Nr. 303 Freitag den 30. December 1881 Aichener HtnBger Aimgk- uni> Amtslilktt für Örn Kreis Kirke». Bure«« r Schulst raße B. 18. Erscheint täglich mit Ausnahme ben Montag«. Preis viertellabrlich 2 Mark 20 Pt mit Brinqerlokn. Durch die Post bezogen o»erteljtchrlich 2 Mart 50 P'. - Amtlicher Hheil. • ■ Bekanntmachun g. Durch Contumacial-Erkenntniß vom 16. December dS. I-., bestätigt am 20. December kS. IS., ist der Füfilter Pbtlipp Bier au, bif 9. Eowpagnie de- 1. Nassauischen Insanteiie - Regiments Nr. 87, geboren am 26. Juli 1850 au Lollar, KreiS Gießen, Großherzogthum Hessen, in Civil. Verhältnissen Schreiner, für fahnenflüchtig e> klärt und zu einer Geldbuße von 150 JL verurtheilt worden. Mainz, den 24. December 1881. Königlich Preußisches Gouvrinen enrs'Gericht. Deutschland. Darmstadt, 27. Decbr. Das am 27. ds. ausgegebene Großh. Regie- rungtblatt Nr. 27 enthält: Bekanntmachung Großherzo^lichen MilistertumS dev Innern und der Justiz, die Bildung der ÄmtSgertchtsbeziike Hungen, L ch, 8uubad), Grünberg, Homberg, ÄlSseld, Vilbel und Friedberg betreffend. Berlin, 27. December. Von Seiten eins Mitgliedes des Vorstandes der für das künftige Jahr in Aussicht genommei en Allgemeinen deutschen Ausstellung auf dem Gebiete der Hygiene und dst, seinen Stammbaum bis auf Ruvik zurückführt, dem ja auch die Romoncff's entsprossen fi> d und somit mit dem Ezaren verwandt ist. Krapotkm gehörte ehemal- der rusfischen Armee an ; er quittirte den Dienst und begann hauptsächlich geologische Studien, die ihn nach Finnland wie nach Sibirien führten. Er verfaßte mehrere Arbeiten für die St. Ptter-burger geographische Gesellschaft, die allgemeine Anerkennung fanden. Don Bakunin's Lehre ergriffen, wurde er bald einer der eifrigsten Verbreiter derselben, wa- ihn schließlich 1874 in's Gefängniß brachte. Zwei Jahre brachte er auf der Festung zu urd schrieb während dieser Zeit Studien über die Eisperiode, welche Arbeit ihm die Ernennung zum Mitgliede ber geogra» phischen Gesellschaft in Gens einbrachte Seine Freunde erzählen einen Roman über feine Flucht aus der F'stung und versichern daß er an der Ermordung des Gouverneurs v. Charkow, seines Vetter-, unbetheiligt gewesen sei, da er zu jener Z it schon in der Schweiz lebte. Unter den Nihilisten herrscht gegenwärtig die Besorgniß, e- könnte ihrem Führer Krapotkin in England ein ähnliche- Schicksal wie Most bevorstehen. Blätter wie „Revolte", „Avantgarde" rc. behandeln diese Frage sehr eingehend. Amerika. Washington, 22. Decbr. In der heute fortgesetzten Verhandlung gegen btn Präfidenten-Mörder Guiteau benahm sich Letzterer abermals sehr ungeduldig, während die Sachoerständigen sich über fernen Geisteszustand äußerten. Er sagt-, Sachverftänd ge hätten mehr Menschen an den Galgen gebracht, als Doctoren Pattenten getödtet. Alsdann schrie er erregt, daß die Aerzte den Präsidenten Garfield gelobtet unb nur vollendet hätten, was sein (Guiteav'S) Schatz begonnen, weil es Gotte- Absicht gewesen, daß ber Prä- fident sterben sollte. Der Angeklagte geberdete sich wie ein Wüthender, als Mr. Schaw, der früher bekundet hatte, daß Guiteau mehr als einmal die Absicht au-gedrück.', ein Nachahmer von Wilke- Booth m werden, nochmals ver» hört Kurte. Er nannte ihn „ben außerordentlichsten Lügner des Jahrhunderts". Der Vertheid'ger Gu'teau's suchte den Nachweis zu führen, daß Schaw sich einst ei reg Meineides schuldig gemacht, aber ber