Nr. 178 Donnerstag den 3. August 1882. vne steuer ilit meiner Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Amtlicher Höeit. Gießen, am 1. August 1882. Betreffend: Die Veröffentlichung eines Werkes über die Kunstdenkmäler im Großherzogthum Hessen. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Grotzherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Wir erinnern Sie an die Einsendung der „Fragebogen", soweit Sie damit im Rückstände sind. I. V.: Or. Hoffmann, Regierungsr ath. Bekanntmachung. Wegen eines schweren Krankheitsfalls ist der Verkehr mit Wagen durch die Mäusburg bis auf Weiteres gesperrt. Gießen, am 2. August 1882. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius. Deutschland. Berlin, 31. Juli. Die „Nordd. Allg. Zig." schreibt: „$)ie „Augsburger Allg. Ztg." vom 21. Jult enthält einen Artikel aus München, tn welchem darzulegen versucht wird, daß die Einführung einer gemeinsamen Post-Freimarke für den Wechselverkehr zwischen Bayern und Württemberg einerseits und den übrigen Theilen des R'iches andererseits in die Reservatrechte der genannten süddeutschen Staaten cmgreifcn würde. Boyern und Württemberg, so wird ausgesührt, hätten nach der Verfassung an den zur Reichvkasse fließenden Einnahmen des Poftwdsens keinen Theil, dafür seien sie selbstverständlich berechtigt, die Transportgebühren für die bei ihnen aufgegebenen Sendungen einschließlich derjenigen nach dem Reichspoftgebiet für sich zu vereinnahmen, und dieses Recht werde durch die besonderen Werthzeichen zum gesicherten Vollzug gebracht. Diese gesummten Ausführungen treffen ober den eigentlichen Kern der Sache gar nicht. Es müssen bei der angeregten Frage die rechtliche und die finanzielle Sette streng geschieden werden. In rcchtl-cher Beziehung erkennt der Artikel der „Augsburger Zeitung" selbst die Einfachheit derjenigen staatsrechtlichen Schlußfolgerungen an, welche auf Grund der Reichsoerfassung und des Posttaxgefitzes zur Hervorhebung der Thatsache geführt haben: daß die Reichspostverwaltung an der Hand der schon jetzt bestehenden Gesetze zweifellos ermächtigt sei, eine gemeinsame Freimarke für den bezeichneten Verkehr auszugeben. Es findet sich in der Mittheilung aus München allerdings der Nachsatz: Man habe die materielle Begründurg jener Schlußfolgerungen zu bezweifeln, allein Gründe, auf welche die Zweifel sich stützen, sind nicht angeführt. Eine bezügliche Widerlegung dürste auch schwer werden, denn der § 9 des Posttaxgesetzes bestimmt mit klaren Worten, daß die „Postanstalten" (also auch in Bayern und Württemberg) nach näherer Anordnung der Reichspostverwaltung Freimarken bereit zu halten haben. Diese Vorschrift bezieht sich — wie das ganze Gesetz — auch auf den Wechselverkehr, indem nach § 13 a. a. O. nur dec innere Verkehr von Bayern und Württemberg ausgenommen ist. Was die finanzielle, in dem Aufsatz der „Allgemeinrn Zeitung eigentlich allein behandelte Seite der Frage betrifft, so liegt es auf der Hand, daß. falls die Reichspostverwaltung von dem ihr zustehenden Rechte zur Ausgabe gemeinsamer Postwerthzeichen für den Wechselverkehr Gebrauch machen sollte, M-.ttel und Wege zu suchen sein würden, um das Interesse von Bayern und Württemberg in gehöriger Weise zu sichern. Vorläufig handelt es sich aber um derartige Fragen noch gar nicht; es kommt vielmehr einzig und allein auf die Erörterung der Rechtsfrage an und wenn diese allein in's Auge gefaßt werden will, so ist die Entscheidung an der Hand der bestehenden Gesetzgebung ganz zweifellos in dem Sinne abzugeben, daß die Einführung einer gemeinsamen Freimarke für den deutschen Wechselverkehr ohne Weiteres erfolgen kann." Berlin, 31. Juli. Hinsichtlich der bereits gemeldeten Erfindung, Spiritus aus electrischem Wege zu entfuseln, ist es erfreulich, heute zu unserer Be- sriedigung hinzufügen zu können, daß es sich diesbezüglich um eine in Frankreich erzielte, allerdings sehr erhebliche Verbefferung einer ursprünglich von einem Berliner Techniker gemachten Erfindung handelt, der die vorjährige electrische Ausstellung in Pans mit seinem ursprünglichen Apparat beschickt hatte. Einem franzöfischen Techniker ist, wie verlautet, ferner gelungen, ein Mittel gegen die Verheerungen der Reblaus zu entdecken. Nach unseren Informationen soll es das Phenol fein, durch welches dem schädlichen Wirken der Reblaus Einhalt geboten werden kann. — Die Leipziger Filiale der kaiserlichen Tabakmanufaktur in Straßbiirg