Rr. 102. Mittwoch den 3. Mai 1882. Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für dm Kreis Gießen. W»rsa«r Schulstraße B. 18. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Amlkicher HHeil. Preis vierteljährlich 2 Mar! 20 Ps. mit Bringerlvhn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mari 50 Pf. Bekanntmachung. Dem Comitö des Vereins „Jnvalidendank" in Berlin ist Seitens der Königlich Preußischen Regierung nus Anlaß der silbernen Hochzeit Seiner Kaiserlich und Königlichen Hoheit des Kronprinzen des Deutschen Reichs und von Preußen die Erlaubniß zu einer am 28. December d. I. beginnenden Ausspielung von Kunst-, Luxus- und sonstigen Gegenständen ertheilt worden, und ist der Ertrag dieser Lotterie zum Besten derjenigen militärischen Hülfs- bedürftigen bestimmt, welche vom Staate nicht oder wenigstens nicht ausreichend Unterstützungen erhalten können. Dem genannten Gönnte ist die Erlaubniß zum Vertrieb seiner Loose »34 auch für das Großherzogthum ertheilt worden. Gießen, den t. Mai 1882. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Pr. Boekmann. Nr. 10 des Reichs-Gesetzblatts, ansgegeben den 30. April, enthält: (Nr. 1468.) Verordnung, betreffend die Form der Marschrouten für Kriegsverhältnisse. Vom 18. April 1882. Gießen, den 2. Mai 1882. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Voekinan n. Bekanntmachung. Abgesehen von dringenden Fällen und selbstverständlich von Vorladungen sind die Amtsrichter nur Mittwochs zu sprechen, Anträge bei unseren Ger i ch t s schrei b e r ei en können Mittwochs und Samftags, Vormittags zwischen 10 und 12 Uhr, an den übrigen Wochentagen Nachmittags zwischen 3 und 5 Uhr gestellt werden. Gießen, den 2b. April 1882. Großherzogliches Amtsgericht Gießen. .Langsdorfs. Politische Ueberskcht. Gießen, 2. Mai. Die kaiserlichen Majestäten haben ihren Aufenthalt in Wiesbaden beendigt und hat sich die Kaiserin bereits am Sonnabend von dort nach Baden- Baden begeben, um hier, wie alljährlich, noch einige Wochen zuzubringen, während der Kaiser am Sonntag Abend wieder nach Berlin zurückgekehrt ist. Die zweite Session der fünften Legislaturperiode des Reichstages ist am vergangenen Donnerstag durch den Staatsminister v. Bötticher im Auftrage des Kaisers mit einer Rede eröffnet worden, welche, wie bei solchen Anlässen üblich , in der Hauptsache die den Reichstag erwartenden Aufgaben aufzählt. Es sind dies, kurzgefaßt, ein Gesetzentwurf über Versicherung der Arbeiter gegen Unfälle, welcher in einer anderweitigen Regelung des Hülss- kassenwesens und der Krankenversicherung seine Ergänzung finden soll; ferner die abgeändette Gewerbeordnungs-Novelle, die Tabakmonopol-Vorlage, ein Gesetzentwurf, betr. die Abänderung des Zolltarifs von 1879, und der Consular- Vertrag mit Brasilien. Da diese Vorlagen allgemein erwartet wurden, so erscheint eine nähere Charakterisirung derselben jetzt als unnöthig, nur bezüglich 2’«'Mint)noyo(§ sei hervorgehoben, daß die Eröffnungsrede erklärt, die Mehrheck der Bundesregierungen werde erst dann zu andern Vorschlägen behufs der nothwendigen Vermehrung der indirecten Einnahmequellen des Reiches schreiten, wenn keine Aussicht auf Zustimmung der Volksvertretung zum Mo- uopol vorhanden sei, außerdem verdient noch erwähnt zu werden, daß die Rede am Schluß die erfreuliche Versicherung ausspricht, daß die auswärtigen Be- zichungen des äreuyes nach jeder Richtung hin fortdauernd friedliche und freund- liche seren. — der Sitzung am