Ar. 177. Mittwoch den 2. August 1882 (Siebener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. - 1 — --— x „ a _ . , a Preis vierkNährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerloh'., ©ttteatt - Schulstr-ß- L. 18. Er,ch«mt iäflliö m.l Ausnahme d-S Durch die Poft bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Amtlicher H 6 eil. Betreffend: Die Voranschläge der evangelischen Kirchen des Kreises für 1883/84. Gießen, am 29. Juli 1882. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die evangelischen KLrchenvsrstände des Kreises Wir setzen Sie davon in Kenntniß, daß in Folge eintretender Veränderungen in Verrechnung des Kirchen- beziehungsweise Pfarrbesoldungsvermögens m der Kürze ein anderes Rubrikensystem eingeführt werden wird und daß daher mit den Vorarbeiten zu den rubncrrten VoranMagen gewartet werden mutz, bis weitere Verfügung ergangen sein wird. ö Pr. Boekmann. Politische Ueberskcht. Gießen, 1. August. Kaiser Wilhelm setzt seine Badekur in Wildbad Gastein andauernd mit dem besten Erfolge fort und sieht überaus wohl und kräftig aus. Die gewohnten Promenaden und Ausfahrten des greisen Monarchen wurden in voriger Woche einmal durch eingetretene ungünstige Witterung unterbrochen, auf sein Befinden hat dieselbe indessen erfreulicher Weise keinen Einfluß ausgeübt. Soweit bekannt, wird der Kaiser noch vor Mitte August, voraussichtlich schon am 11. August, auf Schloß Babelsberg zurückerwartet, wo er die Zeit bis zu den im September beginnenden großen Truppen-Manövern zu verbringen gedenkt. Heber die projektirte Begegnung mit Kaiser Franz Josef verlautet noch immer nichts Positives und auch die Meldung österreichischer Blätter, daß die Kaiserzusammenkunft am 5. August in Ischl stattfinden werde, bedarf noch sehr der Bestätigung. , ... Die allgemeine politische Lage hat durch zwei Ereignisse der jüngsten Zeit ganz unerwartet eine friedlichere Wendung genommen. Einmal eröffnet der Entschluß der Pforte, in Egypten bewaffnet zu interveniren, gegründete Aussicht auf Vereinfachung der ganzen egyptischen Frage, dann aber rechtfertigen auch die Friedensvorschläge, welche Arabi Pascha dem Khedive gemacht hat, die Hoffnung auf eine baldige und befriedigende Lösung der egyptischen Krisis. Was den genannten Entschluß der Pforte anbelangt, so wird derselbe vorwiegend auf den Einfluß des deutschen Vertreters in Konstantinopel zurückgeführt, durch den die Pforte hauptsächlich zu einem bewaffneten Einschreiten bewogen worden sein soll. Ueber die Friedensvorschläge Arabi Pascha's, welche der Hauptsache nach darin besteben, daß er sich in ein Kloster zurückziehen will und daß ihm Gehalt und Rang eines Obersten bewilligt werden, — die gleiche Begünstigung fordert der egyptische Dictator für einige seiner Getreuen — hat der Khedive noch keine Entscheidung getroffen. Derselbe hat die Anerbietungen Arabi's dem zur Zeit Höchstcommandirenden der englischen Truppen in Egypten, General Alison, mitgethellt, welcher sofort Officiere abschickte, um mit den Abgesandten Arabi Pascha's zu unterhandeln. Die immer stärkere Wellen schlagende Wahlbewegung in Preußen ist ein Zeichen, daß die Zeit der politischen Ebbe vorüber ist, wenn sich auch die Pforten der Parlamente noch lange nicht öffnen werden. Die Art und Weise der Polemik zwischen den Organen der verschiedenen Parteien läßt daraus schließen, daß der Wahlkampf ein sehr bitterer fein werde. Der bekannte Beschluß der schlesischen Centrumspartei, bei den bevorstehenden Wahlen unter keiner Bedingung nationalliberale und freiconservative Candidaten zu unterstützen, zeugt von der Abneigung der Ultramontanen gegen die gemäßigten Elemente in den Reihen der Conservativen wie der Liberalen und da die Nationalliberalen selbst von den weiter links stehenden Liberalen heftig angegriffen worden, so werden die Mittelparteien einen besonders harten Stand haben. Der Termin für die Einberufung des Abgeordnetenhauses ist noch nicht festgesetzt, doch wird derselbe jedenfalls in die Mitte des October fallen, so daß anzunehmen ist, daß die Wahlen selbst Ende September oder Anfangs October d. Js. stattfinden werden^sc Mittheilung verschiedener Blätter, daß die Reichsregie- rnng eine Sammlung verschiedener auf die egyptische Frage bezüglichen diplomatischen Actenstücke veranstalte, um dieselbe dem Reichstage in seiner nächsten Session vorzulegen, findet in Regierungskreisen keinen Glauben. Fürst Bismarck hat gegenüber dem schon mehrfach geäußerten Wunsche, daß dem Reichstage alljährlich eine