in und 1882. Samstag den 3. Juni 126 Anzeiger Amts- und Anzkigeblatt für den Kreis Gießen Erscheint täglich mit Ausnahme des Montag». Bureau r Schulstraße B. 18. N Preisen. MW. nge MWil"» so«*?: nngen, hierdurch Teilnahme aus- rrchtbar schmerz- iels . InftM- Preis vierlekjährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlvhn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. irzlich seinen Bor- , die ihn kaum, iben. bie benfelben \ii fo^ltei^e, H wetteifere: i rechtzeitig zur Stelle sind. Gießen, am 2. Juni 1882. Der Civilvorsitzende der Großherzoglichen Ersatz-Commission des Kreises Gießen. Dr. Hoffmann, Regierungsrath. ii OernD'e IeutjchLand. Aus dew GroHherzogthum Hessen, 1. 3uni. Das soeben verkündete Finanzgesetz für die Finanzperiode 1882 — 85 behält den bisherigen directen Steuerausschlag bei, jedoch mit dem Vorbehalt einer weiteren Vereinbarung mit den Ständen sür die letzten Jahre der Periode, sofern aus Rücklicht der vorgelegten neuen Steuergesetze eine Aenderung oder Ergänzung der bestehenden Gesetzgebung erfolgt oder der dem Großherzogthum aus den Zöllen der Tabak- und der Reichsstempelsteuer zufließende Betrag die sür den Matrieula r- Beitrag aufzuwendende Summe in einem der Etatsjahre um 400,000 J/L übersteigt. Bei den „indirecten Auflagen" ist bemerkt, daß von den Weineinlagen der Weinhändler fernerhin eine Abgabe nicht mehr erhoben wird. Das Betriebskapital der Hauptstaatskasse soll auf 3,500,000 Jl. gebracht und zu diesem Be- hufe eine Anleihe bis zu höchstens dem Belauf des der Stadt Mainz gewährten Darlehns von 2,520,000 ju mittelst Ausgabe 4procentiger Schuldverschreibungen ausgenommen werden. Die Verzinsung erfolgt aus den von der Stadt Mamz zu entrichtenden Zinsbeträgen. Die dem Gesetz beigegebene Zusammenstellung der städtischerseits gemachten BewMguugen ergiebt eine jährliche ordentliche Ausgabe von 16,800,505 80 H, eine außerordentliche von 506,240 48 zusammen 17,306,746 28 Berlin. 31. Mai. Die Befestigung unserer Ostseehäfen bildet jetzt den Gegenstand der eifrigsten Thätigkeit. In Kiel ist die eigens zu diesem Zweck errichtete Festungs-Baueommission bereits am 1. April in Wirksamkeit getreten, und da die Befestigungen auf der Seeseite des Kieler Häsens vollständig vollendet sind und der schmale Eingang in die Kieler Bucht durch vier starke Forts beherrscht wird, so beginnt man jetzt damit, durch große, weit vorwärts geschobene Forts auf der Landseite Kiel zu einer starken Landfestung zu machen. Die Einfahrt von Pillau, dem Hafen von Königsberg, soll jetzt durch zwei Panzerforts gesperrt werden; ebenso wird bei Memel die Errichtung eines neuen Panzerforts beabsichtigt. An der Verstärkung von Danzig wird ebenfalls noch eifrig gearbeitet; es sollen auf dem rechten Weichseluser fünf und auf dem linken Ufer drei neue Forts allen Angriffen von der Seeseite begegnen. Swine- münde, der Seehafen von Stettin, ist ebenfalls in der letzten Zeit verstärkt wor- den, und Stralsund ist immer noch mit Werken versehen. Ganz schutzlos sind bis jetzt noch Warnemünde, der Außenhafen von Rostock, der große vorzügliche Hasen Wismar und Travemünde, der Außenhafen von Lübeck, doch sind auch hier die Plätze schon ausersehen, wo man erforderlichenfalls in wenigen Wochen Panzerthürme errichten will. Aus strategischen Gründen wünscht die preußische Regierung jetzt eine Eisenbahn aus der 44km langen Strecke von Rostock nach Stralsund zu erbauen. Ist dies erreicht, dann läuft ununterbrochen längs der ganzen deutschen Ostseeküste eine Eisenbahn, und die schweren Geschütze, welche an dem einen Tage bei Memel in Wirksamkeit sind, können nötigenfalls in einem der nächsten Tage vor Wismar donnern. Berlin, 1. Juni. Die parlamentarischen Arbeiten nehmen heute, am Donnerstag, wieder ihren Anfang, zunächst allerdings nur erst in bescheidenem Maße, denn allein die Commission des Reichstages zur Vorberathung des Gesetzentwurfes, betr. die Abänderung der Gewerbeordnung, wird ihre Arbeit beginnen. Von den Mitgliedern der Commission sind eine ganze Reihe von Zusatz- resp. Abänderungs-Anträgen gestellt, und eine ziemlich ausgedehnte Dis- .cussion allein in der Commission schon steht also bevor. Es scheint ziemlich sicher, daß das Gesetz in seinen bedeutendsten Schärfen und insbesondere betreffend meinem ß bcnW|j bitD :tc* U meinen R n|‘en Maaren Q ^irtmgs, g * 3786 0 »ut-cas terblM-'' tw*«1 in ' reitzns ■ die.polizeiliche Beaufsichtigung etwas gemildert wird, denn auch Has Centrum hält- wunderbarer Weise nicht viel davon. Es läßt sich dies schon daraus erkennen, daß ivährend der ersten Berathung im Plenum die Windthorst'sche Fraktion ein strenges Schweigen bewahrte. Ob man auf das Zustandekommen des Gesetzes noch in dieser Session rechnen darf, ist