Freitag den 28. April fand die Präsidentenwahl statt, welche indessen nicht so glatt verlief, als man erwartet hatte, wenigstens nicht durch Acclaination erfolgte. £. ,.5*? ""L "bn Samstag ist der bayerische Landtag feierlich eurch een Luitpold geschlossen worden, nachdem die Abgeordnetenkammer m ihrer Schlußsitzung «om 27. April noch das Finanzgesetz mit 143 gegen 7 Stimmen genehmigt hatte. Von der Reichsrathskammer ist das Fmanzgesetz einstimmig genehmigt worden. ar . b badische Kamin hat am verflossenen Donnerstag den Antrag der Abgg Kern und Genossen (kath. Volkspartei) auf Einführung des directen Wahlrechts zur zwecken Standekammer mit 29 gegen 28 Stimmen genehmigt. Ministerpräsident Turban hatte vorher erklärt, daß eine solche Aende- rung der Staatsverfassung für die Regierung unannehmbar sei. ®aS Tagesereigniß für Oesterreich bildet die Demission des Reichssinanzministers Szlavy, welche aus den verschiedensten Motiven erfolgte. Die Verwaltungserfolge Szlavy s sind allerdings nicht sehr große gewesen und namentlich hat sich die Herstellung eines strengeren Regiments unerläßlich gemacht szlavy ist entschlossen, sein Demissionsgesuch unter keinen Umständen rurückm- ziehen; bezüglich seines Nachfolgers verlautet, daß derselbe ein Ungar sein werde. — In den an der Aussig-Teplitzer, Dux-Bodenbacher, Pilsen-Priesener und Prag-Duxer Eisenbahn gelegenen Kohlenwerken ist ein ernster Arbeiterstrike ausgebrochen, so daß sich die Absendung starker Militär-Commandos nach Dur- Brüx und Teplitz nothwendig gemacht hat; Ausschreitungen sind bis jetzt nicht bekannt geworden. *9 ’ Ine französischen Ministerium des Auswärtigen beschäftiat man sich gegenwärtig recht auffallend mit den afrikanischen Angelegenheiten Die Verwaltung von Tunesien ist durch besonderes Gesetz vollständig organisirt wor- den, ^rantreich hat ferner mit Spanien ein Abkommen über die Entschädigung der Opfer von Saida, sowie mit Marokko einen Vettrag über die Verfolgung der femdlichen Stamme auf marokkanisches Gebiet abgeschlossen; außerdem hat aber das Mmstermm eine Commission mit der Prüfung des Riesenprojectes, die Wüste Sahara in ein Binnenmeer umzuwandeln, beauftragt. Alles dieses deutet darauf hin, daß die französische Regierung damit umgeht, die Stellung Frankreichs in Nordafrika nicht nur zu befestigen, sondern auch zu erweitern, vielleicht unter Hinblick auf zu erwartende Ereignisse in Egypten und Tripolis. Durch die am 27. April zu London erfolgte Hinrichtung des Dr: Lamson ist einer schon lange spielenden widerlichen Comödie ein Ende gemacht worden. Dr. Lanison war wegen eines in England verübten Giftmordes vom Londoner Schwurgerichte zum Tode verurtheilt worden, aber da er amerikanischer Bürger war, so suchte die Vereinigte Staaten-Regierung die Vollziehung dieses Urtheils auf jede Weise zu Hintertreiben und verlangte schließlich sogar die Auslieferung des Dr. Lamson, welches Ansinnen das Londoner Cabi- net indessen energisch zurückwies. Die inneren Verhältnisse ves Czarenreiches bieten nach wie vor ein sehr trübes Bild dar. Zwar verhalten sich die Nihilisten jetzt ruhig, vielleicht, weil sie glauben, daß ihre Zeit jetzt noch nicht gekommen sei, d. h. die Zeit zu einem neuen Hauptschlage, dagegen sind die Judenverfolgungen im südlichen und westlichen Rußland in allgemeine Raub- und Plünderungszüge ausgeartet. Alle Besitzenden, Christen und Juden, Kaufleute wie Grundherren, sind gleichmäßig von einein wüsten Pöbel, der alle