übergeben worden mit dem Auftrage, sie zum Rhein zu bringen, indem sie per Schiff nach Holland geschickt werden tollten. Der Arbeiter warf den Korb sammt den Hunden in den Rhein und ertränkte sie, weil er den Auftrag, die Hunde nach dem Rhein zu bringen, so verstanden hatte. — sSechszehn Maurer vom Gerüst gestürzt.) Der Neubau des pathologischen Instituts der König!. Thierarzneischule in Berlin war am Samstag der Schauplatz eines entsetzlichen Unglücksfalles. An der südwestlichen Ecke waren 16 Maurer mit der Aufführung des Bauwerks beschäftigt. Plötzlich ertönte ein lauter Krach, dem ein herzerschütternder Aufschrei folgte. Alles eilte dem Rufe nach der bezeichneten Stelle zu, wo man ein furchtbares Durcheinander oorsand. Das Gerüst, auf dem die 16 Maurer gearbeitet hatten, war in sich zusammengebrochen und hatte Alles mit sich hinabgerissen; nur dreien von den sechszehn Maurern war es gelungen, sich noch durch einen schnellen Sprung auf das Mauerwerk zu retten, die dreizehn Übrigen lagen zwischen den Trümmern des zusammengebrochenen Gerüsts. Der geringen Höhe, aus d-r der Sturz erfolgte, ist es zu danken, daß Menschenleben nicht zu beklagen sind und daß auch die Zahl der Schwerverletzten glücklicherweise eine geringe geblieben. Fünf Arbeiter, die am meisten verletzt waren, wurden zur nahen Klinik gefahren. Trotzdem die Anstalt zur Zeit geradezu überfüllt ist, mußte man doch den einen der Verunglückten, den Maurer Karsdorf, dessen Weitertransport der vielfachen (Ssntufionen und inneren Verletzungen wegen nicht thunlich erschien, dort behalen, während vier, nachdem ihnen ein Nothverband angelegt war, zunächst der Charite überwiesen wurden. Von dort wurden sie auf ihren Wunsch in ihre Wohnung befördert. Die übrigen acht kamen mit leichteren Contusionen und Abschürfungen davon. Die Untersuchung ist bereits angeleitet.____ Literarisches. „Das Wissen der Gegenwart" V. Band: „Gindely, Geschichte des dreißigjährigen Krieges. III. Abteilung." 242 Seiten eleg. geb. 1 Mark. Die eben erschienene dritte Abtheilung der Gindelp'schen Geschichte des dreißigjährigen Krieges (der fünfte her rüstig fortschreitenden Universalbibliothek „Das Wissen der Gegenwart") Verlag von G. Frcytag in Leipzig, bildet wiederum eine in sich abgeschlossene Darstellung und zwar behandelt derselbe den schwedischen Krieg seit Gustav Adolfs Tode und den schwedisch-französischen Krieg bis mm westfälischen Frieden (1632—1648). Der Schlußband dieses ausgezeichneten, von der gesammten Kritik mit Beifall begrüßten Geschichtswerkes theilt die VorzÜae seiner beiden Vorgänger: es fesselt den Leser durch den Geist echt wissenschaftlicher historischer Kritik, durch die Fülle neuer, aus den Quellen geschöpfter Daten, durch den pragmatischen Styl und ist gleich geeignet, die Ansprüche der Gelehrten, wie die der Gebildeten, die sich für vaterländische Geschichte intereffiren, öU befriedigen. Neben der im engeren Wortsinne historischen Seite der Kriegs- und vriedensgeschichte ist auch die culturhistorische nicht vernachlässigt. In dieser Beziehung scirn namentlich zwei Partien hervorgehoben, die eine, welche die Heirath Ferdinand III. behandelt unb in der Darstellung der abenteuerreichen Reise der Infantin zu ihrem Gemahl ein hochinteressantes Culturbild darbietet, und das Schlußkapitel „die Heeres- verhaltnisse im Laufe des dreißigjährigen Krieges", das in ungemein anschaulicher Wnse nicht nur in die militärische Organisation der Heereskörper, sondern auch in b «n sittliche Zustände und in deren Verhältniß zu Bürger und Bauer einweiht. Dem Buche, das ein wahrhaft gediegenes historisches Werk zum würdigen Abschlüsse bringt, find zahlreiche ungewöhnlich interessante Abbildungen