ganz von der Entscheidung über den eventuellen Schluß der Berathungen abhängig. Allzu große Hoffnungen darf man nicht hegen. . , — Der Chef der Reichskanzlei, Herr Geheimrath Rottenburg, begrebt sich heute zu kurzem Aufenthalt nach Friedrichsruh und gedenkt Anfangs nächster Woche wieder hier einzutreffen. Die zuletzt eingetroffenen Nachrichten über das Befinden des Reichskanzlers constatiren zwar eine erfreuliche Besterung un Befinden desselben, doch ist dasselbe noch immer kein ganz befriedigendes ; nichtsdestoweniger beschäftigt sich Fürst Bismarck ununterbrochen mit der Leitung der Geschähe. Ag." schreibt: Unaufhaltsam rollt in Egypten das Rad der Ereignisse weiter. Die kopflose Politik der Westmächte hat es dahin gebracht, daß das zahme Volk der Egypter mehr und mehr sich einer stürmischen Erregung überläßt, und sie hat ihren eigenen Schützling, den Khedive, zur Zielscheibe der erwachenden Volksleidenschaft gemacht. Die Rotabeln, welche noch unlängst scheinbar so felsenfest zu dem schwachen Tewfik standen, sind durch die unüberlegten Schritte der westmächtlichen Vertreter dem Heer in die Arme getrieben. Ulemas und Rotabeln verlangen nunniehr vom Sultan entschieden die Absetzmig des Khedivs. Arabi Pascha ist Herr der Lage; er verbreitet die Nachricht, der Sultan habe ihm die Ersetzung Tewfik's durch Halim mitgetheilt, und das leichtgläubige Volk saugt mit gierigen Sinnen jedes noch so thörichte Gerücht ein und läßt sich von dem neuen Propheten leiten wie die Schafherde vom Hirten. England und Frankreich setzen unterdessen getreulich ihre Politik der Unvernunft fort. Während es jedem Vernünftigen längst klar geworden, daß nur eme starke türkische Truppenmacht in Egypten die Ruhe wieder Herstellen kann, gestehen Dufferin und Noailles nunmehr zwar im Grundsätze zu, daß jene beiden Mue, welche die Pforte zu bewaffnetem Einschreiten im Nillande ermächtigen, nanllich Bürgerkrieg und Bedrohuna des Ansehens des Khedivs, eingetreten seien, juchen aber dennoch die thatsächliche Entsendung türkischer Truppen hmtanzuyatten. England hat sich bekanntlich längst nut einer wirklichen türkischen Cinmischmig versöhnt; dagegen kann Freycinet nicht von der Hoffnung lassen, daß er och noch mit bet bloßen Zulassung eines türkischen Commiffars i,“t,o"fo,'nlle”2“,t"en Gleichzeitig tragt er demselben aber geradezu Haarstraubende Forderungen an die Nationalpartei auf. Oder ist es denkbar, daß der türkische Zevollmachttgte von Arabi und dessen Genossen verlangen soll, baß |te ihm folgen, um vor dem Khalifen Rechenschaft abzulegen von ihrem ^reiben Die Pforte wirb wahrscheinlich ihrein Vertreter keine berartigen ißeMungMt aur- haifen Thuk sie es bennoch so geschieht es in ber sicheren Erwartung, baß die Häupter der Nakionalpartst jener Forderung ein entschiedenes Nein entgegenstellen wurden Damit ivaren dann türkische Truppen unvermeidlich geworden , aber wahrend augenblicklich eine verhaltnißmaßig kleine Macht genügen mußte, da ste ja mit offenen Armen empfangen würde, dürste nach dem B § . . h ein Heer zur Eroberung des Pharaonen-Landes aufgeboten werden muffen. Wir denken jedoch, der Sultan zieht den Sperlmg m d^Hand der Taube auf d^m Dacke vor und läßt sich von den Westmächten nicht zum Bruche mit der Nationalvartei treiben Sollte dieser Fall dennoch eintreten ollte der türkische Commissar^ durchs thdrichtes Auftreten das Ansehen der Pforte tn Egypten bedürfen, tieilc Aufträge werdn. [tn an x Pa-in^' Betreffend: Das Ober-Erfatz-Gefchäsl für 1882. Bekanntmachung. Das Ober-Ersatz-Geschast für 1882 wird im Kreise Gießen, o ith, Dienstag den 27. Juni, im Gasthaus zum Rappen zu Gründer g. Bormtttags 8 Uhr, Mittwoch den 28. Juni, in dem alten Rathhause zu Geest en, Boruuttags 8 Uhr, Donnerstag den 29. Juni, daselbst, Bormittags 8 Uhr, Freitag den 30. Juni, im Rathhause zu Lich, Bormettags 9*/2 Uhr, stattfindem^ Maßgabe der besonders ergehenden Vorladungen an den genannten Tagen vor der Großherzoglichen Ober - Ersatz - Commission un Bezirk der 49. Infanterie-Brigade in sämmtlichen Aushebungsorten zu gestellen: t L •**» ***» - c. die von den Truppentheilen zur Disposition der Ersatz-Behörden entlassenen Soldaten, Ä'ÄÄSflf» taw «• ».*•»- »* - »**■ ijMHtaVSSriÄSS« i-ch» 1« .«->,» »«> -»»-> »< 8..lun«m..n. $ Die ntr Beurttieiluna von Reclamationen in Betracht kommenden Personen haben ebenfalls zu erscheinen. B t • Sollte eine Ladung nicht vollzogen werden können, so ist der Grund hiervon beachtlich anzuzeigen und ist, wenn ein Mültarpslichttger von \ SÄSte-1- -» m — k d->mw vernichten, so märe das für die westmächtliche Politik ein höchst folgenschwerer Schlag. Oesterreich. Hermannstadt, 31. Mai. Eine zahlreich besuchte unter freiem Him- mel abgehaltene Versammlung selbstständiger deutscher Männer des Meußmärkter Bezirks protestirte, wie das Siebenbürger „Tageblatt" meldet, gegen die Verdächtigung der Staatsfeindlichkeit, erklärte ihre unverbrüchliche Treue zu dem Vaterlande und ihrem Deutschthum und hieß den Schulverein willkommen. Telegraphische Depeschen. Wolff'- telegr. Corrcspondenz-Bureau. Berlin, 1. Juni. SDie „Prov.