Zeuge erklärte, daß er eine- solchen Vergebens zwar angeklagt, indeß von der Jury sreigeiprochen worden. Wie verlautet, haben sich einige ÄRecuranvSpekulanten bemüht, eine Police auf Guiteau'- Leben in Höhe von 100 000 Dollars zu erlangen. Telegraphische Depeschen. Wolff'- telegr. Corresporrdeuz - Vureau. Berlin, 28. December. Die „Prov -Eorresp." bringt heute einen Artikel „Zum Jahreswechsel", worin sie den Werdepunkt in den Grundsätzen der Socialpolittk heroorhebt unb betont, wie alle segensreichen Reformen in Preußen von der Krone auSgtngen. Die „Pcoo.-Corresp." hofft auf die Er- , reichung des Strebens der Regierung nach Herbeiführung eines ehrlichen kirchlichen Friedens und sagt dann weiter: Die Danziger Zusammenkunft zwischen den Kaisern Wilhelm und Alexander, sowie die immer engeren Beziehungen unserer Politik zu Oesterreich Ungarn haben keinen Zweifel mehr darüber ge' lassen, daß die gemeinsame Grundaufsaffung, welche die Politik der drei Reiche verbindet, die kräftigste Bürgschaft einer friedlichen Entwickelung bildet. Stettin, 28. December. In Gegenwart des Chefs der Admiralität, Generals v. Stosch, des StaatSministeiS v. Bötticher und des chinesischen Gesandten Lt-Fong-Pao lief heute die für chinesische Rechnung auf der Werft Vulkan erbaute Panzer-Corvette glücklich vom Stapel. Der chinesische Gesandte vollzog die Taufe in chinesischer Sprache, daS Schiff erhielt den Namen „Ting Yuen." — Der Dampfer „Katie" wurde am 26. d. Mts. von einem Schiffe, 40 Seemeilen vo.> Fastnett bet Cap Claer an der Küste von Irland, ohne Steuer gesehen. Dublin, 28. Decbr. Durch eine Verfügung des Geheimen Rathes ist angeordnet worden, daß in Zukunft die Exmisstons-Mandate in den im Belagerungszustande befindlichen Districten nicht persönlich behändigt, sondern brieflich per Post zugestellr werden sollen. — Durch einen Erlaß des Vice- königö wird ferner das unbefugte Halten und Tragen von Waffen in den Grafschaften Dublin, Waterford, Kildare, South Drogheda, Meath, T'ppe- rary, Wexsorh und Wtcklow verboten. Petersburg, 28. December. Der „Regierungsbote" recap.tulirt die bereits gemeldete Katastrophe m der Kr.uzkirche zu Warschau und giebt bie Zahl der bei derselben verunglückten Personen auf 28 Todte und 26 schwer Verletzte an. DaS Blatt meldet weiter, daß die Bevölkerung die Schuld an der Katastrophe den jüdischen Einwohnern zugeschrteben und deshalb im höchsten Grade erregt in den entlegeneren Stadttheilen Warschaus im Laufe deS Nachmittags des 25. ds. einige, jüdischen Einwohnern gehörende Schränken, Buden und Häuser demolirt habe. Nachts wurde d'e Ordnung wieder hrrge- stellt. Am 26. ds., Vormittags 11 Uhr, fanden wiederum Unordnungen in den von der jüdischen Bevölkerung bewohnten ^taditheilen statt, welche bis zur Nacht andauerten. Eine groß? Anzahl bzr Ruhesiö^r ^urde verbi? et. Konstantinopel, 28. December. Der von Smyrna kommende ru'sische Dampfer „Azow" fuhr heute Vormittag den im Bosporus ankernden Postdampftr „P'ovence" der Messageries Francaise an, welcher m 26 Minuten bet einer Tiefe von 37 Metern versank Die ganze Mannschaft >st gerettet. Der Dampfer „Azow" muibe leicht davarnt. Die „Provence" sollte heute nach Marseille abgehen und hatte bedeutende. Ladung, namentlkch mehrere Geldgroups. Die Poftbeutel, welche noch nicht eingeschifft, gehen mit dem italienischen Dampfer nach Brindisi. — Der Sultan sanctionirte bic Convention m>t den