Schranken staatlicher Ordnung durchbricht, bedroht. Aeußerst charakteristisch sind die Vorgänge in Balta. Nachdem hier von trunkenen Pöbelhaufen die Juden mißhandelt und ihres Eigenthums beraubt worden waren, welchen empörenden Vorgängen die Polizei- und Militärorgane müßig zugesehen hatten, wurden auch die Polizisten vom Volke furchtbar durchgeprügelt, hierauf stutzte man den Popen Haar und Bart (die größte Schmach für einen russischen Geistlichen) und zwang sie zu lächerlichen Komödien in den Kirchen, und was dergleichen Scenen mehr sind. Wohin sollen solche Zustände führen? Die Beziehungen der Pforte sind neuerdings zu mehreren Staaten merklich kühl geworden. Zwischen der türkischen Regierung und deni englischen Cabinet sind die Beziehungen schon seit dem letzten Orientkriege nicht mehr die besten. Ferner ist in deni Verhältniß zu Rußland wegen der Kriegskosten- Entschädigungsfrage eine nicht zu leugnende Spannung eingetreten und endlich ist wegen Tripolis auch zwischen Frankreich und der Pforte eine tiefe Verstimmung eingetreten. In Paris wird behauptet, die fortwährenden Truppensendungen der Türkei nach Tripolis deuteten auf einen Handstreich gegen Tunesien hin, auch gewähre die türkische Regierung allen sich in Tripolis sammelnden unzufriedenen Elementen Tunesiens vollkommenen Schutz. In Konstantinopel behauptet man wiederum, daß die Franzosen eine Expedition gegen Tripolis planten; jedenfalls ist ein tiefes gegenseitiges Mißtrauen zwischen der Pforte und Frankreich zu constatiren. Berlin, 29. April. Nachdem der Bundesrath in seiner heutigen Sitzung die Vorlage, betreffend die Krankenversicherung der Arbeiter, erledigt hat, wird dieselbe schon in den nächsten Tagen dem Reichstage zugehen können. Auch der Gesetzentwurf, betreffend die Unfallversicherung der Arbeiter, dürfte noch vor dem 5. Mat im Bundes- rathe sestgestellt werden, so daß auch diese Vorlage am nächste» Freitag bei Beginn der Arbeiten des Reichstags im Druck vorhanden sein wird. Die Bundesrathsausschüsse, welche mit der Vorberathung des Gesetzentwurfs betraut sind, treten am Montag zusammen. In Betreff der Eingabe der kirchlichen Conserenz von Mecklenbnrg-Strelitz wegen Abänderung des Gesetzes, betreffend die Beurkundung des Personenstandes, welche in der heutigen Sitzung des Bundesraths zur Besprechung gelangte, hören wir, daß sich auf keiner Seite Neigung kundgibt, diesem Ansuchen Folge zu geben. Bet Berathung des Tabakmonopols im Reichstag werden Geh. Rath Bocctus und Reg.- Rath Dr Roller als Commissarten des Bundesraths fungiren, bei Berathung der Krankenversicherung wird Geh. Rath Magdeburg, bet Berathung des Consularvertrags mit Brasilien Geh. Rath Huber und bet Berathung der Verordnung, betr. den Verkauf von Petroleum, der Director des Reichsgesundheitsamts Geh. Rath Dr. Struck und I Geh. Rath Köhler fungiren. Man stellt das — 41,1 p($t. = 29,8 pfft. = 20,8 pCt, = 8,5 pSt Borsaurcs @ifeno$ib Wasser — Das ist, besteht nach Handel und Berkehr. , .Gießen, 2. Mai. Auf dem heutigen Wochenmarkte kostete: Butter per Psd ) °o—ra-Hühnereier 1 Stück 5 4 »nd 2 Stück 9^, Enteneier per Stück l”,6r ■3>'. ®?.n,ec‘l;r J-'t St.9-10 ,5,, Käse p. St. 5—10 H, Kasematte per Stück 3„a, ®rbfen 1 Liter 24 H, Linsen 1 Liter 30 4, Tauben das Paar 70—80 fiübner ver X 1.20—1.50, Hahnen per Stück X 1.50—180, Enten per Stück Ht)0—2 20 Ochsenfleisch per Pfund 64-66 X Kuh- und Rindfleisch 50—54 P», Kalbfleisch 44 bis 5,0 Schweinefleisch 62-64 Hammelfleisch 