-Corresp." bringt einen Artikel über den Wiederzusammentritt des Reichstags und sagt, die gegenwärtige Reichstags- Session werde Klarheit bringen müssen über das definitive Verhältniß der im Reichstage jetzt maßgebenden Parteien, namentlich des Centrums und der liberalen Fraktionen zur Steuerreform überhaupt, nicht nur zu den einzelnen Steuergesetzplänen, ebenso über das Verhältniß derselben Parteien zum Grundgedanken der Socialreform/ — Die „Prov.-Corresp." berichtet über den Empfang des Fürstbischofs von Breslau und des Bischofs von Osnabrück. Der Kaiser gab dabei seinem zuversichtlichen Vertrauen Ausdruck, daß es den beiden Bischöfen gelingen werde, an der weiteren friedlichen Entwickelung der kirchenpolitischen Verhältnisie erfolgreich mitzuwirken, insbesondere sprach der Kaiser seine volle Anerkennung aus über die aus die Förderung des confessionellen Friedens gerichtete Gesinnung, welche in dem Hirtenbriefe des Bischofs von Osnabrück wohlthuend zu Tage tritt. Kiel, 1. Juni. Wie die „Kieler Ztg." berichtet, stellte die Gaardener Schiffswerft, der Märkisch-Schlesischen Maschinenbau- und Hütten-Actien-Gesell- schaft, vormals F. A. Egells, gehörig, nachdem sie in der vorigen Woche bereits die Hälfte ihrer Arbeiter entlasten, heute sämmtliche Arbeiten ein. Wien, 1. Juni. Der Kaiser empfing heute, wie die Abendblätter melden, den Oberrabbiner von Lemberg, Löwenstamm, und ertheilte demselben die Versicherung, daß er den bedrängten, aus Rußland flüchtenden Juden, soweit es ihm möglich sei, seine Hllfe nicht entziehen werde. — Der Fürstbischof von Breslau, Herzog, hat in seiner Eigenschaft als Oberhirt des österreichischen Antheils seiner Diöcese den Eid in die Hände des Kaisers abgelegt. Paris, 1. Juni. Es bestätigt sich, daß England den Vorschlag Frankreichs betreffs einer Botschafts-Conferenz in Konstantinopel zur Lösung der egyptischen Frage acceptirt hat. Die Einladungen zu derselben dürsten voraus- sichtlich heute abgehen. London, 1. Juni. Unterhaus. Unterstaatssecretär Dllke erklärt, Frankreich schlug vor und England willigte ein, eine Conserenz der Mächte und der Pforte nach Konstantinopel zu berufen, um die egyptifche Frage auf der Basis der Aufrechterhaltung des slatus quo zu erörtern und die besten Mittel zur Wiederherstellung der Ordnung festzustellen. Die Antwort der Mächte ist nöch nicht eingetroffen. New-Uvrk, 1. Juni. Gestern wurden in Folge von Arbeits-Einstellungen sechs Stahl- und Eisenhütten in Pennjylvanien geschlossen. Der Strike erstreckt sich außerdem auf Ohio, West-Virginia, Missouri und Kentucky. Die Zahl der Sinkenden wird auf 50,000 angegeben, wovon allein aus beii District Pittsburg 18,000 kommen. Lokale-. Gießen, 1. Juni. Die Einweihung des Kinderhospitals in Bad-Nauhelm fand gestern in der oereits angekündigten Welse statt. Um 11 Uh/ traf mit dem Zug von Frankfurt her die hohe Protectorrn des Hauses, Frau Prinzessin Carl, em und wurde an der festlich geschmückten Pforte von dem Lokalcomitä empfangen. Die Feier felbft wurde in dem großen Saale des Hauses gehalten. Unter oen anwesenden Festgästen bemerkten wir die Mitglieder der Curbehörde, des Gemeinderaths nnd Kirchenoorstands von Nauheim, sowie eine Anzahl von Unterzeichnern des ersten Aufrufs von auswärts. Auch Gießen war durch einige Freunde des Hauses vertreten. Nach dem Gesang eines Lredes gav Herr Pfarrer Walz in längerer Ansprache einen Ueberbltcf über die Geschichte der Entstehung des Hauses, gedachte dankbar aller Wohlthäter desselben und befahl es dann im Gebet dem ferneren Segen Gottes. Eine kurze Ansprache von Herrn Pfarrer Schlosser aus Gießen als Bertrcter des Vereins für innere Mission in Oberhessen, von welchem die Gründung des Kinderhospitals ausgegangen war, sowie der Gesang d s Liedes „Nun danket alle Gott", machten den Schluß der erhebenden Feier. Ihre Königl Hoheit, Frau Prinzessin Carl, machte dann einen Rundgang durch die Räume des Hauses, wobei sie sich sehr anerkennend über dessen Einrichtung aussprach. Leider konnten aus Mangel an Mitteln erst 2ü Betten aufgestellt werden, während das Haus deren 50 faßt. Nachdem die Frau Prinzessin die Rückfahrt angetreten, vereinigten sich die Fefttheilnehmer zum Mittagessen im Tetchhaus. (Es verdient anerkennend hervorgehoben zu werden, welch' splendites und vorzügliches Mahl der Wirth um den mäßigen Preis von 2 JL bet völliger Ungewißheit über die Zahl