Darstellung der auswärtigen Politik nebst einer Zusammenstellung der officiellen Actenstücke vorgelegt werden möchte, bisher eine ablehnende Haltung eingenommen, von welcher er schwerlich abweichen wird. Dagegen verlautet, daß es in der Absicht des Reichskanzlers liege, dem Bundesraths-Ausschusse für auswärtige Angelegenheiten authentische Mittheilungen über die bezüglich der egyptischen Frage stattgehabten diplomatischen Verhandlungen zu machen. Die kaum vernarbte Wunde am österreichischen Staatskörper, der Ausstand im Süden der Monarchie, ist von Neuem aufgebrochen. In den letzten Tagen haben in der Herzegowina wiederholt heftige Kämpfe zwischen starken Jnsurgentenbanden und den österreichischen Truppen stattgefunden, welche mit der Zersprengung der Insurgenten endeten. Unter den Letzteren sollen sich Freiwillige aus Rußland, Serbien, Bulgarien und Montenegro befinden. Herr Gladstone hat durch die in vergangener Woche im englischen Unterhause mit 275 gegen 19 Stimmen erfolgte Annahme des Kredits von 2,300,000 Psd. Sterl., welchen die Negierung für die Expedition nach Epypten gefordert hatte, einen entschiedenen Erfolg errungen. Es geht hieraus hervor, daß die englische Volksvertretung die von Herrn Gladstone, wenn vielleicht zuerst auch halb widerwillig, eingeschlagene aggresive Politik in Egypten billigt und es liegt nun an der englischen Regierung, möglichst rasch und schneidig in Egypten vorzugehen. Daß die Negierung auf die Unterstützung des Unterhauses rechnen kann, beweist auch der Umstand, daß letzteres den Negierungsantrag auf Vermehrung des Effectivbestandes der Armee um 10,000 Mann angenommen hat, so daß das englische Cabinet einen schweren Fehler begehen würde, wenn es die ihm so günstige parlamentarische Situation nicht durch rasches Handeln auszunützen verstünde. Spanien wiederholt ernstlich seine Bemühungen, die Aufnahme zum Concert der europäischen Großmächte zu erlangen. Der spanische Minister des Auswärtigen hat in einem Rundschreiben an die Vertreter Spaniens bei den europäischen Höfen darauf hingewiesen, daß der Suezkanal für Spanien wegen seiner Colonien von größerer Bedeutung sei als für einzelne der Großmächte, und daß deshalb bei Regelung der egyptischen Frage billiger Werse Spanien consulürt werden sollte. Wie es scheint, wird dieser Wunsch Spaniens, an den Berathungen der Conferenz theilzunehmen, bei den Mächten auch keme unfreundliche Aufnahme finden, so daß wir den Vertreter Spaniens vielleicht noch auf der Conferenz erscheinen sehen. Die wichtigste, aus Egypten augenblicklich vorliegende Nachricht ist diejenige von der plötzlichen Friedensgeneigtheit Arabi Pascha's, worüber wir schon weiter oben berichtet haben. Der bisherige Dictator Egyptens hat Delegirte mit Vermittelungs-Anträgen nach Alexandrien gesendet, der Khedive und die Minister lehnten es aber ab, die Abgesandten Arabi's zu empfangen und wollen deren Besuch nur als Zeichen der Unterwürfigkeit Arabi s entgegennehmen. — In Kairo ist von Arabi eine provisorische Negierung emge- setzt worden mit einer Nationalversammlung von 300 Mitgliedern- Die militärische Lage am Nil ist unverändert; wie es zuverlässig heißt, wollen die Engländer die Forts von Abukir, deren Besatzung sich weigerte, dem Befehle des Khedive gemäß nach Alexandrien zu kommen, bombardiren. Ferner wurde von General Alison eine stärkere Truppenabtheilung entsendet, um d-.e Eisenbahn zwei Meilen vom Lager Arabi Paschas zu zerstören. Der Gesundheitszustand der englischen Truppen wird fortdauernd als ein zufriedenstellender bezeichnet. ___ Feutschland. Berlin, 29. Juli. Eine auf die Spiritus-Fabrikation bezügliche Erfindung von epochemachendster Bedeutung ist soeben in Frankreich gemacht worden. Es handelt sich um die Entfuselung des Spiritus dnrch Eleetricität, nachdem es bekanntlich bisher nicht möglich war, die brennlichen Oele, die den Rübenspiritus zur Verwendung in der Chemie und in den Gewerben untauglich machen, aus denselben zu entfernen. Die erwähnte Erfindung hat — wie die „Bert. Polit. Nachr." erfahren — sich bereits bei zahlreich angestellten Versuchen praktisch bewährt und dürfte auch für die deutsche Landwirthlchast, m der ja die Brennerei eine so hervorragende Rolle spielt, von weittragendsten Folgen sein. Hesterreich. Wien, 31. Juli. Aus Anregung Deutschlands finden unter °en Mächten Verhandlungen über Schaffung eines europäischen Organs zur *9 8 des Verkehrs auf dem Suezkanal statt. An diesem Organ Edm ammst che Interessenten an der Suezkanal-Schifffahrt