Bankiers von Galata, welche das Uebercrnkommen nut den Sonb; holdere vollständig ergänzte. Noch einmal (Eingesandt.) Die Labatt-Spar-Anstalt. Das „Casseler Tageblatt und Anzeiger" enthält in Nr. 348 nachstehendes „Eingesandt" : Eine große Anzahl hiesiger Kaufleute der Colonialwaaren- und Delicatessen- Branche war am Donnerstag Abend zu einer Besprechung über die in unseren Tagen mehrfach discuttrte Frage über Werth und Univerth der Berliner Rabatt-Spar-Anstalt im „Rheinischen Hof" versammelt. Die durchaus abweisende Stellung, welche man dieser Anstalt gegenüber einnahm, wurde etwa folgendermaßen begründet: Die Rabatt-Spar-Anstalt bezweckt nach ihren Statuten die allgemeine Einführung der Baarzahlung im Kleinhandel und die Hebung des Sparsinns im Volke. Sie spricht sich in der von ihr herausgegebenen und verbreiteten Broschüre II: „Das Ver- hältniß b;r Handelsmitglieder zu der Rabatt-Spar-Anstalt" auf Sette 14 folgendermaßen aus: „Möglich ist es ja, — und noch viel wünschenswerther als mö glich, oder selbst wahrscheinlich, — daß in einzelnen Erwerbskreisen irgendwo der reine Baarverkehr bereits herrscht, daß also dieselben den Baarrabatt nicht mehr brauchen, ebensowenig wie die vereinzelten großen Geschäfte, die derart gestellt sind, daß sie von vornherein jede andere Bezahlung, als die in baarem (Selbe ausschließen können; wenn diese also das Rabatt-Spar-System auch nicht mehr brauchen, so ist aber damit wahrlich noch nicht gesagt, daß alle die Millionen von Gewerbtreibenden, die in weniger günstiger Lage sind und den Borgverkehr hinnehmen müssen, um der Concurrenz nicht zu erliegen, ebenfalls auf dieses einzige Mittel zur Gesundung ihres Verkehrs verzichten müßten." Die Colonialwaaren und Delicatesscn-Detail-Geschäfte hiesiger Stadt befinden sich in der glücklichen Lage, zu diesen „Erwerbskreisen" zu gehören, tu denen „der reine Baaroerkehr bereits herrscht" und die deßhalb „den Baarrabatt" und das ganze „Rabatt-Spar-System nicht mehr brauchen". Die genannte Branche hat, geringfügige und deßhalb nicht in Betracht kommende Ausnahmen ungerechnet, kein Borgsystem, weil hier am Platze die gute Sitte, was gegessen und getrunken wird, vor Allem baar zu bezahlen, noch eine allgemein herrschende ist. Es fehlt demnach tn dem Bereich der Colonialwaaren- rc. Geschäfte durchaus an der Voraussetzung, auf welcher die Rabatt-Spar-Anstalt beruht, dieselben bilden vielmehr einen „Erwerbskreis", auf welchen die Rabatt-Spar Anstalt nach ihrer eigenen Erklärung gar nicht abzielt, und den sie deßhalb auch, wie mir eben gesehen haben, als außerhalb des Bereichs ihrer Thätigkeit liegend selbst bezeichnet hat. Die genannten Geschäfte befinden sich dadurch tn gleicher Lage mit dem Begründer der Rabatt-Spar-Anstalt selbst, des Herrn vr. Wil h. Löwenthal zu Berlin, welcher tn einer am 21. October d. I. tn Potsdam abgehaltenen Versammlung von Kaufleuten, der er persönlich beiwohnte, nach einer sehr energischen Abweisung seines Sparsystems Folgendes aussprach: „Ich selbst habe ein solches gutes Geschäft, daß ich keinen Credtt zu geben brauche; ich bekomme stets baares Geld gezahlt, brauche deßhalb auch kein Rabatt-System." Die Colonialwaaren- rc. Branche kann aber auch keinen Rabatt gewähren, weil ihre Verkaufs-Preise die Baarzahlung ohne jeden Abzug zur Voraussetzung haben und überdies einen durch die starke Concuvrenz bedingten sehr beschränkten Nutzen lassen. — Ist