wird demnächst aufgelöst werden. Schweiz. Bern, 31. Juli. In her Volksabstimmung wurde das Epidemiegesetz mit dem Impfzwang mit 200,000 gegen 50,000 Stimmen verworfen. Das Patentschutzgesetz wurde ebenfalls abgelehnt. Arankreich. Paris, 31. Juli. Wie der.Agence Havas" aus JsmaMa gemeldet wird seien die englischen Berichte über die Haltung Lesseps unrichtig. Lessers sei lediglich m dem Zwecke mit Arab, tn Beziehung getreten, um für 120 griechische Auswanderer und einen Transvort von Kairo nach Jsmatlia, bestehend aus 35 Kranken, 11 barmherzigen Schwestern, 1 Arzt und 4 Krankenwärtern, Schutz zu erwirken und die Aufrecbterbaltuna der Ordnung in der Provinz Zngazig sicherzustellen. Lesseps glaube noch immer, daß die Neutralität des Suez-Canals von den Egyptern nicht verletzt werden würde wenn dieselbe nicht europäischerseits angetastet würde. Er habe gegen einen Akt der englischen Marine protestirt, welcher im Widerspruch stehe mit den Reglements der Canal-Gesellschaft. England. London, 31. Juli. Wie verlautet, wünscht der Prinz von Wales an der egyp- tischen Expedition theilzunehmen, hat diesen Wunsch aber auf Veranlassung der Königin aufgegeben. — Der Dampfer „Orient" ist mit dem ersten Bataillon der schottischen Garde und mit dem Herzog von Connaught, dem General Willis und dem Stabe der ersten Division des egyptischen Expeditionskorps an Bord, gestern nach Alexandrien abgegangen. — Die „Times" glaubt, eine Combinirung von Arabi Paschas Truppen mit türkischen Truppen würde, wenn letztere in Egvvten landeten, zur Gewißheit werden, England könne dadurch gezwungen robben, entweder Egypten den erfolgreichen Verschwörern preiszugeben oder in Opposition oder Collision mit den türkischen Truppen zu gerathen. Eine Kooperation mit der Türkei fet nur möglich, wenn die Türkei nur ein mäßiges Truppenkontingent absende, das unter dem Befehl eines englischen Com- mandeurtz operire. — Das Unterhaus nahm mit 140 gegen 23 Stimmen den Antrag der Regierung an, daß die Kosten der indischen Expedition nach Egypten aus den indischen Einkünften bestritten werden sollen, nachdem die Regierung ihren ursprünglichen Antrag dahin abgeändert hatte, daß zukünftige Beschlüsse der Kammer darüber Vorbehalten bleiben. — Das Oberhaus erledigte die Einzelberathung der Pachtrückftandsbill. Plymouth, 31. Juli. An Bord des „Gellert" brach am 28. Juli Feuer in der wasserdichten Abtheilung aus, wo Nähmaschinen und Tabak lagerten. Da die Brand- statt-' unzugänglich und eine Quantität Harz an Bord war. wurden Anstalten zur Herablassung der Rettungsboote getroffen und der Cours verändert. Durch Herstellung -we:r großer Löcher im Verdeck wurde die Brandfläche überschwemmt und das Feuer unterdrückt. Nachdem daraus der gewöhnliche Cours wieder eingeschlagen, wurde die Fahrt nach Plymouth fortgesetzt. Der Schaden beträgt über 10,000 Dollars. Die Entstehung des Feuers wird der Selbstentzündung des Tabaks zugeschriebeii. Nach anderweitiger, in Hamburg eingetroffener Meldung hat der „Gellert" gestern Nachmittag Dover paffirt und ist heute Nachmittag in der Elbe zu erwarten. Telegraphische Depeschen. Wolff's telegr. Eorrespondenz-Brrrearr. Würzberg, 1. August. Anläßlich der Jubelfeier der Universität fand heute Vormittag im weißen Saale des Nesidenzschlosfes die feierliche Begrüßung der sehr zahlreich erschienenen Deputationen der in- und ausländischen Hochschulen statt. Der Kultusminister von Lutz verlas ein Handschreiben des Königs, in welchem die Fest- theilnchmer begrüßt und gleichzeitig die verschiedenen Professoren verliehenen Ordens- becorationen mitgetheilt werben. Sodann brachten die Vertreter der Hochschulen, gelehrten Anstalten und Vereine unter Überreichung von Geschenken ihre Glückwünsche zu der Jubiläumsfeier bar. Trieft, 1. August. Die hiesige Jnbuftrie- unb lanbwirthschaftliche Ausstellung ist heute durch den Erzherzog Karl Ludwig eröffnet worden. In seiner Antwort auf die vom Ausstellungspräsidenten Reinelt an ihn gehaltene Anrede sprach Erzherzog Karl Ludwig feine Freude aus, daß er sich von den glänzenden Fortschritten der hiesigen Industrie persönlich habe überzeugen können; es gewähre ihm, als Mitglied des Kaiserhauses, doppelte Freude, daß die Ausstellung bei einem feierlichen Anlasse stattfinde, indem Trieft eben die 500jährige Feier seiner Vereinigung mit dem Vaterlande begehe. Erzherzog Karl Ludwig erklärte darauf die Ausstellung mit besten Wünschen für deren Erfolg unb