der Theilnehmer geliefert hatte.) Toaste und Ansprachen würzten das Mahl und die sich daran schließende gesellige Vereinigung, der auch die Damen beiwohnten. Möge nun das schöne Werk fröhlich gedeihen und vielen armen Kindern Heilung bringen! Vermischtes. Frankfurt, 31. Mai. Die sonnigen Pfingsttage, welche Tausende und Aber- tauf nde von Außen in unsere Stadt oder von hier in die Bergstraße, den Odenwald, nach Homburg, Wiesbaden, den Niederwald, an den Rhein und in den Taunus mit seinen zahlreichen Aussichtspunkten lockten, so daß außer den planmäßigen Zügen von den Haupteifenbahnstattonen noch Extrazüge abgehen mußten, haben leider geuern durch einen verheerenden Hagelschlag einen recht traurigen Abschluß gefundm. Im Norden und Westen — zwischen dem Taunus und hier — hat derselbe die Kirschenernte und die üppig stehenden Kornfelder vernichtet, die Obstbäume geschädigt und zahllose Fenster zertrü . mert, hier namentlich in solchen Häusern, die Oberlicht haben. Die b anfallenden Hagelkörner hatten die Größe von Taubeneiern. Im „Frankfurter Wäldchen", wo sich gestern 30—40,000 Personen vergnügten, haben Sturm und heftiger Regen mit Gewitter wohl auch Verlegenheitsscenen herbeigesührt, aber dort ist kein Hagel g fallen, so daß die zahlreiche Kinderschaar mit dem Schrecken und beschmutzten Kleidern davonkam- Mainz, 31. Mai Das schreckliche Unwetter, welches sich gestern über unsere Stadt entlud, hat in unserer Umgegend einen bedeutenderen Schaden angerichtet, als man anfänglich vermuth.te. Ueberaus betrübend lauten die Nachrichten, d e von allen Seiten hier Einlaufen und unberechenbar sind die Verwüstungen, die aller Orten an- gerichtet roorbm sind. Am meisten betroffen ist unser Nachbarort Laubenheim; hier schien der Mitt-lpunkt dcs Unwetters zu fein und eine kurze Spanne Zeit genügte, um die prächtigen Fluren, die üppigen, vielversprechenden Weinberge vollständig zu vernichten; überall ein Bild des Jammers und des Elends. Es war gestern Mittag genau einige Minuten nach 5 Uhr, als bas Unwetter über Laubenheim hereinbrach; von den sogenannten Laubenheimer Höhen herab wälzten sich furchtbare Wassermassen auf den unglücklichen Ort bernteber; wie ein reißenber Strom in einer Höhe von vier Fuß drang das Wasser in das Unterdorf, so daß es sich an manchen Stellen bis auf zwei Meter Höhe staute. Das Wasser drang in die Wohnungen und in die Ställe ein und nur dem vpfermüthigen Vorgehen des Herrn Landtagsabgeorbneten unb Bürgermeisters Möhn von Laubenheim war es zu verdanken, daß weiteres Unglück verhütet wurde. Dem Herrn Möhn schlossen sich noch einige beherzte Männer an, und bis an die Brust im Wasser gehend, drangen die braven Leute in die Wohnungen der bedrohten Bewohner ein und retteten diese; ebenso mußte das Vieh in den Ställen losgebunden und aus denselben gebracht werden, denn viele Thiere standen bis an den Hals im Wasser. Durch diese heldenmüthige That hat sich Herr Möhn ein bleibendes Denkmal in den Herzen seiner Mitbürger gesetzt. In den Wohnungen mußten die Mauerneingeschlagen werden, um dem anfließenden Wasser einen Ausgang zu verschaffen. Als endlich die größte Gefahr vorüber war und die bedrängten Bewohner einen Blick auf ihr Eigenthum werfen konnten, da vermochten sie erst die ganze Größe des Unglücks zu übersehen, das sie betroffen. In zwei verbängnißvollen Worten, „Alles vernichtet", läßt sich der Schaden, der Laubenheim betroffen, zusammenfassen. Was die Wasser- fluthen übrig gelassen, das haben die Hagelkörner, die 25 Minuten lang nußgroß niederfielen, zerstört. Die Weinberge sind total vernichtet, kein Laub, kein Trieb mehr an den Wein- ftöcken. Alles ist durch den Hagel abgeschlagen; die Ernte, sowohl die Frucht- als Kartoffelernte, ist mit Ausnahme einiger kleinen Parzellen dahin, die Aecker, Hunderte von Morgen, sind mit Schlamm bedeckt, die Kartoffeln halbreif fortgeschwemmt, die zerknitterte und zerschlagene Frucht wie von Pferden zu Boden getreten, kurzum ein Bild, das sich mit der Feder nicht beschreiben läßt. Die Bewohner Laubenheims hatten sich kaum von diesem Schrecken erholt, als um 8 Uhr ein zweites Unwetter hereinbrach, ebenso fürchterlich und verheerend wie das erste; was seither noch verschont geblieben war, war nun vollständig vernichtet. Mit Thränen in den Augen konnte man in Ehren grau gewordene Männer heute Morgen auf die Felder hinauswandern sehen, um dorten das Grab ihrer so schönen berechtigten Hoffnungen zu schauen. — Nächst Laubenheim hat auch die nächste Gemeinde Bodenheim sehr gelitten; hier hat der Hagel, der in selten gesehener Stärke fiel, die Weinstöcke ungeheuer beschädigt, denn weit über die Hälfte ist verloren; auch die Fruchtacker und Kartoffelfelder haben sehr empfindlichen Schaden gelitten. Weniger