eingeladen w«rd n t ju neben den Großmächten in erster Linie Spanien, die Niederla land. Die Conferenz dürfte sich schon in ihrer nächstentzung nu die,e^Frage beschäftigen. Alan glaubt hier Grund der Annahme zu haben, datz eine Einigung über diesen Antrag leicht sein würde. Namm ich hofft man Zu silmmuna der Worte — Die Aussichten au eine Einigung zwischen öer_xurtei 'und EnZand L üne Cooperation m^EgYpten sind heute weniger günstig Äs früher Die englische Regierung stellt For erung unb' Italien an- einzugehen dieser unmöglich fft.was aUqvo mit seiner auf der erkannt wird England ist dadurch m directen für bie türkischen Eonferenz besa gten Politik g he England mitgefaßten Conferenz- Truppen beansprucht, wovon m uc,u ö Beschluß keine Rede ist. Wußland. Petersburg, 30. Juli. Dem Kaiser nahestehende Personen erzählen derselbe jofle über die inneren Verhältnisse Rußlands wiederholt bitter geklagt haben, denn nur diese verschuldeten, daß Rußlands Name stillschweigend aus der Liste der Großmächte gestrichen werde; daher müsse dieser Situation ein Ende bereitet werden, sei es im Guten oder durch eiserne Strenge. Auf diese Aeuße- rung sind alle Gerüchte über vorgebliche geheime Verhandlungen mit unbekannten hochstehenden Führern des Nihilismus zurückzuführen. — Der verhaftete Nihilist Thierarzt Kyrillow hatte sich bisher geweigert, dem Untersuchungsrichter eine einzige Silbe zu antworten; am Mittwoch verlangte derselbe plötzlich, zum Verhör geführt zu werden. Im Gerichtszunmer angelangt, forderte er, daß Gerichtsschreiber, Staatsanwalts-Gehülse und Gensd'armen entfernt würden. Nach einigem Zögern wurde dieser Wunsch erfüllt. Hierauf verblieb Kyrillow nahezu dritthalb Stunden allein mit dem Untersuchungsrichter; er soll eine förmliche Serie neuer Anschläge gegen den Kaiser und andere politisch wichtige Personen enthüllt, aber keinen Kameraden angedeutet oder genannt haben. Der Untersuchungsrichter schien durch die Mittheilungen Kyrillow's ganz erschüttert. 'Hieraus wurde Kyrillow in seine Zelle zurückgebracht, der Richter fuhr zum Justizminister, dieser zu Tolstoy; beide begaben sich sofort nach Peterhof, woselbst nach längerem Bericht an den Czar eine lange Berathung stattfand. Vom nächsten Tage ab wurden die Gefangenen aufmerksamer behandelt, besser genährt und ihnen gestattet, den Gehülfen des procureur du jour jederzeit rufen zu lassen. Tolstoy, Nabakow, Bunge und Ostrowski erhielten keinerlei das Leben bedrohende Nihilistenbriese, sondern nur die bestimmte Aufforderung, zu demissio- niren, bei Androhung sonstiger Bestrafung. Lokales. Gießen, 1. August. Ein Soldat des hiesigen Regiments, der seit einigen Tagen vermißt wurde, ist gestern im Wiesecker Walde erhängt aufgefunden worden. diese Gefahr vorüber war, und Abends 6 Uhr hörte btc Kanonade so ziemlich auf. Um ein wenig allein zu sein, ging ich auf die obere Terasse; da auf einmal fing der Kanonendonner wieder an und eine ungefähr 2 Fuß lange Granate flog auch gleich hoch über meinem Kopfe weg. Das jagte mich sofort wieder in den Keller, in welchem wir alle die ganze Nacht blieben. Die Stadt brennt an vielen Stellen, Arabt Pafcha fährt in der Stadt herum und läßt alle europäischen Häuser mit Petroleum begießen und anzünden Mittwoch: Die Araber Hausen schrecklich, morden und stehlen, fahren ganze Wagen Möbel, Wäsche. Teppiche und dergleichen vorüber; den ganzen Tag ging's so fort Wir mußten uns öfters wieder in den Keller retten, die ganze Nacht alle wachen. Donnerstag: Mord, Brand und Raub dauert fort, fein Mensch wehrt ihnen; wir schickten eine Deputation an den Vicekönig, der eben an unserem Hause vorbeifuhr; er versprach uns Wache und zu thun, was er kann. Es kam auch Wache, aber um Mitternacht liefen sie einfach wieder fort. Freitag: Um uns brennt's in den Häusern; wir schickten noch einmal zum Vicekömg; derselbe schickt Botschaft auf den „Habicht" und bittet um deutsche Wache für uns; um 4 Uhr landeten die Engländer und kamen gleich mit Wache zu uns, Abends 8 Uhr kamen — welche Freude — die Deutschen, um uns zu bewachen. Sonnabend: Jetzt Schutz genug; wir werden von Deutschen, Engländern und Arabern bewacht, doch feit 3 Uhr stehen in unserem Garten Wagen, um uns nach dem „Habicht" zu bringen, weil man einen Ueberfall von Arabi Pascha, der nach Kairo flüchtete, erwartet. Alexandrien, vom Bord des „Habicht", 16. Juli. Nun haben wir wirklich unser liebes Haus verlassen und es preisgeben müssen, um uns selber zu retten, — das Herz ist uns sehr weh darüber, ich