unter lebhaften Hochs unb Evvivas ber zu ber Feier Versammelten für eröffnet. Auf bie Ansprache des Präsidenten des ungarischen Comtt^s, Herrich, erwiderte der Erzherzog mit ähnlichen herzlichen Worten. London, 1. August. Meldung des Reuter'schen Bureaus aus Konstantinopel vom 31. Juli: Der russische Geschäftsträger Onon theilt den Mitgliedern der Konferenz mit, daß Rußland die egyptische Frage als eine zweifache betrachte und sich lediglich an der Diskussion über die Canalfrage betheiligen werde. Toulon, 1. August. Drei Transportschiffe, worauf Truppen nach Egypten bereits eingeschifft sind, werden sofort desarmirt werden; die Truppen verbleiben vorläufig hier. Petersburg, 1. August. Der bisherige Chef ber Moskauer Polizei, General- Major Jankowski, wurde an Stelle des Grafen Protassow-Bachmletjew zum Gouverneur von Astrachan und zum Hetmann der astrachanischen Kosaken ernannt. Konstantinopel, 1. August. Wie es heißt, wurde dem englischen Botschafts- fecretär Sandison auf dessen Vorstellung wegen der Proklamirung Arab: s als Rebellen türkischerseits geantwortet, daß diese Angelegenheit bie Konferenz angehe; Sandison möge sich deßhalb an die türkischen Delegirten wenden. c _ - Eine kleine Truppen-Abtheilung geht demnächst unt^ Aklf Pascha auf Transportschiffen nach Egypten ab, um dem Khedive als Leibwache zu bienen. Dufferm hatte wiederholt Konferenzen mit Said Pascha. . . ~ . - Der russische Geschäftsträger erhielt Instructionen betreffs der Konferenz. Obwohl über dieselben nichts verlautet, wollen politische Kreise doch den Austritt Rußlands aus der Konferenz und demnach das Ende derselben voraussehen. L ondon, 1. August. Der „Daily News" zufolge wäre Admmal Seymour angewiesen worden, die Uebergabe des Forts Aboukir zu fordern und im Weigerungsfälle daffelbe zu bombardiren. Konstantinopel, 1. August. Em Circularfchreiben der Pforte soll demnächst an ihre Vertreter im Auslands gerichtet werden, worin sie auf die Hindernisse hinweist die England der türkischen Intervention entgegenstelle. — Anlangend die augenblicklich unter den Mächten schwebenden Verhandlungen über einen durch die Conserenz herzustellenden gemeinsamen Schutz des Suezkanals, so soll die Pforte bereits erklärt haben, sie fei mit jeder diesbezüglichen Maßregel vollkommen einverstanden, welche die Zustimmung der Conserenz gefunden haben würde. Alexandrien, 1. August. Der Khedive hat Schritte gethan, um Italiener und andere Polizeimannschaften für den Polizeidienst in Alexandrien zu gewinnen. — Neben Derwisch Pascha werden jetzt Mukhtar und Fuad Pascha als die Befehlshaber der militärischen Expedition der Türkei nach Egypten genannt. — Der englische Generalconsul Malet trifft am 10. ds. hier wieder ein. — In der Nachbarschaft des Mariut-Sees sollen sich zahlreiche Beduinenschwärme gezeigt haben. — Die Zahl der bei den Massacres in Damanhur, Tantah und Mihalla um's Leben gekommenen Christen wird auf 500 geschätzt. Die Arbeiter-Kolonie Wilhelmsdorf. Eine Arbeiter-Kolonie als praktische Lösung der brennenden Frage der Vaga- bondennoth tft zu einer vollendeten Thatsache geworden. Es gibt eine doppelte Klasse von Vagabonden: 1) Solche, die ohne ihre Schuld aus die Landstraße gerathen, denen während der Zeit ihrer Arbeitslosigkeit die Kleider zerrissen, das Arbeitszeug etnbehalten worden ist, und welche doch noch ein ehrliches Verlangen haben, von ihrer Vagabonden- Lauibahn errettet zu werden, wenn man ihnen nur die Hand reicht, und 2) solche, welche nichts mehr Anderes wollen, als ein faules Bettlerteben bis an's Ende weiterführen. Die letzteren haben auch einmal eine Zeit gehabt, wo es anders stand; allein sie sind zu lange auf der abschüssigen Bahn dahin gewandelt, das Leben auf den Landstraßen und in den Vagabondenherbergen mit seiner alle besseren Neigungen unterdrückenden Macht hat ihnen bereits jede Willenskraft geraubt, noch wieder aufzustehen. — Die Hülfe kam zu spät. — Ein, zwei Jahre auf dieser Bahn, nur unterbrochen durch wiederholten Aufenthalt in den Gefängnissen oder Landarmenhäusern, die trotz aller Mühe doch nur Hochschulen des Lasters sein können, reichen meistens hin, einen solchen Menschen für immer zu Grunde zu richten. Es gilt, den immer breiter werdenden Strom dieser Letzteren etnzudämmen, indem man so schnell als möglich den Ersteren die Hand reicht. Es gibt nichts Grausameres, als einem Menschen, der noch schwielige Hände hat und flehend seine Hände nach