Ar. 32. Wr-ft-i-s Blatt. Donnerstag den 2. März 1882. 2111 wiiwr V (4lll()vUjV4 Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Bureau r Schulstraße B. 18. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. ■ ■■■ ■ ■ ~ — ■ Amtlicher Hheil. Betreffend: Drainirung in Flur IV, X, XI, XII und XIII der Gemarkung Hungen. Bekanntmachung. Bei der gemäß unserer Bekanntmachung vom 14. Januar l. I. (Anzeiger Nr. 16) vorgenommenen Abstimmung vom 25. Februar l. I haben 70 Betbeiliate deren Grundbesitz einen Flächengehalt von 252236 qm mit einem Steuerkapital von 242 fl. 54 fr. hat, gegen das Unternehmen gestimmt. Da aber der Grundbesitz der Mehrheit, nämlich von 152 Betheiligten, welche gesetzlich als für das Project stiminend angesehen werden, eine flache von 928068 qm mit-einem Steuerkapital von 974 fl. 24 fr. repräsentirt, ist die Ausführung der Pläne beschlossen worden. Es wird dies unter beut Anfllgen zur Kenntniß der Betheiligten gebracht, daß die aus die Abstimmung bezüglichen Actenstucke 14 Tage lang, von der ortsüblichen Verkündigung dieser Bekanntmachung an gerechnet, auf dem Bürgermeisterei-Bureau zu Hungen zur Einsicht der Betheiligten osten liegen und daß eine Anfechtung der Zulässigkeit oder Rechtsbeständigfeit der Abstimmung oder des vorstehend angegebenen Resultates derselben binnen der obigen Arstt bei Dtcidung des Ausschlusses mittelst Rekurses an den Kreis-Ausschuß des Kreises Gießen stattfinden müßte. Gießen, den 1. März 1882. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Boekmann. Politische Ueberficht. Gießen, 28. Februar. Der Bundesrath hielt am 23. Februar eine Plenarsitzung ab Von den zur Berathung gelangten Gegenständen ist besonders zu erwähnen die Vorlage, betr. die Grundsätze bei Besetzung der Subaltern- und Unterbeamten- Stellen bei den Reichs- und Staatsbehörden mit Militäranwärtern, welche nach den Ausschilßanträgen in erster Lesung init einigen unwesentlichen Abänderungen angenommen wurde. Der König von Bayern hat, wie aus München berichtet wird, dem Präsidenten des bayerischen Staatsministeriums, Cultusminister v. Lutz, ein Handschreiben zugehen lassen, welches, wie man erwartet, officiell zur Kenntniß der zweiten Kammer gebracht werden wird. Die zweite sächsische Kammer, von welcher die Forderung des Justizministers zu persönlichen Zulagen au richterliche Beamte atu 26. Januar abgelehnt worden war, hat auch den Beschluß der ersten Kammer, dem Justiz- minister das Postulat zu persönlichen Zulagen an richterliche Beamte in beschränkter Disposition zu bewilligen, in ihrer Sitzung vom 24. Februar abgelehnt. In der österreichischen Hauptstadt beginnt der bevorstehende Urtheilsspruch in dem Proceß wegen des Ringtheaier-Brandes die Aufniertsain- keit zu erregen. Sämintlichen acht Angeklagten ist die Anklageschrift am Freitag zugestellt worden und darf man gespannt sein, rote das Urtheil ausfallen wird. Die angemessene Bestrafung derjenigen Personen, welche die unmittelbare Schuld an jener fürchterlichen Katastrophe tragen, ist allerdings eine Coitcesfion an die öffentliche Meinung, eine eventuelle Bestrafung der zunächst Schuldigen würde aber trotzdem auch eine, wenngleich nur indirekte, Verurtheilung der eigenthüm- lichen Verhältnisse in der Verivaltung Wiens bedeuten, ivelche mit die Schuld an dein entsetzlichen Ereignisse voin 8. December v. Js. tragen. Das englische Unterhaus hat nun in voriger Woche, wie in feiner letzten Session, wiederum seinen Bradlaugh-Scandal gehabt, welche Affaire sich schließlich zu einer Schlappe für das SDiinifterium Gladstone gestaltete. Denn daß der conservative Antrag auf Ausweisung des durch sein tumultuarisches Auftreten hinlänglich bekannten Bradlaugh aus dem Hause