beschädigt sind die Gemarkungen von Nierstein, Nackenheim und Oppenheim; Marienborn und Kleinwinternheim sind sehr heimgesucht, auf den Feldern konnte man heute Morgen noch die Eisstücke Fuß hoch liegen sehen. Nieder-Olm ist nicht beschädigt, dorten regnete es nur, während von Nieder-Olm seitwärts kein Tropfen Regen fiel. Gonsenheim unb Hechtsheim wurden ebenfalls I nicht verschont unb laufen noch stündlich Nachrichten ein, so daß die Höhe des Schadens bis zur Stunde noch gar nicht ermessen werden kann. Egelsbach, 31. Mai. Am 30. Mai, Nachmittags gegen 4 Uhr, hatten wir von Nordost her ein Gewitter mit Hagelkörnern fast in der Größe eines Taubeneies. Da die Hagelkörner aber nur vereinzelt fielen, konnte das Unwetter in unserer Gemarkung keinen großen Schaden anrichten. Abends gegen 7 Uhr zog wieder, von Grafenhausen unb Erzhausen kommend, ein zweites Gew'tter herauf. In einem Zeitraum von 12 Minuten war unser Dorf unb unsere Gemarkung mit Hagelkörnern überschüttet. Tags darauf fand man noch in Vertiefungen die Hagelkörner schuhtief aufgehäuft Unsere ganze Winterfrucht ist vernichtet. Der Schaden an Sommerfrucht unb Kartoffeln laßt sich noch nicht berechnen, indem wir hoffen, was soeben niedergeschlagen ist, werde sich mit der Zeit wieder aufrichten können. Auch unsere Obsternte ist vernichtet. Die vom Wetter Beschädigten sind meist Mittelbauern und Taglöhner, welche sich, weil sie eben nur ein kleines Besitzthum haben, nicht gegen Hagelschaden versickert haben. Wie manche Hoffnung des Armen auf die Jahresernte ist in wenigen Minuten zu Grunde gegangen. Groß-Winternheim, 30. Mai. Heute Nachmittag gegen halb 6 Uhr wurden wir von einem furchtbaren Hagelwetter heimgesucht. Wohl eine Viertelstunde lang fielen mit schrecklichem Geprassel die Eisstücke von der Größe einer Nuß bis zur Dicke stark entwickelter Hühnereier zur Erde nieder Dazwischen klirrten di« Glasscherben zerschlagener Fensterscheiben und die Bruchstücke der zertrümmerten Dachziegeln. Viel großer noch und unersetzlich ist der Schaden im Felde. Die Weinberge und Obstbaume sind entsetzlich zerschlagen; auch das Korn ist so zugerichtet, daß mindestens die Hälfte des Ertrages vernichtet ist. Die Orte Ober-Jngelbeim unb Sauer-Schwaben- heirn haben fast ebenso stark gelitten. Ein anderes Unwetter wüthete zu gleicher Zeit in Heidesheim, Wackernheim und Finthen und richtete ebenfalls großen Schaden an, indem der Hagel ebenso stark war als bei uns. Der Schaden dürfte für den ganzen Bezirk wohl 300,000 betragen. Unter-Barmen, 30. Mai. Vergangene Nacht ist das hiesige Bahnhof- aebäube der rechtsrheinischen Eisenbahn niedergebrannt Das Feuer entstand um 9 Uhr Abends und griff so rasch um sich, daß alle Löschversuche vergebens waren. Heute Morgen liegen an der Stelle, wo der Bau gestanden, nur noch rauchende Trümmer. — Die Untersuchung deS Schweriner Theaterbrandes ist nun beendet. Ein positives Resultat hat diese ganze Untersuchung nicht ergeben, sondern nur die anfänglich gehegte Muthmaßung verstärkt, daß der eine Schornstein im Theater einen feinen kaum sichtbaren Ritz in seinem oberen Theil erhalten haben müsse, durch welchen Funken auf den obersten Bodenraum, der zur Aufbewahrung alter Decorations- und Versatzstücke unb sonstiger leicht brennbarer Gegenstände diente, geflogen sind und dort den Brand entzündet haben. Für absichtliche Brandstiftung liegt nicht der mindeste Verdachtsgrund vor. Der Großherzog hat sowohl der freiwilligen wie auch der städtischen Feuerwehr ein sehr warm gehaltenes Danksagungsschreiben für ihr muthiges unb pflichttreues Benehmen beim Brande zugehen lassen, dem für jede Feuerwehr ein Geschenk von 600 für ihre Unterftützungskasse beigefügt war. Für jedes der drei kleinen Kinder des in seinem Berufe verunglückten Feuerwehrmannes Berger hat der Großherzog alljährlich 100 JL Erziehungsgelder bis zu ihrer (Konfirmation bewilligt. Die in Schwerin veranstalteten Sammlungen für die Wittwe und Kinder dieses Berger haben ca. 3300 ergaben, welche zinstragend angelegt werden sollen. Hanau, 25. Mai. Gestern Abend wurde ein des vor fünf Jahren an dem Müller Heinrich Ditter von der Untermühle bei Langendiebach begangenen Mordes verdächtiger Maurer Wilhelm Traxel, dort verhaftet und in das hiesige Landesgerichts- gefängniß verbracht. Ditter, dem von einer Wiese fortgesetzt Gratzsamen gestohlen worden war, hatte sich s. Z. Nachts zur Bewachung mit einer Mistgabel bewaffnet unb auf dieselbe begeben und wurde grauenden Morgens von Mähern mit einem Schuß mitten durchs Herz tobt aufgefunden. Die Entdeckung des Thäters gelang bis heute nicht, trotzdem von der Wittwe des Ermordeten eine namhafte Belohnung ausgesetzt worden war. Wie uns aus Langendiebach mitgetheilt wird, cursirt