war so voller Zuversicht gewesen, daß dies Schwerste uns erspart bleiben würde, aber als die dringenden Umstände kamen, so mußten wir eben gehen. Die Tage von Dienstag bis Sonntag, heute morgen, waren entsetzliche Schrcckenstage, in denen Aufregungen und Schrecken sich fast stündlich mehrten, bis wir wirklich fliehen mußten. Im Bombardement sind wir gnädig bewahrt worden; die Granaten sausten zwar über unser Haus dabin, aber sie durften uns nichts thun. Nachmittags brach eine Horde Araber ein, die aber auch glücklich ohne Blutvergießen verjagt wurde. Große Angst verursachten uns in den folgenden Tagen die Menge herumziehender Araber, die brennend und plündernd die Stadt durchzogen und dieselbe entsetzlich verwüsteten, sie einem Trümmerhaufen gleich machend. Auch unser Haus war in großer Gefahr trotz egyp- tischer Wachen, da diese sich schleunigst immer wieder davon machten. Dr. Schwein- furth, der zu uns geflüchtet war, schrieb zweimal dieserhalb an den Khedive, dieser gab unserem Generalkonsul Nachricht über unsere Lage und so bekamen wir am Freitag Abend von einem deutschen Kriegsschiff 20 Mann Marinesoldaten mit einem Officier, die am nächsten Morgen von anderen abgelöst wurden. Auch in Feuersgefahr war unser Haus, und als wir dachten, die Schrecken hätten ihr Ende erreicht, kam die neue Aufregung, daß möglicherweise Arabi Pascha einen Ueberfall machen würde und wir in diesem Falle völlig schutzlos sein wist den. Abends wiederholte sich die Vermuthung. Die Schwerkranken wurden fortgeschafft, und richtig, um */812 Uhr Nachts mußten wir fliehen. Die Kranken und einiges Gepäck wurden auf Wagen expedirt, le gros aber mußte gehen; das war ein Marsch. Unter Kanonenschüssen erreichten wir das Stadtthor, bann ging es weiter zwischen brennenden und einftürzenden Häusern hindurch, über Trümmerhaufen, uns noch in der Dunkelheit verirrend; endlich erreichten wir das Ufer nach V4 Stunden und waren zwischen 5 und 6 Uhr an Bord des Kriegsschiffes. Die Sonntagsfonne ging über einer brennenden, zertrümmerten Stadt auf und mit Schmerzen dachten wir an unser liebes Haus. Wer weiß, wir es dort jetzt aussieht!" Die deutschen Diakonissen in Alexandrien. Während der Schreckenstage in Alexandrien ist bei Vielen, die mit den dortigen Verhältnissen bekannt waren, die bange Frage nach dem Schicksal der an dem dortigen deutschen Krankenhaufe ftationirten evangelischen Schwestern aus dem Kaiserswerther Diaconissenhause laut geworden. Wir sind in der Lage, nachstehend zwei Briefe von dortigen Schwestern mittheilen zu können. Die wackeren Schwestern haben alle Aufforderungen, sich mit den übrigen Europäern zu retten, mit dem Hinweis auf ihre Kranken, die sie nicht verlassen könnten muthig zurückgewiesen, haben unter allen Gefahren mitten in der Verwüstung durch das Bombardement ausgehalten und ihr Haus erst dann verlassen, als es selbst durch die Beschießung direct gefährdet war, aber auch bann nicht, ohne ihre Kranken mit sich zu nehmen. Ehre solchem Heldenmuth! Es gereicht uns das zu um so größerer Befriedigung, weil die leitende Schwester eine Hessin ist. Barbara Erckmann, aus Heimersheim bei Alzey gebürtig. Sie lebt schon seit langer Zeit als Diaconissin tm Orient und war nun eine Reihe von Jahren in Alexandrien thätig. Ende Juli beabsichtigte sie in Kaiserswerth einzutreffen, um dort ihr 25jähriges Jubiläum zu feiern, hat aber ihren Verwandten jetzt die Mittheilung zugehen lassen, daß sie ihre Mitschwestern in diesen gefahrvollen Zeiten nicht verlassen wolle. Die beiden Briefe, wie sie in der „N. Wests. V -Z." und in der „Bad. Landz." abgedruckt sind, lauten: Alexandrien, 15. Juli. Nur einige Worte will ich Ihnen senden, damit Sie wissen, daß wir noch alle leben. Am Montag, den 10. Juli, habe ich einen Bries an Sie abgesandt, ob Sie ihn bekommen haben, weiß ich nicht. Dienstag Morgen Punkt 7 Uhr fing der Kanonendonner an; wir brachten sofort unsere Kranken in den Keller und g'ngen ab und zu je nach der Gefahr. Mittags 2 Uhr schrie eine Donnerstimme durch's Haus: „Alles in den Keller sich retten; sie sind da!" Sofort gehorchte Alles; wir hörten auch gleich ein furchtbares Geschrei und Schüsse fallen; man sprang über die Mauer, weil das Thor nicht geöffnet wurde, schlug die Thüren ein und der Pöbel mit Militär, die wir beide gleich fürchteten, war da. Wir verbarrikadirten schnell die Kellerthür. Durch unsere muhamedanischm Diener von außen von der Lage der Dinge unterrichtet, erwarteten wir den Tod, doch Gott half uns, daß uns die Rache