Arbeit ausstreckt, statt dessen den Bettlerpfennig in die Hand zu drücken und ihn also in den Schlammstrom zurückzustoßen, aus welchem er gerne heraus möchte. Es gibt aber auch kein böser angewendetes Geld, als einem absichtlichen Faullenzer jahraus, jahrein die Mittel zu reichen, sein sittenloses Leben weiterzuführen und zu gleicher Zeit eine andere Art Schmarotzerpflanzen zu ernähren, welche noch viel verabschesungswürdiger ist, als die Vagabonden, nämlich die eigentlichen Vagabondenwirthe; diese Menschenklasse legt es in raffintrter Weise darauf an, Bettler zu erziehen, um ihr schmachvolles Gewerbe in Blüthe zu bringen. Planmäßig sorgen sie dafür, daß um den Preis des Branntweins ein noch mit Handwerkszeug und ordentlichen Kleidern versehener Handwerksbursche dies einbüßt; er bekommt statt dessen eine förmliche Unterweisung zum handwerksmäßigen Betteln. Alte Vagabonden nehmen die jungen Anfänger, unter Anleitung des Wirths, in die neue Lchrlmgschaft und so geht es unaufhaltsam auch mit diesen dem Verbrecherleben zu. Was kann geschehen, um diese beiden Klassen von Vagabonden bei Zetten von einander zu scheiden? Zwei Mittel bieten ein sicheres Scheidewasser. Erstens wirkliches Angebot von Arbeit und zweitens Abschneiden jeder Möglichkeit, gereichte Almosen zu Branntwein zu verwenden. Der professionelle Vagabond haßt die Arbeit im Schweiße des Angesichts ebenso sehr, als er den Branntwein glühend liebt. Wird ihm erstere wirklich angeboten und letzterer gründlich entzogen, so verschwindet er aus einer Gegend, wo diese Maßregeln ergriffen sind, und statt seiner stellt sich der ehrlich nach Arbeit suchende Pilger ein. Zur Erlangung der beiden Mittel der Scheidung zwischen diesen beiden Arten von Vagabonden ist ein doppeltes nöthig: 1) eine ländliche Arbeiter-Kolonie mit umfassendem Arbeitsmaterial für Sommer und Winter, und 2) eine Einigung der ganzen Bevölkerung in Stadt und Land, alle Liebesgaben nur so zu reichen, daß dem reisenden Bittsteller nur Naturalgaben, und diese auch nur an den Stellen gereicht werden, an welchen ihm unbedingt kein Branntwein geboten wird. Ein Netz von solchen Her- vergen, in denen theils Nachtquartier mit Abendbrod und Frühstück, theils nur Mittag- brod gereicht wird, und zwar auf eine Anweisung hin, muß gegründet werden. Jeder Kreis sollte sich zu einem solchen Vereine zusammenschließen, der sich wieder in mehrere kleine Kreise theilt, je nach den Unterstützungsstellen nöthig sind. — Wo eine größere Stadt ist, kann diese wiederum neben dem Landkreise einen besonderen Verein bilden. Stadt und Land müssen aber durchaus einig fein. Denn wenn etwa nur die Stadt einen Verein gründet, so wird auf Anleitung der betr. städtischen Vagabondenwirthe das Land um so gründlicher ausgesogen. Die Zahl der kleinen Vereine richtet sich in jedem Kreise danach, wie weit man ohne Gewtffensnoth einen Wandersmann pilgern lassen Fann, nachdem er sich ordentlich satt gegessen hat. Drei Stunden ist wohl nicht zu weit. Es gibt so central gelegene Kreise, wie z. B. Bielefeld, wo eine Centralstelle genügt Andere bedürfen vielleicht nur noch einer Mittagbrodstation, wieder andere, namentlich wo mehrere größere Städte sind, reichen auch hiermit noch nicht, sondern bedürfen mehrerer Herbergen mit Nachiquartier oder Mittagbrodstattonen. Mitglied des Vereins ist Jeder, der sich verpflichtet, keinem fremden Reisenden, weder in Geld noch in natura, eine Gabe zu reichen, sondern nur die Anweisung an die nächste Unterstützungsstelle, und einen Beitrag von mindestens 50 H pro Jahr zahlt; doch wird erwartet, daß ein Jeder sich selbst nach dem Maße einschätzt, was er bisher an den Reisenden hat aufwenden müssen. Aus diesen Mitteln werden zuerst die betreffenden Wirthe an den Unterstützungsstellen befriedigt, der Rest aber an die Arbeiter-Kolonie abgeführt. Ehrliche Handwerksburschen, welche wirklich Arbeit suchen, können so, ohne Mangel zu leiden, ohne betteln zu müssen, Arbeit finden, wenn solche in ihrem Berufe vorhanden ist. Jede Herberge ist zugleich Arbeiter-Nachweisungsbureau für sämmtliche Handwerksmeister und Arbeitgeber. Ebenso enthält dieselbe die Angabe der Unterstützungsstellen in den betr. Kreisen, sowie in den zunächst angrenzenden Nachbarkreisen, so daß ein jeder gleich weiß, wo für ihn Mittagbrod und Nachtquartier zu finden ist. Für diejenigen aber, welche wirklich zeitweilig keine Arbeit finden können, ist die Arbeiter-Kolouie da, wo bei