mit der imponirten Majorität von 291 gegen 83 Stimmen angenommen wurde, ist ein bedenkliches Zeichen für die Lagez des Cabinets Gladstone, denn offenbar stimiuten viele Liberale mit den Conservativen, also mit den Gegnern des gegenwärtigen liberalen Cabinets und der Umstand, daß die radikalen Minister - Collegen Gladstone's gegen den conservativen Antrag stimmten, beiveist deutlich, daß das englische Cabinet bereits beginnt, sich in einen gewissen Gegensatz zu vielen seiner bisherigen Anhänger zu setzen. Falls das Ministerium noch inehrere solche Niederlagen im Laufe der Session erleiden sollte, wozu auch Aussicht vorhanden ist, so kann man dann wohl behaupten, daß seine Tage gezählt seien. In Petersburg hat in voriger Woche der große, schon vor längerer Zeit in Aussicht gestellte Nihilistenproceß gegen Trigonja und 19 Genossen begonnen. Rach dem Inhalte der Anklage steht die jetzige Verhandlung mit dem Attentate aus Kaiser Alexander III. vom 13. März v. Js., mit der Ermordung beä Generals Mesenzeff, sowie mit dem im Renteigebäude in Gerson ausge- stihrten Millwnendiebstahle in engstem Zusantmenhauge. Die russische Regierung hat die strengste Geheimhaltung der Verhandlungen während des Processes anbefohlen und nur sehr weuigeu Personen den Zutritt gestattet. Ja, der Gerichtspräsident wollte sogar den Vertheidigern verbieten, sich während der Ver- ^""lungen mit ihren Clienten zu berathen, doch ivurde auf den Protest der Verthewiger dieses Verbot wieder zurückgenoinmen. Die Angeklagten, deren Benehmen in den Verhandlungen durchgehend als frech und herausfordernd ge- fchtldert wird, leugneten alle timen zur Last gelegten■ Vergehen. — Die Hetzereien in der panslavistischen Presse gegen Deutschland dauern fort. So reproducirt die „Nordd. Allg. Ztg." einen Artikel des russischen Blattes „Neue Zett über die Bedeutung der Skobeleff'schen Reden und hebt hervor, daß der Artikel von einer Zeitung gebracht werde, die das Organ Jgnatieff's sei und dies sei um so auffälliger, als der Artikel seine Umsturz-Tendenzen auch gegen das russische Kaiserthum richte. Wenn die Russen einen Atilla oder Tamerlan spielen wollten, so sei nicht anzunehmen, daß dies unter der Führung der Dynastie geschehen sollte. Die „Reue Zeit" nenne auch nicht den Kaiser Alexander, sondern Skobeleff ihren Atilla. Wenn Skobeleff die Ikussen deutscher Abstammung in erster Linie als den Feind Rußlands bezeichne, wisse Jeder, daß dazu in erster Linie die kaiserliche Dynastie gerechnet werde. Aeutschland s„schütz zu den Realschulen für dos Jahr 1882—83 in das «udart ewmn-u-n, ort,.. Wau§0abung (ür 1882—85 jedoch davon abhängig zu machen i,°s> die R-ai-rung vor Abtaus des ersten Budgeliahres eine Vorlage aus Utbernabme der Kost"« ber^ealfcbulcn auf die Staatskaste an den Landtag gelangen lasse" 2 eventstell Di-Anforderung von 142,725 M als Zuschuß zu den Realschulen in das Budget etnzusiellen, deren Verausgabung für 1883—85 i-doch davon abhängig »u machen, daß die Regierung vor Ablauf des ersten Budgetjahres di- Bei- Darrustudt, 27. Febr. Schon jetzt ist es sicher, daß der Kugler'sche Antrag ivegen Verpachtung der Oberhessischen Bahnen in der zweiten Kammer keine Mehrheit finden wird. — Nach den Anträgen des Finanz-Ausschusses soll der seitherige Steuer-Ausschlag beibehalten tverden, jedoch eine weitere Vereinbarung über die Höhe desselben stattfinden, wenn im Laufe der bevorstehenden Finanzperiode eine Abänderung der zur Zeit hinsichtlich der directen Steuern bestehenden Gesetzgebung erfolgt oder falls der Hessen aus den Zöllen der Tabaksund der Reichsstempelsteuer zufließende Betrag die für den Matrikular-Beitrag aufzuwendende Summe in einem der Etatsjahre der bevorstehenden Finanzperiode um mindestens 400,000 M. übersteigen sollte. — Nach den Anträgen des Ausschusses und in Folge des bekannten Richter'schen Antrags in Betreff der Atatri- kularbeitrüge tvird unser Staatsbudget mit einem Ueberschuß von 337,000 abschließend — Im Finanz-Ausschuß ist nachdrücklichst die Regulirung der Wetter, sowie Herstellung entsprechender Be- und Entwässerungs-Anlagen der Wiesengründe des Wetterthals betont worden. m. Darmstadt, 28. Februar. sZweite Kammer der Stände. 