der nach Christenblut dürstenden Araber nichts anhaben konnte. Wir Schwestern gingen wieder hinauf, als Telegraphische Depeschen. Wolff'S telegr. Correspondenz-Birreau. Berlin, 31. Juli. Allerhöchster Ordre vom 25. Juli zufolge geht Prinz Heinrich Anfangs October an Bord der Corvette „Olga" auf I V2 Jahr, um Westindien und die Ostküste Südamerikas zu besuchen. Würzburg, 31. Juli. Zur Jubiläumsfeier der Universität sind bisher an Tausend einstiger Studirenden angemeldet. Soeben sind Staatsminister v. Lutz und M.ntsterial Referent Völk eingett offen und wurden begrüßt vom Rector und den Fakultäts-Dekanen. Herzog Carl Theodor ist ebenfalls erwartet. Das bisher regnerische Wetter hat sich aufgeklärt. Paris, 31. Juli. Grevy berief bis jetzt noch Niemand behufs Neubildung des Cabinels zu sich. Es verlautet, Grevy warte die nächste Kammersitzung ab, um zu sehen, ob habet ein Anzeichen bezüglich des von ihm einzuschlagenden Verhaltens sich ergibt. Paris 30. Juli. Die Kammer hat sich bis Donnerstag vertagt, um die Neubildung des Cabinels abzuwarten. — „Havas" meldet aus Alexandrien: Arabi befahl, alle mit Pasfagierfcheinen von Lesseps versehene Personen längs des Canals frei paffiren zu lassen, ebenso stände solchen Personen der Weg nach Kairo offen. In Alexandrien und bei den Vorposten von Ramleh ist alles ruhig. In Jsmailia wurden Detachements englischer und französischer Marineinfanterie gelandet. Der Khedive ermächtigte die Engländer, längs des Canals alle Punkte zu besetzen, welche sie für erforderlich zur Vertreibung der Insurgenten erachtet. — Bis heute Abend 8 Uhr hatte Grevy noch Niemand zu sich berufen; man glaubt allgemein, er werde morgen mit den Präsidenten der Kammern fonferiren. London, 31. Juli. Unterhaus. Gladstone antwortete Barttelot, cs habe keine Entsendung türkischer Truppen nach Egypten stattgefunden. Die betreffende Frage kann den Gegenstand einer Interpellation bilden, da keine der den Präliminarien absolut wesentlichen Bedingungen bisher geregelt worden sind. Das Unterhaus nahm die in Folge des bewilligten Kriegscredits abgeänderte Einkommensteuer nach kurzer Debatte absttmmungslos an. Im Verlause der Debatte erklärte Gladstone: Newdegate wäre in großer Kalamität, die abgeschafften Eingangszölle wieder einzuführen; er bedauert, daß ein Jahreseinkommen von 100 Pfund von der Einkommensteuer ausgeschlossen sei. Falls die Operation in Egypten sich lange hinzöge, könne man die Kosten nicht allein durch die Einkommensteuer decken — Das Unterhaus berieth über die Finanzbill und nahm die Artkiel an, welche den Eingangs- zoll auf Vegetabilien aufheben (ausgenommen sind nur Cichorien und die für Cichorien und Kaffee gebrauchten Surrogate) und eine Steuer von einem Penny pr. halbes Pfund einführen auf jeden Artikel ober jede Substanz, welche als Kaffee ober als Cichorie unb beren Imitation verkauft wirb; es muß jedes Packet solcher Mischung auf der Etikette die Substanzen, aus denen sie besteht, verzeichnet haben. — Oberhaus. Bei der Einzelberathung über die Pachtrückstandsbill wurde das Amendement Salisbury zu Art. 1, daß das Gesuch des Pächters um Hülfe mit Genehmigung des Grundbesitzers erfolgen muß, mit 169 gegen 98 Stimmen angenommen. Die Regierung hatte erklärt, die Annahme des Amendements würde die Bill zerstören. Das Oberhaus nahm mit 190 gegen 45 Stimmen das von der Regierung bekämpfte Amendement Salisbury's an, daß bei späterem Verkauf der vom Pächter (gemäß dem Gesetzentwurf) unbezahlte Pachtzins aus dem Verkaufserlös dem Grundbesitzer bezahlt werden soll. Petersburg, 31- Juli. Laut der „Deutschen Petersburger Zeitung" scheiterte die „Moskwa" am 19. Juni bei Cap Orfui an der ostafrikanischen Küste. Passagiere und Bemannung wurden gerettet. — Eine Feuersbrunst auf der Krestowsinsel bei Petersburg vernichtete gegen 50 Landhäuser unb die Brücke zwischen Krestowski unb Jelapin. Vermischte S. Wetzlar, 31. Juli. Das anbauernb regnerische Wetter der letzten Tage hat nicht verfehlt, die beiden unsere Stadt durchziehenden Flüsse bedeutend anschwellen zu lassen. Die Lahn sowohl wie die Dill sind bereits ganz wesentlich über die Ufer hinausgetreten und verbreiten nun ihre Fluchen über die angrenzende Feldmark. Der Schaden, welcher gerade in der jetzigen Jahreszeit durch diese starken Regengüsse verursacht wird, ist keineswegs zu unterschätzen. Auch die hiesige Badeanstalt, ein Institut, welches sich der allgemeinsten Beliebtheit erfreut, hat von der ungünstigen Witterung zu leiden gehabt- Die schwimmenden