freundlicher Behandlung, nahrhafter Kost, allerdings im Schweiße des Angesichts die Möglichkeit geboten ist, sich auch in wenigen Monaten wiederum eine saubere Kleidung und das nöthige Handwerkszeug zu verdienen, wenn die böse Zeit für das betr. Handwerk rc. vorübergegangen ist. Die Hauptregeln für die Arbeiter-Kolonie sind folgende: Jeder ankommende Arbeiter unterzeichnet beim Antritt die vorgelegte Arbeits- und Hausordnung; er erhält, nachdem er gebadet und feine Kleider in dem Desinficierofcn gereinigt sind, die fehlenden Kleidungsstücke gegen einen ReverS, daß ihm dieselben noch nicht gehören, und daß, wenn er sie mitnimmt, er wegen Unterschlagung polizeilich zu verfolgen sei. Sobald er die Kleidung verdient hat, erhält er darüber ein Zeugniß. Der Verdienst ist so normirt, daß die ersten 14 Tage ganz umsonst, die zweiten 14 Tage 25 H, von da ab, wenn jedesmal fein Fleiß bezeugt ist, 40 H per Tag in's Lohnbuch eingetragen worden. Baares Geld erhält er nie während seines Aufenthalts in der Kolonie, sondern nur den Rest, der ihm zukommt, nachdem Kleidung und Handwerkszeug bezahlt ist. Sobald er dies Ziel erreicht hat, muß er die Kolonie verlassen, nachdem ihm anderweitige Arbeit nachgewiesen worden ist, zu welchem Ende sich die Kolonie mit Unternehmern Handwerkern und Arbeitgebern in Verbindung setzt. Mitgliedern des Vereins können auch zeitweilig Arbeiter für vorübergehende Nothsälle überlassen werden- Der Regel nach wird ein fleißiger Mann in 3 bis 4 Monaten sein Ziel erreicht haben, so daß er die Kolonie wieder verlassen kann, um neuen Ankömmlingen Platz zu macken. Nach vorstehenden Grundsätzen bat der Vorstand des Vereins nach einem halben Jahre zu arbeiten begonnen In der Senne bei Bielefeld, wo weite unfruchtbare Landstrecken durch Aufbrechen des Orths ertragfähig gemacht werden können, sind drei Bauernhöfe, etwa 500 Morgen groß, erworben und zugleich haben die Bielefeld angrenzenden Kreise sich in obiger Weise zusammengeschlossen. Wiewohl die Organisation noch nicht ganz vollendet ist, so haben die bisherigen Resultate dock alle Erwartungen übertroffen. Von 113 solcher armen, wirklich nothleidender, abgerissener Pilger, welche im L.iufe des letzten Winters und in diesem Frühjahre aus einer leider doppelt so großen Zahl, für die fein Raum vorhanden war, haben sich nur 4 als Betrüger und Faullenzer entpuppt; die übrigen haben bei Frost, Nässe und Hitze, wie Jedermann bezeugen kann, treulich in der Kolonie ausgehalten, ohne einen Pfennig Geld, ohne einen Tropfen Schnaps zu erhalten und der größte Theil hat bereits anderweitig in selbst verdienter Kleidung neue Arbeit gesunden und zu gleicher Zeit hat die Vaga- bondage in denjenigen Kreisen, welche sich unserem Unternehmen angeschlossen haben, einen Todesstoß empfangen. Auf das Vielseitigste wird bezeugt von Bauernhöfen und größeren Gütern, die sonst überschwemmt wurden, daß sich fein einziger Vagabond mehr blicken lasse, und Vagabondenwirthe sind bereits darum eingekommen, daß sie ihre Wirthschaft niederlegen wollen, weil sie ihre Rechnung nicht mehr finden. Lokale-. Gießen, 2. August. ^Sterblichkeit in Gießen.) Im Laufe btr Woche vom 23. bis 29. Juli stieg hier die Zahl der Todesfälle bis auf 14; davon ereigneten sich 6 bei Kindern, 8 bei Erwachsenen. Von den Kindern hatten 2 das erste Lebensjahr noch nicht vollendet und starb das eine an Krämpfen, das andere an Darmcatarrh. Von 4 etwas älteren Kindern erlag eins dem Scharlach, eins dem Keuchhusten, eins der Diphtherie, eins einer Bronchienentzündung. Bei den verstorbenen erwachsenen Personen war Todesursache: Lungenschwindsucht 3mal, Krebs 3mal, Unterleibstyphus Imal, Milz- und Leberentariung Imal. G. Gießen, 2. August. Seit gestern Abend, zu welcher Zeit der Wasserstand der Lahn und Wieseck der höchste war, ist ein langsames Fallen desselben zu verzeichnen. Schaden hat die Hochfluth ganz enorm ungerichtet. Namentlich sind es die Fruchtfelder, von welchen ganze Haufen Garben weggeschwemmt worden sind. Die so prächtigen Ernte-Aussichteii haben in unserem Flußstriche einen bedenklichen Schlag erhalten und manches bange Herz eines Landmannes, der seine Hoffnungen fast erfüllt sah, ist durch die Wasserfluthen arg getauscht worden. — Es sind in diesen Tagen gerade 20 Jahre, als wir auch eben fo großes Wasser hatten. Damals wurde die Hochfluth durch einen Wolkenbruch veranlaßt und verliefen sich die Wassermengen alsbald. Heuer jedoch hat die Hochfluth länger angehalten und wurden durch das andauernd regnerische Wetter den Flüssen immer neue Wassermengen zugeleitet. Fielen doch, wie wir aus der Temperatur-Uebersicht des Juli ersehen (siehe dieselbe in heutiger Nummer), am letzten Samstag und Sonntag 2,11 P ariser Zoll Wasser auf die Erde. Vermischtes. Darmstadt, 31. Juli. sPost-Personal-Nachrichten.) 