60-66 Kartoffeln 100 Kilo M. 3 50—3.80, Zwiebeln der Ccnlncr x 12—15, Milch per Liter 16—18 X Tchiffsbcricht. Mitgetheilt pen dem Agenten des Norddeutschen Lloyd in Bremen, C W. Dietz Nachfolger Gießen. Bremen, 29. April. sPer transatlantischen Telegraph.) Der Poftdampser Motel, Eapt. j Hesse, ooin Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 16. April Mit Bremen und am 18. April non Southampton abgcgangen war, ist heute 6 Uhr Morgens wohlbehalten in Newyork angekommen „ Bremen, 1. Mai (Per transatlantischen Telegraph.) Der Poftdampser Nürnberg, Capl. A. Jaeger, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am glommen D°n ®remen abgcgangen war, ist gestern wohlbehalten in Baltimore an- Bremen, 1. Mai. sPer transatlantischen Telegraph.) Der Poftdampser Kronprinz Friedrich Wilhelm, Eapt. A. Meier, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ""chrr am 14. April von Bremen abgegangen war, ist gestern 10 Uhr Morgens wohlbehalten in Newyork angekommen. = 4 Thle. = 1 : = 1 „ Gewerbliche und technische Notizen. sogenannte Antimonoid, welcher als Schweißpulver empfohlen worden der Dresdner Gewerbe-Zeitung aus: Eisendrehspähne " ' ~ ‘ “ Borax Vermischte«. m u*’ j?®’ Abril. Die diesjährige ordentliche Plenarversammluna der Großh. Centtalftelle für die Landwirthschaft wird voraussichtlich in der ersien^oder zwecken Woche di s Monats Juni stattftnden Als Gegenstände der Tagesordnung sind Kh>ClffUfI(r ln^“i? lC^t Geschäftliche Mittheilungen bezw. Nachricht über d'- Erfolge frühe, er Bcfchlüsse der Großh. Ce.ttralstelle. 2) Organisation des B.eb- erungswe^sens >m Großherzogthum; Bericht der Commission. 3) A-nderung der Vorschriften für die polizeiliche Milchcontrole; Referent: Professor Dr. Waaner September abzuhaltende Generalversammlung der landwirthschaftlichen Ver- b eklbe- b) Die Generalversammlungen der landwirthschaftlichen Kammerrath WebÄ"^^^""8' 0,c Wiederkehr in der Zukunft betreffend; Refe«nt: ~ ILandwirthe ! Achtung I) SDZit biefem Anrufe leitet bic „Seutfcbe $erftdietuna§= in ^de/Tba^Segenss^en Hagelschlag anregeii soll und der nrffiStLandwirthe beachtet zu weiden verdient. Es wird dann aus- ®,9^nife ineteorologiid)er Beobachtungen auf Milden Winter riS ‘s6aup£ram H"S^schlag zu folgen pflegt. In der Thak har es ja jetzt schon n verschiedenen Gegenden ziemlich stark gehagelt. Es gilt diese Beobachtuna aUs *?r Gegenden, die sonst nur fthr selten Hagelschlag haben; so hatte es Jn .•®rnnl,enbut8 “• £>• Jc>t 13 Jahren nicht gehagelt und die Märker hatten dort fiineHrh ""gegeben. Nach dem letzten Milden Winter gab es den starken s r tn mer ungeheueren Schaden anrichtcte. Der Versicherungseifer StaL uaturlich ungemein, nur ging es den Landwirthen wie dem Manne, der erst,em Leben versichern will, nachdem er bereits keinen gesunden Körper mehr besitzt. Die alten Gesellschaften hatten dieses Terrain der Mark aufgegeben und in 6™^ r Uf,n baffhIbe spucken, forderten erheblich höhere Prämien? weil ftn vorhergegangcn war. So sehr man auch über die Entstehung v’ i utxo^hafl[■■LtD0 f,»n ®tubi=n zu machen bemüht gewesen ist, so haben sich hnS tYnhr ol$ Trugschlüsse ergeben und es ist ja auch möglich, daß q 18-8£ fu6 '? Sommer gut aufführen wird, indessen eine Garantie hat der p.nnb,HAiÄ b" ^u'üuuden die Wahrscheinlichkeck vorliegt, daß die S*1* reichlicher und ausgedehnter eintreteu können, als in Jahren nach harten Wintern, so wäre es von dem Landwirth mehr als ein va-banque-@pielen wollte