11. Sitzung.) D:e Kammer nahm in ihrer heutigen Sitzung zunächst di- Beantwortung dreier Interpellationen von Seiten der Regierung entgegen. Es sind dies die Interpellationen des Stig. Arnold, die Abgabe von Woldstreu aus Eommunalwaldungen bete., der Abgg. Ellenberger und G-nossen, Loosholzbezug, Abästung der Baume am Rande des Waloes und Streuabgabc betr., und des Abg. Sturmfels, den Umbau der Staats- strotzc von Grünberg nach Hungen am Ausgang von Grünberg betreffend. Die Beontwoetung der beid>n erstgenun ten JM-i p-llMwn-n veranlassen eine längere Besprechung auf welche — wenn auch nur auszugsweise — einzugehen, uns der Raum verbleiet. Die Kammer fährt sodann fort in der Beraihmig des Haupt-Voranschlags der Staatsausgaben für die Finanzperiode 1882—85. Zu Cap. 67, „Gymnasien", beantragt Abg. von Jungcnseld, die Kammer wolle die Regierung ersuchen, in Zukunft bei Amstcllung des Hauxivoianichlags auch für das Gymnasium in Mainz die betrlffenii-n persönlichen und sachlichen Ausgaben in Ansatz zu bringen und dabei zu bemerken, durch welche Einnahmen und Beiträge dieselben gedeckt werden. Weiter beantragt derselbe Abgeordneter Die Kammer wolle erklären, daß die Beschlüsse bezüglich der Vorschulen an den Gymnasien zu Darmstadt und Gießen auch hinsichtlich der gleichen $oifdiule zu Mainz Geltung zu finden haben. — Staatsmmister Freiherr von Starck erklärt, die Regierung sei grnöthigt, gegen einen derartigen Beschluß Widerspruch einznlegen. Da in dem Budget Mittel für die Erhaltung der Vorschule in Mainz ,r cht eingestellt seien, so werde auch die Kammer nicht in der Lage fein, über die Existenz oder Nichtexistenz dieser Vorschule Beschlüsse zu fassen! er bestreite Hr dazu di- Eompctenz. — Präsident Kugler verweist hiernach beide Antrag-zur geschafM- ordnungSmäßigen Behandlung an den Ausschuß - Gelegentlich btefe§ GapitelSmttt eine Vorstellung von seminaristisch gebildeten Lehrern an den höheren Lehranstalten zu Darmstadt, Mainz, Gi-tzen, Offenbach und Worms erledigt, Erhöhung des Maximalgehaltes bitten. Nach kurzer Debatte, IN welcher Abg. Strode dem Wunsche Ausdruck gibt, daß die Regierung für dw Zukunft den Gegenstand in Er- roäauna rieben möge wird nach dem Antrag des Ausschusses der Beschwerde keine Folge geg-b-n - Zu Cap. 38, „Realschulen" beantragt der Ausschuß, außer kleineren Abstrichen an den Etats der Anstalten zu Michelstadt,, Isfeld, Friedberg,je^Beitraa?- LLLL &<«««*-« lltcruul8abun0 für 1882—85 jedoch davon abhängig zu oab ouoflci einjujuucii,______ mttinns elften Budaetiabres eine Vorlaae auf Lokales. eine neue le nur em- ÜURUVV , 1-iv I ........ ■ ' . * . * l C V l IUUli V11 a/wa, vtut» jvui/»uuhi> ~ ■ 'O, ---nr» rr Reiches der Hülfe bedarf, nach Kräften zu unterstützen. Daß ihm Ungarn em ßg^„, 40/0 Ungar. Goldrente 72»/,°, 4«/0 1880er Rus,en besonders reiches Feld pflichtvoller Thätigkeit darbietet, wird von Niemand mehr I 5»/° Rumänische Rente 881-, Lombarden —. Tendenz fest. den Betrieb des Pfandleih- -----------„-------. „ .. - . 