1- Ernannt sind der Postsecretair Ziegenbein in Darmstadt zum Ober-PostdirectionSsecretair und der Tele- graphenassistent Staack aus Magdeburg, unter Versetzung nach Darmstadt, zum Telegraphensecretair. 2. Uebertragen ist dem Geheimen expedirenden (Secretair Schmechel aus Cassel die Postdirectorftelle bei dem Postamte in Bingen. 3. Versetzt ist der Postdirector Berger von Bingen nach Lauban. 4. Gestorben ist der Ober-Postcommissanus a. D. Harig in Auerbach (Hessen). Mainz, 30. Juli. Die bekannte Verlagsfirma Schott hat das Publikationsrecht der Partitur und des Claoierauszuges des „Parsival" von Richard Wagner für baare 190,000 angekauft. Offenbach, 29.Juli. Am Mittwoch Mittag verfchied plötzlich Herr W- M- Adolf Krafft dahier, Alterschef der in ganz Deutschland und weit darüber hinaus bekannten Tabakfabrik von Ph. Casimir Krafft dahier und in Nürnberg, eines der ältesten Geschäfte unserer Stadt. Der Dahingeschiedene war ein Mann von biederem und gerechtem Sinne, der ihn bet allen seinen Handlungen leitete. Mit irdischen Glücksgütern gesegnet, beteiligte er sich an allen Wohlthätigkeitswerken, bei welchen Humanität und Liebe gegen feine Mitmenschen zum Ausdruck kamen und stand dabei, mit anderen hiesigen Groß-Firmen, immer in erster Reihe. Darmstadt, 31. Juli- sLandwirthschaftliche Landesausstellung.) In neuerer Zeit sehen wir allüberall dort, wo Landwirthe ihre gewerbliche Situation verständnißvoll durch eigenes energisches Vorwärtsstreben günstiger zu gestalten sich mühen, neben anderen Maßregeln in unbestrittenem Vordergrund stehen das gemeinsame Streben, die Ver- werthung der Milch in dienlichere Bahnen als bisher zu lenken und damit den Standpunkt für den Betrieb zu gewinnen, wodurch viel und gutverwertyete Milch, viel guter Dünger wohlfeil gewonnen und schließlich mehr baares Geld als bisher nachhaltig dem Landwirth zu eigen wird. Noch ist es nicht lange her, daß uns der Vorwurf ungescheut gemacht wurde, wir in Hessen verständen keine gute Butter zu machen. Wie könnten unsere Landwirthe besser diese Worte widerlegen, als durch die Schaustellung ihrer Producte gelegentlich der Landesausstellung und ganz sicher sind wir, daß jen.s abfällige Urtbeil sich noch ganz anders als schon s. Z. in Mainz in das Gegenteil verwandelt. Zum Nutzen ober Schaden für den Einzelnen und das Ganze!? das mag jeder sich selbst beantworten Die Mainzer Molkereiausstellung war schon gut beschickt, die Landesausstellung muß im Verhaltniß ungleich mehr bieten, sollen die Landwirthe nicht in den Geruch kommen, sie wären seitdem anstatt vor- rückwärts gegangen. Ob Sammelmolkerei, ob einzelne Frau, jeder, wer etwas Gutes zu haben glaubt, stelle unbekümmert aus, immer gleich gerecht wird er sich beurteilt finden müssen. Mit Rücksicht auf die eminente Wichtigkeit gerade dieses Zweiges der Landwirthschaft hat sich der Ceniralausschuß auch veranlaßt gesehen, den Anmeldetermin für Molkerei- producte (Käse und Butter) bis zum 1. September zu verlängern und machen wir daraus aufmerksam, daß die Anmeldebogen auf dem Bureau der Ausstellung, Darmstadt, Paradeplatz 4, erhältlich sind. — In der Zeitschrift des Vereins zur Förderung des Wohles der Arbeiter „Concordia" finden wir die Ergebnisse zusammengestellt, welche die letzte der von genanntem Verein veranstalteten periodischen Ausnahmen über die Lebensverhältnisse der Arbeiter liefert. Die Angaben beziehen sich auf den 1. April dieses Jahres. Im Vergleich nut dem nämlichen Datum des Vorjahres haben die Arbeitslöhne im Durchschnitt fast gar keine Aenderung erfahren, nur hinsichtlich der Maschinenschlosser scheint eine Steigerung, hinsichtlich der gelernten Fabrikarbeiter, welche nicht unter die Rubriken Maschinenschlosser, Maschinenweber und Wollspinner fallen, ein Rückgang des Lohnes mit Sicherheit nachwelsbar. Von besonderem Interesse ist die diesmal zuerst erfolgte Mittheilung der ermittelten durchschnittlichen Lebensmittelpretse. Danach kostete durchschnittlich 1 Kilo Roggenbrod 25 Pf., 1 Kilo Roggenmehl 31 Pf-, 1 Kilo Weizenmehl 40 Pf., 1 Kilo Butter 2,38 Mark. 1 