er r,SArtÄrs?fv Derm?8en’ ÜH gegen möglichste Verluste zu dicken suchen. Cs ist aber die höchste Zeit, um dazu zu fchreiten. . , ~ lEine bescheidene S-lbstbivgraphie.) Charles Darwin war bescheiden wie bas Gerne nicht wie ein Talent anspruchsvoll. Vor etwa drei Jahren ersuchte ein Londoner Buchhändler mit allerhand Kratzsüßen und Betheuerungcn der größten Verehrung >ür den berühmten Naturforscher, dieser möge sich herablasscn, für ein in seinem Vettage erscheinendes Werk die Autobiographie zu schreiben. Der Bittsteller, welcher auf eine abschlägige oder wenigstens aufschiebende Antwort gefaßt, war entzückt und zugleich verwundert, als Darwin ihm sagte: „Sie können sie sogleich mitnehmen." Dabe, übergab ihm Darwin ein Papier, welches er soeben vor den Augen des >guc6= h ®Ä?,° B-sch-nkte erschöpft- sich ,n Dankftgungen und eilte davon. Als er, vor der ckchür angckommcn, tn begreiflicher Neugier das Blatt öffnete, s"nd er Folgendes: „Ich heiße Charles Darwin, bin geboren 1809, studirtc iiiachte eine Reise um die Welt uno studirte weiter." — sAusbruch des Aetna.) Die „Gazette bi Catania" schreibt: „Seit zwei ?m8f.bcr ätetnarJelfe,26anflfeit burd) einen Aschenausbruch im Centralkrater. Dichte Wolken, von afchenbelabenen Dünsten gebildet, erheben sich von der Spitze des Berges und lassen, von einem Nord-Notd-Ostwinde getrieben, die Asche auf den ent« gegengesetzten Abhang des Aetna bis in bas Ochsenthal (Valle del Bove) fall-n Das Phänomen ist auch aus der Entfernung sichtbar, weil die in der Reit vom 5 bis April e-ngetretene regnerische und stürmische Witrerung den Berg mit einem weithin sich dehnenden Mantel von srischem Schnee bedeckt hatte, der jetzt auf dem Ostabbanae von einer schwarzen Schicht, deren Intensität von der nächsten Nähe des Kraters bis Entfernungen stufenw ise zunimmt, gleichsam aeräuchert wird. Der Ausbruch von Thermalschlamm in Paterno dauert fort, beschränkt sich aber auf einen einzigen Krater." 1 SBotfitjenbe Dr. Buchner Bericht über die seftherige Thätigkcit des Vereins. Außer der «roßen Partie b-S Gesammtclub mit bem Taunus- und Rhönclub in den Oberwald am 2. Jul, wurde vorerst für den Mai ein kleiner Lectionsausflug nach Londorf und Totenberg be, Treis in Aussicht genommen. Die Versammlung hielt nicht für k° ^s'rr'r bt>onderes Liederbuch, sowie Vereinsabzeichen (Medaillen) einzuführen Da äCLtÄ20/z Gewichtstheilen Borax ft viel Eifenchlorid Losung bringt, daß damit alle Borsäure zu unlöslichem borsaurem Eisenoxyd verbunden wird. Der braune Niederschlag wird durch Auswaschen vom Kochsalz befreit. Zu demselben bringt man die Lösung von 3 Gewichtstheilen Borax dampft fast völlig ein, bringt zuletzt 2 Gewicktstheile Drehspähne von Gußeisen ober wyügMjer Qualität) ba(u, trocknet bis zum Anfang der Rotbglühhitze, wobei eine schwache Schmelzung erfolgt unb verwandelt Alles in ein gleichförmiges Pulver. _ , T, ^Mittel, an alt n Uhrgehäusen das achte Gold ober Silber zu erkennen.) Um Ü-.euU-^beT$eu8"n' dd ein Stuck Metall Gold ober Silber ober ob es nur Golb- ober Silberimstation ist, hat man zwar ben Kieselschiefer (ben schwarzen Probtrschieser), es gieot aber auch ein anberes recht gutes Probirmiftel unb bies ist bas falpeterfaure Silberoxyb, der allgemein bekannte Höllenstein. Wenn man bamit eine Stelle bes zu untequ^noen UJldaflS, nachdem man sie ein roenig befeuchtet hat, gelinde reibt, so roirb bie geriebene Stelle kaum eine Spur von ber Reibung zeig n, wenn bas Metall Gold ober Silber ist; dieselbe wird hingegen alsbald dunkel erscheinen, wenn das Metall aus enter Gold- oder Silberimitation besteht. Uhrmacher, welchen alte Übten zum Verkauf angeboten werden, können sich dieses Verfahrens zur Prüfung der Gehäuse auf Goto oder Silber bedienen.