12 und 18 Prozent, pro Monat und Mark also 1 und l',a Pfennig an. Handel und Berkehr. Frankfurt a. M., 1. März, Nachmittags 2 Uhr — Min. (Telegraphischer Coursbericht. Mitgetheilt durch das Bankgeschäft Albert Kaufmann m Gießen.) Creditactien 261 , Staatsbahnactien 247-/,, Galizier 257, Oesterr. Silberrentc 4«/o Ungar. Goldrente 72>-/,°, 4»/0 1880er Russen 70, 2. Orient-Anleihe 57% tragspflicht der Städte zu den Kosten der Realschulen unter Anwendung gleichmäßiger Grundsätze und unter Berücksichtigung der Leistungsfähigkeit der betreffenden Städte einer Stcauliruna zu unterziehen und an den Landtag eine dahin zielende Vorlage gelangen lasse. - Abg. H-inzerling b-anttagt Verweisung dieser Antrag- an den Ausschuß, was die Kammer jedoch gegen 8 Stimmen adlehnt. - G-h. Staatsrath Knorr glaubt, die Antragsteller könnten sich füglich mit seiner uoi hm abgegebenen Erklärung zufrieden geben. — Abg. Lautz betont die gegenwärtige ungerechte Belastung der Gemeinden für Anstalten, weiche Zwecken des Staats dienen, unter tpeicellem Hinweis auf Groß-Umstadt. - Abg Freiherr v. Jung en selb wiedei holt bei den Realschulen seinen voihrn bet den Gymnasien gestellten ersten Antrag bezüglich der Realschule zu Mainz und wird dieser Antrag ebenfalls dem Finanzausschuß überwiesen. __ Ma. Pennrich befürwortet die Herbeiführung einer größeren Gleichheit bezüglich des Schulgeldes an den Vorschulen der oersch,eden-n Realschulen. — Abg. Maurer stimmt mit Scriba überein, indem er glaubt, daß sämmtliche Realschulen des Landes doch Bedürfnisse befriedigen, die west über diejenigen der Gemeinden, in welchen sich die Anstalten befinden, hinausgehen. — Nack einem Schlußworte des Berichterstatters Ellenberger wird die Generaldebatte geschlossen und IN die Discussion der einzelnen Titel eingetreten. Für die Realschule zu Darmstadt, sowie für die Anstalten zu Offenbach und Groß-Umstadt werden di- Ankorderung-n von 28,240, resp. 17,255 und 7760 X ohne Debatte bewilligt. Abg. Osann lenkt bei der letzteren Schule die Aufmerksamkeit der Regierung auf die nach ihm gewordener Mittheilung dort in allzu starkem Maße zur Anwendung kommende Straf- der körperlichen Züchtigung, worauf G-h. Staatsrath Knorr eine Untersuchung und eventuell ernstliches Einschreiten zusagt. —• Bei den Realschulen zu Michelstadt, Alsfeld , Friedberg, Alzey und Bingen hatte der Ausschuß Abstriche beantragt, für die Anstalten zu Gießen und Oppenheim dagegen Verwilligung brr vollen Regierungsanforderungen. Die Kammer beschließt jedoch, nachdem Geh. Staatsrath Knorr zu ,edem einzelnen Posten die erforderlichen Erläuterungen gegeben, sämmtliche Anforderungen der Regierung unverkürzt zu bewilligen. Schließlich wird der primäre Antrag des Abg. Schröder und Genossen gegen 12 Stimmen abgelehnt, der eventuelle dagegen mit als den Unterzeichnern bedauert, ivelche sich wohl bewußt sind, daß Friede und Gesittung unseres Erdtheils zu erheblichem Th-il auf dem redlichen Zusammenwirken des deutschen Reiches und der österreichisch-ungarischen Monarchie beruhen, daß aber auch der Bestand von Ungarn am besten gesichert ist, wenn der herrschende Stamm gegen die Mitbürger anderer Nationalität die schwer vermißte Gerechtigkeit übt." Zu wünschen wär^s wirklich, denn zu Herrn Tisza's schönen Worten fehlt der Glaube. Telegraphische Depeschen. Wolff's tclcgr. Corrcspottdcnz-Bureau. Berlin, 28. Februar. Der „Reichs-Anz." veröffentlicht die Ansprache des Fürsten Radziwill an den Sultan bei Ueberretchung des Schwarzen Adlerordens und die Antwort des Sultans darauf. In ersterer heißt es, er sei beauftragt, dem Sultan die Gefühle der beständigen Freundschaft des Kaisers auszudrückeu. Der Sultan sprach das aufrichtigste Verlangen aus, die zwischen beiden Reichen bereits bestehenden Freundschaftsbeziehungen zu erhalten und zu befestigen, er werde nicht ermangeln, Alles aufzufuchen und auszuführen, was dieses Ziel im höchsten Maße verwirklichen