sie genöthigt, selbst die Fracht-Auslagen für die von Auswärts bezogenen Maaren bei Feststellung der Verkaufspreise in Anrechnung zu bringen, obgleich d ese oftmals nicht mehr als 1% vom Werth betragen, wie soll sie 2l/8% Rabatt geben können, wenn sie die Verkaufspreise nicht vorher um 2‘ /2°,0 erhöht oder aber die Maaren in entsprechend geringeren Qualtättn bezieht? - Ein anderer Weg, um zur Rabatt-Gewährung zu gelangen, steht ihr scbl bterdings nicht offen Hätte damit aber das kaufende Publikum einen Vortheil erreicht? Das kaufende Publikum lebt in dem guten G auben, und zwar mit vollem Recht, daß ihm, wenn die Colonialwaaren- rc. Geschäfte heute das Rabatt-System einführten, damit ein wirklicher Vortheil neu angeboten würde, und deßhalb allein würde es sich für den Rabatt interesfiren, für den blauen Dunst aber die Höhe des Rabatts erst auf die Preise zu schlagen, um dann den Aufschlag durch den Rabatt wieder zurückzugewähren, intereflirt es sich sicherlich ganz und aar nicht. — Der Begründer der Rabatt-Spar-Anstalt, Herr Dr. Löwenthal in Berlin, ist zwar anderer Meinung, er schrecke vor solcher Täuschung des Publikums nicht zurück, denn in der schon erwähntcn October Vetsammlung in Potsdam hat er nicht angestanden, aus- zusprecken: „Wenn hier die Kaufpreise so gedrückt sind, dann würde allerdings der Detaillist, der der Ravatt-Spar-Anst^lt beitritt, danach zu berechnen haben", und als in Folge dessen von einem andern Redner constattrt wurde, daß Herr Dr. Löwenthal selbst zugegeben habe, die Potsdamer Detailisten müßten den zu gewährenden Rabatt auf die Preise schlagen, da ist ein Widerspruch seinerseits nicht erfolgt, so daß also über die Meinung des Dr. Löwenthal in dieser Beziehung jeder Zweisel als ausgeschlossen erscheinen muß. Damit wird dann aber auch das ganze von ihm begründete Spar-System in einer Weise beleuchtet, daß das eigentliche Wesen desselben, gewissermaßen sein Geheimzweck, einmal klar zu Tage tritt. Die Rabatt Spar-Anstalt soll demnach nicht dem kaufenden Publikum, sondern ihren Handelsmitgliedern und ihren Actionarcn .'inen Vortheil biingen und dem kaufenden Publikum ist dabei lediglich die Rolle zuaedacht. diesen Vortheil durch sein baares Geld zu liefern. Denn den Rabatt, den der Verkäufer zuvor auf seine Preise geschlagen hat, bekommt der Käufer nicb einmal ungekürzt zurück, sondern 20 pCt. gehen ihm durch diese Procedur verloren, anstatt 5 X werden ihm nur 4 X in Berlin gutgeschrieben, ungerechnet den Verlust, der ihm durch Verlieren der winzigen Rabattscheinc und durch Verjährung sehr Dicht erwachsen kann, 1 X aber wird für Verwaltungskosten, Gew nn der Actionäre rc verwendet- — Angenommen, ein mittlerer Haushalt verbraucht für Nahrung und Kleidung jährlich 2000 X, davon sind 5% Rabatt — 10U X. Die Anstalt legt aber nur 80 X zu Gunsten des kaufenden Haushalts an, 20 X gehen ihm völlig verloren, die behält die Anstalt für sich Stellen nun aber diese 100 jl die Summe dar, welche der genannte Haushalt successioe bei den verschiedenen Verkäufern in Folge der Preis- Aufschläge bereits baar bezahlen mußte, so ist er um die ihm bei der Kapitalanlage zu Gunsttn der Gesellschaft abgezogenen 20 X birect geschädigt. Wollte man bei emer Stadt wie Cassel nur 1000 Haushaltungen mit gleichem Verbrauch annehmen, was gewiß nicht hoch gegriffen wäre, bann stellt sich die Rechnung wie folgt: 1000 Haushaltungen zahlen nach