Liter Milch 16 Pf., 1 Dutzend Eier 60 Pf-, 100 Kilo Kartoffeln 4 80 Mark, 1 Kilo Ochsenfleisch 1,20 Mark, 1 Kilo Kuhfleisch 1,04 Mark, 1 Kilo Schweinefleisch 1,31 Mark, 1 Kilo Hammelfleisch 1,11 Mark. 1 Kilo Speck 1,76 Mark (Marktpreise: 100 Kilo Weizen 23,7 Mark, Roggen 18,9 Mark, Erbsen 26,4 Mark, Kartoffeln 4 5 Mark), Steinkohlen 100 Kilo 1,8 Mark, Braunkohlen 100 Kilo 1,6 Mark, Holz 1 Cbm. 6,6 Mark, Petroleum 1 Liter 25 Pf-, Gas 1 Cbm- 22 Pf. Der Durchschnitt der Monats-Ausgaben für Mehl, Kartoffeln, Fleisch, Speck, Butter und Milch beträgt für eine Arbeiterfamilie von 3—4 Köpfen 39,9 Mark- Danach ist der Gesammtpreis dieser Artikel um ein weniges niedriger, als er im Laufe der letzten Jahre gewesen. Nach der Tabelle vom 1. Januar d. I- hatte sich ein Durchschnitt von 41,38 Mark herausgerechnet. Insofern wäre also auch der Sachlohn ein etwas höherer geworden. Die Löhne sind in den östlichen Bezirken durchgehends niedriger, als in den westlichen, doch scheint hierfür die stärkere industrielle Entwicklung des Westens nicht allein bestimmend zu fein, da das industrtereichste deutsche Land, das Königreich Sachsen, mit einen der niedrigsten Plätze in Bezug auf die Lohnhöhe ein- nimmt- Es ist zu hoffen, daß die von dem genannten Organ in Aussicht gestellten weiteren vergleichenden Nebeneinanderstellungen über die interessante Frage noch Licht verbreiten- — Die Anzahl der im Jahre 1881 im Großherzogthum Hessen vorhanden gewesenen Obftbäume wird nach den Zusammenstellungen der Großh. Centralstelle für Landesstatistik auf 2 304,392 Stück angegeben, von welchen im genannten Jahre 533,095 Gentner Obst im Werth von 2,342,908 Mark geerntet wurden. Von 783,293 Aepfelbäumen war der Ernteertrag 273,357 Ctr. im Werth von 1,041,142 Mark, von 328,056 Birnbäumen 117,095 Ctr. im Werth von 410,752 Mark, von 927,802 Pflaumen- und Zwetschenbäumen 98,632 Ctr. im Werth von 452,120 Mark, von 146,302 Kirsch, bäumen 14,827 Ctr. im Werth von 109,443 Mark, von 17,727 Aprikosen- und Pfirsich- bäumen 1223 Ctr. im Werth von 27,906 Mark, von 984 Edelkastanien 59 Ctr. im Werth von 453 Mark, von 100 228 Wallnußbäumen 27,902 Ctr. im Werth von Wa.rt H^rzu kommt noch der Ertrag von 2604 Ctr. Taseltrauben mit 4o,416 Mark, wonach sich der Ertrag der gesammten Obsternte pro 1881 auf 535,699 Ctr. im Werth von 2,388,324 Work beziffert. , .. ^Frankfurt, 30. Juli. Am 1. August 1882 wird di- auf dwr Thcaterplatz befindliche Filiale der kaiserlichen Tabaksmanufactur zu Straßburg ihre Pforten schließen. Frankfurt, 20, Juli. Gestern trug sich auf einem der hiesigen Westbahnhöfe eine rechte Jammcrscene zu Ein Ehepaar, das nach Amerika auswandern wollte, war trer angekommen und in einer Wirthschaft in der alten Mainzergasse abgestiegen, wo auch das Gepäck während eines Spazierganges durch die Stadt blieb. Abends ELngefand t.*) Zur Richtigstellung des gestrigen „Eingesandt" muß Schreiber dieses, da er selbst Augenzeuge war, als die beiden Bade-Anstalten vom Hochwasser fortgeriffen wurden, bemerken, daß nicht, wie in dem „Eingesandt" behauptet wird, die Rübsamen'sche Bade-Anstalt von der Franz'scheu mitgenommen wurde, sondern 'erstere bereits 0. -5? AL$ AL^ ÄL^ AL3> AL ÄL AL$ AL 4 AL$ ALSv ALS. 12 60 14 - 20 — 25 - 25 - 26 - 25 - 10 — 72 90 2,75 2 80 12 75 9 75 9 25 8 25 2 25 Je Vr Kilogramm kostet Mark und Pfennige. *s- E . E E 2-1 8 G R AL$ AL^fÄL^ Ai. n)] AL AL^i AL$ \AL3i AL AL$ AL$ -80 — 90 20— 27- 55 9 22 SUSE 18 14 'S Q ES- B CQ 64 “62 66 “64 a 4. Hort er Selters weg 43. Ilfflllllilllll'l für Damen und Mädchen empfiehlt in neuesten Fügens etc. Steinkohlen in allen Sorten und bester Qualität empfiehlt A Gabriel Aufträge und Zahlungen werden wie früher bei Herrn E. Bergmann, Reichensand, oder bei mir, Frankfurter Straße E. 333, erbeten. 5113 Bilrgerclub, Das auf den 6. August in Wenzel' s Garten festgesetzte Sommerfest, verbunden mit ital. Nacht, ist auf den 13. AugUSt verlegt worden. 51 !6 Der Vorstand. fok Auswanderer Wk nach Amerika befördert billigst 1894 Chr. Wallenfels. « in Herren-Zugsliefel ea. 200 Paar vorzüglicher Qualität empfiehlt sehr billig »« Hermann Katz 5110 Heute Abend: Fisch im „Feldschlößchen". 2 Hchreinergcsellm auf sofort gesucht. 5112 Chr. Ph. Euler, Ludwigsstraße. 5104 Ein Hund (Weibchen), weiß und schwarz gefleckt, mit verschiedenen Augen, Art Metzgerhund, ist entlaufen und erhält der Bringer eine gute Belohnung bei _^Gg. Hahn, Obbornhofen bei Langsdorf. 