____________ (Polytechn. Noftzblatt.) Telegraphische Depeschen. Wolffs telegr. Correspondenz-Burea«. Berlin, 1. Mai. Die „Nordd. Allg. Ztg." erklärt die Londoner Zeitungsnachricht, der Grofürst Wladimir habe Vorschläge wegen einer Drei- Kaiser-Zusammenkunft überbracht, für eine Erfindung. Das Einverständniß der drei Monarchen sei auch ohne Zusamnienkunft gesichert, es lägen keine politischen Fragen vor, welche einen persönlichen Meinungsaustausch der drei Mo- narchen erforderlich machten. _,..:®remert < 1 ■ Mai. Berichte der „Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger/ Der Strandvogt Thießen von Rantu>n telegraphirt aus Westerlattd auf Sylt: Gestern Abend find von dein deutschen Schooner „Henriette", Capilän Hansen, gestrandet südlich von Rantum, mit Steinkohlen von Warksmorth ^nach Wyck auf Föhr bestimmt, 5 Personen durch den Raketenapparat der Station Rantum gerettet worden. — Der Vormann Hanken von der Bootsstation Wangerooge telegraphirt: Von der deutschen Tjalk „Elisabeth",. Capitän Schulte, von Leer nach der Weser bestimmt, gestrandet in der blauen Balje, sind 2 Personen durch das Rettungsboot „Bremen" der Station Wangerooge gerettet ivorden. Das Boot war 7 Stunden unterwegs. Sturm aus Südwest mit Regenböen. Wien, 1. Mai. Ringtheater-Proccß. Fortsetzung bes Zeugenverhörs. Di- Aussagcn ber Zeugen ftnb zumeist Wieberholmtzen oorangegangener Deposttionen. Theaterbesucher horte, als er bei ber Rollthür vorüberging, bie Rufe: „Gas abbrehensi „Gas obbrehen!" Der Vorsttzenbe sagte, wenn man alle Dinge zusammenlasse, müsse man vermuthen, baß Ritsche bas Gas abgeoreht Hobe. Dieser leugnete wiewohl ihn ber Präsident ermahnte, die Wahrheit zu sagen, da Breithofcr wegen des Gasabdrehens angektagt sei. — Der städtische Vicedaudirector Arettderger, welcher füngst in bem Rmgtbeater- $ro4effe vernommen wurde, hat fein Pensionsgesuch emgereicht. — Der „Neuen freien Prcfse zufolge erklärte der Ministerprästdent, Graf Taaffe, bem Adgeorbneten Wolfrum gegenüber, es sei gev.ügenbes Militär nach bem Duxer Bergwerksdistrict birigirt ™™i um bte bie Arbeit Wiederaufnehmenben vor bem Terrorismus ber Strikenben Mmister erwarte in wenigen Tagen bie Beendigung bes Strikes; eI,0l2en' f0 Erde er sich genölhigt sehen, über den ganzen Berg- werksdistrict den Ausnahmezustand zu verhangen, um der Bewegung möglichst schnell •y cri* ju n)cr d c 11. .^Eim das zweite Bataillon des 43. Infanterie-Regiments Bataillon des Tyroler Jager-Reg ments in ber Dragaljer Ebene ein turjeS Gefecht, butd) welches bie am Norbranbe biefer Ebene erneuert aufranchenden 3nfurgenten vertrieben würben. Ein Jäger wurde leicht verwundet. , Vraa, 1 Mai. Nach der über den Strike in den Dux-Brüx-Teplitzer Werken vorliegenden Meldungen ist Hoffnung vorhanden, daß die Strikebewe- gung in den nächsten Tagen zu Ende geht. Die Abhaltung einer Volksversammlung m Brux ist Seitens der Behörden verboten, mehrere Agitatoren sind verhaftet worden. Die Behörden juerbeit durch Plakate zur Wiederaufnahme der Arbeit imt der Androhung auffordern, daß andernfalls die Bestimmungen des Schubgesetzes zur Anwendung gelangen würden. - Die Strikebeivegung ifi in den betr. Bezirken bisher ohne