Berlin bei je 200U X Verbrauch 1000 Mal 100 X Rabatt — 100,000 X, hiervon we den in der Anstalt nur angelegt (statt 5 nur 4) 1000 Mal 80 JL — 80.000 X, so daß sich die hübsche Summe von 20.000 JL herausstellt, welche I hr für Jahr allein aus Cassel an eine Berliner Acticn Gesellschaft an Prov sion abgeführt werden würde. Nimmt man ferner an, daß diese Summe sich im Gebier des deutschen Reiches nur 50 Mal vergrößerte, obgleich die Einwohnerzahl des Reiches rund 700 Mal größer ist als die Einwohnerzahl Cassels, dann würde der jährliche Zusammenfluß bei der Rabatt-Spar-Anstalt sich auf 5 M'llionen Capital belaufen, wovon die Gesellschaft nur 4 Millionen anlegte, während 1 Million Provision für die Gesellschaft, die Ag'Nten rc. verbliebe. Wie würde man einen Bankier nennen her in gleicher Weise, wenn ihm 5 Millionen zur Anlage übergehen würden, davon 20 pCt. — 1 Million als Provision und Spesen abziehen wollte! Und woher wäre diese g>oße Summe gekommen? Ja, woher anders, als aus den Taschen der deutschen Hausfrauen. In dem schonen Wahn, neue Vortheile erworben zu haben, würden sie diese Summe Jahr aus Jahr ein emsig zusammentragen. Wenn nun schon dieses Moment der colossalen Uebervortheilung des Publikums um 20% seiner Ersparnisse die Rabatt-Spar-Anstalt genügend kennzeichnet, um dieselbe unbedingt verwerfen zu müffen, so ist nicht minder der Grad der Sicherheit, den eine Actien Gesellschaft überhaupt zu bitten vermag, für eine allgemeine Anlage von so riesigen Volksersparurssen als absolut ungenügend zu bezeichnen Man begreift kaum, daß sonst einsichtsvolle und hochachtbare Männer so blind sein konnten, ihrem Volke die Anlage seiner Ersparnisse in einer Actien-Gesellschast zu rathen, welche diese Ersparnisse um 20% beschneidet und dazu nur eine zweifelhafte , Sicherheit zu bieten vermag, während sofern ein Bedürfniß für die Nutzbarmachung kleiner Ersparnisse vorhanden sein sollte, es doch leicht thunlich wäre, außer den bestehenden Sparkassen rc. weitere Institute zu gründen, welche genügende Garantien bieten und die Ersparnisse ohne Abzug anlegen und verzinsen würden. Diejenigen Geschäfte, deren Preise nicht auf der Voraussetzung sofortiger Baarzahlung, sondern auf Ziel Gewährung beruhen, geben billiger Weise und thatsächlich feit langen Zeiten überall da, wo dieses Ziel nicht beansprucht, sondern Baarzahlung vorgezogcn wird, einen entsprechenden Rabatt; sie unterscheiden sich aber in ihren Gewohnheiten dadurch ehr vortheilhaft von dem System der Rabatt Spar-Anstalt, daß sie diesen Rabatt sofort baar und unverkürzt auszahlen, dem Baarzahler völlig überlassend, was er mit dem empfangenen Rabatt anzufangen gedenkt. Es muß dem Kaufmann an und für sich auch gleichgültig sein, was mit dem Rabatt angefangen wird, und der funkelnagelneue Gedanke, den die Rabatt-Sparanstalt aufwirft, den Verkaufsgeschäften den neuen Charakter von gew'ssermaßen volkserziehlichen Factoren beizulegen, darf wohl als das schöne Mäntelchen angesehen werden, welches das eigentliche Bestreben, eine ganz gewöhnliche neue Actien Gesellschaft in Schwung und R nta- bibtät zu bringen, zu erfüllen ersonnen ist. W^ll Jemand gern die empfangenen Rabatt-Summen zum Sparen anlegen, traut sich aber die Willenskraft N'cht zu, sie auch diesem Zwecke wirklich znzuführen, wenn er sie erst einmal eingesteckt hat, so ist solchem Käufer auf sein Ersuchen auf mancherlei Weise so leicht zu