draußen aus Anlaß der oben gemeldeten Verhaftung eine Historie, die vielfach geglaubt wird und dem Aberglauben reichlich Nahrung bietet. Wir regiftriren dieselbe nur der Kuriosität halber. Danach sott kurz nach Ditters Ermordung zu der Wittwe desselben eine Zigeunerin gekommen sein unb derselben prophezeit haben, die Entdeckung der Thäter würde jetzt nicht gelingen, auch wenn die ausgesetzte Belohnung verdreifacht würde. Dagegen würde im fünften Jahre Licht über den geheimnißvollen Mord kommen. — In Iserlohn befinden sich die sämmtlichen evangelischen Volksschullehrer in freudiger Aufregung da jedem derselben von dem kürzlich in Nymwegen verstorbenen Fräulein Ida Jäger die Summe von 3000 Thalern testamentarisch vermacht worden ist. Das Testament rührt aus dem Jahre 1873 und ist von der Erblasserin im Rheinlande eigenhändig geschrieben. Köln, 31. Mai. Vor sechs Uhr gestern Abend wurde ein Junge von etwa sieben Jahren auf dem Wege von Köln nach Bayenthal vom Blitz getroffen und blieb gleich tobt Schlebusch, 30. Mai. Bei Gelegenheit eines Tanzvergnügens am zweiten Pfingsttage zu Mauefort bei Schlebusch-Bahnhof griff ein vierzehnjähriger Schuiier- lebrltng zum Messer und versetzte einem dreizehnjährigen Jungen drei M sserstiche, wovon einer in den Unterleib, ein zweiter in die rechte Brust lebensgefährlich sind. Veranlassung waren einige vorher hingeworfene scherzhafte Worte. — Die Aufnahme einer neuen 4orocentigen Anleihe der Stadt Berlin im Betrage von 45 Millionen ist am Freitag vom Magistrat beschlossen Dieselbe soll zur theilweisen Deckung der weiteren Ausgaben für die Canalisation Berlins, für die Vergrößerung der Tegeler Wasserwerke, den Bau eines neuen Dienstgebäudes für das Polizeipräsidium, für die Herstellung dreier Markthallen, die Errichtung eines zweiten städtischen Krankenhauses am Urban, die Erweiterungsbauten des Central-Viehhofs und die Schlachtzwangs-Ablösungen, für ein Hospital und Siechenbaus, die projectirte Uferstraße am Weidendamm und noch einige andere Zwecke bienen. — Der Sanitätsrath Dr. Paul Niemeyer bemerkte in einem vor Kurzem in Berlin gehaltenen Vortrag über die Anwendung von Kürbiskernen gegen den Band- schW -flrtmen- E ® Breme Wburg- 6a 19. Mai oon • Mgekommeii. M-n y70T. Ä Ä «h flfld) emer b-stehem D ' gleich 0flWa.U rche Nachmitic der * Asunter°" Für die gangen: W 18 X desgi. t 300 X von t B St. 2 Ä G Mit Herl ffr-nlf Kursbericht. Müactitn 28 DMmctien sHm. Silber 5% Mr R M 91k, 4' w im Gieß« Montag 1 M Lormitta Wener Etat Nrhag und Ärs Holz Der Tcheit! Rmt Md io Die Zujo M-Strch Gießen, t Mgro 'Miesjal Ni unb' ^Nbeä 8*0 -K; 4* n,erbe» . t «tu o ; •Di k SÄ« 3780 »'“iS*' bungen'h»???^ an SMmLk°hten bis an Sen 8lbl!nben Ü,Melbe"k«& Ster hat der Hagel, Wbiflt, denn weit übtt «haben sehr empfind- 7®, von Nierstein, H hoch liegen sehen, chrend von Nieder-Olm heim wurden ebenfalls B blk Höhe des Schadens fflen 4 Uhr, hatten wir ^röße einrs ToubtiM Inwelter in unser.r Ge- 7 Uhr zog wieder, von ) Äener entstand um M vngrdens waren. l( nut noch rauchende ist nun beendet. W Indern nur dtt anfangs i Theater einen seinen. corations- nnb W flogen sind nnd dort d" 'ü- itn y%flArni an g vor ßnf 3flJ- MB buch daS hies'fL Wl-n letzt GrafV-oaffnet einer «LLK Kr-Krs §E« fominen- S-.r y-;s:5$ tn ,N-^ xÄAS •Ä5;5 !r wurm Folgendes: Der Bandwurm kommt bei Erwachsenen wie selbst bei einjährigen Kindern vor. Bisher seien als Heilmittel Kussoblätter tn Breiform oder Farrnkraut im ätherischen Auszuge benutzt worden. Kussobrei nehme aber das Kind nicht und die iVannfrautmebictn sei zu kostspielig. Als vorzügliches Mittel seien Kürbtskerne zu b-trachten, die auch die Kinder gern äßen. Die frischen Kürbiskerne sind mit etwas Lucker zu e'nem Brei einzurühren und auf zwei Portionen zu vertheilen. die man vor und nach einer Pause von einer halben Stunde zu genießen habe. Sei bei Erwachsenen eine Vorkur nöthig. so möge diese in einem mehrtägigen Genuß von Kürbiskerngrütze bcstehen. Diese Kur habe den Vorzug, daß der Bandwurm nicht stückweise, sondern gleich ganz, auch mit Kopf, abgehe. — fEisenbahn-GemüthlichkeitZ Folgenden kuriosen Vorfall auf der Kiel-Flensburger Eisenbahn erzählen die „Schl. 9t": Als vor einigen Tagen in Mohrkirch der erste Nachmittagszug von Kiel e'ntraf, ward man zum Erstaunen gewahr, daß man bei der Abfahrt von Süderbrarup einen Wagen und - den Zugführer vergessen hatte. Eiligst suhr man mit der Maschine zurück, um beide abzuholen. Letzteren traf man bereits unterwegs, da er zu Fuß hinterher gelaufen war. Schist-bericht. Mitgetheilt von dem Agenten des Norddeutschen Lloyd in Bremen, C W. Dietz Nachfolger Gießen. Bremen, 31. Mai. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Habsburg, Capt. F. Warnkes, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 19. Mai von Bremen abgegangen war, ist heute Mittag wohlbehalten in Newyork Lingekommen. Für die russischen Juden sind zu den früheren 891,88 JL weiter bei mir einge- gongen- Durch die Redaction d. Bl. 127 JL. Sammlung bei einem Hochzeitsmahle 18 X desgl. bei einem solchen, zur Hälfte 26 JL, von einem unbekannten Auswärtigen 300 v*L, von einer Gerichtsverhandlung 60 H, von R- 10 JL, von K- B- 1 Jt, von B St. 2 JL, Summa 484,60, tnsgesammt 1376,48 Mit herzlichem Danke die Bitte um wettere gütige Gaben. Rabbiner Dr. Levi. Kirchliche Anzeigen der Stadt Gieffen. Evangelische Gemeinde. Gottesdienst: Sonntag den 4. Juni (Dreieinigkeitsfest^. Vormittags 91/? Uhr: Pfarrer Schlosser. (Katechismuslehre für die confirmirte männliche Jugend.) Nachmittags 2 Uhr: Pfarrer Dr. 9t au mann. Mittwoch den 7. Juni als am Jahresfest des Vereins für innere Mission wird Gottesdienst gehalten in der Stadtkirche Vormittags 10 Uhr: Pfarrer F r e i e n- sehner aus Jugenheim. Der Gemeinde wird auch auf diesem Wege mitgetheilt, daß nach Beschluß des Kirchenvorstandes und der Gemeindevertretung das neue Gesangbuch vom 1.Januar 1883 an in unserem G ottesdienst ausschließlich wird gebraucht werden. Die P f a r r g e s ch ä f t e in der Woche vom 4. bis 10. Juni besorgt Pfarrer Schlosser. Katholischr Gcmeindr. Dreifaltigkeits-Sonntag. Fest des hl. Bonifacius, Patrons der Pfarrkirche. Von6Uhr an: Beichte. 7 Uhr: Frühmesse und Austheilung der h. Communion. VilO Uhr: Hochamt und Festpredigt (Pfarrer Rady). 2 Uhr: Festandacht. Nach dem Gottesdienst Collecte, deren Ergebuiß für bedürftige katholische Gemeinden in Orten mit vorwiegend protestantischer Bevölkerung bestimmt ist. Donnerstag den 8. Juni. Frohnleichnamssest und Großes Gebet. Von 6 Uhr an: Beichte. 7 Uhr: Frühmesse und Austheilung der h. Communion. t/zlO Uhr: Hochamt, während desselben gemeinsame Communion der diesjährigen Erstcommunikanten und Festpredigt: Pfarrer Rady. 6 Uhr: Schlußandacht mit Tedeum. Ättttffttri a. M., 2. Juni, Nachmittags 2 Uhr — Min. (Telegraphischer Coursbericht. Mitgetheilt durch das Bankgeschäft Albert Kaufmann in Gießern) Creditactten 2813/,, Staatsbahnactien 281, Galtzrer 269Vs, Lombarden 123 /« NA- westbahnactien —, Darmstädter-Bankactten 162, Oberschlesische E.-B.-Act. 248Vs, Oesterr. Silberrente 65n/16, 4°/o Ungar. Goldrente 75%, 4% 1880er Russen 6913/i6, 5°o 1877r Russen 855/„ 2. Orient-Anleihe 56%, Spanier —, o% Rumänische Rente 913-., 4°/0 Unific. Egypter —. Tendenz —. ..^1,1«IN t, I l. W —— MMH« WHM Gottesdienst in der Synagoge. Freitag Abend 7*, Uhr, Samstag Morgen 8 Uhr, Samstag Mittag 4 Uhr, Samstag Abend 9 Uhr. __ Wafferweieme der Lahnl Am 2. Juni, Mittags zwischen 11 und 12 Uhr: 4- 15%° R-, Luftwärme + 17« R. L. Chr. Rübsamen. Holzverfteigerung im Gießener Stadtwald. Montag den 5. Juni 1882, Von Vormittags 9 Uhr an, soll im Gießener Stadtwald in den Districten Unterhag und Hegstrauch nachverzeichnetes Holz versteigert werden: Scheith.Knüppelh. Stockh Reish. Rmtr. Rmtr. Rmtr. Wellen Nadel 19 520 50 3600 Die Zusammenkunft ist auf der Licher-Straße an der 2. Schneise. Gießen, den 31. Mai 1882. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. 3784 Bramm.__ Waldgrasversteigerung. Die diesjährige Grasernte von den Blösen und Schneisen des Gießener Stadtwaldes soll Dienstag den T ds. MtS., Vormittags 11 Uhr, im Saal des alten Rathhauses versteigert werden. Gießen, den 2. Juni 1882. Großh. Bürgermeisterei Gießen. 3835 A. B r a m m. Dienstag den 6. Juni, von Vormittags 9 Uhr an, sollen im alten Rathhaussaal versteigert werden: Cementlieserung, vercmschl. zu Jt. Maurerarbeit, „ „ n Steinhauerarbeit „ „ n Zimmerarbeit „ Schreinerarbeil „ „ „ Schlosserarbeit „ „ „ Weißbinderarbeit „ „ „ Brunnenmacherarb. „ „ „ 56.— 320.20 1469.78 56.32 22.— 112.— 289.86 143.— Basaltsteinlieserung „ „ „ 227.20 Steinfuhrlohn „ „ „ 636.40 Kiesfuhrlohn „ „ „ 120.— Chaussirarbeit „ „ „ 605.09 Pfläsrererarbeit, „ „ „ 2192.64 Räumung des Stadtringgrabens, veranschlagt zu . . . . 210.