könnte. — Der Bolkswirthschaftsrath ist heute durch Minister Bötticher eröffnet worden. r Dresden, 28. Februar. Die Session des Landtages ist heute ge- scblosseu worden. Pari», 28. Februar. Der Ministerrath hat beschlossen, das Gesetz vom Jahre 1849 über die Ausweisung von Ausländern ivie folgt zu inodifiei- ren: Jeder Ausländer, welcher bereits eine Bestrafung erlitten hat, soll ohne weitere Förmlichkeit sofort ausgewiefen werden; ist eine Bestrafung noch nicht erfolgt, so soll die Frage wegen der Ausweisung vor den Ministerrath gebracht werden. — Das Gerücht, daß Andrieux zum Botschafter m Madrid ernannt werden soll, bestätigt sich. Petersburg, 28. Februar. In dem Proeesse Trigonja wurde in der vergangenen Nacht das Unheil gesprochen; von den Angeklagten wurden 10, darunter eine Frau, zum Tode, die übrigen zu Zwangsarbeit veruriheili. Schtffsbcricht. Mitgetheilt von dem Agenten des Norddeutschen Lloyd in Bremen, C W. Dietz Nachfolger Gießen. Bremen, 25. Februar. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfcr Neckar, Capt. R. Bussius, vom Norddeütsch-n Lloyd in Bremen, welcher am 12. Februar von Southampton abgegangen war, ist hmte 11 Uhr Vormittags wohlbehalten in Newyork angekommen. _.____ 27 Stimmen angenommen. Fortsetzung der Budpetberathung morgen. Berlin, 27. Februar. Der Gesetzentwurf, betr. die^ Einführung des Tabaksmonopols in Deutschland, hat bereits dem preußischen Staatsministerium zur Berathung vorgelegen und wird mit zu den ersten Gegenständen gehören, welche den morgen zufammentretenden Volkswirthschaftsrath beschästigen werden. Der Entwurf enthält 70 Paragraphen und zerfällt in 8 Abschnitte. Der erste Abschnitt handelt zunächst von den begrifflichen Grundlagen des Tabaksmonopols, nach denen dasselbe nur als wirkliches Vollmonopol in Aussicht genommen ist. Der folgende Abschnitt betrifft den Tabaksbau und reprodueirt im Wesentlichen die int letzten Tabakssteuergesetz bereits enthaltenen für das Monopol ebenfalls ausreichenden Bestimmungen. Der folgende Abschnitt betrifft den für das Ausland beizubehaltenden Privat-Rohtabaks-Handel, ein weiterer Abschnitt handelt von der Tabaksfabrikation und dem Verkaufe der Tabaksfabrikate und ist um deshalb gerade von allgemeinem Interesse, weil er sich über die genaue Preisbestimmung der von der Monopolverwaltung zu liefernden Fabrikate auslätzt Wir erfahren davon, daß der Rauchtabak schon zu 1 -*■ zu haben fein soll und daß Cigarren schon von 3 an geliefert werden sollen. Ein fernerer Abschnitt handelt von der Einführung von Tabaksfabrikaten Seitens der Reisenden, ein anderer Abschnitt betrifft die Controlvorschriften, wahrend der nächste die Strafbestimmungen in's Auge faßt. Es kommt fodanu der für Viele höchst interessante Abschnitt der Schluß- und Uebergangsbestiinmungen, m denen hauptsächlich die Lösung der Entschädigungsfrage enthalten ist. München, 27. Febr. König Ludwig von Bayern hat sich über die Bestrebungen der ultramontanen Majorität des Abgeordnetenhauses in fernem letzten Handschreiben an den Ministerprästdenten v. Lutz in einem Sinne ausgesprochen , der derselben schwerlich gefallen wird. Der König denkt gar nicht darin, Herrn v. Lutz, wie es die Ultramontanen fordern, den Abschied zu geben, er spricht sich im Gegentheil vollkommen für die von jenem durchgeführte Kirchenpolitik aus. In dem Handschreiben wird betont, daß der König stets die Kirche geschützt habe und beschützen werde; er erblicke in der Pflege des religiösen Sinnes des Volkes die Grundlage für die Ordnung, und btefc sei die Hauptaufgabe für die Regierung. Die Regierung müsse aber die Bestrebungen, dem Rechte der Krone entgegenzutreten, zurückdrängen. Zum Schluß spricht der König Lutz und