Ausschreitungen verlaufen. In Folge des Eingreifens der Behörde weicht die Erregung allenthalben einer beruhigenteren ©timmung. In sämmtlichen Revieren tvird in einzelnen Schachten unter vollkommen ausreichenoem mllitärischem Schube theil- weise gearbeitet. Einzelnen Versuchen die Ruhe zu stören, wurde durch sofortige Verhaftung der Altfiviegler vorgebeugt. In Aussig wird bereits für die nächsten Tage die Wiederaufnahme der Arbeit erwartet. Brünn, 1. Mai. Die Eisenarbeiter in den hiesigen Maschinenfabriken drohen zu sinken, falls die Abzüge für die Fabritskrankenkassen fortdauern Die Arbeiter verlangen corporativen Uebertritt zur Centralkrantenkaffe. Paris, 1. Mai. Die Journale veröffentlichen ein Schreiben des Generals Gallifet, in welchem er es für richtig erklärt, daß er die besten Beziehungen zu Gambetta unterhalten habe, die übrigen auf ihn bezüglichen Mittheilungen des Pariser Briefes der „Nordd. Allg. Ztg." aber zurückweist. London, 1. Mai. Wie die „Times" meldet, wird Earl Spencer Lord- Präsident des Rathes bleiben und Geheim-Siegelbewahrer Lord Carlingford ihn während seiner Abwesenheit in Irland vertreten. — In Folge des Hiiffcheidens ihrer Tochter, der Prinzessin Wilhelm von Württemberg, sind der Fürst und me Fürstin von Waldeck geftem nach Deutschland zurückgekehrt. ' — D-r Gesetzentwurf, beix. bas Re chs-TabakmvnopoI, nebst ber Begtünbung tft heute ben Rcichstagsmitgt-ebern zugestellt woiben. Der Voranschlag für bie Einnahmen und Ausgaben einer beuischen Tabekmonopolverwaltung, wie er tn ber jetz gen Begtünbung aufgestellt ist, stellt sich in Bezug auf ben Reinertrag um 1,614,750 M niedriger, als ber Voranschlag in den Erläuterungen, welche s. Z. bem Vo.kswirth- schastsiath Vorlagen. Die En nahmen mit 374,770.442 sind bie gleichen geblieben; bie Ausgaben stift auf 173,174,775 JL (gegm frühere 172,324,755 Ji.) angenommen. Der Ertrag ist j.ht auf 174,595,667 M. gegen früher 175,445,667 M. geschätzt; davon gehen ab die Z nsett da Entschädigungssumme von rot. 257,000,000 M ä 4>/2 pCt. (ircl. der Amoitisat on: tm Betrage von 10,922,500 M, so daß ein Reinertrag von 163,673,167 JC verbleiben würde. In den oben erwähnten Erläuterungen war dieser letztgenannte Betrag nur für eine Entschädigungssumme von 234,300,000 M im Bettage von 9 957,750 JL berechnet. Die Differenz zwischen diesen Ertragsbcrechnungen rührt leb glich von ber höheren Veranschlagung des Anlage- und Betriebskapitals, sowie der Entschäotgundssumme her. Die Realentschabigung ist wie früher auf 40,000,000 M. taxirt. Die Personal- Entfchäbigung ber Fabrikanten dagegen wird auf 79,338,204 M. gegen frühere 59,250,000 JC angenommen. Für die Rohtabakhändler hat sich die Summe um 80,000 JL verringert. Sie wird jetzt auf 6,320,000 M. gegen früher 6,400 000 M be-- Die Personalvergütung für das Hilfspersonal der Tabakfabrtkation sind -4t gegen früher 27,750 000, für die technisch gebildeten Tabakarbeiter auf 22 200,000 gegen 21,000,000 M, für das Hilfspersonal des Handels mit Tabak oder Tabakfabrikaten 4,735,500 M für Händler mit Tabakfabrikaten auf 36,160,000 X gegen früher 33 600,000 geschätzt. Die Unterstützungen sind auf 25,000,000 x wie früher vorgesehen. v — Die von den Tabak- und Cigarrenarbeitern in Leipzig ausgegangene Petition gegen das Tabakmonopol und gegen jede höhere Belastung des Tabaks hat nach dem der „Volks-Ztg." vorliegenden Verzeichniß in ganz Deutschland 78,300 Unterschriften gefunden. Es befinden sich darunter, wie in dem