Gebäulichkeiten derselben sind durch die andrängenden Wassermassen von ihren Befestigungen losgerissen unb sitzen jetzt unterhalb ber Raab'fchcn Gerberei auf dem Wehr. Hoffentlich wird burch bieses Malheur der Betrieb der Anstalt nicht allzu lange gestört werben. — Von einem gleichen Unfall sinb übrigens auch bie Gießener Babeanftalien betroffen worben, deren eine sich bei Atzbach befindet, während die andere unterhalb des Luy'schen Felsenkellers vor dem Hauserthor liegt. (W. A.) Braunfels, 25. Juli. Der „Elberf. Z*g." schreibt man: Die fürstliche Familie zu Solms-Braunfels ist plötzlich unerwartet in tiefe Trauer versetzt worden. Am vergangenen Sonntag starb in der Villa zu Königsbrück bei Dresden die Prinzessin Marie zu Solms-Braunfels, Gemahlin des Prinzen Hermann, unseres Reichstagsabgeordneten. Ein Herzschlag hatte dem Leben ber Prinzessin, bie kaum das breißigste Lebensjahr vollenbet, ein Ende gemacht Der Gemahl ber Verschiebenen hatte eben erst eine Brunnenkur in Kissingen begonnen, als ihn die telegraphische Trauerkunde heimrief. _ Mainz. 31. Juli. Heute Morgen halb 7 Uhr brach in dem Arbeitshaufe der Militärsträflinge in ber Citabelle auf eine bis jetzt noch unaufgeklärte Weise Feuer aus. Dock Dank der raschen Hülse ber Militär- unb ber freiwilligen Feuerwehr gelang es, bas Feuer auf feinen Heerd zu beschränken, so baß nur der Dachstuhl des Gebäudes ein Raub der Flammen wurde. Die Sträflinge waren sehr eifrig mit dem Ausräumen des Gebäudes, so daß auch der Schaden kein besonders großer ist. Bingen, 29. Juli. Heute früh 4 Uhr ist hier zwischen den beiden Landungsbrücken der Niederländischen unb Köln-Düsselborfer Dampfboote ein Schleppkahn mit 5000 Centner Salz gesunken. Ein zu Thal fahrender Schleppdampfer hatte zwei zusammengekoppelte Kähne im Schlepptau, wovon bei ber Abfahrt einer berfelben bas Dampsboot „Marianne" so hart anrannte, baß ber Kahn fast augenblicklich sank. Das Boot „Marianne" würbe am Rabkasten erheblich beschäbigt. Der Besitzer des Kahns konnte sich nur baburch retten, daß er rasch auf den nebenliegenden Kahn sprang. Von dem gesunkenen Kahn war sehr bald nichts mehr zu sehen. (W. Z) Marburg, 31. Juli. Heute Morgen 6 Uhr sand ein Pistolenduell zwischen zwei Studirenden auf der sogen. Kirchspitze Hierselbst statt, wobei einem derselben dem Vernehmen nach in den Unterleib geschossen wurde. Marburg, 31. Juli. Heute Morgen gegen 7 Uhr wurden der Vicefeldwebel Martens unb ein Füsilier ein Opfer der Lahnfluth; beim Festlegen der durch das infolge der ungeheuren Regengüsse entstandene Hochwasser der Lahn gefährdeten Badeanstalt glitt der Füsilier vom Stege aus unb fiel ins Wasser. ber Viceselbwebel wollte ihn retten unb sprang ihm nach unb beibe fanben so ihren Tob. — Die Lahn ist mehrfach über ihre Ufer getreten, wie denn auch ein Gleiches von der Ohm und der Wohra berichtet wird. (Oberh. Ztg.) Volkmarsen, 25. Juli. Eine Art von Typhon ober Landtrombe, ein Wirbelsturm-Phänomen, das ebenso selten wie furchtbar zu sein pflegt, zog gestern Nachmittag 3 Uhr in Begleitung eines unbedeutenden Gewitters dicht an unserer Stadt vorüber. Viele sahen die Erscheinung, der ein furchtbarer Donnerschlag vorausgegangen war, aus der Ferne und befürchteten einen Wolkenbruch, weil die herunterhängende Wolke nicht sehr weit vom Boden entfernt dahinbrauste und Spuren der Verwüstung an den Bäumen zurückließ, indem die letzteren theils entwurzelt und deren Aeste zum Theil abgerissen wurden. Leute, die in der Nähe waren, wollen auch einen schwefelartigen Dunst empfunden und wie von einer Dunstfäule sich umgeben gesehen haben. Aus Oberbeff en, im Juli. Der Präsident des Oberhefsischen Obst- und Gartenbauoereins, Graf zu Solms-Laubach, bringt zur Kenntniß der Vereinsmitglieder, daß in der Generalversammlung die Auflösung des Vereins mit Wirkung vom 1 Januar 1883 ab beschlossen worden ist. Was die Verwendung des nach Erledigung aller Obliegenheiten verbleibenden Vermögens anlangt, so ist beschlossen worden, dasselbe dem lanbro. Verein von Oberhessen mit der Bedingung zur Verfügung zu stellen, daß es zur Unterstützung der Obstbaumzucht seine Verwendung finde. Sonder burg, 21. Juli lieber ein schreckliches Unglück, welches gestern Abend geschehen ist, wird berichtet: Sieben junge Leute, ein Sohn des hiesigen Müllers Hansen/ ein Sohn von Tischler Rasmussen, ebenfalls von hier, zwei Lehrlinge und zwei Dienstmädchen von Müller Hansen) ein Lehrling von Müller und ein GehÜlfe von Barbier Jürgensen, Namens Thomsen aus Flensburg, bestiegen