sämmtlichen Räthen der Krone seine Anerkennung für ihr bisheriges Verhalten aus, foroie das Vertrauen, daß sie unter allen Schwierigkeiten fest ausharren werden. Vielleicht legt sich nun der Eifer m der Kammer etwas, da die letztere einsehen muß, daß ihre Arbeit zum Sturze des Minisie- riums vergeblich ist. Jeden Deutschen aber muß es mit gerechter Freude erfüllen, daß König Ludwig fo energisch den Römlingen Trotz bietet und nicht die Unterdrückung einer Confession durch eine andere zuläßt. Augsburg, 28. Februar. Das Handschreiben des Königs au den Minister v. Lutz hat der „Allg. Ztg." zufolge folgenden Wortlaut: Ich habe mit Bedauern die Schwierigkeiten verfolgt, welche in den letzten Monaten dem, wie Ich weiß, nur auf das Wohl des Landes gerichteten Wirken Meiner Min0 ster in den Weg gelegt wurden und finde Mich bewogen, die bestimmte Erwartung auszusprechen, daß Sie ausharren und mit aller Kraft für die Rechte Meiner Regierung eintreten werden, wie das bisher geschah. Was insbesondere das Verhältniß der Kirche zum Staate betrifft, so habe Ich der Kirche stets und aus innigster Ueberzeugung Meinen vollen Schutz gewährt und werde nie auf hören, den religiösen Sinn kleines Volkes, in welchem Ich die Grundlage oer Ordnung erkenne, zu schirmen. Es ist Ntein Wille, daß den religiösen Bedürfnissen des Landes die sorgsamste Pflege und Beachtung zu Theil werde. Ich will aber ebenso fest, daß kleine Regierung jetzt und in Zukunft allen Bestrebungen entgegentritt, welche darauf abzielen, die unzweifelhaften und noth- wendigen Rechte des Staates zurückzudrängen und welche den Staat und die Kirche in eine unheilvolle, feindliche Stellung bringen würden. Indem Ich diesem Meinem Willen hier zur Bekräftigung wiederholten Ausdruck gebe, spreche Ich Ihnen und Ihren Amtsgenoffen für das treue Ausharren unter so großen Schwierigkeiten gerne Meine wanne Anerkennung aus und verfichere Sie Meines vollsten Vertrauens. Oesterreich. Pesth, 27 Februar. Im ungarischen Abgeordnetenhause fand bekanntlich jüngst eine Interpellation bezüglich der Wirksamkeit des deutschen Schnl- vereins statt. Tisza, der Ministerpräsident, setzte sich damals ans das hohe Pferd und erklärte jede Agitation zu Gunsten der Deutschen für uberflusstg, denn in Ungarn genössen alle Nationen vollkommene Gleichberechtigung. Darauf hat der Schulverein jetzt in ernster und würdiger Weife geantwortet und besonders Folgendes betont: „Der allgemeine deutsche Schulverein hat es sich zur Aufgabe gestellt, die deutsche Schule, wo immer sie außerhalb des deutschen Gictzen, 1. Mürz. jSterblichkeit in Gießen.) Während der 8. Jahreswoche (vom 19. bis 25. Februar) kamen in Gießen im Ganzen 6 Todesfälle vor, die sich in gleicher Zabl auf Kinder imd Erwachsene verthcilten. Die Kinder, unter denen sich ein auswärtiges befand, waren sämmtlich über 2 Jahre alt, eins derselben starb an Scharlach, die beiden andern an Diphtherie. Von den erwachsenen Personen starb -inan Krebs, eine an Brustfellentzündung, eine an Nierenentzündung. G. Gietzc«, 1. März. In der Nacht von Montag zum Dienstag wurden vom Seltersthor anfangend, durch die neue Anlage, Göthestraße, Ludwigsstraße und Lud- wigsplatz nicht weniger denn 13 Laternen mit 30 Scheiben, sowie außerdem 2 Fensterscheiben in der neuen Anlage zertrümmert. — Ein Frauenzimmer von hier wurde gestern wegen Diebstahls verhaftet. — Die soeben im Großh. Regieruiigsblatt publicirte Verordnung, betreffend den Betrieb des Psandlcih- und Trödlergewerbs, ordnet den Zinsfuß für Darlehen auf B « r ra i f -rkauf«^ Pistor. Holfverstngerungen in den Gräflich Solms-Laubach scheu Waldungen HM -pf."