Helsen, daß es sich in der Tbat nicht verlohnt, darüber noch des Weiteren sich anszulassen. Ueberdies ist es ja bekannt, daß 5 X. heute zu 5 % angelegt, schon in 62 Jahren und zwar nur durch das unu Verbrochene Hinzukommen von Zrns und Zins auf Zins auf volle 100 X anwachsen, und bet 4 % Verzinsung in 78 Jahren. Läßt sich aber Jemand seinen Rabatt von 5 -AL erst von der Rabatt-Sparansialt beschneiden und legt ihn dann bei ihr an, so können 90 Jahre vergehen ehe derselbe sich auf 100 JL erhöht, 88.! wenn diese sehr theurr Svar-Anstalt, deren verzweigten Apparat drr einzelne Sparer absolut nicht zu übersehen vermag, bann noch ihr Leben fristet. Nach Vortherlen für das kaufend e Publikum sucht man bet der Rabatt- Sparanstalt demnach vergeblich, sie bietet feine. Alle? was sie bietet, läßt sich, wenn man sich ihrer nicht bedient, leichter, schneller, billiger und sicherer erreichen. Die Vortheile, welche den Handelsmitgliedern in Aussicht gestellt werden, sind auf offenem, geradem Wege nicht zu erlangen und deshalb abzulehnen. Das waren etwa die Gründe, welche die Eingangs erwähnte Versammlung ver» anlaßte, die nachfolgende Refolution mit Einstimmigkeit anzunehmen: „Die heute Abend im „Rheinischen £)of* zu Cassel versammelten Kaufleute, Inhaber Casseler Colonialwaaren- und Delicatesienhandlungen, erklären hierdurch, daß sie weder der Berliner Rabatt-Sparanstalt beitreten werden, noch in der Lage sind, überhaupt Rabatt zu gewähren, da die Einrichtung ihrer Geschäfte nicht auf dem Bo g- system, sondern auf dem Baarzahlungssystem beruht, und die Baarzahlungspreise die Gewährung von Rabatt nicht gestatt.n. Um Rabatt geben zu können, müßten entweder die Preise entsprechend erhöht, ober die Waaren in geringeren Qualitäten abgegeben werden. Zu einem solchen auf Täuschung des Publikums abzielenden Verfahren die Hand zu bieten, lehnen die Versammelten mit aller Entschiedenheit ab". lokale-. Gießen, 29. Dezember. Die auf heute Mittag im Saale des Lenz'schen Felsenkellers zusammenberufene Dersammlunq behuf« Verhandlung über „Die Degradirung der ObcrbessischenBahnen" (Warftbrntbti. Trr b,una> H«u unt 6>trolmcift ttwr b,fobi#r deu kostet, \t ne* Caalttfc bn Ln. X 4.00 6 00 »tret .X 4.00- 4 50, ®4irn 50 Ätlo X 9»’ 00, ttn Detatt 1 Cualttdt t>se tlfun: X 1 30 00 2 Qua ott V-L Pf X 1 20 0 , »ter bal Ountxrt X 6 00-9.00. DAienflenA wer Phutt 60 *0 Ä-ib . «tnb und Farrmstttlch 40 55 H, taLbflnt* 40 55 4 35 - «5 4 e*tt«nt'dfdi 70 MO H, rtn Hahn .< 1.H0 — 2 20 „n Hudn X 1 60 20 eine tnte X 2 50 3.00. etnt taub, 50 6-» L. (Boni X 50" 900 $a’ ler mehre Zeitungen vrufri il, wird man «ich niwoab enudui« Li •»•Le i. wepn man HAAMEKSTRKi A* l (M.U H r'rank (art a M. (Karl» ruhe, Muttgart oder München) zuvor Auskunft clnfurdort, die auch blnrichte der (ur den jeweiligen Zweck geeigneten Blätter auf Grand r ei ober ♦Erfahrungen und gründlicher Beobachtungen z*ivcrläa»ig ebst 5pCt. Z'vsen vom l.F-b^uar 1881 und vorläufige Vollstrkckbarke tserkläru rg. und Labet den Beklagr-n zur mündlichen Verha dlung des Rechtsstreits vor das Großb Amtsgericht Gießen auf Freitag den 10. Febr. 1882, Vormittags 10 Ihr. Zum Zreck der öffentlichen Zustellung wird dieser Auszug der Klage bekannt gemacht. ®i ßrn, den 3. Deze brr 1881. Neidhart, Gerichtöschreiber des Gr. Amtsgerichts. Neujahrskarten wie alljährlich in größter Auswahl bei- 8435) 4all ns Hoos am Markt. Erinnerung. Emil Fischbach ergebenst ein. Hochachtungsvoll Gustav Pilger* 8468) Vogelsberger Bergwerks- Dilanz am 30. Juni 1881. Accepten-Conto X 1218130 79 Gi e (8478 A. 116,7. Schulstraße 19. 