zusammen ein Boot und fuhren auf den Mühlenteich hinaus. Bei einer unvorsichtigen Bewegung der Segelnden schlug das weder aus dem Kiel gebaute, noch mit Ballast versehene Boot um. Nur die beiden zuerst Genannten sind gerettet. Thomsen, der -ein vorzüglicher Schwimmer gewesen sein soll, hat wohl nur dadurch seinen Tod gesundem daß ihn einer der Untersinkenden umklammert hat- Gestern Abend wurde eines der Mädchen ans Land befördert, blieb aber trotz der Wiederbelebungsversuche dem Tode verfallen. Die Uebrigen konnten erst heute Früh ans Ufer gebracht werden. — sLeichengift-l Es kommt leider nicht selten vor, daß Leute von giftigen Fliegen gestochen werden und gefährlich erkranken- Aber an solchen Unfällen sind- nicht die Fliegen schuld, sondern die Menfchen. Werden doch nur zu häufig kleinere tobte Thlere, wie Hunde und Katzen unverscharrt gelassen, in bie Garten und sogar auf die Sttaße geworfen. In diesen Kadavern bildet sich Leichengift, das von Fliegen, die sie der Nahrung wegen besucht haben, leicht auf Menschen übertragen wird. Man hat darum keinen Grund, sich zu wundern, wenn einmal durch eine solche Fttege Unglück angerichtet w.rd- Es liegt deshalb im öffentlichen Interesse, krepirte Thierc nicht auf den Kehrichthaufen, in einen Garten oder auf die Straße au werfen; es kann sich schon jeder die Mühe geben, sie ordentlich zu vergraben- Vielleicht wäre m dieser Beziehung auch Metzgern (betreffs der Abfälle), W'.ldprethandlern rc. einige Vorsicht anzuempfe hlen. Eingesandt. Gicsien, 1. August. Einem in der Stadt coursirenden Gerücht zu entgegnen, diene hiermit bie Notiz, daß nicht die Rübsamen'sche Badeanstalt zuerst vom Hochwasser mitgenommen, sondern in Folge des Abtreibens der Franz schen Bade- anstatt miigerissen wurde. Schtsfsbericht. Mttgetheilt von dem Agenten des Norddeutschen Lloyd in Bremen, C W- Dietz Nachfolger Gießen. , . m ri. £ Bremen, 31 Juli. sPer transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Rhein, Capt. H. A. F. Neynaber, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 16. Juli von Bremen und am 18. Juli von Southampton abgegangen war, ist Sonnabend 2 Uhr Nachmittags wohlbehalten in Newyork angekommen. Handel und Berkehr. Gießen, 1. August. Auf dem heuttgen Wochenmarkt kostete: Butter per Pfd. JC. 1.10—1.15, Hühnereier 5—6 und 2 Stück 0 Enteneier per Stück 6—7 ,$, Käse per St. 5—8 H, Käsematte per Stück 3 ,$, Erbsen 1 Liter 24 -$, Linsen 1 Liter 34 ,$, Tauben das Paar 80—90 ,$, Hühner per Stück JL 0.90—1.20, Hahnen per Stück JL 0.65—1.20, Enten per Stück JL 1.80—2.50, Ochsenfleisch per Pfund 64—66^, Kuh- und Rindfleisch 54—60 ,$, Kalbfleisch 50 bis 54 ,$, Schweinefleisch 62—64 ,$, Hammelfleisch 64—66 H, Kartoffeln per 100 Kilo JC. 6.00—7.00, Zwiebeln per Centner JL 7—9, Milch per Liter 14—18/$, Kirschen per Pfund 00—4)0,$. Gänse J4 3—3.50. Frankfurt, 31. Juli. (Getreide-Preise.) Weizen eff. hiesiger undWetterauer JL 00—00, fremder JL 23—25Vz, Roggen eff. hies. JL 19, fremder JL 17—19, Gerste eff. hies. und Wetterauer JL 00—00, fremde JL 00—00, Hafer eff. hies. vH. 16—17, fremder JL 153 4—17. Rüböl eff. ohne Faß hiesiges in Parthien von 50 Ctr. JL 331/2- Branntwein eff. ohne Faß 43. Frankfurt, 31. Juli. Der heutige Viehmarkt war ziemlich befahren. Ange- trieben waren ca. 370 Ochsen u. Stiere, 250 Kühe u. Rinder, 200 Kälber u. 200 Hammel. Die Preise stellten sich per 100 Pfund Fleischgewicht: Ochsen 1. Qual. JL 70. 2. Qual. JL 63—65, Kühe 1. Qual. JL 58—60, 2. Qual. JL 45—50, Kälber je nach Qualität JL 40—60, Hämmel 1. Qual. 60—62, 2 Qual. JL 40—50. 731) Ueber die Höhe der Kosten, welche die Einrückung einer Anzeige in eine oder mehre Zeitungon verursacht, wird man sieh niemals enttäuscht sehen, wenn mau ?on der Annoncen - Expedition von HAA.SB1VSTE1IV «fc VOGLER In Frankfurt a. M. (Karlsruhe, Stuttgart oder München) zuvor Auskunft einfordert, die auch hinsichts der für den jeweiligen Zweck geeigneten Blätter auf Grund reicher Erfahrungen und gründlicher Beobachtungen zuverlässigen Rath ertheilt Allgemeiner Anzeiger. Bekanntmachung. Die Erhebung der Iorst- und Geldstrafen der letztverfloffenen Periode geschieht an den gewöhnlichen Zahltagen bis 25. dieses Monats. Großherzogliche Districts - Einnehmerei Gießen 1. Walther. Bekanntmachung Bberhrsfische Eisenbahnen. Mit dem 1. August d. I. treten dirccte Sätze des Spezialtarifs HI zwischen Büdingen bczw. Stockheim und Reichshofen i. Els. in Kraft. Nähere Auskunft ertheilen die genannten Stationen. Gießen, den 29. Juli 1882. 