— Gießen, den 31. Mai 1882. _ Großh. Bürgermeisterei Gießen. ^”783 A. Bramm. Montag drn 5 Juni, Vormittags von 9 Uhr unb Nachmittags von 2 Uhr an, werben im Hanse bes Heinrich Keck am 9?euenroefl bahier eine Parthie Glas, Goldleisten, Rahmen, alte Fenster, Glaser- werkzeug, Hausmöbel, 2 Ziegen, Hühner und verschiedene anbere Gegenstände öffent- "ch gegen Baarzahlung versteigert. Gießen, ben 1. Juni 1882. M. Pilger, o-oO Coucursverwalter. Allgemeiner Anzeiger. Bekanutrnachung. Laut Gesellschastsvertrags vom 11. Februar 1881 hat sich in Wieseck unter der Firma: „Vorschußverein zu Wieseck" ein Verein zum Betriebe von Bankgeschäften ausschließlich mit seinen Mitgliedern behufs gegenseitiger Beschaffung der in Gewerbe und Wirthschaft nöchigen Geldmittel auf gemeinschaftlichen Credit geblldet. Der Verein ordnet seine Angelegenheiten selbstständig unter Thellnahme aller seiner Mitglieder. Seme Organe sind: a) der Vorstand, b) der Ausschuß und c) die Generalversammlung. Den Vorstand bllden der Vorsitzende, der Rechner und der Controleur. Der Vorstand vertritt den Verein selbstständig und zeichnet für ihn. Die Zeichnung geschieht durch Zufügung der Namen der Vorsteher zur Firma des Vereins und ist für den Verein nur dann rechtsverbindlich, wenn zwei Vorsteher zeichnen. Der Vorsitzende des Ausschusses zeichnet für den Ausschuß die Firma des Vereins mit dem Zusatze: „Der Vorsitzende des Ausschusses". Die dermaligen Vorstandsmitglieder sind: Vorsitzender: Philipp Sommerlad IV., Rechner: Johannes Schneider I., Controleur: Philipp Hildebrand III., sämmtlich zu Wieseck. Der dermalige Vorsitzende des Ausschusses ist Johannes Bierau 1. zu Wieseck. Das Mtglieder-Verzeichniß liegt bei der Gerichtsschreiberei unterzeichneten Gerichts zur Einsicht offen. Gießen, den 27. Mai 1882. Großherzogliches Amtsgericht Gießen. 3837 Gebhardt. HEINRICH LANZ in MANNHEIM. Specialitäten: Dampf-Dresch-Maschinen von 21/2 bis 8 Pferdekräften. Iiocomobilen Neueste Construction, bewährtes System, billige Preise. Nahezu 1000 Garnituren verkauft. 3112 Special-Kataloge gratis. Eine Parthie hellfarbige Kleiberstoftc in Alpacca, Bege rc. werden zum Einkaufspreis abgegeben bei 3721 Martin Scheel, Marktplatz. Die neuesten Knaben-Ansiige für jedes Alter in größter Auswahl, sowie Wasch-Anzüge empfiehl-t billigst Hermann Kats, 2027 C. 186. Seltersweg C. 186. Samstag den 3. 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Gleichzeitig wird darauf aufmerksam gemacht, daß statutengemäß Herren Dr. Gutfleisch, Chr. Leo, Adolph Noll, Chr. Schopbach und PH Walther aus dem Aufsichtsrathe ausscheiden, aber wieder wählbar sind und daß auch für den verstorbenen Herrn Andr. Euler eine Ersatzwahl ooraenommen werden muß. Gießen, den 1. Juni 1882. Der Vorfitzende des AuffichtSratbes • J. Haustein. __ Todes-Anzeige. Heute Nachmittag t/25 Uhr entschlief nach langjährigen schweren Leiden unsere innigst geliebte Tochter Marie. Gießen, den 1. Juni 1882. Pöschel s Bierhalle. Samstag den 3. Juni (bei günstiger Witterung): GROSSES CONCERT Gewerbebank zu Gießen (eingetr. Genossenschaft). Unter Bezugnahme aus die in Nr. 123 dieses Blattes enthaltene Tagesordnung werden die Mitglieder unserer Genossenschaft nochmals zu der Samstag den 3. Juni cr., Abends 8 Uhr im großen Saale des Cafä Leib dahier stattfindenden j . 23 ordentlichen General-Versammlung Vermischte Anzeigen. Unterzeichnete Behörde sucht einen gewandten Gehülfen mit schöner Handschrift. Gehalt 1000 bis 1100 JL Anmeldungen mit Zeugnissen sind binnen 8 Tagen einzureichen. Gießen, den 1. Juni 1882. Großh. Provinzial-Direction Oberhessen. Ausverkauf meiner sämmtlichen vorräthigen Maaren zu jedem annehmbarem Gebot. 3651 A. Beifuss, Wallthor. Danksagung. Allen Denen, welche unsere unvergeßliche Gattin und Mutter Christiane Notenberger letzten Ruhestätte geleiteten, sowie Herrn Pfarrer Dr. Naumann die tröstenden Worte am Grabe der Verstorbenen sagen wir Hierunseren innigsten Dank. 3843 Die trauernden Hinterbliebenen. Sängerkranz. Sonntag: Badenburj. I Kandwirthsch. Locaivcrcin Gießen. Sitzung Sonntag den 4 Juni in Grosslinden. Wer sich an der Ornnibussahrt betheiligen will, wolle sia) bei Herrn Th. Wortmann bis Samstag Vormittag melden. Abfahrt Sonntag Nachmittag 2 Uhr am „Nuss. Hof". Der Vorstand. Frankfurter Journal. Eine zuverlässige Person zum Austragen der Zeitung wird gesucht. 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Sonntag den 4. Juni, Nachmittags 3 Uhr: Versammlung ?u Wctzlar, im „Schützengarten" Abfahrt von Gießen l56 Nachmittags. Wermielhungen. 3823 Der 2. Stock meines Hauses in der Westanlage ist in Folge Abcom- mandirung des Herrn Premierlieutenant Ebel anderweit zu vermiethen. Zöckler, Güterexpeditor. 3824 Ein möbl. Zimmer mit Kabinet und ein einzelnes Zimmer zu vermiethen. _________I. Trapp, Gartfeld 119'. 3828 Zwei ineinandergehende Zimmer, wovon das eine möblirt, zu vermiethen. S. Weimersheim Nachs., Kreuz. 3830 Ein Mansardenlogis zu vermiethen bei Jakob Balser, Grünbergerstraße. 3833 Ein freundl. Familienlogis ist zu vermiethen und per 1. Juli zu beziehen bei Wildhändler Ebel. 3842 Ei,: kleines Familienlogis billig zu vermiethen. r _n Frankfurter-Straße 59. 3841 Kleines Logis und eine einzelne Stube pr vermiethen. Neuenweg 182.__ "3847 Ein Familienlogis zu vermiethen. G. M^r^Milhlgasfe^D. 84. 3531 Ein kleines Familienlogis ist anderweit zu vermiethen. A. Wallenfels Wwe. 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