°. WUdsrauberg, Süßenkopf und Ziegelhüttergra be n. e . k97 Rm. 454 Buchen-Scheitholz, 256 -Prügel, 170 -Stockholz , 527 - ist reifer, 142 -Stammreiser (Schichten), 6 Erchen-Prugel, 16 Ham 13^Eichenstämme von 20—57 Ctm. Durchmesser und bis 10 Mr. Lange 63 Buchen- und"'Eichenstangen (Langwieden re.), 54 Fichten-Stangen — 1,35 Cbm. 2. Dienstag den 14. März d. I. in den Districten 1. Hirschroth unweit Villingen: Rm. 700 Buchen-Scheitholz, 200 -Prügel, 100 -Stockholz, 40 -Retser- prügel, 250 -Reiser. 2. Silbach: 2 Bnchen-Stämme von 49 und 60 Ctm. Durchmesser = 3,40 Cbm. Vereinzelt sitzendes Holz wird während der Versteigerung mcgt werben, und ertheilen vor letzterer aus Verlangen die Gräfl. ForstwaUe Melchior von Weickartshain und Wagner von Ruppertsburg nähere Auskunft darüber. Zusammenkunft jedesmal um 9 Uhr Vormittags, und zwar am ersten Tage beim Saatbeete im Hausplatz, am zweiten im Wendergrund zwischen Hirfchroth und Steinknorr. Laubach, den 25. Februar 1882 1461 Gräfliche Forstverwaltung. „ „ 3. Kl., 30,21 „ ' „ 4. Kl, 10,95 „ „ Stangen 1.—3. Kl, Kiesern-Stämme, 20,44 Fstm, „ Stangen 1.—3. Kl. Vormittags 9 Uhr, werden zu Krofdorf bei Wirth Kah Ier t aus dem Königlichen Forst nachstehend bezeichnete Holzsortimente öffentlich meistbietend versteigert. Schutzbezirk Krofdorf. Dienstag den 14. März: District Buchwald 16. Eichen: a9 Stuck Gerüststangen, 3 Rmtr. Klafter-Nutzholz, 2 Nm. Scheit, 23,5 Rmtr. Stamm-Knuppel. Buchen: 7 Rmtr. Klafter-Nutzholz, 261 Rmtr. Scheit, 300 Rmtr. Stamm-Knuppel, 1023 Rmtr. Stammreiser. Mittwoch den 15 Marz: District Homberg 3a. Nadelholz: 861 Stämme (Fichten) mit 140,2 Fstm. Kub.- Inh, 1550 Stück Stangen (sichten) 1, 2, 3. und 4. Kl, lheils zu Balken Gerüsten, Leiterbäumen rc. tauglich, (pichten) 2 Rmtr. Scheit, 42 Rmtr. Stammknuppel, 135 Rmtr. Stöcke, 845 Rmtr. Reiser, (Kiefern) 3 Rmtr. Scheit, 12 Rmtr. Stamm- ^TRalität: Jungferannawald 6. lEichen- Baustamm von 0.46 Fstm. K.-Jnh. Krofdorf, den 1. März 1882. Der König!. Oberförster. Bekanntmachung. Die auf den 23. Februar anberaumt gewesene Submission auf Materialien hat theilwelse zu keinem Ergebniß geführt. Es kommen deshalb Mittwoch den 8. März ds. Js., Vormittags 10*, 2 Uhr, nochmals zur Submission: 1) Holzsorten in Bohlen, 2) Fensterglas, 3) Seilerwaaren, 4) Leim (Proben einzusenden), 5) Leder (Proben einzusenden), und zwar Rind- und Kalbleder zu Halbstiefel, Vorschuhe mit ».ohne Kappen, Manns- und Frauenschnürschuhe, sowie auch finnisch Schafleder, 6) Arbeitsutensilien, als: echt engt. Nähnadeln, weißen, grauen und dunkelblauen Zwirn, Rollenzwirn in allen Farben und Nummern, Herrnhuter Schnur, feinstes, mittels und grobes Zeichengarn in türkisch Roth, engt Bestechgarn, Nr. 1 u. 2 Hanfgarn, Beinknöpfe, gelbes Wachs, feinste reine Perlmutterknopfe, eiserne Haken und Oesen, Näh- und Drehseide rc. . Liefcrungslustige wollen ihre Offerten mit genauer Preisangabe bis zu obigem Termin franko, versiegelt an die unterzeichnete Direction einsenden oder in dem vor dem Bureau aufgehängten Submissionskasten einlegen. Maricnschloß, den 27. Februar 1882. Grotzh. Landcszuchthaus ■ Direction. Bekannlmachung. b-- S» <*» A. Braium. _—.------- - ---:----—r nrme Coufirmanden auf Ostern 1882, Dir Lieferung der Stoffesurarm Muster fall im Submissions- Hestehend in Orleans, N°uell, schwarzem - ßei dem Hospitalverwalter wch vergeben Eden und find dsfäll ig ^zureichen. Nehrneyer bis zum 13^st M- d,. NM »*«■ 21. Bramm. _ -Merpresfionen, biUißft umgeändert. 407 Neue- Baue 82. Feinsten Kmburger Speckkäse. per Pfund 42 bei * 137 J, | jfiusch Söhne. Zusammenkunft im Buchwald Morgens 9 Uhr bei Nr. 78. Ruppertsburg, den 28. Febr. 1882. Großh. Bürgermeisterei Ruppertsburg. 