5088 Ein anständiges städtisches Mädchen wird in eine Wirtschaft gesucht. Näheres in der Exped. ds. Bl. WenzeFs Garten, Giessen. Donnerstag den 3. August 1882: Hur einmal. GrossesConcert Sr. Maj. des deutschen Kaisers Cornet-Quartetts. Ausgeführt von dem in seiner Art unerreicht dastehenden, weltberühmten Cornet-Quartett, bestehend aus Professoren der König!. Hochschule für Musik in Berlin und König!. Kammermusikern der Berliner Hofoper, den Herren Kosleck, Finsterbusch, Lenz und Gerlach. Anfang präcis 6 Uhr. — Entree Mk. 1.50. Billets vorher ä 1 Mk. bei Herrn Friseur Gerhardt, Lindenplatz. 3W* Das Concert findet nur im Saal statt. Man bittet, vor Schluss der 2. Abtheilung nicht zu rauchen. NB. Man hat es hier mit einer Kunsterscheinung so eigner Art und so hohen Ranges zu thun, dass ein verehrt. Publikum auf nachstehende Mittheilung ganz besonders aufmerksam gemacht wird. Die Mitglieder des Quartetts sind KgL Kammermusiker, Mitglieder des Hofoper-Orchesters in Berlin und theils gleichzeitig Professoren an der Kgl. Hochschule für Musik daselbst. Hierin dürfte die beste Garantie dafür liegen, dass das Quartett das Kunstvollendeste leistet. Die Bezeichnung „Kaiser-Cornet-Quartett“ wurde demselben bei einer Soiree im Palais des Kronprinzen von Sr. Maj. dem Kaiser in Anerkennung vorzüglichster künstlerischer Leistungen beigelegt. Das Quartett besteht aus Sopran, Alt, Tenor und Bass-Cornet. Die Zusammenstellung der Instrumente ist eigenartig: die Vorträge bestehen grösstenteils in vierstimmig componirten Liedern, arrangirt nach Art des gemischten Chors. Das Zusammenspiel ist so exact und die technische Fertigkeit in der Behandlung der Instrumente so ausgezeichnet, dass der Eindruck dieser, namentlich im Piano so wunderbar anregenden Klänge ein tief ergreifender, nachhaltiger ist, ja demjenigen des Gesanges gleichkommt, so dass man kaum wähnt, dass die Töne Metallinstrumenten entlockt werden. — Das Quartett verfügt über Hunderte der brillantesten Referate über seine that- sächlich rühmlichen Concert-Erfolge. 509$ / Aack Amerika? Tüchtige Agenten werden fortan gesucht. 2560 Für die so liebevolle Theunahme bei dem Ableben unseres unvergeßlichen Kindes Wilhelm Wilhelm Graf und Familie. 5108 sowie für die so überaus reichen Blumenspenden, ferner den Schwestern für die aufopfernde Pflege, und Herrn Pfarrer Dr. Naumann für die trostreichen Worte sagen den herzlichsten Dank besorgt die billigste Beförderung Max J*OB- Schröder, General-Agent, Mainz, Rhein st raße 29 (unweit des Bahnhofs). Mermietyungen. 4893 Wilhelmsstraße E- 187 ein Familienlogis von 5 Zimmern nebst Zubehör zum 1. Oktob.r zu vermiethen- 5098 Ein kl. Laden mit Stübchen per sofort zu vermiethen. Neuenweg B- 127. 5100 Eine kleine Familienwohnung zu vermiethen. Heinrich Ruckstuhl II., Asterweg. 5106 Ein Logis zu vermiethen bei ____F.-Fürst Wwe. 5107 Kleines Logis zu vermiethen. ___K. Kransch. 5114 Eine schöne Mansardenwohnung sowie der 1. Stock zu vermiethen. ________Ph. Bauer II., Bahnhofstraße. 5101 Möbl- Zimmer zu vermiethen. Bleichstraße 37. 5086 Ein Glaser-Geselle gesucht von Heinrich Gröninger, Wallthor. /ayrpsan. Abfahrt von Gießen nach: Frankfurt 247, 420, 5«* 6« 8«* ino 156 444, 76 *, 750. Marburg S™, 8". Cassel 1219*, l30, 3<3, 9^*, 1153, 1«», 445 844 *. Wetzlar'522, g", 8--, 12, 156, 4«, 451, 78* 750, 905. Ems-Coblenz 532, 6", 8-2*, 12, 156, 442, 78*, ?50 (geht nur bis Diez). Deutz 6»1, 12, 451. Fulda 730, 1150 731. Alsfeld 730, 1150, 500, 734. Gelnhausen 8-o, 12^ 4«. yttdda 820, 1210, 440, 84°. Vermischte Anzeigen. 5095 In ein hiesiges Fabrikgeschäft wird ein mit den nöthigen Borkenntnissen versehener junger Mann in die Lehre ßc; sucht- Näheres bei der Exped- ds- Bl. Erdarbeiter werden beim Bau der Wasserleitung für Friedberg in der Burgstraße daselbst an- genommen- 5099 Jugendsest. § Kellner sucht Leib, Philosophenwald. Ankunft in Gießen von: Frankfurt 1«, 813, 93»*, H« 2<3, 4?-o, 72s, 836*, 1()58, 1212*. Marburg 632, 730. Caffel 223, 513 *, 810*, 1128, 42s, (jsb* 1129 Wetzlar 7«7, 9«>, 1133, 1258*, 420, 4Z2, 8-0, 832* 1120, 12*. EmS-Cobtenz 9»o, ll33,1268*, 4-o, 050 83-*, 12*. Deutz ll33, 438, II20. Fulda 8io, 240, 420, 10. Gelnhausen 9-o, 3«, Ö56- Nidda 636, 920, 331 68ti- * bedeutet Schnellzug. Die fetten Ziffern die Nachtstunden. Verantwortliche Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brüh loschen Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen. Hierzu eine Beilage.