Verzeichniß genau angegeben ist, auch eine Anzahl von Consumenten, vor Allein aus Bremen, wo man es für nothwendig erachtet hat, der Petition möglichst großen Nachdruck zu geben, doch figuriren, da man streng die Arbeiter bei der Tabak- und Cigarrenfabrikation getrennt hat, unter den Bremer „Consumenten" wohl eine sehr große Anzahl von Arbeitern, welche in der Tabakbranche Be- schästigung finden, und somit eigentlich nicht den Consuntenten zuzurechnen sind. Zieht man diejenigen, welche als Consumenten die Petition unterzeichnet haben, von der Gesammtziffer ab, so bleiben 61,423 Tabak- und Cigarrenarbeiter. 1,29 Par, Zoll, F A. Docter, Selterslveg 43 2758 Müller. 2810 wartete illustrirte Pracht-Ausgabe ❖ deutscher Künstler. 4fe- Mincralwasfersabrik in Frankfurt a. Main. 3191 ❖ o Wafferwarme der Lahn. Am 2. Mai, Mittags zwischen 11 und 12 Uhr: + 10° R, Lustwärme + 13° R L- Ehr. Rübsamen, Für die notble'bmben Juben in Rußland ist eingegangen: Von Herrn Ober- müllcr Ammon dahier 10 M. Für die Kinderbeilanstalt zu Bad Nauheim erhielten wir von K. Eickemeyer und M. Sarastn 5 Jt, von ®. St 3 M Dankend vorstehende Gaben bescheinigend bitten wir um weitere gütige Gaben, Expedition des „Gießener Anzeiger." Bekanntmachung. In unserem Firmenregister wurde heute eingetragen, daß an Stelle des verstorbenen AlcxanderSartorius dessen WittweJulie geb. Vogt Mitinhaberin der hiesigen Firma Heiligenstädt & Co geworden ist, mit der Befugniß, die Firma zu vertreten und zu zeichnen, und daß dem Herrn Gustav Wiesel dahier Procura verliehen wurde, Gießen, den 29. April 1882. Großh. Amtsgericht Gießen 3206 Gebhardt. Durch bauliche Veränderung im Laden bin ich veranlagt, mein Lager in Herren- und Knaben-Anzügen re., Damen- und Mädchen-Confectian, Schuh- und Stiefelwaaren zu verringern, weshalb von heute an ein Ausverkauf beginnt und daher mein aus nur reellen Maaren bestehendes Lager zu außergewöhnlich billigen Preisen verkaufe. Gießen. — 6,5 «R. + 6,80 „ + 6,81 „ + 16,7 . öthe’s Werken ♦♦♦♦♦♦♦♦ Mil mehr als 800 lllu- *= strationen erster i Pi)ropfjo.spf)orfniiri’.s Eisenmnhler ro,’e- Eine von Professor Dr Boettger in Frankfurt a. M. s. Z. angc- stellte Analyse bestätigt, mehr als 3'/-mal so viel Eisen wie der als stärkster eisenhaltiger Brunnen Deutschlands bekannte Schmalbacher Stahlbrunnen. ^.Eotzdem ist es leicht verdaulich, von angenehmem Geschmack und den Zahnen vollkommen unschädlich. Zu beziehen in */i, */2 und */3 Flaschen dilrch Struve & Seltmann (Dr. Th. von Fritzsche). D! 2. Mai. Der heutige Viehmarkt war gut befahren. . ^ " wlr-n circa 340 Ochsen und Stiere, 320 Kühe, 180 Kälber, 150 Hammel 9 nh0 meint Die Preise sür 100 Pfand Fleischgcwicht stellten sich: Ochsen 64-66° 2^Qnali,°t 58-62, Bullen k. Qualität 2. Qualität u oo j?übe 1- Qualität JL 50—53, 2. Qualität 00 00, halber 1. Oualitat jL 56-58, 2. Qualität M 40—48, Hammel 1. Qualität M. 58—60, 2. Qualität JC 10—50, (Fruchtpreise.) Weizen, effecstv diesiger und Wetterauer ,, 9K no—00 00 tremder 4L 24 50—25 50. Roggen effectiv hiesiger „M20.00—00.00, fremder "^RhO 20 00 Gerste effectio hiesige und Wctterauer ^,18.00.-19.00, fremd- M VA M20:00--|afer eff® toiÄtterau« 16.50-17.50. fremder 16.50-17.50 per 100 Kilo. Niederschlag an 9 Tagen .... i,za „ im Mittel früherer Jahre an 12 Tagen 1,39 Feilgebotnies. 3187 Eine gute Nähmaschine und .100 Stück Bohnenstangen billig zu verkaufen. Wo? sagt di- Exped. ds. BI. 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