1462 Wagner. Donnerstag den 9. Mar?, Vormittags 11 Uhr, sollen die Immobilien des Gustav Rühl r Flur 1 Nr. 47 n. 48, Hofraithe in der Neustadt, freiwillig versteigert werden. Gießen, den 28. Februar 1882. Großh. Ortsgericht Gießen. 1429 Lüdekiug. Mlstav Adolf Verein. Lang-Gons, den 1. j Vorsitzender des Zwetgverems. jtaHiTNntzhöMerfleigerüng in Großher)0gttcher Dberförsterer Romrod. -Äa« 8“,,aa■ *»»"• wi-: Stocke: „555 „ ,, . j- . 22_10 Meter lg. = 17 Fstm. i stoss» LDM"v Scheiter: 2 Rm. Eiche, 2 Rm. Nadelholz, MWl: 10 - I«»« - -- SO«. YSätiÄ - "d “ zweiten Tages Zur Versteigerung. Romrod, den 2^r^er3OQli^c Ö6erförfterei Romrod. U47 Klump. Vorzügliches FlafchcnBier ä Flasche 20 1437 A. Saawe, Weinsaal. Maccaroni, Eiergewüfenudel«, Türk. Zwetfchen, Apfclfchnitzen empfiehlt ^64 Karl Hoffmann. e 2 Herren- W ä s c h e. Auch Nichtmitglieder haben freien Zutritt. 143! Der Vorstand des kaufmännischen Vereins. Grosse Auswahl o Marktplatz A. 3. O Oi GIESSEST. ÄuswaM-Senilungen. PI An^er za 3ieu6en. 1428 Anfertigung nach Mass, Goptelte Instrumente werden preiswürdiq abgegeben. 41 Akademischer Gesangverein Gebrüder Meininger, 1453 N Zuckerrüben 1465 <^eorg Heinrid» Bender. Seltersweg 184. 1412 Geld - Cours 1 $«b'( 18-W 4. 19-23 16 16 20 16 16 9 4 O P P P OH o lll o n Pi o 43 Ul M iKnaben -Anzügen' Ueberziehern etc. id w o 76-14 72-719 55—M 22 i haben mir eine Agentur übertragen, und erlaube ich mir daher, mich zur Vermittelung von Versicherungen gegen Hagel- und Feuer-Schaden erqebenst zu empfehlen. Grüningen, den 27. Februar 1882. August Förster in Lieh Pianoforte-, Harmoniumhandlung u. Kih anstatt empfiehlt seine große Auswahl Pianinos, Tafelinstrumente und Harmoniums der anerkanntesten Fabriken zu billigen Preisen bst mehrjähriger Garantie. — Zahlungserleichterung. — Eintausch gebrauchter I- strumente. — Diejenigen Landwirthe, welche gentii sind, für eine der größten Zuckerfabrik,« Ki «ei«6 nihut plliS l**ß g|l* 8 ’• ? ui 26 md Sie un jijnfcrä Hl 8.4; S «itiitüflitt Wiitfäiii ilffl haifäi isMn an ai 68 ist piriSmiBifl * Zufip «ndl zu i ■Hutt) if tjaijniffe h, M fönner dealseben, französischen uud englischen Buckskins und. Paletotstoffen. Ferner halte ich meine Buchdruckerei (mit Maschinenbetrieb) zur Anfertigung aller in dieses Fach einschlagenden Arbeiten bei billigster Preis- notirung bestens empfohlen. Eduard Ottmann. Cafe Klein. Heute Donnerstag Metzel- suppe. (1443) Die Vaterländischen Feuer- und «Kagel- Versrcherungs - Aetien - Gesellschaften zu Elberfeld Neuenweg, Gefchtv. Heerz, Neuenweg, empfehlen fertige Herren- und Knabenhemden von gutem Chiffon. Auch werden solche auf Bestellung unter Zusicherung des guten Passens in kürzester Zeit zu billigen Preisen geliefert. 1452 Freitag den 3. März 1882, Abends 8 Vhi im Saale des Hotel „PRINZ CARL": Oeffeotlicher Vortrag des Herrn Dr. jur. Jul. Engelmann über die neuen Welt Strassen: Suez-Canal und Panama-Canal. ich«» (8 i 8 6. s a Veitung idiomt. Li-A Verantwortliche Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen. Hierzu ein zweites Blatt. Herren- und Namen- strohhitte werden gewaschen, gefärbt und fa°»w ntrt. C. L. Gail, Zum Gießener Markt treffen wir schon am Montag den 6. März mit einer großen Auswahl bester hochtragender und frischmelkender Holländer null Harzer .)iüf)e im „Rheinischen Hof" daselbst ein.« Wmfuti Wä b 1269 Der neunte Nachtrag zum Katalog meiner Leihbibliothek, welcher die Nr. 7014 bis 7328 der deutschen Literatur umfaßt, ist im Druck erschienen, welches ich einer geehrten Lesewelt hiermit zur Kenntniß bringe. Das vierteljährige Abonnement auf wöchentlich 2 Bücher beträgt? 2 auf 4 Bücher 3 Ji., au( 6 Bücher 4 JL. Ai * An ÄHOMl l'im An N«lt i ®tf Ml bauet , 88 Wtcfai Wen nn! Mitraoit «itbm fpä '•«»felbei $ 9 ; ■ Nir i *2.feta 6, „ wl Hi 6 N btt 6«"