5075 Großh. Direktion. Mittwoch den 2. Angriff, Nachmittags 2 Uhr, werden in meinem Bureau 2 Stück Flanell öffentlich meistbietend gegen Baarzahlung versteigert. Gießen, den 1. August 1882. Bühner, 5091 Gerichtsvollzieher zu Gießen. ^erlgebotenks. 5072 Auf das bevorstehende Jugend- sc st empfehle ich lebende Ephenkrünzchen für 20—25 $. Fr. Rüger, Kreuz. Hrrrrn-Hemden, Kragen, Manschetten, Sblipse, leichte Unter-Jacken und -Hosen sehr billig bei 4921 Aa Haubach. Kochgeschirre, roh, verzinnt und emaillirt, offerirt zu billigsten Preisen Wilhelm Seibert, 4513 Marktstraße. Neue holl. Vollhäringe per Stück 12 ,$, empfiehlt 5082 C. Roth, NeuenrBäuen. D.R.- Patent — cti E u2 ^Anf Probe und unter Garantie von o. .Buss. Samfcart &C©. - 1 MAGDEBURG Z iFriedrichsetadL) — Einfachste und billigste Betriebskraft für das Kleingewerbe, Druckereien, Fleischereien, Kaffbebrenner, Pumpen etc. Gasmotor ohne Wasserkühlung, soI idester, vielf. verbesserter Construction. Abtritts Tonnen nach Vorschrift, in jeder Größe, fertigt auf vorherige Bestellung 5084 I. Thoma, Küfer, Löwengasse. Regenschirme für Damen, Herren und Knaben empfiehlt in großer, frischer Auswahl zu billigen Preisen 500 k A. 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Von den Vorzügen, welche meine Glanz-Stärke anderen Fabrikaten gegenüber besitzt, wolle man sich gefälligst durch einen Versuch überzeugen- Das Packet kostet 20 Psg. und ist in fast allen Städten bei den meisten Droguen-, Seifen- und Colonialwaaren-Handlungen vorräthig. 5079 Fritz Schulz jr., Leipzig. Awgust Förster i» Dich Mmwsorte-, Harmoniumhandlung u. Whanstalt empfiehlt seine große Auswahl Pianinos, Tafelinstrumente und .Harns vniums der anerkanntesten Fabriken zu billigen Preisen bei mehrjähriger Garantie. — Zahlungserleichterung. — Eintausch gebrauchter Instrumente. — Gespielte Instrumente werden preiswürdig abgegeben. 41 | Wohnungs-Veränderung. Von beute an wohne ich bei Herrn Küfer Louis Lony, £)tnter^ haus, Neustadt (Judengasse). Christian Engel, Ofenputzer. 5030 Den Rest meines meistens aus neuesten uni) gangliarstm tUnnren bestehenden Lagers beabsichtige ich tUfctttlttlCtt zu verkaufen und bietet sich hierdurch dem Käufer Gelegenheit, sich hier eine sichere Existenz zu gründen. Einstweilen verkaufe auch im Einzelnen bedeutend billiger. Eingang zu meinem Geschäft durch meinen Hausgang. Moritz Heichelheim. Norddeutscher Lloyd. Billets ier Verein. Staaten PostästmiMijssMrt von BREMEN Ö/ÄMERIKA. Wegen Passage wende man sich an Directe BREMEN nach Bach dein Westen die Direction des Nordd. Lloyd in Bremen oder an deren General-Agenten M. Abraham in Mainz 274 und dessen Agenten C. W. Dietz Nachfolger in Giessen. Nie. Spiegelberger in Butzbach. J. Schulhof in Frie d b er g. Ph. Zimmer in Lieh. Hermann Vogt in Reichelsheim. L. M. Schloss in Alsfeld. des Gießener Schützen-Vereins. Beehre mich hiermit, ein verehrliches Publikum zum Besuche meiner Restauration in der Festhalle mit dem Bemerken ergebenfi einzuladen, vaß ich durch Verabreichung mehrerer ferner B»er- sorten und reiner Weine, sowie eine reichhaltige Speise- karte Jedermann zufrieden zu stellen suchen werde. Zur Bequemlichkeit meiner werth-n Gäste werde ich tn der Festhalle eme Haupt- kaffe errichten, an welcher Biermarken per Stuck zu 20 Psg verkauft werden Da dieselben auch bet Wem und Speisen als Zahlung benutzt werden können, so bitte ich hiervon recht ausgiebigen Gebrauch machen ru wollen. Hochachtungsvoll Heinrich Schnell 8chützm-verem fließen. I'rels-üilfcsrii am 6., 7. und 8> August 1882. Mährend der 3 Jesttage abwechselnd GROSSES CONCERT, Tanz- und Volks-Belnstignog. ZUM Schluß, Dienstag Abends um 9 Uhr: großes brillantes Feuerwerk Eintritts Karten giltig für 1 Tag SO Pfg, Festkarten für die Dauer von 3 Tag 1 Mk., Familienkarten 4 Personen auf den Namen ausgrstelll Mk. 2,SO, sind p haben bei Herrn G. Petri, Fri- feur, Louis Lind, Cigarrenhandlung, Ottmar Köhler, Papierhandlung. An der Kasse auf dem Festplatze: Eintrittskarten 60 Psg., Festkarten Mk. 1,20. Für die Dauer des Festes ist die Kapelle des 2. Gr. Hess. Jns.-Rgt. (Großherzog) Nr 116 unter persönlicher Leitung des CapeUmeisters C. Krausse engagirt. — Die Restauration und Festmirthschaft ist Herrn Heinrich Schnell übertragen. 5NS"* Näheres besagen die Plakate. "MN2 Sämnltliche Karten sind sichtbar zu tragen. 5019 öasJFest-Comigf». AermieLstungen. 4735 Zwei große Logis mit großem Garten, auch Pferdestall dabei, per 1. 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