7273) Die trauernde Familie 8474) oo fi- SV o Freunden deren Anzeige mittag 3 Uhr im fr' Um -blendeten 80. Lebensjahre. stille Theilnahme bitten Die tieftrauernden Hinterbliebenen, ssen, den 29. Dezember 1881. Die Beerdigung findet Samstag, den 31. Dezember, Nachmittags 2 ühr, statt vom Sterbehause, Nord-Anlage Todes-Anzeige. und Bekannten theilen wir statt jeder beson- die traurige Nachricht mit, daß heute Nach- unser unvergeßlicher Gatte, Vater und Bruder 8444) Man sucht für einen Gymnasiasten in einer gebildeten Familie in Gießen, in der er als nu ihr gehörig behandelt und gut beaufsichtigt wird, Pension. Offerten mit Preisangabe an die Exvcd. ds. Blattes erbeten. Zeichenschule für Handwerker. 8436) Ich erlaube mir hiermit ergebenst auzuzeigen, vaß Mittwoch den 28., Donnerstag den 29. und Freitag -en 30. Dezember, von Vormittags 10 Uhr bis Nachmittags 4 Uhr, im Saale des alten Rathhaufes eine Ausstellung der von meinen Schülern gefertigten Zeichnungen stattfindei. Eltern und Freunde der Schule lade ich Hiermil zum Besuche in schönster Auswahl bei (8475 I. P. Sann, Bismarckstr. Verein, Giessen. Landgerichts-Assessor i. P. nach längerem Leiden im 68. Lebensjahr sanft verschieden ist. Gießen, den 28. December 1881. Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet Freitag, Nachmittags 2 Uhr, vom Sterbehaus Statt. Deoet. An Gruben-Conto „ Maschinen-Conto . „ Anlagen-Conto „ Grundstücks-Conto „ Betriebs Utensilien--Conto „ Holz-Conto „ Eisenstein-.Conto . „ Karten-Conto „ Unfall-Verstcher. Conto . „ Conto v-diverse Debitores „ Cassa-Conto . „ Betriebs-Unkosten-Conto „ Handlungs-Utensil.-Conto „ Gewinn-u. Verlust Conw^ 8470) Mein Lager in als: Arrac, Rum, Coguac und diversen Punscheffenzen in anerkannt vorzüglichen Qualitäten bringe ich in empfehlende JL 1173852 17 6000.75 683146 11828.28 5823.61 577.- 65 09 1142.44 65.05 3919.09 242.33 275.80 103.08 7404.64 1218130.79 JL 1200000.- 13101 45 5029.34 Möbel-Transport von Ludwig Bender CicBsen. Danksagung. 8462) Allen Denen, welche unsere liebe Gattin und Mutter Aalharme Eleonore 0(1, geh. -fei), zur letzten Ruhestätte begleiteten, sowie für die reichen Blumenspenden, insbesondere aber Herrn Pfarrer vr. Naumann für seine trostreichen Worte, unseren herzlichsten Dank. Die tiestrauernden Hinterbliebenen: Georg Ott unv Kind. X Credit. Per Actien Capital Conto . „ ..Conto p. diverse Creditores Die Beerdigung findet Freitag den 30. December, Nachmittags 3 Uhr, vom Sterbehause (Neustadt D. 149) aus statt. Universal-Reinigungssast ist das einfachste und billigste Hausmittel gegen Säurebildung, Ausstößen, Krampf, Verdauungsschwäche und andere Magen- beschwerden. Origingl-Packete zu 25 50 H und 1 (267 C. F. Semmler. Frau Marie Lotz, geh. Walther in Kenntniss zu setzen und bitten um stille Theilnahme. Giessen und Waldmichelbach, den 29. December 1881. Heute Morgen halb acht Uhr verschied nach kurzem Leiden sanft dem Herrn unsere liebe, gute Mutter , Grossmutter 7 Urgrossmutter , Schwester und Schwägerin Frau hirchmralh Goertz, geb. ZZast, Wittwe des verstorbenen Decans und Kirchenraths Wilhelm Goertz ZU Nieder-Florstadt, ÄÄÄIÄ - Druck und Verlag der Brühl'lchm Druck-r-i (Fr. CHr. 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