beigegeben. Dieselben haben wie d-e Illustrationen zu den früheren Bänden künstlerischen unb historischen Werth, da sie ' aus der dargestellten Zeit stammend, mit dem Objecte zugleich die Anschauungsweise H siebzehnten Jahrhunderts abfptegeln. Besonders gelungen und interessant sind iilßer den Portraits Ferdinand III., Richelieus unb Oxenstiernas die archeiftischen Holzschnitte: „Leipzig zur Zeit der Belagerung im Jahre 1637", „der Reichstag von ^6/nsburg im Jahre 1640", „Prag zur Zeit der Belagerung durch die Schweden 1648", das Friedensmahl in Nürnberg im Jahre 1649". Im Ganzen ist das Werk ebenso nr,T arG!3JUllrU(?iü und als eine für den großen Kreis der Gebildeten nutzbar emachte Arbeit deutschen Gelehrtenfleißes wohlgeeignet, Licht Über eine der wichtiasten nb verworrensten Partien deutscher Geschichte und über eine Zeit zu verbreiten aus nen Kämpfen, Verwirrungen und Leiden Volk und Machthaber tiefeingreifende Lehren Ir die Gegenwart ziehen können. Ausgabe für Verwaltungskosten In % der Absolut Gesammt-Einnabme ■ 505 ' ------ , m®rJ?aen 49 Anstalten gingen im Jahre 1881 ab 1) bei Lebzeiten 43776 jÄHa«* 2>w »«äs s)rnn.n?ner0»“?e" ?ir tn ,elni8cnPunkten di- vorjährigenGeschästSergebnisse derieniaen Mark SMS -°'^A°st°nd°°n mindestes iK Millionen Die Deutsche Lebensversicherung im Jahre 1881. sch-n !§belle^"welll>^seit^ nursrns.gr"?»' 15.August (»reibt: Emer eingehenden statisti- iw>- ™ : KAM; ‘IIS : : ZAZ ■ 3m Ganzen 824 558 Pers, m. 2664 012 401 JL 847 985 Pers, m 2793 758 013 al und ,w°7b‘nbe®(MB Ä «"“itmÄ“!'ri9^561^ ---------- 6 512393 Reiner Jahres-Ueberschuß ,Jn % der Prämien-Einnahme Absolut 5 527 172 JL 1835 431 M 1585 526 „ 793 051 „ 853 028 „ 679 893 „ ----- 1735 220 Lübeck"" U ^197168 " a,cnSUl?a ^t es gewollt, daß hier vier auf Gegenseitigkeit begründete und vier Actiengesellschaften nebeneinander gestellt sind — diese 8 Anstalten allein nämlich hatten hLiK i00? Mindestens 100 Millionen Mark aufzuweisen. Der reine Zuwachs bezifferte sich bei den ersteren 4 Anstalten auf 10.6 bis 16.5 Millionen, bet ben vier unhe9CR3^ 2ic M9'1 2Rmi0.?In M?rk; jene vier Anstalten verloren zwischen 1.22 uud 2-83pCt., diese dagegen zwischen 2.93 und 5.62 pCt. ihres Versicherungsbestandes ?mifrf.cnb?nn^C beL 5tea; 2l"ftfaIten Zwischen 5.05 und 9.16 p6t , diese in k2 14 Gesammt-Jahres-Einnahme für Verwaltungskosten zu verausgaben, )ene endlich hatten reine Jahres-Ueberschüsse von 22.81 bis 4015pCt. rV5r solche von 5.32 bis 1858 pCt. ihrer Prämien-Einnahme. (Hierbei bleibt natürlich unvergessen, daß Gegenseitigkeits-Anstalten in der Regel mit höheren Tarifen arbeiten, als Actiengesellschaften und daß die höheren reinen Ueberfdjüffe zum Theil mit diesem Umstande zuzuschreiben sind.) Es versteht sich von selbst, daß hiermit nur constatirt werden sollen daß dagegen diese Gegenüberstellungen nicht jiTftreiten ^a&Cn' 3U ®un^tcn des einen oder anderen Organisattons-Prtncipes AeitzeSotenes. Krausen ii reicher Auswahl neu eingetroffen. H-6 I. Kaan jr., Kreuz. Kornstroh Gebund und per Centner verkauft -arniel Rühl Wwe. am Rathhaus. Eine größere Parthie frisch aus- ,eie er ter Weinfass t.500 Liter haltend, sind preiswürdig i verkaufen bei 645 Gebr. Schwan. M5 Drachen zu 20, 30 und 40 npiieplt I. P. Sann, Bismarckstraße. &')-4 Hans mit Hofraum in guter W, zu jedem Geschäft geeignet, zu ver- Jilen. Näh. bei der Exped- ds. Bl. Hie Flaschenbier - Handlung von Daniel Heil in Giessen -A-. 28 Lindenplatz A. 28, neben dem „Einhorn", empfiehlt: 2j ^elIfarbiSe5 3um ^rei,e öon 23 per Flasche, 0 von mehreren Flaschen frei ins Haus geliefert in bekannter, hoch, fetner Qualität aus der Aclienbrauerei in Gießen. 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